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01.01.2014 20:04    |    Dortmunder 65    |    Kommentare (10)

MG TD Der Gipfel der T Serie?

 

Die T Serie machte wohl auch die gleichen Vorurteile durch wie heutige Nachfolgemodelle, denn bisherige Fans der Marke hatten natürlich einen Markel im Auge. Die T Serie trat die Nachfolge des PB- Midgets an und wurde sogleich abfällig als ein nicht echter MG abgetan.

Grund war wohl das die T Serie nicht mehr in Abingdon sondern in Cowley entstand.

Wie kam es dazu, Lord Nuffield der bis dahin MG in seinem Privatbesitz hatte verkaufte an den Morris Konzern und dieser hatte in Cowley sein Design Office. Zu erwähnen bleibt noch, dass der Lord den Konzern selbst gegründet hatte.

Was aber den Fans mehr gegen den Strich ging war der Umbruch beim Antrieb. MG

verabschiedete sich vom Motorkonzept mit obenliegender Nockenwelle und Königswelle, es kam die einfache Variante. Der „neue“ Motor hatte eine seitlich im Zylinderblock liegende Nockenwelle und die immer noch hängenden Ventile wurden über lange Stoßstangen angetrieben.

Dieser Motor befand sich auch im Wolesly 10/40 und Morris ten, nur hatten diese einen anstatt zwei SU Vergaser. Und wie heute ist es das Bestreben eines Konzerns Kosten durch Verwendung von Gleichteilen zu senken.

Der Dynamik des neuen Wagens tat diese Entscheidung trotzdem gut, denn der Motor hatte mehr Hubraum und Leistung. Nur Käufer die einen MG als Rennwagen nutzen wollten hatte es schwer getroffen, denn zum Tunen taugte er nicht wirklich und bewegen im hohen Drehzahlbereich mochte er nicht. Aber selbst hier wurden die Teams erfinderisch und fanden Möglichkeiten wie Kompressor usw.

Nun einen kleinen Sprung zum TD. Die Vormodelle möchte ich mir für andere Artikel aufheben.

 

Der TD ist der Nachfolger des Nachkriegsmodells TC und sieht schon ein wenig moderner aus. Aber der TC bereitete mit seinem Erfolg den Weg für den TD, denn bei Morris hatte man fast schon mit der Modellreihe abgeschlossen. Hier wollte man eigentlich den modernen MG YA auf dem Markt etablieren, aber der TC öffnete die Tür Richtung USA ganz weit.

Dieser YA ist auch im TD vertreten, denn der Rahmen ist im Grunde nur eine verkürzte Version und auch die Vorderachse ist weites gehend die gleiche wie in der Limousine YA. Der auffälligste Unterschied liegt darin, dass die eigenständige Hinterachskonstruktion nicht wie üblich über den Rahmen verläuft, sondern der Rahmen sich über die Achse hinüber wölbt. Diese Wölbung machte eine neue stärkere Kröpfung der Federn erforderlich, was aber den Fahreigenschaften wiederum gut tat.

Und auch hier wollten MG Fans wieder mal von einem MG sprechen der keiner sein sollte und dies weil es für diesen nur Scheibenräder gab. Der TD knüpfte nahtlos an den Erfolg des TCs an und wurde rund dreimal so häufig verkauft wie dieser. Das der TD optional sogar als Linkslenker zu haben war, machte ihn für US Käufer noch interessanter, daher verwundert es nicht, dass die meisten über den großen Teich gingen.

Mit dem TD nahm man auch offiziell wieder an Rennen teil, dieses Unterfangen hatte man mit dem TA ja eingestellt. Um aber nicht nur hinten mitfahren zu müssen, musste der Wagen modifiziert werden. Beide Entscheidungen, sowohl die Einstellung und Wideraufnahme, kamen von der Konzernzentrale.

Es entstand der TD mark II der in der 1,5 Literklasse mit gerade mal 1250 ccm³ mithalten sollte und weiterer Einzelstücke. Eins dieser Einzelstücke war der MG TD special mit Codenummer EX 172. George Phillips nahm 1951 damit am Rennen von Le Mans teil, durch die strömungsgünstige Karosserie entstanden Geschwindigkeiten die der Motor leider nicht auf Dauer stand hielt. Phillips musste mit Motorschaden aufgeben. Diese Ausbaustufen waren die Vorstufe zur Entwicklung des MGA von 1955, dieser musste aber zurückgestellt werden und ein mehr oder weniger gutes Facelift dem TF den Vortritt zu lassen.

Und auch hier möchte ich euch den Grund nicht vorenthalten, obwohl es nicht viel mit dem TD zu tun hat.

Durch die Fusion von Austin und Morris kam ein gewisser Leonard Lord an das Steuer der neu entstandenen British Motor Corporation. Dieser Herr war bis zu seinem Ausscheiden kurz vor dem Krieg bei Morris in führender Position und die Trennung war wohl nicht friedlicher Natur.

Da er es wohl nicht verwunden hatte, strafte er alles von Morris ab und so spielte Morris die letzte Geige im Konzern. Erst 1955 hatte er ein Einsehen und erkannte, dass er so nicht handeln durfte. Die T Serie wurde mit dem TF eingestellt, nur diese Serie begründet den Ruf von MG als Produzent von guten und günstigen Sportwagen.

Nochmal zurück zum TD, dieser war der letzte MG mit völlig freistehenden Scheinwerfern. Neuerungen waren unter anderem Einzelradaufhängung mit Schraubenfedern vorn, Stoßfänger mit Hörnern serienmäßig, hypoidverzahntes Differenzial an der Hinterachse und Zahnstangenlenkung.

Der mark II hatte überarbeitete Stoßdämpfer, zwei Kraftstoffpumpen, eine höhere Motorverdichtung und höhere Hinterradübersetzung.

Der MG TD wurde rund 23 488mal über den Teich exportiert und gerade mal 1656 Stück blieben in GB. Der mark II wurde insgesamt nur ca. 1700mal gebaut.

Hier muss zumindest beim mark II gesagt werden findet man große Unterschiede in den Angaben.

 

Der MG TD aus heutiger Sicht ist immer noch ein Sportwagen des kleinen Mannes, denn seine Instandhaltung ist auf Grund guter Ersatzteillage überschaubar. Seine einfache Technik lässt selbst Werkstattnutzer nicht verzweifeln.

Anfänger machen bei der Bremsenreparaturen öfters Montagefehler bei den Ankerblechen, diese werden oft vertauscht angebracht. Auch sollten bei Keilriemen und Ölfilter nicht mit zu viel Kräften gewerkelt werden, zu starke Spannung bzw. starkes anschrauben kann Beschädigungen nach sich ziehen. Und sollte man wie bei älteren Wagen üblich das abschmieren nicht vernachlässigen, aber zu all diesen Dingen gibt es gute Clubs und Literatur.

Der MG TD war so belieb, dass es einige Replika gibt unteranderem auf Käferbasis mit GFK Karosse, selbst recht früh in der Geschichte gab es Nachbauten. Speziell in Deutschland gab es einige, wobei ein Stuttgarter Betrieb einen Nachbau an Hand von Bildern baute, der kaum vom Original zu unterscheiden ist. Von diesem gibt es sogar noch ein paar Wenige, diese sind leider auch schwerer zu erhalten. Ersatzteile gibt es aus verständlichen Gründen für die deutschen Produktionsteile nicht sehr häufig. Die Reutlinger Firma Wendler hatte sogar eine moderne Pontonkarrosserie, die man aber deutlich vom Original unterscheiden kann.

 

MG TD ein wirklicher Klassiker und echter Brite der seine Fans weltweit hat.

Der MG TD taucht auch immer wieder in Filme und Serien auf wie Goldeneye, Sein bester Freund, Race with Destiny und The Shaggy Dog.

 

MG steht für Morris Garages und entstand aus der William R. Morris Motor Ltd.

Treibende Kraft bei Morris zu der Zeit war Cecil Kimber, der es verstand sich im Firmenimperium von Morris die Teile günstig zu beschaffen. Es war also von Anfang an die Stärke von MG die Kosten klein zu halten. Er ließ eigentlich alles fremd produzieren und überarbeitet die Teile nur, diese Tatsache lässt die Skepsis und Kritik der Fans vor der T Serie als überzogen rüber kommen.

 

Danke für's lesen und wie immer freu ich mich über Kommentare und selbst gemachte Bilder.

 

Euer Dorti


01.01.2014 20:59    |    bronx.1965

Wieder ein schöner Artikel, diesmal jedoch über ein Auto das ich überhaupt nicht auf dem Schirm habe. Weil ich, zugegebenermaßen, von Briten überhaupt keinen Schimmer habe. (Nimmt man den Austin Princess mal aus)

 

Gründliche Recherche ist ja, neben sehr guten Bildern, eine der Stärken deiner "Bilderecke". Like!

 

Was mich erstaunt hat:

 

Zitat:

MG verabschiedete sich vom Motorkonzept mit obenliegender Nockenwelle und Königswelle, es kam die einfache Variante. Der „neue“ Motor hatte eine seitlich im Zylinderblock liegende Nockenwelle und die immer noch hängenden Ventile wurden über lange Stoßstangen angetrieben.

Eigendlich ein Rückschritt, wenngleich du als Grund ja das Gleichteile-Prinzip anführst. Dennoch ungewöhnlich.


01.01.2014 21:06    |    Dortmunder 65

Es war auch ein Rückschritt, aber zu der Zeit noch durchaus nachvollziehbar.

Seitliche Nockenwellen waren stark verbreitet, nur war das Tunen solcher Motoren aufwendig und von geringer Ausbeute geprägt.


01.01.2014 23:01    |    Christoph2605

Schöner Artikel mit interessanten Aspekten. :)

 

"unten herumliegende Nockenwellen" sind billig (er) und zuverlässig.

 

Die Frage bezüglich Tuning war wohl damals wichtiger als Heute.

Wer würde nen Oldtimer drastisch aufmotzen wollen?

Die Autos fahren auch mit Serienmotor ordentlich .

 

Grüße Christoph

 

Übrigens haben die stärksten Kolbenmotoren auf diesem Planeten

(Keith Black Top Fuel) auch Stoßstangen


01.01.2014 23:17    |    Dortmunder 65

Zitat:

Die Frage bezüglich Tuning war wohl damals wichtiger als Heute.

 

Wer würde nen Oldtimer drastisch aufmotzen wollen?

 

Die Autos fahren auch mit Serienmotor ordentlich .

Da hast Du fast recht, leider werden Oldis oft mit stärkeren Motoren aus der Zeit versehen

Der TD wird tatsächlich auch heute noch getunt, zumindest habe ich Angebote dazu gefunden.


02.01.2014 11:11    |    Andi2011

Moin,

 

damals wie heute ein Auto für Puristen! Dürfte unserem guten Uhu sehr gefallen!:)

 

Ich bin eher ein Freund der amerikanischen Autos, die Briten waren nie so meins, was aber nicht an den Autos sondern eher an meinem persönlichen Geschmack liegt und der Ruf von MG war ja bis weit in die 90er ein sehr guter!

 

Grüße

Andi


02.01.2014 12:56    |    scion

Ich finde auch die alten Roadster geil, ob Jaguar XK, Austin Healey, Morgan, Riley oder Triumph... alle aufs wesentliche, nämlich das Fahren beschränkt. Da sie leicht waren, genügen auch schon wenige PS für den Fahrspass. Leider gibts nicht mehr viele davon und die restaurierten kosten viel Geld.


02.01.2014 20:40    |    Dortmunder 65

Zitat:

Dürfte unserem guten Uhu sehr gefallen!:)

Ja habe ich schon beim schreiben dran gedacht.:D

 

Zitat:

Ich finde auch die alten Roadster geil,..... alle aufs wesentliche, nämlich das Fahren beschränkt.

Das fasziniert mich auch an diesen Klassikern


02.01.2014 22:09    |    MB Dieselmaster

Ein echter und reiner Brite, wie man ihn gerne hat.

 

Unverfälscht und Rein, so wie ich mir einen britischen Roadster vorstelle.


05.01.2014 17:31    |    Henrik_Sommer

Wieder mal ein sehr gelungener Beitrag und schöne Fotos von einem britischen Roadster durch und durch. Da gibt es wohl nichts mehr hinzuzufügen, ausser ein paar von meinen eigenen Schnappschüssen:

 

1 2 3 4 5 6 7 8


05.01.2014 17:59    |    Dortmunder 65

Danke für die schönen Aufnahmen und Komplimente


Deine Antwort auf "MG TD Wieder mal ein Brite pur"

DANKE

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