Ölberbrauch und schmutzige Kerzen
Moin,
ich habe ein Problem mit dem Golf, ist ein Golf 7 mit 1,4l TSI.
Auf 1.000km muss ich bis zu anderthalb Liter Öl nachfüllen, die Zündkerzen waren ziemlich schwarz, habe sie gewechselt. Auch merke ich die letzten Jahre, dass der Wagen ruckelt wenn ich mal ein bisschen unterturig bin.
Ich vermute, dass irgend eine Dichtung nicht mehr gut ist. Blauer Rauch ist mir im Rückspiegel noch nicht aufgefallen. Nur zweimal kam eine Wolke raus beim anfahren, ansonsten aber nicht.
Ich hoffe, dass jemand das Gleiche auch hatte, was kann das sein und lohnt sich eine Reparatur, oder besser immer reinkippen? Ist Baujahr 2013, würde den gerne noch ein paar Jahre fahren, habe erst neulich die Xenon Scheinwerfer komplett gewechselt und Wärmetauscher.
LG
Elmar
37 Antworten
Es gibt schon eine Thema
Ölverbrauch 1,4 TSI
Zitat:
@maxwells78 schrieb am 17. Juli 2023 um 09:35:42 Uhr:
Auf 1.000km muss ich bis zu anderthalb Liter Öl nachfüllen,
Einer meiner Brüder hatte auch mit seinem Golf 7 dass Problem, dass er öfters Motoröl nachfüllen musste.
Schuld waren die Ölabstreifringe mit zu kleinen Bohrungen.
Es gelangte ständig Motoröl in großer Menge in die Brennräume.
Sollte dass bei deinem Auto der Fall sein, dann müsten die Kolben durch welche mit besseren Ölabstreifringen ersetzt werden.
Mindestens die Kolben. Je nachdem, wie lange der TE damit bereits fährt, können auch schon Schäden am KAT sein. In dem Zusammenhang müssen auch sicher die Einlässe gestrahlt werden. Kopf muss eh runter. Auch die Zylinder müssen durchgehohnt werden. Entweder gute, günstige Werkstatt suchen, oder das Auto mit Schaden verkaufen. Bei sehr günstiger Werkstatt mind. 2000 Euro. Bei größerer Werkstatt mind. das Doppelte.
Nächster CMBA, CXSA? Wird ja langsam zum Dauerläufer. Laufleistung würde mich interessieren 🙂
Ähnliche Themen
Schwierige Entscheidung. Aber 2000€ und dann kommt das Problem irgendwann wieder?!?
Also ich denke ich sitz‘ das aus…
Ziemlich sicher Kolbenringe. Das Thema gab's hier letztens erst, siehe Post oben.
Mein Rat auch hier:
Kompression und Druckverlust testen lassen (beides!)
Der hat erst 125.000km gelaufen, in 10 Jahren, ist eigentlich nicht viel.
4000 Euro für die Reparatur ist echt viel, ich bin die ganze Zeit am überlegen, was wirtschaftlicher ist, die 4000€ in das 10 Jahre alte Auto stecken, oder im Autohaus in Zahlung geben und einen neuen Jahreswagen kaufen. Privat verkaufe ich ihn nicht, ich möchte keinen betrügen oder den Schaden angeben und nichts dafür bekommen. Einem Autohaus ist sowas wahrscheinlich egal, da sie ihn eh weiter verscherbeln für den Export.
Was meint ihr, ist die beste Wahl?
Schwer zu sagen. Wenn du eine gute günstige Werkstatt findest, würde es sich evtl. lohnen. Wenn der die Zylinder hohnt und gute Kolben verbaut, hält er besser als vorher, da die Kolben ja nicht mehr die kleinen Löcher in den Ölabstreifringen haben. Die Einlässe sollten noch unbedingt gestrahlt werden, wenn der Kopf schon mal herunten ist. Wenn du gebraucht neu kaufst, zahlst du auch viel drauf, hast 50 oder 80000 weniger und dann das gleiche Problem. Ich würde ihn schon privat verkaufen. Die Ausländer rechnen die Arbeitszeit nicht, dann lohnt sich das schnell. Material braucht man nur die Kolben und den Dichtungssatz. Evtl. noch neue Pleuellager.
Wohnst du an der polnischen oder tschechischen Grenze? Dann könntest du ihn auch dort machen lassen. Bin auch schon mal 400 km einfach nach Polen für eine größere Reparatur, auf die ich keine Lust hatte. AZ 20% von hier.
Danke Groschi für die ausführliche Antwort. Leider wohne ich weit weg von der Grenze, ich werde mal in Bielefeld und Dortmund anfragen. Hier im Nebenort machen die leider keine KFZ Motorsanierungen mehr seit 2020, nur noch für Baumaschinen. Die sind auf Motorinstandsetzung spezialisiert, schade. Bin auf die Preise gespannt.
Vermutlich ist die Motorinstandsetzung sinnvoller als ein Austauschmotor, denn im Austauschmotor könnten ja auch verkokelte Kolbenringe drin sein und dann könnte das Problem schnell wieder kommen. Bei der Sanierung hat man bestimmt erst einmal Ruhe. Habe im Internet eine Seite gefunden, wo Instandsetzungen und Motoraustausch verglichen werden, probiere ich später mal aus, bin gespannt was rauskommt.
Richtig, ein Austauschmotor ist nicht sinnvoll. Du weißt nicht was du bekommst und die schlechten Kolbenringe sind wahrscheinlich auch dort verbaut.
Allgemeine Frage, in welchen Motoren aus dem Golf VII sind denn die "schlechten Kolbenringe" verbaut? Und bis zu welchem Baujahr?
Es gibt sicher noch auffälligere Motoren als die im G7. Z.B. die älteren 1,8 und 2,0 im Audi und GTI.
Ganz ist das Thema auch noch nicht vom Tisch. Eine gewisse Gefahr besteht auch bei den aktuellen Motoren. Durch die schmalen 1-teiligen Ölabstreifringe ist die Reibung und damit der Verbrauch geringer. Besser sind die 3-teiligen Ringe.
Auffällig wird der Ölverbrauch, wenn viele Faktoren zusammen kommen. Am wichtigsten ist regelmäßiger Ölwechsel alle Jahr oder spätestens nach 150000 km. Kurzstrecken sind schlecht und angeblich ist auch E10 schlechter als E5, da es mehr klebrige Rückstände hinterlässt. Ein Datum, zu dem die Kolben gravierend geändert wurden, ist mir nicht bekannt.
Es kann sein, dass das Problem durch das Umölen auf 0W30 etwas besser geworden ist, dafür schmiert es aber in Summe schlechter. Am wichtigsten ist regelmäßiger Ölwechsel!
Zitat:
@maxwells78 schrieb am 19. Juli 2023 um 09:24:17 Uhr:
Vermutlich ist die Motorinstandsetzung sinnvoller als ein Austauschmotor, denn im Austauschmotor könnten ja auch verkokelte Kolbenringe drin sein und dann könnte das Problem schnell wieder kommen.[...]
AT-Motor ist nicht gleich AT-Motor. Es gibt auch seriöse und namenhafte Instandsetzer, welche teil- oder vollrevidierte Motoren lagernd haben und diese ausliefern. Beispiel Van Kronenburg Engines, Wagner Motoren(wohl auf Anfage), Tornau-Motoren. Die gibt es leider nicht für 2000€, bei den günstigen Kleinanzeige-Angeboten war meist nur jemand gut im Reingen und Silberlacken^^
Der Nachteil ist, dass man einer zweiten Werkstatt den Einbau und die Erstinbetriebnahme anvertraut und sich hier bei Fehlern der Instandsetzer natürlich nicht mehr in der Gewährleistungspflicht sieht.
Daher für den Einbau eine wirklich qualifizierte Werkstatt beauftragen. Desweiteren muss die Ursache des Motorschadens sichergestellt sein, damit dieser sich nicht wiederholt. Etwa durch defekte Anbauteile, wie Einspritzventile. Ist jetzt bei der Kolbenringproblematik nicht so kritisch, trotzdem sollten Einspritzventile, Lader, Hochdruckpumpe und Ansaugbrücke nicht einfach völlig ohne Begutachtung auf den neuen Motor übergehen.
Als Vorteil sehe ich nur, dass man die langen Wartezeiten und Entfernungen umgeht.
Wagner Motoren ist übrigens bei Kassel, ich schätze allerdings um die 4500€ bist du dort los. Ansonsten scheint in und um Bielefeld ja ein ganze Nest an Motorenbauern^^
Zitat:
@Golf4GTITDI schrieb am 19. Juli 2023 um 13:36:14 Uhr:
Allgemeine Frage, in welchen Motoren aus dem Golf VII sind denn die "schlechten Kolbenringe" verbaut? Und bis zu welchem Baujahr?
Der 1.4er mit 122PS ist bisher recht auffällig. Würde nicht ausschließen, dass noch weitere der ersten EA211 betroffen sind.