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tomato

Was ich schon immer mal erzählen wollte, oder so...

29.03.2020 17:29    |    tomato    |    Kommentare (99)

Nachdem ich bereits für ausgewählte Fahrzeuge meiner persönlichen Auto-Historie Artikel geschrieben habe, hielt ich es für angebracht, auch den übrigen fahrbaren Untersätzen, die ich bislang besaß, mal ein paar Zeilen zu widmen. Ich finde, die haben das auch verdient, haben mich schließlich immer meistens von A nach B gebracht, dabei auch oftmals irgendwie Spaß gemacht auf die eine oder andere Weise und mich nebenbei aber auch Zeit, Geld und Nerven gekostet.

Zu jedem Fahrzeug werde ich daher in meinen Erinnerungen kramen so gut es geht und einen eigenen durchnummerierten Artikel in diesem Blog schreiben.

Von vielen Autos, gerade jene, die schon ein paar Jährchen zurückliegen, habe ich leider keine Bilder mehr (sofern ich überhaupt welche hatte), so dass in diesem Fällen der Rückgriff auf die Quelle Wikipedia ausreichen muss.

 

Also dann fang ich mal an mit der...

 

 

Nr. 1 Mercedes 200D W123

 

Bei mir fing alles 1991 nach dem Erhalt des Führerscheins (übrigens auf einem Golf II Diesel mit 54 PS gemacht) mit einem Mercedes W123 200D an.

 

Mercedes W123Mercedes W123Urheberrechtshinweis

 

Er stand ortsausgangs auf dem Seitenstreifen der Hauptstraße neben dem Wohnhaus des Verkäufers mit einem Zettel mit der Aufschrift "zu verkaufen" an der Windschutzscheibe. Onlineportale gab es damals noch nicht, also war das damals (und ist es teilweise auch heute noch) eine durchaus übliche Art und Weise sein Fahrzeug feil zu bieten.

Kosten sollte er 3.200,- DM mit neuem TÜV. Er hatte etwas mehr als 200.000km runter, was total unverdächtig war und mir erschien er damals soweit fair eingepreist. Allerdings war ich auch von der Aussicht auf das erste eigene Auto ziemlich verblendet. Wer kennt das nicht? ;)

Lange Rede, kurzer Sinn, kurz verhandelt, dabei noch den neuen TÜV rausgeschlagen und dann mit Handschlag gekauft. Ich war glücklich.

 

FrontFrontUrheberrechtshinweis

 

Dass das Modell die Rundscheinwerfer, wie auf dem Bild erkennbar, hatte, muss ich wohl nicht extra erwähnen.

Die Farbe ähnelte ein wenig dem klassischen Taxigelb, war nur etwas dunkler. Könnte sich vielleicht um das Weizengelb gehandelt haben, wenn ich das richtig recherchiert habe. Das Baujahr war 1976, den Monat weiß ich nicht mehr, dürfte aber definitiv ein sehr früher W123 gewesen sein.

 

 

 

 

 

InterieurInterieurUrheberrechtshinweis

 

Er hatte noch das alte Lenkrad (mit den Riefen seitlich am Pralltopf) und den Hebel zum ziehen für das Vorglühen und Starten. Beides ist auf dem Beispielbild allerdings nicht zu sehen, das muss ein neueres Modell sein.

Der Startvorgang sah folgendermaßen aus. Der Zündschlüssel wurde ganz nach rechts gedreht und anschließend musste man den Hebel, der sich links unter der Tachoeinheit befand, bis zum ersten Widerstand ziehen und halten. Und das ganze ungefähr geschätzt so lange, bis die Glühkerzen sich genügend ausgetobt hatten. Die Vorglühlampe erlosch nämlich nicht automatisch, wie das bei den späteren Modellen mit dem normalen Zündschlüsselstart der Fall war.

Anschließend musste dieser erste Widerstand überwunden werden und bis zum Anschlag gezogen, aktivierte der Hebel den Anlasser, der den Motor startete. Danach einfach Hebel loslassen und losfahren. Hier in einem Video zu sehen.

Um den Motor abzustellen, musste man diesen Hebel einfach wieder ganz reindrücken und gut war´s.

Wann dieser Ziehhebel abgeschafft wurde, weiß ich nicht, den kann es aber im W123 nicht mehr lange gegeben haben. Bei den heute noch verbliebenen W123 sieht man den kaum noch und auch damals, als noch deutlich mehr W123 auf den Straßen unterwegs waren, war dieser Hebel schon eine Seltenheit.

 

Wenn er dann mal lief, konnte er immerhin ganze 55 PS in die Wagschale werfen und das bei einem Leergewicht von irgendwas um die 1.300kg.

0-100? Keine Ahnung, vielleicht ´ne Zigarettenlänge (wenn ich denn rauchen würde). ;) Aber darauf kam es nicht an, das ganze Fahrzeug strahlte eine absolut vollendete Behäbigkeit aus, die jeglichen Anflug von Dynamik schon im Keim erstickt hat. Statt dessen wurde Komfort groß geschrieben, gut jetzt nicht unbedingt im akustischen Sinne, der Diesel schrie sich ab 100Km/h die Seele aus dem Leib und der Sitzkomfort litt unter dem leider etwas durchgesessenen Fahrersitz. Aber das Fahrwerk federte ordentlich und auch von abenteuerlichen Längs- oder Querbeschleunigungen wurden die Insassen wirkungsvoll verschont. Woher hätte das auch kommen sollen? :D

In den Sitz pressen konnte er einen nur, wenn man rückwärts fuhr und eine Vollbremsung gemacht hat. :cool:

Außerdem hatte er ein Schiebedach, welches beim W123 auch noch wirklich ein Schiebedach war, also Schiebedach von "Schieben". Naja, nur das meines elektrisch war und manchmal auch funktionierte. Achja, eine Zentralverriegelung hatte er auch.

Und dann war da noch der Blinkerhebel, der nach dem Links-Blinken nicht mehr automatisch in seine Ausgangsposition ging. War wohl etwas ausgelatscht. Hat der Vorbesitzer etwa regelmäßig und viel geblinkt? Mit einem Mercedes? :eek:

Der Verbrauch lag bei irgendwas um die acht Liter, glaube ich. Genauer weiß ich es nicht mehr.

 

Viel wichtiger war, dass dieser Mercedes meine Eintrittskarte in die Welt der selbstständigen Mobilität war, mein ganz persönliches Stückchen Freiheit. Wer auf dem Land mit nur sehr spärlicher (bis teilweise gar keiner) ÖPNV-Versorgung aufgewachsen ist, wird dieses Gefühl wahrscheinlich nachempfinden können. So gesehen wird dieses Gefühl auf immer mit meinem W123 verbunden sein. Es gibt wahrlich schlechtere Fahrzeuge dafür.

 

Dem OM 615, so der interne Motorcode von Mercedes, wird ja im allgemeinen eine gewisse Unzerstörbarkeit nachgesagt. Umso erstaunter war ich, als sich gerade mein Exemplar mit einem Kolbenfresser und kaum noch Kompression auf zwei Zylindern verabschiedete. Am Ende sprang er kalt praktisch gar nicht mehr an und mehr als 100Km/h war auch nicht mehr drin, allerdings bergauf die Kanalbrücke bei Brunsbüttel hoch. Dabei zog ich sprichwörtlich die Wolke des Todes hinter mir her, im Spiegel sah ich nichts mehr als schwarzen Rauch.

 

Die Suche nach einer Ersatzantriebsquelle gestaltete sich dann als recht kompliziert. Wo immer ich nach einem Ersatzmotor fragte, bekam ich als Antwort: "Der geht nicht kaputt." Nicht sehr hilfreich.

Letztlich landete der Motor eines 220D /8ers (der Wagen selbst war leider nicht mehr zu gebrauchen) unter der Motorhaube. Dank eines guten Freundes mit Werkstatt in Eigenarbeit, also er baute den Motor um und ich unterhielt ihn mit klugen und gleichmaßen nutzlosen Ratschlägen und reichte hin und wieder ein Werkzeug an, klappte das in ungefähr einer Woche oder so.

Mannomann, mit 60 PS ging da schon was, kann ich Euch sagen. :D

 

Dennoch fuhr seit dem immer ein irgendwie ungutes Gefühl mit und so kamen Überlegungen nach einem Nachfolger auf.

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13.06.2020 13:49    |    Dynamix

Zwei Kumpels haben so ein Teil :) Die Farbe finde ich echt schick, was ich etwas over the top fand waren die polierten Alus. Irgendwie passte das ganze Chrom nicht zu dem Auto.

 

Das 6-Gang Getriebe ist zwar grundsätzlich ein Vorteil, aber das 5-Gang hat mir von der Schaltbarkeit besser gefallen auch weil die Gassen beim 6-Gang echt eng sind und man so schon mal den 5. oder 6. Gang nicht so ganz trifft.


14.06.2020 16:06    |    tomato

Mir haben die Felgen immer super gefallen auf dem NB.

Insgesamt gab es diese Felgen in drei verschiedenen Ausführungen, in rauh, in glatt poliert und in hochglanz poliert.

 

Auf meinem NA habe ich sie im Sommer auch gefahren in der glatten Ausführung, auch da gefielen sie mir immer sehr gut. Mit den kleinen und leichteren 14-Zöllern (im Winter mit entsprechenden Winterreifen) war er aber spürbar noch etwas agiler.

 

Das mit dem 6-Gang-Getriebe habe ich auch schon öfter gelesen, traf auf meinen aber nicht zu. Da war es tatsächlich nur der Rückwärtsgang, der manchmal nicht im ersten Versuch so recht wollte.


14.06.2020 16:07    |    tomato

Nr. 17 Caterham 485 S3

 

Die nächste Änderung sollte sich ein gutes Jahr später ankündigen.

Das Jahr 2013 war das Jahr meiner “verhängnisvollen” Probefahrt mit dem damals neuesten Modell von Caterham, dem 485.

Das Vorführfahrzeug hatte noch einen leichten Vorseriencharakter mit seiner doppelten Sidepipe-Auspuffanlage (ein dickes und ein dünnes Rohr). Sah schon etwas seltsam aus und nachdem das kleine Rohr abfiel (nicht bei meiner Probefahrt ;) ) änderte Caterham das Auspufflayout auf eine Einrohranlage.

Auf jeden Fall war ich nach der Fahrt hinreichend geflasht um mich gegen eine Unterschrift nicht mehr lange wehren zu können.

Der Verkauf des vorigen Caterhams (Nr. 14) war ziemlich schnell erledigt und Bestellung des 485 began eine geradezu quälend lange Wartezeit, welche erst im Januar 2014 (und damit hatte ich im Vergleich zur heutigen Wartezeit noch echt Glück) enden sollte.

Mehr dazu könnt Ihr hier lesen.


15.06.2020 17:38    |    JumpN

BMW Compact, MX5 und Caterham genau mein Geschmack ;)

Gerade der e36 Compact reizt mich aktuell sehr. Bin ernsthaft am überlegen mir einen 323ti zuzulegen. Weiß aber nicht ob ich es wagen soll, meinen absolut unauffälligen und zuverlässigen Daily Japaner für sowas einzutauschen. Allerdings steht der TÜV und weitere Kleinigkeiten an, die den Wert schnell übersteigen dürften. Ersatz muss vermutlich so oder so her. Preislich sind sie, für e36 sexzylinder, erstaunlich erschwinglich.

Für mich dagegen sprechen, dass ich nur eine Garage habe. Und, dass es wieder ein relativ altes Auto ist. Und damit im Winter fahren? hmmm

Dafür spricht allerdings aus meiner Sicht : Günstiger und besser werden sie nicht. Wenn nicht jetzt, wann dann? Das dachte ich allerdings auch schon bei meinem 190er, und griff vollends in die Sche**e

 

Mit dem NB hatte ich auch nur beste Erfahrungen und erinnere mich gerne zurück. Für mich optisch, sogar vielleicht der schönste MX5.

 

So einen Caterham würde ich nur allzugern mal ausprobieren. Für mich selber als Spielzeug, stelle ich mir das zu radikal vor.


15.06.2020 22:58    |    tomato

Zitat:

@JumpN schrieb am 15. Juni 2020 um 17:38:05 Uhr:

Bin ernsthaft am überlegen mir einen 323ti zuzulegen.

Sicher nicht die schlechteste Idee. Gute sind aber wohl verhältnismäßig selten und teuer geworden.

 

Zitat:

Weiß aber nicht ob ich es wagen soll, meinen absolut unauffälligen und zuverlässigen Daily Japaner für sowas einzutauschen.

Behalten und den BMW in die Garage stellen, wäre keine Option?

 

Zitat:

So einen Caterham würde ich nur allzugern mal ausprobieren.

Also bei Caterham Deutschland sind Probefahrten immer drin. Das weiß ich mit Sicherheit. :)


15.06.2020 23:42    |    JumpN

Garage ist vom MX-5 blockiert. Der soll auch bleiben ;)

 

Vielleicht schaue ich mir nächste Woche mal einen an, und wenn es dann um mich geschehen ist, mal sehen.

Andernfalls stünde bei mir aktuell ein Suzuki Swift Sport NZ an zweiter Stelle. Eigentlich der bessere Daily, nahezu narrensichere Wahl, hätte damit auch kein Problem im Winter zu fahren oder ohne Garage zu belassen, alles würde dafür sprechen. Aber das Herz sagt immer, nochmal Sechszylinder fahren.


27.06.2020 10:32    |    JumpN

Habe jetzt mal einen 323ti Probegefahren. Ist tatsächlich genauso wie ich es mir vorgestellt hab. Absolut traumhaft zu fahren. Ich glaube ich brauch sowas doch neben dem MX als Daily :)


28.06.2020 12:21    |    tomato

Zitat:

@JumpN schrieb am 27. Juni 2020 um 10:32:40 Uhr:

Habe jetzt mal einen 323ti Probegefahren. Ist tatsächlich genauso wie ich es mir vorgestellt hab. Absolut traumhaft zu fahren. Ich glaube ich brauch sowas doch neben dem MX als Daily :)

Na das ist doch prima. Dann muss man nur noch einen passenden Kandidaten zu einem akzeptablen Preis finden. ;)

 

Ich habe gestern vorerst das letzte Mal den E30 meines Bruders fahren können, heute morgen hat er den, nachdem das lange Zeit coronabedingt nicht möglich war, mitgenommen. Schade eigentlich. :(

 

Haben aber gestern noch einmal letzte Fotos geschossen.


Bild

28.06.2020 14:33    |    JumpN

Genau, "nur noch" ;) Den Kandidaten den ich gefahren hatte, war wenig gelaufen 2. Hand, weitesgehend rostfrei und spachtelfrei. Preis sogar verlockend. Aber trotzdem ein paar Ungereimtheiten (die haben mich am meisten gestört) und einige Kleinigkeiten zu erledigen.

 

Der E30 ist auch wunderschön, traumhaft, wie eigentlich fast alle Autos die du hier vorgestellt hast.


25.07.2020 12:14    |    tomato

Nr. 18 VW Golf III 1.6 Europe

 

Wer MX-5 fährt (vor allem NB), dem wird mit hoher Wahrscheinlichkeit früher oder später das Thema Rost begegnen. Ich entschied mich daher, Maßnahmen zu ergreifen.

Dass mein Exemplar rosttechnisch grundsätzlich ziemlich gut da stand wusste ich. Der tatsächliche Zustand der Längsträger meines NB war mir aber nicht so wirklich bekannt, ich wusste lediglich, dass er im Sommer 2014 ohne Mängel und ohne derartige Bemerkungen hinsichtlich Rost durch den TÜV kam.

Das schien mir zumindest ein gutes Zeichen zu sein.

 

Nach zwei durchfahrenen Wintern wollte ich es aber auch nicht mit Gewalt darauf ankommen lassen. So fasste ich den Entschluss, nach einem Winterwagen Ausschau zu halten. Mein Blick fiel auch mit dem Hintergedanken an rudimentäre Zuverlässigkeit, einfache Wartung und günstige Ersatzteilversorgung auf einen VW Golf III.

1.000,-€ sollte er mit frischem TÜV kosten. Es war das Sondermodell Europe (mit gar nicht mal so viel Ausstattung, aber immerhin einem Schiebedach) mit dem 1.6ltr-Benzinmotor (ABU) und 75 PS.

Da war doch mal was? Genau, im Prinzip das gleiche Auto (Nr. 2), dass ich damals so enttäuscht mit viel Verlust nach nur einem halben Jahr wieder verkauft hatte.

Dieses mal aber sollte sich der Wertverlust in engen Grenzen halten, was logischerweise schon alleine am geringen Beschaffungspreis lag.

Optisch war er so lala, aber er fuhr anständig und befand sich offenkundig noch nicht im Zustand der Zersetzung.

 

Er fuhr sich sehr angenehm, gleichzeitig entschleunigend aber auch relativ durchzugsstark. In der heutigen Zeit ist ja schon fast in Vergessenheit geraten, wie kräftig sich ein 1,6ltr-Saugmotor mit einer moderaten Leistung von "nur" 75 PS so anfühlen kann, wenn die gleiche Leistung in der Regel von 1 bis 1,2ltr Hubraum als Sauger zur Verfügung gestellt wird. Der Verbrauch lag zwischen 6,5 und knapp 8 Litern auf Hundert Kilometer. Das geht heute natürlich besser, aber für das Alter empfand ich das immer als in Ordnung.

 

Als kleine Odyssee erwies sich der Versuch den Zündzeitpunkt einstellen zu lassen. Der Motor klingelte hörbar.

Drei angerufene VW-Werkstätten winkten ab bzw. redeten sich damit heraus, dass der letzte Werkstattmeister, der das noch könne, kürzlich verstorben sei, die dafür nötigen Werkzeuge irgendwo in der Asservatenkammer vor sich hin rosten oder man bis ins Jahr 2025 keine Termine frei hätte.

Erinnerungen an die Servicewüste Volkswagen kamen auf.

Den Versuch einer freien Werkstatt musste ich trotz viel Geduld letztlich dann doch abbrechen, weil der Mechaniker offensichtlich nicht den blassesten Schimmer davon hatte, was er da tat.

Mit weiterhin klingelndem Motor fuhr ich unverrichteter Dinge vom Hof.

Die Erlösung kam dann in Form des Bosch-Dienstes daher, bzw. ich und mein Golf fuhren dort auf den Hof.

Eine halbe Stunde und 60 oder 80 € (weiß ich nicht mehr genau) später schnurrte er dann wieder wie ein Kätzchen.

 

So blieb er zwei Winter (also eine TÜV-Periode) und nervte außer mit einem Knistern hier und einem Klappern da so gut wie gar nicht. Von richtigen Pannen blieb ich verschont.

 

Nun mag es jemandem, der anders tickt als ich, vielleicht komisch vorkommen, gleich drei Autos zu unterhalten. Aber wenn man - wie ich - gerne Auto fährt, insbesondere auch alte Autos, dann empfindet man auch einen alten weidwunden Golf III nicht wirklich als Selbstkasteiung. Er sollte mich eh nur zur Arbeit und zum Einkaufen bringen. Und das tat er.


Bilder

25.07.2020 16:01    |    JumpN

Zitat:

@tomato schrieb am 25. Juli 2020 um 12:14:49 Uhr:

Nr. 18 VW Golf III 1.6 Europe

Nun mag es jemandem, der anders tickt als ich, vielleicht komisch vorkommen, gleich drei Autos zu unterhalten. Aber wenn man - wie ich - gerne Auto fährt, insbesondere auch alte Autos, dann empfindet man auch einen alten weidwunden Golf III nicht wirklich als Selbstkasteiung. Er sollte mich eh nur zur Arbeit und zum Einkaufen bringen. Und das tat er.

Endlich normale Leute :D


28.07.2020 20:48    |    tomato

Nr. 19. Mazda MX-5 ND 2.0

 

Im Jahr 2015 war es mir erstmalig möglich, den neuesten Sproß der MX-5-Familie zu fahren, den ND.

Beim ersten Kontakt war ich noch eher verhalten euphorisch.

Bereits bei der zweiten Probefahrt jedoch wich das kleine Quentchen Skepsis einer breiten Begeisterung.

Von da an war die Frage nicht mehr, ob ich mir einen zulegen würde sondern nur noch wann und vor allem welche Motorisierung und welche Ausstattung.

Ich schwankte zwischen den beiden Extremen, der absoluten Basis mit kleinem Motor und dem Topmodell mit großem Motor.

Alles dazwischen schien mir wenig konsequent, so dass ich mir die Entscheidung nicht leicht machte. Nach reichlicher Überlegung entschied ich mich für das Topmodell. Auch wenn Ihr das vielleicht nicht recht glauben mögt, die Entscheidung fiel mir wirklich sehr schwer und ich habe auch die gesamte Wartezeit von der Bestellung bis zur Auslieferung damit gehardert.

 

Warum war das so?

Ganz einfach, der kleine Motor (1,5ltr 131 PS) mit der Basisausstattung hat grundsätzlich alles, was man (oder besser ich) braucht:

einen sehr drehfreudigen kernigen Saugmotor mit tollem Klang und einem erstaunlich niedrigen Verbrauch,

das geile Sechsganggetriebe (man kann es eigentlich nur so beschreiben),

eine Klimaanlage (nach dem NB im oft schwülwarmen Rheinland ohne Klimaanlage hatte ich mir geschworen, nie wieder ohne),

LED-Scheinwerfer,

der geniale weil genial einfache manuelle Dachmechanismus und

das ganze gepaart mit dem niedrigsten Gewicht aller NDs welches fast an das geringe Gewicht der ersten NAs herankam.

 

Das Topmodell dagegen war die Version Sportline mit dem großen Motor.

Dieser wiegt etwas mehr,

hat ein Sperrdifferential (welches es für den kleinen Motor für Geld und gute Worte nicht gibt),

das Bilstein Sportfahrwerk,

eben den großen 2.0-ltr-Motor mit 160 PS und einer schon fast als bullig zu bezeichnenden Leistungscharakteristik dafür aber etwas eingeschränkten Drehfreude,

eine Klimaautomatik,

Licht- und Scheibenwischerautomatik und

das (für MX-5-Verhältnisse) komplette Entertainmentsystem inkl. DAB, Navi und Bose-Anlage.

 

Ich übertreibe jetzt mal bewusst ganz gewaltig wenn ich den kleinen MX-5 mit seinem geringeren Gewicht und den kleineren 16-Zoll-Rädern als den leichtfüssigen spielerischen MX-5 und das große Modell mit dem kraftvollen Motor und den 17-Zoll-Rädern als das Mucle-Car der MX-5-Reihe beschreibe.

Das dividiert die Charaktere der beiden Modelle aber tatsächlich ganz gut auseinander, auch wenn die Unterschiede natürlich weniger stark in Erscheinung treten, als man anhand meiner Wortwahl meinen könnte. Wie gesagt, ich überteibe bewusst. Denn natürlich sind beide Versionen ausgesprochen leichtfüssig und agil unterwegs. Für die Unterschiede müsste man beide direkt miteinander vergleichen. Wer aus einem normalen Auto kommt, wird sich sowieso erstmal umsehen müssen.

 

Im Frühjahr 2016 wurde mein ND in Mondsteinweiß ausgeliefert und gleich am Tag der Abholung galt es einem plötzlichen Hagelschauer mit Fünf-Mark-Stück großen und auch in der Form ähnlichen Hagelkörnern (für den, der noch den alten Heiermann kennt ;) ) auszuweichen. Glücklicherweise fand ich noch eine Brücke unter der ich Schutz suchen konnte. Der Spuk war typischerweise sehr lokal begrenzt und auch schnell wieder vorbei und ich konnte mit meinem neuen MX-5 unbeschadet nach Hause fahren. Natürlich nicht, ohne einen erheblichen Umweg zu fahren.

 

Das war in der Folgezeit auch immer wieder festzustellen, nämlich, dass der Wagen partout nicht die kürzeste Strecke finden wollte. Immer mussten noch Umwege gefahren werden auf dem Weg zum Ziel, so dass die ersten paar Tausend Kilometer in kürzester Zeit verfahren waren. ;)

Dabei war er auch noch ausgesprochen sparsam, so dass beim Fahren noch nicht mal große Reue aufkam.

 

Der ND erwies sich für mich wirklich als Volltreffer. Zu Verbessern gab es kaum etwas.

Vorsorglich ließ ich ihm noch eine komplette Mike-Sanders-Hohlraumkonservierung zukommen. Richtige Langzeitrosterfahrung gibt es zum ND zwar bis heute noch nicht, aber Vorsicht ist besser als Nachsicht.

 

Einen Mangel hatte mein ND allerdings, und zwar war das Verdeck an den vernähten “Endstellen” im Verdeckkasten etwas ausgefranzt. Diese Stelle war aber nur zu sehen, wenn das Verdeck halb geöffnet ist und man dann in den Verdeckkasten hineinschaut. Weder im geöffneten noch im geschlossenen Zustand war diese Stelle offen sichtbar. Die Ausfransung schien sich auch nicht weiter zu lösen, so dass es keinerlei Beeinträchtigungen des Verdecks gab. Dennoch erhielt ich auf Garantie ein komplett neues Verdeck, bei dem dieser Mangel nicht vorhanden war.



30.07.2020 07:51    |    pico24229

Seit den klappscheinwerfern ist das wieder ein mx5 den ich echt schick und passend finde, auch das Interieur.


09.08.2020 20:47    |    tomato

Nr. 20 VW Golf III 1.6 Joker

 

Mein alter Wintergolf (Nr. 18) hatte im Frühjahr 2016 seine Schuldigkeit getan. Der TÜV sollte bald ablaufen und es zeichnete sich ab, dass eine erneute Plakette ohne Vorarbeiten nicht erhältlich werden sollte. Auch wären einige nicht-TÜV-relevante Wartungsarbeiten fällig gewesen, die zu investieren ich nicht mehr bereit war.

Außerdem brauchte ich ihn bis zum Spätherbst ohnehin nicht, also stieß ich ihn ab.

So stand zum Herbst 2016 das nächste Winterauto an.

Ja, ich gebe es zu, ich bin verwöhnt und hatte mich irgendwie an die Idee mit drei Fahrzeugen gewöhnt. Es wurde also nach ziemlich kurzer Suche wieder ein Golf III (der dritte) 1.6ltr mit 75 PS AEE, dieses mal das Sondermodell Joker als Dreitürer. Er stand sogar in einem echt guten Zustand da, war frisch “getTÜVt” (ohne Mängel), hatte neue Bremsen, Batterie und fast neue Reifen. Mit gut 140.000 km auf der Uhr sollte er 1.550,- € kosten. Eigentlich kein Schnäppchenpreis, sah er aber so gut aus für sein Alter und vor allem fuhr er sich auch wirklich so gut, dass ich keine großen Bedenken hatte. Ich hab´s auch im nachhinein nicht bereut.

 

So war er gut gerüstet, um mich gut durch die nächsten zwei Winter zu bringen, was er schließlich auch tat. Auch Lasteselaufgaben für Transportbedürfnisse jeglicher Art erledigte er klaglos.

 

Im Winter 2016/2017 ist mir einmal die Kurbelwellengehäuseentlüftung eingefroren, da hat er ziemlich mit Öl um sich gespuckt. Das konnte in der Werkstatt eines Bekannten aber gerichtet werden und trat danach auch nicht mehr auf. Folgeschäden gab es keine.

 

Der Motor AEE ging wirklich gut, wirkte noch eine Spur spritziger als der ABU aus Nr. 18 und konnte auch mit knapp sieben Litern immer gut bewegt werden.

 

Das konnte auch der “Wir-kaufen-Dein-Auto.de”-Mitarbeiter (“Mensch, das fährt sich ja richtig gut.”) bestätigen, wo ich ihn im Sommer 2018 interessehalber mal vorgestellt hatte. Das Angebot von 26,- € (in Worten: sechsundzwanzig) lehnte ich selbstverständlich ab.


Bilder

13.08.2020 11:10    |    tomato

Nr. 21 Lancia Y 846 TwinAir

 

Da ich der Nr. 21, welche im Sommer 2018 den vorigen Golf ersetzte, in meinem Fuhrpark bereits einen eigenen Artikel gegönnt habe, möchte auch hier nur kurz darauf verweisen.

 

Mittlerweile ist er in der Mitte der 50.000´er angekommen (aufgrund Corona und Home-Office ist die Jahresfahrleistung aber auch ganz stark zurückgegangen) und macht weiterhin keine Schwierigkeiten.

Diesen Monat steht noch der TÜV-Termin an, mal sehen, was ich danach zu berichten habe. ;)


17.08.2020 15:41    |    pico24229

Der Lancia y ist ein sehr cooler Kleinwagen. Die zweite Generation gefällt mir am besten. Ein echt tolles Design.


17.08.2020 18:04    |    Puntomaniac

Zitat:

@pico24229 schrieb am 17. August 2020 um 15:41:56 Uhr:

Der Lancia y ist ein sehr cooler Kleinwagen. Die zweite Generation gefällt mir am besten. Ein echt tolles Design.

Mein Bruder hat seinen elefantino rosso nun mit 340.000 km verkauft. Noch fahrtüchtig wohlgemerkt.


17.08.2020 19:07    |    tomato

Zitat:

@Puntomaniac schrieb am 17. August 2020 um 18:04:14 Uhr:

Mein Bruder hat seinen elefantino rosso nun mit 340.000 km verkauft. Noch fahrtüchtig wohlgemerkt.

Puuh, ja da bin ich noch lange nicht und da werde ich auch nicht so schnell hin kommen. 58.000km stehen heute auf dem Tacho. Mittwoch habe ich TÜV-Termin, mal sehen, was sich ergibt.


23.08.2020 18:46    |    tomato

HU übrigens ohne Mängel bestanden. ;)


23.08.2020 19:30    |    tomato

Nr. 22 Mazda MX-5 ND2 2.0

 

Kaum zu glauben, aber es ist soweit.

Ich bin doch tatsächlich beim vorerst letzten meiner eigenen Fahrzeuge angelangt.

Naja, wenn man es einmal angefangen hat, dann muss man es auch zu Ende bringen. Nützt ja nix. ;)

Daher schreibe ich den vorerst letzten Beitrag jetzt mal wieder etwas umfangreicher.

 

Ich hatte ja, wie Ihr wisst, relativ genau meinen Zwiespalt beim Kauf meines MX-5 ND (Nr. 19) dargelegt, ob ich jetzt den kraftvollen 2,0ltr nehme oder den leichteren und quirligen 1,5ltr. und mich letztlich für den 2,0ltr entschieden.

 

Der Kauf lag bereits wieder drei Jahre zurück und eigentlich wäre es an der Zeit gewesen, über die Garantieverlängerung nachzudenken, da streute Mazda ein leichtes Facelift ein.

Damit einher gingen einige neue technische Details wie beispielsweise Matrix-LED-Licht, eine nun auch in der Länge verstellbare Lenksäule, eine optional verfügbare Rückfahrkamera, optional Android Auto und Apple Car Play oder neue Stopp-Punkte beim Öffnen der Türen.

Selbstverständlich versäumte Mazda es auch nicht, die Austattungspakete zur Verwirrung aller wieder einmal durcheinanderzuwürfeln.

Außerdem mussten im Zuge der Anpassung der Abgasnorm auch die Motoren angegangen werden. Dem 1,5ltr-Motor bescherte das eine ganze Zusatz-Pferdestärke auf nun 132 PS, während die Arbeiten am 2,0ltr-Motor doch etwas umfangreicher ausfielen. Man könnte schon fast von einem neuen Motor sprechen, der in der jetzigen Ausbaustufe 184 statt bislang 160 PS leistet.

Da der Hubraum gleich geblieben ist und es natürlich auch weiterhin ein Sauger ist und auch das maximale Drehmoment nur ganz moderat gestiegen ist, lässt sich erahnen, wo die Mehrleistung zur Wirkung kommt, nämlich über die Drehzahl.

Oben im Drehzahlspektrum ist jetzt eindeutig mehr Feuer drin und das ist genau das, was dem vorherigen 2,0lt-Motor noch gefehlt hat. Jetzt ist er nahezu perfekt.

Davon konnte ich mich bei einer Probefahrt überzeugen.

Jetzt zieht er bis zum Begrenzer bei 7.500 U/min sauber hoch und zeigt generell mehr Drehwillen im oberen Drehzahlbereich. Der Drehmomentaufbau bleibt dabei auch weiterhin größtenteils eher linear, wer eine Drehmomentkurve wie bei einem Honda VTEC-Saugmotor erwartet, wird hier nicht fündig. Dafür ist er aber auch untenrum schon hinreichend kraftvoll unterwegs, was beim Vorgänger mit 160 PS aber auch schon so war.

Hätte es diesen Motor von Anfang an gegeben, wäre mir die Entscheidung bei meinem ersten ND sicher nicht so schwer gefallen.

Dass er bei ungefähr gleicher Fahrweise sogar noch ein Schlückchen sparsamer ist als der schwächere Vorgänger, setzt dem ganzen noch die Krone auf.

 

Also machte ich mich auf die Suche nach einem passenden Angebot, natürlich auch für den Verbleib meines dreijährigen ND. Auf den Hinweis eines Freundes fand ich einen kleinen und etwas abgelegenen Mazda-Händler in meiner Nähe (den hatte ich gar nicht auf dem Schirm), der wie durch einen dummen Zufall genau das Modell (2.0ltr Sportline, Modelljahr 2019) als Neuwagen im Showroom stehen hatte mit exakt jener Ausstattung und Farbe (Turmalinblau), welche ich mir gewünscht hatte. Dazu machte er mir noch einen sehr guten Inzahlungnahmepreis für meinen Alten, was mir die Entscheidung doch sehr erleichterte.

 

Was ihm fehlte, war das Sportpaket. Das passte mir aber gut, da die darin enthaltenen Recaros bei mir etwas kneifen und auf das Bilstein-Fahrwerk konnte ich auch gut verzichten, da ich eher mit einem Gewindefahrwerk liebäugelte. Die vordere Domstrebe allerdings habe ich noch dazubekommen. Sehr schön.

 

So fuhr ich im März 2019 mit meinem nagelneuen MX-5 ND mit dem neuen 2,0ltr-Motor und exakt 4 km auf dem Tacho vom Hof.

 

Die erste Amtshandlung war eine komplette Hohlraumversiegelung mit Mike-Sanders-Fett. Wie sagt man: “Gebranntes Kind scheut das Feuer.” :D

Auch wenn es zum ND noch gar keine echten Langzeiterfahrungen zum Thema Rost gibt. Aber sicher ist sicher, hatte ich mit dem anderen ND auch schon so gemacht.

 

Da mein voriger MX-5 ND das Bilstein-Fahrwerk serienmäßig hatte, mein neuer aber nicht, möchte ich an dieser Stelle gerne die Unterschiede dieser beiden Fahrwerke kurz beleuchten und dabei auch ganz grundsätzlich auf die Fahrwerksabstimmung des MX-5 ab Werk eingehen.

 

Zunächst also einmal zum ND, von der Fahrwerkshöhe geben sich beide (ND Serie / ND Bilstein ab Werk) nichts, aber die Wankneigung bzw. Schräglage in zügig gefahrenen Kurven, von vielen immer gerne als die Schwachstelle des MX-5 ausgemacht, ist ohne das Bilstein-Fahrwerk etwas ausgeprägter. Es wirkt mit Bilstein schon etwas straffer. Gerade auch beim flotten Überfahren von diagonalen über die Straße verlaufenden Unebenheiten liegt er subjektiv etwas stabiler.

Unsicher fühlt er sich aber nie an, schon gar nicht bei normalem Tempo.

Bei diesem Thema wird aber auch gerne und oft übertrieben bzw. werden teilweise falsche Erwartungen geweckt, besonders, wenn man den MX-5 im Serientrimm auf der üblicherweise topfebenen Rennstrecke testet. Natürlich neigt er sich dann ordentlich zur Seite, aber dafür ist er auf Landstraßen zweiter oder dritter Ordnung (wo er viel eher hingehört) auch nicht knüppelhart, federt ordentlich und ist jederzeit gut fahrbar.

 

Insgesamt gehört das aber auch zum Konzept des MX-5 und der auf die Zielgruppe angepassten Abstimmung.

Man muss dabei immer bedenken, welche Zielgruppe Mazda mit dem MX-5 seit jeher im Auge hat . Es ist eben nicht der Hardcore-Sportfahrer, welcher hier hauptsächlich bedient werden soll, sondern Jedermann bzw. -frau. ;)

Daher wählte man bewusst eine relativ komfortorientierte Abstimmung, welche viel Federweg und auch einiges an Seitenneigung zulässt, ohne dass das Auto sich gefährlich aufschwingen würde. Es arbeitet viel in der Federung, was viel Traktion aber auch Bewegung ins Auto bringt. Das mag sich gewöhnungsbedürftig anfühlen, vor allem für den, der den MX-5 das erste mal so richtig in die Kurven werfen will. Aber es ist, wie schon geschrieben, keineswegs unsicher.

 

Anhänger der “tiefer-breiter-härter-Fraktion” werden damit zweifellos nicht glücklich, aber denen geht es meist auch eher um Optik als um gute Fahreigenschaften.

 

Gleichwohl sollen Freunde der sportlich dynamischen Gangart aber auch nicht vergrault werden, weshalb trotz der eher konservativen Abstimmung dennoch das Potential im Auto steckt, auch diese Klientel für sich nachhaltig zu begeistern.

Erreicht wird das durch einen ungewöhnlich komplexen Fahrwerksaufbau mit doppelten Dreiecksquerlenkern vorne (NA und NB auch hinten) und eine Multilinkaufhängung hinten. Die Stoßdämpfereinheit hat dabei keine Radführungsfunktion.

Das ganze ist in allen erdenklichen Freiheitsgraden ohne den Austausch irgendwelcher Teile einstellbar und somit extrem vielseitig und individuell konfigurierbar.

Eine fähige Werkstatt (und damit ist nicht unbedingt immer die Mazda-Werkstatt gemeint), welche sich mit der Einstellung der gewünschten Fahrwerksgeometrie auskennt, sollte allerdings vorhanden sein. ;)

 

Wer also gerne etwas dynamischer unterwegs sein möchte, kann sich – wie in meinem Fall – für knapp 1.700,- € beim Spezialisten ein nahezu perfekt auf den MX-5 abgestimmtes Gewindefahrwerk inkl. kompletter Vermessung und Einstellung einbauen lassen. Danach bleiben kaum noch Wünsche offen.

Eine bemerkbare Wankneigung ist kaum noch vorhanden und trotz deutlich erkennbarer Tieferlegung ist ein wirklich erstaunliches Maß an Komfort weiterhin vorhanden. Dazu kommt eine Querdynamik und auch ein Lenkgefühl, wie es seines gleichen sucht.

Und wer Wert auf Rennstrecken-Performance legt, findet auch dafür gute und bezahlbare Lösungen.

Mein Fokus liegt aber mehr auf der Landstraße und dafür finde ich ihn jetzt nahezu perfekt.

 

Und so kann aus jedem MX-5 (egal welche Generation), obwohl ab Werk eher inkonsequent sportlich abgestimmt, mit wenig Aufwand fahrwerkstechnisch ein echter Racer gemacht werden. Wer das nicht will, muss ja nicht.

 

In Verbindung mit dem geringen Gewicht, der tollen direkten und präzisen Lenkung, die auch als elektrische Lenkung schön viel Rückmeldung gibt, und der kleinen Joystick-Schaltung, bei der jeder Schaltvorgang ein Genuss ist, wird so jede noch so kleinen Ausfahrt zur ganz persönliche “Mille Miglia”, bei der man kleinere oder auch größere Umwege gerne in Kauf nimmt. :D



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Der Schlüssel zum Spaß beim Fahren ist nicht das Leistungsgewicht, sondern die Leistung UND das Gewicht. ;)

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