05.11.2011 13:46    |    bert    |    Kommentare (39)    |   Stichworte: , , , ,

In dieser Woche endete die Audi Q3 Trans China Tour 2011. In der großangelegten Promotion Tour gingen fast 150 internationale Teilnehmer (vornehmlich Journalisten und Blogger) auf insgesamt 16 Etappen, um sich von den Vorteilen des neuen Q3 und vom großen Engagement von Audi in China zu überzeugen. Für MOTOR-TALK durfte ich dabei im zweiten Abschnitt die kleine Kuh von Shanghai nach Shenzen treiben.

 

Obwohl und vielleicht gerade weil ich mich nicht immer ganz so genau an das offizielle Tourprogramm gehalten habe, durfte ich einige unvergessliche Eindrücke aus dem Land der Mitte mitnehmen. Ich erspare Euch an dieser Stelle einen detaillierten Bericht zum Fahrzeug, den ich in meinem Audi Q3 Testbericht bereits verarbeitet habe, und beschränke mich hier auf meine Erlebnisse auf den Straßen Chinas.weiterlesen


21.04.2011 17:29    |    MOTOR-TALK    |    Kommentare (10)    |   Stichworte: , , , , , , , , , ,

 

Power Limousinen – unter diesem Motto stand der 23. Conti Tuning Tag der am 09.04.2011 auf dem Contidrom stattfand. Veranstaltet wurde dieses PS lastige Event von Continental und der Auto Bild Sportscars. Auch zwei MOTOR-TALKer konnten zu diesem Event mitfahren.

 

 

 

Sie wurden aus zahlreichen Bewerbern ausgelost und reisten voller Erwartungen am Abend des 08. April in die Lüneburger Heide, um an der Einführungsveranstaltung der Conti Tuning Days 2011 teilzunehmen.

 

Zur Einstimmung konnten alle Teilnehmer in lockerer Atmosphäre viel Interessantes aus der 140- jährigen Geschichte des Continental Konzerns erfahren, so zum Beispiel, dass jährlich 110 Millionen Reifen gefertigt werden, oder das Continental weltweit 148.000 Mitarbeiter beschäftigt – und zwar nicht nur im Reifensegment, sondern auch in Zulieferindustrie. Dort stellt Conti unter anderem Fahrerassistenzsysteme und Common Rail Einspritzsysteme her.

 

Vorstellung der Tuning-Stars

 

Direkt nach dieser Einführung folgte die Vorstellung der zahlreich angereisten Tuningprofis nebst ihrer Boliden. Neben bekannten Größen wie Brabus mit der S Klasse S63 BiTurbo oder MTM mit dem Audi A7 Sportback TDI waren auch Newcomer wie GAD Motors aus Fellbach mit einem Mercedes C 63 AMG oder AHG Sports aus Hamburg mit einem Fahrzeug der Nissan-Nobelmarke Infiniti vertreten. Die Augen der Teilnehmer wurden natürlich immer größer, als ein Traumwagen nach dem anderen vorgestellt wurde.

 

Um die Vorfreude auf den nächsten Tag auf eine gesunde Basis zu stellen, fand der Abend bei leckerem Essen und Trinken einen angenehmen Ausklang. Die Vorfreude wurde beim Blick auf die Wetteraussichten noch besser, standen doch über 20 Grad und Sonnenschein auf dem Radar. Wenn das nicht eine perfekte Organisation ist.

 

Endlich geht es los

 

Am nächsten Morgen starteten die Teilnehmer in das 15 Fahrminuten entfernte Eldorado für Autotester: Die Continental-eigene Teststrecke „Contidrom“. Optimale Testbedingungen bietet dort neben diversen Handlingparcours auch ein 2.8 Kilometer langes Hochgeschwindigkeitsoval.

 

Nach einer kurzen Einführung begaben sich die Teilnehmer in Ihre Stationen. Um das Teilnehmerfeld überschaubar zu halten , wurden 4 Gruppen gebildet.

 

Erste Station meiner Gruppe war der Fachvortrag zum Thema Sportreifen. Was langweilig klingt, entpuppte sich als spannender Vortrag über das Anforderungsprofil an einen modernen Reifen und die ständigen Verbesserungen, die neue Reifenmodelle inne haben. So erfuhren die Teilnehmer, dass mit jeder Generation des Golf GTI auch der Serienreifen wuchs – von 13 Zoll auf dem Golf I GTI bis zu 18 Zoll auf dem aktuellen Golf VI GTI. Auch erhielten die Teilnehmer einen Einblick in das Leistungsspektrum des neuesten Conti Sport Reifens. Ein Vergleich mit dem schon sehr guten Vorgänger zeigte die Verbesserungen im Detail. Später mehr dazu.

 

Kommen jetzt endlich die Autos?

 

Ja. Denn danach konnten sich die Teilnehmer endlich ein genaues Bild von den am Tuning Tag teilnehmenden Sportlimousinen machen. Alle Fahrzeuge standen zur Probemitfahrt auf dem Handlingkurs bereit. Die Tuner saßen selbst am Steuer und erzählten lebhaft von Ihren Fahrzeugen und Erlebnissen. Folgende faszinierende Autos haben wir nacheinander kennenlernen dürfen:

 

Der seltene AHG Sports Infiniti M30 mit 280 PS und 600 NM überzeugte mich mit der lautlosen Kraft seines Dieselmotors. Obwohl die Marke relativ neu auf dem deutschen Markt ist, hatte ich nicht den Eindruck, dass der Abstand zur etablierten Konkurrenz sehr groß ist. Neben dem standesgemäßen Antritt sorgten die 22 Zoll Räder für standesgemäßen Auftritt.

 

Der elegante Hirsch Saab 9-5 2.8 Turbo AWD mit 330 PS und 430 NM hatte schon am Anreisetag mein Interesse geweckt. Von außen dezent mit einem Bodykit und Sonderrädern ausgestattet, sorgten der Power V6 in Verbindung mit dem Allradantrieb für standesgemäße Querkräfte, alles in einer betont ruhigen Art, Understatement steht hier an erster Stelle.

 

Der Volvo S60 T6 von HEICO Sportiv aus Schweden überzeugte ebenfalls mit starken 330 Turbo PS, der Charakter war hier aber sportiver, es durfte also ruhig etwas quer und lautstark über den Parcours gehen. Tuner HEICO demonstrierte eindrucksvoll, zu was der gutbürgerliche S60 fähig ist.

 

Der von 500 auf 580 PS erstarkte TechArt Porsche Panamera (dessen Umbau allein ca. 50.000-60.000 Euro kostet) versuchte es erst gar nicht mit Understatement. Ein extremes Bodykit und große Räder unterstrichen den kompromisslosen Auftritt, den der Zuffenhausener auf den Asphalt legte.

 

Der mattblaue Manhart Racing BMW M3 Biturbo stand dem in nichts nach, was angesichts der Tatsache, dass dem schon serienmäßig mehr als scharfen M3 Motor mit Kompressoraufladung noch einmal Beine gemacht wurden nicht verwunderlich erscheint.

 

Auch Schnitzer hat sich an einem BMW versucht, und zwar am 5er F10 550i. Der AC Schnitzer ACS 5 stellt mit seinen 540 PS und 750 NM eine Kaufempfehlung für alle sportiven Autofahrer dar, die nicht auf den neuen BMW M5 warten möchten. Hier faszinierte neben dem enormen Anzug des V8 Motors vor allem die Ausstattung mit lederbezogenen Schalensitzen.

 

Lautstark ins Bild passte der C63 AMG von GAD – einem Newcomer auf dem Markt, der jüngst den originalen Mercedes-Benz C63 AMG nebst Performance Paket in die Schranken gewiesen hat. Kein Wunder bei der Klangkulisse, die der V8 entwickelt - gefühlt einer der schnellsten Wagen im Feld.

 

Nach soviel Krawall und Remmidemmi war die Mitfahrt im MTM A7 eine Entspannungsrunde der schnellen Art. Die Tuner bei MTM haben es perfekt verstanden, Leistung und Kurvenperformance im großen Audi unauffällig zu verpacken – perfekt für die elegante Limousine, die sicher für einen Überraschungsauftritt im Rückspiegel einiger reinrassiger Sportwagen gut sein wird.

 

Die elegante und Leistungsstarke Mercedes S Klasse von Brabus bildete den Abschluss meiner Testrunden. 2,3 Tonnen Gewicht in der Langversion klingen erstmal verdammt seriös, um nicht zu sagen langweilig - besonders wenn man dann auf den bequemen Massagesesseln Platz nimmt und die Formel 1 Übertragung auf dem Bildschirm hat. Doch Vorsicht – nach 3 Runden auf dem Rücksitz bin ich mir sicher, dass Vettel & Co mit ihren Boliden in der S Klasse einen Konkurrenten finden würden.

 

Durchatmen – alle Fahrzeuge faszinierten auf eine eigene Art und Weise und sorgten für extreme Adrenalinspiegel und eine atemberaubende Klangkulisse über auf dem Contidrom.

 

Parcours mit Hindernissen

 

Die nächste Station stellte die Teilnehmer vor eine besondere Herausforderung: Es galt, einen Handlingkurs auf Zeit zu durchfahren. Dem Gewinner winkten attraktive Tagespreise. Zuerst klang es ganz einfach – gut, nasse und trockene Fahrbahn, Asphalt und glitschiger Basalt im Wechsel, aber sonst? Kein Problem, dachten sich die Teilnehmer und freuten sich auf die Geschenktüte bei der Siegerehrung – bis der kleine aber entscheidende Hinweis kam. „Wir fahren hier ohne Fahrhilfen, also kein ESP, ASR oder ABS.“ Das hatte gesessen, viele Teilnehmer versuchten sich zu erinnern, wann sie das letzte Mal so ein Auto gesteuert haben. Noch dazu waren beide Läufe auch Wertungsläufe, die Eingewöhnungszeit lag also bei Null.

 

So gab es hier interessante Interpretationen von Fahrkunst zu sehen, vom wild tanzenden Heck bis zu enthemmt qualmenden Rädern. Eine Fahrerfahrung reicher waren wohl alle Teilnehmer nach dieser Übung.

 

Allen Interessierten und Magenstarken bot sich dann noch die Gelegenheit, die Steilkurve zu erleben. Los ging es zuerst in langsamer Fahrt. Hier war es schon ein sehr komisches Gefühl zu erleben, wie das Auto langsam über alle 4 Räder gen Boden rutschte. Newton lässt grüßen. Dafür war es umso beeindruckender, wie die schwere S-Klasse mit Tempo 230 nahezu ohne Lenkbewegung die 180 Grad Kurve meisterte – ob Conti so den Hunger der Teilnehmer minimieren wollte bleibt ein unbestätigtes Gerücht, aber eindrucksvoll war dieses Gefühl der Querbeschleunigung allemal.

 

Auf zum Reifentest

 

Nach dem Mittagessen stand die vierte und letzte Übung auf dem Programm. Nun ging es um Fahrdynamik auf der bewässerten Kreisbahn. Hier standen jeweils 2 Front- und 2 Heckgetriebene Fahrzeuge zur Wahl, jeweils einmal in 16 Zoll Bereifung und Conti Sport Contact 3 oder mit Conti Sport Contact 5P in größerer 17 Zoll Bereifung. Jeder Teilnehmer konnte jedes Fahrzeug ausreichend lange über den Parcours bewegen. Die Unterschiede zwischen den Reifen wurden schon auf der ersten Runde spürbar. Während der neue Conti Sport Contact 5P wie auf dem nassen Asphalt zu kleben schien, rutschte der alte (und nicht schlechte) Sport Contact 3 in kleinerer Dimension deutlich früher zum Kurvenäußeren. Gemein hatten beide Reifen den unheimlich weiten Grenzbereich und die gute Kontrollierbarkeit.

 

Dass auch der schönste Tag einmal zu Ende geht, war spätestens am Ende dieser tollen Fahrübung klar. So fanden sich alle Teilnehmer bei Kaffee und Kuchen zur Preisverleihung ein. Bis auf drei stellten dabei leider alle fest, dass wohl jemand anderes doch noch einen Wimpernschlag schneller gewesen sein muss.

 

Ein toller Tag für zwei MOTOR-TALKer

 

Abschließend war es eine tolle Veranstaltung mit vielen tollen Fahrzeugkonzepten, egal ob laut, extrem und auffällig oder dezent veredelt. Jeder Teilnehmer hat sicher viele Gedanken an seinen persönlichen Favoriten mit auf die Heimreise genommen. Den beiden MOTOR-TALK Nutzern war die Freude ins Gesicht geschrieben, einen ausführlichen Bericht könnt ihr im Blog von UHU1979 (Teil1, Teil 2) und Psychobiken nachlesen. Da gibt es auch noch mehr Bilder der zahlreichen Traumwagen zu sehen. Dieses tolle Event wird nicht nur mir noch lange in Erinnerung bleiben. Wann sieht man sonst so viele Traumwagen der namhaften Tuning-Schmieden auf einer solch tollen Strecke – Power zum Anfassen, bitte mehr davon!


07.03.2011 09:31    |    MOTOR-TALK    |    Kommentare (5.063)    |   Stichworte: , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Tankst Du E10?

Seitdem am vergangenen Donnerstag bekannt wurde, dass die Mineralölkonzerne die weitere Auslieferung vom Biokraftstoff E10 an die Tankstellen vorerst stoppen, ist das Chaos perfekt. Die Medien überschlagen sich, Schuldzuweisungen für den E10-Flopp gibt es nach allen Richtungen und keiner weiß so recht, welchen Meldungen man noch Glauben schenken darf und welchen nicht. Am Dienstag, 8. März 2011, soll nun in einem „Benzin-Gipfel“ eine Lösung gefunden werden, wie man aus dem E10 Debakel wieder rauskommt. Dabei soll es um Maßnahmen gehen, wie E10 von den Autofahrern angenommen werden kann. Der Aufschrei nach der kompletten Abschaffung von E10 wird dort allerdings laut aktueller Meldungen kein Thema sein. Wir gehen deswegen das Thema „E10“ hier mal etwas grundsätzlicher an, denn natürlich ist vor allem auf MOTOR-TALK das Interesse daran riesig.

 

Die Verunsicherung ist groß: Eine uneinheitliche und unwillige Informationspolitik seitens der Automobilhersteller und Mineralölkonzerne sorgt dafür, dass die deutschen Autofahrer den neuen Sprit lieber meiden – jedenfalls dort, wo er bislang verfügbar ist. Für Super oder Super Plus zahlen sie im Schnitt acht Cent mehr pro Liter – und der Nachschub der Tankstellen an Super E5 wird mittlerweile knapp. Dies hat dazu geführt, dass die Mineralölkonzerne am vergangenen Donnerstag den vorläufigen Produktionsstopp von E10 ausgerufen haben, um das E10 Versorgungssystem nicht platzen zu lassen, weil keiner den Biokraftstoff tanken will.

 

Auch auf MOTOR-TALK ist die Verunsicherung und das Interesse groß. Erste Nutzer haben schon dazu aufgerufen, E10 komplett zu boykottieren, um „die da oben“ zum Umdenken zu bringen. Was steckt aber wirklich hinter E10, und was ist Eure Meinung dazu? Das wollten wir mal wissen und sind das Thema deshalb etwas grundsätzlicher angegangen. Außerdem haben wir uns angeschaut, wie gut die Hersteller über E10 informiert haben.

 

Rechtlicher Hintergrund

 

Die Richtlinie 2009/30/EG des Europäischen Parlaments verpflichtet alle Mitgliedstaaten, ein System zur Überwachung und Verringerung der Treibhausgasemissionen einzuführen. Dies kann u.a. durch die Einführung eines Ottokraftstoffs mit maximal zehn Volumenprozent Kraftstoffethanol (Bioethanol) unter dem Branchenkürzel E10 (von Ethanol 10 %) erfolgen. Was immer man davon hält, die deutsche Regierung setzt damit letztendlich europäisches Recht um, und das sogar eher spät: In Frankreich z.B. wird E10 schon seit 2009 verkauft. Dadurch soll die Abhängigkeit vom Erdöl vermindert und der CO2-Ausstoß im Verkehr reduziert werden. Die entsprechenden Gutachten gehen von einem CO2-Vorteil von 35 Prozent aus, den Ethanol aus nachwachsenden Rohstoffen gegenüber Erdöl hat.

 

Für Fahrzeuge, die E10 nicht vertragen, muss laut EU-Richtlinie mindestens bis 2013 das bisherige Benzin als sogenannte Bestandsschutzsorte weiterhin angeboten werden. In Deutschland verkauftes Ethanol muss zusätzlich eine positive Umweltbilanz gegenüber Erdöl haben.

 

Kritik

 

Kritiker monieren vor allem, dass eine bessere Umweltbilanz von Super E10 gegenüber herkömmlichem Super sich nicht wirklich belegen lässt. Es wird den Regierungen vorgeworfen, Nebeneffekte wie Abholzung, Bodenverödung, -vergiftung etc. einfach auszublenden. Ein positiver Effekt von Ethanol im Sprit auf die Umwelt sei zudem, falls vorhanden, angesichts der Menge der Beimischung allenfalls marginal.

 

Klar ist, durch den niedrigeren Brennwert von Ethanol gegenüber Benzin aus Erdöl (65,5%) sinkt auch der Brennwert des gemischten Sprits. Dadurch sinkt die Leistung und steigt der Verbrauch. Der errechnete Mehrverbrauch ist allerdings marginal, er beträgt 1,7 % (bei bisher 6 l/100 km wären das 0,1 l/100 km mehr).

 

Weiter wird kritisiert, dass E10 manche Pkw schädigen kann. Deshalb sind alle Autohersteller verpflichtet, Auskunft über die E10-Verträglichkeit ihrer Modelle zu geben. Das DAT-Institut hat daher im Auftrag der bundesregierung eine Liste der Herstellerangaben zur Verträglichkeit von E10 erstellt.

 

Was steckt wirklich dahinter? E10 und die Risiken

 

Eine sehr vollständige Erklärung zu den Hintergründen und möglichen Risiken von E10 gibt es im Blog von Rotherbach. Wir haben die wesentlichen Infos daraus hier mal zusammengezogen.

 

Oft hört man, dass Ethanol sowohl Dichtungen als auch den Motor selbst schädigen kann. Das ist zwar nicht falsch, relativiert sich aber in den meisten Aspekten durch die verhältnismäßig geringe Beimischung. Seit 1980 befindet sich bereits ein 5%iger Anteil Ethanol im Benzin, der die Klopffestigkeit steigern und Bleiadditive ersetzen sollte. Die jetzige Verdopplung dieser Menge stellt nur in wenigen Ausnahmefällen ein Risiko dar.

 

 

Benzindirekteinspritzer mit Hochdruckpumpen

 

Die Hydrophilie von Ethanol bewirkt, dass geringe Mengen Wasser mit korrosionsgefährdeten Teilen im Motor in Berührung kommen können, jedoch zu wenig, um Schäden zu hinterlassen. Auch eine Verdünnung des Motoröls und damit zusammenhängend eine Verkürzung des Ölwechselintervalls ist auszuschließen, da sich das Wasser absetzen und bei entsprechenden Motortemperaturen verdampfen würde. Riskanter ist die Säure-Base-Reaktivität. Es kann bei Leichtmetallen wie Aluminium zu einem „scheinbaren Auflösen des Bauteils“ kommen – ein schleichender Prozess, der durch Beschädigungen beschleunigt werden kann. Aus diesem Grund gibt es keine Freigabe für Benzindirekteinspritzer mit Hochdruckpumpen. Durch die Steigerung des Druckes erhöht sich die Reaktivität von Ethanol, bei entsprechenden Tests wurden Korrosionsspuren an Aluminiumverschraubungen festgestellt. Alle anderen Benziner bleiben hiervon weitgehend verschont, nur eine drastische Erhöhung des Ethanolanteils wäre gefährlich.

 

Da betroffene Leitungen und Dichtungen für den Kontakt mit Benzin ausgelegt sind, ist die Eigenschaft von Ethanol als Lösungsmittel zu vernachlässigen. Hier besteht das einzige Risiko darin, dass Weichmacher abgetragen werden können, was zu sprödem Material oder Rissen führen kann. Aber dieser Prozess verläuft so langsam, dass in der Regel eher der normale Verschleiß eintritt.

 

Relevant für alle Modelle ist die höhere Betriebstemperatur bei der Verwendung von E10 im Vergleich zu herkömmlichem Super. Ethanol benötigt weniger Sauerstoff bei der Verbrennung, wodurch ohne Anpassung ein mageres Gemisch entsteht. Im normalen Betrieb wird dies aber durch die Lambdaregelung per Änderung der Einspritzmenge korrigiert. Bei älteren Fahrzeugen ohne geregelten Katalysator empfiehlt sich eine Anpassung mit Hilfe eines Abgastesters. Durch den geringen Ethanolanteil sind generell Schäden an Auslassventilen oder Katalysator aber unwahrscheinlich.

 

Die Hersteller: Desinformation aus Angst vor Garantieansprüchen?

 

Alle Hersteller waren verpflichtet, zum Marktstart von E10 verbindliche Angaben zu machen, welche Modelle sie für den neuen Kraftstoff zulassen. Die Qualität der Angaben ist aber sehr unterschiedlich. Die meisten deutschen Hersteller, wie z.B. VW und Opel, haben fast ihre gesamte Modellpalette für E10 freigegeben. Ausnahmen wurden meist klar benannt. Ebenfalls vorbildlich: Volvo testete alle Pkw bis 1976 rückwärts, Ford macht sogar Ausführungen zu Pkw vor Baujahr 1940. Andere Hersteller machen es sich dagegen eher einfach. So gibt z.B. Nissan pauschal alle Modelle ab Bj. 2000 frei. Ob sich da wirklich alle 2000er Modelle technisch so entscheidend vom 1999er Modell unterscheiden? Ist E10 in einem Modell Baujahr 1999 doch sicher – oder in einem Modell 2001 unsicher? Man weiß es nicht, und ohne entsprechendes technisches Hintergrundwissen ist man zwangsläufig verunsichert.

 

Auch Mazda gibt Freigaben nur für aktuelle Modellreihen (Mazda2-6) ab 2003. Die direkten Vorgänger Premacy oder Demio werden pauschal ausgeschlossen. Am einfachsten macht es sich Lada. Erst ab Modelljahr 2011 (Euro5) werden hier die Autos für den Betrieb mit E10 freigegeben.

 

Nun ist es natürlich für Autohersteller eher unwirtschaftlich, 10 Jahre alte Autos gründlich auf E10-Verträglichkeit zu untersuchen bzw. zu testen. Der Verdacht steht im Raum, dass etliche Fahrzeugmodelle eigentlich kein Problem mit Ethanol haben – die Hersteller aber ein Problem damit, das für diese älteren Modelle zu bescheinigen. Aus Angst vor möglichen Garantieansprüchen? Die Frage darf erlaubt sein, ob es überhaupt möglich ist, die Restlebensdauer eines 15 Jahre alten Alltagsautos durch Betankung mit E10 noch zu verkürzen.

 

Auch auf Nachfrage bei den Herstellern erhält der Kunde übrigens keine andere oder genauere Aussage als die, die auch in den allgemein zugänglichen Listen steht. Andere Hersteller schicken OPR-Codes ins Rennen; ebenfalls nicht sehr kundenfreundlich.

 

Die Tankstellen: An der Grenze zum Betrug?

 

Die Verunsicherung der Autofahrer durch E10 wurde durch die Tankstellen und Mineralölkonzerne kräftig befördert. Obwohl der Stichtag lange bekannt war dauerte es zunächst mal Wochen, bis es überhaupt irgendwo ein Schild gab, auf dem E10 steht. Bis heute ist das nicht flächendeckend so. Seit nun die meisten Tankstellen E10 führen, zeichnen sich allerdings zwei unschöne Trends ab.

 

1. Trend: Super E5 ist keine Alternative mehr.

 

Zwar müssen Tankstellen zum Bestandsschutz weiterhin Super mit 5% Ethanol führen. Zu welchem Preis und mit wie viel Oktan max., da gibt es keine Vorschrift. Also kann das bisherige Super zum gleichen Preis wie Super Plus angeboten werden, oder es gibt gleich nur noch Super Plus. So soll natürlich der Absatz von E10 gestützt werden, die Einführung einer neuen Sorte ging schon immer nur über den Preis. Hintergrund: 2011 müssen die Tankstellen zu 6,25% Agrokraftstoffe verkaufen – das geht nur, wenn E10 billiger verkauft wird, als es ist. Und das geht nur, wenn herkömmliches Benzin teurer verkauft wird, als es ist.

 

Soweit ist das nachvollziehbar. Immer öfter wird aber der Vorwurf der Abzocke erhoben. Der VCD rechnet es vor: In der Herstellung ist E10 um rund 0,5 ct. je Liter teurer als E5. Nimmt man den Mehrverbrauch hinzu, der theoretisch durch E10 entsteht, dürfte es allenfalls 20 Cent je gefahrene 100 km zu kompensieren geben. Das wäre nicht mal die Hälfte der derzeitigen Preisdifferenz von 8 Cent im Bundesdurchschnitt.

 

2. Trend: Was man wirklich tankt, weiß man nicht.

 

Mit der Einführung von E10 kann man derzeit eigentlich nur bei Super Plus wirklich sicher sein, was man wirklich tankt. Der Grund: In den entsprechenden DIN-Normen zur Kraftstoffqualität gibt es zwar eine Höchstgrenze für Ethanol, aber keine Mindestgrenze. So kann dann 95 Oktan Benzin E5 zwischen einem und fünf Prozent Ethanol enthalten, Super E10 sogar zwischen einem und zehn Prozent. Zusätzlich kann sogar Super Plus als Super E5 verkauft werden – die Mindestoktanzahl ist gegeben.

 

Das alles wäre im Grunde nicht schlimm – würden nicht viele Autofahrer bewusst einen höheren Preis in Kauf nehmen, um E5 zu tanken. Dadurch wird es dann eigentlich zu einem legalen "Betrug". Schließlich hätte man in vielen Fällen den gleichen Sprit auch billiger haben können. Nach Untersuchungen des ADAC hingen in den letzten Wochen auch an mehreren Tankstellen unterschiedlich ausgepreiste Sorten am mutmaßlich gleichen Tank.

 

Und nun?

 

Wer also weder Zeit noch die Fachkenntnis für eine technische Analyse seines Kraftstoffes hat, dem bleibt nur, sich nach den Empfehlungen des Herstellers und den Ausschilderungen an der Tankstelle zu richten. Wer das tut, zahlt derzeit u.U. kräftig drauf.

 

Was können die Autofahrer daher erwarten? Sie können von den Autoherstellern erwarten, dass diese ihre Empfehlungen zum Thema E10 nach technischen Gesichtspunkten und nicht zuerst nach Gesichtspunkten der juristischen Risikoabwehr aussprechen, und dass sie sich damit die Mühe machen, die erforderlich ist. Sie können erwarten, dass offensichtliche Panikmache unterbleibt, und dass sie nicht die Versäumnisse der Konzerne nachträglich an der Zapfsäule finanzieren und dabei noch falsch informiert werden.

 

Was sagt Dein Hersteller zu E10?

 

Abarth, Alfa Romeo, Audi, BMW, Chevrolet, Chrysler, Citroen, Dacia, Daewoo, Daihatsu, Fiat, Ford, Honda, Hyundai, Lancia, Land Rover, Lexus, Mazda, Mercedes-Benz, Mini, Mitsubishi, Nissan, Opel, Peugeot, Porsche, Renault, Seat, Skoda, Smart, Subaru, Suzuki, Toyota, Volkswagen, Volvo, DAT-Liste der Herstellerangaben zur Verträglichkeit von E10


24.02.2011 16:35    |    MOTOR-TALK    |    Kommentare (115)

Anti-Stau-Programm: Bringt das was?

Mit Hilfe moderner Technik und temporärer Freigabe der Standstreifen will Bundesverkehrsminister Ramsauer die Stauanfälligkeit bundesdeutscher Autobahnen senken. Zu diesem Zweck legte sein Haus jetzt den Projektplan Straßenverkehrstelematik 2015 vor.

 

Ramsauer will 138 neue Verkehrslenkungsanlagen bauen, bevorzugt auf besonders unfallträchtigen oder stark befahreneren Autobahnabschnitten. Von diesen Projekten sind 30 bereits in der Umsetzung, 32 in der Planung und 76 in der Voruntersuchung. Bis 2015 sollen die Maßnahmen alle umgesetzt sein. Die Durchführung liegt bei den Ländern, das Bundesministerium stellt 300 Millionen Euro zur Verfügung.

 

 

Die Maßnahmen umfassen je nach den lokalen Gegebenheiten Strecken-, Netz- und Knotenbeeinflussung, Stauwarnanlagen sowie Ampelanlagen an Autobahnauffahrten. Daneben gibt es Anzeigen, die bestimmte Fahrstreifen zuteilen oder den Seitenstreifen freigeben können. Minister Ramsauer verspricht sich vom verstärkten Einsatz moderner Verkehrslenksysteme weniger Staus, weniger Unfälle und weniger CO2-Emissionen.

 

Derzeit wird auf rund 2.450 Autobahnkilometern der Verkehr durch elektronische Systeme beeinflusst. Das umfasst u.a. flexible Geschwindigkeitsbeschränkungen oder auch Gefahrenwarnungen. Nach Umsetzung des Plans soll es solche System auf rund 1.000 zusätzlichen Kilometern geben. Temporäre Seitenstreifenfreigaben sind bereits auf etwa 210 Kilometern Autobahn Realität. Durch 350 neue Kilometer soll diese Zahl mehr als verdoppelt werden.

 

 

Verkehrslenksysteme, die den Verkehrsfluss steuern und gegebenenfalls umleiten, gibt es in Deutschland an rund 200 Standorten. Knapp 90 neue Standorte sind geplant. Zusätzlich soll an 30 Autobahnanschlussstellen durch Ampelanlagen der Zufluss auf die Schnellstraßen gelenkt werden.

 

Was haltet Ihr von Ramsauers Plänen? Wir freuen uns auf Eure Kommentare!

 


03.01.2011 12:43    |    MOTOR-TALK    |    Kommentare (532)    |   Stichworte: , ,

Wie nutzt Ihr den ADAC? (Mehrfachauswahl möglich)

ADAC-Mitgliedskarte - Quelle: ADACADAC-Mitgliedskarte - Quelle: ADAC

Im Oktober des letzten Jahres wurde der ADAC mit 17,21 Millionen Mitgliedern zum zweitgrößten Automobilclub der Welt. Alleine in den ersten zehn Monaten des Jahres 2010 traten fast eine Million Menschen dem Club bei. Damit betreut der ADAC fast die Hälfte aller motorisierten Deutschen. Aber auch für Nicht-Mitglieder ist das Angebot interessant: Viele nutzen z.B. den ADAC-Routenplaner oder die ADAC-Staumeldungen.

 

Wir würden gerne von Euch wissen, wofür Ihr den ADAC hauptsächlich nutzt. Seid Ihr Mitglied und wurdet schon von der Pannenhilfe gerettet? Zeigt Ihr Eure ADAC-Karte an der Kinokasse, um den Film günstiger zu sehen? Oder seid Ihr kein Mitglied und zieht aber trotzdem Eure Vorteile aus dem Club? Warum seid Ihr kein Mitglied?


22.12.2010 14:54    |    MOTOR-TALK    |    Kommentare (6)    |   Stichworte: , , , , , , , , , ,


Schnee, Kälte und eisglatte Straßen bestimmen ja momentan unser Straßenbild und sicherlich ist der ein oder andere auch schon reichlich genervt von den Strapazen des Winters. Um Euch mal auf ein paar andere Gedanken zu bringen, haben wir hier ein – im wahrsten Sinne des Wortes – „cooles“ Video, was wir Euch empfehlen möchten. Inhalt: Das eingangs erwähnte "leidige" Thema Schnee, Kälte und eisglatte Straßen – allerdings in einem komplett anderen Kontext, nämlich durchaus so gewollt. Klar, es handelt sich ja auch um eine Bobbahn! Schönes Video, um Eure Gedanken etwas zu erwärmen, bzw. die Adrenalinausschüttung in die Höhe zu treiben. ;) - Nicht nur für Motorrad-Fans.

 

Die Story: Auf einer Bobbahn treten – mitten in der Nacht und mit 19 Kameras aus unterschiedlichsten Blickwinkeln gefilmt – ein BMW Motorrad gegen einen Bob an – auf ein und derselben Bobbahn, sich entgegenkommend. Die beiden Fahrer, Christoph Langen und Chris Pfeiffer, haben nur einen Versuch, diesen ziemlich spektakulären Stunt auszuführen.

 

Doch reden wir hier nicht viel um den heißen Brei, schaut Euch das Video jetzt einfach selbst an. Viel Spaß!


10.12.2010 19:04    |    Nicola    |    Kommentare (6)    |   Stichworte: , , , , , , , , ,

Während in Deutschland pünktlich zum Dezemberanfang der Winter hereinbricht und wir uns Gedanken machen, wie man in dem Schneechaos sein Auto flott bekommt, macht man sich zur gleichen Zeit in Miami/Florida bei 25 Grad ganz sicher keinerlei Gedanken über das Wetter. Gedanken machte sich allerdings der Ingolstädter Fahrzeughersteller Audi, wie man es schafft, als Sponsor einer Designmesse nicht nur den Part des Shuttle-Service vor der Tür zu übernehmen, sondern sich darüber hinaus kreativ in die Messe einzubringen, heißt: einen Beitrag als Aussteller eines Designobjekts zu leisten. Mit der futuristischen Tankstelle „e-den“ und der Hybridstudie Audi e-tron Spyder ist dieser Cross-over-Ansatz durchaus gelungen, finden wir.

 

Es ist nicht das erste Jahr, dass Audi als Sponsor und Aussteller auf einer - sagen wir mal „autofremden“ – Messe teilnimmt. Die Design Miami, die in der vergangenen Woche vom 1. bis 5. Dezember in Miami /Florida stattfand, gilt als eine der weltweit führenden Designmessen für limitierte Editionen - klein, aber fein. Audi ist bereits zum 5. Mal in Folge Sponsor der Messe und begnügt sich als Autohersteller nicht damit, ein Fahrzeug irgendwo auf der Messe zu platzieren und als Shuttle-Service für spezielle Messebesucher zu fungieren.

 

Wie auch in den Jahren zuvor präsentiert Audi sein eigenes Designstück auf der Messe. Während das beispielsweise im vergangenen Jahr der Audi A8 war, der wenig später direkt beim Händler stand, hat sich Audi in diesem Jahr etwas Besonderes ausgedacht und das allgegenwärtige Thema Elektromobilität aufgegriffen, und zwar in Form der „Zukunftsvision einer Elektrotankstelle“ – einem Ort, an dem sich Fahrer von Elektroautos auf angenehme Weise die Zeit vertreiben können, während ihr Fahrzeug Strom tankt. Denn das „Tanken“ von Elektroautos wird in Zukunft definitiv länger dauern als die heutzutage üblichen 5 Minuten für die Benzin- oder Dieselbefüllung an der herkömmlichen Tankstelle. 30 Minuten Zeit sollten für die 80%ige Ladung mit Starkstrom auf jeden Fall eingeplant werden. Das Auto passend zur E-Tankstelle bringt Audi natürlich gleich mit: Mit der Hybridstudie Audi e-tron Spyder erregt der Ingolstädter Hersteller nicht nur bei Autofans unter den Messebesuchern Aufsehen.

 

„Saft für alle, bitte!“ – Das Auto mit Strom betanken und währenddessen im Café chillen

 

Der Entwurf dieser Zukunftsvision einer E-Tankstelle stammt vom Grafik-Design-Studio Mirko Borsche aus München. Ganz passend der Name der Wellness-Oase: „e-den“ – das „e“ für Elektromobilität, klar. Während das Elektroauto seinen Saft, den Strom, draußen an der Ladestation bezieht, kann der Fahrer drinnen in anheimelnder Atmosphäre essen, trinken, entspannen, die Zeit überbrücken. Wir haben Mirko Borsche gefragt, wie realitätsnah das Ganze tatsächlich für die Zukunft sein kann, doch in der aktuellen Aufbruchstimmung im Bereich Elektromobilität, in der noch kein Fahrzeughersteller weiß, wie die Infrastruktur der Ladestationen für Elektrobatterien aussehen soll, kann auch Mirko Bosche nur eine „künstlerische Utopie“ - einen artifiziellen Ansatz liefern. Doch wir befinden uns ja auch auf einer Designmesse – das Spiel mit der Phantasie steht hier im Vordergrund, nicht die eins-zu-eins Umsetzbarkeit.

 

Auch Bernhard Neumann, Leiter Audi Event Marketing, bekräftigt, dass hier keineswegs ein Lösungsansatz vorgestellt werden soll. Man hätte es als anmaßend empfunden, eine „Lösung“ der zukünftigen Ladeinfrastrukturproblematik kredenzen zu wollen, die aktuell noch keiner der Fahrzeughersteller wirklich vorweisen kann. Audi, der Fahrzeughersteller, von dem viele als „die“ Designmarke im Automobilbereich sprechen, darf sich irgendwo eben auch den künstlerischen Umgang mit der Thematik leisten. Auf einer Designmesse sowieso.

 

Visionärer 50ies Flair in Chrom und Spiegelglas

 

Retro, Öko und Futurismus: Mit diesen Stilen wird auf der Stromtankstelle gespielt. Das passt ins Umfeld einer Designmesse und erregt natürlich Aufsehen. Die E-Tankstelle auf der Messe ist zentraler Treffpunkt für alle Messebesucher. Klar, schließlich ist ein Fahrzeug, dazu so ein auffälliges wie der Audi e-tron Spyder, Anziehungspunkt und somit die Tankstelle gleichzeitig hervorragender Ort, sich wieder zu treffen, wenn man sich zwischen den Ständen der -hauptsächlich - Möbeldesigner aus aller Welt verloren hat.

 

Die E-Tankstelle erinnert an eine amerikanische Tankstelle aus den 50er Jahren, nur mit mehr Chrom, mehr Spiegelglas. Die Benzinzapfsäule ist unter einem Glaskasten „weggesperrt“, quasi als Relikt aus vergangenen Zeiten – und irgendwie dennoch wichtig, um das Ganze überhaupt als Tankstelle zu erkennen und nicht als Öko-Wellness-Club. Im Inneren dominiert nämlich das Prinzip „Öko“.

 

Spaß und Vernunft – Ökostil mit Spaßfaktor

 

Die Tankstelle innen erscheint als Ort der Entspannung, ökologisch korrekt. Doch was sehen wir da an der Wand stehen? Einen Flipper? Ja, keine Halluzination, zwischen Holzmöbeln, Pflanzen und Bio-Essen steht ein Retro-Flipper aus den 90ern. Wie passt das? fragen wir Mirko Borsche und die Antwort leuchtet ein, denn wer etwas aufmerksamer hinschaut, bekommt schnell mit, dass nicht nur die verschiedenen Bauteile, wie z.B. die komplette Beleuchtung des Flippers aus Audi LED Lämpchen bestehen, sondern dass zudem alle technischen Daten des e-tron Spyders darin angezeigt werden. Der Flipper ist ein Einzelstück, speziell für die Elektrotankstelle und für den davor stehenden Audi e-tron Spyder umgebaut. Ein Info-Terminal hielt Audi auf einer Designmesse und für eine Hybridfahrzeugstudie für zu seriös. Man ist schließlich nicht auf einer Automesse und stellt auch kein Auto vor, welches in dieser Form in den nächsten Monaten beim Händler steht. Ein Info-Schild neben dem Fahrzeug hätte nicht gepasst – stimmt.

 

Passend ist der Flipper im Öko-Café der E-Tankstelle auf den ersten Blick aber auch nicht. Auf den zweiten Blick wird allerdings klar, dass es dennoch einen Zusammenhang gibt: „Öko“ steht für Vernunft. Trotzdem muss aber irgendwo der Spaßfaktor bleiben. So verhält es sich schließlich auch mit dem e-tron Spyder. Als Hybridsportwagen definitiv ein Auto mit Vernunftfaktor, optisch allerdings eine pure Spaßkiste. Und an Antriebskraft mangelt es den e-tron Spyder auch ganz sicher nicht.

 

Der Audi e-tron Spyder

 

Womit wir also beim Fahrzeug wären: Der Audi e-tron Spyder, der bereits beim diesjährigen Pariser Automobilsalon präsentiert wurde, ist die Studie eines offenen Sportwagens mit Plug-in Hybridantrieb. Die Kombination von Diesel- und Elektroantrieb bietet umweltbewusstes Fahren und dennoch Fahrspaß pur – bisher eigentlich immer zwei sich gegenseitig ausschließende Eigenschaften. Die Hybridstudie ist 4,06 Meter lang, 1,81 Meter breit und nur 1,11 Meter hoch. Der Körper des e-tron Spyder wirkt – nicht zuletzt durch den kurzen Radstand von nur 2,43 Meter – sehr bullig.

 

Der Zweisitzer verfügt über einen Biturbo-V6 TDI mit 221 kW (300 PS) auf der Hinterachse und zwei zusammen 64 kW (88 PS) starke Elektromotoren an der Vorderachse. Das sind 50 PS mehr als in der aktuellen Leistungsstufe, die seit ein paar Monaten im neuen A8 zum Einsatz kommt. Das maximale Drehmoment beträgt 650 Nm und liegt damit selbst für einen Sportwagen beachtlich hoch. Erstaunlich niedrig hingegen ist der Verbrauch: Er wird mit durchschnittlich 2,2 Liter Diesel pro 100 km angegeben, was eine CO2-Emission von 59 g/km ausmacht. Zusammen mit dem geringen Gesamtgewicht des Audi e-tron Spyder – er wiegt nur rund 1.450 kg - sorgt die Kombination von TDI und Elektroantrieb für entsprechende Fahrleistung. In nur 4,4 Sekunden ist der e-tron Spyder von 0 auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit wird elektronisch auf 250 km/h begrenzt. Auch rein elektrisch kann man im e-tron Spyder unterwegs sein: Bis zu 50 km schafft es die 9,1 kWh-Batterie bei maximal 60 km/h, den e-tron Spyder komplett emissionsfrei anzutreiben.

 

Sowohl im Exterieur als auch im Interieur strahlt der e-tron Spyder vor allem eins aus: Leichtigkeit. „Das zu erreichen war maßgeblich“ so Enzo Rothfuss, Designer des Audi e-tron Spyder „schließlich muss das Auto selbst erzählen, dass es leicht ist, denn der Kunde bringt keine Waage mit, um das geringe Gewicht des Fahrzeugs zu messen“. Seine Inspirationen holt sich der Fahrzeugdesigner nicht auf Automessen. „Eine Automesse ist für einen Autodesigner eigentlich nichts anderes als eine Oldtimerveranstaltung“ sagt er. Inspirationen gibt es quasi überall – Möbelmessen gehören ebenso dazu wie Anregungen aus dem Leichtbau, der Sportlichkeit und der Effizienz von Segelflugzeugen.

 

Innen wie auch außen sieht der e-tron Spyder aufgeräumt und klar strukturiert aus. Witzige Lösung: Die Ladestation für die Batterie verbirgt sich unter Audis Markenzeichen: den vier Ringen, die wie schon beim Audi R8 und bei den anderen e-tron Sportwagenstudien, oberhalb des Singleframes sitzen. Muss Strom getankt werden, verschwinden die Ringe unterhalb der Frontklappe und geben neben der Ladestation auch ein Display frei, auf dem man den Ladezustand sowie die aktuelle elektrische Reichweite ablesen kann.

 

Auffallend am e-tron Spyder ist ganz sicher auch die Windschutzscheibe, die sich kokonartig um die Fahrgastzelle schließt. „Wrap around“ wird das hier genannt und es soll dem Fahrer und Beifahrer vor allem Schutz bieten.

 

Das Thema Leichtigkeit setzt sich in der Struktur der Karosserie fort. Sie basiert auf der Audi Space Frame (ASF) Technologie. Die Motorhaube sowie zahlreiche Aerodynamik-Elemente sind aus Karbon.

 

Im Inneren fällt auf, dass alles luftig und leicht wirkt. Da auf mechanische Bedienelemente komplett verzichtet werden kann, hat Rothfuss hier anstelle der Mittelkonsole eine Art Brücke eingefügt, unter der man komplett durchgreifen kann. Einziges Bedienelement ist - neben dem MMI - der Wählhebel für das Automatikgetriebe, der beim Start des Fahrzeugs aus einem Tunnel herausfährt. Rothfuss hierzu: „Sobald der Schalthebel elektronisch ausfährt, sagt das Fahrzeug dem Fahrer: jetzt bin ich wach“. Aufgrund des Elektroantriebes gehören Motorengeräusche und die Vibration des Motors beim Start des Autos ja der – zukünftigen – Vergangenheit an.

 

Provokation und Progression

 

Grund, warum Audi sich auf der Design Miami mit dem e-tron und einer Stromtankstelle zeigt, ist sicher auch der, dass das Publikum einer solchen Messe solche provokanten Visionen mit dem Spiel von Gegensätzen erwartet. Progressiv und provokant sind hier die Stichwörter, die Enzo Rothfuss in den Raum wirft. „Elektromobilität ist eine komplett neue Technologie, welche zunächst wohl von sehr progressiven Leuten angenommen wird“ sagt er. Auf einer Designmesse findet sich genau dieses progressive Publikum, von daher ist ein Bezug auch im autofernen Umfeld auf jeden Fall gegeben.

 

Und Progression bringt auch oft Provokation mit“ erklärt Bernhard Neumann. Als 2006 bei der Design Miami der Audi R8 präsentiert wurde, gab es neben den Begeisterten auch diejenigen, die nachfragten, warum man das Thema Elektromobilität nicht aufgreift. Wenn man es dann tut, wie jetzt 2010, dann wird man hingegen ebenso von besonders kritischen Messebesuchern gleich wieder auf die Probleme der Infrastruktur hingewiesen. Aber da alles erst in den Kinderschuhen der Entwicklung steckt, ist das wohl eh eine andere Ebene der Diskussion.

 

Erfüllung aller Sinne

 

Als wir abschließend noch einmal zusammen mit Enzo Rothfuss um das Auto gehen, spricht er ein Schlusswort, welches wir selbst nicht besser hätten formulieren können: „Das Schöne bei solchen Fahrzeugen wie dem Audi e-tron Spyder, dem es ja per se anhaftet, ein reines Spaßfahrzeug zu sein, ist die Tatsache, dass es reuelos einsetzbar ist. Wenn man schon nur aus Spaß durch die Gegend fährt, dann ist es besser, wenn das dann ökologisch korrekt passiert, dann passt das wieder! Wenn man mit so einem Auto fährt, ist das die Erfüllung aller Sinne.“ So sieht’s aus! Dem können wir uns nur anschließen.

 

Übrigens: Bei dem Audi e-tron Spyder handelt es sich um eine Studie, bei der eine tatsächliche Produktion in dieser Form noch nicht beschlossen wurde. Bereits feststeht hingegen die Kleinserienproduktion des rein elektrisch angetriebenen Audi R8 e-tron in 2012.


06.12.2010 23:40    |    bjoernmg    |    Kommentare (42)

Der Winter hat früh, aber nicht unerwartet zugeschlagen und auch uns Autofahrer fest im Griff. Damit Mensch und Maschine auch bei extremer Witterung halbwegs funktionieren, gibt es ein paar (mehr oder weniger) einfache Tipps, die wir mal zusammengetragen haben. Viele werden vieles schon mal gehört haben, aber vielleicht ja nicht alle.

 

Autobatterie und Starthilfe

 

Minusgrade und eisige Kälte schon im Dezember – das strengt nicht nur die Autofahrer an, sondern auch die Autobatterie, die im Winter Schwerstarbeit verrichten muss. Gerade im Kurzstreckenverkehr kann sie nicht groß nachladen, und bei Minusgraden verringert sich außerdem die Ladekapazität deutlich. Gerade ältere Batterien machen dann einfach schlapp.

 

Um dem möglichst vorzubeugen, empfiehlt der TÜV, beim Start des Motors alle Stromverbraucher – also z.B. Radio, Gebläse, Scheinwerfer, Heckscheiben- und Sitzheizung- auszuschalten und vor dem Anlassen die Kupplung zu treten. Auch während der Fahrt sollte man auslassen, was man nicht unbedingt benötigt.

 

Rührt sich die Zündung morgens trotzdem nicht mehr, ist normalerweise Starthilfe der Ausweg. Ein Starthilfekabel gehört daher, ebenso wie Abschleppseil oder –Stange, Decken, Handbesen, Eiskratzer, Warnweste und ggf. Schneeketten unbedingt ins Auto.

 

Bei der Starthilfe wird im Ruhezustand das rote Kabel zunächst mit den jeweiligen Pluspolen der Spender-Batterie und der leeren Batterie verbunden. Dann wird das schwarze Kabel an den Minuspol der vollen Batterie und dann das zweite Ende an ein Metallteil (Motorblock) des entladenen Autos geklemmt. Ist das geschehen, startet der Stromspender seinen Wagen und gibt sanft Gas. Erst danach kann auch das liegegebliebene Fahrzeug gestartet werden. Das Abklemmen der Kabel geschieht in umgekehrter Reihenfolge, erst schwarz, dann rot.

 

Lebensverlängernde Maßnahmen für Autobatterien

 

Verlängern lässt sich insbesondere im Winter die Lebensdauer der Autobatterie durch ein Sauber halten des Motorraums. Feuchter Schmutz transportiert Kriechströme, und die Batterie entlädt sich auf diesem Weg nach und nach. Auch vollsynthetische, dünnflüssige Leichtlauf-Motorenöle können helfen. Sie verteilen sich schneller in der Maschine, so dass der Motor auch leichter anspringt. Auch kann der Stromverbrauch durch diese Öle lt. TÜV um 25 Prozent gesenkt werden.

 

 

Winterreifenpflicht gilt ab 04.12.2010

 

Ab Samstag 4.12.2010 sind Winterreifen nicht nur ein guter Tipp, sondern vorgeschrieben. Die entsprechende Verordnung wurde im Bundesgesetzblatt veröffentlicht und tritt damit morgen in Kraft. Es dürfen dann ab dem Wochenende alle Autos bei Schnee, Eis und Matsch nur noch mit Winterreifen oder Allwetterreifen mit dem Matsch- und Schneesymbol fahren.

 

Derzeit sind Winterreifen allerdings vielerorts kaum noch zu bekommen, da offenbar doch einige Autofahrer bis zum ersten Schnee und bis zur neuen Verordnung gewartet haben.

 

Den MOTOR-TALK Winterreifenratgeber findet Ihr hier.

 

 

Vorsicht ist besser als Nachsicht

 

Bleibt man im Winter mit dem Auto liegen, sollte das Fahrzeug verlassen und mit Warnblinker und Warndreieck abgesichert werden. Für solche Fälle lohnt sich ein gut gefüllter Tank, warme Kleidung, eine Decke, ggf. ein paar Winterschuhe und ein heißes Getränk.

 

Auto aus dem Schnee befreien

 

Bleibt das Auto dagegen im Schnee stecken, sollte man das Offensichtliche vermeiden: Ordentlich Gas geben. Damit gräbt man sich meistens erst richtig ein. Sinnvoll ist es, die Antriebsachse zu belasten (Gehwegplatten im Kofferraum, oder auch Passant auf die Motorhaube setzen ;) ) und dann vorsichtig Gas zu geben, wobei sich das Anfahren im 2. Gang empfiehlt. Reicht das nicht, kann leichtes Schaukeln helfen. Dazu muss das Auto mit regelmäßigem Gas geben und Auskuppeln ins Wippen gebracht werden. Zur Unterstützung kann auch z.B. eine Fußmatte oder ein spezielles Gitter unter die Antriebsräder gelegt werden, um das Fahrzeug in Bewegung zu bringen. Wenn mit vorbeifahrendem Verkehr zu rechnen ist, etwa beim Ausparken am Straßenrand, bitte unbedingt Warnblinkanlage einschalten.

 

 

Schneesocke oder Schneeketten?

 

Steckt das Auto in einer Schneewehe fest, reicht oft eine Schneesocke. Schneeketten sollte am dabeihaben, wenn man viel in schneereichen Gegenden unterwegs ist. Von Schneekettensprays und anderen Beschichtungen rät der TÜV dagegen ab.

 

Abschleppstange ist sicherer!

 

Für den Fall der Fälle empfiehlt sich eine Abschleppstange, falls das Auto abgeschleppt werden muss. Auf glatter Fahrbahn hat ein Seil offensichtliche Nachteile.

 

Frostschutz: Herstellerangaben beachten!

 

Beim Kühler-Frostschutz ist es wichtig, die Angaben des Herstellers zu beachten. Weder sind die Chemikalien alle gleich, noch ist dem Auto das Mischverhältnis zu Wasser egal – insbesondere bei Minusgraden nicht.

 

Am besten: Unnötige Fahrten vermeiden

 

Grundsätzlich empfiehlt es sich, bei Schneechaos auf die Schiene umzusteigen oder zu Hause bleiben, wenn möglich. Bei der Bahn läuft zwar auch nicht alles rund, wenn der erste Schnee fällt – dafür ist man aber beim Warten auf dem Bahnhof vor Unfällen einigermaßen geschützt. Und noch mehr gilt das natürlich fürs eigene Wohnzimmer.

 

Und wie kommt Ihr sicher durch den Winter? Habt Ihr Geheimtipps, die Ihr anderen MOTOR-TALKern verraten könnt? Immer her damit ;)


25.11.2010 16:47    |    MOTOR-TALK    |    Kommentare (1)

Weihnachten droht so langsam mit der Rute, und Du brauchst Geld für Geschenke? Oder in Deiner Garage hat sich so einiges angesammelt, was Du gerne loswerden möchtest? Oder vielleicht willst Du ja auch gleich Dein Fahrzeug verkaufen. Für solche Fälle empfiehlt sich der Marktplatz hier auf MOTOR-TALK oder auch eBay – oder am besten beides zusammen.

 

Der MOTOR-TALK Marktplatz bietet Dir die Möglichkeit, direkt mit und für andere MOTOR-TALKer zu inserieren und mit ihnen zu handeln. Beim Dealen von Nutzer zu Nutzer könnt Ihr Euch über die Beiträge im Forum ein Bild Eures Gegenüber machen, und Euch natürlich auch sicher sein, dass Ihr hier eine fachkundige Öffentlichkeit für Euer Angebot oder Euer Gesuch findet.

 

Allerdings kann man beim Inserieren eben auch eine Menge falsch machen, und dann machen sich die Interessenten an Euren Schätzen ebenso rar wie der vielleicht fest eingeplante Verkaufserlös. Wenn Ihr aber ein paar einfache Tipps beachtet, habt Ihr beste Karten auf gute Geschäfte im MOTOR-TALK Marktplatz. Die Tipps, wie Ihr mit einem ansprechenden Inserat auch einen guten Preis erzielt, gelten natürlich nich tnur hier, aondern auch auf anderen Plattformen, wie z.B. auf eBay, dem weltweit größte Einkaufsportal.

 

Deshalb mal, falls Ihr den Marktplatz noch nicht so gut kennt, ein kleiner Ratgeber wie Ihr 1) die Eingabemaske benutzt, 2) Euer Inserat am besten gestaltet und 3) wie Ihr MOTOR-TALK und eBay ideal verbinden könnt.

 

 

 

Die Eingabemaske

 

Einen Artikel im Marktplatz einzustellen ist nicht (viel) schwieriger, als einen Beitrag im Forum zu verfassen. Dazu kannst Du bis zu zwei Bilder hochladen, die über Deinem Inserat angezeigt werden. Das erste Bild wird später auch in der Übersicht angezeigt. Über die Auswahl-Menüpunkte Marke, Thema und Artikelkategorie kannst Du eine passend Einordnung für Dein Inserat vornehmen. Das ist besonders wichtig, da Dein Inserat sonst weder einer Rubrik zugeordnet noch bei Suchanfragen gefunden werden kann.

 

Du kannst auch eine eBay- Angebotsnummer eingeben, wenn Du Deinen Artikel gleichzeitig bei eBay eingestellt hast. Dazu später mehr. Der Standort des Artikels ist anzugeben, und natürlich gerade bei Sachen, die man nicht ohne weiteres per Postverschicken kann (wie ein Auto z.B.), auch für Interessenten ganz besonders wichtig. Wenn Du den Artikel versenden möchtest, musst Du auch die Versandgebühren angeben. Hier kannst Du Dich an den Preislisten der diversen Paketdienste wie DHL, GLS, Hermes usw. orientieren.

 

Außerdem bieten wir auch die Möglichkeit, die Transaktion über den Treuhandservice moneybookers abzuwickeln. Das bietet beiden eine gewisse Sicherheit vor Betrug, denn das Geld landet erst beim Verkäufer, wenn der Käufer die Ware auch erhalten hat. Der Verkäufer hat aber schon vorher die Sicherheit, dass bezahlt wurde.

 

Im Textfenster kannst Deinen Angebots-Text verfassen, mit dem Editor ansprechend gestalten und online stellen. Und Du kannst, was Du bei Deinem Inserat vermutlich tun möchtest, das Thema abonnieren, um über Antworten auf Dein Inserat sofort benachrichtigt zu werden.

 

 

Wie solltest Du Dein Inserat gestalten?

 

 

Ganz wichtig sind im Grunde drei Punkte:

 

• Das Foto,

• Die Überschrift, und natürlich

• Der Text.

 

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte heißt es, und Inserate ohne Bild sind einfach generell viel erfolgloser als Inserate mit Bild. Auch die Phrase „Fotos auf Anfrage“, die man oft findet, wirkt auf die meisten Interessenten eher abschreckend. Das vermeidet erfolgreich Spontankäufe und riecht im schlimmsten Fall sogar nach Hehlerware, die man nicht öffentlich zeigen will …

 

Insofern ist ein schlechtes Bild immer noch besser als gar kein Bild, aber ein gutes Bild ist natürlich viel besser als ein schlechtes. Ein gutes Bild zeigt erst mal den Artikel, der auch tatsächlich verkauft wird, keinen baugleichen Artikel, kein Produktfoto des Herstellers oder sonstiges. Der Artikel sollte das Bild gut ausfüllen und deutlich zu sehen sein.

 

Ein gutes Format ist 800x600 Pixel oder etwas größer. Ist das Bild zu klein, kann man nichts erkennen – ist es zu groß, muß der Interessent permanent hin und her scrollen. Ein gutes Bild sollte also auf einem Bildschirm gut aussehen, aber den Bildschirm nicht sprengen. Bei mehreren Bildern empfehlen sich natürlich verschiedene Perspektiven.

 

Achtung: Das erste Bild ist die Visitenkarte Deines Angebots in der Liste der Suchergebnisse. Es macht Sinn, hier das beste, schönste und schärfste Foto zu nehmen, das den Artikel in seiner ganzen Pracht zeigt. Wenig Sinn macht es, hier eine Detailaufnahme, ein verwackeltes, unscharfes oder sonstwie unvorteilhaftes Bild zu verwenden – dann werden sich viele Dein Inserat nämlich gar nicht erst angucken.

 

 

Die Überschrift

 

Genauso wichtig wie ein ansprechendes Foto ist die Überschrift des Inserats. Zunächst mal ist es kein Problem, die Zeichenzahl, die dafür zur Verfügung steht, auch auszunutzen. Allerdings solltest Du es auch nicht übertreiben, ein Titel ist kein Fließtext. Er sollte die wesentlichen Informationen enthalten und natürlich neugierig machen. Wesentliche Informationen sind Hersteller, Artikelname und wenn sinnvoll genaue Artikelbezeichnung, Baujahr und allgemeine Informationen, die für den Käufer interessant sind. Ein bisschen lust auf mehr machen ist natürlich auch erlaubt, sollte aber nicht den Hauptteil ausmachen Beispiel:

 

Opel Corsa, topfit, 85.000 km, EZ 06, 80 PS, pflegeleichter Flitzer!

 

Hingucker wie Rar, Neuw., NEU!, OVP O.ä. kann man durchaus noch unterbringen, wenn Platz ist und das wesentliche gesagt wurde. Zu allgemeine Titel wie „Audi, blau, schnell“ oder „Winterreifen, für Auto“ bringen es nicht. In Suchmaschinenanfragen landet Ihr zu weit unten, weil der Titel zu allgemein ist – und der Interessent weiss auch nicht genau, was Ihr nun verkaufen wollt und will es vielleicht auch gar nicht mehr herausfinden.

 

Epileptische Anfälle an der Tastatur wie !!!!!!!!!!SUPER!!!!!!!!!!!! oder $$$ungebdingt anschauen$$$!!€€ solltet Ihr auch vermeiden, das wirkt nicht nur unseriös und albern, es sucht vor allem niemand per Suchmaschine nach solchen Begriffen. Auch sollte nicht alles groß geschrieben werden, das bedeutet im Internet, dass man den Leser anschreit.

 

 

Und der Text?

 

Im Anzeigentext ist vor allem Ehrlichkeit Trumpf. Stärken und Schwächen des Angebots solltet Ihr klar benennen, dabei natürlich die Vorzüge herausstellen (zuverlässig, top gewartet, sparsam, geräumig) aber auch die Nachteile nicht verschweigen (z.B. kleine Schramme am hinteren Stoßfänger). Dazu solltet Ihr so viele Details wie möglich anführen, die den Artikel auszeichnen. Allerdings nicht gleich die Herstellerbroschüre abtippen oder einscannen … zumal professionelle Marketingsprache auf die meisten Leser nicht authentisch wirkt.

 

Generell sollten die wesentlichen Inhalte so klar und leicht verständlich wie möglich formuliert werden. Kurze Sätze schreiben. Nach 2-3 Sätzen einen Absatz einfügen. Das (Deiner Meinung nach) Offensichtliche ruhig benennen. Das ist immer besser, als etwas Wichtiges zu vergessen. Nein, die Garage gehört nicht zum Angebot.

 

 

Abwicklung

 

Wenn Dein Angebot im Marktplatz steht, wird es sowohl in der Kleinanzeigensuche als auch im passenden Fachforum angezeigt. Um zusätzlich noch etwas darauf aufmerksam zu machen, kannst Du in Deiner Signatur auf Dein Marktplatzangebot verlinken. Das sollte natürlich so aussehen, dass es die anderen nicht nervt, also bitte keine blinkenden Großbuchstaben usw. Mit dem Signatur-Editor kannst Du das sinnvoll gestalten, das würde dann ungefähr so aussehen:

 

['url=http://www.motor-talk.de/marktplatz.html]Verkaufe mein Lieblings-Auto![/url]

 

Das ' Apostroph soll hier nur den Code sichtbar machen. Ohne würde das Ganze so aussehen, wie es soll:

 

Verkaufe mein Lieblings-Auto! Statt auf den Marktplatz würdest Du natürlich auf Dein Inserat verlinken.

 

Hat sich ein MOTOR-TALKer auf Dein Inserat gemeldet, werdet Ihr Euch evtl. handelseinig. Bei Fahrzeugen empfiehlt sich das Zurate ziehen unseres Leitfadens, falls Ihr unsicher seid, wie so was abzuwickeln ist. Aber es gibt ja auch unkompliziertere Deals. Am einfachsten ist natürlich Barzahlung bei Abholung. Wenn Versand ins Spiel kommt, fängt aber die Unsicherheit an. Der Käufer muss meistens Geld losschicken, ohne bereits etwas in der Hand zu haben. Und dann geht das spannende Warten los.

 

Zu empfehlen ist dabei der Weg per Banküberweisung, oder die Bezahlung mit beispielsweise Paypal. Absolut abzuraten ist vom Verkauf gegen Scheck, oder wenn in gebrochenem Englisch Geschäfte über Mittelsmänner oder Western Union angeboten werden. Das sind bekannte Betrügermaschen, gegen die Euch niemand schützen kann außer Eurem gesunden Menschenverstand.

 

 

Verkauft? Dann weg mit dem Inserat!

 

Ach ja, und wenn Du Deinen alten Kram verkauft hast, ist es ein toller Service für MOTOR-TALKER, die nach Dir den Marktplatz nutzen möchten, wenn Du Deine veraltete Anzeige dann auch löschst oder zumindest bspw. mit „verkauft“ kennzeichnest. Das erspart Dir viele sinnlose PNs, und den anderen Nutzern das ebenso sinnlose Blättern in veralteten Inseraten.

 

 

MOTOR-TALK und eBay verknüpfen

 

Als zusätzlichen Mehrwert bieten wir Dir die Möglichkeit an, Dein Inserat auf MOTOR-TALK mit Deiner Auktion bei eBay zu verknüpfen. Du kannst den gleichen Artikel also auf den beiden Plattformen MOTOR-TALK.de und eBay anbieten und die Inserate verknüpfen.

 

Das bietet drei wesentliche Vorteile: Erstens, je mehr Leute Dein Inserat sehen, desto wahrscheinlicher ist, dass jemand das haben will, was Du anbietest. Auf MOTOR-TALK sind derzeit knapp 1,7 Mio. Nutzer registriert. Das ist schon eine ganze Menge, aber bei eBay sind es weit über 100 Mio. registrierte Nutzer, die Du theoretisch erreichen kannst. Auch in Suchmaschinen wie Google erhöhst Du Deine Sichtbarkeit durch so eine Verlinkung.

 

Zweitens, die Kaufabwicklung über eBay bietet Dir das derzeit für private Online—Geschäfte maximal mögliche an Sicherheit. Der Käuferschutz ist mittlerweile sehr weit ausgebaut – und davon profitieren auch Verkäufer, die auf viel weniger Misstrauen stoßen.

 

eBay-Angebote werden auf MOTOR-TALK auch optisch besonders hervorgehoben und als eBay-Angebote gekennzeichnet. Das bietet Dir den Mehrwert eines zusätzlichen Aufmerksamkeits-Catchers und zeigt Käufern sofort, dass Du diesen sicheren Weg der Abwicklung anbietest.

 

Es macht also absolut Sinn, MOTOR-TALK und eBay zu verknüpfen und die Vorteile beider Plattformen zu kombinieren.

 

 

Profile verknüpfen

 

Wenn Du regelmäßig auf eBay verkaufst, bietet es sich an, Dein eBay-Profil direkt in Deinem Cockpit mit Deinem MOTOR-TALK-Profil zu verknüpfen. Das kannst Du bei „Profildaten“ unter „Über mich“ tun. Der eBay-Link wird dann in Deinem Profil angezeigt. Vorteil ist, MOTOR-TALKer, die über Dein Angebot hier auf Dich stoßen, können so direkt von Deinem Profil durch Deine eBay-Angebote surfen.

 

 

Also, räumt mal wieder auf ;) Die Haushaltskasse wird’s Euch danken.


17.11.2010 15:45    |    MOTOR-TALK    |    Kommentare (450)    |   Stichworte: , , , , , , , , , ,

Wie gefällt Euch die neue Designsprache vom VW Passat? Hässliches Entlein oder Superstar?

Die Fahrzeugoptik ist wichtig und spielt bei der Entscheidung für oder gegen den Kauf eines bestimmten Modells eine wichtige Rolle. Designer sind permanent damit beschäftigt, ein Fahrzeugdesign zu entwickeln, welches nicht nur die Fans der Marke hält sondern natürlich auch neue Anhänger der Marke hervorbringt.

 

Mit der jüngst auf den Markt gebrachten siebten Generation des VW Passat hat Volkswagen ein weiteres Mal das neue Markendesign umgesetzt, mit welchem seit 2008 sukzessive alle wichtigen Modelle des Wolfsburger Autobauers versehen wurden. Die verschiedenen Designmerkmale wie die veränderte Frontpartie, die durchgehende Seitenlinie sowie die neue Heckpartie finden sich außer am VW Passat auch am Polo, Golf, Sharan und Multivan. Auch die Modelle Caddy, Eos, Jetta, Phaeton, Sharan, Tiguan, Touareg und Touran wurden mittlerweile an die von Chefdesigner Walter Maria de Silva entwickelte Formensprache angeglichen.

 

Vorreiter des neuen Design war der VW Scirocco III. Chefdesigner de Silva: "Wir gehen zu einer waagrechten Liniencharakteristik zurück, wobei der obere Teil auch die Scheinwerfer beinhaltet. ... Das Markengesicht von VW besteht immer aus drei grundsätzlichen Elementen, die dann miteinander verbunden ein klares, typisches Antlitz ergeben.“ Inzwischen wurde nach und nach fast die gesamte Palette durch Modellwechsel und Facelifts auf das neue Design umgestellt.

 

Seit 2008 definiert sich das Volkswagen Markengesicht also vor allem durch die veränderte Frontpartie, außerdem die Seitenlinie und das Heck. Besondern ins Auge fällt bei der Front natürlich die klare, dreiteilige horizontale Gliederung (in Anlehnung an Modelle der 70er Jahre) mit schwarz glänzendem oder verchromten zwei- oder dreileistigen Kühlergrill. Im Kühlergrill ist das Markenemblem klar abgesetzt, anders als beim sog. „Plakettengrill“ zwischen 2005 und2008.

 

Die herumgezogenen Scheinwerfereinheiten mit innenliegenden Rundblinkern verbreitern sich asymmetrisch nach außen. Die VW-Designer nennen das „Smiling Face“, die Autos sollen eine einheitliche sympathische Ausstrahlung haben.

 

Unter den breiten, ebenfalls klar horizontalen Stoßfängern befindet sich als drittes horizontales Element immer ein großer, mittiger Lufteinlass, der in der Breite den Kühlergrill aufnimmt und - meistens - von zwei zusätzlichen, runden Lichteinheiten flankiert wird.

 

Was die Seitenpartie angeht, so sollen die Autos vor allem durch zwei Merkmale dynamischer, breiter und flacher, sozusagen „wie ein gespannter Muskel“ wirken: Erstens durch die durchgehende, leicht ansteigende Seitenlinie und zweitens durch die vom Golf IV abstammende, breite C-Säule. Und die Heckklappe? Die zeigt ebenfalls eine klare horizontale Gliederung und reicht bei vielen Modellen in den Stoßfänger hinein.

 

Und nun wollen wir von Euch wissen: Wie steht Ihr persönlich zum neuen Markendesign des VW Passat? Und vor allem: Was genau gefällt Euch und was hätten sich die Designer sparen, bzw. anders überlegen sollen? Welche Designmerkmale früherer Passat-Generationen vermisst Ihr? Und welche gar nicht? Fragen über Fragen...

 

Lasst Euch einfach in den Kommentaren aus und schreibt Eure Meinung auf!


28.10.2010 13:37    |    MOTOR-TALK    |    Kommentare (420)    |   Stichworte: , , , , ,

Was hältst Du von der Einführung eines Wechselkennzeichens?

Wechselkennzeichen - gut oder schlecht?Wechselkennzeichen - gut oder schlecht?

Voraussichtlich im Sommer 2011 soll in Deutschland das Wechselkennzeichen eingeführt werden, das für bis zu drei typgleiche Fahrzeuge (also z.B. drei Autos oder drei Motorräder) gelten soll. Ein entsprechender Gesetzentwurf wird noch in diesem Jahr erwartet. Zum Zweitwagenkennzeichen wird das „W-Kennzeichen“ wohl keine Alternative darstellen: Es darf immer nur mit dem Fahrzeug gefahren werden, an dem das Kennzeichen befestigt ist.

 

Gedacht war das Wechselkennzeichen ursprünglich für den Betrieb von Elektrofahrzeugen auf Kurzstrecken. Der Fahrzeughalter soll so ermutigt werden, seine verbrauchsintensive Reiselimousine stehen zu lassen. Das Kennzeichen kann aber auch z.B. für Oldtimer, Youngtimer oder Cabrios genutzt werden und könnte damit das Saisonkennzeichen ersetzen. Der Vorteil gegenüber dem Saisonkennzeichen liegt in der höheren Flexibilität.

 

Wie verschiedene Medien melden, könnte das Wechselkennzeichen aus einem festen und einem beweglichen Teil bestehen. Das würde eine neue Halterung erfordern, die Fahrzeuge, die gerade nicht bewegt werden, könnten so aber auch auf öffentlichen Straßen abgestellt werden.

 

Die ursprüngliche Hoffnung der Befürworter des Wechselkennzeichens war, dass mit dem neuen Kennzeichen die KFZ-Steuer und auch die Versicherung nur noch für das Fahrzeug mit der höchsten Typklasse anfallen. Dies wird sich in der Form vermutlich nicht durchsetzen. Das Finanzministerium widersprach bereits energisch den Bestrebungen, dass jeder Bürger bis zu zwei Fahrzeuge steuerfrei unterhalten könnte. Man befürchtet massive Steuermindereinnahmen.

 

Laut einer Umfrage der Dekra können sich über 60 Prozent der Befragten die Neuanschaffung eines weiteren PKW vorstellen, wenn dieser mit Wechselkennzeichen angemeldet werden könnte. Den Bedenken des Finanzministeriums wird daher entgegengehalten, dass die Neuregelung zu großen Mehreinnahmen über die Mehrwertsteuer führen könnte.

 

Auch die Versicherungsbranche kündigt mittlerweile „risikoadäquate“ Policen für die neue Versicherungsform an. Intern rechnet man weder mit deutlichen Kosteneinsparungen für den Kunden noch mit deutlichen Gewinnzuwächsen.

 

Wir wollen nun von Dir wissen: Was hältst Du von der Einführung eines Wechselkennzeichens?


15.10.2010 22:43    |    MOTOR-TALK    |    Kommentare (196)    |   Stichworte: , , , , , , ,

Mitte Oktober, das Auto ist mittlerweile morgens auch schon mal mit Reif bedeckt, und es ist zunehmend dunkel oder dämmerig, wenn man zur Arbeit fährt oder auf dem Rückweg ist. Bis der erste Schnee fällt, ist es nicht mehr weit – und damit ist die Zeit für den Wechsel von Sommer- auf Winterreifen für viele gekommen oder steht demnächst bevor. Wir informieren Euch daher noch mal kompakt und umfassend zum Thema Winterreifen.

 

Kennzeichnung – Woran erkennt man Winterreifen?

 

Winterreifen erkennt man zunächst einmal an der M+S-Kennzeichnung (auch M/S oder MS). Das steht für „Matsch und Schnee“ (engl. „mud and snow“) und kennzeichnet einen Reifen, der für den Einsatz auf winterlicher Fahrbahn geeignet ist. Es gibt allerdings keine gesetzlichen Vorschriften, welche Eigenschaften ein Reifen aufweisen muss, um dieses Kennzeichen tragen zu können. Die M+S-Kennzeichnung kann daher nur ein erster Anhaltspunkt sein.

 

Zusätzlich sollten Winterreifen mit dem Schneeflockensymbol gekennzeichnet sein. Dieses Symbol stammt aus den USA und kennzeichnet Reifen, die bessere Wintereigenschaften aufweisen als ein genormter Standard-Vergleichsreifen. Das Schneeflockensymbol steht mittlerweile auch in Europa als eine Art Gütesiegel für Winterreifen. Ein mit einem Schneeflockensymbol ausgezeichneter Reifen befindet sich in der Regel im oberen Drittel der Leistungsfähigkeit von Winterreifen.

 

Was macht Winterreifen zu Winterreifen?

 

Winterreifen unterscheiden sich hauptsächlich durch drei Eigenschaften von Sommerreifen:

 

Erstens haben sie ein Lamellenprofil. Feine Profileinschnitte führen zu einem Verzahnungseffekt mit der Fahrbahnoberfläche. Winterreifen haben bis zu 2000 solcher Lamellen, was schon auf den ersten Blick wenig Verwechslungsgefahr mit Sommerreifen zulässt. Die Profilform unterscheidet sich von Hersteller zu Hersteller.

 

Zweitens haben Winterreifen auf der Lauffläche eine spezielle Gummimischung. Diese soll verhindern, dass sich das Gummi bei niedrigen Temperaturen verhärtet. Der Unterschied ist für Laien optisch nicht erkennbar, aber fühlbar: Winterreifen sind deutlich weicher als Sommerreifen. Dadurch erzeugen sie allerdings auch einen höheren Rollwiderstand und verschleißen schneller, weshalb sie nur in „ihrer“ Saison gefahren werden sollten.

 

Diese Unterschiede sorgen dafür, dass Winterreifen im Vergleich zu Sommerreifen auf Schnee und Matsch, aber auch auf nasser Fahrbahn, erheblich besser beschleunigen und sich der Bremsweg deutlich verringert – um bis zu 65 %. Aquaplaning wird ebenfalls deutlich reduziert oder ganz verhindert.

 

Drittens, Winterreifen haben ein tieferes Profil. Gesetzlich vorgeschrieben ist für alle Reifen eine Mindest-Profiltiefe von 1,6 mm. Bei Winterreifen wird immer wieder davor gewarnt, sie bis zu diesem Wert herunterzufahren. Aus Sicherheitsgründen sollten Winterreifen eine Profiltiefe von mindestens 4 mm aufweisen. Dies ist im Alpenland Österreich beispielsweise ohnehin gesetzlich vorgeschrieben. Wer dort hinfahren möchte, benötigt also mindestens 4 mm Restprofil. Gemessen wird am Hauptprofil, das sind die beiden mittleren Rillen der Lauffläche.

 

Unterhalb dieser Profiltiefe verlieren Winterreifen in vielen Fällen genau die Eigenschaften, die sie zu Winterreifen machen: Die Lamellen sind abgefahren und greifen nicht mehr. Die weiche Fahrschicht ist abgefahren und härteres Gummi, das eigentlich nur stabilisieren soll, erhält Fahrbahnkontakt.

 

Wann sollte man wechseln?

 

Eine Vorschrift, wann man auf Winterreifen wechseln muss, gibt es derzeit noch nicht: "Bei Kraftfahrzeugen ist die Ausrüstung an die Wetterverhältnisse anzupassen." lautet die Formulierung in der aktuellen StVO. Eine Neufassung der Verordnung, die die Einführung einer Winterreifenpflicht beinhaltet, hat die Bundesregierung im Oktober 2010 kurzfristig angekündigt, Einzelheiten wurden allerdings noch nicht bekanntgegeben. Es empfiehlt sich, mit einer Winterreifenpflicht noch in diesem Winter zu rechnen.

 

Unabhängig davon wird immer wieder empfohlen, den Wechsel auf Winterreifen je nach Region und Witterung zwischen Mitte Oktober und Mitte November vorzunehmen und damit nicht bis zum ersten Schneefall zu warten. Die Reifen sollten bis nach Ostern aufgezogen bleiben, weil es auch dann immer noch zu Frosteinbrüchen kommen kann.

 

Luftdruck prüfen

 

Es empfiehlt sich, nach dem Reifenwechsel unbedingt den Luftdruck zu prüfen. Das tut man in der Regel an der Tankstelle, wenn dort gewechselt wurde erledigt es die Werkstatt gleich mit. Der richtige Luftdruck ist je nach Fahrzeugtyp und Belastung unterschiedlich. Welcher Wert der richtige ist, steht im Betriebshandbuch, auf dem Tankdeckel oder dem Türholm. Bei Motorrädern findet man die Angabe meist an der hinteren Schwinge. Der Luftdruck muss immer an kalten Reifen gemessen und eigenstellt werden, da sich in warmen Reifen die Luft ausdehnt und das Ergebnis verfälscht. Zu niedriger oder zu hoher Luftdruck verursacht Reifenschäden, eine schlechte Fahrstabilität und einen höheren Kraftstoffverbrauch.

 

Auswuchten notwendig?

 

Ein Auswuchten der Reifen ist bei Eurem Satz aus dem Vorjahr eigentlich nicht notwendig. Wenn sich das Fahrzeug auffällig verhält, also beispielsweise bei hoher Geschwindigkeit zu „ruckeln“ beginnt, solltet Ihr die Reifen nochmals überprüfen lassen.

 

Selber Wechseln oder Werkstatt?

 

Beides ist grundsätzlich möglich, und beides hat seine Vor- und Nachteile. Wer seine Reifen selbst wechseln möchte, tut dies am besten mit einem Drehmomentschlüssel und zieht die Radschrauben über Kreuz an. Bei laufrichtungsgebunden Reifen unbedingt darauf achten, dass sie wieder in der korrekten Laufrichtung montiert werden. Hier müsst Ihr auf entsprechende Kennzeichnungen (Pfeile oder das Wort „Outside“) achten.

 

Wenn man den Wechsel bei einer Werkstatt vornimmt, ist es häufig so, dass diese neben der Überprüfung auch die Lagerung der Reifen übernimmt. Zudem erinnert die Werkstatt freundlicherweise an den Termin des Wechsels. Leider kommt es auch immer wieder mal zum Terminstau, da normalerweise viele Autofahrer zur gleichen Zeit ihre Reifen saisonal wechseln möchten. Ein Preisvergleich lohnt sich auf jeden Fall, die Preise der einzelnen Werkstätten unterscheiden sich oft erheblich. Ein Reifenwechsel muss auch nicht von einer Vertragswerkstatt vorgenommen werden.

 

Tun es die alten Winterreifen noch?

 

Wer jedes Jahr seine Winterreifen aufzieht, fragt sich, wann denn endgültig neue Reifen fällig werden. Neben dem Profil, das eine Tiefe von mindestens 4 mm aufweisen sollte, ist auch das Alter ein wichtiges Kriterium. Mit der Zeit verändert das Gummi seine chemische Zusammensetzung und härtet aus oder wird sogar porös. Allgemein wird empfohlen, Reifen nicht länger als 10 Jahre zu verwenden. Der ADAC empfiehlt, einen Winterreifen-Tausch nach 5 Jahren. Davon abweichende Empfehlungen der Reifenhersteller sollten unbedingt beachtet werden.

 

Das Reifenalter lässt sich mit Hilfe der aufgeprägten DOT-Nummer bestimmen. Seit dem Jahr 2000 haben Reifen eine vierstellige DOT-Nummer. Die ersten beiden Ziffern geben die Kalenderwoche an, die letzten beiden das Jahr.

 

Beispiel: DOT CUNB A1 B6 0108

 

Die 01 steht für die erste Kalenderwoche, die 08 für das Jahr. Die Nummer gibt also an, dass der Reifen in der ersten Kalenderwoche 2008 hergestellt wurde. Neben dem Alter solltet Ihr auch den tatsächlichen Zustand überprüfen. Schäden (Risse oder Beulen) weisen auf einen möglicherweise vorzeitig nötigen Wechsel hin.

 

Tipps zum Neukauf

 

Solltet Ihr Euch für neue Winterreifen entscheiden, empfiehlt sich zunächst das Zurate ziehen aktueller Reifentests wie dem Winterreifentest des ADAC. Wie groß der Unterschied zwischen einem guten und einem nicht so guten Winterreifen sein kann (nämlich im Zweifel Leben oder Tod), das erfuhren einige MOTOR-TALKer ja gerade erst auf der Conti SnowChallenge . Oft sind billige Reifen geradezu gefährlich, aber trotzdem muss es nicht immer das teuerste vom Teuren sein. Auch sollte man in jedem Fall die Preise vergleichen, denn sowohl für die Reifen als auch für den Service unterscheiden sich diese von Händler zu Händler sehr stark.

 

Beim Kauf neuer Reifen solltet Ihr beachten, dass im Angebot „Reifen fertig montiert“ inbegriffen ist. Das beinhaltet das Auswuchten, die Montage, Ventile, die Altreifenentsorgung und die Mehrwertsteuer. In jedem Fall überprüfen, was am Ende fällig wird – viele Händler weisen ihre Preise ohne Mehrwertsteuer aus! Auch der Reifentyp / Marke sollte klar aus dem Angebot hervorgehen.

 

Achtung: Bei sachgerechter Lagerung dürfen Reifen bis zu fünf Jahre nach der Herstellung noch als neu angeboten werden. Wenn Euch ein besonders günstiger Reifensatz angeboten wird, könnte es sein, dass die Reifen diese Höchstlagerdauer bald erreicht haben oder sie schon überschritten wurde. Das lässt sich, wie oben beschrieben, anhand der DOT-Nummer überprüfen. Auch bei nicht verdächtig billigen Reifen kann ein Blick aufs Alter nicht schaden.

 

Einlagern der Sommerreifen

 

Nach dem Abmontieren solltet Ihr Eure Sommerreifen zunächst auf Schäden überprüfen. Überprüft die Lauffläche des Reifens auf eingefahrene Gegenstände. Haben diese das Obermaterial durchdrungen? Dann sollte man den Reifen einem Fachmann zeigen und ggf. den Reifen austauschen. Wichtig ist auch eine Kontrolle der Reifen-Seitenwände auf Dellen oder Risse.

 

Alles ok? Dann solltet Ihr Eure Sommerreifen gründlich reinigen. Wasser, Seife, Bürste oder auch, falls vorhanden, ein Hochdruckreiniger (Flachstrahldüse!) sind dazu geeignet. Vorsicht: Reiniger, die Fette oder Lösungsmittel enthalten, greifen das Gummi an und sollten keinesfalls an die Reifen gelassen werden. Nachdem alles sauber ist, solltet Ihr Position am Fahrzeug und die Laufrichtung mit Kreide auf den Reifen schreiben. Das erleichtert die Wiedermontage nach dem Winter. Es empfiehlt sich, vor der Einlagerung den Luftdruck noch einmal um 0,5 bar zu erhöhen.

 

Dann sollten die Reifen möglichst kühl, trocken und dunkel lagern, also zum Beispiel auf eine Palette gestapelt, ggf. unter einer Plane in der Garage oder im Keller. Wenn die Reifen draußen gelagert werden müssen, sollten sie auf jeden Fall unter eine lichtdichte Plane. Bei unmontierten Reifen solltet Ihr darauf achten, dass sie senkrecht an der Wand lehnen und regelmäßig gedreht werden, damit sie sich nicht verformen.

 

Zusammenfassung

 

• Reifen nicht bis auf die gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6 mm abfahren!

• Empfohlene Mindestprofiltiefe (Sommerreifen 2,5 mm; Breitreifen 3 mm; Winterreifen 4 mm)

• Reifen regelmäßig auf Stiche, Schnitte, Risse und Beulen untersuchen!

• Reifen auf sein „Alter“ mit Hilfe der DOT-Nummer prüfen. Reifen die älter als 6 Jahre sind, sollten gewechselt werden.

• Die Luftdruckmessung und -füllung immer an kalten Reifen.

• Luftdruck an die jeweilige Beladung anpassen. Informationen hierüber stehen in der Bedienungsanleitung, am Türholm oder Tankdeckel.

• Preisvergleich lohnt immer: egal ob bei der Wahl der Werkstatt oder beim Kauf von neuen Reifen.

• Das Angebot für neue Reifen sollte enthalten: Reifen, Auswuchten, Montage, Ventile, Altreifenentsorgung und die Mehrwertsteuer.

• Auch Preisschnäppchen sollten geprüft werden.

• Reifen vor dem Einlagern immer säubern.

• Reifen sollten kühl und trocken lagern.

• Alte Reifen müssen fachgerecht entsorgt werden.

 

Noch Fragen oder Anregungen? Her damit!

 

...oder auch mal im Reifen und Felgen Forum auf Motortalk reinschauen.


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