Motor warmfahren, wie?
Hallo,
hab schon oft gelesen, dass man besonders den Dieselmotor schonend warm und wieder kaltfahren soll.
Ich fahre prinzipiell sehr motorschonend und spritsparend, denke ich jedenfalls - doch wie soll man sich denn genau bei warmfahren verhalten?
Kurze Erklärung dazu:
Ich fahre rd. 40km einfache Strecke morgens auf Arbeit, Fahrdauer rd. 30 min. - wenn der Dieselmotor (wie irgendwo gelesen) schon 15 - 25 min braucht, bis das Öl warm wird und man den Motor genauso lange wieder kalt fahren soll wg. Turbolader, dann kann ich ja nie schnell fahren?!
Ich fahre ca. 10 km Landstraße, dann rd. 25 km Autobahn, dann wieder 5 km Landstraße. Schon nach ca. 1 km muss ich einen steilen Berg hochfahren, also muss ich da schon ordentlich Gas geben - und der Motor ist kalt.
Ist das schon schädlich?
Auf der Autobahn fahre ich rd. 120 - 130 km/h mit Tempomat, die Kühlwassertemperaturanzeige ist da grad auf 90°C - schädlich weil zu schnell?
Und heimwärts hab ich nach den 5 km Landstraße gleich wieder einen steilen langen Anstieg auf der Autobahn - fahre da mit 120 km/h hoch und hab nen Momentanverbrauch von über 8 l (nur um mal zu zeigen, wie stark der Anstieg ist) - schädlich für den Motor?
Wüsste gerne Eure Einschätzung dazu.
Beste Antwort im Thema
Der grösste Verschleiss sind die ersten Sekunden beim Kaltstart, bis das Öl alle Schmierstellen erreicht hat. Danach ist der Verschleiss vernachlässigbar da keine direkte Reibung zwischen den Metallteilen vorhanden ist.
Kaltfahren beim Turbo ist ein überflüssiges Überbleibsel aus der Zeit der ersten Turboladermotoren. Heutzutage werden die Turbolader wassergekühlt, auch nach dem abstellen, läuft eine extra elektrische Kühlmittelpumpe um den Turbo zu kühlen, bis zu 20 Minuten nach.
Selbst wenn der Turbo glüht, kann unbedenklich abgestellt werden, es wird schliesslich auch heutzutage kein 08/15 Salatöl, sondern Synthetiköl eingefüllt, das nicht verkokt.
Aber Übervorsichtige gibts immer, die auch 5x am Tag im Keller die Wasserleitungen kontrollieren, ob nicht eine undicht ist.
Grüsse
34 Antworten
Zitat:
Original geschrieben von Bleifuß3000
Hallo! ich mache das bei meinem diesel so :
wenn ich morgens loasfahren starte ich meinen wagen las ihn sozusagen im stand vorlaufen packe denn meine sachen die ich für die arbeit benötige ein so 5 minuten lasse ich in im stand laufen dann fahre ich los schalte nicht später als 2000 umdrehungen! wenn denn die 90 grad wasser erreicht sind warte ich noch circa 15 minuten denn toure ich auch schonmal höher 2500 bisschen mehr weniger... aber auf meiner strecke lohnt es sowieso nicht so zu beschleunigen weil alles immer so dicht is mit lkw....beim kaltfahren mache ich es immer so wie beim warmlaufen lassen das ich meine sachen auspacke wegbringe ins büro dann läuft der auch ca 5 minuten nach... bei autobahnfahrten lasse ich ihn natürlich auch nachlaufen... auch gerade wenn vmax gefahren wurde.... usw...
aber wenn man mal rote ampel hat odereinen stop an der tanke und ihn laufen lässt mache ich ihn dann auch nach ner minute nachlaufzeit manchmal aus...
wie schon oen geschriben wurde ist die startlaufphase das wo der größte verschleiß auftritt....Ihr müsste euch mal morgens die ganzen idioten angucken die ihren wagen anmachen und gleich vollgas heizen 😉 gibt es leider sehr viele von und dann wundern sie sich warum ihr wagen nachher öl verbraucht oder warum ihr lader kaputt is naja.....
Gruß Bleifuß
Du machst so ziehmlich alles falsch was man falsch machen kann 😉.
Warmlaufen lassen schadet dem Motor da kaum Öldruck im Leerlauf aufgebaut wird. Also Motor an machen und gleich los fahren. Nicht über 2500 Umdrehungen (Diesel) drehen für ca.10-15min. Bei normaler fahrt ist ein Nachlaufen lassen des Motors völlig überflüssig, ausser nach langen Vollgas fahrten. Das gleiche gilt auch für Benzin Turbo Motoren.
der hauptgrund, dass das warmlaufen lassen im leerlauf eher schadet als gut tut ist weniger der nicht aufgebaute öldruck, sondern vielmehr dass der motor zu langsam warm wird und somit länger im kalten zustand läuft. selbst ne halbe stunde im leerlauf würde ihn nicht auf betriebstemperatur bringen, gerade im winter. mal abgesehen davon, dass man unnötiger weise kraftstoff verbraucht!
ansonsten wurden die wesentlichen fakten bereits genannt: die drehzahl sollte nicht zu hoch sein, die last (gaspedal-stellung) ebenfalls. die tatsächliche öltemperatur zieht meistens nach, gegenüber der oftmals angezeigten wassertemperatur. prinzipiell gilt: je kälter der motor ist, desto schonender muss er gerade gefahren werden. soll heißen, dass man nach 5 km beherzter beschleunigen kann, als unmittelbar nach dem start bei -10°. pauschale angaben bzgl. mindest-fahrtzeit und gefahrene kilometer bis zur volllast sind unnötig, da es immer darauf ankommt, wie man gerade fährt: landstraße mit 50/70, landstraße mit 80/100, autobahn mit 130, stadt mit 30, etc. manchmal ist der motor nach 4 km bei 90° wasser, manchmal erst nach 15 km. außerdem benötigen diesel wegen des kühleren abgases meist länger.
so lange man nicht mit zu hoher last beschleunigt und hohe drehzahlen vermeidet, spricht absolut nichts dagegen, nach 1-2 km 120 oder 130 auf der autobahn zu fahren.
kleines Update nach 3 Jahren:
bin im Vergleich einen A3 1.9 TDI mit 105 PS gefahren - der hat im FIS eine Öltemperaturanzeige - aber keine Anzeige für die tatsächliche Kühlwassertemperatur über Climatronic (jedenfalls wars mir nicht bekannt):
Außentemperatur ca. 7°C - Bundesstraße/Autobahn mit ca. 90 - 120 km/h
Nach ca. 7 min (7 Kilometern) zeigt das Kombiinstrument 90°C - mein Golf hat da genau 75°C Wassertemperatur - Öltemperatur A3: 50°C
Nach weiteren ca. 3 min (5 Kilometern) - Golf 87°C Wassertemperatur (Climatronic) - Öltemperatur A3: ca. 75°C
Nochmal 3 min später - Öltemperatur A3: 85°C - jetzt ist der Motor komplett warm und kann voll belastet werden
Heißt für den Golf: nach ca. 10 Minuten bei normaler Last hat der Motor 87°C Wassertemperatur und 75°C Öltemperatur und kann eigentlich auch normal belastet werden. Nur ca. 3 Minuten später hat auch das Öl volle Temperatur und Vollast steht nichts mehr im Wege.
Je nachdem, wie lange es schon bis 87°C Wassertemperatur braucht, desto länger braucht auch das Öl. Aber die alte Regel, Öl braucht nochmal so lange wie Wasser, gilt wegen Öl/Wasser-Wärmetauscher nicht.
Hi,
soweit ist alles geschrieben.
was man noch im Hinterkopf haben sollte, ist, daß das Warmfahren nicht nur Öl und Lager und Laufflächen betrifft,
sondern daß die gesamte metallene Masse des Motors ihre " Arbeitswärme " , sprich Ausdehnung, haben muss.
Empfindlichstes Teil ist der Zylinderkopf, der besteht aus dicken äußeren Teilen, die langsam warm werden, und filigranen Flächen und Stegen im Innern, die blitzschnell heiß sind , somit Hitzenester und damit Spannungen im gesamten Kopf hervorrufen.
Unrühmliche Beispiele sind die Vierventil-PDs.
Wer seinen privaten Motor auf 300000km bringen will, gönne ihm also ein bißchen Zeit.
Andreas
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Hallo!
Die Infos in diesem Thread sind absolut richtig, aber ich denke übertreiben muss man es bei der Qualität heutiger Öle und Fertigungstoleranzen nicht mehr. Ein Beispiel sind eine Menge an Miet- und Leasingfahrzeugen, die ab dem ersten Kilometer auf Anschlag gefahren werden. Motorschäden sind trotzdem selten.
Ich war vor einigen Jahren Zivi im Fahrdienst, ein dort eingesetzter T4 mit dem 2,5l R(?)5-TDI lief nach 4 Jahren und am Ende 200.000 km immer noch wie am ersten Tag, obwohl ihn sicher auch bei -15°C draußen niemand warmgefahren hat.
Ich möchte damit nichts bestreiten, was hier geschrieben steht, aber die Motoren können schon auch ein bisschen was ab...
-Johannes