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SportsLounge Alles was mich an Autos interessiert.

21.01.2017 15:10    |    Rotherbach    |    Kommentare (2)    |   Stichworte: 6N, 6 N, 6NF, 6 NF, 6NF2, 6 NF 2, Classic, GTI, Kaufberatung, Polo, Probleme, Schwächen, Schwachpunkte, Schwachstellen, Variant, Volkswagen, VW

Einleitung

 

Der Polo 86C wurde 1994 nach 13 Jahren Produktion eingestellt und durch den wesentlich moderneren Polo der Baureihe 6N ersetzt. Der Polo 6N ist sachlich gestaltet, das Design wirkt solide, sicher und vermittelt ein gutes Raumgefühl. Der Polo wurde als 3- und 5-Türer angeboten, daneben gab es den Polo auch als Limousine und Kombi, diese waren eng mit dem 6N verwandt, basierten jedoch auf Seat Modellen. 1997 wurde der Polo erstmals überarbeitet, ein weiteres Facelift erfolgte 1999. Im Jahr 2001 wurde er durch den gleichnamigen Nachfolger der Baureihe 9N ersetzt.

 

Im Polo 6N wurde eine große Bandbreite an Motoren eingesetzt. Zu Beginn wurden mehr Benzinmotoren verwendet, der Anteil an Dieselmotoren wuchs im Laufe der Bauzeit merklich an. Die überwiegende Anzahl der Motoren sind solide und auf die Alltagsnutzung hin optimierte Motoren. Einige Motoren sind zwar drehfreudig, kommen aber nicht an die Dynamik einiger zeitgleich angebotener Motoren heran. Die Leistung der Benzinmotoren reicht von 45 bis 125 PS. Bei Einführung war die Euro1 Einstufung noch die Regel, diese können in der Regel nachgerüstet oder umgeschlüsselt werden. Bei den Dieseln gab es zu Beginn phlegmatisch wirkende Saugdiesel. Im Laufe der Zeit wuchs die Zahl der drehmomentstarken TDI Motoren merklich an. Der schwächste Dieselmotor leistet 57 PS und der stärkste 110 PS, nur die wenigsten Dieselmotoren erhalten die grüne Plakette. Ein Teil der Motoren konnte mit einem Automatikgetriebe kombiniert werden, die Motorenleistung wurde stets auf die Fronträder übertragen. Die Fahrleistungen der Motoren entsprechen den Erwartungen, lediglich die GTI Varianten des Polo 6N wirken eher enttäuschend.

 

Der Polo ist merklich geräumiger als sein Vorgänger und bietet akzeptablen Raum. Als Kombi und Limousine gewinnt man zusätzlichen Laderaum. Die Verarbeitung des Polo ist ordentlich und haltbar. Die Materialauswahl ist eher günstig wirkend, dafür sind die meisten Materialien haltbar. Grundsätzlich ist der Polo eher komfortabel abgestimmt, der GTI hat war ein merklich härteres Fahrwerk, ist aber ebenso ein merklicher Untersteuerer und eher auf Sicherheit hin abgestimmt. Die Anzahl an Komfortausstattung hängt maßgeblich von Baujahr und vom Bestellverhalten des Erstkäufers ab. Daher gibt es Fahrzeuge, die man guten Gewissens als Nullausstatter bezeichnen kann und solche, die durchaus gute Ausstattungsniveaus aufweisen, diese Fahrzeuge sind allerdings selten. Die Grundsicherheit des Polos bewegt sich auf ordentlichem Niveau, im Laufe der Zeit wurde stets Sicherheitssysteme nachgereicht, ABS war leider erst ab 1997 Serie, ab 1999 konnte sogar ESP im Polo geordert werden.

 

Das Angebot an Polos mit Benzinmotoren ist gigantisch, das bei Dieseln eher klein. Das Preisniveau ist stark vom Zustand und der Ausstattung abhängig. Verschleißteile sind im Zubehör eher günstig, das Angebot an Gebrauchtteilen sehr groß. Entsprechend niedrig fallen Reparaturkosten aus.

 

Typische Schwachstellen des Volkswagen Polo (6N):

 

Benzinmotoren:

  • Motorschaden durch einfrierende Ölrückführung bei 1.0, 1.4 und 1.6 16V Motoren ab 11/1995 (nicht GTI).
  • undichte Abgaskrümmer
  • abreißende Stehbolzen Abgaskrümmer
  • defekte Katalysatoren
  • defekte Wasserpumpen
  • defekte Luftmassenmesser
  • defekte Lichtmaschinen
  • defekte Zündspulen
  • defekte Thermostate

 

Dieselmotoren:

  • undichte Abgaskrümmer
  • abreißende Stehbolzen Abgaskrümmer
  • 1.4 TDI: teure Wartung, defekte Pumpe Düse Elemente
  • 1.9 TDI: sich lösende Zahnriemenräder, defekte Pumpenhubgeber, sehr knappes Zahnriemenwechselintervall,
  • verkokte Turbolader
  • defekte Wasserpumpen
  • defekte Luftmassenmesser
  • defekte Lichtmaschinen
  • defekte Thermostate

 

Getriebe und Antrieb:

  • Getriebedefekte, abreißende Nieten, Lagerschäden, Gangdefekte usw. schwer schaltbar, pfeifen, mahlen, klackern, knirschen
  • gerissene Kupplungsseile
  • Automatikgetriebe bei 1.4L: Steuerungsdefekte, schaltet schlecht von 1. In 2. Gang

 

Sicherheit:

  • defekte Gurtaufrollautomatik
  • hoher Bremsenverschleiß bei allen Dieseln
  • defekte Pedalboxen

 

Komfort:

  • verschlissene Schieben der Fensterheber
  • defekte Motoren der elektrischen Fensterheber
  • sich ablösender Softlack

 

Karosserie & Korrosion:

  • stellenweise schlechte Lackierungen
  • Korrosio Radläufe
  • Korrosion Kotflügelecken am Übergang zu Schwellern
  • Schwellerspitzen
  • Schweller
  • Ecken der Dachkanten
  • unter den Dachleisten
  • Gummipfropfen des Unterbodens
  • Reserveradwanne
  • Wagenheberaufnahmen
  • Türen

 

Bitte beachten: Gebrauchte Fahrzeuge hatten ein Leben vor dir. Daher können sie neben den typischen Mängeln auch ungewöhnliche Mängel, Macken und Fehler haben, die zu ermitteln unmöglich ist. Daher muss man jedes Auto individuell begutachten und darf sich nicht darauf verlassen, dass in einer Kaufberatung wirklich alle Fehler aufgeführt sind. Aus diesem Grund ist eine Kaufberatung ein Hilfsmittel und ersetzt im Zweifel keinen Fachmann und keine ausgiebige Begutachtung. Außerdem bemühe ich mich zwar ein möglichst vollständiges Bild zu geben, kann aber leider nicht gewährleisten, dass ich wirklich jeden Mangel recherchieren konnte.

 

Copyright: Rotherbach, 2017, Artikel darf bei Angabe der Quelle im Rahmen der Copyleft Regeln frei verwendet werden.

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21.01.2017 15:11    |    Rotherbach

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LG Kester


16.10.2019 16:26    |    Trackback

Kommentiert auf: Allgemeine Kaufberatung:

 

Günstiges Studentenauto übergangsweise für 500 - 1000€

 

[...] vibrieren/brummen, dass nach kurzer Zeit verschwindet - defekter Krümmer, achte auf Rost an den Übergängen von Kotflügel zum Schweller und vorne/hinten an den Enden der Schweller und an den Wagenheberaufnahmen, der 1.4 16v kann bei Frost einfrieren - mal nachfragen ob er nachgerüstet [...]

 

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