Zahnriemen übergesprungen - keine Kompression nach Wechsel?

VW Golf 7 (AU/5G)

Hallo zusammen,

ich bin neu hier im Forum und bin ein absoluter KFZ-Amateur. Sorry, falls ich Quatsch schreibe oder das falsche Vokabular benutze, ich arbeite mich noch ganz frisch in die Materie ein.

Ich benötige in jedem Fall ein bisschen Hilfe der Community, weil ich alleine nicht weiter komme.

Kurz zu meinem Wagen:
Golf 7 1.6 TDI, 2021 gebraucht gekauft mit 80.000km und liegt jetzt bei 140.000km. Lasse jährlich die Inspektion machen und habe ein gepflegtes Serviceheft.

Vor 14 Tagen bin ich mit dem Wagen "normal" gefahren und als ich ca. 50km/h erreicht habe, ist der Motor extrem laut geworden. Ich bin direkt rechts ran und habe den Motor abgeschaltet. Anschließend wollte ich ihn wieder anlassen, aber er ließ sich nicht mehr starten. habe den KFZ-Mechaniker gerufen, der direkt um die Ecke seine Werkstatt hat.

Er ist netterweise direkt vorbei gekommen und hat den Fehlerspeicher ausgelesen und meinte, dass der Fehler "Zahnriemen gerissen" ausgegeben wird, er sich das aber nicht vorstellen kann. Zum einen, weil ich ja noch weiterfahren konnte als er noch an war und zum anderen, weil der Zahnriemen wohl bei dem Auto erst bei 220.000-260.000km dran wäre.

Gut, er hat den Wagen dann in die Werkstatt geholt und ist zur Diagnose gekommen, dass der Zahnriemen übergesprungen sei und ich Glück gehabt hätte, dass er nicht gerissen ist. Also hat er den Zahnriemen und die Wasserpumpe gewechselt. Nach der Reparatur habe ich dann leider die Nachricht bekommen, dass der Wagen weiterhin nicht startet. Es wurde dann ein neues Messgerät angeschafft, das scheinbar die Kompression messen kann. Die Messung hat ergeben, dass es keinerlei Kompression in den Zylindern gibt. Bis hierhin liegt meine Rechnung bei ca. 1500 Euro.

Aufgrund der fehlenden Kompression wird jetzt davon ausgegangen, dass die Ventile kaputt seien. Der Vorschlag der Werkstatt ist nun, alle Einlass- und Auslassventile zu wechseln. Damit soll die Rechnung auf ca. 3500 Euro steigen. Und hier komme ich zu meiner Frage.

Lässt sich der Motor "einfach" demontieren, reparieren, neumontieren und einstellen? Ich habe große Angst davor, dass der Motor danach entweder weiterhin nicht läuft oder nur suboptimal läuft. Oder ist die bessere Option sich einen neuen Motor zu besorgen oder den Wagen sogar einfach defekt zu veräußern (heile sollte er einen Restwert von 10.000 Euro haben, defekt wurde zwar schon 5500 Euro geboten, aber davon müsste ich auch meine offene Rechnung noch zahlen).

Bisher hat mir meine Werkstatt keinen Grund für Misstrauen gegeben, aber es geht für mich um viel Geld und ich habe viel zu wenig Ahnung von der Materie, so dass sich bei mir Zweifel einschleichen.

Gibt es hier im Forum vielleicht den einen oder anderen netten und wissenden Helfer, der/die mir helfen kann die Situation einzuordnen und die richtige Entscheidung zu treffen? Denn alleine bin ich leider aufgeschmissen bisher.

Ich bedanke mich im Voraus!

Viele Grüße

42 Antworten

Also nicht so einfach vom Händler abwimmeln lassen.
Alternativ kannst du dich auch selbst an die Kundenbetreuung wenden

Zitat:

@ermetheiser schrieb am 11. März 2024 um 13:52:10 Uhr:


Bei dem Schaden sollte sich der VW Händler ins Zeug legen und eine Kulanzanfrage stellen.
Kommt auch immer etwas auf die Formulierung und Argumentation des Händlers bei der Kundenbetreuung an.
Wenn der Zahnriemen die alleinige Ursache ist, ist eine Beteiligung seitens VW nicht völlig ausgeschlossen.
Ein Versuch ist es allemal Wert und kostet nichts

Was manche für Vorstellungen haben, von wegen „der soll“ und „kostet nichts“. Sorry, aber der muss erstmal eine Analyse machen und berichten. Und wenn dann die Ablehnung kommt, glaubst Du der Händler hat diese Arbeit dann gerne kostenlos gemacht? Eher nicht ….

Im Übrigen steht immer noch die Antwort aus: WO wurde der Wagen „scheckheft“ gepflegt? Da diese Frage nun schon 2x unbeantwortet blieb nehme ich stark an - nicht bei VW? Dann wird es eh enger als allein mit Baujahr und Laufleistung schon. Sowohl mit der Willfährigkeit des Händlers („der soll“) als auch der Kulanz selbst

Es mag ja in anderen Regionen wirklich "freundliche" Händler geben. Bei einem Fahrzeug von 2016 mit 140 tkm braucht man bei uns keinen Kulanzantrag stellen. Schade für die Arbeit und die Zeit und vor allem die Diskussion mit denen. Selbst wenn VW sich beteiligt, wird die Reparatur durch VW so viel teurer, dass es unterm Strich nicht billiger wird.
Die bisher genannten Preise klingen aber auch nicht nach VW. 1500 Euro für Zahnriemen und Wapu wechseln ist zwar eher VW Tarif und überteuert, aber 2000 Euro für Kopf ab, alle Ventile erneuern und einschleifen und alles wieder montieren ist eher günstig.

Zitat:

@CivicTourer schrieb am 11. März 2024 um 14:04:19 Uhr:



Zitat:

@ermetheiser schrieb am 11. März 2024 um 13:52:10 Uhr:


Bei dem Schaden sollte sich der VW Händler ins Zeug legen und eine Kulanzanfrage stellen.
Kommt auch immer etwas auf die Formulierung und Argumentation des Händlers bei der Kundenbetreuung an.
Wenn der Zahnriemen die alleinige Ursache ist, ist eine Beteiligung seitens VW nicht völlig ausgeschlossen.
Ein Versuch ist es allemal Wert und kostet nichts

Was manche für Vorstellungen haben, von wegen „der soll“ und „kostet nichts“. Sorry, aber der muss erstmal eine Analyse machen und berichten. Und wenn dann die Ablehnung kommt, glaubst Du der Händler hat diese Arbeit dann gerne kostenlos gemacht? Eher nicht ….

Im Übrigen steht immer noch die Antwort aus: WO wurde der Wagen „scheckheft“ gepflegt? Da diese Frage nun schon 2x unbeantwortet blieb nehme ich stark an - nicht bei VW? Dann wird es eh enger als allein mit Baujahr und Laufleistung schon. Sowohl mit der Willfährigkeit des Händlers („der soll“) als auch der Kulanz selbst

Entschuldige, ich habe die Frage scheinbar falsch gelesen. Aber absolut korrekt, die Inspektionen wurden nicht von VW sondern von freien Werkstätten (teilweise ATU) gemacht.

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Dann behaupte ich, man kann sich den Weg zur Kulanzanfrage ersparen. Aus welchem Grunde sollte ein VW-Händler da tätig werden wollen, aus welchem Grunde VW die Börse aufmachen? Ganz hart gesagt: das Auto ist alt, dem Kunden war VW bisher für alle Arbeiten egal, die geben ihr Budget lieber an treue Kunden. Und wenn man sich selbst mal fragt wie man handeln würde anstelle VW, käme doch jeder zur selben Ansicht.

Im Übrigen ist „scheckheftgepflegt“ da auch überhaupt ein Streitpunkt. Manche sagen dass alle Wartungen gemäss Vorgaben des Herstellers gemacht sein müssen. Andere sagen sie müssen dazu noch bei einer Herstellerwerkstatt erfolgt sein. Ganz ehrlich - Autos mit ATU-Historie lasse ich links liegen, die will ich nicht haben.

Zitat:

@DaSyk schrieb am 11. März 2024 um 00:27:11 Uhr:


Aufgrund der fehlenden Kompression wird jetzt davon ausgegangen, dass die Ventile kaputt seien. Der Vorschlag der Werkstatt ist nun, alle Einlass- und Auslassventile zu wechseln. Damit soll die Rechnung auf ca. 3500 Euro steigen.

Laß dir hierzu ein Angebot von einem freien Motoreninstandsetzer machen.

Ich habe im erweiterten Freundeskreis einen Fachmann gefunden, der mir nun geraten hat, statt der Ventile den gesamten Zylinderkopf zu tauschen, da durch den (vermuteten) Zusammenstoß von Ventilen und Kolben in der Regel auch die Ventilführungen beschädigt werden und das Risiko zu hoch sei, nur die Ventile zu wechseln. Der Aufwand wäre sehr ähnlich.

Wie sieht ihr das?

Es gibt Fachfirmen die Motoren instandsetzen können. Für gewöhnlich befundet man erst und daraus ergibt sich was auszutauschen ist und was noch ok ist. Kostet natürlich auch, weil niemand hellsehen kann was der Motor hat.
Bei BJ 21 würde ich ggf. über nen neuen AT Motor nachdenken, da der Rest ja noch recht neu ist.

Wie der TE schon schrieb, ist das Baujahr 2016.
Ob sich da ein neuer AT-Motor lohnt, muss natürlich der TE entscheiden.

Den Gedanken hatte ich auch aber so ein Kopf ist kein Schnäppchen und die Kosten für Kopf runter und wieder drauf hast du trotzdem. Mit neuem Kopf landest du in Summe jetzt schnell bei 4-5000 Euro.
Ich würden den Kopf erst mal runtermachen und mir die Sache in Ruhe anschauen.
Wie viele Ventile sind es wirklich?
Wie sehen die Nockenwellenführungen aus?
Wie sehen die Kolben aus?
Wie sehen die Stößel aus?
Meinetwegen auch die Ventilführungen.
Aber selbst wenn ein paar Ventilführungen defekt sind, könnte man die erneuern. Das kostet kein Vermögen.

Bevor der Kopf nicht herunten ist, ist das alles Glaskugel! Auch jetzt noch aufwendiges Endoskopieren oder so kostet nur Zeit und Geld und ganz sicher bist du dann immer noch nicht.
Kopf runter, anschauen und dann entscheiden. Zur Not Auto verkaufen. Polen oder Rumänen kaufen so etwas gern, bei denen kostet ja die Arbeit nichts.
Wenn dir das Risiko zu heiß ist, kannst du ihn auch gleich so defekt verkaufen. Z.T. erzielt man ganz gute Preise, denn wenn es gut ausgegangen ist, kann man ihn für deutlich unter 1000 Euro reparieren, wenn man es selbst macht.

Zitat:

@opelix1 schrieb am 15. März 2024 um 12:39:44 Uhr:


Wie der TE schon schrieb, ist das Baujahr 2016.
Ob sich da ein neuer AT-Motor lohnt, muss natürlich der TE entscheiden?

ach so ...hatte 21 gelesen...bei 16 sicherlich nicht. Da würde ich über ein neues Auto nachdenken.

Zitat:

@DaSyk schrieb am 11. März 2024 um 00:27:11 Uhr:


... habe den KFZ-Mechaniker gerufen, der direkt um die Ecke seine Werkstatt hat.

Gut, er hat den Wagen dann in die Werkstatt geholt und ist zur Diagnose gekommen, dass der Zahnriemen übergesprungen sei und ich Glück gehabt hätte, dass er nicht gerissen ist. Also hat er den Zahnriemen und die Wasserpumpe gewechselt.

Ich bin kein Automechaniker, sehe mir aber gerne auf YouTube Sendungen von Red Hat Zylinderkopf & Motorentechnik sowie Cargraf usw. an.
Von daher wundert es mich, dass dieser Automechaniker anhand der Ferndiagnose, er hatte anscheinend nicht in die Zylinder (Endoskop) reingeschaut, das ganze Zahnriemengedöns für viel Geld tauscht.
Warum hatte er sich, da nicht vorhanden, erst mal das nötige Werkzeug für die Kompressionsprüfung besorgt und die Kompression gemessen?
Natürlich kann man Glück haben, und die Kolben sind nur so weit an die Ventile gestoßen, dass die Hydrostößel es ausgleichen konnten.
Da würde ich aber nicht von ausgehen.
Wenn man dann feststellt, dass Ventile verbogen sind, dann weiß man, es wird teuer.
Da hat man aber noch nicht das Geld für den Zahnriemenwechsel ausgegeben.
OK, ich habe fertig. ;-)

Hallo zusammen,

ist natürlich ungewöhnlich nach solanger Zeit nochmal zu antworten, aber die Odyssee nimmt leider kein Ende und ich bin als Laie sehr überfordert mit der Situation.

Die Werkstatt hatte nach dem Wechsel von Zahnriemen und Wasserpumpe die Ventile gewechselt. Anschließend wurde gemessen, dass die Kompression stimmt, aber trotzdem spring der Motor nicht an und die Werkstatt ist auf den nächsten Punkt gekommen -> Kraftstoff. Im Verdacht standen die Injektoren, die dann also gewechselt wurden (ca. 550 Euro pro Stück -> 2200 Euro). Motor springt weiterhin nicht an. Dann wurde offenbar eine Pumpe gewechselt, die für den Transport des Kraftstoffs von Tank zu Motor verantwortlich ist. Leider hat auch das nichts gebracht.

Ja und jetzt ca. 9-10 Monate später ist scheinbar klar, was es die ganze Zeit war. Nämlich das Motorsteuergerät. Das soll jetzt wohl bis Anfang Januar repariert werden und dann soll der Wagen wieder fahren.

Jetzt zu meiinem "Haupt"-Problem:
Die Werkstatt möchte nun Geld von mir haben. Die aktuelle Rechnung beläuft sich auf ca. 7000 Euro und ich soll die Hälfte schon anzahlen. Ist das üblich? Kann icih das bedenkenlos zahlen oder sollte ich rechtliche Hilfe einschalten? Ich bin leiider total überfordert, besonders weil es um so eine Hohe Summe geht. Es sind auch Teile verbaut worden (bspw. die Injektoren) die einen hohen Teil der Rechnung ausmachen, aber eigentlich nicht benötigt wurden, da sie scheinbar nicht defekt waren (gleiches gilt für die Pumpe).

Über jegliche Hilfe wäre ich dankbar!

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