15.10.2010 22:43    |    MOTOR-TALK    |    Kommentare (196)    |   Stichworte: Alle Marken, Kennzeichnung, Nützliches, Reifenwechsel, Schnee, Tipps, Winterreifen, Winterreifenpflicht

Mitte Oktober, das Auto ist mittlerweile morgens auch schon mal mit Reif bedeckt, und es ist zunehmend dunkel oder dämmerig, wenn man zur Arbeit fährt oder auf dem Rückweg ist. Bis der erste Schnee fällt, ist es nicht mehr weit – und damit ist die Zeit für den Wechsel von Sommer- auf Winterreifen für viele gekommen oder steht demnächst bevor. Wir informieren Euch daher noch mal kompakt und umfassend zum Thema Winterreifen.

 

Tipps zu WinterreifenTipps zu WinterreifenKennzeichnung – Woran erkennt man Winterreifen?

 

Winterreifen erkennt man zunächst einmal an der M+S-Kennzeichnung (auch M/S oder MS). Das steht für „Matsch und Schnee“ (engl. „mud and snow“) und kennzeichnet einen Reifen, der für den Einsatz auf winterlicher Fahrbahn geeignet ist. Es gibt allerdings keine gesetzlichen Vorschriften, welche Eigenschaften ein Reifen aufweisen muss, um dieses Kennzeichen tragen zu können. Die M+S-Kennzeichnung kann daher nur ein erster Anhaltspunkt sein.

 

Zusätzlich sollten Winterreifen mit dem Schneeflockensymbol gekennzeichnet sein. Dieses Symbol stammt aus den USA und kennzeichnet Reifen, die bessere Wintereigenschaften aufweisen als ein genormter Standard-Vergleichsreifen. Das Schneeflockensymbol steht mittlerweile auch in Europa als eine Art Gütesiegel für Winterreifen. Ein mit einem Schneeflockensymbol ausgezeichneter Reifen befindet sich in der Regel im oberen Drittel der Leistungsfähigkeit von Winterreifen.

 

Was macht Winterreifen zu Winterreifen?

 

Winterreifen unterscheiden sich hauptsächlich durch drei Eigenschaften von Sommerreifen:

 

Erstens haben sie ein Lamellenprofil. Feine Profileinschnitte führen zu einem Verzahnungseffekt mit der Fahrbahnoberfläche. Winterreifen haben bis zu 2000 solcher Lamellen, was schon auf den ersten Blick wenig Verwechslungsgefahr mit Sommerreifen zulässt. Die Profilform unterscheidet sich von Hersteller zu Hersteller.

 

Zweitens haben Winterreifen auf der Lauffläche eine spezielle Gummimischung. Diese soll verhindern, dass sich das Gummi bei niedrigen Temperaturen verhärtet. Der Unterschied ist für Laien optisch nicht erkennbar, aber fühlbar: Winterreifen sind deutlich weicher als Sommerreifen. Dadurch erzeugen sie allerdings auch einen höheren Rollwiderstand und verschleißen schneller, weshalb sie nur in „ihrer“ Saison gefahren werden sollten.

 

Diese Unterschiede sorgen dafür, dass Winterreifen im Vergleich zu Sommerreifen auf Schnee und Matsch, aber auch auf nasser Fahrbahn, erheblich besser beschleunigen und sich der Bremsweg deutlich verringert – um bis zu 65 %. Aquaplaning wird ebenfalls deutlich reduziert oder ganz verhindert.

 

Drittens, Winterreifen haben ein tieferes Profil. Gesetzlich vorgeschrieben ist für alle Reifen eine Mindest-Profiltiefe von 1,6 mm. Bei Winterreifen wird immer wieder davor gewarnt, sie bis zu diesem Wert herunterzufahren. Aus Sicherheitsgründen sollten Winterreifen eine Profiltiefe von mindestens 4 mm aufweisen. Dies ist im Alpenland Österreich beispielsweise ohnehin gesetzlich vorgeschrieben. Wer dort hinfahren möchte, benötigt also mindestens 4 mm Restprofil. Gemessen wird am Hauptprofil, das sind die beiden mittleren Rillen der Lauffläche.

 

Unterhalb dieser Profiltiefe verlieren Winterreifen in vielen Fällen genau die Eigenschaften, die sie zu Winterreifen machen: Die Lamellen sind abgefahren und greifen nicht mehr. Die weiche Fahrschicht ist abgefahren und härteres Gummi, das eigentlich nur stabilisieren soll, erhält Fahrbahnkontakt.

 

Tipps zu WinterreifenTipps zu WinterreifenWann sollte man wechseln?

 

Eine Vorschrift, wann man auf Winterreifen wechseln muss, gibt es derzeit noch nicht: "Bei Kraftfahrzeugen ist die Ausrüstung an die Wetterverhältnisse anzupassen." lautet die Formulierung in der aktuellen StVO. Eine Neufassung der Verordnung, die die Einführung einer Winterreifenpflicht beinhaltet, hat die Bundesregierung im Oktober 2010 kurzfristig angekündigt, Einzelheiten wurden allerdings noch nicht bekanntgegeben. Es empfiehlt sich, mit einer Winterreifenpflicht noch in diesem Winter zu rechnen.

 

Unabhängig davon wird immer wieder empfohlen, den Wechsel auf Winterreifen je nach Region und Witterung zwischen Mitte Oktober und Mitte November vorzunehmen und damit nicht bis zum ersten Schneefall zu warten. Die Reifen sollten bis nach Ostern aufgezogen bleiben, weil es auch dann immer noch zu Frosteinbrüchen kommen kann.

 

Luftdruck prüfen

 

Es empfiehlt sich, nach dem Reifenwechsel unbedingt den Luftdruck zu prüfen. Das tut man in der Regel an der Tankstelle, wenn dort gewechselt wurde erledigt es die Werkstatt gleich mit. Der richtige Luftdruck ist je nach Fahrzeugtyp und Belastung unterschiedlich. Welcher Wert der richtige ist, steht im Betriebshandbuch, auf dem Tankdeckel oder dem Türholm. Bei Motorrädern findet man die Angabe meist an der hinteren Schwinge. Der Luftdruck muss immer an kalten Reifen gemessen und eigenstellt werden, da sich in warmen Reifen die Luft ausdehnt und das Ergebnis verfälscht. Zu niedriger oder zu hoher Luftdruck verursacht Reifenschäden, eine schlechte Fahrstabilität und einen höheren Kraftstoffverbrauch.

 

Auswuchten notwendig?

 

Ein Auswuchten der Reifen ist bei Eurem Satz aus dem Vorjahr eigentlich nicht notwendig. Wenn sich das Fahrzeug auffällig verhält, also beispielsweise bei hoher Geschwindigkeit zu „ruckeln“ beginnt, solltet Ihr die Reifen nochmals überprüfen lassen.

 

Selber Wechseln oder Werkstatt?

 

Beides ist grundsätzlich möglich, und beides hat seine Vor- und Nachteile. Wer seine Reifen selbst wechseln möchte, tut dies am besten mit einem Drehmomentschlüssel und zieht die Radschrauben über Kreuz an. Bei laufrichtungsgebunden Reifen unbedingt darauf achten, dass sie wieder in der korrekten Laufrichtung montiert werden. Hier müsst Ihr auf entsprechende Kennzeichnungen (Pfeile oder das Wort „Outside“) achten.

 

Wenn man den Wechsel bei einer Werkstatt vornimmt, ist es häufig so, dass diese neben der Überprüfung auch die Lagerung der Reifen übernimmt. Zudem erinnert die Werkstatt freundlicherweise an den Termin des Wechsels. Leider kommt es auch immer wieder mal zum Terminstau, da normalerweise viele Autofahrer zur gleichen Zeit ihre Reifen saisonal wechseln möchten. Ein Preisvergleich lohnt sich auf jeden Fall, die Preise der einzelnen Werkstätten unterscheiden sich oft erheblich. Ein Reifenwechsel muss auch nicht von einer Vertragswerkstatt vorgenommen werden.

 

Tun es die alten Winterreifen noch?

 

Wer jedes Jahr seine Winterreifen aufzieht, fragt sich, wann denn endgültig neue Reifen fällig werden. Neben dem Profil, das eine Tiefe von mindestens 4 mm aufweisen sollte, ist auch das Alter ein wichtiges Kriterium. Mit der Zeit verändert das Gummi seine chemische Zusammensetzung und härtet aus oder wird sogar porös. Allgemein wird empfohlen, Reifen nicht länger als 10 Jahre zu verwenden. Der ADAC empfiehlt, einen Winterreifen-Tausch nach 5 Jahren. Davon abweichende Empfehlungen der Reifenhersteller sollten unbedingt beachtet werden.

 

Das Reifenalter lässt sich mit Hilfe der aufgeprägten DOT-Nummer bestimmen. Seit dem Jahr 2000 haben Reifen eine vierstellige DOT-Nummer. Die ersten beiden Ziffern geben die Kalenderwoche an, die letzten beiden das Jahr.

 

Beispiel: DOT CUNB A1 B6 0108

 

Die 01 steht für die erste Kalenderwoche, die 08 für das Jahr. Die Nummer gibt also an, dass der Reifen in der ersten Kalenderwoche 2008 hergestellt wurde. Neben dem Alter solltet Ihr auch den tatsächlichen Zustand überprüfen. Schäden (Risse oder Beulen) weisen auf einen möglicherweise vorzeitig nötigen Wechsel hin.

 

Tipps zum Neukauf

 

Solltet Ihr Euch für neue Winterreifen entscheiden, empfiehlt sich zunächst das Zurate ziehen aktueller Reifentests wie dem Winterreifentest des ADAC. Wie groß der Unterschied zwischen einem guten und einem nicht so guten Winterreifen sein kann (nämlich im Zweifel Leben oder Tod), das erfuhren einige MOTOR-TALKer ja gerade erst auf der Conti SnowChallenge . Oft sind billige Reifen geradezu gefährlich, aber trotzdem muss es nicht immer das teuerste vom Teuren sein. Auch sollte man in jedem Fall die Preise vergleichen, denn sowohl für die Reifen als auch für den Service unterscheiden sich diese von Händler zu Händler sehr stark.

 

Beim Kauf neuer Reifen solltet Ihr beachten, dass im Angebot „Reifen fertig montiert“ inbegriffen ist. Das beinhaltet das Auswuchten, die Montage, Ventile, die Altreifenentsorgung und die Mehrwertsteuer. In jedem Fall überprüfen, was am Ende fällig wird – viele Händler weisen ihre Preise ohne Mehrwertsteuer aus! Auch der Reifentyp / Marke sollte klar aus dem Angebot hervorgehen.

 

Achtung: Bei sachgerechter Lagerung dürfen Reifen bis zu fünf Jahre nach der Herstellung noch als neu angeboten werden. Wenn Euch ein besonders günstiger Reifensatz angeboten wird, könnte es sein, dass die Reifen diese Höchstlagerdauer bald erreicht haben oder sie schon überschritten wurde. Das lässt sich, wie oben beschrieben, anhand der DOT-Nummer überprüfen. Auch bei nicht verdächtig billigen Reifen kann ein Blick aufs Alter nicht schaden.

 

Einlagern der Sommerreifen

 

Nach dem Abmontieren solltet Ihr Eure Sommerreifen zunächst auf Schäden überprüfen. Überprüft die Lauffläche des Reifens auf eingefahrene Gegenstände. Haben diese das Obermaterial durchdrungen? Dann sollte man den Reifen einem Fachmann zeigen und ggf. den Reifen austauschen. Wichtig ist auch eine Kontrolle der Reifen-Seitenwände auf Dellen oder Risse.

 

Alles ok? Dann solltet Ihr Eure Sommerreifen gründlich reinigen. Wasser, Seife, Bürste oder auch, falls vorhanden, ein Hochdruckreiniger (Flachstrahldüse!) sind dazu geeignet. Vorsicht: Reiniger, die Fette oder Lösungsmittel enthalten, greifen das Gummi an und sollten keinesfalls an die Reifen gelassen werden. Nachdem alles sauber ist, solltet Ihr Position am Fahrzeug und die Laufrichtung mit Kreide auf den Reifen schreiben. Das erleichtert die Wiedermontage nach dem Winter. Es empfiehlt sich, vor der Einlagerung den Luftdruck noch einmal um 0,5 bar zu erhöhen.

 

Dann sollten die Reifen möglichst kühl, trocken und dunkel lagern, also zum Beispiel auf eine Palette gestapelt, ggf. unter einer Plane in der Garage oder im Keller. Wenn die Reifen draußen gelagert werden müssen, sollten sie auf jeden Fall unter eine lichtdichte Plane. Bei unmontierten Reifen solltet Ihr darauf achten, dass sie senkrecht an der Wand lehnen und regelmäßig gedreht werden, damit sie sich nicht verformen.

 

Zusammenfassung

 

• Reifen nicht bis auf die gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6 mm abfahren!

• Empfohlene Mindestprofiltiefe (Sommerreifen 2,5 mm; Breitreifen 3 mm; Winterreifen 4 mm)

• Reifen regelmäßig auf Stiche, Schnitte, Risse und Beulen untersuchen!

• Reifen auf sein „Alter“ mit Hilfe der DOT-Nummer prüfen. Reifen die älter als 6 Jahre sind, sollten gewechselt werden.

• Die Luftdruckmessung und -füllung immer an kalten Reifen.

• Luftdruck an die jeweilige Beladung anpassen. Informationen hierüber stehen in der Bedienungsanleitung, am Türholm oder Tankdeckel.

• Preisvergleich lohnt immer: egal ob bei der Wahl der Werkstatt oder beim Kauf von neuen Reifen.

• Das Angebot für neue Reifen sollte enthalten: Reifen, Auswuchten, Montage, Ventile, Altreifenentsorgung und die Mehrwertsteuer.

• Auch Preisschnäppchen sollten geprüft werden.

• Reifen vor dem Einlagern immer säubern.

• Reifen sollten kühl und trocken lagern.

• Alte Reifen müssen fachgerecht entsorgt werden.

 

Noch Fragen oder Anregungen? Her damit!

 

...oder auch mal im Reifen und Felgen Forum auf Motortalk reinschauen.


16.10.2010 08:36    |    Turrican II

Sehr schöne Zasammenfassung, Danke. Hatten gerade gestern die Diskussion über die gesetzliche- und empfohlene Profiltiefe.

 

lg aus dem Harz


16.10.2010 08:41    |    galli

Was soll diese Regel:

"Die Reifen sollten bis nach Ostern aufgezogen bleiben, weil es auch dann immer noch zu Frosteinbrüchen kommen kann."?

 

Der Osterntermin kann zwischen dem 22. März und dem 25. April liegen.

Richten sich die "Frosteinbrüche" auch danach?


16.10.2010 08:49    |    Turrican II

Ostern 2011 ist am 24. April, passt schon. Wetterangaben sind ohnehin immer "relativ", galli !

 

lg


16.10.2010 10:22    |    Franki03

Danke für die Auflistung, man meint zwar alles zu wissen, aber dann beim Nachlesen merkt man doch, das diese Liste einen wieder an vergessene Sachverhalte erinnert.

 

Leider fehlt für mich dann der Tipp, welche Reifen, Winter-Sommer-Ganzjahresreifen, für den ML empfehlenswert sind.

 

Jeder Reifenhändler hat seine eigene Meinung, je nach Lieferanten, und da durchzublicken, da hilftdann auch der ADAC nicht bei unseren Reifengrößen.

 

Kommt alle gut durch den Winter

 

franki03


16.10.2010 23:00    |    worker48

Die Auflistung der verschiedensten Punkte bei Winterreifen hat mir gut gefallen und wird mir bei der Montage der Reifen auch helfen.

 

Leider vermisse ich einen, für mich wichtigen Punkt.

 

Wird beim Zweiten Aufziehen der Reifen die Achse gewechselt oder nicht. Das heißt, kommt der Reifen, der im letzten Winter vorne links gefahren wurde, jetzt auf hinten links. Oder kommen generell die besseren Reifen auf die Antriebsachse. Wie ich weiß, spricht sich der ADAC auch nicht richtig aus.

 

Bei neuen Reifen ist meistens auch nach einer gefahrenen Saison kaum eine Abnutzung des Vorderreifens und des Hinterreifens zu erkennen.

 

Vielleicht kann ja einer im Forum die Frage beantworten.

 

Für den kommenden Winter, allen eine GUTE FAHRT

 

Gruß worker48


17.10.2010 03:06    |    meehster

Die besseren Reifen kommen immer nach hinten. Dort werden sie für die Spurstabilisierung (insbesondere Nässe/Aquaplaninggefahr) gebraucht. Das hat nichts damit zu tun, welche die Antriebsachse ist.


17.10.2010 07:34    |    Lupobaer

Ich tausche die Reifen immer von vorn nach hinten und von hinten nach vorn um sie wenigstens gleich abzufahren. Aber es soll so sein, die mit dem besseren Profil gehören an die Hinterachse!


17.10.2010 08:06    |    NAI_Michel

Auch der ADAC empfiehlt die besseren Reifen auf die Hinterachse zu ziehen, weil die nicht so einfach zu beinflussen ist wie die Vorderachse (Lenkung). Ich wechsle immer die Reifen an den Achsen wenn die Vorderen abgefahren sind, dann kommen die von hinten vorn drauf und hinten Neue.


17.10.2010 08:31    |    sscdiscovery

Leider fehlt für mich dann der Tipp, welche Reifen, Winter-Sommer-Ganzjahresreifen, für den ML empfehlenswert sind.

Jeder Reifenhändler hat seine eigene Meinung, je nach Lieferanten, und da durchzublicken, da hilftdann auch der ADAC nicht bei unseren Reifengrößen.

Kommt alle gut durch den Winter

franki03

---------------------

ich würde mich da auf den ADAC oder ÖAMTC nicht verlassen.

Suche da lieber in den GW oder SUV Foren, die Tipps sind hundertmal hilfreicher.

Ich fahre im Sommer 255/65 R16 von Cooper mit MS Symbol und im Winter 235/70 R16 Nokian Hakkapalitta mit Schneeflockensymbol.

Die M+S Bezeichnung ist schwammig und verwendet jeder China Hersteller auch für seine Sommerreifen :-).

 

Gruss

Steffen


17.10.2010 08:42    |    staaks

guten Tag zusammen,

 

was mir auffällt, ist, dass bei den Tests die Winterreifen bestimmte Größen ausweisen. Wie verhält es sich denn mit den gleichen Reifen, nur mit anderen Größen, Beispiel getestet 225/45/R17, was ist mit 235/45/R17, was ist mit 94H oder 97V bzw. W Reifen.... mir ist klar, dass dies eine Geschwindigkeitsstufe darstellt, aber inwiefern wirkt sich das auf Haltbarkeit-Eigenschaft aus?

Dann stelle ich immer wieder fest, dass überhaupt nicht berücksichtigt wird in den Tests, dass Fahrzeuge auch unterschiedliche Fahr- und Belastungseigenschaften haben... Limousine vs. Kombi... Zuladung etc.... und ein Reifen, der bei Frontantrieb perfekt ist, muss das noch lange nicht bei Heckantrieb sein....selbst schon festgestellt bei Wechsel von Audi nach Mercedes....

 

Fragen über Fragen, vielleicht sollte diese und weitere besser in den Tests eingearbeitet werden

 

freundliche Grüße, ansonsten der Bericht über Winterreifen sehr gut


17.10.2010 09:37    |    3litermann

WIE SIEHT ES EIGENTLICH MIT DEM BREMSWEG VON WINTERREIFEN BEI SOMMERLICHEN TEMPERATUREN AUS??HABE NÄMLICH MEINE WI-RÄDER NOCH DRAUFZULASSEN DA SIE NUR NOCH 4,5mm PROFIL HABEN UND ICH SIE AUFBRACHEN MÖCHTE.GRUSS


17.10.2010 09:41    |    Tim61

da die Reifen weicher sind bremsen sie theoretisch auch besser. Es sei denn der Reifen ist so weich, dass der Profilklotz sich wegdrehen kann. Dann erreichst du eine negative Kante die das Rutschen beschleunigt. Nimm ein Radiergummi und streich es senkrecht über ein Papier indem du es ganz vorne anfasst. Jetzt fass es ganz hinten an und du wirst merken, wie das Gummi sich nach hinten biegt und zu gleiten beginnt.

 

Also so genau kann man das nicht sagen. Das wird von Refen zu Reifen unterschiedlich sein.


17.10.2010 09:46    |    3litermann

OK DANKE.RICHTIG WEICH SIND DIE BESTIMMT NICHT MEHR.HABEN SCHON 6JAHRE AUF´N BUCKEL.NAJA,ICH WERDE ES SEHEN.MFG JOCHEN


17.10.2010 10:11    |    bikerhd

Hallo,mein Name ist BikerHD,

 

folgende Frage!

Meine Mutter fährt nur noch ca. 3000 km im Jahr und davon ca. 500 km im Winter.

Frage: Sollte das neue Winterreifengesetz kommen,sind dann noch Ganzjahresreifen erlaubt?

Und wie gefährlich sind Winterreifen,welche im Sommer gefahren werden?

 

Vielen Dank.euer BikerHD


17.10.2010 10:28    |    Autofahrer007

es ist ja oft schade um die nicht mehr ausreichend wintertauglichen winterreifen, also mit weniger als 5 mm. so was kann man doch gut im sommer danach aufbrauchen, wenn man nicht gerade im extrembereich fährt.

 

um mich nicht festzufahren und besser bremsen zu können, nehm ich allerdings die besseren reifen grundsätzlich an die vorderachse. es wird zwar seit ca. 20 Jahren gebetsmühlenartig und ohne weitere erklärungen immer wieder betont, dass die besseren reifen zur spurstabilisierung grundsätzlich an die hinterachse gehören. solche theorien können meines erachtens aber nur bei abgefahrenen reifen gültigkeit haben. wenn ich demnächst meine winterräder anbaue, die aktuell vorne 7 mm und hinten 5 mm haben, wird doch niemand ernsthaft behaupten wollen, dass die mit dem 5mm-Profil bei zügiger, aber entspannter normaler fahrweise zur spurstabilisierung nicht ausreichen. oder?

 

woher stammt diese merkwürdige empfehlung und mit welchen profiltiefen wurde damals dafür getestet?


17.10.2010 10:28    |    oednomdrof

würde ich auch nehmen ganzjahresreifen bei der fahrleistung! liegt auch ein wenig an der region wo ihr wohnt ob schneereich oder nicht!

 

ich selbst fahre auch allwetter-und komme überall an.

 

habe 30 jahre nie gewechselt also immer sommerreifen und kam auch an-also für mich hat das auch mal wieder was mit geldmachen zu tun-aber das sieht jeder anders.


17.10.2010 10:31    |    oednomdrof

galt früher nicht 1 mm als ausreichend ? meine ja also ik schmeiße meine mit 4 oder 5 mm bestimmt nicht weg-überlasse ich den poltikern die brauchen se ja auch nicht selber bezahlen lach.


17.10.2010 10:35    |    AT Andreas

Zitat:

um mich nicht festzufahren und besser bremsen zu können, nehm ich allerdings die besseren reifen grundsätzlich an die vorderachse. es wird zwar seit ca. 20 Jahren gebetsmühlenartig und ohne weitere erklärungen immer wieder betont, dass die besseren reifen zur spurstabilisierung grundsätzlich an die hinterachse gehören. solche theorien können meines erachtens aber nur bei abgefahrenen reifen gültigkeit haben. wenn ich demnächst meine winterräder anbaue, die aktuell vorne 7 mm und hinten 5 mm haben, wird doch niemand ernsthaft behaupten wollen, dass die mit dem 5mm-Profil bei zügiger, aber entspannter normaler fahrweise zur spurstabilisierung nicht ausreichen. oder?

 

woher stammt diese merkwürdige empfehlung und mit welchen profiltiefen wurde damals dafür getestet?

Würde mich auch interessieren woher das mit der Spurstabilisierung kommt, in Österreich gibt's die Winterreifenpflicht schon länger und ich habe die besseren Reifen immer auf die Vorderachse (Antrieb) montiert, wohne auch auf einem "Berg" und habe schon meine Probleme wenn ein paar cm Schnee liegen - ich brauche definitiv mehr Grip auf der Vorderachse


17.10.2010 10:39    |    hoemham

Moin zusammen,

alles prima zusammengefasst hier. Aber, - kann jemand verbindlich sagen mit welchem Drehmoment ich die Reifen auf der Alufelge festziehen muss? Da weichen schon die Angeaben der Reifenhändler voneinander ab. Mein Fahrzeug: Golf Plus Diesel 140 PS DSG-Getr. Bj.2005.


17.10.2010 10:40    |    Calibra4x4Turbo

@3litermann: zum Vergleich Sommerreifen/Winterreifen habe ich hier was gefunden:

Winterreifen bei Automobil-Blog.de

 

Und ein paar allgemeine Infos zu Reifen haben sie auch da.

 

Wünsche euch allen einen knitterfreien Winter!!

Cali


17.10.2010 10:51    |    hoemham

noch eine Anmerkung zu ....sollte das bessere Profil nach hinten..?  :

beim ADAC - Sicherheitstraining wurde gesagt, das macht man deshalb, um das Ausbrechen der Hinterachse zu verhindern,- schließlich sind die technischen Errungenschaften wie ABS und ESB gerade dafür erfunden worden. Ist doch irgendwie logisch, oder? Also nach hinten mit dem besseren Profil.


17.10.2010 11:06    |    Tim61

die besseren Reifen sollten nach hinten weil die hinteren Reifen den vorderen folgen müssen! Nehmt ein Spielzeugauto und klebt einmal die hintere Achse und einmal die vordere Achse fest. Lasst dann jeweils die Autos eine Schräge runter rutschen. Das Auto mit blockierter Vorderachse bleibt gerade, das andere bricht aus. Also bitte, dringend ein Fahrsicherheitstraining besuchen. Da macht man den Versuch mit dem realen Auto. Ja, gerade ABS sorgt dafür, dass die beim Bremsen entlasteten Hinterreifen immer den Vorderreifen folgen können.Bei nicht ABS sorgt das bessere Profil, dass der Bremskraftminderer der Hinterachse überhaupt noch wirken kann und das Blockieren weitgehens verhindert.

 

Bei mir sind nicht nur die neuesten Reifen hinten drauf, sondern die besten für Regen etc. Mich interessiert auch nicht, wo ich am besten durch komme, sondern wie ich am besten zum Stehen komme.

 

Übrigens, auch GanzJahresReifen sind mit der richtigen Kennzeichnung Winterreifen.


17.10.2010 11:13    |    polo jeton

das mit dem besseren profil nach hinten ist auf jeden fall richtig. je mehr profil du auf der hinterachse hast, umso besser können die reifen seitenführungskräfte aufbringen. da man die vorderachse lenkt, und die HA nur "nachläuft", kann sie bei ungünstigen bedingungen wie z. Bsp. schnnee oder wasser vor allem in kurven instabil werden. und generell sollte jeder wissen, das eine hinterachse die im winter ausbricht nicht ganz einfach wieder einzufangen ist, wenn man sie nicht mutwillig ausbrechen lässt.

 

p.s.: hatte zu dem thema mal ein Fahrsicherheitstraining bei der bundeswehr. damals sind wir mit einem normalen pkw gefahren, der allerdings auf der HA keine reifen hatte, sondern solche um 360° schwenkbaren einkaufswagenräder montiert hatte. ihr glaubt gar nicht, wie schwer das war mit dem ding mit 20 um die kurve zu fahren.

 

ich kann jedenfalls jedem nur raten die besseren nach hinten zu machen. und wegen dem antrieb bzw der bremsleistung auf der vorderachse. solange ihr auch noch die von fast jeder versicherung im schadensfall verlangten 4 mm habt, haben die reifen auch noch ihre kleinen querrillen auf dem profil. und die sind es nunmal, die die beschleunigung, egal ob gas oder bremse übertragen, und nicht die großen längsrillen.

 

ich hoffe ich konnte euch weiterhelfen und wünsche einen unfallfreien winter


17.10.2010 11:13    |    bratelli

Das klingt fast alles vernünftig, außer der Anmerkung dass auswuchten 'normalerweise' nicht nötig sei.

Wenn schon bei einem Service, dann kostet wuchten meist nicht viel mehr als einfach so umstecken. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass ein Satz Räder nur in seltensten Fällen ohne spürbare Unwucht aus der Saisonpause kommt. Selbst bei Rädern, die über Jahre am Fahrzeug montiert waren, entwickeln sich häufig Unwuchten, welche Reifen mitunter extrem laut machen, bis hin zur Unfahrbarkeit.

Gerade bei Fronttrieblern erlebe ich oft genug, dass entnervte Besitzer Reifen mit vollkommen ausreichendem Profil freiwillig ausmustern. Und das bei qualitativ hochwertigen Modellen!

 

Schönen Winter und wenig Rutsch euch allen!


17.10.2010 11:29    |    refastopper

Hallo!

Wenn ich bei +18°C im "Winter" und vorgeschriebener Winterbereifung einen Unfall baue, weil der Bremsweg eindeutig länger ist als mit Sommerreifen, kommt dann das Argument "nicht geeignete Bereifung" ?


17.10.2010 11:40    |    Tim61

refastopper: ziemlich blöd die Frage oder? Erinnert mich an die Argumentation gegen Sicherheitsgurte: "wenn ich angeschnallt binkann ich nicht aus dem Wagen geschleudert werden, was mir das Leben rettet."

 

Winterreifen sind ein Kompromis bei kaltem Wetter noch Auto fahren zu können.


17.10.2010 11:56    |    445000km

Hallo zusammen,

nochmal wegen Profil nach vorn oder hinten.

Bei mir kommt das bessere Profil grundsätzlich nach vorn! Das hat physikaliche Gründe.

1. kaum Profil vorn, dann kommen die Probleme in der Kurve. Kein Grip= kein Führung logisch oder?

2. im Kurvenscheitelpunkt kann beschleunigt werden (Frontantrieb) ohne Grip= ausbrechen logisch oder?

3. mageres Profil hinten - Hinterteil kann ausbrechen- ist aber kontrollierbar

4. wenns vorne ausbricht wegen mangelndes Profils, dann ist man weg! Beschleunigen oder bremsen ist dann kontraproduktiv.

Frontantrieb ist halt in jeder Situation besser. Vonwegen bergauf sind die Räder entlastet gilt nicht, dann wird halt rückwärts gefahren ( Käfertechnisch ). Wenn man mit Heckantrieb nicht raufkommt, gehts rückwärts erst recht nicht!

 

Liebe Grüße aus dem Odenwald


17.10.2010 12:11    |    Reeno7

@refastopper

Weiter oben ist bereits ein Beitrag der besagt das Winterreifen eigentlich besser bremsen weil weicher als Sommerreifen.

Soweit ich das verstanden habe kann man Wintereifen grundsätzlich ganzjährig fahren nur hat man dann einen erhöhten Rollwiderstand sprich Spritverbrauch.

In der Formel 1 z.B. ist der weichere Reifen auf trockner Fahrbahn (fast) immer der bessere weil er eine bessere Haftung aufweist. Bessere Haftung heißt ja das der Reifen in den Kurven besser ist beim beschleunigen und natürlich auch beim bremsen.

Warum also sollte das im normalen Straßenverkehr anders sein? Natürlich ist der weiche Reifen auch schneller hinüber.


17.10.2010 12:23    |    refastopper

@Reeno7

Mir ist kein Test bekannt, der unter Normalbedingungen ( kein Schnee, Temperatur >7°) Winterreifen einen kürzeren Bremsweg bescheinigt als Sommerreifen. Schon garnicht bei nasser Fahrbahn. Formel 1 Reifen sind zwar weich, haben aber bestimmt kein Winterreifenprofil.


17.10.2010 12:32    |    Tim61

Das mit den weicheren Reifen bei der Formel I, woher hast du das denn? Die Trockenpneus sind aus Hartplastik, kann man meinen.


17.10.2010 12:34    |    numisis

Gute Informationen; habe mit meinem Reifenhändler gesprochen und er sagte, daß bei einem Achswechsel der Reifen; sprich die bei einem Frontler mehr abgefahrenen Reifen nach Hinten und umgekehrt zu montieren es sich empfiehlt, nochmals zu Wuchten, da sich die Kräfte des Antriebs und der Lenkung auf den Reifen auswirken. Ist für mich auch Plausibel.

Gute Fahrt an alle.........

Gruß Numisis


17.10.2010 12:37    |    Tim61

also wer die mehr abgefahrenen nach hinten montiert, würde ich noch nicht mal das "Guten Morgen" glauben.

 

Wenn da Unwuchten auftreten, würde ich den Wagen reparieren lassen. Früher hat man am Wagen gewuchtet und eingesehen, dass das nichts bringt.


17.10.2010 12:40    |    hildefeuer

Alles totaler Unsinn, da die Pflicht am Fahrer hängen bleibt. Was ist also bei Leihwagen, Leasingfahrzeugen, Firmenwagen, Selbstfahrenden Arbeitsgeräten (Hubsteigern) PKW-Anhängern, Ackerschleppern, Mobilbaggern, Mofas, Motorrädern für den Fahrer zu tun, wenn er bei Schnee damit losfahren muss? Er fährt halt los und bezahlt falls er angehalten wird, oder etwas passiert. Die Vermieter, Arbeitgeber, Eigentümer der Fahrzeuge sind fein raus.....


17.10.2010 12:44    |    Tim61

ich kenne keinen Vermieter der im Winter einen mit Sommerreifen los lässt.


17.10.2010 12:47    |    Thomas Blattner

Hallo,

ich habe den Artikel über Winterreifen gelesen. Ich finde aber, dass ein bestimmtes Arrgument beim Winterreifen aufziehen fehlt. Grundsätzlich haben alle Autos mindestens eine Antribsachse, einige sogar zwei. Nun, bei der einfachen Antriebsachse werden die Räder schneller abgefahren als auf der nachrollenden Achse.

Ich habe einen Antischleuderkurs hinter mir und es wurde dort erklärt, dass bei einem Auto, egal ob Front- oder Heckantrieb immer die besseren Räder auf die Hinterachse kommen. Der grund liegt darin, dass das Auto, vorallem bei Bergabfahrten mit schlechtem Profil auf der Hinterachse ausbrechen wird. Der Nachteil bei Frontantrieb mit schlechten Winterreifen auf der Vorderachse wäre dann gezwungener Weise die Traktionfähigkeit, aber auch mit 4mm sollte da noch genügend Reserven bleiben.


17.10.2010 12:58    |    Reeno7

@refastopper

nun mir auch nicht aber die haben die Heavy wets mit grobem Profil, die sind auch "weich".

Ich kann mir gut vorstellen das man mit Wintereifen weniger Aquaplaning hat als mit durchschnittlichen Sommerreifen. Also warum sollten die sich bei nässe schlechter verhalten als ein Sommerreifen?


17.10.2010 13:01    |    refastopper

@Tim61

Hartplastik?

Gummimischung---- weich

 

Qualifier Qualifier RR GP Racer D209 GP Racer Slick D209

 

D209 GP

(KR 108 / KR 106)

 

Einsatzzweck

Rennstrecke 10 % 30 % 85 % 100 % 100 %

Strasse 90 % 70 % 15 % 0 % 0 %

 

Reifenaufbau

Gummimischung mittel mittel / weich weich weich weich

Karkasse mittel/soft mittel mittel mittel hart


17.10.2010 13:08    |    Reeno7

@Tim61

Formel 1 Reifen und Reifen aus Hardplastik?? Also wer mal eine Carrarabahn hatte der weiß das Mossgummireifen (sehr weich) besser haften als die harten Standardreifen. Das verhält sich im kleinen wie im Großen oder umgekehrt.


17.10.2010 13:20    |    Scirosto 8V

Gute Beschreibung, was aber nervt das sich ADAC, Reifenhändler ,Versicherungen anmaßen (illegale) Gesetze zu machen. Faktisch ist in DE auch ein WR mit 1,6mm Profil zulässig ! Es ist ja nicht so das der WR mit 3,5mm schlagartig seine Funktion verliert ( das ist ein eher schleichender Prozess ).

Es ist doch komisch alles schreit nach Umweltbewußtsein und hier kommt die Forderung das man wenn man nur 3mm von seinen neuen Reifen abgefahren hat, diese wegwirft - Alles im Sinne der absoluten Sicherheit die es nie geben wird.


Deine Antwort auf "Der erste Schnee droht – Zeit für Winterreifen"

zum erweiterten Editor