Ölverlust - hoher Ölverbrauch - 1.6 – ALZ

VW Passat B5/3BG

Hallo liebe Passat-Gemeinde,

als erstes die Daten vom PKW wie folgt: Passat Variant B5 GP (3BG) 1,6 von 2001 mit 75kw/102PS , Motor-KB: ALZ , Einspritzanlage: Simons 3.4 , Getriebe-KB: DVP - M - 012E , 5-Gang Schaltgetriebe , HSN: 603 / TSN: 610 , Verkaufstyp: 3B60B1 Variant BASIS 75 SG5.

Zur Vorgeschichte:
Der Wagen war für den TÜV fällig und ist bei der ersten AU wegen Zündaussetzer, schlechter Werte und Rauch durchgefallen. Daraufhin wurde die Blockzündspule, der Zündleitungssatz und alle Zündkerzen erneuert. Auf Empfehlung des Prüfers, wurde anschließend der Katalysator auf der Autobahn “frei geblasen“, wobei sich dann herausstellte, dass sich das Sieb der Ölpumpe mit Dreck zugesetzt hatte, so das alles erst gereinigt werden musste.

Nachdem alles wieder zusammengebaut war, haben wir etliche Probefahrten gemacht und dabei festgestellt, dass er plötzlich viel Öl verbraucht. Das war vorher nie so, aber nun war das Öl nach ca. 100 km schon bis ca. ein Drittel zwischen der unteren min.- und oberen max.-Markierung des Ölmessstabs abgesunken.

Dennoch wollte ich endlich die HU bestehen, um die Gesamtprüfung zu erlangen. Also bin ich zum zweiten Mal zur AU-Untersuchung und habe diese dann mit Hängen und Würgen soeben geschafft. Der Prüfer hat sich alle Mühe gegeben den Motor wenigstens für eine kurze Zeit so im Drehmoment zu halten, dass sich der CO-Wert (max. SOLL 0,20) auf 0,198 senkte. Das Ganze lag daran, dass der Motor dabei wieder ruste und qualmte. Der Prüfer sagte gleich, dass der Motor so nicht in Ordnung sei und ich der Ursache auf den Grund gehen muss. Sein Verdacht: Ventilschaftdichtungen.

Wer die ganze Vorgeschichte ausführlicher haben möchte, findet sie hier: https://www.motor-talk.de/.../...ber-wechseln-b5-3bg-1-6-t5966050.html

Ich habe dann viel hier im Motor-Talk gesucht und gelesen, was alles als Ursache in Betracht kommen könnte, wenn dieser Typ Motor Öl verliert.

1. Durch das Primärluftsystem -wenn zu viel Öl im Block ist- von der Kurbelgehäuse-Entlüftung in den Verbindungsschlauch zu Drosselklappe.

2. defekte Zylinderkopfdichtung

3. defekter Motorblock, z. B. Riss

4. defekte Ventilschaftdichtungen

5. defekte Ölabstreifringe/Kolbenringe

Erstes kann ich ausschließen, da ich das Rohr der Kurbelgehäuse-Entlüftung verstopft habe, und dennoch starken Ölverbrauch habe.

Zweites kann ich auch ausschließen, da ich kein Wasserverlust habe, kein Öl im Wasser und umgekehrt.

Drittes schließe ich erst mal aus, da auch kein Wasserverlust auftritt und sich kein Öl im Wasser oder umgekehrt befindet. Der Motor raucht auch nicht permanent weislich.

Also habe ich mich an die Ventilschaftdichtungen gemacht, wobei ich eine böse Überraschung erlitt.

Erst alles in Servicestellung gebracht, Zahnriemen, Spannrolle, Zylinderkopfdeckel und Nockenwellenrad demontiert. Dann nach Schema den Leiterrahnem/Lagerrahmen gelöst und die Nockenwelle vorsichtig herausgenommen. Es war nicht zu übersehen, dass das Lager zwischen den 2. + 3. Zylinder gefressen hatte, jedoch nicht fest saß.

Erst mal habe ich die Schaftdichtungen und Hydrostößel erneuert und dann das defekte Lage überarbeitet. Mein Sohn hat mir dazu zwei passende Aluzylinder gedreht, damit ich beim Läppen kein “Spiel“ habe und alle Flächen so gut es geht, gleichmäßig anliegen und bearbeitet werden. Ich bin mit 600er angefangen, dann 800er, 1200er, 1500er und habe mit 2000er nachpoliert. Zum Schluss noch den gröbsten Dreck herausgeholt und alles wieder zusammengebaut. Nun hat der Motor die ersten 150 km gelaufen, davon gut 50 km am Stück mit Tempo 130 bei ca. 400/min und hört sich auch vom Klang ganz gut an. Anscheinend hat das Läppen des Lagers geholfen.

Leider waren es nicht die Schaftdichtungen, der Motor säuft das Öl immer noch wie ein Loch.

Fazit: Es werden wohl doch die Ölabstreifringe/Kolbenringe sein !?

@ Retro Attack , @ freak25 , @ blue vectra th , @ Mirof , @ Mayestrohh , @ hans12345678 , @ Tom1182 , @ das-weberli , @ sony8v

und die gesamte Community, was denkt ihr ?

Gruß
Andreas

Beste Antwort im Thema

Moin,

Nein, so wie der @ TE es gemacht hat (siehe Bilder) bzgl. der einen gefressenen Schale/Bock, war genau richtig. Genau diese Vorgehensweise empfielt Dir jeder ALTE Motorenbauer. Der Lagerbock hatte nur Mittig gefressen, wodurch er noch weitestgehend nach den Seiten abdichten konnte. Alles was "übersteht" abtragen, so wie der @ TE es gemacht hat und gut ist.

Wenn die Ölpumpe nach der Reinigung des Siebes wieder vollen Druck bringt, kann sie das fehlende Material durch einen entsprechenden Ölfilm ausgleichen, den dafür nötigen Druck bringt sie problemlos sofern i.O..
Die meisten Turbolader funktionieren bekanntlich nach dem gleichen Prinzip, da schwimmt die Laderwelle auch nur auf einem Ölfilm.

Hatte vor kurzem fast den identischen Fall bei einem V6 TDI wo der Lagerbock direkt vorne am Nockenwellenrad kurz nach dem einbau neuer Nockenwellen etc. gefressen hatte. Mit dem Kopf zu meinem ALTEN Motorenbauer und von diesem o.g. Vorgehensweise angeraten bekommen. Das schleifen/hohnen ist zwar eine eklige Arbeit, weil langwierig, funktioniert aber tadellos. Natürlich nur bis zu einem bestimmten Grad der Materialabtragung im Vorfeld machbar, klar. 😉

LG, Frank

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Mein 1.8T AEB hat vor der Regenerierung 0,7l Öl auf 15000km verbraucht.
Nun muss ich erst sehen was er sich nun nimmt.

MFG

Das ganze bestätigt meine Vermutung, dass der Ölverbrauch bei den Benzinern von festgebackenen Ringen kommt.
Mein Verbrauch hat sich bei meinem 2.0 signifikant verringert, von Anfangs 1l/2000KM (172000KM) auf... Keine ahnung, so selten wie ich inzwischen schau. Fülle nur ein mal auf ein 10.000KM Intervall nach, bei 230.000KM Laufleistung.

Einfach nur ordentliches Öl fahren und regelmäßig wechseln. Leider meinen viele, sobald der Motor mal Öl braucht nicht mehr wechseln zu müssen. Durch den erhöhten Blow-By wird es aber nur stärker belastet.

Hatte auch im Kopf bei mir mal die Ringe zu machen, Pleuellager sind schon neu, sahen wesentlich schlimmer aus bei mir.

Hallo @ IncOtto,

deine Meinung von anderen Autofahrern kann ich so nicht teilen. Unser Wagen hat immer nur das erforderliche Longlife-Öl (Castrol) erhalten und auch immer im vorgeschriebenen Intervall. Dann müsste VW hingehen und andere Intervalle vorgeben. Wer weiss denn als Otto-Normalverbraucher beim Kauf (vor 16 Jahren !), das diese kleinen Alu-Motoren später solche Probleme machen ?

Und auch deine persönliche Feststellung, dass man “Einfach nur ordentliches Öl fahren und regelmäßig wechseln“ soll stimmt auch nicht. Wenn das so wär, hätten ja viele der kleinen 1,6er Motoren nicht solche Probleme.

Um dem ganzen entgegen zu wirken, muss ich künftig ein für diesen Motor von VW nicht zugelassenes Öl fahren und es alle 10T Km erneuern.

Gruß
Andreas

Moin,

nur weil ein Öl nicht von VW freigegeben ist, bedeutet nicht das das Öl schädlich für den Motor ist.

Eigenartigerweise laufen die Motoren, welche mit "falschem" Öl befüllt werden, seit Ewigkeiten und ohne Probleme. 😉
Bei uns läuft kein einziger Motor mit einem von VW freigegebenen Öl. Trotzdem laufen sie tadellos. 😉

LG, Frank

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Longlife ist für den Popo. Ablagerungen ohne Ende.
Zumal von VW auch nicht-LL Öle freigegeben sind.

VW Motorölnormen
Passat B5
Motorölnormen
Benzinmotoren
Mit LongLife Service (QG1)
4-Zylinder Motoren VW-Norm 504 00 (Kombiprodukt 507 00) , alternativ 503 00 (Kombiprodukt 506 00)

Das mit den Ablagerungen verhält sich genau umgekehrt. Sie entstehen eher beim Mineralöl, da es im Gegensatz zum Synthetiköl nicht die Dreckpartikel binden und in Schwebe halten kann.

Mein 0w40 hat keine VW Freigabe.
Nur Mercedes-Benz 229.53 , Fiat , Bmw , Porsche

Aber den Motoren geht es allen gut

Dein Ölsieb war zu, dein Kopf sieht so aus (https://www.motor-talk.de/.../4-bild-i208837964.html) und du verteidigst das LL Intervall?

Irgendein 0w40 oder 5w40 nach MB 229.5 bei den Benzinern fahren. Da kostet der Liter 4 Euro, spätestens 15.000KM wechseln, und dann backen auch keine Ringe fest. Bei gepflegten Motoren sind die Ventildeckel bzw Köpfe auch nach 200.000 schön Gelbgold.

Mein Ölsieb war nach 220.000KM blitzeblank, bis auf das Plastik vom Peilstab.

Die meisten LL Öle sind sogar in Ordnung (gut, über die 30er Visko lässt sich streiten bei 200.000KM), aber es ist einfach schwachfug das Öl so lange drin zu lassen.
Was abnehmendes Schmutztragevermögen bewirkt, hat man ja bei dir gesehen.

Moin moin,

ich bin aufgrund des chemischen Aufbaus nach wie vor von gutem und hoch qualitativem LongLife-Öl überzeugt und nicht von den längeren Intervallen, ganz im Gegenteil !

Aber das weiss ich auch erst, nachdem der Wagen 16 Jahre alt ist und ich als Otto-Normalverbraucher nun gezwungen bin, mich damit ausführlicher zu beschäftigen. Ich glaube kaum, dass sich mehr als ein kleiner Bruchteil aller Pkw-Käufer vorher (!) solche Gedanken machen, geschweige denn sich mit den Ölen vorher (!) so auseinandersetzen und sich in deren chemischen Zusammenhängen vorher (!) tief einlesen.

Nur ! Das ist doch alles reines Insiderwissen und hat mit der Realität rein gar nichts zu tun. Wie viele neue Motoren sind in den letzten Monaten, und werden in den kommenden noch verkauft, wobei sich in den nächsten Jahren auch herausstellt, dass diese solchen Intervallen nicht Stand halten werden ? Welcher Käufer geht den in den ersten Jahren der Service-Garantie hin, und schreibt der durchführenden Vertragswerkstatt vor, das diese entgegen der Vorgaben von VW anders Öl reinkippen soll ?

Und wo sind die "Schlaumeier", die den Kunden das heute schon verdeutlichen ?

Hinterher sind alle klüger, ist nicht schwer damit zu prahlen.

Noch mal: Der lange Intervall von bis zu zwei Jahren oder 30T km ist bei meinem Motortyp jedenfalls total fatal gewesen ! Für andere kann ich nicht sprechen, anscheinend betrifft das besonders diese kleinen Motoren. Ich wollte auch keine Glaubensfrage über Motoröl lostreten.

Gruß
Andreas

Moin,

Andreas, VAG weiß seit Ewigkeiten, das die 30er Öle in Verbindung mit den LL Intervallen der Tod für die Motoren ist. Wird einem auch unter der Hand bestätigt, sofern man da Leute kennt. Geändert wird aber nichts, weil es von oben im Sinne des Umsatzes so angeordnet ist. 😉

LG, Frank

Genau so sieht es aus.

Was nicht kaputt geht bringt eben kein Geld!

Die meisten Menschen sind mit 175000KM Laufleistung auch zufrieden. Alle 15000KM das Öl wechseln? Ätzend. Die Karre wird nach ein paar Jahren ja eh verkauft.
Die Industrie macht nur das, was der Kunde will.

N Abend allerseits,

was soll ich sagen?

Ja, ich habe mich ein bisschen über einige Kommentare innerlich aufgeregt, aber nix Schlimmes. @IncOtto hat ja auch mit vielem Recht in seinen Feststellungen.

NUR !

Hier müssten die Ingenieure und Vertriebsmenschen von VAG an den Pranger gestellt werden und sich für so eine verhängnisvolle Geschichte rechtfertigen und nicht der Endverbraucher, der jetzt noch versucht zu retten, was noch zu retten ist.
Ich suche halt nur nach einer machbaren Lösung, um den Wagen noch auf der Straße zu halten und will mich nicht damit abfinden, einen gerade mal (116T Km) “eingefahrenen“ Pkw zu verschrotten, auch wenn er 16 Jahre auf den Buckel hat.

Entweder beginne ich diesen oder am nächsten Freitag mit dem “Ausweiden“ und werde euch, wie immer, ausführlich berichten.

Und noch was….
Ihr dürft auch alle ganz sicher sein, dass hier alle Autos in Zukunft nach zwölf Monaten den Rotz samt Filter erneuert bekommen, egal was für ein Blablabla in irgendwelchen Unterlagen steht. Und gerne auch noch mit Zugabe externer Additive, wo nix drin ist, kann auch nix wirken. HAND DRAUF !!!

Schöne Grüße
Andreas

Ich war heut mit meinem 24 jahre alten passat 35i vr6 beim TÜV .
Alles gut...

Wenn man bei dem unter den VentilDeckel schaut sieht das auch aus wie frisch aus dem laden.
0 Ablagerung

Genau in die Richtung will ich ja auch !

Ob das noch zu schaffen ist, wird man sehen, wenn Zylinder und Block nicht verzogen sind und das überarbeitete NW-Lager künftig mitspielt. Dann könnte es wieder bergauf gehen, wenn auch nie zu hundert Prozent, dafür ist die Vorgeschichte zu belastend.

Wie war das noch.........?

Genau, das Glas ist immer halb voll !

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