Ladedruckregler, obere physikalische Grenze überschritten
Hallo,
Ich habe regelmäßig den Fehler im Speicher dass der Ladedruck zu hoch ist.
Den Ladedrucksensor habe ich neu gemacht, war aber fast zu erwarten dass der Fehler wieder aufgetreten ist.
Es handelt sich um einer 2012er 535d mit N57Z-Motor, gechipt auf 380PS und DP (offen) vor über einem Jahr. Der Fehler ist zum ersten Mal vor etwa 2 Wochen aufgetreten.
Es kommt noch keine Motorkontrollleuchte bzw keine Antrieb gestört Nachricht o.Ä.
Drücke waren, zumindest bei der Log-Fahrt bei 2Bar (Hochdruck) und 2,1Bar (Niederdruck).
Da man relativ schlecht an die Turbos rankommt und ich die exakte Funktionsweise der Stellglieder noch nicht ganz verstanden habe, bitte ich um eine gezielte Hilfe herauszufinden bzw zu prüfen woran es genau liegt. Teiletauschen auf Verdacht würde ich nur sehr ungern.
Ich bitte nur Leute zu antworten die sich wirklich auskennen, danke!
ps:
Außerdem suche ich jemand der sich mit dem umstellen/konfigurieren von Rheingold auskennt. Ich wollte neulich am E81 meiner Freundin was machen aber bekomme keine Verbindung und nun gehts auch beim F11 nicht mehr nachdem ich in der Konfig rumgebastelt habe.. gerne per Team-Viewer mit Erklärung wo ich was ändern muss um zwischen den Fahrzeugen zu wechseln. Interfaces sind die richtigen vorhanden.
Danke schonmal im Voraus!
Dario
20 Antworten
Zitat:
@maxmosley schrieb am 9. Mai 2021 um 10:02:13 Uhr:
...wie lautet der Fehlercode?
25CE00
...beim 35D liegt der max. Ladedruck bei ca. 3,1bar absolut (2,1bar Überdruck).
Wenn der Motor leistungsgesteigert ist, wird dieser Wert erhöht sein.
Der Fehler wird ab 3,5bar absolut gesetzt.
RG sagt, dass Leitungen und Steckverbindungen des Ladedrucksensors zu prüfen sind, und wenn i.O., der Ladedrucksensor getauscht werden soll.
Die geloggten Drücke sind o.k.. Ein Überdruck kann - wegen des nötigen Antriebsleistung der Turbine - nur bei hohem Abgasmassenstrom erreicht werden. In diesem Bereich spielt der kleine VNT/VTG-Turbo (Hochdruckstufe mit Leitschaufelverstellung - oberhalb des Abgaskrümmers) keine wesenliche Rolle mehr.
Der Große Turbo (Niederdruckstufe - unterhalb des Abgaskrümmers) hat kein VNT/VTG, sonder ein Wastegate, das öffnet, um die Turbine vor Überlast zu schützen.
Wenn das Wastegate zu spät öffnet (Schwergängigkeit/Fehlansteuerung) kann es zu erhöhten Ladedrücken kommen.
Ich würde erstmal den Sensor checken.
Zitat:
@maxmosley schrieb am 9. Mai 2021 um 10:47:21 Uhr:
...beim 35D liegt der max. Ladedruck bei ca. 3,1bar absolut (2,1bar Überdruck).
Wenn der Motor leistungsgesteigert ist, wird dieser Wert erhöht sein.
Der Fehler wird ab 3,5bar absolut gesetzt.
RG sagt, dass Leitungen und Steckverbindungen des Ladedrucksensors zu prüfen sind, und wenn i.O., der Ladedrucksensor getauscht werden soll.
Die geloggten Drücke sind o.k.. Ein Überdruck kann - wegen des nötigen Antriebsleistung der Turbine - nur bei hohem Abgasmassenstrom erreicht werden. In diesem Bereich spielt der kleine VNT/VTG-Turbo (Hochdruckstufe mit Leitschaufelverstellung - oberhalb des Abgaskrümmers) keine wesenliche Rolle mehr.
Der Große Turbo (Niederdruckstufe - unterhalb des Abgaskrümmers) hat kein VNT/VTG, sonder ein Wastegate, das öffnet, um die Turbine vor Überlast zu schützen.
Wenn das Wastegate zu spät öffnet (Schwergängigkeit/Fehlansteuerung) kann es zu erhöhten Ladedrücken kommen.
Ich würde erstmal den Sensor checken.
Vielen Dank für die Antwort!
Also der Sensor ist neu und das Kabel soweit man es ohne großen Aufwand verfolgen kann sieht gut und intakt aus.
Deiner Erklärung zur Folge liegt also ein Problem beim großen Lader vor, bzw bei dessen Ansteuerung. Nur wie finde ich jetzt raus was es genau ist?
Kommt man an den unteren Lader dran ohne diesen auszubauen?
Km-Stand ist übrigens knapp unter 200k km
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...da der Motor leistungsgesteigert ist - was ja ohne bauliche Modifikation nur durch Erhöhung des Ladedrucks und Verlängerung der Einspritzzeiten geht -, keine weiteren Fehlercodes registriert sind und der Fehler erst kürzlich aufgetreten ist, kann es sein, dass die Toleranzüberschreitung nur gering ist.
Das Luftmassensystem des Motors ist sehr komplex, gleichzeitig aber gut überwacht.
Zu einer strukturierten Fehlersuche sollte man - vor jeder Schrauberei - das Wartungssystem nutzen.
Dort gibt es ein Testmodul "Luftmassensystemtest", das die verschiedenen Komponenten nacheinander prüft.
Zum Luftmassensystemtest gibt es neben dem Ablauf (ABL) - also der Durchführung des Tests bei Datenverbindung von Tester und Fahrzeug - eine Funktionsbeschreibung (FUB).
Per Textsuche "Luftmassensystemtest" solltest Du Dich dort einlesen und dann den ABL durchführen.
Ich finde leider keine ABL Luftmassensystemtest, Fahrzeug war verbunden. Nur die FUB zeigt er mir an.
Anscheinend gibt keinen ABL für meinen Motor?
@darioesp
Hier ist der Pfad
...das Verfahren "ABL Luftmassensystemtest" existiert in neueren RG-Versionen offensichtlich nicht mehr, obwohl die korrespondierende FUB noch gelistet ist.
Ich hatte in 3.56.14 geschaut, die ja den N57Z abdeckt. In der 4.23.13, die ich auch habe, gibt's den ABL nicht mehr.
Wie @darioesp dokumentiert, repräsentiert der "ABL Ladedrucksensor" jetzt wohl den Testumfang.
Nun habe ich es gefunden. Aber wirklich bei rausgekommen ist nix..
Ich muss mal von unten dran und dann den Ablauf Wastegate laufen lassen um die Wastegate-Verstellung zu prüfen.. je nachdem ob man da hingucken kann.
Ich gehe aber stark davon aus dass dort oder in der Ansteuerung dieser der Fehler liegt.
...da hatte ich den falschen zitiert - @StevenM ist korrekt.
Also durch Ansteuerung konnte ich von oben mit einem Spiegel sehen dass das Wastegate öffnet. Ob weit genug konnte ich so nicht beurteilen.
Unterdrucklos ist das Wastegate offen durch Federkraft? Wenn das pneumatische Steuerventil Unterdruck durchlässt dann schließt das Wastegate, korrekt?
Demnach könnte entweder der elektropneumatische Druckwandler (eher unwahrscheinlich oder?) kaputt sein, es gibt ein Leck im Unterdruckschlauch, die Unterdruckdose ist kaputt oder die mechanische Verstellung der Wastegate im/am Turbolader klemmt bzw öffnet nicht ausreichend ode nicht schnell genug.
Soweit richtig mein Gedankengang?
Hat der Motor einen Ladedrucksensor oder eventuell irgendwo im Leitungsverlauf noch einen Zweiten?
...die Unterdrucksteuerung des Wastegates funktioniert genau anders herum:
Ab einer Motordrehzahl von ca. 3000 1/min wird das Wastegate-Ventil zunehmend geöffnet, um zu hohe Ladedrücke und Turbinendrücke zu verhindern. Über das Wastegate-Ventil wird ein Teil des Abgases an der Turbine der Niederdruckstufe vorbeigeführt. Das Wastegate-Ventil wird pneumatisch von einer Unterdruckdose betätigt und kann variabel eingestellt werden. Die Ansteuerung erfolgt über einen elektropneumatischen Druckwandler. Wird die Unterdruckdose mit Unterdruck beaufschlagt, so öffnet das Wastegate-Ventil.
BTW: Um bei Ausfall des Unterdrucksystem (Wastegate öffnet nicht) eine Beschädigung der Niederdruckturbine zu verhindern, bleibt in diesem Fall die Verdichter-Bypassklappe ebenfalls geschlossen, so dass der gesamte Ladeluftstrom den kleinen Hochdruckverdichter passieren muss und somit eine natürliche Drosselung erreicht wird.
Der Motor hat
- 1 Abgasdrucksensor vor Turbolader (sitzt im Abgaskrümmer)
- 1 Abgasdrucksensor vor DPF (EUR5) oder Differenzdrucksensor DPF (EUR6)
- 1 Ladedrucksensor (sitzt im Luftsammler/"Ansaugbrücke"😉
- 1 Umgebungsdrucksensor (sitzt festeingebaut im Motorsteuergerät)
Also kein Unterdruck = Wastegate geschlossen
Unterdruck = Wastegate offen
Ich habe nun einen relativ hässlich aussehenden Unterdruckschlauch getauscht. Eventuell ist damit nun wieder alles gut..
Fehler ist wieder eingetragen.
Anbei ein Bild von den Werten.. seltsam ist dass es immer bei rund 3000upm auftritt. Ist es trotzdem so zu interpretieren dass es am großen Lader liegt bzw dessen Steuerung?