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19.04.2016 09:23    |    KaJu74    |    Kommentare (17)

Hallo

 

Ich freue mich auch über die FCEV`s, da auch sie reine Elektroautos sind und lokal keine Abgase erzeugen, aber sie werden nie mehr sein als eine Nische in der derzeitigen Nische.

 

Warum?

 

http://blue-eng.km.tu-berlin.de/index.php/Energiespeicher

 

1. Der Antrieb und die Wasserstoffherstellung.

Zitat:

Als Antrieb in Kombination mit einem Elektromotor ist die Brennstoffzelle somit theoretisch effizienter als ein Verbrenner, in der Praxis müssen jedoch alle Produktionsschritte mit einbezogen werden.

„Wird aus Strom Wasserstoff über Elektrolyse erzeugt, tritt dabei ein Verlust von etwa 40 % auf.

Für den Transport und die Speicherung von Wasserstoff gehen weitere 10 % verloren.

Die Brennstoffzelle im Fahrzeug hat einen Wirkungsgrad von maximal 50 % und der damit betriebene Elektromotor wieder einen Verlust von 10 %.

Damit kann man nur 25 % der ursprünglichen Energie nutzen“

Zum Vergleich:

Akkumulator: ca. 60-90%, (90% mit Strom vor Ort produziert)

Verbrenner 20-35%

 

2. Die ganze Technik

 

In einem Brennstoffzellenauto sind zu viele Techniken verbaut.

- Brennstoffzelle

- Wasserstofftank

- Akku

- E-Motor

Dadurch ist der Platz in einem Brennstoffzellenauto stark begrenzt.

Außerdem kann mehr Technik kaputt gehen.

 

3. Die Tankstellen

 

Folgende Aussage steht im Raum:

Zitat:

Tankstellen mit Wasserstoff sind die wesentlich einfachere Lösung, umweltfreundlicher und billiger ist diese Variante auch noch, außerdem hätte man das Problem mit den langen Ladezeiten auch sofort gelöst.

Gliedern wir mal die fett geschriebene Aussage auf:

 

wesentlich einfacher Lösung:

FCEV: Es ist also einfacher, Strom in Wasserstoff umzuwandeln, diese dann zu transportieren, zu lagern, in ein Auto zu pumpen, dort wieder in einer Brennstoffzelle in einen Akku zu speisen und damit einen elektrischen Antrieb zu betreiben?

Hier ein Bild einer H2 Tankstelle:

Wasserstofftankstelle Berlin SachsendammWasserstofftankstelle Berlin Sachsendamm

Die Anlage hat noch zwei Etagen unter der Erde und natürlich aufwendige Sicherheits- u. Überwachungstechnik verbaut.

 

BEV: Es ist einfacher den Strom direkt in einen Akku zu speichern und damit einen elektrischen Antrieb zu betreiben.

So wurden sie 2012 angekündigt.

Tesla SuperchargerTesla Supercharger

So sehen sie in sonnigen Staaten aus:

tesla-supercharger-sueden-europatesla-supercharger-sueden-europa

tesla-charging-station-with-solar-collector-trimmedtesla-charging-station-with-solar-collector-trimmed

Hier zu Lande, noch ohne Solardach, aber im Grünen

Supercharger im grünenSupercharger im grünen

Auch problemlos in Tiefgaragen möglich.

Tesla Supercharger in einer Tiefgarage in LondonTesla Supercharger in einer Tiefgarage in London

Tesla Supercharger in einer Tiefgarage in LondonTesla Supercharger in einer Tiefgarage in London

 

umweltfreundlicher

FCEV: Der Wirkungsgrad sinkt auf etwa 20-30% ab, durch die von mir oben beschrieben Kette.

Energieintensive Speicherung. Energieintensiver Transport. Neue Infrastruktur muss aufgebaut werden.

 

BEV: Im Vergleich dazu 60-90%.

Transport durch bestehende Stromnetzwerke.

Bestehende Stromnetzwerke können genutzt werden.

 

billiger

FCEV: Tankstellen kosten für ein Fahrzeug kostet über 1.000.000€. Das Kg H2 kostet über 9€ macht bei einem Verbrauch von rund 1kg/100km also 9€/100km.

 

BEV: Tesla Supercharger kosten mit 8 Ladeplätzen rund 100.000€. Also 12.500€ pro Ladeplatz. Das kWh kostet rund 0,25€. Macht bei 23 kWh/100km (mein Durchschnittswert seit nach über 2 Jahren) 5,75€/100km.

Mit PV-Strom entfallen mir nur die Vergütung in Höhe von 0,1385€/kWh, macht also 3,19€/100km.

Mit dem Strompreis an der Börse derzeit 0,0177€/kWh wären es sogar nur 0,41€/100km.

 

langen Ladezeiten

BEV: 8 Tesla kommen gleichzeitig an einen Supercharger. Alle fahren nach rund 60 Minuten weiter.

FCEV: 8 H2 Autos kommen an die eine Tankstelle.

Der erste fährt nach 15 Minuten los.

Der zweite fährt nach 30 Minuten los.

Der dritte fährt nach 45 Minuten los.

Der vierte fährt nach 60 Minuten los.

Der fünfte fährt nach 75 Minuten los.

Der sechste fährt nach 90 Minuten los.

Der siebte fährt nach 105 Minuten los.

Der achte fährt nach 120 Minuten los.

 

Für den Preis einer Wasserstofftankstelle könnte man aber 80 Superchargerladeplätze bauen.

Wann würde der 80ste. H2 Wagen vom der Tankstelle wieder wegfahren?

Nach schlappen 1200 Minuten!

Das sind 20 Stunden!

 

Und als Abschluß, wo möchte man lieber neben wohnen, stehen, leben?

- Einen Tesla Supercharger, wo nur ein Trafo steht und die Ladesäulen?

- Einer Wasserstofftankstelle, wo ein hochexplosiver Stoff gelagert wird, Pumpen laufen um diesen hochexplosiven Stoff in ein Auto zu drücken?

 

Gruß

 

KaJu

Hat Dir der Artikel gefallen? 2 von 3 fanden den Artikel lesenswert.

19.04.2016 11:42    |    w_white

Ja die Brennstoffzelle ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Ich habe da eine Aussage in Erinnerung, wo gesagt wurde, dass eine Brennstoffzelle ungefähr genau so lang hält wie ein moderner Dieselmotor, also auch nicht ewig.


19.04.2016 11:45    |    Goify

Wie hoch ist eig. der Wirkungsgrad der Kette: Steckdose - Akku - E-Motor - Antrieb? Denn der lässt sich ja direkt mit Strom - Wasserstoff+Verdichten - Umpumpen - Strom - E-Motor - Antrieb vergleichen.

Und wie viele Tanks welcher Größe benötigt man um 300 km mit Wasserstoff fahren zu können?


19.04.2016 11:49    |    KaJu74

Man spricht beim BEV von ca. 10% Verlust beim laden (je nach Ladeart) und 5-10% Verlust im Antrieb.

Also rund 80-85%

 

Bei H2 sind es ja, wie oben beschrieben: Wird aus Strom Wasserstoff über Elektrolyse erzeugt, tritt dabei ein Verlust von etwa 40 % auf.

Für den Transport und die Speicherung von Wasserstoff gehen weitere 10 % verloren.

Die Brennstoffzelle im Fahrzeug hat einen Wirkungsgrad von maximal 50 % und der damit betriebene Elektromotor wieder einen Verlust von 10 %.

Damit kann man nur 25 % der ursprünglichen Energie nutzen


19.04.2016 11:51    |    Goify

Dann kann der einzige echte Vorteil der Brennstoffzelle nur die Reichweite sein, also somit die Energiedichte im Speicher an Bord.

Muss ja jetzt kein Auto sein, sondern z. B. ein U-Boot oder vielleicht auch eine Lokomotive.


19.04.2016 12:14    |    sasisoli

Bei uns fahren seit 2013 einige Brennstoffzellen-Linienbusse durch die Stadt, und das soll wohl auch noch ausgeweitet werden.

 

Die Politik findet das toll, die Bevölkerung hat etwas Bedenken ob der Sicherheit!

 

Ich bin kein Technikverweigerer, aber hochexplosive Stoffe in einem Linienbus...ich weiß nicht so recht...wenns dann mal knallt dann aber gewaltig!


19.04.2016 12:15    |    KaJu74

Hier ein Bild vom Mirai:

http://i.auto-bild.de/.../Toyota-Mirai-1200x800-e426813689866fdd.jpg

Vorne E-Motor, Mittig Brennstoffzelle, Hinten 2 Tanks und der Akku.

 

Reichweitenvorteile hat H2 auch keine:

http://www.manager-magazin.de/.../...o-im-live-fahrtest-a-1060277.html

 

1. Mirai ohne Tanken

2. Tesla ohne laden

3. Tesla mit laden

 

Der Tesla mit Laden ist deutlich am schnellsten.

Tesla und Mirai ohne Laden/Tanken sind gleich schnell.


Bild

19.04.2016 12:18    |    KaJu74

@sasisoli

Deshalb ja meine Schlußfrage im Blog!


19.04.2016 12:19    |    Goify

KaJu74, deine Zuordnung stimmt nicht ganz, also eigentlich bis auf den Tank überhaupt nicht: http://cdn.arstechnica.net/.../Mirai-Infographic.jpg

 

Schaut man sich die Grafik an, wird einem eh übel bei der enormen Menge an Technik an Bord.


19.04.2016 12:22    |    sasisoli

@KaJu74

Als bekennender Raucher wird mir jedenfalls immer etwas mulmig wenn so ein Bus an mir vorbeifährt... ;)


19.04.2016 12:27    |    KaJu74

@Goify

[qoute]Schaut man sich die Grafik an, wird einem eh übel bei der enormen Menge an Technik an Bord.

Da kann ich dir nur zustimmen.

 

PS: Fehler korrigiert.


19.04.2016 19:02    |    Harald-DEL

Vor allen Dingen hätte ich gerne vorne und hinten einen Kofferraum.

 

Und nicht weder vorne noch hinten!

 

Aber mal im Ernst, meine Lieblingsfrage an die anderen Elektroautohersteller: Was baut ihr da vorne alles unter die Motorhaube? Das muß doch nicht sein, ich dachte, so ein Elektro-Auto hat weniger und nicht mehr Technik! Beim Chevrolet Bolt unter der Motorhaube dasselbe. Ich glaube inzwischen, die haben da heimlich noch einen Verbrenner mit 4 Zylindern irgendwo eingebaut (für den Notfall)...

 

:D


02.01.2018 20:54    |    Trackback

Kommentiert auf: KaJu74:

 

Die unbequeme Wahrheit über die unbequeme Wahrheit

 

[...] verhelfen, bedarf es unter anderem gewaltiger Investitionen in die Infrastruktur. Den globalen Bedarf bis ins Jahr 2030 hat eine kürzlich von McKinsey veröffentlichte Studie auf rund 280 Milliarden US-Dollar beziffert.

Bezüglich der Infrastruktur, also der Tankstellen verweise ich [...]

 

Artikel lesen ...


08.06.2018 10:09    |    SenOmeSig

2 Punkte hätte ich:

1. Unter "billiger" steht: H2 kostet 9€/km, das müsste wohl 9€/100km heißen.

 

2. Die Rechnung der Tank/Ladezeit finde ich ziemlich konstruiert, eine H2-Tanke hätte sicherlich zum Preis von 1Mio mehrere Zapfsäulen, so 6-10 wie jede normale Tankstelle auch und nicht nur eine. Auch die 15Minuten finde ich etwas weit hergeholt. Somit führe auch das 80. FCEV nach 120 Minuten weiter.

 

Aber Ok, im Prinzip spielt es keine Rolle, FCEVs sind eine automobile Sackgasse


08.06.2018 11:12    |    KaJu74

zu Punkt 1, hast du natürlich Recht.

zu Punkt 2, leider nein.

Ob eine zweite Zapfsäule an eine bestehende Tankanlage günstiger ist, kann sein.

Aber Ob dann der Druckaufbau schnell genug geht, oder ob die Tankvorgänge dann wieder länger dauern, kann ich leider nicht sagen.

Die 15 Minuten kommen aus dem Test des Mirai vom Manager-Magazin.

 

Das mit der Sackgasse sehe ich auch so. Energetisch, Kostentechnisch und Rohstoffmäßig.


08.06.2018 15:13    |    KaJu74

10.10.2018 07:43    |    Trackback

Kommentiert auf: KaJu74:

 

Woher kommt die Energie für meine E-Mobilität und was spare ich dadurch.

 

[...] nichtumgewöhnen muss, oder warum?

 

Kannst du dir das mal durchlesen und ggf. Fehler aufzeigen und mir mitteilen:

https://www.motor-talk.de/.../...elle-und-h2-tankstellen-t5665627.html

[...]

 

Artikel lesen ...


19.11.2018 20:01    |    Trackback

Kommentiert auf: Hybrid & Elektro:

 

Neuestes bei der Elektromobilität

 

[...] Hersteller)

Teure Tankstellen und ich möchte so eine H2 Tankstelle nicht in meiner Nähe habe.

 

Hatte vor Jahren schon dazu einen Blog verfasst:

https://www.motor-talk.de/.../...elle-und-h2-tankstellen-t5665627.html

Zitat:

Natürlich nehmen die Neuzulassungen bei BEVs zu. Die Frage [...]

 

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Deine Antwort auf "2016-04-19 Brennstoffzelle und H2 Tankstellen"

Über mich

Ich bin, wie mein Username verrät Baujahr 74.

Ich habe Kfz-Mechaniker bei VW/Audi gelernt und war damals Jahrgangs bester.

Beim Landeswettbewerb wurde ich dann 5.ter.

Nach meinem Umzug ins Emsland habe ich dann in einer Papierfabrik angefangen.

Vom ungelernten Arbeiter habe ich mich bis zum geprüften Industriemeister Fachrichtung Papiererzeugung hochgearbeitet.

 

Ich bin Auto und Technik verrückt.

Ich hatte bereits 13 Autos und das in 26 Jahren.

 

Nach einem Problem mit Audi habe ich mich anderweitig umgesehen und bin durch einen Fernsehbericht bei Tesla gelandet.

 

Seit dem schwärme ich für E-Mobilität und erneuerbare Energie.

 

Ich werde NIE wieder einen Verbrenner kaufen.

Hybrid schon gar nicht.

 

Ich wünsche der deutschen Autoindustrie nicht den Untergang, sie sollen bloß endlich brauchbare Elektroautos bauen und nicht diese CO2-Flottenverbrauchs-Alibi-Autos.

 

Ich bete auch nicht Elon Musk an, sehe ihn aktuell (Oktober 2018) eher als Gefahr, als als Lösung für Tesla.

 

Ohne ihn hätte es Tesla in der Form aber nie gegeben und deshalb werde ich ihm immer Dankbar sein.

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