Kosten ABC Fahrwerk/Ventilbloecke W220 S65/S600 im Jahre 2020
Hallo liebe Gemeinde,
ich dachte ich eroeffne mal aus gegebenem Anlass einen neuen Thread welcher rein der Information dient und vielleicht auch dem einen oder anderen Originalliebhaber etwas hilft.
Bei mir musste aufgrund eines GRUENDLICHST schief gegangenen ABC-Oelwechsels das ganze System gewartet und (sehr interessant hier) neu eingestellt werden.
Fehlerbild war am Schluss ein sofortiges Absacken meines S65 auf der gesamten linken Seite nach wenigen Minuten, mit Glueck Stunden und ein genereller Schiefstand des gesamten Fahrzeugs um die Laengsachse, welcher zu fehlerhafter Regelung im Fahrbetrieb fuehrte.
Nach eingehender Diagnose wurde - klassisch Mercedes - natuerlich der Ventilblock, respektive die Ventilbloecke als schuldig erachtet und standen zum Tausch an.
Kosten fuer BEIDE Bloecke im Jahr 2020 sind exakt 3244,80 netto, also 1622,40 pro Stueck netto.
Dazu kommen Oelfilter fuer 35,33 netto und Oel fuer 295,08 netto fuer die anschliessende Neubefuellung/Spuelung.
Kleinteile sind witzigerweise mit integriert, weiss nicht ob das ob des gigantischen Preises Kulanz war.
Die Arbeit fuer den Wechsel beider Bloecke ist mit knapp 931,26 noch recht gut, vor allem muss man hier bedenken, das da AMG-AWs gelten, da kostet die Stunde knappe 135,- netto (ja 'nuff said 😉).
Da nach dem Tausch beider Bloecke festgestellt wurde, dass das Fahrzeug nach wie vor schief stand und unsinnige Werte zu erreichen versuchte, musste das Fahrwerk neu kalibriert werden. Dafuer sind laut MB 3h drauf gegangen. Die sind von den 931,26 also abzuziehen, wenn das Fahrwerk vorher gut war. Beim S65 wurde allerdings vorher schon Mist gebaut und einfach alles - wie wuerde man in der IT-Welt sagen - zerschossen von Unwissenden Werkstaetten.
Dazu kamen dann noch 3 Hochdruckleitungen HA, weil die ebenfalls kaputt gebastelt wurden, Kosten hier insgesamt 291,20 plus 2h Arbeit da die HA gesenkt werden musste.
Soooo... die Rechnung am Ende kann jeder selbst machen, netto waren es dann knappe 5000,- nur fuer die Arbeiten. Waere noch die Pumpe dabei gewesen und 4 Federbeine sind es knappe 12000,- netto. Alles natuerlich AMG-zertifizierte Fachwerkstatt (Hauptniederlassung), die auch eben die 135 Euro berechnen. Teilepreise bleiben gleich.
Ich hatte jetzt Glueck und bei mir war alles fein mit dem Wechsel, seither faehrt das Fahrwerk wieder wie am ersten Tag (oder vor dem Beginn der katastrophalen Massnahmen) und bleibt auch wieder nach 3 Wochen da stehen wo es hingehoert. Da bewegt sich nichts um KEINEN Millimeter (nur um mit dem Irrglauben es duerfe/koennen sich ja absenken auch mal aufzuraeumen - nein tut und darf es nicht, wenn alles im Topzustand ist).
Ob sich der Aufwand fuer jedes Fahrzeug lohnt muss jeder selbst beurteilen. Beim S65 ist es eine Investition in den Klassikzustand und der Seltenheit geschuldet, zumal ich das aufgrund des aktiven Gerichtsverfahrens wohl nicht selber bezahlen muss (oder nur gewissen Prozentsatz). Ich haette es aber generell gemacht, hilft ja nicht. Fuer einen Standard-W220/C215 muss man sich wirklich gut ueberlegen obs lohnt. Im Hinblick darauf, dass der AMG auch zwei Kaufangebote bekommen hat allein im Standzeitraum Werkstatt sag ich mal ja. 😁 So oft wie die Baureihe verschrien wird, so beliebt ist sie im 1A-Zustand.
Es waere auch nur der Wechsel eines BLockes wirklich noetig gewesen (der an der VA), aber aufgrund der Langzeitauswirkungen sinds beide geworden.
Noch was zu den Auswirkungen - aufgrund des Gerichtsgutachtens wurden beim Wechsel zwei Oelproben genommen - einmal eine aus dem Behaelter, und einmal (zweimal) eine aus den Bloecken direkt.
Das aus dem Behaelter sah ziemlich gut aus, war ja auch nagelneu an sich (hinter dem Filter). Das Oel aus den Bloecken, vor allem dem der VA, war eine Katastrophe. Natuerlich macht das Absinken des Fahrzeugs technisch erstmal nichts, es faehrt ja wieder hoch und sofern das Fahrzeug nicht generell schief ist wie bei mir aufgrund falscher Werte, ist da auch nichts zu sagen. Bewege ich aber so ein Fahrzeug dauerhaft wird der ganze Mist der hier gut sichtbar war mindestens auf einer Seite durch die Bloecke und die Daempfer gedrueckt. Hat man Glueck und es kommt irgendwo aus dem mittleren Bereich des Systems bleibvt auch die Pumpe davon zumeist unbehelligt, ausser ich lass das System jahrelang so und der Filter geht irgendwann seiner Arbeit nicht mehr nach. Dennoch gehen die Bloecke, die Leitungen UND die Daempfer sporadisch mit jeder Fahrt kaputt.
Rechnet man das hoch kommt auf die Nutzungszeit der Jahre alles nacheinander, erst die Bloecke, dann ein Bein, dann das naechste, dann eine Leitung und am Ende wenn gar nichts gemacht wurde eben die Pumpe und die restlichen Beine/Ventilsitze.
Das nur dazu, wie das System wirklich kaputt geht und das kann man sehr gut betrachten. Und das auch dazu, dass das System so empfindlich und problematisch waere. Ist es aber nur bei miserabler Wartung.
So rate ich jedem, der sich im 600er oder AMG das Fahrwerk holt, jenes sofort, wie das Motoroel und heute Getriebe ja auch, zu wechseln. Das allerdings auch nur bei einer wirklichen MB-gefuehrten Hauptniederlassung mit Erfahrung (bitte, bitte fragt danach wie oft das gemacht wird Monatlich und lasst es beim kleinsten Zweifel bleiben!!) und nicht die kleine MB-Vertragswerkstatt um die Ecke. Klingt tragisch, aber meine jetzt fast zwei Jahre waehrende Odyssee wuensche ich niemandem.
Dazu berichte ich sicherlich wie schon mal angekuendigt auch noch, aber erst wenn alles abgeschlossen wurde. Dank Corona dauert das noch ein wenig. 🙂
Bei Fragen gerne Fragen, Erfahrungen hat natuerlich jeder ABC-Besitzer, aber das ist meine aus dem Bereich "Wenn Geld keine Rolle spielt oder der Liebhaber zugeschlagen hat". 😁
Ach so - ich betone 2020 immer - die Preise sind in 2020 um gut 8% gestiegen, sowohl Lohn als auch Material.
Beste Antwort im Thema
Hallo liebe Gemeinde,
ich dachte ich eroeffne mal aus gegebenem Anlass einen neuen Thread welcher rein der Information dient und vielleicht auch dem einen oder anderen Originalliebhaber etwas hilft.
Bei mir musste aufgrund eines GRUENDLICHST schief gegangenen ABC-Oelwechsels das ganze System gewartet und (sehr interessant hier) neu eingestellt werden.
Fehlerbild war am Schluss ein sofortiges Absacken meines S65 auf der gesamten linken Seite nach wenigen Minuten, mit Glueck Stunden und ein genereller Schiefstand des gesamten Fahrzeugs um die Laengsachse, welcher zu fehlerhafter Regelung im Fahrbetrieb fuehrte.
Nach eingehender Diagnose wurde - klassisch Mercedes - natuerlich der Ventilblock, respektive die Ventilbloecke als schuldig erachtet und standen zum Tausch an.
Kosten fuer BEIDE Bloecke im Jahr 2020 sind exakt 3244,80 netto, also 1622,40 pro Stueck netto.
Dazu kommen Oelfilter fuer 35,33 netto und Oel fuer 295,08 netto fuer die anschliessende Neubefuellung/Spuelung.
Kleinteile sind witzigerweise mit integriert, weiss nicht ob das ob des gigantischen Preises Kulanz war.
Die Arbeit fuer den Wechsel beider Bloecke ist mit knapp 931,26 noch recht gut, vor allem muss man hier bedenken, das da AMG-AWs gelten, da kostet die Stunde knappe 135,- netto (ja 'nuff said 😉).
Da nach dem Tausch beider Bloecke festgestellt wurde, dass das Fahrzeug nach wie vor schief stand und unsinnige Werte zu erreichen versuchte, musste das Fahrwerk neu kalibriert werden. Dafuer sind laut MB 3h drauf gegangen. Die sind von den 931,26 also abzuziehen, wenn das Fahrwerk vorher gut war. Beim S65 wurde allerdings vorher schon Mist gebaut und einfach alles - wie wuerde man in der IT-Welt sagen - zerschossen von Unwissenden Werkstaetten.
Dazu kamen dann noch 3 Hochdruckleitungen HA, weil die ebenfalls kaputt gebastelt wurden, Kosten hier insgesamt 291,20 plus 2h Arbeit da die HA gesenkt werden musste.
Soooo... die Rechnung am Ende kann jeder selbst machen, netto waren es dann knappe 5000,- nur fuer die Arbeiten. Waere noch die Pumpe dabei gewesen und 4 Federbeine sind es knappe 12000,- netto. Alles natuerlich AMG-zertifizierte Fachwerkstatt (Hauptniederlassung), die auch eben die 135 Euro berechnen. Teilepreise bleiben gleich.
Ich hatte jetzt Glueck und bei mir war alles fein mit dem Wechsel, seither faehrt das Fahrwerk wieder wie am ersten Tag (oder vor dem Beginn der katastrophalen Massnahmen) und bleibt auch wieder nach 3 Wochen da stehen wo es hingehoert. Da bewegt sich nichts um KEINEN Millimeter (nur um mit dem Irrglauben es duerfe/koennen sich ja absenken auch mal aufzuraeumen - nein tut und darf es nicht, wenn alles im Topzustand ist).
Ob sich der Aufwand fuer jedes Fahrzeug lohnt muss jeder selbst beurteilen. Beim S65 ist es eine Investition in den Klassikzustand und der Seltenheit geschuldet, zumal ich das aufgrund des aktiven Gerichtsverfahrens wohl nicht selber bezahlen muss (oder nur gewissen Prozentsatz). Ich haette es aber generell gemacht, hilft ja nicht. Fuer einen Standard-W220/C215 muss man sich wirklich gut ueberlegen obs lohnt. Im Hinblick darauf, dass der AMG auch zwei Kaufangebote bekommen hat allein im Standzeitraum Werkstatt sag ich mal ja. 😁 So oft wie die Baureihe verschrien wird, so beliebt ist sie im 1A-Zustand.
Es waere auch nur der Wechsel eines BLockes wirklich noetig gewesen (der an der VA), aber aufgrund der Langzeitauswirkungen sinds beide geworden.
Noch was zu den Auswirkungen - aufgrund des Gerichtsgutachtens wurden beim Wechsel zwei Oelproben genommen - einmal eine aus dem Behaelter, und einmal (zweimal) eine aus den Bloecken direkt.
Das aus dem Behaelter sah ziemlich gut aus, war ja auch nagelneu an sich (hinter dem Filter). Das Oel aus den Bloecken, vor allem dem der VA, war eine Katastrophe. Natuerlich macht das Absinken des Fahrzeugs technisch erstmal nichts, es faehrt ja wieder hoch und sofern das Fahrzeug nicht generell schief ist wie bei mir aufgrund falscher Werte, ist da auch nichts zu sagen. Bewege ich aber so ein Fahrzeug dauerhaft wird der ganze Mist der hier gut sichtbar war mindestens auf einer Seite durch die Bloecke und die Daempfer gedrueckt. Hat man Glueck und es kommt irgendwo aus dem mittleren Bereich des Systems bleibvt auch die Pumpe davon zumeist unbehelligt, ausser ich lass das System jahrelang so und der Filter geht irgendwann seiner Arbeit nicht mehr nach. Dennoch gehen die Bloecke, die Leitungen UND die Daempfer sporadisch mit jeder Fahrt kaputt.
Rechnet man das hoch kommt auf die Nutzungszeit der Jahre alles nacheinander, erst die Bloecke, dann ein Bein, dann das naechste, dann eine Leitung und am Ende wenn gar nichts gemacht wurde eben die Pumpe und die restlichen Beine/Ventilsitze.
Das nur dazu, wie das System wirklich kaputt geht und das kann man sehr gut betrachten. Und das auch dazu, dass das System so empfindlich und problematisch waere. Ist es aber nur bei miserabler Wartung.
So rate ich jedem, der sich im 600er oder AMG das Fahrwerk holt, jenes sofort, wie das Motoroel und heute Getriebe ja auch, zu wechseln. Das allerdings auch nur bei einer wirklichen MB-gefuehrten Hauptniederlassung mit Erfahrung (bitte, bitte fragt danach wie oft das gemacht wird Monatlich und lasst es beim kleinsten Zweifel bleiben!!) und nicht die kleine MB-Vertragswerkstatt um die Ecke. Klingt tragisch, aber meine jetzt fast zwei Jahre waehrende Odyssee wuensche ich niemandem.
Dazu berichte ich sicherlich wie schon mal angekuendigt auch noch, aber erst wenn alles abgeschlossen wurde. Dank Corona dauert das noch ein wenig. 🙂
Bei Fragen gerne Fragen, Erfahrungen hat natuerlich jeder ABC-Besitzer, aber das ist meine aus dem Bereich "Wenn Geld keine Rolle spielt oder der Liebhaber zugeschlagen hat". 😁
Ach so - ich betone 2020 immer - die Preise sind in 2020 um gut 8% gestiegen, sowohl Lohn als auch Material.
71 Antworten
Wenn das Öl sauber ist kannst hoch und runter fahren wie Dir ist. Es wird nicht schaden. Das ABC arbeitet in Normalmodus eigentlich genug. Da muss man das hoch oder runter fahren gar nicht machen. Im Sportmodus werden die Teile natürlich stärker beansprucht. Wenn nicht nötig würde ich es aus machen. Nervt ja eh auf Dauer. Fühlt sich dann an wie ein schwerer Porsche. Frisches Öl und Filter rein, und sich freuen.
Ne der Verschleiß steigt damit gar nicht. Beansprucht wird auch nicht mehr. Es wird beim normalen ABC lediglich die Kennlinie der Dämpfer verändert um Seitenbewegung zu verhindern. Also das oben beschriebene Brett in der Kurve. Anders als die Airmatic wird da nix härter. Bewege ich also das Auto dann nicht auf einmal total kontrolllos wie einen verkappte Supersportwagen sollte nichts passieren oder schneller kaputt gehen. Im Gegenteil, bei starkem Wind kann das sehr angenehm sein, hatte der VorMOPF doch noch keinen Seitenwindausgleich.
Beim AMG sind andere Dämpfer verbaut, die naturgemäß härter sind, sich stärker dagegen stemmen und absinken mit der Kennlinie (ähnlich Airmatic).
Ansonsten wie schon oben geschrieben ist das System brilliant und eigentlich total unproblematisch. Hoch und runter fahren sagte @C215 schon ist unnötig. Arbeitet genug im Betrieb.
Allein das ist z.B. gegenüber der Airmatic so angenehm. Da dauert anheben eine gefühlte Ewigkeit wenn man ABC gewohnt ist. 😁
@E500AMG wieso muss deiner weg? Das wirste sicher bereuen in paar Jahren wenn's davon gar keine mehr gibt. 🙁
Müssen tut er nicht, aber den Gedanken habe ich eine Weile. Ist halt ein Auto, wo immer etwas zu reparieren sein wird. Manchmal habe ich schon Angstgedanken, was ist wenn mal die Turbo's den Geist aufgeben, oder der ganze Motor. So Riesenreparaturen und dann nen 5-stelligen Betrag reinbuttern will ich nicht. Ich schwanke auch immer zwischen verkaufen und weiter fahren.
Dann sind da noch ein paar Fahrzeuge, die ich mal haben will. Mir gefällt die Corvette sehr, sie hat es mir sehr angetan. Hatte die C5 Cabrio und die C6 Z06, Letztere war auch ein super Auto, Innen wie Außen für mich perfekt, war auch sehr zufrieden mit dem Wagen. Entweder wieder eine C6, da würde mir die ZR1 gefallen, oder die C7 Z06. Wären PS-zahlenmäßig eine weitere Steigerung zum SL65 AMG 😁
Na die C8 fällt ja völlig aus der Reihe. Ist für mich keine Corvette mehr. Mal sehen ob die einschlagen kann.
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Da die Dämpfer keinen Rücklauf haben, also nur eine einzige Leitung, ist es zumindest beim Ölwechsel sehr wichtig, den Wagen hoch- und runter zu fahren. Nur so kommt frisches Öl in die Dämpfer, aber auch damit bekommt man das alte Öl nicht vollständig heraus. Im Alltag sollte man ab und zu hoch- und runter fahren, um das Öl zu vermischen. Nach dem Motorstart mind. 2 Minuten warten, ehe eine Taste gedrückt wird.
Bei meinem 215.374 (CL 55 AMG) war das Öl derart schwarz und verbraucht, dass ich die o.g. Methode nicht angewandt habe. Hier habe ich sämtliche Teile des ABC-Fahrwerks ausgebaut und gespült. Das Pentosin altert. Es hat also nicht nur mit der Laufleistung zu tun. Der beschriebene CL hatte beim Kauf gerade einmal 70.000 km auf der Uhr und stammt aus dem Jahr 2004.
Die von mir angesprochene Firma hat mehrere Fahrzeuge mit ABC Fahrwerk laufen, meist AMG.
Auch Neuwagen sind dabei, wo sie regelmäßig das Öl ziehen und analysieren, um den Verschleiß/'Alterung zu dokumentieren.
Wollt mir vor Jahren mal einen CL holen und da hat mir der Chef dann dargelegt, dass das ABC in keinster Weise Wartungsfrei ist. Genauso wenig wie die Automatik Getriebe, was die Hersteller immer noch publizieren. Lediglich bei den DSG Getrieben sind sie davon abgewichen.
Und da ich physisch nicht mehr viel selber machen kann, ist mir das zu heiß gewesen damals.
Zitat:
@windelexpress schrieb am 1. Juni 2020 um 12:12:21 Uhr:
Und da ich physisch nicht mehr viel selber machen kann, ist mir das zu heiß gewesen damals.
Verständlich. Ich finde es daher gut, das MB z.B. den SLK im Angebot hat. Ist etwas kleiner, weniger Komfortabel, aber wenn es um ein Roadster-Feeling geht mit ordentlich Dampf, kann man zum SLK55 AMG greifen. Soll schon Umbauten geben mit dem 55er Kompressormotor, der soll ziemlich gut gehen, da kannst dann auch viele Porsche's, Ferrari's und Lambo's platt machen. Und das Ganze ohne ABC, SBC, schwere Sofasitze.
Zitat:
... in keinster Weise Wartungsfrei ist. Genauso wenig wie die Automatik Getriebe, was die Hersteller immer noch publizieren. Lediglich bei den DSG Getrieben sind sie davon abgewichen. ...
Das stimmt doch gar nicht! Bereits mit der BR 221 wurden wieder feste Wartungsintervalle respektive Tauschintervalle für das ATF eingeführt. Bei meinem Alltagsauto, einem S500 MoPf mit M278 und 722.909, wurde das ATF bereits bei ca. 65.000 km getauscht.
Jo gab's auch ab 2004 für den C219 schon und steht im Serviceheft als Extrapunkt. 🙂
Glaube das behauptet heute keiner mehr. Dafür verdienen sie viel zu gut an den Spülungen.
By the way, mein W221 Bj 2009 hat jetzt 63.000 Kilometer gelaufen, da müsste also auch das ATF getauscht werden, ja? Mein Frage: Dieses ganze Spülerei mach Tim Eckart sollte man mE nur bei vorhandenen deutlichen Problemen anwenden, sonst eher nicht. Ich kenne einige, die danach eine komplette Getriebeüberholung brauchten, obwohl bis dahin alles okay war. Es geht also darum, wie man auch das Öl aus dem Wandler herausbekommt, da dort ja genialerweise die Ablassschraube (ich kann mich nicht an die drei s gewöhnen übrigens) eingespart wurde. Also, kann mir in diesen Fragen eher blond konfigurierten Hobbyschrauber mal jemand erklären, wie man das macht?
Mache Die keine Gedanken, ab der BR 221 gibt es die Ablassschraube im Wandler wieder und ein Spülen ist hier eigentlich nicht notwendig.
Gerade weil die Ablassschraube fehlte, wurde ja das Getriebespülen erdacht. Inzwischen gibt es gute Geräte auch für den Hobbyschrauber. Ein Großteil des ATF kann eben ohne Ablassschraube im Wandler nicht abgelassen werden. Wenn man nicht spülen kann oder will, bleibt nur der Ausbau des Wandlers. Mann kann ihn dann "auf den Kopf stellen" und das Öl heraus laufen lassen.
Ich habe eben die Info bzgl. des Formschlauches bekommen. Es handelt sich um eine Ersetzung. Die neue Nummer lautet:
A 279 098 02 83 64
Seit neuestem kommt es öfter zu Ersetzungen mit der "64" am Ende. Ich habe noch keine Info, was es damit auf sich hat.
Recht weit OT: Die 221er Getriebe kann man auch ohne Eckart spülen, indem man 3x3 Liter aus dem Anschlussschlauch des Getriebeölkühlers herauslaufen lässt und immer wieder nachfüllt. Das Prozedere findet sich meines Wissens auch im WIS so wiedergegeben.
Zitat:
Ansonsten wie schon oben geschrieben ist das System brilliant und eigentlich total unproblematisch. Hoch und runter fahren sagte @C215 schon ist unnötig. Arbeitet genug im Betrieb.
Hallo zusammen.
Da schon darauf hingewiesen wurde, dass ja zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht weitere User in so einem "Leitfaden" mal nachschlagen, möchte ich auch noch ein wenig Erfahrungswerte einbringen.
Ich besitze bereits seit 1998 S-Klassen oder bevorzugt CL´s (W220 (mit und ohne MOPF), C215 (Vor-MOPF), C216 (mit und ohne MOPF) und bereits seit 2008 durchgängig meine Diva: Einen 2007-er SL 600 (Baureihe 230 MOPF 0,5).
Die meisten davon waren bzw. sind mit dem fantastischen ABS-Fahrwerk ausgestattet. Und - abgesehen von meinem 2002-er CL500 (C215 Vor-MOPF) - habe ich noch NIE Probleme damit gehabt.
Sicherlich hängt es damit zusammen, dass die Fahrzeuge ganzjährig bei ca. 20° C in einer klimatisierten Halle geparkt sind. Auch bin ich durch die Vielzahl der Fahrzeuge mit jedem einzelnen nur wenige Tausend Kilometer pro Jahr unterwegs und keiner davon ist mein Daily Driver.
Als technikbegeisteter Maschinenbau-Ing. ist mir allerdings klar, dass die beworbenen Lebenszeitfüllungen in den einzelnen Systemen nicht für ein langes Leben ausgelegt sind. So werden bei mir bei jedem Fahrzeug ca. alle fünf Jahre das ABC-Pentosin-Öl gegen frisches ausgetauscht.
In einem anderen, sehr versierten SL/R230-Forum hat einmal ein Chemiker darauf hingewiesen, dass Pentosin einer deutlichen Alterung unterliegt. Hinzu kommt, dass dieses Öl hygroskopisch sein soll, d.h. es bindet Wasser! Vermutlich kann sich jeder vorstellen, dass komprimierbares Wasser in einem Hochdruck-Ölsystem nicht vorteilhaft ist. Zudem schmiert Wasser ja bekanntlich nicht wirklich und begünstigt Korrosion an den empfindlichen ABC-Systemkomponenten.
Es hat sich bei mir herausgestellt, das auch bei ABC-Fahrzeugen die in fünf Jahren keine 10Tkm bewegt worden und immer klimatisiert geparkt waren (und quasi NIE Regen abbekommen haben) nach diesem Zeitraum das Pentosin deutliche Verfärbung und auch den bekannten Brandgeruch aufweist.
Seit ich regelmäßig das ABC-Öl tauschen lasse (und alle ca. 15 Jahre auch die ABC-Druckspeicher) habe ich keinerlei Probleme mit den Fahrwerken. Auch senkt sich keines der Fahrwerke über Monate Standzeit auch nur einen Millimeter ab.
Trotzdem versuche ich in der dunklen Jahreszeit ganz akribisch die Fahrzeuge alle vier bis sechs Wochen einmal für eine halbe Stunde zu bewegen. Hierzu lasse ich die Fahrzeuge erst einmal einige Minuten im Stand warmlaufen, dann wird der Klimakompressor und die E-Verbraucher dazu geschaltet und das Fahrzeug in den verschiedenen Modi der Automatikgetriebe ruhig und gleichmäßig in Form einer Acht auf meinem Hof gefahren. Dabei ist nicht zu vergessen den Klimakompressor nach wenigen Minuten wieder abzuschalten und dann die Heizung auf hoher Stufe laufen zu lassen. Hierdurch wird Schimmel / Bakterien durch Kondenswasser in dem Lüftungssystem verhindert.
Während meiner Runden fahre ich auch gelegentlich die verschiedenen Höhenstufen des ABC-Fahrwerks durch. Ob sinnvoll oder nicht vermag ich nicht zu beurteilen.
Dieses ganze Prozedur sieht übrigens für Außenstehende sehr amüsant aus. Insbesondere wenn diese gleich mit zwei oder gar noch mehr Fahrzeug durchgeführt wird :-)
Abschließend möchte ich noch anmerken, dass meine Diva in den 14 Jahren seit der Geburt (50Tkm Laufleistung) nicht eine einzige Reparatur benötigte (Verschleißteile außenvor).
So, ich hoffe hier niemanden mit meinen Ausführungen gelangweilt zu haben und wünsche Euch allen weiterhin viel Freude mit Euren außergewöhnlichen Fahrzeugen.