Kaufberatung 320d Bj. 2020/5 mit 190000 km?
Hallo,
ich möchte mir einen 320d kaufen.
Das Auto dem mein butget reicht hat aber bereits 190 000 km
Viele raten mir davon ab aber mit 17500 Euro bekomme ich nichts besseres.
Klar ist das Auto ein Langstreckenfahrzeug, muss es ja sein wenn es in 3 Jahren 190t drauf hat.
Laut Verkäufer (Händler) wurden alle Inspektionne in der BMW Werkstatt gemacht.
Meine frage:
Was für Kosten könnten mir hier später entstehen?
Ich bin nie BMW gefahren (immer Audi A4 mit jenseits 200t km)
Ist hier jemand der ähnliches Fahrzeug mit über 200 t km fährt?
lg Seli
34 Antworten
Die Rumpfmotoren halten ewig, alles andere geht vorher schon kaputt und beschädigt u.U. den Motor. Beim R4 die Steuerkette, ansonsten Turbolader, HDP, DPF, LMM, AGR, jede Menge Sonden und Sensoren. Das Kühlsystem geht auch eher kaputt als der Motor selbst.
Ja, ist doch klar: Ein Motor hat viele Komponenten, und die zusammen ergeben die Zuverlässigkeit. Unterscheiden muss man zwischen noch wirtschaftlich durchführbaren Reparaturen gegenüber Schäden, bei denen ein Austauschmotor in Frage kommt.
"Ewig" hält der Rumpfmotor natürlich nicht. Es gibt typischerweise Verschleiß am Kolben/Zylinder, an den Ventilen, an der Pleuel- und Kurbelwellenlagerung - um nur einige zu nennen. Das führt dann zu Problemen, wie höherer Ölverbrach, etc.. Und irgendwann gibt es eben auch einen richtigen Motorschaden. Da hilft dann nur noch eine komplette Revision des Motors, die von den Kosten her aber einem Austauschmotor gleichkommt, wenn gut gemacht.
Auf jeden Fall legt BMW die Motoren so aus, das bei 90 % der Lastprofile mindestens die mittleren Kundenerwartung erfüllt werden. Und das Wort "mindestens" ist hier wichtig, denn weniger belastete Motoren halten auch deutlich länger. 90% decken eben auch hohe Belastungen ab - nur eben nicht die extremen 10 %.
Gibt halt genügend Beispiele, wo dieser Motor weitaus länger als die 250k hält - und praktisch keine (nachlesbare), wo er die nicht packt.
Der B47 gehört schon nach dem N47-Debakel zu den guten BMW-Motorem. Obwohl gerne geunkt wird, neu ist alles mist.
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Ja, die muss es auch geben, wenn der Motor bei 90% der Lastprofile mindestens 250.000 km hält. Dazu wird die Ausfallstatistik mit definiertem Confidence Level (Konfidenzintervall: https://de.wikipedia.org/wiki/Konfidenzintervall) genutzt. Der liegt bei Zuverlässigkeitsthemen meines Wissens typischerweise bei 5 bis 20 %. Er sagt aus, wie vertrauenswürdig die statistische Aussage ist. Denn, ein unwahrscheinlicher Ausfall ist statistisch auch früher möglich, und zwar genau mit den 5 bis 20 % Wahrscheinlichkeit bei der Grundgesamtheit des Konfidenzintervalls.
OK, genug der "Klugscheißerei". Aber, ich war ganz überrascht, dass Bosch wichtige Infos hierzu auch frei zugänglich im Internet anbietet. Wer also mehr wissen will: hat hier genug Lektüre: https://assets.bosch.com/.../...g-verifizierung-und-validierung_de.pdf
... und hier gibt es alle 15 (Nr. 12 fehlt) hervorragenden Schriftenreihen von Bosch zum Herunterladen: https://www.bosch.com/.../#qualitaet-regelungen-und-standards
Hallo in die Runde,
hast Du die Möglichkeit in den Reisebordcomputer reinzuschauen. Da siehts Du auch die Durchschnittsgeschwindigkeit und Reisezeit in Stunden. Ich weiß nicht nach wie vielen Stunden sich der Bordcomputer von selbst resettet - ich verwende idiesen für Ölwechsel nach Stunden. "Je höher" die Durchschnittsgeschwindigkeit ist desto besser aber alles hat Grenzen. Über 60km/h muss es mindestens sein, besser richtig 70 oder drüber, dann weißt Du Langstrecke mit wahrscheinlich über 100km am Stück und dann ist auch der Verschleiß nicht so hoch für die ablosute KM-Leistung.
Wie sehen die Pedalgummis aus - Also Bremspedal? Wie sieht die Front aus? Windschutzscheibe schon getauscht?
Die Euro 6 Fahrzeuge versotten die AGR und Ansaugbrücke leider auch bei Teillelast sehr ordentlich. Erst ab gewisser Drehzahl und Lastzustand vom Motor ist der AGR-Wert nicht so hoch und auf der AB muss man schon meist mit 160km/h fahren damit da "nur" annehmbare 15-20% der Abgase nochmal über die Ansaugbrücke der Frischluft hinzugefügt werden. Und in der Stadt und Landstraße versotten die sowieso.
Welches Fahrprofil hast Du denn? Passt es für einen Diesel? Fährst Du überwiegend Autobahn und dann über 25km am Stück?
Wie lange möchtest du den Wagen dann fahren? Getriebeölwechsel falls Automatik - ist ein Thema für dich oder nicht?
Hatte mal einen Golf V TDI 1,9 (MKB: BLS) mit 184tkm auf der Uhr gekauft auch aus Leasing mit 60Tkm im Jahr gelaufen. Ich bin 20tkm p.a. gefahren, irgendwann kam Radlager, ABS-Steuergerät (war Rückruf meins war defekt wurde getauscht), Klimakompressor, Federn hinte da gebroche, Stoßdämpfer, mit 310tkm habe ich ihn verkauft.
Finde 17k auch zu teuer - es kommt aber auf die Ausstatung an, wenn volle Hütte - geht es und die Gefahr, dass bei einem drei und später 5 oder 6-Jährigen Wagen dann die Elektronik und die ganzen Sonderausstattung anfängt zu spinnen ist m.M.n nicht so hoch.
Falls Du den Wagen nimmst mach spätestens alle ~15tkm oder 200 Motorbetriebsstunden einen Ölwechsel. Die 30TKM - Intervalle sind nicht gut für den Motor. Kannst auch beim ersten Mal nach dem Kauf nach 5000km oder nach 50-80Stunden das Öl wechseln - ist immer gut.
Die Dieselmotoren von BMW -egal ob 4 oder 6 Ender- sind doch allgemein recht standfest. Bei guter Pflege traue ich dem B47 mindestens 500k km zu.
Ich habe mir vor kurzem selber einen gebrauchten F31 330D gekauft mit 200.000 KM BJ 2012.
Es war nachweislich ein fast auschließlich genutztes Langstreckenfahrzeug mit nachvollziehbarer Historie. Das war mir wichtig und sollte auf jeden Fall beim Kauf beachtet werden.
Kaputt gehen kann natürlich immer etwas, aber das muss man auch einfach mit einkalkulieren.
Ja klar kann man das einkalkulieren. Aber dann muss es auch vom Preis her passen. Denn, typischerweise hat man bei dem Alter und der Laufleistung einfach mehr Reparaturen. Z.B. werden viele Gummi-Teile (Dichtungen, Kautschukteile am Fahrwerk, etc.) spröde, und werden undicht oder reißen. Auch kam man bereits Rostprobleme bekommen, insbesondere bei früheren, gerichteten Unfallschäden, etc.
Der Motorblock hält typischerweise bei 90 % der Lastprofile beim Sechszylinder mindestens 300.000 km. Bei pfleglicher Fahrweise geht auch deutlich mehr. Aber, weiß man es bei einem Gebrauchten?
Daher meine Rechenweise: Erwartete Restlaufzeit bei 200.000 km wären nochmals 100.000 km, also nur noch ein Drittel. Und da man kein Neufahrzeug fährt, sondern ein schon älteres und auch reparaturanfälligeres Gebrauchtfahrzeug, sollte der Kaufpreis etwa ein Sechstel des Neupreises sein, zumindest aber sehr deutlich weniger als ein Drittel. Sonst macht es kaufmännisch mehr Sinn, ein Neufahrzeug zu kaufen (mit üblichem Rabatt), und dafür eher einen Kredit aufzunehmen - dann natürlich mit Vollkasko zur Absicherung. Mit dem Auto kann man dann wirklich viele Jahre fahren, und das sogar mit drei Jahren Garantie.
Mein aktueller 430d hat mit 2 1/2 Jahren und 60.000 km deutlich weniger als die Hälfte des Neupreises gekostet. Das war OK.
Also hätte ich mir statt meinem 3,5 jährigen mit 168.000 km für um die 19k lieber einen Neuwagen kaufen sollen?
Ok….
Muss man auch diesmal nicht so ganz verstehen. Man zahlt ja deutlich weniger mit moderaten Risiko im Gegensatz zum Neuwagen, der kaufmännisch wohl als Privater kaum Sinn ergibt…
Du kannst ja ganz einfach nachrechnen: Zu erwartende Restlaufleistung gegenüber schon genutzter Laufleistung. Und bei 3,5 Jahren sieht das auch wieder anders aus, weil da zumindest die Alterung von z.B. Gummiteilen noch nicht so zuschlägt. Und dann kann man auch bei pfleglicher Fahrweise hoffen, die 300.000 km deutlich überschreiten zu können. Das ist möglich, aber eben nicht sicher, erstens wegen der Streuung der Motoren und zweitens wegen der Fahrweise der Vorbesitzer - mal eine einwandfreie Wartung vorausgesetzt. Aber auch hier empfehlen viele im Forum sowie auch mein BMW-Händler, dass man alle 10.000 km das Öl wechseln sollte, also nicht 20.000 nach Wartungsplan mit "Longlife"-Öl.
Kurz: Es gibt viele Aspekte, und man kann gerade bei einem Gebrauchten immer Glück oder Pech haben. Ich persönlich kaufe auch immer Gebrauchte, aber mit deutlich weniger als 100.000 km. Dafür hat meiner dann auch 32.000 Euro gekostet, sollte aber echt noch sehr lange halten. Vielleicht hält er doppelt so lange wie deiner mit 168.000 km? Aber er hat eben nicht das Doppelte gekostet. Genau das meine ich.
Kaufmännisch am günstigsten sind übrigens in der Regel Gebrauchte mit wenigen Jahren (2 - 3) und nicht so vielen Kilometern (unter 100.000). Aber, ich will hier niemanden belehren. Am Ende muss das sowieso jeder für sich entscheiden. Und es ist ja auch der Spaß-Faktor dabei - gerade bei BMW.
Sind mir zu viele Annahmen und Hoffnungen, die Du da beschreibst 😉
Ich kauf ein Auto, wenn der Preis, Ausstattung und der technische Zustand mir passen. KM sind mir persönlich einfach völlig wurscht, weil die gar nix aussagen - ich sogar Autos bevorzuge, die mehr KM in weniger Zeit gefahren sind.
Ich kann allerdings selbst schrauben, daher habe ich nie die Kosten, die man mit einer Werkstatt kalkulieren müsste.
Das ist nur etwas kaufmännische Betrachtung mit Abschreibung, etc.
Aber wie gesagt will ich niemandem etwas aufschwatzen, und finde das bei dir völlig in Ordnung. Kilometer sind aber nun nicht ganz wurscht, weil die Hersteller die Komponenten schon auf eine gewisse Laufleistung auslegen. OK, und die kann deutlich länger sein, wenn der Vorbesitzer gut mit dem Auto umgegangen ist. Aber weiß man es?
Also, ich würde mal sagen, du hast damit bisher gute Erfahrungen gemacht. Passt für mich.
Zitat:
@Lexmaul23 schrieb am 23. Februar 2024 um 06:21:15 Uhr:
- ich sogar Autos bevorzuge, die mehr KM in weniger Zeit gefahren sind.
Genau, und da bin 100% bei dir.
Ich würde auch keine Bedenken haben wenn das auto 3 Jahre alt ist und knapp über 160.0000km hat, im Gegenteil, ich würde ihn lieber vorziehen als einen 12 Jahre alten mit 100.000km der im Vergleich mehr kurzstrecken gesehen hat als der 3jährige mit knapp über 160.000km. Und wir reden vom Diesel der mit AGR, Drallklappen verkokung, und PDF mehr last zu tragen hat als ein Benziner. Klar kann auch ein Benziner stark verkoken, aber der Diesel leidet eben mehr bei kurzstrecken.