Warum sind die Teile so teuer?
So ein Thema, das mich schon länger beschäftigt.
Mein Auto wird normalerweise von einem Freund von mir gewartet. Er ist Kfz-Meister mit eigener Werkstatt.
Gestern war ich mal wieder da wegen neuer Bremsen hinten. Scheiben und Beläge.
Bei seinem Händler bestellt er online, die Teile liegen am nächsten morgen vor der Tür.
Jetzt mal als Beispiel die Bremsbeläge. Die kosten bei seinem Händler 71*1,19=84,49€ (nicht Original, den Hersteller weiß ich leider nicht mehr). Dann hat er selbst noch nichts an den Teilen verdient.
Gucke ich bei kfzteile24.de, so kosten dort die ATE im Satz mit vier Belägen sage und schreibe 28€.
Ich beschwer mich dann immer bei ihm und erzähle ihm, dass er ja auch mehr dran verdienen würde, wenn er bei einem günstigeren Händler kaufen würde. Aber davon will er irgendwie nichts wissen.
Ich mein, klar, der Händler bietet einen ganz anderen Service als z.B. kfzteile24.de. Aber gleich der dreifache Preis?
Andere Beispiele:
-Öl nach 229.51 (Hersteller war mir unbekannt) kostet doppelt soviel wie Mobil 1. (immerhin 100€ fürs Öl bei 6,5 Litern).
-Anhängerkupplung war doppelt so teuer. Ich habe sie dann online bestellt, er hat sie eingebaut (gleicher Hersteller, identisches Modell).
Warum sind diese Händler so teuer und warum können sie diese Preise halten? Warum steigen die Werkstätten denen nicht aufs Dach?
Vor allem könnten die Werkstätten doch viel mehr verdienen, wenn sie die Teile billiger einkaufen könnten. Dann könnten sie doch SELBST noch 30% draufschlagen und für den Kunden wäre es immer noch billiger.
Beste Antwort im Thema
Kann es sein das dein Freund dich abzieht? ^^
20l Kanister 100-120€ 0w40 Aral Supertronic.
111 Antworten
Zitat:
Klar wird da der Endpreis angezeigt. Ohne MWSt, weil das den Verkäufer interessiert (und gewerbliche Kunden). Wenn da nur der EK angezeigt würde, müßte die Werkstatt ja jedes Einzelteil erst mal kalkulieren.
Das ist schon klar. Wollte damit doch nur sagen, dass es kein Endkundenverarschepreis ist, der da angzeigt wird.
Hallo .
Ich denke dein Freund ist einfach nur in einem Zwiespalt.
Ich hatte dieses Problem viele Jahre als Werkstattmeister.
Meine Lösung : Die Teile besorgt Euch (Freunde) wo ihr wollt.
Ich stelle Euch einen Mechaniker (nach Feierabend) mit dem ihr dann selbst abrechnet und auch mitschrauben könnt.
Damit waren alle zufrieden und ich hatte Ruhe.
Über EK und Jahresprämien und und und habe ich nie gesprochen.
Gruß Dietmar
Hast schon mal den Begriff Kapitalismus irgendwo gehört?
So lange jemand geforderte Preise bezahlt, ist es okay.
Davon lebt der Händler.
Darüber kann man sich doch nicht beschweren.
Ausserdem ist jeder OnlineHändler nicht mit Lagerkosten etc pp. belastet.
Kauf dort wo es am billigsten ist und die Qualität stimmt, dann machst Du nichts falsch.
Zitat:
Original geschrieben von burky350
Bei den Bremsbelägen gibt es unterschiedliche Sätze (z.B. nur die 4 Beläge oder auch komplette Sätze einschließlich neuer Warnkontake, Schrauben, Klammern, etc.). Also nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.Spar nicht am falschen Ende! Achte auf Qualität, und die hat meistens auch ihren Preis.
Soweit ich das beurteilen kann, war der Lieferumfang der gleiche.
Die Beispiele nannte ich ja gerade weil ich bei diesen die Qualität vergleichen kann. Bei der AHK war es das identische Teil, beim Öl habe ich extra das Mobil 1 als Vergleich herangezogen. Sicher kein schlechtes Öl. Es gibt ja noch weitaus billigere mit 229.51.
Wenn es jetzt um irgendwelche Querlenker geht, da hab ich natürlich keine Ahnung ob das billigere Teil genauso gut ist.
Ähnliche Themen
Wenn er die Teile woanders billiger bekäme und du neben ihm stehend am Computer die Preise sähest, dann könnte er nicht mehr verlangen, sonst würdest du als nächstem ihm den Wucher vorwerfen. 😁
Er steht als Unternehmer und als dein Freund und vermutlich gut bekannt mit dem Lieferanten etwas zwischen den Stühlen. Ein pragmatischer Mittelweg, so wie er ihn beschreitet, ist für ihn offensichtlich am zielführendsten: Du bekommst es billiger als bei MB, der gut sortierte Lieferant nebenan kann davon auch leben. Eine Win-Win-Situation.
Wenn du die Teile woanders kaufst, dann ist er persönlich aus dem Schneider. Für Verzögerungen, richtige Teilwahl, Umtauschproblematik wie Qualitätsprobleme bist dann du zuständig. Und er hat seinen Lieferanten nicht "ausgebremst".
Mit meinem Bruder, tätig in der EDV-Branche, habe ich als Lieferanten für meinen Kleinbetrieb ähnliche Szenarien durch. Inzwischen lasse ich ihm seinen Willen und ich krieg kurzfristig und unkompliziert was ich von ihm brauche. Seine Preise prüfe ich grob quer und wenn's ganz durchgeht reden wir d'rüber oder ich mach's eben im Alleingang.
Zitat:
Original geschrieben von Tirendo_Experte
Hallo .
Ich denke dein Freund ist einfach nur in einem Zwiespalt.
Ich hatte dieses Problem viele Jahre als Werkstattmeister.
Meine Lösung : Die Teile besorgt Euch (Freunde) wo ihr wollt.
Ich stelle Euch einen Mechaniker (nach Feierabend) mit dem ihr dann selbst abrechnet und auch mitschrauben könnt.
Damit waren alle zufrieden und ich hatte Ruhe.
Über EK und Jahresprämien und und und habe ich nie gesprochen.Gruß Dietmar
Ja, wie gesagt, bei der AHK haben wir es ja auch so gemacht. Ich hab das Teil mitgebracht, er hats eingebaut. Da hatte ich auch keine Bedenken wegen der Qualität oder so, da identisches Teil.
Aber normalerweise mach ich das eigentlich nicht gerne. Schließlich soll da ja auch Garantie drauf sein. Und wenn ich das Teil mitgebracht habe, dann streiten wir uns nachher ob er es falsch eingebaut hat oder sonstwas. Das wollte ich eigentlich nicht.
Aber gerade an Dich die Frage: Wie können diese Werkstatthändler diese hohen Preise halten? Ich mein, die Werkstatt will doch auch lieber billig kaufen und dann den Reibach selber machen, oder? Hast Du auch die Erfahrung gemacht, dass die Preisdifferenzen derart groß sind?
Zitat:
Original geschrieben von Austro-Diesel
Wenn er die Teile woanders billiger bekäme und du neben ihm stehend am Computer die Preise sähest, dann könnte er nicht mehr verlangen, sonst würdest du als nächstem ihm den Wucher vorwerfen. 😁
Nö, mir ist schon klar, dass er auch etwas an den Teilen verdienen will. Das ist ja auch in Ordnung. Aber wieso soll ich für eine AHK das Doppelte hinlegen und das bekommt dann irgendein Händler, den ich nicht kenne?
Zitat:
Wenn du die Teile woanders kaufst, dann ist er persönlich aus dem Schneider. Für Verzögerungen, richtige Teilwahl, Umtauschproblematik wie Qualitätsprobleme bist dann du zuständig. Und er hat seinen Lieferanten nicht "ausgebremst".
Naja, deswegen will ich diesen Weg ja normalerweise auch nicht beschreiten. Aber wenn er das Öl tatsächlich nicht billiger anbieten kann, dann werde ich es in Zukunft wohl mitbringen. Denn bei aller Liebe, 100€ für 6,5 Liter sind schon ne Nummer. Mobil 1 bekommt man für 50, das Castrol für 30. Selbst wenn ich Geld zum scheißen hätte, irgendwo hörts doch auf.
Zitat:
Mit meinem Bruder, tätig in der EDV-Branche, habe ich als Lieferanten für meinen Kleinbetrieb ähnliche Szenarien durch. Inzwischen lasse ich ihm seinen Willen und ich krieg kurzfristig und unkompliziert was ich von ihm brauche. Seine Preise prüfe ich grob quer und wenn's ganz durchgeht reden wir d'rüber oder ich mach's eben im Alleingang.
So ähnlich läuft es bei uns normalerweise ja auch. Und wenn der Quercheck ergibt, dass es im Rahmen ist, dann sag ich nix und er solls machen. Aber wenn es echt Mondpreise sind, dann kann ich einfach nicht anders.
Für die Beläge (ATE Ceramic) mit Scheiben bezahl ich übrigens am Mittwoch dann 283,-€ tutti kompletti. Damit kann ich leben.
Allerdings hätte ich mit normalen Belägen fast das gleiche bezahlt.
Zitat:
Nö, mir ist schon klar, dass er auch etwas an den Teilen verdienen will. Das ist ja auch in Ordnung. Aber wieso soll ich für eine AHK das Doppelte hinlegen und das bekommt dann irgendein Händler, den ich nicht kenne?
Du hast immer noch nicht verstanden, dass der angezeigte Preis inkl. Marge deines Kumpels ist?
Hallo Luke.
Ich möchte hier nicht über Preispolitik im Kfz. Teilehandel schreiben.
Aber es ist als Werkstatt (große Werkstatt) nicht immer möglich Ersatzteile so günstig über den Ersatzteilvertrieb einzukaufen
wie sie im Netz angeboten werden.
Aber als ich einmal als Werkstatt eine Reklamation abgearbeitet haben wollte bin ich verzweifelt.
Wir haben dann alle Kosten getragen und ich habe dort nie wieder bestellt.
Das ist mir immer bei meinem Vertrieb erspart geblieben.
Viele andere Vorteile wollte ich auch nicht missen und darum habe ich fast alles dort bestellt.
Ich hoffe Du und dein Freund werdet eine Lösung finden damit ihr auch Freunde bleibt.
Gruß Dietmar
Zitat:
Original geschrieben von Tirendo_Experte
Hallo Luke.
Ich möchte hier nicht über Preispolitik im Kfz. Teilehandel schreiben.
Schade eigentlich. Trotzdem Danke für Deine Beiträge!😁
Zitat:
Ich hoffe Du und dein Freund werdet eine Lösung finden damit ihr auch Freunde bleibt.
Gruß Dietmar
Das wird schon klappen. Ich bin zuversichtlich.
Ich habe einen ähnlichen Fall, daß mein Freund eine eigene Kfz-Meisterwerkstatt besitzt und meine Autos wartet.
Bei den Teilen habe ich immer die Möglichkeit sie selbst anzuliefern oder sie halt von Ihm beim Zubehörhändler in der Gegend zu beziehen.
(Der kam letztens ohne Aufpreis wegen EINES Ölfilters sofort vorbei weils dringend war)
Wir sprechen grundsätzlich vorher darüber wer was besorgt, und falls ich derjenige bin hole ich mir von Ihm Rückversicherung daß ich keinen Schrott kaufe.
Wir fahren mit dieser Lösung seit Jahren sehr sehr gut und es gab noch nie Probleme.
Außerdem: Was nützt es mir, wenn das Auto auf der Bühne steht und ein weiteres Teil besorgt werden muss,
daß er mich anruft und mich bei woauchimmer bestellen lässt?!
Und ehrlich gesagt:
SO teuer finde ich die Teile für den 211er nun auch nicht. Lass doch mal bei Ford oder Opel die Bremsen machen...
Da werden die Abstände aber gering...
Es ist doch fast immer so, das ein Handwerksbetrieb, Ladenbetreiber o.ä. ihre festen Vertreter bzw. ihre Großhändler haben. Wenn es nicht gerade irgendwelche Aktionsangebote sind, wird das immer teurer sein.
Große Internethändler oder auch Ladenketten kaufen in Massen, teilweise ab Werk.
Nicht umsonst bilden sich immer mehr Ketten.
Metro, Schaper und co. sind auch nicht günstiger als Aldi und co. Der Gastronom kauft trotzdem bei ersteren.
Auch z.B. Badgroßhändler (wo die Handwerker einkaufen) sind deutlich teurer als diese großen Internethändler. Hatte letztes Jahr unser Bad renoviert. Ist leider so. Gleiche Wanne- halber Preis🙄
Dein Freund verarscht dich nicht. Es kann aber sein das er auf die gezeigten Einkaufspreise durchaus 20% oder mehr bekommt.
Hatte meine freie auch mal nach Reifen gefragt. Er sagte dann auch. Kauf die Dinger online.
Mit den Preisen kann er nicht mithalten. Ein Handwerker sollte auch mit seiner Arbeit verdienen. 20% Aufschlag auf Teile sind üblich. So hatte ich es mal auf der Meisterschule gelernt. Beschaffungs und Lagerkosten.
Ich kann den Werkstattbesitzer schon verstehen, das er auf die Sicherheit und Zuverlässigkeit EINES Lieferanten mit akzeptablen Preisaufschlag (gibt er eh an seinen Kunden weiter) setzt.
Wer zahlt ihm denn die Zeitanteile, den günstigsten Preis zu ermitteln, mgl.weise bei verschiedenen Händlern zu bestellen und bezahlen zu müssen (= noch mehr Zeit)???... um dann am Ende festzustellen das das Teil X vom Lieferanten A oder Y von B nicht zum vereinbarten Termin vor Ort ist und er deshalb ungeplanten Leerlauf seiner Mechaniker und Werkstatt auf eigene Kosten zahlen darf und der Kunde nochmal wieder kommen muss...ist was mit den Teilen nicht in Ordnung, darf er sich auch noch mit verschiedenen Lieferanten rumärgern...
Für den Werkstattbesitzer zählt das die Teile zum vereinbarten Termin verfügbar sind und er seine Werkstattkapazitäten PLANBAR effizient auslasten kann.
Wer als Kunde den günstigsten Preis möchte, kann meistens selber anliefern (mache ich auch, wenn die (Liefer-)Zeit absehbar ausreicht).
Meine investierte Zeit rechnet sich dann durch die Ersparnis! Mein Risiko bleibt dann, dass ich mich bei Problemen ev. mit 2 Vertragspartnern auseinandersetzen muss, die sich gegenseitig den schwarzen Peter zuschieben...hatte ich aber bisher glücklicherweise noch nicht!
Hmmmh, wie gesagt, all das Genannte verstehe ich wenn der Preis 20-25% drüber liegt. Aber alles weitere bis hin zum Doppelten und Dreifachen ist für mich nicht mehr nachvollziehbar.
Da verstehe ich dann irgendwann auch nicht mehr die Treue zu einem Händler.
Ich mein, ich lass ja am liebsten auch einfach alles bei ihm machen und ihn auch die Teile bestellen. Ist für mich am einfachsten. Da gelten für mich die gleichen Argumente. Allerdings hat das halt irgendwo Grenzen.
Zumindest Öl werde ich wohl in Zukunft mitbringen. 😁
Wenn es das doppelte kostet ist das schon sehr viel. Gerade beim Beispiel der AHK.
Diese online AHK Anbieter sind schon extrem günstig. Werden Massen vom Hersteller direkt kaufen.
Auf dem E-Satz steht oft auch noch Hergestellt für.... Das sind Kaufleute die die Einkaufspreise extrem drücken. Und sicher auch nur paar Eur je AHK verdienen. Die Masse muss es machen.
Kannst ja selbst z.B. bei Westfalia selbst anfragen🙂 Wenn sie dir überhaupt eine verkaufen kostet die wohl auch das dopplete. Oder diese sogenannte "Unverbindliche Verkaufempehlung".
Dein Autofritze braucht vielleicht nur max. eine im Monat. Und das über mehrere Zwischenhändler.
Vielleicht braucht er das spezielle öl für dein Auto auch nur selten. Er ist Handwerker und kein Kaufmann.
Vor jahren gabs noch kein Internet. Und keine Foren. Ich glaube es war sogar nicht gestattet das z.B. ein Gastronom im Aldi seine Ware kauft. Ob das noch so ist? Ich denke nicht.