Erfahrungen mit dem I-Pace

Jaguar I-Pace I-Pace

Guten Morgen

ich bin am überlegen mir einen Jaguar I-Pace anzuschaffen.

Gibt es hier jemanden der schon einen fährt & von seinen Alltagserfahrungen berichten kann ??
Mir geht’s vor allen um die reelle Reichweite. Grade bei diesen höheren ( oder auch bei niedrigen / sehr kalten ) Temperaturen. Da soll die Batterie ja doch einiges an Fahrstrecke kürzer „halten“.

Vielen Dank 😎

Beste Antwort im Thema

Hallo,
ich bin (größtenteils begeisterter) I-Pace Fahrer mit etwas über 11.000 km Erfahrung. Das ist nicht wirklich langfristig, sollte aber ausreichen um ein paar Fakten beisteuern zu können.
Wo fangen wir an - was gefällt mir nicht:
- der Verbrauch. Natürlich (wie bei jedem Auto) kommt es auf den individuellen Fahrstil und den Streckenverlauf an, aber der Verbrauch ist enorm. Ich fahre jeden Tag 2x80 km zur Arbeit. Erst etwa 5 km durch die Stadt, wenige Ampeln. Dann 70 km Autobahn, größtenteils mit gut überwachtem Tempo 130. Ein Abschnitt von ca 20 km ist off Limits. Anschließend nochmal etwas Stadtverkehr, die ganze Strecke ohne nennenswerte Höhenunterschiede. Kurz gesagt: es ist schwierig, unter 28 kWh/100 km zu bleiben. Ich schaffe es nur mit vorausschauender Fahrweise (die sich aber als E-Auto-Fahrer automatisch einstellt) und eingestelltem Tempomaten (der aber eindeutig zu den positiven Dingen zählt, dazu später mehr). Mit Sicherheit haben die gigantischen Räder (ich habe 20''😉 einen großen Einfluß. Der cw-Wert mag auch nicht der beste sein, aber auch bei niedrigem Tempo in der Stadt (den Momentanverbrauch kann man sich anzeigen lassen) kommt man nicht deutlich mit dem Verbrauch runter. Am niedrigsten ist der Verbrauch (dann etwa 22 kWh/100 km) auf der Landstraße mit konstant 100 km/h.
Die gerade überstandene Hitzewelle hat es mir aber immerhin ermöglicht, meine allergrößten Bedenken auszuräumen: die Klimaanlage schafft es ohne Probleme. Ich habe meinen Innenraum in den letzten Tagen von über 40 auf 22 Grad kühlen können. Die Reichweite verringert sich damit um 28 km. Das ist für mich ok.
Der hohe Verbrauch bringt mich gleich zum nächsten wirklichen Ärgernis:
- das 1-phasige Laden an Wechselstrom. Das ist mE ein wirklich epischer Designfehler, und zwar gleich aus mehreren Gründen. Zur Erinnerung: der onboard Lader könnte 7 kW Wechselstrom gleichrichten. Formal wäre also der Akku (90 kWh) in etwa 15 h von komplett leer nach komplett voll geladen (Ladekurve wird gegen Ende flacher!). Grenzwertig, man fährt den Akku aber nie ganz leer, würde also für die meisten Anwendungsfälle passen. Aber: wir sind in Deutschland, da darf man nicht 7 kW aus einer Phase entnehmen. Sondern max 4,5 (?? korrigiert mich wenn es nicht ganz stimmen sollte). Und damit sieht die Rechnung ganz anders aus! Weiter geht's: auch diese 4,5 kW bekommt man nur, wenn man sich das von seinem Stromversorger genehmigen läßt, Stichwort Absicherung mit 32 A. Der privilegierte Privatmensch mit Eigenheim und Wallbox (dazu gehöre ich) bekommt ohne weitere Bemühungen nur 3-phasig 16 A geliefert, was dann 1-phasig 3,6 kW entspricht! Jetzt kann ein jeder schätzen wie lange der Ladevorgang jetzt dauern würde...Alles wäre kein Problem mit 11 kW 3-phasig, das bekommt jeder und ein komplett leerer Akku wird über Nacht definitiv wieder aufgeladen. Ich habe das Gerücht vernommen, daß für neuere Modelle der 3-Phasen-Lader als Option erhältlich ist. Ob das stimmt entzieht sich aber erfolgreich meiner Kenntnis...
Noch einmal meckern über's Laden, dann kommt ein anderes Thema.
- Glückspiel Laden an Gleichstrom. Hä?? Ja - als Ausweg zu o.g. Dilemma rät der freundliche Jaguar-Händler zum gelegentlichen Nachladen an Gleichstromsäulen, die es in unterschiedlichen Leistungsvarianten locker verteilt im Bundesgebiet gibt. Am häufigsten 50 kW, weniger häufig 150 und mehr (mein persönlicher Rekord 175 kW, an der A7 Nähe Rotenburg o.d. Tauber). Das Auto verträgt aber nur 100 kW max und zieht in der Realität deutlich weniger. Trotzdem macht es Spaß in der (gelungenen!) Remote-App nachzuschauen, wie sich die Reichweite in kurzer Zeit vergrößert. Wenn - ja wenn es denn zum Ladevorgang kommt! Das ist durchaus spannend. Deutlich mehr als 1x wurde mir von der Ladesäule schon ein "Problem mit dem Fahrzeug" gemeldet und die Ladung verweigert. Manchmal (manchmal!) hilft es, den Vorgang noch mal zu starten oder eine andere Säule (sofern vorhanden, eher nicht also) zu versuchen aber Gleichstromladen scheint immer noch ein höchst spekulativer Vorgang zu sein. Über die Bezahlmethoden und die nötigen Apps für halbwegs brauchbare Informationen könnte ich einen kurzen Roman schreiben, der aber in Teilen beleidigend werden könnte - ich verzichte. Nie geschafft habe ich es an den umsonst-Angeboten von Kaufland und Aldi (ich würde dort auch einkaufen, versprochen!), Allego scheint eher problematisch zu sein, aber ich kann eigentlich keine Systematik erkennen. Inwieweit das "Problem mit dem Fahrzeug" eine Schutzbehauptung des Ladesäulenbetreibers ist kann ich auch nicht sagen... Ok - zum Trost: Wechselstrom geht immer. Wirklich immer. Einschränkung: siehe oben.
Anderes Thema:
- Bedien"Konzept". Das Fahren selber stellt selbstredend kein großes Problem dar. Startknopf starten, auf Schalter "D" drücken (wenn man denn vorwärts fahren will) und gut ist. Aber es ist natürlich allerlei elektronischer Schnickschnack mit unterschiedlichem Nutzwert an Bord, der bedient und eingestellt sein will. Und da rächt es sich aus meiner Sicht, daß sich Jaguar irgendwie nicht zwischen zentral/dezentral, mit Fettfinger-auf-Touchscreen-App oder klassisch per Schalter oder Touchscreen-ohne-App entscheiden konnte. Es gibt 3 Displays: ein großes zentrales, ein kleines für Klima, Sitzheizung, Radio und Telefon und eine Instrumententafel. Jedes erfordert ein jeweils eigenes Vorgehen beim Einstellen. Beim Hauptdisplay wird man manchmal durch zusätzliche Bildschirme überrascht, die man beim ersten (und meist auch beim zweiten) Hinschauen nicht versteht. Etwas kürzer ausgedrückt: es wäre um einiges vorteilhafter, wenn man konsequent nur eine Form der Bedienung konzipiert hätte (also zB konsequent diese schicke App-Optik) und auch nur an einer Stelle (nämlich das Hauptdisplay). So frage ich mich eigentlich ständig, wo man nochmal was wie einstellen muß. Man gewöhnt sich dran (muß man ja auch) aber das Bedienkonzept von zB AUDI (den ich vorher hatte) war stimmiger.
- Kleinigkeiten. DAB-Radio war anfangs fast nicht benutzbar, brach dauernd ab, hat nicht (wie es gerne habe) die Lautstärke der Verkehrsnachrichtenangehoben (was mit FM Radio aber funktioniert) und fühlbar besser ist die Tonqualität auch nicht (was aber in einem Auto eh von untergeordneter Bedeutung ist). Das wird aber besser; bekomme ich da heimlich Updates draufgespielt? Möglich wäre es, habe ich doch vom Händler eine SIM-Karte bekommen um zB (nützlich!) aktuelle Verkehrsinfos (ähnlich Google Mops) zu empfangen. Aber sonst: ich verfiel mal auf die Idee, das Auto mit meinem heimischen WLAN zu verbinden, beispielsweise für Kartenupdates. Das klappt auch, aber ich muß die Anmeldung jedes mal neu durchführen. Mein Handy kriegt das irgendwie automatisch hin...

Alles andere aber ist positiv und zwar richtig positiv. In Sachen Fahrleistung, Komfort, Alltagstauglichkeit, Verarbeitung etc gibt es nichts, aber auch gar nichts zu mäkeln. Der adaptive Tempomat ist eine Wucht. Auf der Autobahn die erlaubten (und gut überwachten) 130 einstellen, das Abstandsniveau festlegen (Taste am Lenkrad) und nur noch gelegentlich am Lenkrad drehen. Das Auto dackelt hinter dem Vordermann her, verzögert rechtzeitig (und gewinnt dabei noch ein wenig Strom zurück) und beschleunigt auch wieder angemessen. Daran, wie Sch... die Verkehrszeichenerkennung funktioniert kann ich deutlich erkennen daß es bis zum vielbeschworenen vollautonomen Fahren noch ein weiter Weg ist (wobei ich persönlich keinen, aber auch wirklich gar keinen Grund für mich sehe jemals vollautonom fahren zu wollen).
Puh - das war lang... Fragen? Fragen!
VG

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Zitat:

@Superb_III schrieb am 3. April 2019 um 23:34:17 Uhr:


Verbrauch: Ich habe heute mit meinem i-Pace einen Schulfreund besucht, der gelähmt im Rollstuhl sitzt, er ist Jaguar-Fan und hatte nebst einem Alltags-Jaguar einen C-Type, einen D-Type und einen E-Type. Wir haben ihn mit vereinten Kräften in meinen i-Pace transferiert und eine Spritztour unternommen und ihm wiederholt mit einem Kickdown seine Augen gross leuchten lassen! :-) Der ganze Tagesausflug war 192 km, grösstenteils Autobahn (und eben einige Kickdowns), der Verbrauch 56% (= 50.4 kWh), das ergibt einen Verbrauch von 26.25 kWh/100km. Der Durchschnittsverbrauch nach total 650km beträgt 24.39 kWh/100km. Bei vernünftiger Fahrweise sollten also 360km Reichweite drinliegen; das ist auch das, was mir bei 100% Ladung angezeigt wird.
Navi: Gibt man nur die Hinfahrt ein, reicht das oft ohne Ladestopp, aber für den Rückweg würde es nicht reichen. Sobald die Route vom Handy auf das Navi übertragen ist, auf Route bearbeiten tippen, dann kann man das Häkchen setzen bei "Hin- und Rückfahrt", und wenn nun die Reichweite für Hin- und Rückfahrt nicht ausreicht, werden entsprechend Ladestopps vorgeschlagen. Clever!

Fortsetzung der Geschichte siehe bis auf Weiteres "Probleme mit i-Pace" https://www.motor-talk.de/.../probleme-mit-i-pace-t6467273.html?... , nachher komme ich wieder hierher zurück.

Hallo zusammen,
nach nunmehr 15 Jahren 5er BMW und diversen Dieselmotoren dieser Marke habe ich mich entschlossen zu wechseln. Damit es sich lohnt, habe ich auch den Antrieb gewechselt (gerade auch im Hinblick auf die staatlichen Förderungen) und habe einen Jaguar i-Pace bestellt, welcher im August 2019 geliefert werden soll.

Ich hatte die Möglichkeit das Auto für zwei Tage zu testen und habe dies auch ausführlich genutzt. Neben dem Ermitteln des Verbrauches, welcher sich im bekannten Rahmen bewegt, habe ich auch Fahrten mit voller Beladung unternommen. Hier war ich überrascht, wie viel in das Auto hineinpasst und wie gut er sich bei voller Last fahren lässt.

Neben dem Jaguar war auch das Tesla Model-S in der engeren Auswahl. Den Ausschlag für den Jaguar hat aber letztlich das Leasing gegeben. Daneben sind Verarbeitung und Fahrverhalten besser als beim Tesla, den ich auch zwei Tage testen durfte.

Grundsätzlich ist zu sagen, dass ein ansprechendes Leasing Angebot immer vom jeweiligen Verkäufer und dessen Engagement für das Fahrzeug abhängt. Beim dritten Versuch traf ich endlich auf einen Verkäufer, der mir ein realistisches Kilometer-Leasing bei 25 tkm/Jahr und 36 Mon. unterbreiten konnte, welches sich im Rahmen meines jetzigen BMW 550 D bewegt.

Von einer klassischen Finanzierung bin ich aufgrund des fast unkalkulierbaren Restwertrisikos abgerückt. Da der Tesla nur mit einer Finanzierung über die NRW Bank zu realiasieren gewesen wäre, schied er aus. Keiner kann einem sagen, wie sich ein Model-S nach 4 Jahren im Markt positioniert - gerade im Hinblick auf die Preissprünge bei Tesla der letzten Wochen.

Grüße aus dem Rheinland
NeX

Ausschalten des Tempomaten:
Wird der Tempomat per "Cancel" ausgeschaltet, wirkt die Rekuperationsbremse sofort massiv, sofern man nicht auf dem Gaspedal steht. Schaltet man den Tempomaten durch ganz sanften Druck auf das Bremspedal aus, wirkt die Rekuperationsbremse auch nur sanft entsprechend dem Bremspedaldruck. Lässt man das Bremspedal los, tritt wieder die volle Rekuperationsbremse in Kraft. Am besten fährt man den Jaguar nach amerikanischem Brauch beidfüssig, mit dem linken Fuss auf der Bremse (das mache ich seit über dreissig Jahen so), dann gelingt der Übergang von Tempomat auf das One-Pedal-Driving perfekt.

Derart gelingt ein zum Fahrzeug passendes "gentle driving", so dass bei den Fondspassagieren in ihren bequemen Fauteuils nur ein Wunsch aufkommt: "Fahrer, bitte nonstop Paris!" Könnte auch Rom oder Berlin oder Wien sein.

Dieses „schwerelose“ und lautlose Dahingleiten hat auch seine gefährlichen Seiten, denn unversehens gerät man in verbotene Geschwindigkeitsbereiche.

Verbrauch:
Bei der heutigen gemütlichen Ausfahrt über Land (selten über 80 km/h, oft weniger) hat das Kätzchen gerade mal 18 kWh auf 93km verbraucht, das gäbe theoretisch eine Reichweite von 465km! Auf Langstreckenfahrten, wo die Reichweite eine Rolle spielt, wird man aber käumlich so gemütlich daherzuckeln, dann plant man besser einen Ladestopp nach spätesten 300km.
ACC und Folgemodus / Stauassistent:
Kommt das Fahrzeug im Folgemodus/Stauassistent zum Stillstand, so wird die Feststellbremse aktiviert; kommt man durch aktives Bremsen zum Stillstand, so wird je nach Steigung/Gefälle die Feststellbremse nicht aktiviert, auch nicht nach vollem Durchtreten des Bremspedals-
Heute bin ich hinter einem grossen Motorrad (Harley) im Folgemodus gefahren, und der Radar hat zeitweise den Töff nicht erfasst (ich habe ihn dann in Sekundenbruchteilen überholt, um mich hinter einem Auto anzuhängen); hingegen werden oft schön rechts fahrende Fahrradfahrer erkannt und trotz nach links gestelltem Blinker eine Bremsung eingeleitet.

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Heckklappe, virtuelles Pedal:
Anlässlich der Reparatur des Ladereglers wurde noch bestelltes Zubehör montiert, u.a. vordere und hintere Kotschutzlappen. Seither funktionieren die an den beiden hinteren Ecken* angebrachten virtuellen Pedale nur noch schlecht bis gar nicht mehr. 🙁 Ich werde versuchen, ob es wieder funktioniert, wenn man die hinteren Kotschutzlappen demontiert. Nun hat mir der Werkstattchef einen frühestens möglichen Termin Mitte Mai angeboten. Aber am 5. Mai ist die Frühlingsausfahrt des Jaguar Drivers' Club Switzerland, und mein i-Pace wird der erste und bis jetzt einzige im Club sein und wohl ein Conversation Piece erster Güte. Wäre natürlich eine Blamage wenn das nicht funktioniert. Also, der Werkstattchef liess sich erweichen und hat mir am nächsten Samstag einen Termin angeboten. Es gibt also doch noch Dienst am Kunden! 🙂

*intelligentes Detail: wäre das virtuelle Pedal in der Mitte wie bei anderen Marken, würde einem die Heckkklappe an den Kopf schlagen.

Heckklappe, virtuelles Pedal:
Der Besuch in der Garage dauerte nur kurz, es war wie beim Zahnarzt, das Zahnweh ist plötzlich weg! Die Kickbewegung muss nicht nur genau am richtigen Ort sein, sondern auch nicht zu schnell und nicht zu langsam -> Übungssache! Die Kotschutzlappen sind also nicht die Übeltäter, es war wohl meine eher zu schnelle Kickbewegung. (RTFM!)

Ladevorgang
Ich konnte heute die Endphase des Ladevorgangs an der heimischen Wallbox beobachten. Ladestand bei Beginn 60%, restliche Reichweite 192km. Geladen wurde einphasig mit (knapp) 32A. Bei Ladestand 99% sank der Ladestrom auf etwa 12-13A, bei Anzeige 100% und Rest-Ladedauer 0min wurde noch 3-4km Reichweite dazugeladen, der Ladestrom innert 25min schrittweise auf 7-8A reduziert und dann ganz abgeschaltet. Geladen wurden gemäss übereinstimmender Anzeige der Wallbox und des vorgeschalteten Energiezählers 39.7 kWh. 40% von den 90 kWh Akkukapazität wären 36 kWh; d.h. der Verlust beim Ladevorgang beträgt ziemlich genau 10%. Reichweite am Ende des Ladevorgangs 344km (sonst meistens etwa 360km, diesmal gingen wohl die paar Kickdowns in die Prgnose ein).

Mit jetzt 1510 km beträgt der Durchschnittsverbrauch 24.09 kWh/100km; auf den letzten 165km gemächlicher Fahrt (nie über 100km/h, meist unter 80km/h, aber einige Kickdowns zu Demonstrationszwecken) 21,82 kWh/100km.

Hundefreundlicher i-Pace
In der Sonne parkierte Autos sind Todesfallen für Hunde. Nicht so der i-Pace. Man kann per Remote App die Klima-Anlage einschalten. Habe das mal 30' auf 20°C laufenlassen, hat 2km Reichweite verbraucht, das ist verkraftbar. Und das kann kein Verbrenner. 🙂

Screenshot Remote App

Na dann hoffen wir mal, dass keine übereifrigen Tierschützer kommen und die Polizei rufen oder gar bei Deinem I-Pace die Scheibe einschlagen, um den Hund zu befreien. Denn die wissen sicher nicht dass der I-Pace beim Parken kühlen kann.

Danke für den Hinweis! Vielleicht ein A4-Blatt hinter die Windschutzscheibe "Klima-Anlage ist auch im Stillstand aktiv, keine Gefahr für den Hund! Im Zweifelsfall bitte [Handynummer] anrufen!" wäre doch eine Idee.

Erste Schnellladung (Ionity 350kW)
Letzten Sonntag war ich auf der Frühlingsausfahrt des Jaguar Drivers Club Switzerland. Fahrt zum Start in Sargans 88km (meist Autobahn 80-100 km/h), Ausfahrt durch den Bregenzerwald und zurück nach Maienfeld 213km. Start mit 100% Ladezustand. Temperaturen 1-4°C, Regen und Schnee. Um das Beschlagen der Frontscheibe zu verhindern wurde möglichst nur die Scheibenheizung (die Jaguar-typischen feinen Heizdrähte in der Frontscheibe) benutzt und "Max.Defrost" jeweils nur kurzzeitig eingeschaltet.
Beim Start "Rest-Reichweite" ca. 322km, beim Beginn der Schnellladung 33km. Die prognostizierte Reichweite hat also um 12km weniger abgenommen als die effektiv gefahrenen Kilometer.
Am Ionity-Lader (350kW) in der Raststätte Heidiland wurden in 43 Minuten 52 kWh gezogen, das entspricht ca. 73 kW Ladeleistung. Der Ladestand stieg dabei von 12% auf 76% (das wären theoretisch ca. 57 kWh). Während man die Ladeweile im Restaurant verbringt, kann man immer wieder mal in der Jaguar Remote App den Ladefortschritt kontrollieren; es soll schon vorgekommen sein, dass der Ladevorgang nach kurzer Zeit unterbrochen wurde, das würde man dann rechtzeitig bemerken. Der Verbrauch von 88% von 90kWh ergibt einen Verbrauch von ca. 26.3 kWh/100km, also höher als mein Gesamtdurchschnitt von 24.7 kWh/100km. Bei diesen Wetterverhältnissen war mit einem höheren Verbrauch zu rechnen.
Wenn man bei Langstreckenfahrten spätestens bei 20% Ladestand auflädt und dies nur bis 80%, da die letzten 20% deutlich langsamer geladen werden, dann wäre also ein Ladestopp alle 220km einzuplanen.

Remote App

Es ist ganz klar: der i-Pace ist definitiv nicht DIE EV-Lösung für Otto Normalverbraucher oder Joe-Sixpack. Der i-Pace macht enorm viel Fahrspass und auch sonst Spass, ist sehr gut verarbeitet, bietet viel Komfort auch für die Fond-Passagiere. Ist naturgemäss nur bedingt langstreckentauglich. Es ist vielleicht das letzte Auto in meinem Leben, also leiste ich mir das, weil es enorm viel Spass macht. Und als Partikular habe ich die Zeit und Musse, allfällige längere Strecken minutiös zu planen, und bei den wenigen Ladestopps an Schnellladestationen hatte ich bisher keine Probleme, aber das ist statistisch nicht signifikant.

Ein kleiner Wermutstropfen ist das Navi. "wird geladen" dauert eine gefühlte Ewigkeit, da ist Windoof dagegen echt schnell (steckt da noch ein Intel 8080 dahinter???)😁. Wenn dann endlich einmal das Ziel und allfällige Zwischenziele einprogrammiert sind, dann ist die Routenführung hervorragend, Staus werden in Echtzeit angezeigt und ggf. auch umfahren.
Achtung, wenn die Reichweite unter die eingestellten % (20%, 30% oder 40%) sinkt, dann wird man ungefragt an die nächste Ladestation pilotiert, auch wenn die Reichweite noch lange über das eingestellte Ziel (v.a. den Heimatort) reichen würde. Das kann echt und Zeit und Nerven und unnötige Umwege kosten. Also gegen Ende der Reichweite die Zielführung hinterfragen und plausibilisieren!

Fazit: ein paar Details konnte mein SKODA Superb besser, aber der i-Pace macht unendlich Spass und viel Fahrfreude, ich bereue den Kauf definitiv nicht!

Zum Video-Blog von Peter Huth:
Ich habe nicht alle Teile im Detail absolviert, scheint mir aber recht ausgewogen. Die Kommentare bitte ignorieren, unter aller Kanone. Fortsetzung siehe https://www.motor-talk.de/.../...ngen-mit-dem-i-pace-t6415586.html?...

Danke Superb für deine Berichte! Ich bin begeistert von der Optik des I-Pace und finde das Auto im Vergleich zu einem E-Tron etwas preiswerter. Wenn da nur die Ladehemmungen nicht wären oder der Durst etwas kleiner. Ich habe kürzlich einen Tesla Model 3 für eine Woche gemietet und damit meine Hausstrecke aus dem Oberaargau nach Brissago und zurück gefahren. Auf dem Rückweg hätte ich einen Schnitt von 139 Wh/km, beim Runterfahren (auf 900 m0M) kam ich auf 165 Wh/km. Die 460 km haben 70 kWh benötigt, ich hätte nicht mal laden müssen. Am Ionity kam ich übrigens auch nie über 69 kW Ladeleistung, während ein E-Tron zwischen 20 und 80% auf konstant 150 kW kommt. Ich hoffe nun einfach, dass es Polestar nicht auch versemmelt und nebst durchschnittlichem Verbrauch eine ordentliche Leistung zieht beim Laden. Vielleicht gibts noch eine Verbesserung beim Jag, dann hätte ich die Qual der Wahl.

Dem Herrn Huth zuzuhören finde ich persönlich etwas peinlich. Wer sich mit der Materie nicht auskennt, sollte nicht vor die Kamera treten.

Jaguar i-Pace Kofferraum
Im Hinblick auf eine Wochenendfahrt zu viert habe ich mal die Gepäckraumkapazität (ohne Gepäckraumabdeckung) ausgelotet. Siehe Bilder. Je nach Grösse haben etwa 6 Koffern Platz.

4 Koffern
6 Koffern
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