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11.11.2013 00:35    |    Dortmunder 65    |    Kommentare (20)

Plymouth P18 - Ein kaum beachteter US Klassiker

 

Plymouth und die P Serie, im Grunde immer eine mehr oder weniger aufwändiges Facelift bis zum P18. Der P18 bekam ein neues größeres Chassis und die Blechteile waren neue, ohne die Herkunft zu verleugnen. Plymouth setzte zu recht auf alt bewährtes Design.

Nach dem Krieg war Plymouth der dritte Anbieter nach Ford und Chevrolet mit einem neuen Modell. Die Konkurrenz kam mit neuem Aussehen. Chrysler Präsident KT. Keller wollte aber an der hohen Form festhalten, von ihm soll der Spruch stammen. „ Ein Auto sollte nicht den Hut vom Kopf schlagen oder diesen über die Augen drücken. Auch sollte die Motorhaube nicht so niedrig sein, dass man drüber pissen kann.“

Daher wird der P18 auch oft nur Keller genannt.

Den P18 gab es als Coupe, Limousine, Cabrio und Station Wagon, wobei die Special Deluxe Modelle die gehobene Innenausstattung erhielten. Das typisch Gesicht dieses Wagen (BJ.1949) wird von den drei breiten und zwei schmalen Chromstäben bestimmt und die vordere dreifach, horizontal gerippte Stoßstange untermauert das teure Aussehen. Diese Stoßstange ist in der Hot Rod Gemeinde sehr beliebt. Der Wagen wurde auch etwas breiter zu seinen Vorgängern und die Motorhaube überragte die Kotflügel nicht mehr ganz so weit.

Die Form der vorderen Kotflügel geht in die Türen über und bricht die glatte Erscheinung dieser auf. Plymouth behielt die pausbäckigen hinteren Kotflügel bei, diese waren weiterhin verschraubt. Die Mitbewerber am Markt verschweißten ihre und dies war nicht sehr reparaturfreundlich.

Die Motorhaube ziert der Schriftzug Plymouth in Form von einzelnen Buchstaben und wird von einer Zierleiste längs geteilt, auf der das Mayflower Segelschiff trohnt.

Das Heck zeigt sich hingegen etwas schlichter, die Stoßstange ist genau wie die Vordere dreifach gerippt und über der Nummernschildvertiefung ist ein Chromzierarbeit mit dem Schriftzug Plymouth und dem Wappen angebracht. Unterhalb der Vertiefung ist ein massiver Griff mit Schloss verbaut. Mit den 49er Modellen gab es dann auch 2 Türschlösser an den Fronttüren.

Die Chromleisten an den Kotflügeln waren optional, man konnte die Deluxe Modelle auch ohne bekommen. Da der P18 trotz der Leisten die ihn optisch streckten sehr hoch wirkte, kürzte man noch die Federn (zu den Vorgängern) um ihn flacher erscheinen zu lassen.

 

Plymouth überarbeitet auch den Innenraum seiner Modelle und gestaltete sie hochwertiger, man sieht Holz und viele Chromelemente. Neue Drehlichtschalter und Knöpfe und ein Aschenbecher wurden schick eingebaut. Selbst ein Radio war lieferbar und sollte es nicht mitbestellt worden sein, zierte eine schöne Abdeckung den Radioschacht. Die Knöpfe der optionalen neuen Heizung wurden bei Bestellung unterhalb des Radioschachtes formschön im Design eingebunden. An stelle einer Abdeckung mit Ornamentschriftzug konnte man eine elektrische Uhr geliefert bekommen.

Plymouth machte mit seiner neuen Fenstermechanik schon auf Sicherheitswerbung. Man pries das System damit an, dass der Fahrer seine Hand nicht so lange vom Lenkrad nehmen muss wie bei anderen Autos. Bei der auch größeren Bestuhlung konnte man durch hinzufügen oder entfernen von Federn die Härte einstellen.

Armlehnen, Hupenring und Handschuhfach mit Schloss waren Option. Die Special Deluxe Modelle hatten Edelsteinschlagschutz an den hinteren Kotflügeln und zur Wagenfarbe passende Polsterung aus Bedford Cord oder Vinyl. Das Cabrio konnte zusätzlich in den Sonderfarben Mexiko Rot und Creme Plymouth geordert werden. Das Verdeck hatte eine Kunststoffrückscheibe und schon Elektromotoren.

Bei dem acht Personen Woody Kombi kann man die beiden hinteren Sitzreihen ausbauen und beim Suburban war die Rückbank klappbar. Diese Klappfunktion machte beim Kombi aus mittlere und hintere Sitzbank auch eine Liegefläche.

Der Reihensechszylinder mit 3,6 Litern brachte 96 PS (71kw)und damit konnte man den P18 recht flott bewegen,

Wie bei Plymouth üblich, wurde 1950 schon ein Facelift durchgeführt, der Kühlergrill sah mit drei sehr großen Chromstäben etwas bulliger aus und die Stoßstangen waren nicht mehr gerippt.

Bei den Rücklichtern wechselt die Anordnung an der Karosserie auch von Jahr zu Jahr bzw. je nach Modell. Die Super Deluxe hatten diese formschön direkt auf dem Übergang Kotflügel Karosserie im oberen Bereich.

 

1928 gründete Walter P Chrysler Plymouth um im unteren Marktsegment gegen Ford und Chevrolet einen weiteren Anbieter ins Rennen zu schicken. Bisher hatte Chrysler sich nicht um diese Käuferschicht bemüht.

Beim Namen und Emblem griffen die Verantwortlichen auf die Geschichte der USA zurück, auf die ich ja wohl nicht eingehen muss.

Diese neue Marke sollte das Lieblingskind von W.P. Chrysler werden und für Innovation stehen. Nicht nur die obligatorischen Sechszylinder brachten die Marke weit nach vorn, sondern die hohe Qualität der Fahrzeuge und die Werbebotschaft war Eindeutig: Mit einem Plymouth bekommt man was fürs Geld.

1932 stand man schon vor den GM Marken Buick und Pontiac, 1934 lief der einmillionste Wagen vom Band und 1939 überschritt man die drei Millionen.

Ein weiterer Siegeszug wurde vom Krieg vereitelt und man begann halt danach wie fast alle mit den Vorkriegsmodellen. Wie schon oben erwähnt brauchte Plymouth nicht lang um ein neues Modell auf dem Markt zu bringen.

Plymouth sollte unter KT Keller aber nicht mehr den Stellenwert im Chryslerverbund bekommen den es hatte, dieser bevorzugte Dodge und die Konkurrenz von außen hatte aufgeholt und war sogar teilweise besser.

 

 

Danke fürs lesen, über Kommentare und selbst gemachte Bilder freu ich mich!

 

Euer Dorti


11.11.2013 01:12    |    scion

Ein weiterer interessanter Vertreter der Nachkriegsmodelle aus USA. Überhaupt kamen in dieser Zeit, bemerkenswerte Automobile auf den Markt.

Chevy's Fleetmaster und die 1. Gen BelAir mit dem "Blue Flame" Inline Six, Fords Crestliner, Lincoln Cosmopolitan & Mercury Eight, Hudson Hornet & Nash Rambler oder Pontiac Chieftain & Buick Special um einige zu nennen. Allesamt einen Artikel wert.

 

Gut gemacht und gerne gelesen... danke


11.11.2013 09:14    |    MB Dieselmaster

Mensch Dort, schreibe mal einen Blog über interessante Museen und Ausstellungen, welche man mal besuchen sollte.

 

Klasse Bilder, kennt man ja nicht anders.

 

Super Bericht, über einen Wagen den auch ich nicht kannte Klasse.


11.11.2013 12:22    |    Dortmunder 65

Museen im Allgemeinem oder nur Autos?

 

Ich bekomm es auch leider nicht gebacken Einige anzusteuern.

 

Ja die Nachkriegszeit brachte schon so manchen schönen Wagen! Nur muss man die in Deutschland erstmal vor die Linse bekommen.


11.11.2013 12:33    |    MB Dieselmaster

Sagen wir mal so, Autos oder was mit Motor sollte dort die Hauptrolle spielen.


11.11.2013 12:39    |    motorina

P18 kaum beachtet? .. wie auch ... Design sieht nach den frühen 50ern aus ... also da sind kaum noch Erinnerungen vorhanden und sooo verbreitet scheint das "Ding" ;) nicht gewesen zu sein - von daher keinen blassen Schimmer von der Existenz von diesem Modell. Einzig die Front mit dieser Stoßstange und dem kleinen rechteckigen Blinker erinnert mich an irgendein Spielzeugauto, das ich mal (vor langer, langer Zeit ;)) hatte.


11.11.2013 12:46    |    Diesel73

scion:

Danke für die tollen Fotos. Da steckt ja riesig viel Geschichte drin.


11.11.2013 12:51    |    motorina

Ein Museum für Luftfahrzeuge? ... mit Kfz ... ... ist das so was Ähnliches wie Sinsheim (nur etwas steriler:rolleyes:)?.


11.11.2013 12:52    |    MB Dieselmaster

Zitat:

Warhawk Air Museum, Nampa/Idaho

http://www2.warhawkairmuseum.org/virtual_tour

alles private Sammlungen und fast alles zum anfassen

Ok, wenn ich mal in den Staaten sein sollte, dann wäre so ein Museum mein Ziel. Gefällt mir, ein virtueller Daumen!:)


11.11.2013 12:56    |    scion

Viel kleiner als Sinsheim, in erster Linie Flugzeuge, aber auch Kfz. und tausende Mitbringsel der GIs wie Waffen, Uniformen, Medaillen usw. aus aller Welt, dazu Bücher, Berichte und Gemälde aus den Weltkriegen, Korea & Vietnam... alles immer mit dem Namen des Spenders versehen, sehr familiär und keinesfalls steril... aber eben nur privat und nur US-$ 10 Eintritt


11.11.2013 13:01    |    scion

auch unbedingt sehenswert und viel größer, das Boeing-Museum in Seattle

http://www.museumofflight.org/aircraft

da habe ich sehr lange drin zugebracht und bestimmt nicht alles gesehen und man sieht die Kundenmaschinen auf der werkseigenen Startbahn zum Testflug abheben


11.11.2013 13:04    |    motorina

Der Hallenbau hat mich zu dieser "sterilen" Aussage;) hinreissen lassen (nicht das Arrangement der vielen "Mitbringsel"!).

... und wenn das ein Privatmuseum ist, dann Respekt vor der Sammlung!


11.11.2013 20:56    |    Dortmunder 65

Zitat:

P18 kaum beachtet? .. wie auch ... Design sieht nach den frühen 50ern aus .

Ist auch richtig, nur der P18 war ein Verkaufserfolg und sehr beliebt. War wohl auch die erste Ganzstahlkarosserie von Plymouth und selbst der Kombi soll das Holz nur als Zierrat gehabt haben. Man sagt auch, dass Kombis erst seit dieser Zeit Nurstahldächer hatten.

Ein neues Pressverfahren soll der Grund gewesen sein.


12.11.2013 00:44    |    Hans-57

Zitat:

...Edelsteinschlagschutz...

wie luxuriös... :D ;)

 

Ich habe mich letztens schon gefragt, in welchem Museum Du da fotografiert hast, als mir Tatra, Wartburg, Framo, Moskwitsch, Wolga usw. aufgefallen sind.


12.11.2013 00:56    |    motorina

Ja, gell @Hans, der Tatra wäre auch was;) ...


12.11.2013 01:12    |    Hans-57

Das waren schon tolle Geräte, leider war es mir nie vergönnt, in sowas mal mitzufahren.

Und auch interessant ist die technische Verwandschaft: luftgekühlter Boxer mit Zentralrohrramen... :)


12.11.2013 01:19    |    motorina

Richtig, irgendwie hat mich der Tatra schon immer fasziniert ... und das "Motorwerk" :):) (irgendwo müsste ich da Bilder haben von 2011...).


12.11.2013 10:14    |    Dortmunder 65

Eisenbahnmuseeum Prora Rügen


12.11.2013 10:19    |    MB Dieselmaster

Prora da denke ich immer zuerst an die NS-Zeit und mir läuft ein kalter Schauer über den Rücken. Für mich ist es ein echtes Mahnmal und darf nicht abgerissen werden.


12.11.2013 10:23    |    Dortmunder 65

Das Museeum ist nicht in dem Gebàude


Deine Antwort auf "Plymouth deluxe P18 - Ein kaum beachteter US Klassiker"

DANKE

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