E92 335i - Motorwarnleuchte nach erstem Mal 102 Oktan statt 98

BMW 3er E92

Hallo zusammen,

gestern ging bei mir auf der BAB aus heiterem Himmel nach ca. 1h Fahrtzeit die Motorwarnleuchte an (gelbes Motorzeichen im BC, statisches Leuchten, kein Blinken). Dies zusammen mit spürbarem Leistungsverlust, also evtl. Notlaufprogramm vom Motor oder ähnliches. Ich bin auf den Standstreifen, Motor abgestellt, Wagen gesichert. Dann Motor zur Kontrolle noch mal angestellt, startet einwandfrei, keine Fehlermeldung mehr.

ADAC gerufen, der hat den Fehlerspeicher ausgelesen, aber nicht deuten können, irgendwie funktionierte die Umschlüsselung des Fehlercodes nicht, laut ADAC-Techniker. Wir sind dann noch mal zusammen gefahren, Motor zieht ganz normal, kein Leistungsverlust, keine Fehlermeldung. Da ich noch 350 km vor mir hatte hat er hat dann die BMW Leitzentrale in München angerufen (war leider Sonntag Abend nach 22 Uhr, damit kein Techniker sonstwo mehr erreichbar). Der Herr dort meinte, solange die Warnlampe nicht rot ist oder wild blinkt, könnte ich weiterfahren, es wäre evtl. etwas abgasrelevantes.
Ich hab mir das vom ADAC-Menschen nochmal schriftlich bestätigen lassen (nicht dass es dann beim BMW Garantiefall heisst, ich bin weitergefahren trotz Warnmeldung) und bin die 350km nach Hause.

Frage an Euch:
Ich habe ca. eine Stunde bevor das aufgetreten ist zum 1. Mal statt 98 Oktan 102 Oktan getankt, weil ich an einer Tanke war, wo es kein 98er gab. Kann das irgendetwas damit zu tun haben? Bin kein Techniker, aber ich dachte Motoren haben da irgendwelche Kennfelder, "gewöhnen" sich sozusagen an die Oktanzahl.

Besten Dank im Voraus!
Cause'n'Effect.

//edit: Termin zur Überprüfung beim Freundlichen ist natürlich schon vereinbart. Er meinte auch, ich könnte die Woche noch fahren, hab erst Freitag den Termin bekommen.

49 Antworten

Zitat:

Original geschrieben von Bartman


Da kann ich aber jetzt nicht rauslesen, dass da bei einem festen Wert "Stop" gemacht wird.

Hast Du auch die SW-Dokus??

Zitat:

Original geschrieben von Bartman


@Real_Imperial
Ist das Spekulation mit den festen Werten? Oder gibt es da Quellen? Man liest laufend von "tastet sich an die Klopfgrenze für eine ideale Verbrennung", aber bei neueren Motoren nichts von festen Werten.

Okay,

ich zitiere mal aus einer aktuellen Doku (einige Stellen habe ich durch xxx unkenntlich gemacht, um Rückschlüsse zu vermeiden):

Die Funktion beinhaltet die Berechnung der zylinderindividuellen Zündwinkeländerung der Klopfregelung. Sie umfaßt die adaptive Berechnung der zylinderindividuellen Spätverstellung.
Der an die Zündung übergebene Wert der Spätverstellung ergibt sich je nach Betriebsbedingung.
Wird eine Verbrennung als klopfend erkannt, wird der Zündwinkel des entsprechenden Zylinders um den Betrag xxx
pro Klopfereignis nach spät verstellt. Diese zylinderindividuelle Spätverstellung ist von der Drehzahl und xxx abhängig und wird aufaddiert.
Zusätzlich ist die Spätverstellung nach spät auf xxx und nach früh auf 0° begrenzt.

Zur Adaption:
Der sich ergebende Wert ist der eigentliche Lernsollwert. Er muß noch auf negative Werte begrenzt werden, da andernfalls das Netz auch positive Zündwinkel lernen würde, die aber im Rahmen der Klopfregelung unsinnig
wären
.

Glaubst Du es jetzt??

Ok, ich bin überzeugt. 😎 Wenn du mir jetzt noch einen logischen Grund nennen kannst, warum das so praktiziert wird?

Zitat:

Original geschrieben von Bartman


Ok, ich bin überzeugt. 😎 Wenn du mir jetzt noch einen logischen Grund nennen kannst, warum das so praktiziert wird?

Spontan fallen mir zwei ein:

1.) Man möchte doch eigentlich, dass der Motor nicht klopft. Deshalb wird er auf eine bestimmte Kraftstoffqualität ausgelegt (bei BMW z.B. 98 Oktan). Bei normalen Betriebsbedingungen und 98er Benzin sollte der Motor also rein aus dem Kennfeld heraus klopffrei laufen. Die Klopfregelung wird ja erst aktiv, nach dem er geklopft hat.

2.) Wenn der Motor auf z.B. 98 Oktan ausgelegt ist, er aber über die Klopfregelung bei 102 Oktan den Zündwinkel nach früh ziehen könnte, dann hätte der Motor auch mehr Leistung. Frag mich jetzt bitte nicht, wieviel das genau aus macht, aber ein paar kW werden es schon sein. Das könnte dann ein Problem mit der Zulassung bzgl. der maximalen Leistung darstellen.

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Die Mehrleistung wäre doch sicher erwünscht und noch im Toleranzbereich. Egal, es ist wie es ist. Danke für die Aufklärung!

Zitat:

Original geschrieben von Rael_Imperial



Zitat:

Original geschrieben von Bartman


@Real_Imperial
Ist das Spekulation mit den festen Werten? Oder gibt es da Quellen? Man liest laufend von "tastet sich an die Klopfgrenze für eine ideale Verbrennung", aber bei neueren Motoren nichts von festen Werten.
Okay,
ich zitiere mal aus einer aktuellen Doku (einige Stellen habe ich durch xxx unkenntlich gemacht, um Rückschlüsse zu vermeiden):

Die Funktion beinhaltet die Berechnung der zylinderindividuellen Zündwinkeländerung der Klopfregelung. Sie umfaßt die adaptive Berechnung der zylinderindividuellen Spätverstellung.
Der an die Zündung übergebene Wert der Spätverstellung ergibt sich je nach Betriebsbedingung.
Wird eine Verbrennung als klopfend erkannt, wird der Zündwinkel des entsprechenden Zylinders um den Betrag xxx
pro Klopfereignis nach spät verstellt. Diese zylinderindividuelle Spätverstellung ist von der Drehzahl und xxx abhängig und wird aufaddiert.
Zusätzlich ist die Spätverstellung nach spät auf xxx und nach früh auf 0° begrenzt.

Zur Adaption:
Der sich ergebende Wert ist der eigentliche Lernsollwert. Er muß noch auf negative Werte begrenzt werden, da andernfalls das Netz auch positive Zündwinkel lernen würde, die aber im Rahmen der Klopfregelung unsinnig
wären
.

Glaubst Du es jetzt??

Heisst das im Umkehrschluss, dass durch das Aufspielen einer neuen Software wie bei mir diese "individuellen" Lernsollwerte überschrieben und jetzt wieder erlernt werden müssen vom Motor bzw. der Steuersoftware?

Zitat:

Original geschrieben von causeneffect


Heisst das im Umkehrschluss, dass durch das Aufspielen einer neuen Software wie bei mir diese "individuellen" Lernsollwerte überschrieben und jetzt wieder erlernt werden müssen vom Motor bzw. der Steuersoftware?

Da bin ich mir jetzt nicht ganz sicher. Es kann sein, dass die Werte erhalten bleiben oder dass sie gelöscht werden. Aber das wäre nicht schlimm, da sie schnell wieder gelernt werden (gilt auch für z.B. Lambdaregler, Leerlaufregler, Verlustmomente,...).

Zitat:

Original geschrieben von Rael_Imperial



Zitat:

Original geschrieben von causeneffect


Heisst das im Umkehrschluss, dass durch das Aufspielen einer neuen Software wie bei mir diese "individuellen" Lernsollwerte überschrieben und jetzt wieder erlernt werden müssen vom Motor bzw. der Steuersoftware?
Da bin ich mir jetzt nicht ganz sicher. Es kann sein, dass die Werte erhalten bleiben oder dass sie gelöscht werden. Aber das wäre nicht schlimm, da sie schnell wieder gelernt werden (gilt auch für z.B. Lambdaregler, Leerlaufregler, Verlustmomente,...).

da bin ich mir sicher. Bei Jedem Motorsw update sollten die Adaptionswerte gelöscht werden.

Der Lernprozess ist eigentlich ein definierter einfahrprozess, was der einfachheit halber oftmals dem Kunden überlassen wird (ist aber ein fehler). Sind wohl die ersten 40 km masgeblich entscheidend...

Weis das zwar nur für den N52 sicher, aber beim DI dürft sich da wohl nix grundlegendes geändert haben.

gretz

Zitat:

Original geschrieben von Rael_Imperial



Zitat:

Original geschrieben von Bartman


Ok, ich bin überzeugt. 😎 Wenn du mir jetzt noch einen logischen Grund nennen kannst, warum das so praktiziert wird?
Spontan fallen mir zwei ein:
1.) Man möchte doch eigentlich, dass der Motor nicht klopft. Deshalb wird er auf eine bestimmte Kraftstoffqualität ausgelegt (bei BMW z.B. 98 Oktan). Bei normalen Betriebsbedingungen und 98er Benzin sollte der Motor also rein aus dem Kennfeld heraus klopffrei laufen. Die Klopfregelung wird ja erst aktiv, nach dem er geklopft hat.

2.) Wenn der Motor auf z.B. 98 Oktan ausgelegt ist, er aber über die Klopfregelung bei 102 Oktan den Zündwinkel nach früh ziehen könnte, dann hätte der Motor auch mehr Leistung. Frag mich jetzt bitte nicht, wieviel das genau aus macht, aber ein paar kW werden es schon sein. Das könnte dann ein Problem mit der Zulassung bzgl. der maximalen Leistung darstellen.

dass er beim klopfen nach spät verstellt wird ist ja kein Geheimnis. Per se liegt die Zündung aber bei FRÜH und wird bei Klopfanzeichen nach SPÄT verstellt. Mit 102 Oktan braucht er eben nicht nach spät regeln und liegt permanent am frühest möglichen Zündzeitpunkt.... auch im Schit oder Magerbetrieb.

lg
Peter

Zitat:

Original geschrieben von pfirschau



Zitat:

Original geschrieben von Rael_Imperial


Spontan fallen mir zwei ein:
1.) Man möchte doch eigentlich, dass der Motor nicht klopft. Deshalb wird er auf eine bestimmte Kraftstoffqualität ausgelegt (bei BMW z.B. 98 Oktan). Bei normalen Betriebsbedingungen und 98er Benzin sollte der Motor also rein aus dem Kennfeld heraus klopffrei laufen. Die Klopfregelung wird ja erst aktiv, nach dem er geklopft hat.

2.) Wenn der Motor auf z.B. 98 Oktan ausgelegt ist, er aber über die Klopfregelung bei 102 Oktan den Zündwinkel nach früh ziehen könnte, dann hätte der Motor auch mehr Leistung. Frag mich jetzt bitte nicht, wieviel das genau aus macht, aber ein paar kW werden es schon sein. Das könnte dann ein Problem mit der Zulassung bzgl. der maximalen Leistung darstellen.

dass er beim klopfen nach spät verstellt wird ist ja kein Geheimnis. Per se liegt die Zündung aber bei FRÜH und wird bei Klopfanzeichen nach SPÄT verstellt. Mit 102 Oktan braucht er eben nicht nach spät regeln und liegt permanent am frühest möglichen Zündzeitpunkt.... auch im Schit oder Magerbetrieb.

lg
Peter

Würde er bei richtigem 98 oktan benzin ja auch ;-).

Ist ja ungefähr so, als wenn du sagst, du brauchst mindestens einen L Wasser im Kasten, damit die Anzeige passt. obst jetzt 1 L oder 1000 L einfüllst ergibt das gleiche ergebnis. Nur von den Kosten her ist ein unterschied.

gretz

Zitat:

Original geschrieben von kevinmuc



Zitat:

Original geschrieben von Rael_Imperial


Da bin ich mir jetzt nicht ganz sicher. Es kann sein, dass die Werte erhalten bleiben oder dass sie gelöscht werden. Aber das wäre nicht schlimm, da sie schnell wieder gelernt werden (gilt auch für z.B. Lambdaregler, Leerlaufregler, Verlustmomente,...).

da bin ich mir sicher. Bei Jedem Motorsw update sollten die Adaptionswerte gelöscht werden.

Der Lernprozess ist eigentlich ein definierter einfahrprozess, was der einfachheit halber oftmals dem Kunden überlassen wird (ist aber ein fehler). Sind wohl die ersten 40 km masgeblich entscheidend...

Weis das zwar nur für den N52 sicher, aber beim DI dürft sich da wohl nix grundlegendes geändert haben.

gretz

Hi kevinmuc, besten Dank für die Klärung.

Könntest Du der Vollständigkeit halber noch kurz erklären, worauf der "allein gelassene" Kunde in den ersten massgeblichen 40km achten muss, um das Optimum aus der Einlernpase herauszuziehen?

Beste Grüsse,
cause'n'effect

Zitat:

Original geschrieben von causeneffect



Zitat:

Original geschrieben von kevinmuc


da bin ich mir sicher. Bei Jedem Motorsw update sollten die Adaptionswerte gelöscht werden.

Der Lernprozess ist eigentlich ein definierter einfahrprozess, was der einfachheit halber oftmals dem Kunden überlassen wird (ist aber ein fehler). Sind wohl die ersten 40 km masgeblich entscheidend...

Weis das zwar nur für den N52 sicher, aber beim DI dürft sich da wohl nix grundlegendes geändert haben.

gretz

Hi kevinmuc, besten Dank für die Klärung.
Könntest Du der Vollständigkeit halber noch kurz erklären, worauf der "allein gelassene" Kunde in den ersten massgeblichen 40km achten muss, um das Optimum aus der Einlernpase herauszuziehen?

Beste Grüsse,
cause'n'effect

muss mal in mich gehen, was der nette Typ aus Regensburg mir da erzählt hat. War ja schon 2007 gewesen...

aber was das Optimum ist, das ist wohl eine glaubensfrage. Einmal hab ich (aus unwissenheit) den wagen schnell bewegt... und danach war der Motor richtig agressiv und bissig. 

Meld mich dazu noch mal.

gretz

Zitat:

Original geschrieben von kevinmuc



Zitat:

Original geschrieben von causeneffect


Hi kevinmuc, besten Dank für die Klärung.
Könntest Du der Vollständigkeit halber noch kurz erklären, worauf der "allein gelassene" Kunde in den ersten massgeblichen 40km achten muss, um das Optimum aus der Einlernpase herauszuziehen?

Beste Grüsse,
cause'n'effect

muss mal in mich gehen, was der nette Typ aus Regensburg mir da erzählt hat. War ja schon 2007 gewesen...
aber was das Optimum ist, das ist wohl eine glaubensfrage. Einmal hab ich (aus unwissenheit) den wagen schnell bewegt... und danach war der Motor richtig agressiv und bissig. 

Meld mich dazu noch mal.

gretz

Die Lernwerte werden ja nicht nur einmalig nach dem Flashen gelernt, sondern permanent. Von daher sollte das ziemlich egal sein.

Also, um die Story hier noch zu komplettieren.
Nachdem ich nun das dritte Mal die gelbe Motorwarnleuchte im Cockpit hatte, in Verbindung mit der iDrive Fehlermeldung "Motorstörung, Leistungsverlust" bin ich wieder zum Freundlichen und habe darauf beharrt, dass sie sich das Thema nun genau anschauen, weil ich nicht gefühlt alle 3 Wochen Zeit für einen Werkstattbesuch habe.

Schlussendlich wurden beide Turbos ersetzt. Zum Glück hatte ich die Euro Plus abgeschlossen ... Kostenpunkt um die 5000 CHF. Glück im Unglück.

Hoffe, das Thema wird mich nun nie wieder belästigen, da ich die Turbos warm- und kaltfahre.

Zitat:

Original geschrieben von Rael_Imperial



Zitat:

Original geschrieben von kevinmuc


muss mal in mich gehen, was der nette Typ aus Regensburg mir da erzählt hat. War ja schon 2007 gewesen...
aber was das Optimum ist, das ist wohl eine glaubensfrage. Einmal hab ich (aus unwissenheit) den wagen schnell bewegt... und danach war der Motor richtig agressiv und bissig. 

Meld mich dazu noch mal.

gretz

Die Lernwerte werden ja nicht nur einmalig nach dem Flashen gelernt, sondern permanent. Von daher sollte das ziemlich egal sein.

ist zwar schon lange her (deine antwort), aber aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass es einen deutlichen Unterschied ausmacht. Warum das so ist, müsstest du selbst besser beantworten können, aber die Lernphase danach ist etwas anders als die lernphase nach dem Reset. Bei mir wurden die Adaptionswerte öfter mal gelöscht und jedesmal war der Motor "anders" und blieb auch so ... 

gretz

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