Lederkomfortsitze "Moritz" - Langzeiterfahrung/Faltenbildung

Volvo XC60 U

Guten Abend allerseits,

ich habe eine Frage bezüglich der Lederkomfortsitze "Moritz" (die heißen ja noch immer so oder?) punkto Langzeiterfahrung und Faltenbildung. Ich habe vor kurzem ein Foto von schwarzen Lederkomfortsitzen in einem V60 gesehen, welcher erst 5000km auf der Uhr hatte und wirklich viele Falten an der linken Sitzwange gebildet hat. 😰 Das beunruhigt mich jetzt ein wenig, weil die Sitze für dieser geringe Laufleistung meiner Meinung nach zu viele Falten haben und das so nicht sein sollte. Das Falten bei Ledersitzen entstehen finde ich in Ordnung, aber nicht so schnell.

Da wir vor 2 Wochen einen XC60 D4 Inscription bestellt haben mit den schwarzen Lederkomfortsitzen, frage ich mich wie sich das Leder im Alltag so schlägt bzw. wie es bei euch aussieht? Sind da auch schon nach wenig Kilomertern viele Falten entstanden oder sehen sie noch wie am ersten Tag aus? Könnt ihr bitte mal eure Erfahrungen schildern, gerne auch mit Fotos.

Danke und einen schönen Abend noch!

LG
Ben

P.S.: In der Suche habe ich dazu leider nichts gefunden.

Falten Lederkomfortsitze V60
Beste Antwort im Thema

Sorry an einige Forumsteilnehmer - aber ich verstehe Eure Probleme wirklich nicht. Dass ein stark konturierter Sitz eher dazu neigt, in der Polsterung Falten zu werfen, wenn man ihn mit einem Naturprodukt bespannt, als wenn man einen Melkschemel damit bezieht, sollte eigentlich nachvollziehbar sein (Vergleich 164er zu heutigen Fahrzeugen). Ich fand alle meine Volvo-Sitze bisher bequem, nur hatten halt die 264er/740er/V40 Ier/850er, V50 und auch die V70 der letzten Generation eher wenig Kontur und damit auch so gut wie null Seitenhalt.
Konturiert waren nur die Sportsitze meines S60 I - und auch die bisher zweitbesten Sitze in meinem Autoleben. Aber das Leder war stark strukturiert und fühlte sich aufgrund der dicken Lackschicht eher an wie Plastik, wie bei allen nachträglich pigmentierten - d.h. lackierten - Ledern. Da ist mir das Nappaleder deutlich lieber.
Sowohl die Autohersteller wie auch die Hersteller von Ledermöbeln oder -Textilien, auch im sehr hohen Preissegment, weisen ausdrücklich darauf hin, dass es sich um ein Naturprodukt handelt. Das würde uns gerade noch fehlen - Kühe so zu züchten, dass die verwendeten Leder keine Narben, Poren und Falten aufweisen, egal wie man sie dehnt.
Es wird keinem damit geholfen sein, auf Lederoberflächen zu sitzen, die eher die Hautstruktur einer mehrfach gelifteten Diva aufweisen - irgendwann geht dann da mal eine Naht auf...

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Wenn diese Wellen als Mangel gesehen werden, ist es einer. Ob man sich daran stört, ist wieder eine andere Frage.

Grüße vom Ostelch

Hallo,

mir scheint hier der eine oder andere frustriert zu sein weil er evtl. zu wenig Wissen über das verarbeitete "Leder" in Fahrzeugen hat.
Vor allem Markenumsteiger die von ABM knitterfreies robustes (stark behandeltes) Leder bzw Kunstleder (aktueller Macan in Standart-Lederausstattung 0,0% echtes Leder) gewohnt sind, irritiert die Empfindlichkeit vom aktuell in Volvos verwendeten (Nappa)Leder.

In einem anderen Thema wurde das mal besprochen, hier einer meiner Kommentare um z.B. die Empfindlichkeit bei Leder besser zu verstehen.

Zitat:

Bei Spaltleder (Fleischspalt - was meist verarbeitet wird) gibt es keine "natürliche Struktur" mehr, das Leder ist verlourartig und die Narbung wird nachträglich geprägt und/oder mit einer "Folie" beschichtet usw... (vereinfacht beschrieben)

Nappaleder ist meist auch Spaltleder jedoch die obere (Fell)Seite, so dass die natürliche Narbung sichtbar bleibt und das Leder deutlich weniger nachgearbeitet (z.B. lackiert, beschichtet)wird. Die Fellseite vom Spalt (Narbenspalt) hat eine höhere Faserdichte und ist somit reißfester als das untere Spalt.
Trotzdem zeigt meine Erfahrung, dass (teures, hochwertiges) Nappaleder viel eher zum knittern (aber nicht zum reißen) neigt als billiges (Spalt)Leder, da die künstliche Beschichtung teilweise sehr strapazierfähig ist.

Dh. knittriges Leder muss noch lange kein Zeichen von schlechter Lederqualität sein - ganz im Gegenteil.

Die Erfahrung aus unserem Fuhrpark, als auch aus meiner Erfahrung von Restaurationen zeigt mir, dass je hochwertiger (natürlicher und naturbelassener) das Leder, desto eher neigt es zu Falten und zur Schmutzempfindlichkeit. Wer auf zehn Jahre Faltenfreiheit steht sollte zu Kunstleder oder zu sehr stark modifizierten (gespalten, geprägt, beschichtet/foliert/lackiert) Leder greifen.

Mehr Infos gibt es z.B. beim Lederzentrum oder leder-info.de

Gruß Daniel

Zitat:

@daniel bullinge schrieb am 16. Februar 2020 um 22:13:42 Uhr:


Hallo,

mir scheint hier der eine oder andere frustriert zu sein weil er evtl. zu wenig Wissen über das verarbeitete "Leder" in Fahrzeugen hat.
Vor allem Markenumsteiger die von ABM knitterfreies robustes (stark behandeltes) Leder bzw Kunstleder (aktueller Macan in Standart-Lederausstattung 0,0% echtes Leder) gewohnt sind, irritiert die Empfindlichkeit vom aktuell in Volvos verwendeten (Nappa)Leder.

In einem anderen Thema wurde das mal besprochen, hier einer meiner Kommentare um z.B. die Empfindlichkeit bei Leder besser zu verstehen.

Zitat:

@daniel bullinge schrieb am 16. Februar 2020 um 22:13:42 Uhr:



Zitat:

Bei Spaltleder (Fleischspalt - was meist verarbeitet wird) gibt es keine "natürliche Struktur" mehr, das Leder ist verlourartig und die Narbung wird nachträglich geprägt und/oder mit einer "Folie" beschichtet usw... (vereinfacht beschrieben)

Nappaleder ist meist auch Spaltleder jedoch die obere (Fell)Seite, so dass die natürliche Narbung sichtbar bleibt und das Leder deutlich weniger nachgearbeitet (z.B. lackiert, beschichtet)wird. Die Fellseite vom Spalt (Narbenspalt) hat eine höhere Faserdichte und ist somit reißfester als das untere Spalt.
Trotzdem zeigt meine Erfahrung, dass (teures, hochwertiges) Nappaleder viel eher zum knittern (aber nicht zum reißen) neigt als billiges (Spalt)Leder, da die künstliche Beschichtung teilweise sehr strapazierfähig ist.

Dh. knittriges Leder muss noch lange kein Zeichen von schlechter Lederqualität sein - ganz im Gegenteil.

Die Erfahrung aus unserem Fuhrpark, als auch aus meiner Erfahrung von Restaurationen zeigt mir, dass je hochwertiger (natürlicher und naturbelassener) das Leder, desto eher neigt es zu Falten und zur Schmutzempfindlichkeit. Wer auf zehn Jahre Faltenfreiheit steht sollte zu Kunstleder oder zu sehr stark modifizierten (gespalten, geprägt, beschichtet/foliert/lackiert) Leder greifen.

Mehr Infos gibt es z.B. beim Lederzentrum oder leder-info.de

Gruß Daniel

Ich verstehe deine Argumentation. Ich finde es aber vermessen zu sagen, dass Kunden frustriert sind weil sie zu wenig wissen über Material etc. haben. Ich denke man muss jedem zugestehen, dass er irritiert oder verärgert ist, wenn er ein Premium-Fahrzeug in der Kategorie 70.000 Euro kauft, und dann teilweise von Tag 1 an die Sitze so aussehen, als hätte dort eine 100kg Person schon einige Jahre drauf verbracht. Da nützt einem die Erklärung „das ist ein gutes Zeichen in Punkto Material“ leider nichts. Ich würde mich auch wiederholen was die Aussage von Volvo betrifft „Das ist ein Mangel der bekannt ist“...

Und ich kann nur den vielen Leasingnehmern raten, Bilder vom „Neufahrzeug“ zu machen um bei der Übergabe nach einigen Jahren zu demonstrieren, dass der scheinbar, erhöhte Verschleiß nicht stattfand, sondern es eine Volvoeigenheit war und somit normale Betriebsbedingung.

Genau Jens.
ich bin gespannt auf das Feedback welches ich heute bekommen soll von meinem freundlichen...

Sind diese Wellen im Leder "Verschleiß"? Also eine Abnutzung wie z. B. Scheuerstellen. Ich glaube, nicht. Wenn das auch noch von Volvo als häufiges Gebrauchsbild anerkannt ist, sehe ich da erst recht kein Problem.

Grüße vom Ostelch

Nein von Verschleiss kann nicht die Rede sein. Ich bin gerade auf knapp 1.000 km ... der bereits gewechselte Fahrersitz ist von letztem Donnerstag... Verschleiss kann das nicht sein.

Also so sollten jedenfalls keine neuen Sitze aussehen dürfen, bei keinem Hersteller.

So wie ich es sehe auf deinen Fotos und mit den meinen vergleiche ist es ja auch so dass die Falte welche sich im Mittelteil befindet genau an derselben Stelle wie bei mir ... komisch da ich mir schwer vorstellen kann dass wenn es sich um reines Naturleder handeln soll , dieselbe Falte in verschieden Autos vorzufinden ist ?

Bei meinem auch, exakt die gleiche Stelle. Ich bleibe bei meiner Einschätzung, dass das nicht unter normale Faltenbildung fällt.

Was sind denn bislang eure Vorgehensweisen und Schritte welche ihr unternommen habt bislang... wie gesagt bei mir wurde ein Sitz getauscht welcher jedoch erneut das gleiche Problem aufweist. der Beifahrersitz sieht allerdings gleich aus und ich warte jetzt auf die Antwort vom freundlichen

Nicht immer auf das Leder schimpfen 😉, Formstabilität und Komfort entsteht durch den Unterbau und das Füllmaterial. Früher wurden dazu hochwertige Federkerne und echtes Rosshaar (~25€/kg) verwendet. Diese Materialien haben sehr hohe "Rückstellkräfte" die genau das verhindern sollen, was hier beanstandet wird.

Bei den geposteten Bildern muss ich spontan an Keith Richards denken... 😛.

Die Falte in der Mittelbahn entsteht häufig durch schräges reinsetzen und sich dann auf dem Sitz mittig "zu drehen".

Die Falten auf dem Seitenteil entstehen, wenn das Sitzkissen zu stark nach oben geneigt wird. Dann beginnt am hinteren Ende das Leder "überschüssig" zu werden.

Dies sind die Erkenntnisse seitens Volvo. Ein Stück weit auch dem Unterbau geschuldet, da dieser grösstmöglichen Komfort bieten soll.

Liebe Grüsse

Blöd ist halt, das man dem Leder kaum aus dem Weg gehen kann. Zumindest beim R Design.
Man wäre ja gewillt für eine strapazierfähige Kunstfaser das gleiche oder sogar mehr zu bezahlen.
Die Wahl hat man nur einfach nicht. Das sehe ich als Hauptkritikpunkt.
Gruß
Vizekanzler

Ich habe jetzt noch mal kurz meinen Fahrersitz etwas gereinigt um zu sehen ob es tatsächlich alles nur Jeansabrieb ist oder doch abgerieben. Es ist abgerieben, da ich kurz vor Garantieende bin, werde ich das noch einmal anmelden, ist mir etwas zu viel und zu deutlich am Sitz und am Türgriff.

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