Tesla behauptet, ein Model S würde 354 g/km CO2 einsparen. Kann das stimmen?
Auf der Tesla homepage befindet sich eine Grafik, die andeutet, dass alle Model S zusammen bei bisher 1 Milliarde gefahrenen Meilen, 570.000 Tonnen CO2 eingespart haben sollen.
Das ergibt eine Einsparung von ca. 354g CO2 pro gefahrenem km.
Wie wurde da gerechnet?
Beste Antwort im Thema
Ich frage mich wirklich langsam, warum:
1. wir hier überhaupt noch antworten?
2. warum CheapAndClean nur ein Thema hat?
CheapAndClean hat 3 Beiträge aufgemacht:
1. Erfüllt der Tesla S überhaupt die EURO5?
2. Ist ein am deutschen Strommix geladenes BEV tatsächlich umweltfreundlich?
3. Tesla behauptet, ein Model S würde 354 g/km CO2 einsparen. Kann das stimmen?
Er führt seinen kleinen Privatkrieg gegen Tesla.
Es fragt sich nur, WARUM?
Das sollten wir uns mal überlegen.
So penetrant wie er es hier betreibt ist schon auffällig.
Denkt darüber mal nach!!
157 Antworten
nicht falsch verstehen, bin miteigentümer bei tesla und freu mich täglich über den kurs, aber man darf mal hinterfragen.
hochfeste stähle sind auch leicht und haben weniger energieeinsatz bei der herstellung
Zitat:
@maurocarlo schrieb am 13. Juli 2015 um 13:09:47 Uhr:
nicht falsch verstehen, bin miteigentümer bei tesla und freu mich täglich über den kurs, aber man darf mal hinterfragen.
hochfeste stähle sind auch leicht und haben weniger energieeinsatz bei der herstellung
Habe zwar keine Aktien von denen, empfehle aber aus patriotischen Gründen die Verwendung von
voestalpine-Stahl.
"Stahl: Kostengünstiger und ökologisch vorteilhafter
Nicht ohne Grund unterziehen Automobilhersteller daher bereits im frühen Stadium der Fahrzeugentwicklung jedes einzelne Bauteil nach technischen, wirtschaftlichen und ökologischen Gesichtspunkten einer „Lifecycle-Analyse“. Die Transparenz dieser ganzheitlichen Betrachtung von Werkstoffen im Auto zeigt dabei auch, das leicht allein noch nicht genug ist. Bei der aktuellen Mercedes C-Klasse hat dies beispielsweise dazu geführt, dass der Vorderachsträger wieder aus Stahl gefertigt wird und nicht wie im Vorgängermodell aus Aluminium. Die Berechnungen ergaben, dass sich der Einsatz von Aluminium selbst nach 200.000 gefahrenen Kilometern nicht rechnet. Auch mit einem Mehrgewicht von 1,5 Kilogramm war die Stahlvariante nicht nur um 45 Prozent kostengünstiger, sondern auch über den gesamten Lebenszyklus ökologisch vorteilhafter als die aus Aluminium."
ach so, OT. Sorry.
Interesant hierzu ein älterer, sachlicher Artikel aus der Zeit, dessen Fazit lautet:
"Das Auto mit batterieelektrischem Antrieb ist kein Allheilmittel. Technikbasierte Mobilität – ob in Pkw, Bus, Bahn oder Flugzeug – fordert ihren Tribut, der nur durch totalen Verzicht vermieden werden kann. Trotzdem ist das Elektroauto schon heute tendenziell umweltfreundlicher als konventionelle Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Es fördert die Unabhängigkeit von fossilen Ressourcen – und es wird jeden Tag sauberer."
http://www.zeit.de/mobilitaet/2014-01/elektroauto-energiebilanz
Hier wird auch auf die CO2-Emissionen bei der Herstellung eingegangen:
"Demnach kann man für eine Kilowattstunde Batteriekapazität etwa 125 Kilogramm CO2-Emissionen ansetzen. Bei der Produktion des Nissan-Leaf-Stromspeichers mit 24 Kilowattstunden fallen also drei Tonnen CO2 an.
Hinzu kommen CO2-Emissionen, die bei der Produktion des Motors freiwerden. Da beim Bau eines Elektromotors weniger CO2 anfällt als bei der Herstellung eines Verbrenners, reduziert sich unter dem Strich die Menge, die das batterieelektrische Auto über seine besser Fahremissionsbilanz kompensieren muss, auf rund 2,74 Tonnen CO2. Beim Vergleich mit dem Golf-Benziner fährt der Nissan somit erst nach gut 28.000 Kilometern eine schwarze Umweltnull rein."
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Der Artikel ist fast 2 Jahre alt.
Bei einem E-Auto den deutschen Strommixes anzusetzen halte ich für vollkommen falsch. Keine der Personen in meinem Bekanntenkreis mit E-Auto (Leaf, i3, Tesla) hat einen normalen Stromtarif. Alle haben Ökostomtarife und jeder 2. eine PV Anlage am Dach.
Darüber hinaus sieht der Vergleich in der Oberklasse nochmal anders aus. Vergleich mal einen Model S, 90D mit einem 750i.
Ich denke jeder hol genau die Statistik raus, die seine Interessen vertritt oder das Gewissen beruhigt.
Ich finde dem Autor des Artikels ist es eben gerade recht gut gelungen die Lage aus einem neutralen Blickwinkel zu betrachten. Auch wenn er schon etwas älter ist und nicht alle Details berücksichtigt wurden. Prinzipiell scheint er mir nach wie vor sehr treffend die Lage zu beschreiben. Die sehr hohen Emissionen die bei der Produktion eines Autos entstehen werden auch gern mal vernachlässigt bei solchen Diskussionen hier. ;-)
...also die Emissionen bei der Herstellung hat ja jedes Auto, denn Holzautos fahren wir nicht mehr...
Was man verbessern kann, wäre die Haltbarkeit der Fahrzeuge, dann würden hier die Emissionen sinken. Da aber gewisse Hersteller ihre Produkte scheinbar nur noch auf die Abschreibungszeit hin haltbar machen, bekleckern sich diese nun wirklich nicht mit Ruhm - ein Auto ist kein Wegwerfprodukt für 4 Jahre - schon gar nicht bei solchen Preisen, die auch noch durch Dienstwagenregelungen (von wem wohl???) finanziert werden...
Zitat:
@Blackmen schrieb am 25. Dezember 2015 um 21:48:50 Uhr:
...also die Emissionen bei der Herstellung hat ja jedes Auto, denn Holzautos fahren wir nicht mehr...
Ja, aber bei
Elektroautoswerden eben durch die Batterie-Herstellung noch deutlich mehr Emissionen verursacht als bei Autos mit Verbrenner, wie es scheint.
Und der Energie- und Ressourcen-Aufwand bei der Herstellung ist natürlich allgemein bei allen Autos ein sehr hoher Preis den wir für die uneingeschränkte Individualmobilität zu zahlen haben... Das ist wenigen bewußt denke ich.
Bei diesen Studien, wo Elektrofahrzeuge mit dem Deutschen Strommix und Batterien ohne Recycling angenommen wird, ist das Elektroauto imax. gleich dreckig wie ein modernes Verbrennerfahrzeug.
Was sagt uns das? Verbrennerfahrzeuge gehören ersetzt, da Sie im besten Falle gleich sauber sind wie das dreckigste Elektroauto und in Zukunft im Vergleich immer dreckiger.
PS: In einer Tesla Batterie hat es ca. 14kg Lithium, nur so als Info. Lithium ist nicht Uran oder Blei. Sondern ein sehr häüfiges, recyclierbares Metall.
Zitat:
@ncri schrieb am 25. Dezember 2015 um 23:53:20 Uhr:
Ja, aber bei Elektroautos werden eben durch die Batterie-Herstellung noch deutlich mehr Emissionen verursacht als bei Autos mit Verbrenner, wie es scheint.
Mal eine Frage dazu:
Wie viel Emissionen verursacht bei einem Verbrenner
- Motor
- Getriebe
- Auspuff
Gerade in Motor und Getriebe sind ja viele Einzelteile, die alle hergestellt werden müssen. Mit vielen besonderen Legierungen usw..
Dann die Schmierstoffe.
Der Katalysator.
Und was sonst nicht in einem E-Auto ist?
"Studien" die zum Vergleich den deutschen Strommix heranziehen nehme ich nicht ernst, weil sie davon ausgehen, dass alles so ist wie es jetzt in Deutschland ist und nie anders sein wird.
Das Potential der E-Mobilität liegt ja gerade darin, dass man bei Strom die Chance hat auf saubere Energiegewinnung einzuschwenken. Das wird beim Verbrenner nie gehen.
Weiters hat ein Elektromotor aufgrund seiner Einfachheit im Vergleich zum komplexen Verbrennermotor ein wesentlich höheres Potential für lange Lebensdauer und damit Nachhaltigkeit. Der natürliche Verschleiß beim E-Motor reduziert sich im Wesentlichen auf die Lagerung. Es wird technisch kein Problem sein, E-Motore so auszulegen dass sie lediglich alle paar 100 tkm neu gelagert werden müssen und weiter geht´s.
Ähnliches gilt für die Akkus, die - wenn sie zum Fahren nicht mehr taugen - ein zweites Leben als Haushaltsakku führen können.
Na toll, dann habe ich in 9000 km mit meinem LEAF die schwarze Null erreicht.
Da ich aber nur Ökostrom tanke und PV strom zuhause, wird das wohl eher der Fall sein - und nicht erst bei 28.000 km.
Die Verbrenner aber stinken weiter und weiter und das jeden Tag.
Ja, die Einwände mit dem Ökostrom machen Sinn, dadurch stehen Elektroautos (noch) besser da im Vergleich zu Verbrennern als im zitierten Zeit-Artikel beschrieben. Den Artikel im allgemeinen deswegen abzulehnen halte ich aber für falsch, er enthält sehr gute Punkte.
Der Gedanke ist nicht falsch, zeigt er vor allem eines auf:
Das E-Auto hat das Potential - im Gegensatz zum Verbrenner. Und das ist schonmal ein riesiger Vorteil.