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20.03.2016 13:23    |    Ascender    |    Kommentare (49)

Hallo liebe Motor-Talker!

 

Heute möchte ich mich über unsere Umwelt, über Politik und mein Hobby - den Motorsport - unterhalten. Die Fragestellung aus dem Titel ist ja schon recht eindeutig und bedarf keiner weiteren Erklärung.

 

Ich werde mich dieser Frage mit logischen Argumenten nähern.

Zunächst einmal gilt es zu klären welche Umweltgefahren aus dem Motorsport hervorgehen können. Ich zähle diese hier auf:

 

- Lärmbelastung für Mensch und Tier

- Emissionen der Rennfahrzeuge durch Motoren

- Emissionen der Rennfahrzeuge durch Abrieb (Reifen, Bremsen)

- Kraftstoffverbrauch der Rennfahrzeuge

- Emissionen durch Infrastruktur und Logistik (Fahrzeuge für Catering, Ersatzteile, etc.)

- Kraftstoffverbrauch der Logistik- und Infrastrukturfahrzeuge

- Emissionen der anreisenden Zuschauer

- Kraftstoffverbrauch der Fahrzeuge der Zuschauer

- Auslaufende Betriebsmittel, etwa durch techn. Defekt oder Unfall

- Konstruktion einer Rennstrecke

- Betrieb einer Rennstrecke

 

EmissionenEmissionenDas klingt natürlich alles reichlich negativ, und es stimmt auch: Motorsport ist nicht gut für die Umwelt. Das wird es niemals sein! Dieser Artikel soll diese Tatsache auch garnicht verdrehen.

Es ist sinnvoll nationale von internationalen Rennserien zu unterscheiden.

Denn die Logistik - etwa bei einem Formel 1-Rennen - stößt mehr Schadstoffe aus als die paar Autos, die dort sinnlos im Kreis herumfahren. Die Teams reisen ja alle paar Wochen aus allen Teilen der Welt mit dem Flugzeug an. Dazu hat jedes F1-Team etwa 300 Tonnen an Material zu verschicken - zu jedem Rennen!

Während Ausrüstung - wie die mehrstöckigen Hospitality-Bauten und alles andere über eine ganze Saison gleichbleibende Material - per Schiff oder mit bis zu 24 LKWs pro Team verschickt wird, werden kostbare elektronische Geräte und die drei Autos, die bei jedem Rennen vor Ort sein müssen, per Flugzeug an die Rennstrecke gebracht. Zuletzt reisen Mitarbeiter und Fahrer ebenfalls per Flugzeug an.

 

Formel E - Heilsbringer?Formel E - Heilsbringer?Das erschreckende hierbei: Die Formel E - ebenfalls eine internationale Rennserie - ist hier kaum besser. Sie genießt aufgrund der Elektro-Rennautos einen besonders "grünen" Ruf - dabei werden das Material und die Menschen ähnlich um den halben Globus geschickt wie bei der F1 auch. Dort werden sogar mehr Autos pro Team durch die Gegend geschickt, denn die E-Autos haben ein Reichweitenproblem und müssen mitten im Rennen beim Boxenstop getauscht werden. Ja, richtig: Der Fahrer wechselt mitten im Rennen das Auto.

 

Lokal sind die Rennautos emissionsfrei, und sie produzieren auch keinen Lärm, wodurch Rennen einfacher in (abgesperrten) Innenstädten durchgeführt werden können. Emissionen entstehen allerdings auch dabei: Durch den Abrieb der Reifen und der Bremsen. Letzteres ist übrigens ein Produzent von Feinstaub, welcher in Verdacht steht krebserregend zu sein. Wahrscheinlich ist die Belastung aber auch nicht höher bei normalem Stop&Go-Straßenverkehr. Schließlich sind dort viel mehr Fahrzeuge (auch große und schwere LKWs) unterwegs als ein paar wenige Rennautos.

 

Unter Druck gesetzt sahen sich die Vermarkter der Formel 1 dazu gezwungen Dinge wie eine Maximalverbrauchsregel und Hybridsysteme einzuführen. Doch wie wir nun wissen sind nicht die Rennautos die Umweltsünde, sondern die Logistik dahinter. Es hört sich aber in den Schlagzeilen besser an, wenn man sagt, dass man die Rennautos umweltfreundlicher machen würde.

 

Wie bei jeder Freizeitaktivität wird beim Motorsport Energie verbraucht, und unterschiedlich umgewandelt - bspw. in Bewegung.

Wieso spreche ich nun andere Freizeitaktivitäten an? Nun, es ist ganz einfach. Ein Vergleich, wenn man so will. Mein liebstes Beispiel ist Fußball:

 

Südtribüne im WestfalenstadionSüdtribüne im WestfalenstadionBeim Fußball gibt es diese Umweltdiskussionen nicht. Merkwürdigerweise muss man dazu schreiben. Denn es gibt viele Stadien - sowohl in der Welt als auch speziell in Deutschland. Teams und zehntausende von Zuschauern reisen zu jedem Bundesligaspiel an. Mit dem Auto, oder Bus und Bahn. Die Bahn mag zwar mit Strom fahren, aber dieser muss ja auch irgendwo produziert werden.

Ich habe das Vergnügen in der Stadt Dortmund zu wohnen. Zufälligerweise haben wir das größte Stadion der Liga - mit über 85.000 Plätzen. Die Logistik-LKWs, welche Getränke und Nahrungsmittel, aber auch ganze Putzkolonnen ins Stadion entlassen, sehe ich vor und nach jedem Spieltag. Ebenso die Polizei, die Feuerwehr und die Rettungssanitäter, welche zu jedem Spiel anreisen. Nicht vergessen darf man die Müllabfuhr, welche an Spieltagen Sonderschichten fährt. Und dann die Fragen: Was zieht sich eigentlich so ein Flutlichtscheinwerfer durch? Wie viel Qualm produzieren die Zuschauer durch Zigaretten? Wie oft werden die Rasen ausgetauscht, und woher kommen diese?

Wie viele internationale Spiele gibt es weltweit gesehen? Wie viele Leute reisen zu solchen Veranstaltungen? Fakt ist: Es gibt weit mehr Fußball-Spiele als Rennveranstaltungen.

Warum gibt es dort keine Umweltdiskussion? Weil die Wahrnehmung eine andere ist. 22 Jungs rennen auf einer grünen Wiese einem Ball hinterher. Umwelt? Keiner hinterfragt es.

 

Fahren auf dem "Waldweg"Fahren auf dem "Waldweg"Nicht falsch verstehen: Ich bin Fußball-Fan. In meiner Stadt kommt man sowieso nicht daran vorbei. Ich sage nur, dass man auch mal über den Tellerrand schauen muss. Motorsport ist zwar nicht so populär (in Deutschland) wie etwa Fußball, es hat aber durchaus seine Existenzberechtigung. Überhaupt: Alle Aktivitäten haben einen Sinn und Zweck. Sogar Rennautos, die angeblich sinnlos im Kreis fahren. Und sei es nur zur Unterhaltung. Nicht wenige Personen verdienen damit sogar viel Geld. Wodurch es also auf beiden Seiten zu einem Nutzen kommt.

 

Das selbe lässt sich auch auf viele andere Freizeitaktivitäten und Sportarten ausweiten:

Golfplätze zerstören weitläufig Landschaften. Eis- und Ski-Hallen fressen Strom ohne Ende. Auch Tennis wird international ausgeführt, und auch zu diesen Events "jetten" Profis wie Zuschauer um die ganze Welt.

 

Natürlich gibt es nicht nur internationale Events im Motorsport. Es gibt auch viele nationale Veranstaltungen. Darunter auch viele Amateur-Rennen, die den ursprünglichen motorsportlichen Gedanken oftmals ohne Verfälschung besser wiedergeben als die auf maximalen Profit und auf maximales Marketing getrimmte DTM oder Formel 1.

Ich will nicht sagen, dass diese Serien nicht umweltschädlich sind. Sie sind es. Wie wir gelernt haben wie jede andere Freizeitaktivität eben auch. Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Ganz egal ob das nun eine Serie mit E-Autos oder mit konventionellen Verbrennungsmotoren ist.

 

Fahren im NaturschutzgebietFahren im NaturschutzgebietDas selbe lässt sich allerdings auch auf den Individualverkehr anwenden. Weltweit gesehen dürfte der Schadstoffausstoss der Großindustrie, der Agrarindustrie - und nicht zuletzt - der privaten Haushalte die Emissionen des Individualverkehrs bei weitem übersteigen. Leute, die sich jedes Jahr ein "umweltfreundlicheres" Auto kaufen tun der Umwelt keinen Gefallen, sondern allerhöchstens der Industrie und dem Staat, der sich über (Mehrwert-)Steuereinnahmen und über die Konjunktur freuen darf.

Es wäre weitaus sinnvoller ein Auto bis zum Exitus zu fahren, denn ein neues Auto muss ja schließlich auch erst produziert werden. Dank unserer globalisierten Welt werden die Ressourcen dafür von allen Erdteilen zusammengetragen. Ob nun Silizium für die Mikrochips und die Scheiben, über Aluminium für Motoren- und Karosserieteile, Gummi- und Kunststoffe, Lithium und Cadmium für die Batterien, Kupfer, Zinn, Eisen, etc. pp.

Doch die Wahrheit ist: So funktioniert unsere Wirtschaft nunmal. Die Fuhre muss an den Mann/die Frau gebracht werden. Nur wenn Leute konsumieren können unsere Unternehmen wachsen. Und Wachstum ist wichtig, da nur so die Investitionen wieder hereingeholt werden können. Umwelt hin oder her.

 

Auch das Verhalten einiger Leute sich ein Elektroauto zu kaufen und dann zwei Mal im Jahr in den Urlaub zu fliegen ist für mich ein wenig befremdlich. Man könnte fast schon sagen "scheinheilig".

Wenn das Elektroauto Erfolg haben will, dann über wirtschaftliche Argumente. Ansonsten gibt es keinen Anreiz dafür. Über das schlechte Gewissen schon garnicht.

 

Aber um wieder auf den Motorsport zurückzukommen:

 

Die Lärmbelastung habe ich bis jetzt fast außer Acht gelassen. Ich sehe das so: Beim Fußball gibt es auch eine entsprechende Lärmbelastung. Als Anwohner sollte man wissen in welche Gegend man zieht. Ich kann sogar die Leute am Bilster Berg verstehen, wo die Rennstrecke neu hingebaut worden ist. Dementsprechend wurden auch heftige Lärmbegrenzungsmaßnahmen umgesetzt. An der Nordschleife, die schon seit mehr als 90 Jahren besteht, verstehe ich die Anwohner allerdings überhaupt nicht. Das ist ja so als ob ich neben einen Flughafen ziehen würde, und mich dann darüber beschwere dass dort Flugzeuge landen und starten. Von solchen Fällen höre ich mittlerweile zu Hauf. Selbiges auch in meiner Heimatstadt wo man das Tempolimit einer Hauptstraße (B1) vor Jahren heruntergesetzt hat, weil sich Anwohner wegen des Lärms beschwert haben. Die billige Miete nahmen diese Leute aber gerne in Kauf!

Die Natur kann sich selbstredend gegen den Lärm nicht verteidigen, unbestritten. Das kann sie auch in Städten nicht, das kann sie auch nicht bei Weltraumzentren (Cape Canaveral ist ein gutes Beispiel), das kann sie auch nicht bei Flugplätzen, Konzerten, etc. Und vom Militär habe ich bisjetzt auch noch nicht gesprochen. Jeder Kampfjet verbraucht in einer Betriebsstunde wahrscheinlich mehr als alle F1-Autos zusammen während eines Renntags. Der Mensch verdrängt nunmal die Natur aus seinem Umfeld. Er dominiert seinen Lebensraum, und verändert diesen auch zu seinen Gunsten.

 

Um ein Statement für den Schluss zu ziehen:

 

Motorsport ist nicht umweltfreundlich, auch wenn manche Leute etwas anderes sagen. Erst recht machen Maximalverbräuche, Hybridsysteme und Elektromotoren keine "grüne" oder "saubere" Rennserie aus. Das wissen die Verantwortlichen auch. Allerdings müssen diese Leute mit dem Trend gehen. Und der Trend geht eben in die Richtung "Mehr Schein als sein".

Passt das in unsere heutige Zeit? Ich finde ja. So lange die Menschen daran Spaß haben passt es sehr gut in die Zeit. Ansonsten müsste man alle anderen Aktivitäten des Menschen ebenfalls hinterfragen. Das Problem ist nicht, dass es das alles gibt. Das Problem ist das zu viele Menschen existieren. Und jeder will alles haben. Das liegt in unserer Natur. Die Überbevölkerung werden wir allerdings mit humanen Mitteln leider nicht lösen können.

Den Motorsport zu verbieten wird jedenfalls ein Tropfen auf dem heißen Stein sein, und es wird der Umwelt nicht wirklich signifikant helfen. Ich spreche da gerne auch vom "Ameisenpfurz im Orkan".

 

Ich hoffe sehr, dass ich einige Anregungen hinterlassen konnte. Ich bitte um eine sachliche Diskussion in den Kommentaren.

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20.03.2016 13:32    |    Goify

Ich sehe das Thema von einem anderen Blickwinkel: Für den Motorsport werden neue Techniken entwickelt, welche der Serie dienen und möglicherweise auch zu Energieeinsparungen führen können. Als Beispiele führe ich die Aerodynamik, Leichtbau und die Benzindirekteinspritzung mal exemplarisch an.

Dass es dazu einen riesigen Rennzirkus benötigt liegt daran, weil ohne Sponsoren kein Geld da ist, um etwas zu entwickeln. Ob die Bilanz am Ende positiv für die Natur ausfällt, wird wohl keiner berechnen können.

Ich persönlich erfreue mich als Zuschauer am Motorsport (Internet) und sehe keine sinnvolle Möglichkeit, diesen virtuell zu ersetzen, denn es macht schon keinen Spaß, echten Menschen zuzuschauen, wie sie Need for Speed spielen. Außerdem ist die virtuelle Realität immer nur ein Abbild selbiger und könnte sich somit nicht weiterentwickeln.


20.03.2016 13:45    |    Ascender

Ein guter Punkt, Goify. Auch wenn ich das mit der Entwicklung für neue Techniken, die der Serie dienen etwas differenzierter sehe. Die ganz großen Entwicklungssprünge wird das Auto nicht mehr machen. Und die Anforderungen an die Aerodynamik sind bei Rennwagen gänzlich andere als im zivilen Bereich.

Soweit ich weiß ist die Direkteinspritzung eine uralte Technik, die schon im späten 19. Jahrhundert - also fast zeitgleich mit der Erfindung des Automobils einhergeht. Viele der heute verwendeten Techniken gehen auf die (Militär-)Flugzeugentwicklung zurück. Etwa auch Turbolader, oder aber auch die von dir genannte Direkteinspritzung (BMW-Flugmotoren).

Das Doppelkupplungsgetriebe stammt von der Grundidee her auch aus den 40er-Jahren des letzten Jahrhunderts - da hatte keiner den Motorsport im Sinn. Porsche hat die Idee dann in den 80ern aufgegriffen und das PDK dann in seine Le Mans-Prototypen eingebaut. Aber es sollten noch Jahrzehnte vergehen bis zur Serienreife, da die Getriebe viel zu ruppig und anfällig waren.

Der Nutzen für Serienfahrzeuge ist sicherlich sehr beschränkt.

 

Den Rest sehe ich aber ähnlich wie du. Klar kann man vieles - zu einem Bruchteil der Kosten - virtuell selbst erleben. Aber da ist man sehr weit entfernt von der Realität. Ein Flugsimulator fühlt sich eben auch nicht so an als ob man wirklich in echt fliegen würde. Auf diesem Sektor wird sich in den nächsten Jahrzehnten aber einiges tun.

Wer eine gute Rennsimulation sucht dem kann ich übrigens "iRacing" empfehlen.


20.03.2016 13:58    |    Trottel2011

Motorsport ist ein wichtiger Teil der heutigen Zeit. Es setzt Trends und es hilft Menschen zusammen zu führen.

 

Noch immer gibt es Formel 1 Parties. Oder die 24 Stundenrennen haben ein riesen Zuschauerstamm, die natürlich mitfiebern und mitfeiern.

 

Wenn wir immer nach den paar Leuten uns richten müssten, denen etwas nicht passt, dann wäre das Leben nicht lebenswert. Ich bin kein Fan von Formel 1 aber dafür Rallyes. Da das durch die Wicken geht, ist auch die Natur in "Gefahr".

 

Wenn es aber um Lärm und den entsprechenden Effekt auf die Umgebung geht, müsste man eher das Neujahresböllern verbieten und Feuerwerk gänzlich vom Markt nehmen. Das macht selbst auf dem Lande mit kleiner Bevölkerungsdichte Probleme. Nutz- und Masttiere rasten aus, bekommen Nervenzittern, usw. usf.

 

Die paar Minuten die ein Auto dann durch die Landschaft "rauscht", sind dagegen nichts. Die Flora und Fauna wird damit ebenso wenig stark belastet wie als wenn der Waldarbeiter im Wald ein Baum fällt - wobei das eher schädlicher ist, als ein Rallye Auto, welches gerade über ein Hügel springt.


20.03.2016 14:35    |    ToledoDriver82

Abgesehen davon....muß alles vernünftig sein was Spaß macht.....wenn man anfängt solche Veranstaltungen nur noch unter solchen Gesichtspunkten zu sehen,kann man es auch sein lassen;)


20.03.2016 15:13    |    _RGTech

Abgesehen davon, dass der F1-Zirkus genauso langweilig ist wie Fußball (ja, kloppt auf mich ein, aber 2 Stunden rumhocken für eine Handvoll interessante Szenen macht mich nicht an, vor Ort noch viel weniger als bequem daheim am TV), favorisiere ich ohehin die kleineren regionalen Veranstaltungen. Handball in der Kreisliga (da kann ich zu Fuß hin), oder das Solitude Revival und ähnliches. Da gibt's mehr Action für weit weniger Geld, und der Aufwand im Hintergrund ist auch viel geringer. Zudem muss man nicht permanent "am Ball bleiben" und

 

 

Wenn wir die Umwelt retten wollen, gibt's noch viel mehr andere Aspekte. Alles im Sinne des Kapitalismus.

Autos, die hier zusammengebaut, in Holland aus Steuergründen wieder zerlegt, dann verschifft und in Südamerika wieder montiert werden beispielsweise. Oder konkurrierende Logistikunternehmen, die die selbe Strecke fahren mit fast der selben Ware, aber statt einem gemeinsamen LKW (oder Bahncontainer) lieber halb leer durch die Gegend zuckeln. Lebensmittel, die aufwendig produziert, kaum entlohnt, und dann wegen einem MHD oder wegen der "frischen" Optik in der Auslage wieder entsorgt (und damit meine ich entsorgt - nicht gespendet) werden. Billigtextilien aus China, die kein halbes Jahr halten. Serviceunfreundliche Elektronik wie untauschbare Akkus im Handy (was eh nach 2 Jahren spätestens auseinanderfällt, achtet ja keiner mehr drauf). Konsum Konsum Konsum.

Konkurrenz belebt mithin das Geschäft - aber versaut massivst die Umwelt.

 

Ich weiß, das sichert alles irgendwo unsere Arbeitsplätze. Aber überall bekommst du eingetrichtert kauf dies kauf jenes, der Müllberg wächst, die Umweltverschmutzung auch (wir haben keine Deponien mehr und es gilt eigentlich vermeiden statt verbrennen, aber die Mengen steigen trotzdem - gibt auch wieder Plastikflaschen und Aludosen ohne Pfand - was soll das), die Schuldnerberatungen ebenfalls. Mir ist das schon lang zu doof geworden, den großen Zirkus mach ich einfach nicht mehr mit, egal wo.

 

 

Ich bin zwar auch kein Heiliger (mein V6 bleibt, der Käfer bleibt Kat-los, mein Server läuft 24/7...) und hab nicht mal die Grünen gewählt. Aber aller unnötigen Verschwendung von Energie und Geld stehe ich kritisch gegenüber und versuche, für meinen Teil, mich einigermaßen zusammenzureißen. Was ich nicht vertreten kann oder will, wird halt boykottiert.

Somit würde ich selbst den Motorsport keineswegs unter Generalverdacht stellen, aber der Aufwand muss in der Relation bleiben. Weltweite Rennformeln halte ich für überflüssig, landesweite sind OK, kontinentale sind fragwürdig (mal einmal DTM live gucken war schon spaßig - reicht aber auch).


20.03.2016 16:12    |    Ascender

Zitat:

Abgesehen davon, dass der F1-Zirkus genauso langweilig ist wie Fußball (ja, kloppt auf mich ein, aber 2 Stunden rumhocken für eine Handvoll interessante Szenen macht mich nicht an, vor Ort noch viel weniger als bequem daheim am TV), favorisiere ich ohehin die kleineren regionalen Veranstaltungen. Handball in der Kreisliga (da kann ich zu Fuß hin), oder das Solitude Revival und ähnliches. Da gibt's mehr Action für weit weniger Geld, und der Aufwand im Hintergrund ist auch viel geringer. Zudem muss man nicht permanent "am Ball bleiben" und[...]

So hat eben jeder seine Interessen. :) Ich persönlich mag Sportarten wo nicht so häufig "Tore" geschossen werden, denn dadurch wird das "Tor", oder nennen wir es mal der "Punkt" für das Team zu etwas besonderem. Das sieht man vor allem gerne bei Sportarten wie Baseball, wo am laufenden Bande Punkte erzielt werden. Baseball-Spiele können sich sehr in die Länge ziehen, und das hat auch den Effekt, dass niemand wirklich die ganze Zeit hinguckt. Es ist eher ein gemütliches Sit-in mit Freunden. Man isst seinen Hotdog, und schaut nebenbei das Spiel.

Das ist beim Fußball anders. Da ist man eben jede Sekunde gefesselt, weil man ja was wichtiges verpassen könnte. Letztendlich ist es ein Zeitvertreib, der genauso sinnlos ist wie alles andere auf der Welt auch. ;)

Es ist eben Geschmackssache. :)

 

Zitat:

[...]Ich bin zwar auch kein Heiliger (mein V6 bleibt, der Käfer bleibt Kat-los, mein Server läuft 24/7...) und hab nicht mal die Grünen gewählt. Aber aller unnötigen Verschwendung von Energie und Geld stehe ich kritisch gegenüber und versuche, für meinen Teil, mich einigermaßen zusammenzureißen. Was ich nicht vertreten kann oder will, wird halt boykottiert.[...]

Dem Argument kann ich mich grundsätzlich nicht entziehen. Es hat schon was für sich, keine Frage. Andererseits denke ich mir gibt es noch weitaus sinnlosere Sachen auf der Welt. Und man darf sich nicht der Illusion hingeben, dass die Menschheit bspw. auch nur einen Tropfen Erdöl aufheben wird. Als Individuum kann man eigentlich nichts machen. Dafür sind wir zu viele. Und die Menschheit hat eigentlich auch ganz andere Probleme als im wohlbehüteten Europa, wo man sich die Birne über die Klimaerwärmung zerbricht. Auch ich bin kein Fan von Verschwendung. Und ich denke, dass ich sehr bescheiden lebe, und ich grundsätzlich etwa darauf achte woher meine Lebensmittel kommen, und dass ich möglichst alles davon verwerte. Das mache ich aber konsequenterweise nicht in allen Bereichen.

So ehrlich bin ich ja. Manchmal kaufe ich Dinge, weil sie mir einfach gefallen. Bspw. Kleidung, ohne darüber nachzudenken woher es kommt. Das lässt sich auch auf andere Lebensbereiche anwenden.


20.03.2016 18:47    |    sego

es steht und fällt alles mit dem eigenen Weltbild in Punkto Umwelt und Technik.

 

Wenn man wirklich an das fossile und endliche Erdöl glaubt und an einen bösen Klimawandel, der durch CO2 verursacht wird, kann man Motorsport nicht befürworten. Denn damit würde man sinnlos im Kreis fahrende Autos auf Kosten des Lebens zukünftiger Generationen befürworten. Da nützt auch der Weg "Green F1" nix, weil das ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Man muss nämlich ALLES inkl. Transport, Logistik, Produktion der Teile usw... berücksichtigen. Da sind die Paar Liter gesparter Sprit lächerlich. Zumal dafür wieder mehr Teile benötigt werden(Turbo, Batterien). Green F1 ist ähnlich wie die Klimadiskussionen auf Basis der NEFZ Verbräuche - so oder so - nicht ernstzunehmen.

 

Ich persönlich glaube weder an fossiles, endliches Erdöl noch an das böse CO2 als Klimaproblem. Ich halte beides für gezielt zu Manipulationszwecken(Einreden eines Schuldkomplexes) erfundene Märchen. Daher sage ich: Motorsport ist ok - sollte möglichst billig sein und so wie es den Teilnehmern und Fans gefällt. Wollt ihr V12 ? Dann baut euch V12 Motoren. Wollt ihr Turbos - baut Turbos - wollt ihr saugende Drehzahlmonster - baut halt sowas.

Der Spritverbrauch hängt eh in erster Linie von der geforderten Leistung ab. Auch bei Straßenautos ist das so. Die NEFZ Ersparnisse zwischen klassischen und simplen MPI-Saugern und "modernen" Turbo-Direkteinspritzern lassen sich im realen Verkehr nichtmal ansatzweise herausfahren. So fortschrittlich wie man immer tut, sind diese "modernen" Antriebssysteme am Ende gar nicht.

 

Zitat:

Und der Trend geht eben in die Richtung "Mehr Schein als sein".

Eine sehr wichtige Erkenntnis. Das ist tatsächlich der Trend schlechthin. Zusammen mit der beinahe krankhaften Sucht nach äußerlicher Selbstinszenierung. Dabei geht es bei Themen wie Umweltschutz immer um Maßnahmen, die möglichst nach außen hin zeigen "dass man was tut". Dass das bei genauerer Betrachtung teilweise totaler Unsinn ist, will keiner hören.

Beispiel: Jeder Hartz 4 Empfänger lebt umweltbewusster als der Lohnsklave, wenn er täglich 50km pendeln muss. Auto kaufen, Spritverbrauch, die Arbeit selbst, durch die neue Produkte (und damit Umweltverschmutzung) entstehen. Ergo müssten wir eigentlich alle aufhören zu arbeiten und ein einfaches Leben mit möglichst wenig Konsum führen. Dumm nur, dass man das nicht hören will und das nicht zu mehr Wirtschaftswachstum führt. Daher entwickelt man heute für das schlechte Gewissen spezielle "green products". Die sind allesamt erheuchelt und zusammengelogen. Kein einziges dieser Pridukte ist wirklich umweltfreundlich.


20.03.2016 19:15    |    Ascender

Hartz vier und der Tag gehört dir. :D


20.03.2016 20:26    |    PIPD black

Geht aber erst Mittags los der Tag.;)


20.03.2016 21:20    |    Goify

sego, was du ansprichst ist die Post-Wachstumgsgesellschaft. Grob umrissen geht es darum, dass es völlig ausreichend ist, wenn wir nur noch 20 h pro Woche arbeiten gehen und die Freizeit nutzen um Dinge selbst herzustellen, anzubauen oder zu reparieren. Ich denke, das ist die Zukunft, aber so lange keiner mitmacht, wird das auch nichts werden - da braucht es erst einen richtigen Crash und nicht so eine kleine Böe wie 2008.


20.03.2016 21:38    |    PIPD black

@Goify so lief es jahrzehntelang in der DDR. Nur hat man da 40 Stunden in der Planwirtschaft gearbeitet. Ansonsten wurde nichts entsorgt, alles repariert, Gemüse angebaut und Lebensmittel eingekocht etc. etc. etc.......kenn ich alles noch. Aber auch das Verhältnis zum Geld und das Einkommen war ein ganz anderes.;)

 

Motor(rad) gab es bei der "GST" oder "Speedway". Soll wohl auch Autorennen gegeben haben, aber in Anbetracht dessen, was Gebrauchtwagen kosteten, kam das für niemanden in Frage.


20.03.2016 22:54    |    Ascender

Ja, Autorennen gab es in der DDR auch. Ich habe mal einen Bericht im TV gesehen wo die "alten Ostracer" sich getroffen haben, und immernoch aktiv fahren. Teilweise mit abenteuerlichen Auto-Konstruktionen. Häufig angetrieben von 2-Taktern. ;) Alles selbst gebastelt. Höchsten Respekt davor!

 

Ich glaube gut und gerne, dass die Ressourcenknappheit den Menschen einen anderen Umgang damit beigebracht hat. So schlecht ist das nicht. In unserer Überfluss- und Wegwerfgesellschaft fehlt häufig der Respekt, bzw. ich beobachte in allen Lebensbereichen und in allen Schichten eine gewisse Dekadenz.

 

Dass das System der Planwirtschaft nicht funktioniert hat muss ich nicht erwähnen. Gescheitert ist es unter anderem am Egoismus des Menschen. Egoismus an sich ist ja nichts schlechtes oder negatives. Im Gegenteil. Im Großteil der Menschheitsgeschichte war es für das Überleben absolut notwendig egoistisch zu sein. Die Natur weiß schon warum sie uns so programmiert hat. Jahrmillionen der Evolution lassen sich nicht so einfach löschen oder ignorieren.

Die freie Marktwirtschaft ist ein System, welches relativ (bis jetzt am besten) gut funktioniert, weil es den Egoismus nicht bekämpft, sondern sogar fördert. Damit einher geht auch die maximale Freiheit des Individuums.

In einer überbevölkerten Welt ist das vielleicht Fehl am Platze, keine Frage. Aus Sicht des Humanismus allerdings wohl das beste Wirtschaftssystem was man sich wünschen kann.

 

EDIT:

 

Wer sagt's denn? Bericht gefunden:

 

https://www.youtube.com/watch?v=IBR1BVOh_F0


21.03.2016 09:39    |    Käfer1500

Motorsport zu verbieten wäre Unsinn. Dann könnte man ja jede Massenveranstaltung verbieten, denn die Zuschauer, die dorthin fahren, dort essen und feiern machen wesentlich mehr Umweltbelastung als die Akteure selbst.

 

Dennoch mag ich Motorsport, so wie er in der Formel 1 oder in anderen hyperkommerziellen Rennserien (NASCAR, ...) betrieben wird, nicht. Das ist Kommerz und hat mit Sport nichts mehr zu tun. Ich besuche dagegen gelegentlich Amateur-Rennen wie Classic Cars, Porsche Cup etc. . Hier geht es noch sportlich und meist fair zur Sache, die Fahrer gehen an die technischen Limits, aber schiessen nicht aus taktischen Erwägungen ihre Konkurrenten ab, es bleibt bei kleineren Rempeleien. Was dagegen z.B. in der Formel 1 abgeht, halte ich teilweise schon für absichtliche versuchte Körperverletzung.

 

Ausserdem möchte ich aus Zulieferersicht dem Argument widersprechen, dass Motorsport viel zur Serienentwicklung beiträgt. Ich sehe davon ehrlich gesagt sehr wenig, allenfalls nur kleine Einflüsse auf den Sportwagenmarkt (Keramikbremsen etc.) und in der Werkstoffforschung. Aber für den preisensitiven Massenmarkt bleibt da nichts übrig. Das Argument wird meines Erachtens ähnlich überstrapaziert wie damals der Einfluss der Raumfahrttechnik auf jeden Haushalt, mit dem Paradebeispiel der Teflonpfanne. OK, aber was noch?


21.03.2016 10:23    |    Ascender

Auch da stimme ich zu, Käfer1500.

Der Kommerz geht in vielen Rennserien zu weit. Man könnte auch teilweise schon von "Marketing-Schaulaufen" reden, wie etwa bei der DTM, wo die Fahrzeuge NICHTS außer ein paar Designmerkmale mit der Serie zu tun haben.

Und man hat auch ein bisschen den Eindruck, dass es interne Absprachen gibt. "Jeder darf mal." Diese Balance of Performance-Regelungen laden auch gerne dazu ein zu diskutieren. Und bestimmte Hersteller können über das Sponsoring auch massiv Druck auf die Veranstalter ausüben, sodass das Reglement zu ihren Gunsten verändert wird. Ich habe auch den Eindruck, dass die Langstreckenserien mittlerweile auch davon betroffen sind, wie etwa die GT3-Autos. Die Hersteller versuchen ja auch damit Geld zu verdienen, indem sie GT3s an Kundenteams verkaufen. Da war man schon immer neidisch auf Porsche. Verkaufen kann ich die Autos aber nur, wenn sie erfolgreich sind. Dementsprechend stehen die Werksteams auch unter Druck.

 

Die Argumente der Entwicklungsgrundlage sind sowohl beim Motorsport als auch in der Raumfahrt frei erfunden. Häufig gibt es auch intern Widerstände gegen das Motorsport-Engagement. Wenn man nüchtern Zahlen betrachtet spricht auch sicher einiges dagegen aus betriebswirtschaftlicher Sicht. Dass ein motorsportliches Engagement für die Außenwirkung einer Marke jedoch sehr wichtig ist sehen diese Leute nicht.

 

Oder bei der Raumfahrt gerne auch in der Politik. Da gibt es auch viele Leute, die den Geldhahn zudrehen wollen. Teflon wurde übrigens nicht für die Raumfahrt erfunden. Das Material gab es schon vorher. ;)

Ich glaube es wurde in der Vorkriegszeit zufällig entdeckt als man versucht hat Kältemittel herzustellen. Beim Manhattan-Projekt wurde es als Korrosionsschutz eingesetzt, meine ich mich zu erinnern. Ich glaube Mitte der 50er wurde die Teflon-Pfanne erfunden. Somit kann die Raumfahrt nicht als Entwicklungsgrundlage gedient haben.


21.03.2016 11:07    |    Dini_Power

Auf die Frage, ob Motorsport in unsere Zeit passt, habe ich persönlich eine Antwort: JA!

Wenn wir die Welt umweltfreundlichen machen wollen, dann müssen wir wohl auch den vermeintlich größten Verursacher "entsorgen" - den Menschen. Es wird also immer Dinge geben die der Umwelt mehr und auch weniger Schade, doch komplett können wir dieses Problem nicht lösen.


21.03.2016 22:00    |    Thraciel

Du hast folgende Anregung hinterlassen: Man muss nicht überall eine Umweltdebatte starten. Ja gewisse Aktivitäten sind nicht gut für die Umwelt - so what? Alles verbieten was Spaß macht? Kanns ja auch nicht sein.

 

Zudem ist der private Sektor ohnehin der mit dem geringsten Hebel. Würde man mal Industrie und öffentliche Hand in die Pflicht nehmen, da ließe sich wirklicher Umweltschutz realisieren. Alles andere ist verarsche am Bürger.


21.03.2016 22:20    |    Pete1975

Nun, die Argumentation pro Motorsport, dass wir Menschen die Natur eh verdrängen und es da auf das bissele Motorsport nicht ankommt, halte ich persönlich für sehr fragwürdig.

Dann kann ich meinen Restmüll auch einfach in den Wald schmeißen, denn gegen die permanente Abgasbelastung durch den Verkehr der auf der Bundesstraße durch eben diesen Wald rauscht, ist mein bissele Restmüll ja vernachlässigbar.

 

Ich selber bin nach wie vor ein Fan der Formel 1. Aber diesen pseudogrünen Anstrich finde ich lächerlich. Wie schon im Artikel erwähnt, werden hier Tonnen an Kerosin und Diesel verballert, um das ganze Geraffel kreuz und quer über den Globus zu transportieren. Und schaut man sich den Rennkalender mit Weltkarte an, kann man nur noch mehr den Kopf schütteln. Da gäb es viel Potential für eine Routenoptimierung...

 

Ist Motorsport zeitgemäß? Nein, ist er nicht, war er nie und wird er niemals sein. Motorsport ist ein Blödsinn. Aber zugegebenermaßen ein geiler Blödsinn, dem auch ich mich nicht zu entziehen vermag. ;-)


21.03.2016 22:41    |    Goify

Fängt ja schon damit an, die Sache Motorsport zu nennen, also ein perfektes Oxymoron. Mag ja sein, dass sich Menschen im Auto ganz schön quälen müssen, aber ist das beim Radrennsport nicht ganz ähnlich? Der Tour de France - Zirkus ist ähnlich groß wie die Formel 1 und wirkt allerdings nur ganz öko, weil ja alle mit dem Rad fahren, bis auf die ganzen Mannschaftsbusse, Begleitfahrzeuge, Reporter, Zuschauer,...

 

Thraciel, da jeder Mensch Privatmensch ist, hat natürlich immer dieser den größten Hebel und nicht irgend ein Konzern. Kauft keiner Produkte von XY, weil sie als umweltschädlich gelten, ist ganz schnell das Licht aus. Konzerne haben nicht den Zweck, Umweltengel zu sein, sondern den Gewinn zu steigern. Greenwashing wird nur betrieben, um in der Öffentlichkeit besser dazustehen und somit noch mehr Waren abzusetzen.


22.03.2016 07:38    |    Ascender

Ich glaube "Sport" ist schon richtig beim Motorsport. Die Belastungen für den Fahrer sind enorm. Viele denken ja, das ist so als ob man entspannt über die Autobahn cruist. Körperlich muss man einfach fit sein um das auszuhalten.

Und Sport kann ja auch bspw. Polo sein, oder Golf. Es geht ja um einen Wettbewerb. Besser zu sein als andere. Das definiert ja Sport. Nicht wie anstrengend sowas sein kann.

 

Zitat:

Nun, die Argumentation pro Motorsport, dass wir Menschen die Natur eh verdrängen und es da auf das bissele Motorsport nicht ankommt, halte ich persönlich für sehr fragwürdig.

Das Thema ist: Wo willst du da die Grenze ziehen? Was ist deiner Ansicht nach Blödsinn und Verschwendung, und was nicht? Gilt das auch für die Raumfahrt? Für die Militärs dieser Welt? Für Bergsteiger? Der Artikel sollte lediglich aufzeigen, dass die Verschwendung im Hintergrund stattfindet, und dass nicht die Autos das Problem sind, die auf der Strecke ballern.


22.03.2016 09:44    |    Käfer1500

Zu Motor"sport": also ich hatte nach meiner ersten Stunde Kartfahren 2 Tage Muskelkater (an Muskeln, von deren Existenz ich vorher nichts spürte) ;)

 

Und selbst als Mitfahrer in einem Porsche (924er weitgehend seriennah) über den Hockenheimring spürt man bei nur 15 Minuten schon die körperliche Belastung, obwohl die Beschleunigung mit den etwa 150PS gar nicht mal brachial war, das Bremsen (für den Unerfahrenen viel viel zu spät vor der Kurve) dagegen schon.

 

Und ja, richtig, z.B. das aktuelle AUDI Image (das dem Konzern eine höhere Rendite für gleiche Technik beschert) wurde ja durch die Investitionen in den Motorsport in den 1980er/90er Jahren begründet, vorher waren das Opa-Autos!


22.03.2016 09:55    |    Thraciel

@Goify

Also Motorsport ist durchaus Sport, schaut man sich die Fahrer an sind die durchaus Fit.

 

Dieses Wunschdenken von Angebot und Nachfrage - bei 90% der Produkte habe ich keine Wahl hin zu umwelt"neutralen" Alternativen. Zudem sehe ich durchaus die Pflicht die großen Wirkungshebel dazu zu zwingen etwas zu tun. Da bringt es was, beim Bürger wird es ja schließlich auch getan.


22.03.2016 09:57    |    Goify

Wie ich schon schrieb, Rennfahren kann anstrengend sein, aber die tatsächliche Leistung vollbringt der Motor und nicht der Mensch. Heißt nicht, Rennfahrer wären austauschbar gegen Hausfrauen, sondern der Motor macht daraus den Motorsport und nicht die Muskelkraft. Für mich ist Sport eben was mit körperlicher Betätigung zu tun hat - also auch im weitesten Sinne Schach.


22.03.2016 10:17    |    Ascender

Aber Motorsport hat doch - für den Fahrer - etwas mit körperlicher Betätigung zu tun.

Das Wort "Motor" im Wort "Motorsport" hat nur die Bedeutung, dass man Sport mit Motoren macht. Dadurch ist das ja nicht minder anstrengend.

Du musst dafür absolut fit sein. Das Wort "Sport" hat nur die Bedeutung, dass ein Wettbewerb stattfindet. Schach ist ja auch ein "Denksport".


22.03.2016 10:30    |    BMWRider

Der Motor treibt das Sportgerät an. Beherrschen muss es aber der Sportler. Und gerade bei Einheitsfahrzeugen wird das schon deutlich.

 

Der Fahrer braucht Koordination, Gefühl, Konzentration und Kondition. Passt eins nicht, wird er keine schnelle Runde fahren.

Man braucht sich ja nur mal an die Playstation zu setzen und mal nen 2h-Stint auf der Nordschleife zu fahren. Danach ist man schon ziemlich platt, allein durch die geistige Anstrengung und Konzentration. Im realen Leben kommen dann noch die körperlichen Anstrengungen dazu, in einem heißen Rennwagen die Kräfte auszuhalten und ihnen entgegen zu wirken.

Insofern ist für mich das "Sport" deutlich stärker gewichtet als das "Motor".

 

 

Zur eigentlichen Frage: Solange ein chinesisches Kraftwerk in einer Stunde mehr Schadstoffe ausstößt*, als der ganze Motorsport-Tross in einem Jahr, sollen alle Kritiker still sein.

 

*überspitzt gesagt


22.03.2016 12:36    |    mantamani46

Wenn man es rein von der umwelttechnischen Seite sieht, hat jegliche Aktivität, (egal ob Fußball, Motorsport, etc.) die Ressourcen unnötigerweise verschwendet, keine Daseinsberechtigung.

Jedoch ist es in der heutigen Zeit, wo die Wälder abgeholzt werden, Unmengen an Öl und Gift in den Ozean oder ins Grundwasser gelangen, nichtmal ein heißter Tropfen auf dem kalten Stein.


22.03.2016 14:25    |    HL66

Ich interessiere mich nicht mehr so sehr für Motorsport wie es mal war, aber vor man das kritisiert du abschaffen möchte... erst mal auf den Straßen aufräumen, den dauernden PS und Größenwahn abschaffen.. weder der Firmendiesel noch der 2 Tonnen SUV mit 500 PS müssen in 6s auf 100 beschleunigen und 270 laufen... das ist auch völlig unzeitgemäß aber niemand stoppt das...jedes neue MOdell hat noch bessere Fahrleistungen , versteckt hinter irgendwelchen Blue Efficient Dynamics Begriffen.

 

Solange sich hier nichts ändert muß man die Handvoll Rennautos auf der Welt auch nicht kritisieren, im Gegensatz zur Masse der Autos dürfte der Motorsport das Weltklima wohl kaum messbar beeinflussen


22.03.2016 18:44    |    Thraciel

Dann ist Schießsport auch kein Sport?

Ohne aktiven (und ziemlich belastenden) EIngriff des Menschen tut das Fahrzeug keinen Milimeter etwas. Und wo Schach körperliche Betätigung sein soll musst du mir in dem Zusammenhang mal erklären.


22.03.2016 18:50    |    Goify

Bei mir ist die Grenze für Sport dort, wo eine Maschine die Hauptarbeit ausführt. Bogenschießen ist noch Sport, beim Gewehr nicht mehr. Das ist zumindest meine Grenze.


22.03.2016 20:49    |    Thraciel

Ich empfehle dir mal fünf Runden in nahezu Renntempo um eine Rennstrecke zu fahren. Dann unterhalten wir uns nochmal über Arbeit.

Wahlweise gibt es eine nette TopGear Folge in der Richard Hammond ein F1 Auto fährt. Kein volles Rennen, nur ein paar Runden. Abgesehen davon, dass er echte Probleme hat das Gerät zu beherrschen schau mal wie fertig der aussteigt.

 

Und welche körperliche Arbeit wird nun beim Schach ausgeführt?

 

Deine "Grenze" ist ziemlich willkürlich ;)


22.03.2016 21:57    |    Goify

Es ist ja auch meine Grenze. Mag sein, dass andere Bergsteigen nicht als Sport sehen, weil da der Wettbewerb fehlt.

 

Ich weiß nicht, ob ich 10 Mal schreiben soll, dass Rennenfahren körperlich sehr anstrengend ist, bis ihr es endlich mal lest. Für mich ist es trotzdem kein Sport aus oben geschriebenen Gründen.


22.03.2016 22:25    |    Cupkake

@Goify

 

Die Benzin-Direkteinspritzung hat mehr Nachteile als Vorteile gebracht (Feinstaub).

 

Und nein, Motorsport passt eigentlich nicht in unsere Zeit.


22.03.2016 23:56    |    Ascender

Mehr Nachteile als Vorteile? Das wage ich stark zu bezweifeln.

 

Vielleicht führst du aus warum Motorsport nicht in unsere Zeit passt. Ich bin an einer sachlichen Diskussion interessiert. Hier kann jeder seine Meinung kundtun. Dafür reiße ich ihm nicht den Kopf ab. Dann aber bitte mit Argumenten.


23.03.2016 00:13    |    Cupkake

Es kommt drauf an in welchen Umfang man Motorsport betreibt. Die großen internationalen Rennserien haben das Problem, dass einfach zu viel Material transportiert und verbraucht wird.

 

2 Teams teilen sich für Überseerennen einen Großraumflugzeug, einen Fracht-Airbus, um das ganze Material zu fördern. Überhaupt ist der Spritverbrauch nur das kleinste Übel. Wie viel Reifen verheizt werden ist der Wahnsinn. Und die neuen Strecken enstehen auch nicht einfach so.

 

Zur Direkteinspritzung. Das Problem mit den Feinstaub (unter anderem Nano-Partikel) ist halt vorhanden und müsste teuer mit einen Partikelfilter beseitigt werden.


23.03.2016 00:35    |    Ascender

Gut, dass die Logistik hinter den internationalen Rennserien die pure Verschwendung darstellt, da stimme ich dir ja zu. Das habe ich ja hier auch soweit geschrieben. Den kompletten Motorsport dafür zu diskreditieren halte ich jedoch für falsch. Es würde ja schon reichen, wenn die F1-Teams auf ihre Motorhomes und die teilweise mehrstöckigen Hospitalities verzichten würden.

Dass man für die Spannung Reifen entwickeln lässt, die nur eine begrenzte Lebensdauer haben, halte ich sowohl aus ökologischen wie sportlichen Überlegungen für falsch. Auch da stimme ich dir zu.

 

Zur Direkteinspritzung sei gesagt, dass sie eine Menge Vorteile für Verbrennungsmotoren hat.

Bspw. einen besseren Wirkungsgrad, und weniger Drosselverluste, wodurch der Spritverbrauch gesenkt werden kann. Außerdem ist eine höhere Verdichtung möglich, wodurch man mehr Leistung und Drehmoment erzeugen kann.

 

Beim Flugzeugkolbenmotor (2. Weltkrieg) war der ursprüngliche Gedanke, dass man nun auch negative G-Kräfte auf den Motor einwirken lassen konnte (Steuerknüppel nach vorne drücken). Vergasermotoren konnten nur positive G-Kräfte vertragen (Steuerknüppel nach hinten ziehen). Dadurch konnten deutsche Piloten einfach nach unten abtauchen, während alliierte Piloten eine halbe Rolle drehen, und dadurch in Rückenlage dem Boden entgegenfliegen mussten um zu folgen, was wertvolle Zeit im Luftkampf kostete. Wenn die versucht hätten negative G-Kräfte auf den Motor einwirken zu lassen, wäre dieser in den meisten Fällen wohl "abgestorben" - was im Luftkampf natürlich immer sehr schlecht ist. Mehr Leistung hatten die deutschen Maschinen auch.

 

Der Nachteil an der Direkteinspritzung sind erhöhte Stickstoffoxid-Emissionen.


23.03.2016 01:21    |    Cupkake

Und die Nano-Teilchen. :-/


23.03.2016 19:20    |    sukkubus

nennt es whataboutism - solange 10 großtanker/containerschiffe im jahr mehr die luft verpesten als die gesamten autos in D oder ich mit dem treibstoff eines urlaubsfliegerfluges tausend jahre auto fahren könnte, sehe ich keine veranlassung, da korrigierend tätig zu werden.

 

zumal ich selbst mit e85 und bald e100 in den 'schnelleren' sogar co2-neutral fahre ;)

 

dazu spricht -wie schon genannt- das viele innovationen aus dem motorsport kamen und wahrscheinlich noch kommen werden.

mir grausts bloß vor seelenlosen elektrostaubsaugern auf der rennpiste......

sssssssssssssssssssssssssssssssst, sssssssssst


23.03.2016 19:30    |    Ascender

Wie gesagt: Die Innovationen sehe ich nicht wirklich. Allerhöchstens noch die Traktionskontrolle, welche ironischer Weise in vielen Rennserien verboten worden ist. Ansonsten wie schon jemand hier schrieb beschränkt sich dies evtl. noch in der Materialerprobung. Wobei diese meistens aus dem Flugzeugbau stammen. Überhaupt hat die militärische Fliegerei weitaus mehr Technologien gefördert, die wir heutzutage in Autos einsetzen, als es der Motorsport je könnte.


24.03.2016 19:01    |    Hippie-Killer

Dein Beträg enthält viele interessante Gesichtspunte und kritische Gedanken, die ich zu 100% so unterschreibe.

Das Fazit, das du am Ende ziehst, finde ich allerdings völlig Banane:

 

"Motorsport ist nicht umweltfreundlich, auch wenn manche Leute etwas anderes sagen. Erst recht machen Maximalverbräuche, Hybridsysteme und Elektromotoren keine "grüne" oder "saubere" Rennserie aus. Das wissen die Verantwortlichen auch. Allerdings müssen diese Leute mit dem Trend gehen. Und der Trend geht eben in die Richtung "Mehr Schein als sein".

 

Einen Scheiß müssen alle mit dem Trend gehen! Der Trend wird künstlich generiert um Bedürfnisse zu erwecken, mit denen wiederum Konsum erzielt werden kann. Du formulierst deinen Absatz so, als wäre ein "Trend" gottgegeben und unumgänglich.

 

 

"Passt das in unsere heutige Zeit? Ich finde ja. So lange die Menschen daran Spaß haben passt es sehr gut in die Zeit. Ansonsten müsste man alle anderen Aktivitäten des Menschen ebenfalls hinterfragen. Das Problem ist nicht, dass es das alles gibt. Das Problem ist das zu viele Menschen existieren. Und jeder will alles haben. Das liegt in unserer Natur. Die Überbevölkerung werden wir allerdings mit humanen Mitteln leider nicht lösen können."

 

Es macht Spaß, also ist es in Ordnung?

Und wenn ich (und von mir aus 100.000 andere in D) Spaß an Hexenverbrennung habe? YOLO - zündet sie an!

Das Problem ist auch nicht, dass es auf der Welt zu viele Menschen gibt. Sondern dass es zu wenig Hirn und zuviele künstlich generierte Bedürfnisse gibt.

Wenn ich mich von einer komplett auf Konsum um Vermögensumverteilung ausgerichteten Gesellschaft regelrecht einlullen lassen, nur weil mir das Hinterfragen zu anstrengend ist, dann bin ich schlichtweg dumm.

Weil also jeder Westeuropäer meint, gerne soundso viele kWh im Jahr verballern zu wollen, sind mehrere 100.000 Menschen "zu viel" auf der Welt da? Politisch gefährliche These. ;)

 

"Den Motorsport zu verbieten wird jedenfalls ein Tropfen auf dem heißen Stein sein, und es wird der Umwelt nicht wirklich signifikant helfen. Ich spreche da gerne auch vom "Ameisenpfurz im Orkan". "

Der Motorsport ist nicht das Problem. Das "Problem" ist, dass wir alle einen völlig überzogenen Lebensstil pflegen.

Die Summe passt einfach nicht - Motorsport und Fußball sehe ich dabei jedoch als eine der eher entbehrlichen Dinge an (Smartphones, Flugreisen, jährliche Neuwagen, 100qm Single-Wohnungen übrigens genauso).


Bild

24.03.2016 19:43    |    Ascender

Zitat:

Einen Scheiß müssen alle mit dem Trend gehen! Der Trend wird künstlich generiert um Bedürfnisse zu erwecken, mit denen wiederum Konsum erzielt werden kann. Du formulierst deinen Absatz so, als wäre ein "Trend" gottgegeben und unumgänglich.

Doch, natürlich müssen sie. Denn Motorsport ist nichts anderes als Marketing. Und das Marketing geht eben in die Richtung des "green washing". Siehe etwa McDonalds, die sogar die Hintergrundfarbe ihres Logos von rot auf grün geändert haben. Heutzutage will jeder politisch korrekt sein, sonst gerät man schnell - auch durch soziale Netzwerke verstärkt - in einen "Shitstorm" von Umweltaktivisten. Dass Marken wie etwa "Mercedes Benz" sowas überhaupt nicht gebrauchen können sollte klar sein. Deshalb sind auch sie daran interessiert den Motorsport möglichst "grün" und "innovativ" aussehen zu lassen. Insofern besteht schon ein gewisser Zwang.

Die Formel E gibt es ja auch nur, weil der Veranstalter dieses Event als besonders umweltfreundlich darstellt. Würde er das nicht tun, gebe es diese Rennserie nicht, bzw. nicht in diesem Umfang. Denn die Teams, wie etwa Renault, haben durchaus Gefallen an diesem Gedanken, und sehen die Außenwirkung für das Marketing als positiv an.

Image ist mittlerweile alles.

 

Zitat:

Es macht Spaß, also ist es in Ordnung?

Meine Lebensphilosophie heißt: Alles was Spaß macht ist erlaubt, solange dabei niemand anderes direkt zu Schaden kommt. Man sollte Menschen in Not helfen, stehts freundlich bleiben, und ansonsten soll man machen was man will. ;)

So war das gemeint. Ich gebe zu, dass dies missverständlich ausgedrückt war.

Ich bin gegen Krieg, gegen das gegenseitige Töten, gegen Hexenverbrennungen (selbst wenn es Spaß machen sollte, was ich für mich zwar ausschließe, aber ich weiß auch, dass es solche Psychopathen durchaus gibt).

 

Zitat:

Das Problem ist auch nicht, dass es auf der Welt zu viele Menschen gibt. Sondern dass es zu wenig Hirn und zuviele künstlich generierte Bedürfnisse gibt.

Wenn ich mich von einer komplett auf Konsum um Vermögensumverteilung ausgerichteten Gesellschaft regelrecht einlullen lassen, nur weil mir das Hinterfragen zu anstrengend ist, dann bin ich schlichtweg dumm.

Weil also jeder Westeuropäer meint, gerne soundso viele kWh im Jahr verballern zu wollen, sind mehrere 100.000 Menschen "zu viel" auf der Welt da? Politisch gefährliche These. ;)

Über kurz oder lang glaube ich schon, dass es zu viele Menschen auf dieser Welt gibt. Sobald die grundlegenden Ressourcen (Wasser!) knapper werden, und das wird zweifelsfrei in weiten Teilen dieser Erde in einer nicht allzu fernen Zukunft passieren, werden sich die Bedürfnisse der Menschen anpassen. Dann wird es auch keine anderen Bedürfnisse mehr geben.

Wir leben in einer dekadenten Zeit, das ist einfach so. Überfluss, Konsum ohne Grenzen, Wegwerfgesellschaft,... So lange sich das eine Gruppe von Menschen leisten kann, wird sie auch weiter so leben wollen. Und alle anderen Menschen, die das nicht haben, werden versuchen an diesen Standard heranzukommen. Siehe etwa Entwicklungsländer. Die wären lieber schon jetzt als morgen auf unserem Niveau, was ich ihnen überhaupt nicht verübeln kann. Auch wir führende Industrienationen haben dementsprechend eine Aufgabe die Welt zu einer besseren zu machen, und diese anderen Länder nicht weiter für unseren Wohlstand auszubeuten. Wenn wir so weiter machen, werden in den nächsten Jahrzehnten immer mehr verzweifelte Menschen aus ihrer Heimat fliehen, und ihr dürft drei Mal raten wo die dann hinwollen.

Doch leider glaube ich daran, dass der Egoismus der Menschen sich durchsetzen wird. An eine humane Lösung dieser Krise kann ich leider nicht (mehr) glauben. Die Menschen in den reichen Staaten werden mit Abschottung, Angst und Gewalt reagieren, so wie es einige jetzt schon tun. Ich würde mir sehr wünschen, dass die Menschheit diese Probleme friedlich löst, glauben kann ich daran jedoch nicht.

 

Zitat:

Der Motorsport ist nicht das Problem. Das "Problem" ist, dass wir alle einen völlig überzogenen Lebensstil pflegen.

Die Summe passt einfach nicht - Motorsport und Fußball sehe ich dabei jedoch als eine der eher entbehrlichen Dinge an (Smartphones, Flugreisen, jährliche Neuwagen, 100qm Single-Wohnungen übrigens genauso).

Da würde ich dir sogar zustimmen. Andererseits ist es schwierig dort eine Grenze zu ziehen. Beim Thema Flugreisen denke ich beispielsweise, dass es sich dabei um einen Menschheitstraum handelt. Wir fliegen! Wie viele Jahrtausende haben wir davon nur träumen können? Wie viele sind daran gescheitert? Und nun, da die Luftfahrt einem großen Teil der Erdbevölkerung offen steht - und nicht nur den Reichen - und dies Großteils für zivile/friedliche Zwecke, und wir hinfliegen können wo wir wollen, wann wir wollen, da soll man das wieder verbieten?

Ich muss doch sehr bitten.

Smartphones sind praktisch, und helfen auch dabei die Umwelt zu schützen. Wie? Etwa weil viele mittlerweile ihre Tageszeitungen auf dem Smartphone lesen (unter anderem ich, der täglich 6 Zeitungen liest, mit unterschiedlichen politischen Ausrichtungen um mir ein objektives Bild machen zu können). Dadurch habe ich weltweit gesehen weniger Papierverbrauch. Weniger Papier heißt auch weniger LKWs auf den Straßen. Weniger Papier heißt, dass weniger Wald abgeholzt werden muss (wobei die Papierindustrie in Europa und in den USA ständig neue Bäume pflanzt).

Smartphone heißt auch, dass viele keine weiteren Geräte wie Foto- und Videokameras benötigen. Man hat ja alles in einem Gerät in der Tasche. Praktisch eben. Ich bin kein großer Freund von Smartphones/Handys. Bei mir liegt es meist in der Ecke rum. Aber im Notfall telefonieren? Von unterwegs? Genial! Im Notfall ein Foto machen und es dann per E-Mail / Whatsapp weiterleiten? Auch genial. Navigieren ist auch möglich, und von unterwegs im Internet recherchieren ebenfalls. Es gibt sogar Übersetzungs-Apps, was die Verständigung in fremden Ländern vereinfacht.

 

Außerdem: Was meinst du was ohne Brot und Spiele los wäre? Der Mensch braucht Ablenkung von seinem Alltag. Und wenn er sich ein Hobby sucht, begehrt er nicht so schnell auf. Er hat ja keine Zeit mehr dafür, bzw. ihn interessieren andere Dinge erstmal nicht. Das wussten schon die Römer. Fußball verbieten? In Deutschland?! Vergiss es. ;) Dann stürzt eine Angela Merkel schneller als sie "Fußball" sagen kann.

 

Überflüssig und entbehrlich sind so einige Dinge, sicherlich. Da kann man drüber streiten.


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