Preisschraube bei Porsche: Ab wann ist sie überdreht?

Porsche

Vor ein paar Tagen sah ich einen jetzt 12 Monate alten Test des neuen Cayenne S Coupé. Listenpreis ab € 113 k. Das war schon nach der stattlichen Preiserhöhung zum Modellwechsel auf das Facelift-Modell. 1 Jahr später steht das gleiche Fahrzeug sogar mit € 124 k in der Liste, also ca. 10% Mehrpreis, ohne dass sich irgendetwas geändert hätte (mit Ausnahme des Preisschilds).

Was sich im Vergleich zum Vorgänger allerdings geändert hat, ist der Qualitätseindruck, speziell im Interieur. Drei Beispiele: Schaltkulisse und Schaltknauf wurden durch einen fitzeligen Plastiknippel ersetzt. Die Türöffner innen waren bisher aus Aluminium, jetzt sind das billigste Plastik-Hebelchen, wie sie auch bei Seat und Cupra verbaut werden. Die Abdeckung der Armaturen wurde nicht durch eine billigere Lösung ersetzt, nein, sie wurde gleich ganz gestrichen. In der Fachsprache nennt man solche Maßnahmen De-Contenting.

Preiserhöhung bei Mehrleistung und/oder besserer Ausstattung: gekauft. Deftige Preiserhöhungen bei gleichzeitiger Produktabwertung: unangemessen.

Viele Teilnehmer in diesem Forum können sich einen Porsche leisten. Die Frage ist: Ab wann springen Kunden ab, weil sie der Preispolitik überdrüssig sind?

1915 Antworten

Tavascan wird in China gebaut. Das bedeutet, dass auf dieses Fahrzeug in der EU ein Strafzoll von 21% anfällt. Dazu Transportkosten und ein “natürlicher EU Aufschlag”.

Aber zurück zum Klassikerpotential eines 718. Ein heutiges Bild aus dem Showroom des Porschezentrum Shanghai Puxi. Da stehen 3 718 rum (auch die Modelle, die durch Regulierung in der EU eingestellt wurde). Es stehen noch Cayenne und Panamera drin. Ein Taycan und nur einen eMacan.

Laut Information gehen die Benziner bei Porsche “noch” gut. Weniger die e-Modelle.

So lange der 718 produziert wird und noch in China (und anderswo) als Neuwagen verkauft wird, ist der Weg zum “Klassiker” jedoch noch lang.

Gruss aus Shanghai

Bild #211637797
Bild #211637799
Zitat:
@Makli schrieb am 27. August 2025 um 03:14:17 Uhr:
Ein heutiges Bild aus dem Showroom des Porschezentrum Shanghai Puxi.
Gruss aus Shanghai

...und man beachte die vielen Kunden im Showroom... uups...

@Makli:

Zuerst einmal vielen Dank für die Bilder. Die Zoll-Thematik ist mir bewusst. Dann gebt uns einfach den Audi E5 (ohne Ringe) zzgl. Strafzoll und Transportkosten. da sind wir bei der Vollfett-Variante immer noch bei unter € 50 k, der Einstieg gelänge bei ca. € 40 k. Meinetwegen darf der VW-Konzern auch einen E5 umtaufen, ein Porsche Wappen draufkleben und 10-15% Begeisterungszuschlag erheben.

Würde das baugleiche Fahrzeug in Europa gefertigt, könnte das zu vergleichbaren Kosten hergestellt werden. Die Mehrkosten für die Löhne werden durch den Wegfall des Zolls und der Transportkosten mehr als kompensiert.

Nicht nur hier im Forum, auch von den Medien wird immer öfter die Frage gestellt, weshalb in China erschwingliche e-Mobilität aus jeder verfügbaren Steckdose quillt, während wir hierzulande am Nasenring durch die Manege geführt werden. Dieses Geschäftsmodell wird sich mittelfristig selbst abschaffen. Entweder bieten die europäischen Hersteller wettbewerbsfähige Produkte an, oder die asiatischen Hersteller nutzen die Chance und bieten unterhalb des von den Europäern geschaffenen Preisschirms attraktive Modelle an.

Das war schon immer so, das die EU und vor allem D teuer war. Reimporte gab es ja zuhauf. Andererseits haben es die Japaner, Koreaner, Chinesen bis jetzt immer fertiggebracht sich leicht unterhalb zu positionieren. Zumindest am Anfang. Richtige Preisbrecher gab es noch nie.

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Also 1. der Showroom ist immer leer wenn ich daran vorbei gehe.das war aber auch 8:30 morgens Ortszeit und das ist in meinem heimischen PZ in DE auch nichts los. Mittags stehen jedenfalls immer einige Kundenfahrzeuge davor.

2. Ich bin nicht China .. “Ich” kann “Euch” nichts geben 🙂 Ich bin nur ab und an in Shanghai und das PZ ist in der Nähe meines Office.

3. Naja der Ohne-Ringe Audi ist ja ausschließlich (soweit ich weiß) für China gedacht. Eine EU Zulassung würde neben den Zusatzkosten sicherlich auch eine Veränderung in der Platform mit sich führen. Ein Großteil der Zulieferen müssten auch compliant werden. Ich denke da ist mehr als nur der Transport plus Zoll.

Beim Tavascan ist das anders, der war von vorn herein für die EU geplant und so entwickelt. Aber auch mit der geringen Marge von SEAT kalkuliert. Durch die Zölle geht das jetzt stark ans Limit.

Ich will das nicht schön reden und auch nicht behaupten dass es nicht geht, aber ich glaube es ist nicht ganz so leicht.

Viele Grüße

Ab heute Abend aus Guiyang

Zitat:
@xkman schrieb am 27. August 2025 um 10:47:48 Uhr:
@Makli:
Nicht nur hier im Forum, auch von den Medien wird immer öfter die Frage gestellt, weshalb in China erschwingliche e-Mobilität aus jeder verfügbaren Steckdose quillt, während wir hierzulande am Nasenring durch die Manege geführt werden. Dieses Geschäftsmodell wird sich mittelfristig selbst abschaffen. Entweder bieten die europäischen Hersteller wettbewerbsfähige Produkte an, oder die asiatischen Hersteller nutzen die Chance und bieten unterhalb des von den Europäern geschaffenen Preisschirms attraktive Modelle an.

Weil es UM WELTEN höher in China staatlich subventioniert wird. Und aufgrund der Sättigung nun in den Weltmarkt gepresst wird, noch höher subventioniert, um die Strafzölle zu kompensieren.

Ist auch keine neue Taktik, siehe Solarbranche. Ich hab vor einem halben Jahr 435 WP Module gekauft. 40 Euro das Stück. Und da haben selbst in Deutschland noch ein paar in der Lieferkette verdient. Man sollte nicht ernsthaft glauben dass dabei die Herstellungskosten gedeckt waren.

sind sie nicht 😉 sie mussten nur die Häfen leer bekommen - daher unter den Herstellungskosten verramscht

und es ging sogar noch unter 40€ pro Modul ...

Vielleicht können wir uns auf einen Sachverhalt einigen:

"Der Preis ist der Preis, die Leasingrate die Leasingrate."

"Warum, weshalb, wieso" sind interessante Fragestellungen, die das Gros der Konsumenten nicht ansatzweise interessieren. Weshalb: Weil selbst bei Gutverdienern unter dem Strich so wenig verfügbares Einkommen verbleibt, dass sie sich solche Fragen nicht stellen. Konkret: Als ich Jugendlicher war, fuhr die Gattin meines Zahnarztes einen 911 targa. Drei meiner Nachbarn sind Ärzte: Einer Orthopädie-Chefarzt. Auto der Frau: Mini One. Einer Orthopäde mit eigener Praxis. Auto der Frau: Audi Q3. Ein Allgemeinarzt mit eigener Praxis. Auto der Frau: Audi A3.

Alle drei Gutverdiener. Die denken noch nicht einmal über einen Gang ins PZ nach. Wenn jetzt ein cooler Wagen für ca. € 40-50 k auf den Markt kommt, fragen die nicht nach Subventionen oder Lohngefüge, sondern machen eine Probefahrt und unterschreiben.

Die Welt verändert sich aktuell in hoher Geschwindigkeit. Wer sich zeitnah anpassen kann, überlebt. Die anderen kommen (leider) unter die Räder. Darwin in Reinkultur. Finde ich das gut? Nö. Interessiert aber niemanden.

Zitat:
@xkman schrieb am 27. August 2025 um 22:23:12 Uhr:
Weil selbst bei Gutverdienern unter dem Strich so wenig verfügbares Einkommen verbleibt, dass sie sich solche Fragen nicht stellen.

Stimmt doch gar nicht. Von meinem Brutto-Gehalt muss ich 34% Abzüge zahlen. Ich bin angestellter Spitzenverdiener und hab 2 Kinder.

Alle drei Gutverdiener. Die denken noch nicht einmal über einen Gang ins PZ nach.

Aber bestimmt nicht scheuen wir den Gang zum PZ aus finanziellen Gründen. Irgendwann als das anfing mit der "dicken" Kohle dachte ich man muss einen Porsche fahren. Ich hatte dann nacheinander drei Stück. Cayman S, GT4 und dann den GT3. Mit Porsche beschäftigt oder von geträumt habe ich nie ich dachte wie gesagt das gehört zum guten Ton wenn man Geld hat. Aus fehlendem Spaß hab ich alle wieder verkauft. Für mich ist das keine Freizeitbeschäftigung alleine einsam über die Landstraße zu zockeln während andere bei der Grillparty im Garten Spaß haben. Zeiten ändern sich auch und ich glaube nicht das jeder von so einem ollen Porsche träumt nur weil er Geld hat. Ich kenne unzählige Leute die Geld haben aber denen generell Autos am Ar*** vorbei gehen.

Zitat:
@xkman schrieb am 27. August 2025 um 22:23:12 Uhr:
Vielleicht können wir uns auf einen Sachverhalt einigen:
"Der Preis ist der Preis, die Leasingrate die Leasingrate."
"Warum, weshalb, wieso" sind interessante Fragestellungen, die das Gros der Konsumenten nicht ansatzweise interessieren. Weshalb: Weil selbst bei Gutverdienern unter dem Strich so wenig verfügbares Einkommen verbleibt, dass sie sich solche Fragen nicht stellen. Konkret: Als ich Jugendlicher war, fuhr die Gattin meines Zahnarztes einen 911 targa. Drei meiner Nachbarn sind Ärzte: Einer Orthopädie-Chefarzt. Auto der Frau: Mini One. Einer Orthopäde mit eigener Praxis. Auto der Frau: Audi Q3. Ein Allgemeinarzt mit eigener Praxis. Auto der Frau: Audi A3.
Alle drei Gutverdiener. Die denken noch nicht einmal über einen Gang ins PZ nach. Wenn jetzt ein cooler Wagen für ca. € 40-50 k auf den Markt kommt, fragen die nicht nach Subventionen oder Lohngefüge, sondern machen eine Probefahrt und unterschreiben.
Die Welt verändert sich aktuell in hoher Geschwindigkeit. Wer sich zeitnah anpassen kann, überlebt. Die anderen kommen (leider) unter die Räder. Darwin in Reinkultur. Finde ich das gut? Nö. Interessiert aber niemanden.

Was fahren die Herren selber?

In der Schweiz hiesse die Antwort oft Cayenne.

Zitat:
@Kaltstrom schrieb am 28. August 2025 um 09:16:16 Uhr:
Stimmt doch gar nicht. Von meinem Brutto-Gehalt muss ich 34% Abzüge zahlen. Ich bin angestellter Spitzenverdiener und hab 2 Kinder.
Aber bestimmt nicht scheuen wir den Gang zum PZ aus finanziellen Gründen. Irgendwann als das anfing mit der "dicken" Kohle dachte ich man muss einen Porsche fahren. Ich hatte dann nacheinander drei Stück. Cayman S, GT4 und dann den GT3. Mit Porsche beschäftigt oder von geträumt habe ich nie ich dachte wie gesagt das gehört zum guten Ton wenn man Geld hat. Aus fehlendem Spaß hab ich alle wieder verkauft. Für mich ist das keine Freizeitbeschäftigung alleine einsam über die Landstraße zu zockeln während andere bei der Grillparty im Garten Spaß haben. Zeiten ändern sich auch und ich glaube nicht das jeder von so einem ollen Porsche träumt nur weil er Geld hat. Ich kenne unzählige Leute die Geld haben aber denen generell Autos am Ar*** vorbei gehen.

Ich bin Unternehmer mit eigener Firma und drücke 42% des Rohertrags meines Unternehmens als EkSt ab. Somit Spitzensteuersatz. Hab eine GmbH&Co KG und werde mich in das Korsett einer reinen GmbH nicht reinzwängen, da ich anders rum finanziell flexibel bleibe (Stichwort Entnahmen statt Gehalt).

Wir leisten uns drei Autos (zwei Porsche, ein Audi). Bei den beiden Spassmobilen wäre ich auch wieder bereit, Geld in die Hand zu nehmen, wenn ich sie denn ersetzen müsste. Muss ich aber nicht, ich bin damit zufrieden.

Der Firmenwagen wird alle drei Jahre ersetzt und da ist es mir mittlerweile auch egal, welches Emblem drauf klebt. Hauptsache es erfüllt die Anforderung an mein persönliches Pflichtenheft.

Da ich mir einbilde Herrn Knolfi auch schon über Jahre zu kennen, kann ich ihm daher den letzten Absatz kaum glauben. 🙂

Wenn man jahrelang Porsche gefahren ist, kommt man halt sehr schlecht weg von Porsche. Erst recht, wenn es auf den allerletzten Euro nicht ankommt und wenn man während Werkstattaufenthalte gezwungenermaßen ´mal andere Marken fahren mußte.

Es sei denn, die Modelle sagen perönlich nun gar nicht mehr zu. Und darum geht´s hier ja unter anderem.

@Swissbob:

1 x VW-Bus, 1 x A6, 1 x G-Klasse Diesel. Selbstverständlich würden die in der Schweiz Cayenne o.ä. fahren. Deshalb arbeiten ja auch viele deutsche Ärzte in der Schweiz 😀.

@Kaltstrom:

Danke für den Begriff "Spitzenverdiener". Laut BMF fallen Gehälter ab € 8359.- brutto in diese Kategorie, ab € 23277.- brutto gehört man dann zu den Top-Verdienern (oberstes Prozent der Pyramide).

Von 44 Millionen Erwerbstätigen sind also laut BMF 440.000 Top-Verdiener (leichte Zweifel meinerseits). Ergo existieren massenhaft solvente Kunden, die sich einen oder mehrere Porsche leisten können, wenn sie es nur wollten. Und am "wollen" scheint es aktuell sehr zu fehlen, siehe auch den letzten Absatz in obigem Beitrag von @knolfi.

Ich gehe davon aus, dass die Kaufzurückhaltung nicht nur Folge der Preisspirale ist, sondern das Thema Hochleistungs-ICEs zunehmend aus der Zeit fällt.

Zitat:
@Brengel schrieb am 28. August 2025 um 09:56:33 Uhr:
Da ich mir einbilde Herrn Knolfi auch schon über Jahre zu kennen, kann ich ihm daher den letzten Absatz kaum glauben. 🙂
Wenn man jahrelang Porsche gefahren ist, kommt man halt sehr schlecht weg von Porsche. Erst recht, wenn es auf den allerletzten Euro nicht ankommt und wenn man während Werkstattaufenthalte gezwungenermaßen ´mal andere Marken fahren mußte.
Es sei denn, die Modelle sagen perönlich nun gar nicht mehr zu. Und darum geht´s hier ja unter anderem.

Das mag sein. Und ich komme ja auch nicht weg von Porsche, bleibe ja der Marke treu. Aber die Emotionen, die ein Sportwagen von Porsche weckt, kann in meinen Augen eine Familienkutsche von Porsche nicht erreichen. Sonst bräuchten wir ja keinen 964/718'er & Co. Dann würde es auch der Macan/Cayenne tun.

Gerade letztere sind für mich austauschbar geworden, da sie ein gewisses Alleinstellungsmerkmal verloren haben und eigentlich in der Haptik immer billiger bei gleichzeitiger massiver Preisentwicklung geworden sind.

Oder einfach gesagt: einen V8-Hybrid bekomme ich auch für 50.000€ weniger bei einem anderen Premiumhersteller. Zwar ebenfalls billige Haptik, aber auch billiger Preis.

@knolfi:

Unterschreibe ich so, wie es da steht.

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