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01.08.2013 00:03    |    Dortmunder 65    |    Kommentare (18)

Renault Dauphine - Die Käfergegnerin

 

Ich habe für diesen Wagen lange nach Infos gesucht, um dann festzustellen es gibt mehr als man denkt. Nur die vielen kleinen Quellen miteinander zu vergleichen war sehr zeitaufwendig. Ich hoffe mal nicht allzu viel in meinen Ausführungen zu springen.

Zu der Überschrift ist nur anzumerken, dass die Dauphine in der damaligen Fachpresse meist mit dem Käfer verglichen wurde. In den damaligen Tests wurde sie im allgemeinem als das bessere Auto dargestellt. Der Käfer aber seinen Siegeszug Weltweit durchsetzen konnte, die Dauphine hingegen nach fulminanten Start in Amerika ausgebremst wurde. Dazu später bestimmt mehr.

 

Wie entstand der Name dieses Wagens und warum hätte es ihn fast nicht gegeben? Nach Kriegsende wurde Renault verstaatlicht und dieser wollte Renault zum reinen Nutzfahrzeughersteller umbauen.

Nur es gab wie so oft einem Mann, der sich nicht von seinem Weg abbringen lassen wollte. Im Fall Renault war es der Vorstandschef Pierre Lefaucheux, dieser lies schon ab 1949 an dem geheimen (Staatsstellen) Projekt 109 arbeiten. Im Frühjahr 1951 wagte man das Projekt 109 offiziell zu machen und 1956 war es dann soweit.

Renault baute zu der Zeit den 4 CV, mit diesem wurde die französische Bevölkerung nach dem Krieg mobil gemacht. Auf einem Bankett soll der Verwaltungsrat Marcel Wiriath gesagt haben – Der 4 CV ist die Königin, das neue Modell kann deshalb nur die Dauphine (bedeutet Thronfolgerin und Delphin) sein. Der 4 CV wurde auf Grund seines Erfolges nach erscheinen der Dauphin noch 5 Jahre weiter gebaut.

Da sich aber abzeichnete, dass die Zukunft dem Frontmotor und dem Fronantrieb gehörten ist die Dauphine wohl als Zwischenmodell zu betrachten. Der wahre Nachfolger ist dann der R4 und dieser wird irgendwann mal ein Thema bei mir.

 

So nun versuche ich mich auf diesem von der Damenwelt bevorzugtem Modell zu konzentrieren. Die Dauphine wurde am 06.03.1956 im Palais du Chaillot in Paris und zeitgleich bei den ausländischen Anbietern vorgestellt. Dieser Kleinwagen wusste sofort zu überzeugen und schlug laut Fachzeitungen ein wie eine Bombe.

Zwei Tage später war natürlich auf dem Genfer Salon das Interesse dadurch schon sehr stark angeheizt. Die Dauphine mit ihrem Dreiganggetriebe, 630 kg, 115 km/h, 5,9 l/100 km und den Maßen 3,95m Länge, 1,52 m Breite, 2,27 m Radstand fand großen Anklang. Ihr 845ccm Motor mit 31 PS bei 4250 U/min im Heck reichten vollkommen aus. Der erste Gang war noch nicht synchronisiert.

Zur weiteren Ausstattung gehörten an den Vordertüren mit einer Kurbel versenkbare Scheiben und ausstellbare Dreiecksfenster. Die Hinteren hatten Schiebefenster und die Fronthaube hatte mittig eine Zierleiste. Unter der Fronthaube (Kofferraum)war die Batterie und ein Bremsflüssigkeitsbehälter untergebracht. Im Innenraum sah man vorn Einzelsitze und hinten eine Sitzbank. Sonnenblende, Handschuhfächer und Dachhimmel waren mit Baumwollstoff bezogen. Einen cremefarbenen Anstrich erhielt das Armaturenbrett sowie das Zweispeichenlenkrad. Selbst eine Abdeckung für ein Radiofach war vorgesehen. Das Reserverad war unter dem Kofferraum in einem von außen zugänglichen Fach untergebracht.

Im Mai 1956 gab es dann schon die erste Änderung, die Bedienkabel der Heizung liefen jetzt über die linke Dachhälfte, nicht mehr unter dem Fußbodenteppich. Ein Schiebedach und die Ferlec-Kupplung wurden optional angeboten.

 

1957 bekam die Dauphine andere Stoßdämpfer und die Sternfelgen des 4 CV werden durch Scheibenräder mit kleinen Schlitzen ersetzt. Wegen der Räder mussten die Bremstrommeln geändert werden. Weitere sichtbare Änderungen waren Sonnenblenden mit Kunststoffüberzug, ein Kupferzierring in den Radzierkappen und entfall der Zierleiste auf dem Kofferraumdeckel. Die 4 CV Heizung wurde durch ein Sofica Heizgebläse ersetzt, dadurch musste die Motorkurbel vom Motorraum in den Kofferraum umziehen.

Renault baute von der Dauphine von 1957 bis 1960 sogar einen Kombi (Dauphinoise) mit zwei Türen und sechs Seitenscheiben, sowie einen Pick-up. 180t Einheiten verlassen in diesem Jahr die Werkshallen von Renault. Ein neuer Motor mit etwas weniger Leistung (845ccm mit 26,5 PS) hielt Einzug.

Auf dem Pariser Salon wird die Dauphine Gordini vorgestellt und diese ist außen nur durch entsprechenden Schriftzug zu erkennen. Innerlich bekam diese Dauphine einen Motor mit neuen Zylinderkopf und einen Solex 32 PICBT Vergaser. Die Leistung stieg auf 37,5 PS bei 5000 U/min und brachte eine Spitzengeschwindigkeit von 128 km/h. In Zwei Jahren (58 u. 59) wurden etwa 500t Stück verkauft.

1958 bekam der Wagen innen neue Türgriffe und wegen der Reflektionen einen matten gräulichen und elfenbeinfarbenen Anstrich der Armaturen. Die Lüftungsdüsen gingen jetzt über die gesamte Frontscheibe. Neben dem Dachhimmel aus Polyvinylstoff bekam die Dauphine neue Sitzbezüge, Brems- und Kupplungspedal wurden eckig und größer. Der Zündverteiler des 4 CV wurde ersetzt und die Heizung nochmals erneuert. Ein Ölbadluftfilter wurde direkt auf den Vergaser gesetzt.

1959 leistet die Dauphine 31 PS und die Radzierblende kommt ohne Kupferring in der Mitte. Neben gemusterte Sitzbezüge wurde die Verstellung der Vorderen geändert. Die Bedienelemente der Heizung wurden verbessert und das Armaturenbrett war nur noch matt elfenbeinfarbig. Ende des Jahres werden andere Blinker auf dem Dach angebracht und die Floride (Okt 58 vorgesstellt) kam zu den Händlern. Der Schaltstock wurde länger und das Vierganggetriebe bekam 0,25l mehr Öl und hatte damit 1,25l Inhalt.

 

Die Basis für die Floride war die Dauphine Gordini, der Motor leistet 40 PS bei 5000 U/min. Es gab sie als Coupe und Cabriolet mit Hardtopoption und wahlweise mit Drei- und Vierganggetriebe.

 

1960 kam die Aerostable Federung von Ingenieur J.A. Gregoire in der Dauphine zum Einsatz. Diese Federung kombinierte weiche Schraubenfedern mit Gummielementen und war einer hydraulischen Federung ähnlich. 1964 kehrte Renault zum alten Prinzip zurück.

Die Türen bekamen andere Öffnungsarretierungen und die Hinteren eine Kindersicherung. Das Modell Gordini bekam den 40 PS Motor der Floride, Weißwandreifen, Scheibenwaschanlage, Zierstäbe am Heck und ein zweifarbiges Lenkrad. Weiter wurde mit viel Chrom aufgewertet, Abdeckungen auf den Fenstergummis, Türgriffe innen und Regenrinne am Dach. Die Blinker wurden eckig und wanderten unter die Scheinwerfer. Im Februar wurde die 1 000.000 Dauphine ausgeliefert, 200t gingen in die USA.

Im Oktober unterzeichnet man mit Alfa Romeo einen Lizenzvertrag zum Bau der Dauphine und Willys Overland baut in Lizenz in Brasilien.

Renault macht die ersten Versuche mit hydropneumatischen Federungen, nur kam diese aus Kostengründen nicht zum Einsatz.

 

1961 werden die Blinker am Dach abgeschafft und die Positionslichter wurden vorn auf den Kotflügeln angebracht. Die Abdeckung für das Radiofach erhielt den Dauphinschriftzug. Das Dreiganggetriebe war nun voll synchronisiert und der Motor im Grundmodell leistet wieder 30 PS wegen einer neuen Abstimmung. Das Gaspedal wird von der Floride in alle Dauphine übernommen.

Bei der Gordini erhielt die Radiofachabdeckung den Gordinischriftzug, die Blinker gab es rund und eckig. Die Positionslichter zierte ein Krönchenwappen und die Sitzlehnen waren verstellbar. Früh im Jahr wurde die Version Ondine eingeführt, in einigen Ländern wird die alte Bezeichnung (Gordini) beibehalten.

Bei diesem Modell gab es nun auch diverse Merkmale, Vierganggetriebe, Weißwandreifen, Stossstange vorn durch ein Chromstahlrohr verstärkt, Stahlfelgen mit runden (später eckig) Luftlöcher, Seitenblinker mit Goldkrönchen auf den Kotflügeln, Ondineschriftzüge außen rechter Kotflügel und Motorhaube und innen auf der Radiofachabdeckung. Scheibenwaschanlage mit Wasserbehälter (Plastik Sack oder Flasche) im Kofferraum, zweifarbiges Lenkrad, Armaturenbrett mit schwarzen Kunstleder überzogen, Gummiüberzug Stoßstangenhörner hinten, Vordersitze mehrfach verstellbar, verchromte Luftleitbleche seitliche Kühleröffnung und Zierleisten an den Seiten.

Dazu kamen Seitentaschen in den Vordertüren, verchromte Türöffner, Fensterkurbel und Griffe. Verkleidung der Radausbuchtung, farblich abgestimmte Stoff/ Kunstlederpolster und Teppich für den Kofferraum.

Eine Ondine Gordini wurde auch angeboten, diese wurde ohne die Schriftzüge ausgeliefert und ohne Radioabdeckung, jedoch mit dem 40PS Motor der Floride.

1962 bereinigt Renault die Bezeichnungen wieder, die Ondine wird eingestellt bzw. wieder unter Dauphine Gordini verkauft. Der Wagen erhält breitere und bequemere Sitze. Die Ölmenge im Vierganggetriebe erhöht sich auf 1,6l.

Technisch werden alle Neuerungen des R8 schon hier erprobt.

Das wohl berühmteste Modell erblickt im diesem Jahr die Verkaufsräume, die Dauphine 1093.

Die 1093 bekam andere Ansaugkrümmer, eine erhöhte Kompression, einen Solex Doppelvergaser 32 PAPI und eine neue Auspuffanlage. Mit 52 PS brachte der Wagen 140 km/h ab Werk. Der weiße Wagen (blanc Rejane 305) zierte zwei blaue Streifen die weit mittig über das ganze Fahrzeug gingen. Diese Streifen waren 25mm breit und lagen 72mm auseinander. Die Scheibengummis erhalten vorn und hinten wieder Chromleisten und an den Seiten des Wagens die Zierstäbe aus Chrom. Innen unterscheidet sich der Wagen der normalen Gordini Ausstattung durch eine Tachoanzeige bis 180 km/h und links im Armaturenträger findet ein Tourenzähler Platz.

Für die Homologation wurden 1000 Stück gebraucht, Renault verkauft im ersten Jahr schon 1650 Stück.

 

1963 steigt die Leistung des Basismodells auf 32PS und die Felgen mit Radzierkappen der Ondine werden übernommen. Die Armaturen und Lenkrad wurden schwarz. Die Gordini Version wurde auch einfacher gehalten, keine Gummipuffer, Seitentaschen und Lehnenverstellung.

 

Die 1093 erhielt 4 Scheibenbremsen und schwarze Armaturen, es werden etwa 490 Stück dieses Wagens an den Mann/Frau gebracht. Das Vierganggetriebe wurde vollsynchronisiert und fand Einzug im Modell Export, dieses Modell wurde wieder aufgewertet. Zu den schon erwähnten Chromzierrat kamen die Seitentaschen zurück und der Wagen erhielt Verankerungspunkte für Sicherheitsgurte. Intern änderte sich die Bezeichnung auf 1094. Einstellung der Gordini.

 

1965 In diesem Jahr konnte man Dauphine und Dauphine Export mit einer Automatik bekommen, Typ Jäger mit Tastaturgangselektion N, A, 2, 1 und R.

1966 gab es nur das Modell 1093 (94) mit Automat und die Gordini mit 40 PS wurde wieder belebt. Sah aus wie das Export Modell nur mit Renaultschriftzug und wieder einfacher ausgestattet.

1967/68 ging es dem Ende entgegen, es gab nur noch die Gordini mit 38PS. Die Letzten 1967 produzierten wurden 1968 ausgeliefert.

 

Ich versuche mal die Dauphine Varianten ohne die Floride mal über die Jahrgänge darzustellen um das ganze ein wenig zu entzerren.

 

Dophine (Basis Modell) 1956 5440 DM, 1957 5480 DM, 1958 5480 DM, 1959 5480 DM, 1960 5185 DM, 1961 5080 DM, 1962 4850 DM, 1963 4860 DM, 1964 4800 DM, 1965 4480 DM

 

Dauphine Gordini 1958 nur in F, 1959 nur CH und F, 1960 6035 DM, 1961 5780 DM, 1962 5555 DM, 1963 5190 DM, 1966 4790 DM, 1967 4790 DM

 

Dauphine Ondine 1961 nur F und CH, 1962 nur CH

 

Dauphin Ondine Gordini 1961 nur CH und F, 1962 nur CH

 

Dauphin Export 1964 5060 DM, 1965 nur F

 

Dauphin 1093 1962 6600 DM, 1963 6240 DM

 

Geschichtliches und Triviales

 

Renault begann das Abenteuer USA sehr erfolgreich, obwohl von den Zahlen her unterlegen, fand die Dauphine ihre Anhänger ähnlich wie der Käfer. Die US Herstelle reagieren ihrerseits mit kompakteren Modellen und nutzen jede Möglichkeit für Kampagnen gegen die Europäer.

Renault wuchs in den ersten Jahren enorm und viel zu schnell. Leider reagierten sie auf Temperaturprobleme bei der Dauphine nicht schnell genug und obwohl der Absatz stagnierte lieferte man weiter nach Amerika. Die dort auf Halde stehenden Wagen brachten Renault dazu das US Projekt erstmals einzustellen.

 

Der Vater der Dauphin Pierre Lefaucheux konnte den Erfolg seines Babys nicht genießen, da er am 11.02 1955 bei einem Unfall ums Leben kam. Auf der Fahr zu einem Vortragsabend kam er bei Glatteis von der Fahrbahn ab und verunglückte.

Er kam an eine Umleitungsstelle und versuchte dieser Umleitung im letzten Moment zu folgen, der Wagen war fast nicht zerstört! Lefaucheux hätte wahrscheinlich den Unfall überlebt, nur wurde er von seinem Koffer, der auf dem Rücksitz lag, im Nacken getroffen.

 

Viele schwärmen vom französischen Design, nur habe ich auch gelesen, dass Ghia bei der Dauphine Hand angelegt haben soll.

 

Ersatzteile bis auf Blechteile sind meist kein Problem da viele Bauteile auch in anderen Renault Modellen verbaut wurden.

Ein Marklage existiert in Deutschland nicht, dennoch sieht man sie ab und zu. Leider hat man auch versucht einige Modelle in die 1093 zu wandeln, dies ging in den meisten Fällen daneben. Die 1093 sind in der Regel in festen Händen und wer es dennoch versuchen möchte, sollte mit über 20t € rechnen.

Bei den anderen Modellen liegt der Preis bei gutem Zustand so bei etwa 8000 € und man sollte die zweite Generation mit dem schwarzen Armaturenbrett bevorzugen.

 

Ich hoffe es hat euch gefallen, Kommentare und selbst gemacht Aufnahmen sind immer erwünscht.

 

Euer Dorti


01.08.2013 00:29    |    mr. mountain

Ich glaube, dass ich als Kind mal in einer mitgefahren bin.

War der Wagen einer Arbeitskollegin meiner Mutter.

Interessanter Bericht zu einem Wagen, den heute keiner mehr auf dem Zettel hat. :)

Danke dafür, Dorti.


01.08.2013 00:32    |    motorina

 Mensch, @Dorti, immer in der letzten Sekunde :rolleyes: ... MT hatte ich schon geschlossen, dann noch ein paar Emails beantwortet ... und wie ich auch meinen Mail-Ordner schliessen will, taucht dein neuer Blogartikel auf :) - also wieder bei MT eingeloggt...

Schöner, sehr ausführlicher Artikel ... und vom Kombi wusste ich noch nichts :rolleyes:.

Eine Bekannte hatte mal als Studentin so eine Dauphine ... mit dem alten Teil gab´s aber immer wieder Mal Probleme.

Die Verzögerung dieser Renaults war nicht gerade beruhigend. Kann mich noch gut an einen Vergleichstest in einer Autozeitschrift erinnern, wo u.a. auch die von dir angesprochene Floride (bzw. ihr Nachfolgerr: die Caravelle) unter die Lupe genommmen wurde mit einem verheerenden Bremsergebnis - fast doppelt so langer Bremsweg :eek: wie bei den anderen Vergleichsfahrzeugen! ... Also dürfte vermutlich auch bei der Limousine Dauphine hier kaum in besseres Ergebnis erwartet werden können... (aber vielleicht weiss @italeri hier genauer Bescheid...).

So, muss jetzt wieder meinen Stick heraus kramen ... irgendwo habe ich da auch noch Bilder von der "Thronfolgerin" ...

 

Grüsse,  motorina.


01.08.2013 00:55    |    motorina

Sorry, @Dortmunder, finde auf die Schnelle nichts :mad: ... ausser eine Caravelle...


01.08.2013 12:39    |    Dortmunder 65

Kein Problem motorina! :p

 

Italeri hat bestimmt noch ein paar Infos :D

 

Nicht mehr auf den Zettel! - deshalb ja der Artikel :D

 

Den Werbekommentar habe ich gelöscht!!!!


01.08.2013 18:21    |    wazzup

Sehr schönes Auto, mir bis dahin völlig unbekannt.


03.08.2013 14:15    |    Reachstacker

Wurde bei uns im Dorf allerdings nicht von Frauen gefahren sondern Baumaschinenfuehrern. :D

 

Sehr schoenes Auto mit gewissen technischen Schwaechen. Das hat der Dauphine am Ende in den USA auch den Kragen gekostet. Rost ohne Ende und Unzuverlaessigkeit trotz Wasserkuehlung. Die Import-Auto-Verkaufskrise um 1960 brach der Dauphine das Genick und half auch Borgward in die Inzolvenz zu treiben. Anscheinend wollten Amis billige und sparsame Euro-Importe aber waren nicht bereit sich mit den laufend anfallenden Reparaturen und Rost zu beschaeftigen.

 

In gewissen Sinne war die Dauphine eine moderne Verkoerperung der Heckantriebsmeute. VW, Fiat, Renault, Tatra, Goggo, NSU, BMW. Etwas spaeter Simca, Skoda und Hillman. Interessant ist das zu der Zeit um 25% aller Fahrzeuge auf dem Kontinent Heckantrieb hatten.

 

PS: Das mit den Bremsen etwas verkehrt gewesen sein soll ist mir nicht in Erinnerung. Die Ankuendigung: "doppelter Bremsweg" ist Wertlos wenn nicht dabei steht mit was "verglichen" wurde...

 

Wikipedia zur Dauphine (english text)

 

 

 

 

 

 

Gruss, Pete


03.08.2013 15:16    |    Reachstacker

Hier mal ein Vergleich kostenguenstiger Importe von Europa aus der Sicht amerikanischer Kunden. ;)

 

 

 

 

Gruss, Pete


03.08.2013 15:38    |    Antriebswelle238

Vielen Dank für den schönen Artikel. Die Dauphine hat mir damals sehr gut gefallen, nur war ich noch zu jung zum Autofahren. Ein Onkel von mir hatte nach der BMW Isetta zunächst die Dauphine in dunkelrot, später den R8, ebenfalls in dunkelrot. Nach einem Motorbrand auf der Autobahn wechselte er dann zu Fiat, weil zufällig ein Fiat-Händler anhielt, den R8 in Zahlung nahm und ihm einen Fiat 128 verkaufte. Der Wechsel zu Fiat war endgültig.

Ich fuhr dann etwas später den R10 Major Serie 2. Ein schönes und bequemes und auch relativ flottes Auto, allerdings war das Blech schon sehr rostanfällig. Zu den Bremsen: ich hatte davor und danach nie wieder ein Auto mit so schwachen Bremsen trotz, oder gerade wegen Scheibenbremsen an allen vier Rädern.

Für junge Autobegeisterte vermutlich ungewöhnlich: Kofferraum vorne, Reserverad darunter von vorne erreichbar nach Herunterklappen des Haltebügels hinter dem vorderen Nummernschild, im Innenraum kein Kardantunnel zwischen den Sitzen, lediglich eine kleine Erhöhung (da Motor und Antrieb hinten waren war nicht mehr nötig), Tankeinfüllstutzen hinten im Motorraum, Reifenformat 135SR15 auf Dreilochfelgen. Eine Heckschleuder reinsten Wasers: beim Anfahren mit quietschenden Reifen auf der Stelle wenden war trotz der geringen Leistung keine Kunst. :D

 

Würde gern mal wieder so einen Renault fahren. Gerne auch als nächstes eigenes Auto wenn es sich ergibt und mir nix "besseres" in die Fänge gerät. Vermute allerdings, das ein gut erhaltener Opel aus der Zeit hinsichtlich Oldtimer eine bessere Wahl wäre in Bezug auf Kaufpreis, Ersatzteilversorgung etc.


03.08.2013 22:25    |    motorina

Zitat:

Original geschrieben von Reachstacker

... Das mit den Bremsen etwas verkehrt gewesen sein soll ist mir nicht in Erinnerung. Die Ankuendigung: "doppelter Bremsweg" ist Wertlos wenn nicht dabei steht mit was "verglichen" wurde...

Verkehrt? Verkehrt mit den Bremsen war nichts (habe ich auch so nicht geschrieben!), nur eine sehr schwache Bremsleistung wurde bei einem Vergleichstest innerhalb einer Fahrzeugklasse bemängelt! Dieses Fazit habe ich wiedergegeben.

Ankündigung? Es ist keine Ankündigung (in die Zukunft weisend), sondern eine fast etwa 45-jährige Erinnerung an einen Zeitschriftenrtikel mit einem damals durrchgeführten Vergleichstest.

"doppelter Bremsweg"? Ich schrieb von einem "fast doppelt so langem Bremsweg" (bitte nicht gleich wieder übertreiben...).

Wertlos? Diese Erinnerung führte ich an in der Absicht, dass sich vielleicht auch jemand anderer daran erinnern kann oder sogar den angesprochenen Artikel aus Mitte der 60er Jahre in seinem Fundus aufbewahrt hat und uns deshalb vielleicht nähere Einzelheiten zu diesem Vergleichstest geben kann.

wenn nicht dabei steht, mit was "verglichen" wurde: Dieser Renault wurde sicherlich nicht mit einem Ferrari oder Porsche verglichen :rolleyes:! Es waren drei oder vier (ebenbürtige) Fahrzeuge der gleichen Klasse. Was ist dann daran wertlos, wenn man das Fahrzeug benennt, dass in einer Rubrik erheblich schlechter abgeschnitten hat als andere, vergleichbare Modelle?

 

Grüsse,   motorina.

 

NB: Auch wenn ich diese Kritik von damals wiedergegeben habe, so gefällt mir dieses Modell nach wie vor - damals wie heute.

Ich bin aber so frei und benenne auch Schwachpunkte.


04.08.2013 09:48    |    Hardy52

In gewissen Sinne war die Dauphine eine moderne Verkoerperung der Heckantriebsmeute. VW, Fiat, Renault, Tatra, Goggo, NSU, BMW. Etwas spaeter Simca, Skoda und Hillman. Interessant ist das zu der Zeit um 25% aller Fahrzeuge auf dem Kontinent Heckantrieb hatten.

 

 

Nicht mehr?

Heckantrieb oder den Motor im Heck?


04.08.2013 13:06    |    Reachstacker

Heckantrieb hat den Motor im Heck. Der andere Antrieb nennt sich Hinterradantrieb. ;)

 

Motoren im Heck wirds in Europa kaum noch geben, ergo auch kaum ein Fahrzeug mit Heckantrieb.

Eigentlich waren die Namen auf der Liste ziemlich eindeutig im Zusammenhang mit dem Thema.

 

 

 

 

Gruss, Pete


04.08.2013 22:43    |    Karl-der-Käfer

Zitat "Motoren im Heck wirds in Europa kaum noch geben"

 

 

Stimmt nicht.

Der 911er hat es, der Smart. Der Tata Nano in Indien. Und der neue BMW I3 auch.

 

Je kleiner die Motoren werden, desto eher ergeben sich Chancen für den Heckmotor. Der VW up! war zunächst auch als Heckmotor-Auto geplant. Leider hat VW hier die Courage verloren.


05.08.2013 01:12    |    Reachstacker

@ Karl-der-Käfer

 

Der Nano ist weit weg von Europa. Der i3 ist noch nicht beim Haendler.

Also bleibt in Europa Einer. ;)

 

Nicht destotrotz hat mir die Dauphine immer gefallen, obwohl der R4 natuerlich wesentlich praktischer war. :)

Die Caravelle (?) war echt die Wucht Seinerzeit! :cool:

 

 

Gruss, Pete


13.08.2013 18:56    |    italeri1947

Ein herrlicher Bericht, der mir als Renault-Fan sehr gefällt. Auch die Fotos sind dir sehr gut gelungen. Es ist immer wieder schön, wenn es um alte Renaults geht, denn leider findet man in der Presse viel zu wenig über diese wunderbaren Fahrzeuge.


Deine Antwort auf "Die Dauphine -Die Käfergegnerin"

DANKE

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