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Dorti's Bilderecke

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08.01.2014 22:08    |    Dortmunder 65    |    Kommentare (4)

Alvis 12/60 Ein Urtyp

 

Diesmal werde ich euch mal einen Wagen zeigen über dem nicht viel geschrieben wurde. Zum einem liegt es daran, dass der Wagen eine stärkere Version bzw. eine Weiterentwicklung ist und nur 2 Jahre gebaut wurde.

Der 12/60 ist im Grunde eine Sportversion des Alvis 12/50 und mit diesem kam Alvis im großen Kreis der Autobauer an. Dieser 12/50 erschien schon 1923 und hatte eine Weiterentwicklung des Motors von seitlicher Ventilsteuerung zum OHV vollzogen. Im Laufe seiner Produktion machte der 12/50 einige Verbesserungen durch wie die Umstellung von Schwerkrafttank auf Benzinpumpe.

Im Jahre 1929 war erstmal Schluss, denn Alvis setzte auf den Frontantrieb und war somit der erste Hersteller eines frontgetriebenem Sportwagens. Obwohl dieser Wagen sehr erfolgreich war kehrte man 1931 wieder zurück zum Heckantrieb. Meistens ließt man es sei aus wirtschaftlichen Gründen geschehen (Weltwirtschaftskriese), dies mag sein. Der sehr frontlastige Wagen war noch nicht ausgereift und teuer. Um die Firma zu retten griff man 1931 auf dem 12/50 zurück und brachte den 12/60 als Sportvariante. Die 12/60 sind höher verdichtet und haben einen SU-Doppelvergaser.

Alvis baute seine Karosserien nicht selber sondern kaufte diese bei etlichen Herstellern dazu, dadurch gibt es vom 12/50 etliche Varianten und beim 12/60 wohl nur zwei Offene. Der wesentliche Unterschied liegt im Heckbereich, Duckback oder Beetle Typ.

Die bekanntesten Karosseriebauer von Alvis waren Vanden Plas, Graber, Charlesworth, Cross & Elis sowie Thrupp & Maberly.

Der 1650 ccm Motor leistete ca. 55 PS und hatte eine Höchstdrehzahl von etwa 4250 U/min. Sein Neupreis lag 1931 bei 410 Pfund. Vom 12/50 bzw. 12/60 wurden ca. 4000 Einheiten gebaut davon ca. 300 12/60. Heute schätzt man gibt es noch ca. 340 12/50 und rund 60 12/60.

Für mich sind das urige Fahrzeuge mit einem super Sound und doch erheblich viel Kraft, wieder so Urtypen der mobilen Geschichte. Alvis hatte nie die großen Verkaufszahlen, galt aber immer als zuverlässig, exklusiv und leistungsstark. Mit dem von mir gezeigten Wagen in seiner Einfachheit haben allerdings die wenigsten Karosserien was zu tun, denn die meisten Fahrzeuge machten schon einen ehr herrschaftlichen Eindruck.

Alvis steht für AL Aluminium und Vis fur Kraft und Macht, einer der ersten Kunstnamen in der mobilen Welt. Dieser Namenszug steht in einem nach unten gerichteten, roten Dreieck. Alvis ist auch ein Zwerg in der nordischen Mythologie um Thor herum.

Kühlerfiguren waren bei Alvis nicht geplant, nur das Aufkommen von vielen privaten Nachrüstungen bracht dann den Hasen als erste offizielle Figur. 1930 wurde der Adler eingeführt, der Alvis Firefly hatte passend ein Glühwürmchen montiert und 1935 kam mit dem Alvis Firebird wieder der Alvis Eagel. Alle Figuren wurden von A E Louis Lejeune einem Londoner Zulieferer hergestellt.

Der Hase stand für Schnellig- und Wendigkeit

 

Gesichte

 

Der Waliser Tom G. John ein Marine Architekt und Ingenieur gründete die Tom G. John Ltd. und übernahm 1919 das Geschäft der Holly Brüder. Eines seiner ersten Projekte war ein 50ccm Roller.

Das Unternehmen baute stationäre Motoren und war wohl mit der Hillman Car Company verbunden.

 

Gleich am Anfang machte Geoffrey de Freville dem jungen Unternehmen ein 4 Zylinder Auto (10/30) schmackhaft. Dieser Herr war Gründer der Aluminium Alloy Piston Company.

1920 kam der erste Wagen und die Entwürfe sahen für die Zeit ungewöhnlich schon Aluminiumkolben mit Druckschmierung vor. Einige behaupten das Freville auch die Umbenennung in Alvis vorschlug um etwas mehr internationales Flair zu suggerieren.

The Alvis Car & Engineering Co. Ltd zog dann 1922 an die Holyroad in Coventry und meisterte dort auch die erste Pleite 1924. Zuvor gelang es aber dem Unternehmen zwei wichtige Leute zu verpflichten. 1922 wurde Käpitän Smith – Clarke verpflichtet, der bis zu seiner Pensionierung 1950 für technische Angelegenheiten verantwortlich war. Smith – Clarke kam von der Daimler Company wurde Chef Ingenieur und Betriebsleiter. Ihm zur Seite stand W M Dunn als Chief Zeichner und beide sollten 25 Jahre ein gutes Gespann bilden.

1924 war es wohl Sir Arthur Lowes Dickinson der das Unternehmen rettete ohne Tom John völlig zu entmachten, dieser blieb als wichtigster Aktionär und Geschäftsführer an der Schaltzentrale.

Man machte wieder mehr mit den eigenen Gießereien und die Individualität sowie der Charakter der Fahrzeuge konnten sich durchsetzen.

Der zweite Weltkrieg zwang Alvis wie so viele in die Rüstungsproduktion und dieser Zweig war auch der Einzige der nach der Übernahme durch Rover 1965 überlebte und wenig später in British Leyland einging.

Mittlerweile ist der Name Alvis durch einige Umbenennungen in der Rüstungsbranche völlig verschwunden.

 

 

Danke für's lesen, ich freue mich auf Kommentare und selbst gemachte Bilder. Eventuell findet sich ein Alvisfan der noch einiges zum Wagen berichten kann.

 

Euer Dorti

 

Auf den 12/50 bin ich bewusst nicht eingegangen.


08.01.2014 22:24    |    UHU1979

Ein sehr interessantes Fzg. von einer mir bis dato nicht unbedingt geläufigen Marke. Danke für den Artikel, Bildungsauftrag erfolgreich erfüllt. :)

 

Nur die Überschrift: Was heute aus UK kommt, ist durchaus vorzeigbar.


08.01.2014 22:28    |    Dortmunder 65

Provokant = Auftrag erfüllt :D;)


10.01.2014 23:07    |    scion

Alvis fiel mir immer mal auf, wenn ich so rumgeguckt habe, was der Autosalon Singen alles im Angebot hat.

Manche Marken, z.B. auch Facel, Bristol, Bricklin, Iso oder Bizzarini sind fast in Vergessenheit geraten.


16.03.2014 01:51    |    Dynamix

Hab doch in der halle meines us Car Spezis einen Alvis gesehen! Der hatte nen kleinen Jungen in ner Schaluppe als Kühlerfigur. Sehr schräg :D


Deine Antwort auf "Alvis 12/60 Als die Briten noch Autos bauen konnten"

DANKE

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