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12.10.2021 12:10    |    SerialChilla    |    Kommentare (96)    |   Stichworte: Model 3, Tesla

Die Langstrecke im Namen: Wir haben Teslas Model 3 Long Range, seinen Autopiloten und die Routenplanung auf dem Weg von Frankfurt am Main nach Berlin getestet.

 

Elektrische Mittelklasse-Limousine: Teslas Model 3 im Langstrecken-TestElektrische Mittelklasse-Limousine: Teslas Model 3 im Langstrecken-TestElektroautos sollen keine Zweitwagen sein, sondern überall funktionieren. Auch auf der Langstrecke. Tesla baut seit 2012 Autos, die das können – und die passende Infrastruktur, um den nötigen Strom zu liefern. Aber wie funktioniert das in der Praxis? Das haben wir mit einem Tesla Model 3 Long Range auf der Strecke von Frankfurt am Main nach Berlin ausprobiert.

 

Zum Testzeitpunkt gibt Tesla eine Reichweite von 560 Kilometern für das Modell an. Theoretisch kommen wir also mit einer Akkuladung an, vor uns liegen schließlich nur 530 Kilometer. Aber jeder, der sich mit Normwerten im Autobau beschäftigt, weiß: Zwischen Theorie und Realität liegen gern mal ein bis zwei Tank- bzw. Ladestopps. Unser Testwagen ist sich bewusst, dass wir nicht im Windschatten hinter Lkws fahren wollen. Er rechnet realistisch.

 

Bei einem Ladestand von 99 Prozent und einer Außentemperatur von 10° Celsius zeigt der Bordcomputer eine Reichweite von knapp 350 Kilometern an. Laut Navi sollen wir bei Leipzig eine halbe Stunde lang nachladen. Danach kämen wir ohne weitere Pause am Ziel an. Die Topografie auf dem Weg ist einkalkuliert. Und eine ruhige Fahrweise: Schneller als 130 km/h sollen wir uns nicht bewegen. Sonst stimmt die Rechnung nicht.

 

Der Bordcomputer verrechnet sich im Model 3

 

Ganz schön reduziert: Das Display in der Mitte steuert fast alle Funktionen im Tesla Model 3Ganz schön reduziert: Das Display in der Mitte steuert fast alle Funktionen im Tesla Model 3Wir rollen vorausschauend in Richtung Hauptstadt und halten uns an die Tempoempfehlung des Bordcomputers. Der hält seinen Teil des Versprechens allerdings nicht ein: Während der Fahrt korrigiert er das gewünschte Maximaltempo erst auf 125, dann auf 120 und später auf 115 km/h. Wir bleiben bei der Richtgeschwindigkeit und nehmen dafür einen zusätzlichen Stopp in Kauf. Eigentlich kann die Software den selbstständig einplanen und die Routenführung anpassen.

 

Das tut sie aber nicht, sondern meldet schlicht, dass wir unser Ziel nicht erreichen. Wir passen die Route manuell an und laden schon nach 295 Kilometern. Die Restreichweite beträgt 41 Kilometer. Immerhin: Das Model 3 hat sich nicht doll verrechnet. Während des Ladevorganges meldet das Display bis zu 200 kW Ladeleistung – allerdings nur kurz. Nach wenigen kWh sinkt der Wert.

 

Nach gut 20 Minuten fahren wir weiter und steuern Beelitz an. Das Dorf kurz vor Berlin bietet eine Schnellladesäule in Autobahnnähe. Unsere manuell optimierte Route funktioniert: An den Ladepunkten bleibt genug Energie im Akku, um nicht nervös Angst vor den letzten Prozenten zu haben. Außerdem sparen wir Zeit, weil der Tesla nur bis zu einem Ladestand von ungefähr zwei Dritteln flott lädt. Insgesamt sind wir 5:20 Stunden unterwegs – also langsamer als mit einem Verbrenner, dafür völlig problemlos und komfortabel.

 

Wie teuer unsere Fahrt war, wie sich ein Diesel auf gleicher Strecke geschlagen hätte und was Teslas Autopilot beisteuert, liest Du im vollständigen Artikel auf mobility.talk.

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20.10.2021 16:11    |    Acidrain2001

https://de.wikipedia.org/wiki/Tesla_Gigafactory_Berlin-Brandenburg

 

Geplante Anlagenteile

  • Presswerk
  • Gießerei (Schmelzkapazität von über 100.000 Tonnen pro Jahr)
  • Karosserierohbau
  • Lackiererei
  • Sitzfertigung
  • Fertigung Antrieb
  • Endmontage
  • Batteriezellfabrik

 

Also ja, ziemlich alles wird vor Ort hergestellt. Denke das wird ihr europäisches Standbein. Aktuell kommt ja alles aus den USA per Kit...

21.10.2021 07:29    |    Luk2012

Die Zeiten, wo ALLE Teile eines Autos vor Ort gefertigt werden, sind lange vorbei, sehr lange. Und dabei meine ich mit "alle" nicht mal wirklich alle, sondern überwiegend. Wir werden auch nicht mehr erleben, dass ein Hersteller "alles" selbst fertigt und damit ergibt sich auch ersteres.

 

Achso und übrigens steht die deutsche Fabrik von Tesla nicht in Berlin ;).

21.10.2021 08:57    |    Acidrain2001

Das ist richtig, alle Teile werden natürlich nicht vor Ort produziert, es kommt ja genug von Zulieferern. Der Punkt war ja aber, ob Tesla in Brandenburg die Dinger nur zusammen schraubt, oder ob das eine richtige "vollständige" Automobilfabrik wird.

25.10.2021 11:48    |    Courghan

Kann ich mir nicht vorstellen. Rein made in Germany mit entsprechenden Löhnen wird kaum profitabel sein.

25.10.2021 11:51    |    ballex

Das ist ja unerheblich ob du dir das vorstellen kannst oder nicht...es ist jedenfalls so. ;) Da die Zellfertigung zum Start aber noch nicht fertig sein wird, werden die Akkus erst mal noch zugeliefert. Langfristig wird dann aber auch das vor Ort produziert.

 

Zitat:

Acidrain2001 schrieb am 20.10.2021 um 16:11 Uhr:

Also ja, ziemlich alles wird vor Ort hergestellt. Denke das wird ihr europäisches Standbein. Aktuell kommt ja alles aus den USA per Kit...

Korrekt - bis auf den letzten Satz. Nur Model S/X kamen bis zum Refresh per Einzelteile und wurden in Tilburg (NL) zusammengebaut. Die neuen Refresh-Fahrzeuge werden dann auch vollständig fertig geliefert, Tilburg wird anderweitig umgebaut. Model 3/Y kamen schon immer seit Lieferstart in Europa fix und fertig aus Fremont oder Shanghai.

 

Zitat:

Acidrain2001 schrieb am 21.10.2021 um 08:57 Uhr:

Das ist richtig, alle Teile werden natürlich nicht vor Ort produziert, es kommt ja genug von Zulieferern.

Das stimmt, aber Tesla hat im Vergleich zu anderen Herstellern eine hohe Eigenfertigungsrate - z.B. Sitzfertigung, die haben viele andere Hersteller ausgelagert. Durch den hohen Eigenfertigungsanteil ist Tesla so auch robuster gegen Probleme bei Lieferketten...sieht man ja auch jetzt an der Lieferfähigkeit trotz schwierigem Beschaffungsumfeld.

 

Edit: Weil es sich gerade mit dem Post unter diesem überschnitten hat. Goify, du kannst die Stellenausschreibungen einfach einsehen, die meisten Beschäftigten werden aus D kommen - aus Polen aber sicherlich auch ein gewisser Anteil, das ist in Brandenburg aber ja nichts Ungewöhnliches und vor allem dem Fachkräftemangel geschuldet.

25.10.2021 11:51    |    Goify

Vielleicht bauen sie das Auto ja nicht mit deutschen Löhnen, sondern über Subunternehmer, die sich auf dem Papier verpflichten, die gesetzlichen Mindestlöhne zu bezahlen und am Ende bauen welche für 8 € die Stunde die Autos zusammen. Auf dem Bau kommt das leider auch immer wieder vor.

25.10.2021 12:16    |    Acidrain2001

Wieso soll das nicht rentabel sein bzw in wie weit soll sich da Tesla von allen anderen Herstellern unterscheiden, die in Deutschland produzieren? BMW, Mercedes, Audi, VW, Ford und Opel bescheißen ja wohl auch kaum beim Mindestlohn. Mal davon abgesehen dass man im Automobilbau idR deutlich mehr verdient

25.10.2021 14:41    |    Goify

Es ist sicherlich rentabel, ein Auto mit deutschen Fachkräften herzustellen, aber noch rentabler, wenn diese die Hälfte verdienen.

25.10.2021 15:15    |    nolam

Viel rentabler wäre es doch bestimmt gewesen, die Fabrik einfach in Polen oder Rumänien aufzubauen. Aber dort hätte es dann nicht die 23 Milliarden an deutschen Steuergeldern zusätzlich gegeben. Und die Umweltauflagen sind dort bekanntermaßen auch viel viel höher.

 

Die spinnen doch, die Amis. :D

25.10.2021 15:22    |    Goify

Na das schon lange und irgendwann fliegt der Schwindel auf. ;)

25.10.2021 15:25    |    nolam

Auf jeden Fall. Außerdem ist Tesla in 2 Wochen sowieso endlich Pleite. Ganz sicher. Believe me, it's true.

25.10.2021 15:32    |    Goify

Wieso soll Tesla plötzlich pleite sein?

26.10.2021 06:39    |    ballex

Das war ein Witz/ironisch gemeint. ;)

26.10.2021 08:25    |    Goify

Das glaube ich nicht. Hier im Forum geht es bierernst zu.

24.11.2021 22:46    |    Tesla-M3-MiC

Ich bin mit meinem Tesla M3 SR+ nun 12.000km gefahren, auch Langstecken Emden - Ruhrgebiet - Bodensee). (reale Ladekosten ~230€ gesamt, für Schnellladen bzw. zu faul an freie Ladestation zu fahren). Servicekosten: 5€ für Scheibenwischwasser.

 

Auf Langstrecke fährt man ca. 60%->10% Ladezustand, von einem zum nächsten Schnelllader, dann dauert Laden 10-15min. Insgesamt brauchte ich genau so lange wie mit Verbrenner (Essen - Freiburg 500km 5h ohne Stau).

Ja, bei Langstrecke ist Fahrstrategie (wie beim Motorrad) anders, aber nicht besser oder schlechter als mit Verbrenner. Wenn man nicht täglich über 200km fährt, brauchts kein Long Range, da reicht ein Standard Range aus.

 

Und, wenn Du >325 PS unterm Arsch hast, in 5s 0-100 kannst, dann fährst Du nicht hinterm LKW her, sondern nutzt auch mal das ü 200km/h Potential.

Ich persönlich, will kein Verbrenner mehr, hab aber das M3 RWD abgegeben und fahre nun Altherren SUV Tesla MY-LR AWD.

Trotzdem liebe ich das Boxer-Rattern meiner alten BMW. E-Fahren ist halt eine andere Dimension, empfehle jedem sich Mal darauf einzulassen.

18.11.2022 23:25    |    Kaske

Langstrecke ist das jetzt nicht unbedingt (innerhalb D) für mich, ich habe jetzt in 1,5 Jahren 6 Ferntouren gemacht, Griechenland über Balkan, Norwegen und Irland und kaum langsamer angekommen als mit meinen Verbrennern zuvor, dafür aber wesentlich entspannter, da die Pausen regelmäßiger gemacht wurden und nicht erst wie früher erstmal den Tank leerfahren, schon angesteift ausgestiegen und danach immer mal wieder anhalten müssen, weil der Sekundenschlaf anklopfte. Mit dem Tesla fahre ich 20h und dank der regelmäßigen Stopps, komme ich so entspannt an wie noch nie zuvor geschehen.

Gerade der Long Range ist ideal auf Reisen. Bisher null Probleme, günstig unterwegs und Service noch nicht notwendig gewesen, wozu auch.

 

Absolut geil wie sparsam er unterwegs ist und die Ladeleistung ist völlig ok wenn man sich mal die Mitbewerber ansieht. Stehe meist auch nur zwischen 10-20min und kann dann weiter. Frauen müssen eh öfter aufs WC und mit einigen kurzen Stopps anstatt weniger oft anhalten aber dafür länger laden, ist man tatsächlich schneller.

24.11.2022 20:13    |    bimidi

Hi Kaske,

 

mit meinem Verbrenner konnte ich immer Pausen machen, wann ich wollte. Und ich konnte fahren wann ich wollte. Das ist ein Vorteil. Alle 300 oder 400 Kilometer eine Pause von ca. 30 Minuten machen zu müssen, ist und bleibt ein Nachteil und ist sicher kein Vorteil.

 

Aus anderen Gründen bin ich insgesamt trotzdem ein Fan der E-Mobilität. Und oft machen mir die Pausen auch nichts aus. Aber die Zwangspausen und die langen (im Vergleich zum Tanken) sowie häufigeren Ladezeiten sind sicher negativ und kein Vorteil.

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