Käfer Neuling mit ein paar allgemeinen Fragen zum Fahrverhalten

VW Käfer 1303

Moin!

Ich habe vor zwei Wochen TÜV und Zulassung auf meinen Käfer gekriegt (1303, Limo, 1973).

Der Wagen wurde wohl vor 15 Jahren oder so mal grundsätzlich einigermaßen ok zurechtgepfuscht um seinerzeit das H-Kennzeichen zu bekommen. Dann stand er 10+ Jahre inner Scheune.
Vor 2 Jahren oder so hab ich ihn dann gekauft und mich jetzt endlich mal drum gekümmert.
Neben n bisschen Blecharbeit und Tank hab ich eigentlich den Vergaser gereinigt, neue Bremsschläuche verbaut, neue Kerzen, neuen Luftfilter und Öl.
Wie gesagt, jetzt hat er TÜV und fährt.

Zu meinen Fragezeichen:
Ich kann halt als jemand der das letzte mal vor 30 Jahren mal Käfer gefahren ist, nicht wirklich einschätzen ob er gut läuft oder nicht. Er ist halt lahm und zieht insb. unten heraus nur sehr träge.

1.
Was sollte der grundsätzlich so als Höchstgeschwindigkeit erreichen? also 125 hab ich schon geschafft... habs aber auch nicht weiter ausgereizt; weiss aber nicht ob da noch was gegangen wär.

2.
Ist es richtig oder normal, dass man wenn man sauber schalten und ich sag mal gleichmäßig weiterbeschleunigen will, die Gänge schon relativ hoch ziehen muss?
Angenommen ich will auf 100 kommen... dann muss ich den 3. schon so bis 80 hochziehn, damit ich sauber weiterbeschleunigen kann;
bei 70 in den 4. wirds ihm schon zu untertourig und er fällt in son leistungsloch und quält sich erstmal wieder... zumindest wenn ich weiter beschleunigen will; wenn ich die 70 nur halten will gehts auch im 4.

Beim Anfahren ähnlich, da muss ich immer son tick mehr gas geben als ichs vom golf 3 und anderen gewohnt bin.

3.
Wenn er kalt ist springt er auf zuverlässig sofort auf schlag an; warm gefahren muss ich immer nochn paar Sekunden nudeln bevor er anspringt (kenn ich halt von anderen Autos eher umgekehrt)

Ansonsten läuft er sauber und schnurrt so vor sich hin.

Kann vllt. jemand Erfahrenes meine Beobachtungen einordnen? so in "da stimmt was nicht" oder "ist normal beim Käfer"...

nachdem der jetzt

20 Antworten

Weil das zu dem Thema passt: Ich habe bei meinem 1302s vor und nach der Revision folgendes gehabt: wenn man das Gas voll durchdrückt, beschleunigt er schlechter, als wenn man mit dem Gaspedal der aktuellen Drehzahl immer nur etwas voreilt. Zündzeitpunkt, unterDruckverstellung, Vergaser, alles neu. Ich gehe also davon aus, dass das also Stand der Technik damals war. Kann mir das jemand technisch erklären, warum das so ist?

Der AD Motor hat jetzt eine 123 Ignition, nen CSP Sportauspuff in Originaloptik und von Oldtimer Wensing den PICT3 Vergaser auf 37mm aufgearbeitet. Ebenfalls Original Optik. In Summe macht es ein richtigen Unterschied. Und schockt richtig zu fahren.

Zitat:

@Sretepelo schrieb am 9. Juli 2023 um 13:20:06 Uhr:


Weil das zu dem Thema passt: Ich habe bei meinem 1302s vor und nach der Revision folgendes gehabt: wenn man das Gas voll durchdrückt, beschleunigt er schlechter, als wenn man mit dem Gaspedal der aktuellen Drehzahl immer nur etwas voreilt. Zündzeitpunkt, unterDruckverstellung, Vergaser, alles neu. Ich gehe also davon aus, dass das also Stand der Technik damals war. Kann mir das jemand technisch erklären, warum das so ist?

Der AD Motor hat jetzt eine 123 Ignition, nen CSP Sportauspuff in Originaloptik und von Oldtimer Wensing den PICT3 Vergaser auf 37mm aufgearbeitet. Ebenfalls Original Optik. In Summe macht es ein richtigen Unterschied. Und schockt richtig zu fahren.

Das nennt man "verschlucken". Kann mit einer nicht passenden Verstellkurve (welche ist eingestellt ?) zum Vergaser zusammenhängen. Dazu kommt eine Vergrößerung von Vergaser und Topf und wir wissen auch die Einspritzmenge der Beschleunigerpumpe und den Winkel des Röhrchens nicht.

Naja, das ist kein Stottern, oder verschlucken, wie oft beschrieben. Ich kann ab ca 1250u/min sauber hochbeschleunigen. Kein Vergleich zu früher. Ab 40km/h im 4 Gang geht dufte.

Wenn ich das Gaspedal aber voll durchdrücke klingt er dumpfer und zieht weniger, als wenn ihn langsam mit „hochziehe“… whatever. Ich glaube nörgeln auf ziemlich hohem Niveau.

Den Vergaser hat Guido Wensing mir nach Beschreibung des Motors aufgebaut. Ich glaube, da gibt es wenig Anlass, dort rumzufingern für mich.

Ich habe woanders gelesen, bei frisierten Motoren kann man den Zündzeitpunkt noch weiter nach vorne legen. Ich mach das mal bei Gelegenheit in 2° Schritten.

Könnte normal sein. Selbst bei neuen Fahrzeugen macht die Elektronik die Drosselklappe " langsam" und nicht schlagartig auf, weil sonst die schwingende Luftsäule zusammenbricht und damit die Füllung schlechter wird.

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Zitat:

@Sretepelo schrieb am 9. Juli 2023 um 22:11:43 Uhr:


Wenn ich das Gaspedal aber voll durchdrücke klingt er dumpfer und zieht weniger, als wenn ihn langsam mit „hochziehe“… whatever. Ich glaube nörgeln auf ziemlich hohem Niveau.

Den Eindruck hatte ich damals bei den 03 S auch immer und das tatsächlich auch so gemacht wie Du. Würde heute sagen, dass bei offener DK und niederer Drehzahl die Vorverstellung wg. weniger Unterdruck zurückfällt, ist aber nur ein Gedanke.

Bei den Serien-1200ern merkt man das nicht aus irgendwelchen Gründen, aber die fahre ich eh immer nahe an Nenndrehzahl.

Diese Erfahrung habe ich auch gemacht.
Ich glaube, die Erklärung ist ganz einfach. Wenn du schlagartig Gas gibst, spritzt die Beschleunigerpumpe alles innerhalb von vielleicht 1-2 Sekunden ein. Dann kommt hier nix mehr nach.
Wenn man etwas moderater das Pedal drückt, spritzt die Pumpe es ein, bis das Pedal ganz am Boden ist. Die Menge bleibt zwar gleich, aber das dumpfere Motorgeräusch könnte auf überfettung hindeuten, sodass eine Einspritzung über längere Zeit dem Motor ein besseres Gemisch bereitet.

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