Mein Auto telefoniert mit BMW und ich weis nix davon.
Eine freundliche Frau hat mich heute angerufen und mir mitgeteilt, dass mein Auto sich zum 30.000km angemeldet hat und sie nun einen Termin mit mir ausmachen möchte. Toll, weil ich hatte keine Arbeit damit hatte und kurzfristig war auch Zeit, aber was mir tierisch gegen den Strich geht ist, dass das Auto das tut und ich nix davon weis, wenigstens fragen hätte mich die Software schon können. Meldung machen. Ja oder Nein.... Diese Selbständigkeit ist etwas was ich gar nicht leiden kann, das geht schon in Richtung Kontrollentzug.
Oder habe ich den Orwellschen-Snowden Wahn?
Beste Antwort im Thema
Zitat:
Original geschrieben von DUEW
Du hast also kein Handy oder Smartphone. Nutzt keinen Pc oder Tablet? Googelst nicht und kaufst nichts online?
Wenn doch: Wenn Du Deinen Freiraum brauchst, dann schalte die Geräte zuerst aus bzw. nutze diese Dienste nicht mehr. Dein Bmw ist da bei weitem ein schlechterer Spion.
😉
Ich verstehe diese immer wieder angewandte Argumentationlogik nicht. Ein problematischer Sachverhalt kann doch nicht dadurch gerechtfertigt werden, dass es andere Sachverhalte gibt, die auch problmetisch sind.
Natürlich haben sich viele anfangs keine Gedanken gemacht, welches Potenzial die Technik entfesselt. Inzwischen zeichnet sich aber ein ziemlich gut erkennbares Bild ab und da stellt sich jedem einzelnen dann schon die Frage, ob er weiterhin blind daneben stehen will.
Was machen wir denn inzwischen alles freiwillig:
- Wir benutzen Smartphones, die unsere Gespräche, Nachrichten, Positionen, Kontakte kennen, diese übertragen und in Clouds speichern und die zum Teil nichtmal mehr abschaltbar sind, weil sich der Akku nicht entfernen lässt
- In diese Smartphones wird jetzt auch als neueste Gimmick ein Fingerabdrucksensor integriert, womit man dann wirklich rechtssicher nachweisen kann, dass eine bestimmte Person ein bestimmtes Gespräch getätigt oder eine bestimmte Nachricht geschrieben hat oder sich an einem bestimmten Ort befand
- Die selbe Insfrastruktur soll jetzt in Autos eingeführt werden, mit vom Hersteller bezahlten SIM-Karten. Hierdurch wird der Hersteller zu einem Provider und unter der Maßgabe der "Providerhaftung" kann man ihm dann in Zukunft alles abverlangen.
- Das nächste was wohl kommen wird ist 100%ig ein Komfortzugang oder Funkschlüssel mit Fingerabdrucksensor. Dann kann man auch noch rechtssicher beweisen, dass jemand eine bestimmte Fahrt getätigt oder eine Geschwindigkeitsübertretung oder Fahrerflucht begangen hat.
- Nicht unwichtig: wie in diesem Thread bereits zu sehen ist, existiert auch bereits ein Klima, wo Leute, die diese Dinge kritisch hinterfragen, diskreditiert werden.
Ich erwarte nicht mit diesem Posting irgendwen zu überzeugen. Aber ich habe es hiermit zumindest mal dauerhaft im Internet hinterlegt, so dass ich in ein paar Jahren darauf verweisen kann. 😉
418 Antworten
Zitat:
Original geschrieben von DUEW
Das ist doch aber absehbar, oder?Die Straßen werden immer voller ......
Unter diesem Aspekt ist es doch geradezu herrlich und zu unterstützen, dass zumindestens Autos der Premiumanbieter demnächst Teil des Internets werden, von den Straßen verschwinden und so den Straßenverkehr mit all seinen Umweltschäden entlasten.
Zitat:
Original geschrieben von dcb_dreier
Unter diesem Aspekt ist es doch geradezu herrlich und zu unterstützen, dass zumindestens Autos der Premiumanbieter demnächst Teil des Internets werden, von den Straßen verschwinden und so den Straßenverkehr mit all seinen Umweltschäden entlasten.Zitat:
Original geschrieben von DUEW
Das ist doch aber absehbar, oder?Die Straßen werden immer voller ......
So kann man den Begriff
"Internet der Dinge"auch falsch verstehen (Wobei natürlich die Funktionalität bei BMW nur der allererste kleine Anfang ist).
Der Clown, den Du heute morgen gefrühstückt hast, war irgendwie nicht mehr ganz frisch...
Zitat:
Original geschrieben von softwarefriedl
so ist halt der Zeitgeist.Zitat:
Original geschrieben von Rambello
"Schöne" Aussichten 😕Im aktuellen Autobild steht als Zitat der Woche vom Continenentalchef Degenhart:
"Das Internet kommt nicht nur ins Auto, sondern das Auto wird Teil des Internets"
...sagte wohl auch der Stasi IM.
Zitat:
Original geschrieben von DUEW
Das ist die Zukunft: Wir werden gefahren. Dazu benötigt man dann entsprechende Daten.
Wir werden auch in Zukunft nicht gefahren werden. Das ist kein technisches Problem mehr, es ist ein rechtliches. Und rechtlich kann auch der übrigen Datensammelwut einhalt geboten werden.
Ähnliche Themen
Zitat:
Original geschrieben von Jens Zerl
...sagte wohl auch der Stasi IM.Zitat:
Original geschrieben von softwarefriedl
so ist halt der Zeitgeist.
Jens, mit derartigen Entgleisungen anderen Nutzern gegenüber solltest Du Dich nicht zu oft brüsten.
Zitat:
Original geschrieben von dcb_dreier
Jens, mit derartigen Entgleisungen anderen Nutzern gegenüber solltest Du Dich nicht zu oft brüsten.Zitat:
Original geschrieben von Jens Zerl
...sagte wohl auch der Stasi IM.
ich glaube Du hast die Aussage missverstanden. Ich sage nicht, dass andere Nutzer Stasi IM gewesen wären, ich sage dass man mit der Begründung „so ist nunmal der Zeitgeist“ selbst Schnüffeltätigkeiten eines IM bei der Stasi hätte rechtfertigen können.
Es wird immer besser hier, was die Spekulationen und vermuteten Horror-Szenarien im Zusammenhang mit den von der Fahrzeugtechnik erhobenen Daten betrifft.
Einerseits werden jetzt IM des MFS (StaSi) ins Spiel gebracht, die in ihrer Zeit weder mit dem Internet noch mit vernetzten Autos zu tun hatten.
Andererseits werden die in Rede stehenden Fahrzeugdaten angeblich an die NSA verkauft (Aussage weiter oben).
Sicher interessiert man sich bei der NSA z.B. brennend dafür, zu erfahren, wenn ein BMW über ConnectedDrive wegen einer demnächst anstehenden Inspektion um einen Anruf des Fahrzeughalters seitens der Werkstatt zwecks Terminvereinbarung bittet.
Wieder andere Strategen befürchten, dass im Nachgang zu einem Verkehrsunfall BMW-Fahrzeuge irgendwelche Blackbox-Daten an Dritte als Beitrag zur Feststellung von Schuldfragen weitergeleitet werden.
Die Idee, dass bei einem Crash z.B. die ab der letzten Minute davor angefallenen relevanten technischen Parameter zunächst gesichert werden, finde ich grundsätzlich nicht schlecht (GPS-Daten, Uhrzeit, Geschwindigkeit, Beschleunigung, Bremsverzögerung, evtl. Videodokumentation usw.).
Sollte es nach schweren Verkehrsunfällen mit Verletzten und/oder Toten für die juristische Erforschung des Sachverhalts hilfreich sein, so sollte ein richterlicher Beschluss bzw. eine staatsanwaltschaftliche Anordnung zur Abfrage der beweiserheblichen Daten in einer entsprechenden Rechtsgrundlage geregelt werden können.
Das wäre eine Rechtsgüterabwägung, nach der das Recht auf Aufklärung von schweren Verkehrsunfällen mit ihren oft einschneidenden Folgen höherangig zu bewerten wäre, als der niederrangige Schutz der aufgezeichneten Fahrzeugdaten.
Wenn z.B. die Erforschung eines Sachverhalts bei bestimmten (schwerwiegenden) Katalog-Straftaten unmöglich oder wesentlich erschwert ist, dann werden im deutschen Recht nach richterlicher Prüfung und Anordnung sogar bestimmte Artikel des Grundgesetzes für einen festgelegten Zeitpunkt außer Kraft gesetzt, was Tatverdächtige betrifft (z.B. Überwachung/Auswertung des Telekommunikationsverkehrs oder des nicht öffentlich gesprochenen Wortes mit technischen Mitteln).
Schwere Verkehrsdelikte oder gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr sind m.E. ebenfalls keine Kavaliersdelikte und müssen im Interesse und zur Sicherheit aller anderen Verkehrsteilnehmer auch irgendwie aufgeklärt werden, um diese Täter aus dem Verkehr zu ziehen.
Nach Unfällen mit Verkehrsflugzeugen wird beispielsweise mittels technischer Aufzeichnungen der Blackbox festzustellen versucht, ob ein technisches oder menschliches Versagen ursächlich gewesen ist. Ein beispielsweise das Unglück überlebender Pilot hat dabei auch keinen Rechtsanspruch auf Datenschutz.
Gäbe es auch eine geeichte und zugelassene Pkw-Blackbox, so könnten mittels dafür geeigneter Rechtsgrundlage auf diesem Wege auch entlastende Indizien vom Fahrzeug gespeichert und nach rechtlicher Prüfung übermittelt werden.
Von ordentlichen Fahrer wäre das m.E. zu begrüßen. Dagegen einzuwenden haben n.m.M. nur diejenigen Fahrer, welche ihren Fahrstil im Falle eines Verkehrsunfalls nicht offenbart wissen wollen.
Raser und Punktesammler dürften von solchen Technologien jedenfalls nicht begeistert sein, wenn dadurch deren verkehrswidriges Verhalten zum Zeitpunkt des Unfalls festgestellt werden könnte (z.B. überhöhte Geschwindigkeit oder zu dichtes Auffahren, wenn eine Kameraaufzeichnung vorgeschrieben wäre).
Lkw-Fahrer haben schon lange daran gewöhnt, dass wenigstens einige Parameter ihrer Fahrt mittels geeichtem Fahrtenschreiber protokolliert und sogar im Zuge normaler Verkehrskontrollen ausgewertet werden.
Mir persönlich wäre eine geeichte, nicht manipulierbare und zugelassene Blackbox recht, wenn diese bei jedem Neufahrzeug zum verpflichtenden Serienausstattungsstandard gehören würde.
Allerdings bezweifle ich, dass die aktuell im BMW technisch erfassbaren Daten mittels einer dafür entsprechend zugelassenen Technologie derart gespeichert werden, aus der dann bei Bedarf gerichtsverwertbare Beweise abgeleitet werden können.
Zitat:
Original geschrieben von BMW-Testfahrer
Einerseits werden jetzt IM des MFS (StaSi) ins Spiel gebracht, die in ihrer Zeit weder mit dem Internet noch mit vernetzten Autos zu tun hatten.
Umgekehrt wird der Gedanke sinnvoll: was wäre, wenn eine Stasi diese Möglichkeiten gehabt hätte? Und warum sind wir uns so sicher, dass es bis an unser Lebensende sowas wie die Stasi nicht mehr geben wird?
Zitat:
Andererseits werden die in Rede stehenden Fahrzeugdaten angeblich an die NSA verkauft (Aussage weiter oben).
Sicher interessiert man sich bei der NSA z.B. brennend dafür, zu erfahren, wenn ein BMW über ConnectedDrive wegen einer demnächst anstehenden Inspektion um einen Anruf des Fahrzeughalters seitens der Werkstatt zwecks Terminvereinbarung bittet.
Die Dienste setzen z.B. das Mittel der Raster-Fahndung ein. D.h. wenn sich herausstellt, dass Terroristen immer morgens um 6 zum Bäcker fahren, auf der Autobahn generell mit mehr als 220 km/h unterwegs sind und stundenlang telefonieren, dann haben die Dienste ein großes Interesse daran alle Personen aufzuspüren, die in dieses Raster fallen. Falls Dein Fahrzeug also genau diese Daten senden sollte, obwohl Du kein Terrorist bist, würden sich die Dienste aber trotzdem für dich interessieren.
Das alles sind keine Hirngespinste, das wird genau so heute schon gemacht, mit den Daten, die zur Verfügung stehen. Diese Datenbasis würden die Dienste natürlich liebend gerne auch mit Fahrzeugdaten ergänzen, wenn das ginge - das ist gar keine Frage.
In den USA gibt es bereits Städte, wo man aufgrund von bestimmten Daten Verbrechen vorhersagt. Auch diese Leute würden garantiert ihre Systeme mit allen möglichen Daten füttern: klick
Zitat:
Wieder andere Strategen befürchten, dass im Nachgang zu einem Verkehrsunfall BMW-Fahrzeuge irgendwelche Blackbox-Daten an Dritte als Beitrag zur Feststellung von Schuldfragen weitergeleitet werden.
Das ist keine Befürchtung, das steht in der Beschreibung von eCall so drin, dass die aufgezeichneten Daten indirekt zur Polizei geleitet werden können.
Zitat:
Original geschrieben von Jens Zerl
Die Dienste setzen z.B. das Mittel der Raster-Fahndung ein. D.h. wenn sich herausstellt, dass Terroristen immer morgens um 6 zum Bäcker fahren, auf der Autobahn generell mit mehr als 220 km/h unterwegs sind und stundenlang telefonieren, dann haben die Dienste ein großes Interesse daran alle Personen aufzuspüren, die in dieses Raster fallen. Falls Dein Fahrzeug also genau diese Daten senden sollte, obwohl Du kein Terrorist bist, würden sich die Dienste aber trotzdem für dich interessieren.Das alles sind keine Hirngespinste, das wird genau so heute schon gemacht, mit den Daten, die zur Verfügung stehen. Diese Datenbasis würden die Dienste natürlich liebend gerne auch mit Fahrzeugdaten ergänzen, wenn das ginge - das ist gar keine Frage.
In den USA gibt es bereits Städte, wo man aufgrund von bestimmten Daten Verbrechen vorhersagt. Auch diese Leute würden garantiert ihre Systeme mit allen möglichen Daten füttern: klick
Zitat:
Original geschrieben von Jens Zerl
Das ist keine Befürchtung, das steht in der Beschreibung von eCall so drin, dass die aufgezeichneten Daten indirekt zur Polizei geleitet werden können.Zitat:
Wieder andere Strategen befürchten, dass im Nachgang zu einem Verkehrsunfall BMW-Fahrzeuge irgendwelche Blackbox-Daten an Dritte als Beitrag zur Feststellung von Schuldfragen weitergeleitet werden.
@Jens
Das sind alles sehr interessante und bedenkenswerte Sachverhalte, aber sie haben mit dem ursprünglichen Thread nicht mehr viel zu tun, sie erlauben auch keine Aussage darüber ob "man" sich als MT-Forenbesucher noch guten Gewissens in einem BMW bewegen kann oder nicht.
Ein paar Kommentare zu Deinen Beispielen oben:
"Rasterfahndung" auf der Autobahn ist mit den Daten von Toll-Collect möglich und wird auch für die Aufklärung schwerer Straftaten genutzt. Die Nutzung der Daten steht unter strengem Richtervorbehalt und wird auch nur dann freigegeben, alle Versuche dieses Prinzip aufzuweichen sind gescheitert. Jüngerer Erfolg ist Ergreifung des Autobahnschützen auf der A3 der jahrelang Neuwagen beschossen hat. Das klingt lustig, es war aber pures Glück, das es keinen Toten gegeben hat. Auch ein Serienmörder ist mit den Daten von der A3 nach Jahren der Fahndung dingfest gemacht worden. Hat nix mit BMW zu tun.
Vorhersage von Verbrechen: Ein beeindruckendes Beispiel der Nutzung von Big-Data. Funktioniert nur deshalb, weil im städtischen Raum die Mehrzahl der Verbrechen nicht statistisch verteilt sind, sondern von Bandenmitgliedern verübt werden, die zusammenarbeiten sowie geographische und methodische Präferenzen haben und sicher auch den ÖPNV nutzen. Die KfZ der Bandenmitglieder liefern keine Daten. Ein schöner Erfolg für Santa Cruz, die Verbrechen werden jetzt in den Vororten verübt, die Gesamtstatistik wird also nicht beeinflusst, den Bürgermeister freut das trotzdem. Mit BMW hat auch das nix zu tun.
Jetzt hat es was mit BMW zu tun (eCall): In dem von Dir geposteten Dokument (Danke!) steht, dass die Daten des Notrufes auch an die Polizei gehen, nicht der Inhalt irgendwelcher Black-Boxes. Das ist absolut wünschenswert, damit durch die Ordnungsbehörde auch präventive Maßnahmen ergriffen werden können, z. B. durch Umleitungen oder Sperrungen. Ausserdem hilfreich, wenn der BMW gemeldet hat dass 3 Personen im Wagen waren als die Airbags ausgelöst haben, die Rettungskräfte aber nur 2 Personen vorfinden. Die fehlende Person ist entweder herausgeschleudert worden oder irrt desorientiert durch Dunkelheit und Dickicht, muss also von der Polizei (nicht dem Rettungssanitätern) gesucht werden.
Der Inhalt einer hypothetischen Black-Box steht genauso unter Richtervorbehalt wie der eines Smartphones. Bei "Gefahr-im-Verzug" könnte eine Beschlagnahmeverfügung auch vom Staatsanwalt oder der Polizei vor-Ort kommen, was für die Black-Box nur hypothetischen Charakter hat, weil man die nicht mal schnell im Polizeiwagen auslesen kann. Dazu müssten mit den so vor-Ort gewonnenen Daten unmittelbar weitere Gefahren abgewendet werden. Für die Erleichterung der Ermittlungen gegen z. B. den Fahrer sind diese Daten nicht bestimmt und auch gerichtlich wertlos.
So ein Thread ist kein Forum für die Diskussion irgendwelcher Verschwörungstheorien und was alles sein könnte irgendwo auf der Welt. Ich wünsche mir hier im Forum klare Ansagen und Fakten. Entweder mein BMW mach Dinge die nicht mit Recht und Gesetz in Einklang sind, dann sollte man das direkt mit BMW ansprechen. Wenn wir hier auf konkrete Sachverhalte stossen sollten, die es Wert sind Eingang in den Prozess der politischen Meinungs- und Willensbildung einzugehen, toll. Das muss dann aber klar begründbar sein.
Wenn es um Dinge geht die hier jemand "nicht o.k." findet aber das nicht weiter begründen kann, nicht begründen möchte oder dafür nicht substantiierbare Vermutungen und Unterstellungen bemühen muss, dann möchte ich das hier nicht lesen, weil es die Diskussion (so sie denn noch nicht alles geschrieben ist) nur unnötig behindert.
Durch die Enthüllungen von Ed Snowden sind viele unsanft aufgerüttelt worden darüber was alles technisch möglich ist und ausserhalb des rechtsstaatlichen Rahmens in Deutschland bereits gemacht wird. Das ist aber kein Grund einen Diskurs wie in diesem Thread mit OT Vermutungen oder irrelevanten Fakten zu vernebeln.
Wenn jemand der Meinung ist, dass BMW oder andere Autohersteller etwas anders machen sollten bezüglich der Datenerfassung und Übermittlung, dann schreibt klar worauf konkret Ihr Euch bezieht und was die Auswirkungen sind, am besten in einem neuen Thread.
Gruss
Chris
Zitat:
Original geschrieben von Moewenmann
@Jens
Das sind alles sehr interessante und bedenkenswerte Sachverhalte, aber sie haben mit dem ursprünglichen Thread nicht mehr viel zu tun, sie erlauben auch keine Aussage darüber ob "man" sich als MT-Forenbesucher noch guten Gewissens in einem BMW bewegen kann oder nicht.
Das sehe ich anders. Wie einige Einlassungen in diesem Thread zeigen, ist die Kenntnis darüber, warum solche Funktionen überhaupt über drei Ecken kritisch werden können, unter BMW-Fahrern anscheinend nicht sehr verbreitet. Deswegen ist jegliche Aufklärung diesbzgl. absolut on-topic und sinnvoll.
Es liegt in der Natur dieses Themas, dass die Vorteile immer überwiegen werden, wenn man sich bei der Diskussion nur auf die Primärfunktion beschränkt. Die Gefahren liegen aber in den Sekundärmöglichkeiten und deswegen ist es erforderlich, dass diese auch diskutiert werden. Der Threadtitel ist diesbzgl. IMHO auf jeden Fall allgemein genug gehalten.
Zitat:
Ein paar Kommentare zu Deinen Beispielen oben:
"Rasterfahndung" auf der Autobahn ist mit den Daten von Toll-Collect möglich und wird auch für die Aufklärung schwerer Straftaten genutzt. Die Nutzung der Daten steht unter strengem Richtervorbehalt und wird auch nur dann freigegeben, alle Versuche dieses Prinzip aufzuweichen sind gescheitert. Jüngerer Erfolg ist Ergreifung des Autobahnschützen auf der A3 der jahrelang Neuwagen beschossen hat. Das klingt lustig, es war aber pures Glück, das es keinen Toten gegeben hat. Auch ein Serienmörder ist mit den Daten von der A3 nach Jahren der Fahndung dingfest gemacht worden. Hat nix mit BMW zu tun.
Jetzt hast Du ein positives Beispiel angeführt. Gesagt werden muss aber auch, dass mittlerweile deutlich wird, dass die "Dienste" das Bestreben haben - vorbei an rechtsstaatlichen Instanzen - dieser Daten habhaft zu werden.
Zitat:
Vorhersage von Verbrechen: Ein beeindruckendes Beispiel der Nutzung von Big-Data. Funktioniert nur deshalb, weil im städtischen Raum die Mehrzahl der Verbrechen nicht statistisch verteilt sind, sondern von Bandenmitgliedern verübt werden, die zusammenarbeiten sowie geographische und methodische Präferenzen haben und sicher auch den ÖPNV nutzen. Die KfZ der Bandenmitglieder liefern keine Daten.
Der Punkt ist die Verknüpfung aller vorhandenen Daten. Und das Fahrzeug schließt sehr wohl eine Lücke, die es diesbzgl. momentan noch gibt.
Zitat:
Jetzt hat es was mit BMW zu tun (eCall): In dem von Dir geposteten Dokument (Danke!) steht, dass die Daten des Notrufes auch an die Polizei gehen, nicht der Inhalt irgendwelcher Black-Boxes. Das ist absolut wünschenswert, damit durch die Ordnungsbehörde auch präventive Maßnahmen ergriffen werden können, z. B. durch Umleitungen oder Sperrungen. Ausserdem hilfreich, wenn der BMW gemeldet hat dass 3 Personen im Wagen waren als die Airbags ausgelöst haben, die Rettungskräfte aber nur 2 Personen vorfinden. Die fehlende Person ist entweder herausgeschleudert worden oder irrt desorientiert durch Dunkelheit und Dickicht, muss also von der Polizei (nicht dem Rettungssanitätern) gesucht werden.
Genau was ich geschrieben habe: die Primärfunktion ist immer positiv - das ist bei jedem trojanischen Pferd so, weswegen es zu nichts führt die Primärfunktion zu diskutieren. Ich finde es auch sinnvoll, dass ich bei einem Unfall gerettet werden - warum die Polizei allerdings informiert werden muss, wieviele Leute im Auto waren, wieviele Airbags ausgelöst haben, ob sich das Auto überschlagen hat, wie stark der Impact war, etc. erschließt sich mir nicht. Die Helfer sind Helfer, aber die Polizei ist eine der drei Staatsgewalten.
Zitat:
Der Inhalt einer hypothetischen Black-Box steht genauso unter Richtervorbehalt wie der eines Smartphones.
Das ist momentane Rechtsprechung. Es braucht nur ein Fall wie der obige durch die Medien getrieben zu werden und schon können Mehreiten auch kippen.
Zitat:
Durch die Enthüllungen von Ed Snowden sind viele unsanft aufgerüttelt worden darüber was alles technisch möglich ist und ausserhalb des rechtsstaatlichen Rahmens in Deutschland bereits gemacht wird. Das ist aber kein Grund einen Diskurs wie in diesem Thread mit OT Vermutungen oder irrelevanten Fakten zu vernebeln.
Du solltest bedenken, dass das, was für dich irrelevante, vernebelte Fakten sind, das sein kann, was andere Tag für Tag in ihrem beruflichen Umfeld mitbekommen.
Es tut mir leid, dass die Diskussion eben nicht so einfach zu führen und nunmal abstrakt ist, aber nur weil etwas komplex ist, werden die Inhalte nicht weniger relevant.
Was von BMW zu erwarten ist, ist völlig klar: eine aktive Aufklärung beim Fahrzeugkauf, dass jedes Fahrzeug eine aktivierte SIM-Karte enthält und in welchen Fällen welche Daten übertragen werden und wozu sie genutzt werden.
Zitat:
Es liegt in der Natur dieses Themas, dass die Vorteile immer überwiegen werden, wenn man sich bei der Diskussion nur auf die Primärfunktion beschränkt. Die Gefahren liegen aber in den Sekundärmöglichkeiten und deswegen ist es erforderlich, dass diese auch diskutiert werden. Der Threadtitel ist diesbzgl. IMHO auf jeden Fall allgemein genug gehalten.
Kann ich mich im Prinzip auch darauf einlasssen, ich denke wir sind hier einer Meinung.
Zitat:
Original geschrieben von Jens Zerl
Jetzt hast Du ein positives Beispiel angeführt. Gesagt werden muss aber auch, dass mittlerweile deutlich wird, dass die "Dienste" das Bestreben haben - vorbei an rechtsstaatlichen Instanzen - dieser Daten habhaft zu werden.Zitat:
"Rasterfahndung" auf der Autobahn ist mit den Daten von Toll-Collect möglich und wird auch für die Aufklärung schwerer Straftaten genutzt. Die Nutzung der Daten steht unter strengem Richtervorbehalt und wird auch nur dann freigegeben, alle Versuche dieses Prinzip aufzuweichen sind gescheitert. ...
Irgendeine Instanz wird immer ein Bestreben haben an Daten zu kommen, das kann doch kein Argument sein, diese Daten nicht zu sammeln.
Zitat:
Genau was ich geschrieben habe: die Primärfunktion ist immer positiv - das ist bei jedem trojanischen Pferd so, weswegen es zu nichts führt die Primärfunktion zu diskutieren. Ich finde es auch sinnvoll, dass ich bei einem Unfall gerettet werden - warum die Polizei allerdings informiert werden muss, wieviele Leute im Auto waren, wieviele Airbags ausgelöst haben, ob sich das Auto überschlagen hat, wie stark der Impact war, etc. erschließt sich mir nicht. Die Helfer sind Helfer, aber die Polizei ist eine der drei Staatsgewalten.
Die Polizei mag eine der drei Staatsgewalten sein, sie hat eine klar umrissene Aufgabenstellung im Rahmen von Rettungseinsätzen, weil das medizinische und para-medizinische Personal der Rettungsdienste weder ausreichende polizeiliche Befugnisse hat, noch ausreichend Personal. Deine Reduzierung auf die Exekutive greift zu kurz.
Zitat:
Original geschrieben von Jens Zerl
Das ist momentane Rechtsprechung. Es braucht nur ein Fall wie der obige durch die Medien getrieben zu werden und schon können Mehreiten auch kippen.Zitat:
Der Inhalt einer hypothetischen Black-Box steht genauso unter Richtervorbehalt wie der eines Smartphones.
Original geschrieben von Jens Zerl
Du solltest bedenken, dass das, was für dich irrelevante, vernebelte Fakten sind, das sein kann, was andere Tag für Tag in ihrem beruflichen Umfeld mitbekommen.
Es tut mir leid, dass die Diskussion eben nicht so einfach zu führen und nunmal abstrakt ist, aber nur weil etwas komplex ist, werden die Inhalte nicht weniger relevant.
Vernebelnde Fakten sind solche, die mit dem Ziel vorgetragen werden, eine bestimmte Argumentation zu stützen, aber dazu keinen Bezug haben. Die Situation zur Verbrechensvorhersage in den USA ist so ein Faktum, was mit der Erfassung von KfZ Daten nichts zu tun hat. Ob in der Zukunft in USA auch KfZ Bewegungsprofile eingehen ist eine Unterstellung Deinerseits und keine Tatsache. Das KfZ Daten dafür geeignet sein könnten ist irrelevant.
Wie oben geschrieben misstraust Du auch dem Richtervorbehalt und unserer parlamentarischen Demokratie, die mit populistischen Mitteln Grundsätze des Datenschutzes abschaffen könnte. Wenn Du darüber hinaus davon ausgehst, dass "Dienste" ohnehin alles und jedes wissen und abgreifen könnten, gibt es auf die komplexe Fragestellung plötzlich nur noch eine simple Antwort: Keine Informationen speichern, nie und nirgends und die vollständige Abkehr von der Informationsgesellschaft weil wir der Ausbeutung unserer Daten schutzlos ausgeliefert sind. So möchtest Du doch nicht verstanden werden oder?
Jede komplexe Fragestellung kann auf Teilbereiche heruntergebrochen werden, die für sich besprochen, bewertet und im Kontext eingeordnet werden können. Wenn das nicht gewollt ist, tritt an die Stelle von Antworten der Glauben.
Gruss
Chris
Zitat:
Original geschrieben von Moewenmann
Wenn Du darüber hinaus davon ausgehst, dass "Dienste" ohnehin alles und jedes wissen und abgreifen könnten, gibt es auf die komplexe Fragestellung plötzlich nur noch eine simple Antwort: Keine Informationen speichern, nie und nirgends und die vollständige Abkehr von der Informationsgesellschaft weil wir der Ausbeutung unserer Daten schutzlos ausgeliefert sind. So möchtest Du doch nicht verstanden werden oder?
Nein, ich möchte so verstanden werden, dass jeder selbst entscheiden können soll, was über ihn gespeichert wird und wenn es nicht vermeidbar ist, dass er in vollem Umfang aktiv darüber aufgeklärt wird. Ich verstehe nicht, was an dieser Forderung so besonders sein soll.
Zitat:
Jede komplexe Fragestellung kann auf Teilbereiche heruntergebrochen werden, die für sich besprochen, bewertet und im Kontext eingeordnet werden können. Wenn das nicht gewollt ist, tritt an die Stelle von Antworten der Glauben.
"Nichtglauben" sollte umgekehrt aber auch nicht mit "Wissen" verwechselt werden. 😉
Bravo, bravissimo.Zitat:
Original geschrieben von Jens Zerl
Nein, ich möchte so verstanden werden, dass jeder selbst entscheiden können soll, was über ihn gespeichert wird und wenn es nicht vermeidbar ist, dass er in vollem Umfang aktiv darüber aufgeklärt wird. Ich verstehe nicht, was an dieser Forderung so besonders sein soll.
Treffer....Volltreffer
Zitat:
Original geschrieben von Genie21
Bravo, bravissimo.Zitat:
Original geschrieben von Jens Zerl
Nein, ich möchte so verstanden werden, dass jeder selbst entscheiden können soll, was über ihn gespeichert wird und wenn es nicht vermeidbar ist, dass er in vollem Umfang aktiv darüber aufgeklärt wird. Ich verstehe nicht, was an dieser Forderung so besonders sein soll.
Treffer....Volltreffer
ob der Datenflut und Quellen ist eine (ganzheitliche) aktive Zustimmung oder Information utopisch.
der Wunsch ist dennoch verständlich und in einzelnen konkreten Fällen auch realistisch.
Zitat:
Original geschrieben von Jens Zerl
Nein, ich möchte so verstanden werden, dass jeder selbst entscheiden können soll, was über ihn gespeichert wird und wenn es nicht vermeidbar ist, dass er in vollem Umfang aktiv darüber aufgeklärt wird. Ich verstehe nicht, was an dieser Forderung so besonders sein soll.
Na dann bin ich ja beruhigt, da sind wir dann doch einer Meinung. Mein Eindruck ist dass ein Teil der im Thread gemachten "Illustrationen" und Statements nicht mit hinreichend klaren Schlussfolgerungen versehen wurde, solche Aussagen haben schnell etwas unwiderlegbar orakelndes womit ich meine Schwierigkeiten habe.
Eines kann ich mir dann doch nicht verkneifen auch auf die Gefahr hin, dass es OT ist:
Deine Forderung ist schon besonders, einzig weil Du sie erhebst. Die 50 % aller Auto-Käufer die ich vorher zitiert hatte, die die "totale" Vernetzung fordern, wollen das Alles gar nicht wissen. Über den Rest spekuliere ich jetzt mal nicht.
Was haben e-mail, Facebook usw. im Auto zu suchen? Ich jedenfalls will von A nach B und evtl. dabei ein bisschen Musik oder Radio hören.
Der Grund ist vermutlich derselbe, warum Autos schon immer mit Aschenbecher angeboten werden.
Schönes WE
Chris