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Dorti's Bilderecke

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06.02.2014 21:34    |    Dortmunder 65    |    Kommentare (11)

Hauptthema der Bremer Classic Motorshow waren die Wirtschaftswunderautos und da ich mich ja meist nicht nur zu den Fahrzeugen sondern auch zu deren Zeit etwas schreibe, wurde auch hier mein Interesse geweckt.

Warum war es den Lehrern zu meiner Schulzeit nicht möglich uns Geschichte und Wirtschaft so näher zu bringen. Denn das deutsche Wirtschaftswunder ist ein spannendes Thema, denn nur zu sagen nach dem Krieg war alles kaputt und musste halt erneuert werden ist leicht daher gesagt.

Nur wie verpackt man fast 20 Jahre hier im Artikel für MT???? Kurz gesagt es geht nicht, es sei denn man schreibt so in etwa 30 Seiten.

 

Der Krieg ist aus und keiner wusste wie soll es weiter gehen, zu nächst stand eine zentral geleitet Wirtschaftspolitik im Vordergrund. Selbst die CDU war 1947 noch davon ausgegangen alle wichtigen Industrien, Energie und Nahrungsverteilung müsse in staatliche Hände. Bis auf die USA konnten alle sich dieses Vorgehen durchaus vorstellen. Allem voran General Lucius D. Clay erkannte, dass die benötigten Mittel und Gelder so nicht aus den USA fließen würden. Ein rein sozialistisches Deutschland würde die amerikanische Politik und Wirtschaft nicht unterstützen.

Als starker Mann setzte sich erstmal der Sozialist Victor Agartz als Direktor des Verwaltungsamtes der Bizone (US und GB Gebiet) durch. Erst als die südlichen Länder sich zusammenschlossen und den bayrischen Wirtschaftsminister Ludwig Erhard zum Direktor der Verwaltung für Wirtschaft des Vereinigten Wirtschaftsgebietes wählten wurde die Ausrichtung geändert.

Erhard steht wie kein zweiter für die so genannte soziale Marktwirtschaft, in der Privatinitiative und wirtschaftliche Freiheit groß geschrieben wird.

Der Staat sollte aber darauf achten sozial unerwünschte Entwicklungen zu unterbinden und korrigierend einzugreifen. Strukturpolitik und Raumordnung sowie die Stabilität des Geldwertes ist dabei in den Händen des Staates zu belassen.

Oft wird das Wirtschaftswunder mit der Einführung der DM im Juni 1948 in Verbindung gebracht, tatsächlich begann es erst 1951/52. Denn bis zu diesem Zeitpunkt kam die Wirtshaft nicht wirklich in Schwung, denn die Mechanismen am Markt trieb die Preise und Arbeitslosigkeit nach oben und schon damals wuchs die Kluft zwischen Durchschnitts-und Spitzeneinkommen. Erst durch politische Maßnahmen wie Steuervergünstigungen für Unternehmen, brachte eine Wende zum Guten.

Und hier machten wieder die USA Druck, die beschäftigungsfördernden Maßnahmen verlangten.

 

Dies soll es dazu erstmal im Allgemeinen gewesen sein und wir versuchen uns der Autoindustrie zu nähern. Die genaue Bedeutung der Automobilindustrie ist bis heute noch nicht genau definiert, man kann sie aber als eine der Schlüsselindustrien bezeichnen, denn Wachstum und Kopplungseffekte mit anderen Bereichen war wohl kaum wo anders höher. Anderseits spiegelt die Entwicklung dieser Branche den Aufbruch in die Massenkonsumgesellschaft wieder wie kein anderer Zweig.

Nach dem die anfänglichen Schwierigkeiten der neuen Wirtschaftsordnung wie Geldmittel, Rohstoffe und Energie aus dem Weg und Bau sowie Verbrauchsgüterindustrien im Schwung waren, wurden Wünsche geweckt. Mobilität, Freiheit und Reisen waren die Schlüsselreize welche ihr Ziel nicht verfehlten. Es setzte eine wahre Massenmobilität ein, die nicht zuletzt durch Motorräder und Kleinstfahrzeuge ihren Anfang nahm. Neben den etablierten Herstellern versuchten auch Seiteneinsteiger zumeist aus der Flugzeugindustrie, da diese von den Siegermächten zunächst ihre Weiterführung untersagt bekamen, ihr Glück.

Viele dieser mit Hoffnung gestarteten Firmen gibt es nicht mehr, etliche weil sie ihre Produktpalette nicht erweiterten oder auf einem Entwicklungsstand stehen blieben. Einige fehlte schlichtweg das Geld um sich weiterhin zu behaupten, letztendlich stellten wieder die Etablierten die große Masse her. Und auch bei diesen gab es Verluste und Zusammenschlüsse. Die wohl einzige Marke die nicht schon mit einem Bein über dem Abgrund stand war wohl Mercedes und die in US Hand verweilenden Firmen Ford und Opel.

Selbst VW dessen Käfer als das Wirtschaftswunderauto gilt verpasste fast den Anschluss und stand vor dem aus.

Freuen wir uns, dass es noch mobile Zeitzeugen gibt und liebevoll von ihren Fans gepflegt werden.

Ich hoffe euch gefallen die Bilder von der Bremer Classic Motorshow, die hier einen guten Überblick brachte.

 

Wie immer freue ich mich über Kommentare und selbst gemachte Bilder.

 

Euer Dorti


06.02.2014 21:37    |    Trackback

Kommentiert auf: Bremer Classic Motorshow:

 

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06.02.2014 22:24    |    MB Dieselmaster

Hi Dorti,

schön etwas aus der Sicht eines anderen zu lesen. Wie ich dich kenne, werden wir ein ganzes Jahr was davon haben. Mach weiter so, ich lese gern von dir.

Gruß Jens


06.02.2014 23:45    |    Dortmunder 65

Logo Jens

 

es werden bestimmt einige Blogs zu den einzelnen Wagen kommen, hier wollte ich halt nur das Thema der Show aufgreifen. Allein welche Firmen wo eingegliedert wurden würde einige Seiten beanspruchen.

Selbst die damalige Bedeutung der Autoindustrie wird erst seit ein paar wenigen Jahren erforscht und zusammengefasst.

 

Gruß Dorti


06.02.2014 23:52    |    motorina

Eine kleine "Lehrstunde" zur deutschen Wirschaftsgeschichte nach dem 2.Weltkrieg.

Die Wirtschaftswunderzeit ist mir noch gut im Gedächtnis - mit all ihren Fahrzeugen, egal ob Pkw oder Kleintransporter. Letztere werde ich in einem separaten Artikel (zum Wochenende, wenn alles klappt:rolleyes:) vorstellen.


07.02.2014 12:59    |    Goify

Ah der P70 als Coupé, das erste Auto in meinem Leben, in dem ich mitfahren durfte und gleichzeitig das erste Auto meiner Mutter. Gut, damals lag ich noch in der Babyschale, aber es muss sehr schön für mich gewesen sein, so mit Seilzug-Trommelbremsen, verrottetem Holzgestell und überkochendem Kühler. Dieser hatte nämlich nicht wie der Nachfolger Trabant einen luftgekühlten Motor.


07.02.2014 21:12    |    mr. mountain

Sehr schöne Fotos. Die Szenerie an der Tanke ist echt toll. :)


07.02.2014 21:18    |    Dortmunder 65

Dann freu Dich/Euch auf die einzelnen Fahrzeugberichte


08.02.2014 11:16    |    italeri1947

Ganz wunderbare Bilder und ein schön zu lesender Bericht erfreuen mich. Bitte mache weiter so!


08.02.2014 17:16    |    Dortmunder 65

Danke Hans, werde mich bemühen. :D


19.02.2014 08:51    |    dark_papa

Schön,daß du dich auch den Zweirädern gewidmet hast,dorti :)

Auf solchen alten Mopeds hab ich einst Motorradfahren gelernt (Kreidler,Zündapp,Hercules) -ohne entsprechendem Führerschein :eek:

Gruß dark_papa :cool:


08.07.2015 15:26    |    wmnd

Bitte beachten

 

http://www.motor-talk.de/blogs/mercedes-benz-stammtisch-bremen

 

Viele Grüße von Stern zu Stern

 

Wilfried


Deine Antwort auf "Bremer Classic Motorshow - Wirtschaftswunder"

DANKE

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