Heute schon geärgert? Hybrid+ADAC
Hallo zusammen,
da war heute ein schöner Test über den Prius2 in der ADAC-Zeitung - 90000km ohne Probleme, hat mich nicht sehr verwundert, ich fahre ja mit einer solchen Kiste durch die Lande und kann die Ergebnisse nur bestätigen. Dann aber S.36 - "den Japanern nicht hinterherlaufen" - ein Prof.Dr. Indra zum Hybridantrieb. Der gute Mann liefert einige "Statements" zur Hybridtechnik ab, die einen dann doch "frösteln" lassen, wollte der ADAC den Nicht-Hybridfahrern doch ein paar Schlagworte liefern, die Finger von dieser unbrauchbaren Technik zu lassen?
Zitat:"Den Hybridantrieb als Wunderwaffe zur Lösung aller Umweltprobleme zu sehen, ist eine gute PR-Idee."
Hallo, wer sagt denn sowas?
"Hybridantriebe sind eine Vergewaltigung der Physik"
Etwas weiter oben im Aufsatz erklärt uns der Professor die Rekuperation bei schweren Fahrzeugen - "dabei spart man wegen häufigem Bremsen(Energiegewinnung) nicht nur viel Sprit, sondern schont auch die Bremsen". Vergewaltigung der Physik? Habe ich diesen Spruch nicht schon mal von einem Vorstandsmitglied einer großen Automobilfirma gehört, die jetzt den Hybridantrieb in China(?) erproben möchte?
Und so gehts weiter, immer weiter. Ganz besonders witzig" in den USA wollen Hybrid-Besitzer ihre Autos wieder zurückgeben, weil die angegebenen Verbrauchseinsparungen nicht eingetreten sind", wieso bloß verkaufen die dann soviele davon in den USA, sind das alles Trottel, gibts keinen Verbraucherschutz in den USA? Ich habe jetzt keine Lust, den ganzen Aufsatz abzutippen, wer die ADAC-Zeitung hat, kann das ja nachlesen, aber die Schlußbemerkung gefällt mir besonders gut, den Toyota Prius seiner Antriebstechnik berauben und dann wieder Motor und Getriebe einbauen, die nach modernster Technik aufgebaut sind (steht alles zur Verfügung) und - voila - dann braucht man die Hybridtechnik (alles bloß PR) nicht mehr. Also wieder mal ein "Ankündigungsweltmeister" bei der Arbeit, kein (winziges) Wörtchen über CO2, Abgase etc., aber von einem Professor, dessen "Hobby" mit Rennmotoren und Rennfahrzeuge angegeben wird, kann ich wohl leider nicht mehr erwarten. Schade, etwas mehr Argumente und weniger "Statements" hätten mir besser gefallen. Grüße Harry
(Trotz Physik ein Verbrauch von 4,9l/100km - geringster Verbrauch bei einer Autobahnfahrt (4,5l/100km) mit 130/140 km/h über die Schwäbische Alb hin und zurück)
248 Antworten
Hybrid u. Motoroptimierung: kein Widerspruch!
Kommen wir mal weg vom Gebirge und einigen wir uns auf "stark wechselnde Fahrprofile". Die kann man auf unterschiedlichen Terrains erzielen, z.B. in städtischen Ballungsräumen oder dort, wo's viel rauf und runter geht. Dort ist der Hybrid qua Prinzip im Vorteil, woanders eher weniger.
@TomS:
Civic IMA und Berlingo sind gut vergleichbar, da Gewicht, Hubraum und Leistung fast gleich sind (gut, der IMA hat 8 PS mehr als die 75 PS des Berlingo, aber egal). Außerdem haben beide Handschaltung.
Verbrauchsvergleich (nach ECE-Norm):
Stadt: IMA 6,0; Berlingo 9,6
Land: IMA 4,3; Berlingo 6,2
Mix: IMA 4,9; Berlingo 7,4
Die 6 Liter des Berlingo dürften überwiegend außerhalb des Stadtverkehrs bei sehr gleichmäßiger Fahrweise erzielt worden sein. Da du ein versierter Fahrer bist, hast du den ECE-Wert von 6,2 Liter sogar unterboten. Respekt!
Dort, wo man überwiegend bei gleich bleibender Teillast fahren kann, wird einem der Hybridantrieb nicht annähernd so viel bringen wie bei stark wechselnden Fahrprofilen, da stimme ich euch zu. Wenn man auf solchen Strecken unterwegs ist, lassen sich mit ALLEN Fahrzeugantrieben gute bis sehr gute Verbräuche erzielen. Es wird dann ja nur ein Bruchteil der Fahrzeugleistung abgerufen.
Der Überland-ECE-Verbrauch des Civic IMA von 4,3 Liter zeigt aber auch, dass hier noch ein deutlicher Verbrauchsabstand zu konventionellen Antrieben klafft. Würde "Spater Abend" seinen IMA nicht mit 5,0 Liter "rauf und runter" im Mittelgebirge bewegen, sondern mit gleich bleibender Leistungsanforderung als Flachlandtiroler, so würde er sicher auch in die Nähe der 4,3 Liter des ECE-Verbrauchs kommen. Und damit wäre der Abstand zum Berlingo fast 2 Liter.
Ich gebe aber gerne zu, dass der Verbrauchsvorteil beim Hybriden z.T. durch motoroptimierende Maßnahmen erzielt wurde, die unmittelbar nix mit Hybrid zu tun haben. So hat der IMA-Motor z.B. einen Magermixmotor und besonders geglättete Zylinderlaufbahnen. Beim Accord IMA ist es z.B. die Zylinderabschaltung, die bei Teillast den Verbrauchsvorteil bringt.
Und da sind wir wieder bei Prof. Indra, der genau solche optimierten Motoren fordert. Das ist aber keineswegs ein Widerspruch zum Hybridprinzip, sondern ergänzt sich damit ganz prächtig. Man kann eben auch das eine tun, OHNE das andere zu lassen. Hybridantrieb und Motoroptimierung schließen sich mitnichten aus.
Re: Hybrid u. Motoroptimierung: kein Widerspruch!
Zitat:
Original geschrieben von gs-hybrid
Civic IMA und Berlingo sind gut vergleichbar, da Gewicht, Hubraum und Leistung fast gleich sind (gut, der IMA hat 8 PS mehr als die 75 PS des Berlingo, aber egal). Außerdem haben beide Handschaltung.
...
Der Überland-ECE-Verbrauch des Civic IMA von 4,3 Liter zeigt aber auch, dass hier noch ein deutlicher Verbrauchsabstand zu konventionellen Antrieben klafft.
Der Berli hat 2.63m^2 Stirnfläche und einen cw-Wert von 0.37.
Außerdem ein Getriebe, das bei 130km/h schon 4125 U/min erfordert (gut, bei 150km/h ist eh Schluß).
Civic Ima: etwa 2m^2 und 0.28, 3112 U/min bei 130km/h (wenn ich richtig gerechnet habe).
Es ist also kein Wunder, daß der moderne Civic Ima wesentlich weniger verbraucht als der alte "unförmige" Berlingo.
Zudem ist der Preisunterschied beachtlich, der Berlingo ist hier für 8990 Euro zu haben (kein Re-Import).
Der Astra H 1.4 wäre schon eher vergleichbar. Braucht 5.2 Liter Überland. Cw-Wert aber auch hier bescheidene 0.32.
Wenn man nun den Astra mit einem langen Getriebe ausstatten würde und mehr auf Aerodynamik optimieren, so bleibt als eigentlicher Vorteil für die Hybridtechnologie des Ima vielleicht ein halber Liter übrig.
Ein Beispiel für eine kostengünstige Eco-Optimierung gab es beim Astra G Eco 4. Mit cw-Wert=0.28 statt 0.31, 15% längerem Getriebe und etwas schmäleren Eco-Reifen sank der Normverbrauch von 4.8 auf 4.4 Liter Diesel.
Drum behaupte ich mal, daß sich 10% Verbrauchseinsparung auch ohne Hexerei erzielen lassen.
Jetzt wird aber der Schwarze Peter hin- und her geschoben. Die Hersteller sagen, daß der Kunde die Eco-Modelle eh nicht genug kauft und der Kunde verweist darauf, daß die Eco-Modelle alle irgendwo einen Pferdefuß haben wie z.B. nicht umklappbare Rücksitzbank, keine Winterreifen erhältlich, teure Aufpreispolitik etc.
MfG
Thomas
Schon klar, dass der Berlingo nur eingeschränkt mit dem Civic IMA vergleichbar ist, allein schon, weil er den Luftwiderstand eines (abgerundeten) Ziegelsteins hat. Sieht man ja auch an der Vmax von 150 km/h (IMA 177 km/h).
An der Beschleunigung von 0 auf 100 in 17,4 sec. (IMA 12,6) sieht man allerdings auch, dass die Unterstützung des E-Motors beim IMA schon Einiges bringt. Gewicht ist ja praktisch gleich mit Berlingo und der IMA hat nur 8 PS mehr.
Aber ich denke, die beiden Fahrzeuge sind so unterschiedlich in ihrer Charakteristik, ihrer Ausstattung und ihrem Transportzweck, dass niemand ernsthaft zwischen ihnen auswählen würde. Insofern greift auch der Preisvergleich nicht wirklich.
Mag sein, dass du mit einer Optimierung des Benziner-Astra den Überland-Verbrauch (und nur den!) unter 5 Liter kriegen könntest. An einer langen Getriebeübersetzung hat sich schon so mancher Hersteller versucht. Sie senkt zwar den Verbrauch, aber macht die Karre lahm. Hatte mal so ein Fahrzeug, einen Honda Civic 1.5 LS mit einem gaaanz langen 5. Gang. Und wenn man an jeder Steigung in den 4. Gang zurückschalten muss, macht das nicht wirklich Spaß und erhöht wieder nur den Verbrauch.
Alle Optimierungsmethoden im Motoren- oder Karosseriebereich schließen NICHT a priori eine Hybridisierung aus. Diese wirkt ergänzend und kann z.B. auch Nachteile konventioneller Antriebe ausbügeln, z.B. bei langer Übersetzung zusätzliches Drehmoment liefern.
Ob sich Hybridisierung im Einzelfall "rechnet", hängt vom persönlichen Fahrprofil ab. Wer etwa überwiegend im Teillastbetrieb über Land unterwegs ist, wird vermutlich eher auf den Hybridantrieb verzichten.
Wer aber überwiegend mit stark variablen Fahrprofilen in städtischen Ballungsräumen und/oder in Gebieten mit hügeliger Topographie unterwegs ist, sollte über Hybrid verschärft nachdenken. Das Modellangebot wird sich in den nächsten Jahren bestimmt deutlich verbessern ...
Ich habe jetzt nur den die ersten Seiten des Threads gelesen.
Also sorry falls ich jetzt was wiederhole wiederhole.
Aus Ingenieruskreisen weiß ich, dass Opel schon vor Jahren Hybridantrieb fast serienreif hatte, dies aber von der Führungsetage abgeblasen wurde. Kann es vielleicht zufällig sein, dass dieser Herr Professor aus der ADAC-Motorwelt damals Motorenchef war und nun irgendwie seinen Frust verarbeitet???
Schön und gut, wenn Ihr alle so umweltbewußt Diesel fahrt.
In den USA hat es bisher kein einziger deutscher Herrsteller geschaft die kalifornischen Abgasnormen mit nem Diesel zu erfüllen.
Selbst bei den Benzinern müssen sie oft noch nen zweiten Kat einbauen, um sie zu erfüllen, z.B.Mercedes bei der E-Klase.
Ganz von VW zu schweigen die in einem anderen Staat ( weiß nich mehr wo, aber stand in verschiedenn Zeitschriften und soagr im Wirtschaftsteil, glaube ich) bei der versuchten Zulassung mit dem TDI kläglich gescheitert war.
Daran hätte auch ein Dieselfilter nichts geändert, weil es nicht nur an den Rußpartikeln lag.
Ach ja, bei den bösen umweltverschmtzenden Amis habe ich in 3 Monaten Kalifornien übrigens keine rußenden LKW gesehen. Hab mir sagen lassen, dass die schon seit Jahren mit Partkelfilter fahren.
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Zitat:
Original geschrieben von Mainzelmann30
Ach ja, bei den bösen umweltverschmtzenden Amis habe ich in 3 Monaten Kalifornien übrigens keine rußenden LKW gesehen. Hab mir sagen lassen, dass die schon seit Jahren mit Partkelfilter fahren.
Fahren die überhaupt überwiegend mit (LKW) Diesel??
Moin,
Mainzelmann ... Ich weiß nicht, von wann deine Infos stammen, aber die sind schon vergleichsweise alt. Das stimmte als man in Europa noch die Euro 2 Norm hatte. Mittlerweile ist es so, das die so hochgelobte "Kaliforniennorm" nur noch auf dem Papier sauberer ist, als die Euro4 Norm. Denn die Kaliforniennorm verzichtet auf den für die Euro4 Norm vorgeschriebenen -20°C Lauf. Die Autos sind also nicht "dreckiger" als kalifornische Fahrzeuge, sondern bewegen sich auf einem ziemlich gleichen Level. Nicht umsonst war es z.B. möglich ein ULEV2 (Ultra Low Emission Vehicle) Fahrzeug problemlos in die Euro 3 oder D4 Norm einzuschlüsseln. Für Euro 4 bekommen die US Fahrzeuge hier meist einen motornahen Kat verpasst, der dafür sorge trägt, das sie die Euro4 Norm im Kaltlauf packen (Ist z.B. bei der Corvette so, laut Aussage eines GM Mitarbeiters auf der IAA). Das sind halt kleine Tricks, welche alle Hersteller (Auch die Europäer in den USA) verwenden um eben die einzelnen speziellen Eigenheiten der Abgasnormen zu erfüllen. Denn die Vorschriften, wie gemessen wird ... sind ja nicht überall gleich ... und nicht zu vergessen ist ... das in den USA in einigen Fällen sogar der Verbrauch mit reingenommen wird (Deshalb gab es vom letzten S500 für Kalifornien eine Variante mit 299, statt 306 PS, welche über Zylinderabschaltung verfügte um den Verbrauch um 1.2 Liter im EPA-Zyklus zu senken, auch die neue 7-Gang-Automatik zielt genau darauf ab). Das ist z.B. der Grund, warum auch viele US Fahrzeuge in Kalifornien nicht Erstzulassungsfähig sind.
Und die Diesel aus Europa scheitern nicht grundsätzlich an den Abgasgesetzen, sondern sie scheitern an der schlechten Qualität des Diesels in den USA, der einen sehr hohen Schwefelgehalt hat. Das sorgt in der Folge dafür, das die Verbrennung schlechter ist als mit europäischem Diesel, das die verbauten Oxikats nicht mehr ihre volle Wirkung entfalten können (Schwefel ist Katgift!) und so in der Folge die Abgaswerte zu hoch sind. Das ist aber nicht die Schuld der Motoren, sondern des Kraftstoffes. Da hast du für mein dafürhalten Ursache und Wirkung vertauscht. Und du wirst lachen, im Rahmen des ersten Dieselbooms in den USA Anfang bis etwa Mitte der 80er Jahre, wurde von Mercedes-Benz der 3 Liter Turbodiesel bereits mit Partikelfilter ausgeliefert. Das war mit der damaligen Technologie (Kammerdiesel) durchaus möglich. Das war z.B. der Grund, weshalb Mercedes Benz vergleichsweise LANGE am Kammerdiesel festhielt und die TDI Technik nicht annahm, und noch sehr lange neben den Common Rail Dieseln die klassischen Kammerdiesel im Programm hatte. Erst durch die Verschärfung der US-Normen im Bereich Stickoxide sorgten dafür dass diese Technik nicht mehr möglich war. Die neueren Dieseltechnologien TDI und CR produzieren jedoch Partikel, die deutlich kleiner sind als die Partikel der Kammerdiesel (Grund dafür ist das Verbrennungsprofil und die Tröpfchenbildung) und diese können mit den ALTEN Partikelfiltern nicht merh rausgefischt werden, das heißt ... diese Partikel würden durch die Filter der alten Diesel einfach so durchsausen.
Das ist gar nicht so tragisch, wie es hingestellt wird, oder wie man es aus den Medien manchmal verstehen kann.
MFG Kester
Zitat:
Original geschrieben von gs-hybrid
An einer langen Getriebeübersetzung hat sich schon so mancher Hersteller versucht. Sie senkt zwar den Verbrauch, aber macht die Karre lahm.
7 statt wie bisher 5 Gänge oder ein Zwischengetriebe als Overdrive würden die Sache erledigen. Ich habe schon öfters instinktiv versucht, vom 5. aus weiter hochzuschalten. 😉
Allerdings würde der ADAC wieder meckern, daß das Getriebe zu lang sei. Er verlangt, daß Autos im höchsten Gang jeden Berg hochkommen können. Warum, ist mir ein Rätsel.
Als wir zu Zeiten von Prinz, Ente, Käfer oder Kadett nur 30-50 PS zur Verfügung hatten, war zurückschalten auch kein Fremdwort, wurde sogar in Fahrschulen gelehrt.
Brummifahrer oder unzählige Radler können das immer noch. Aber die typische ADAC Klientel wohl nicht mehr.
MfG
Thomas
Zitat:
Original geschrieben von Rotherbach
...Widerverkaufswert...
...wie sieht es aus, wenn das Auto 7 oder 8 Jahre alt ist ... und die potentiellen Käufer Bedenken wegen der aufwändigen Technik bekommen ? Der Preis kann dann ins Bodenlose sinken. Nimm als Beispiel z.B. den letzten 8er BMW.
... Und gerade in der heutigen Zeit ... wo die Elektronik das Schreckgespenst schlechthin im Auto ist ...
Hier werden mal wieder Äpfel mit Birnen verglichen und alte, hirnrissige Vorurteile aufgewärmt.
Elektronik ist nur dann ein Problem, wenn sie fehldimensioniert oder schlampig verarbeitet ist. Ansonsten arbeitet Elektronik (im Gegensatz zu mechanischen Komponenten) völlig verschleissfrei!
Die meisten "elektronischen" Probleme sind übrigens beim genaueren Betrachten rein mechanische Probleme:
- Korrodierte Steckverbinder
- zerriebene Kabel-Isolationen
Sowas würde auch passieren wenn man die gleiche Funktionalität ohne Elektronik baut.
Solche Probleme kommen immer nur dort hoch, wo die Sparfüchse den Ingenieuren massiv in's Handwerk pfuschen - und in dieser Disziplin sind die Deutschen (egal ob Häuslebauer oder Blau-Weiss-Wursteler) nun mal Weltmeister.
Die einzige Komponente, die beim Hybrid-Antribe mit einer vorhersehbaren Alterung zu einem vorhersehbaren Wertverlust führen kann ist die Batterie. Alle anderen Komponenten sind in keiner Weise störanfälliger als vergleichbare Komponenten eines "nicht-Hybriden".
Kein Mensch würde heute auf eine kennfeldgesteuerte Zündung oder eine elektronische Einspritzung oder ein ABS verzichten weil die dazugehörigen Steuergeräte "Schreckgespenster" wären! Völliger Unfug!
Und ich würde meinen Arsch darauf verwetten, dass die Leistungselektronik des Hybrid-Antriebs in keiner Weise störanfälliger oder unzuverlässiger ist als alle die o.g. Komponenten - von welchen im Übrigen die meisten Fahrzeughalter garnichts wissen, weil sie zuverlässiger sind als jedes beliebige Teil des Motors.
Besonders makaber erscheint mir die Zuverlässigkeits-Diskussion im Vergleich zum modernen Diesel!
Wenn wir mal kurz darüber nachdenken, dass turbogeladene Benzin-Motoren in den letzten Jahren ein Nieschen-Dasein führen, weil Turbolader einfach Verschleissteil Nummer 1 sind und weil die hohen Ladedrücke auch die Lebensdauer des Motors deutlich minimieren...
...dann erscheint mir die Argumentation um die Zuverlässigkeit der Hybrid-Komponenten eher wie ein Ablenkungsmanöver, um den Turbodiesel-Fahrern schon mal vorbeugend ein Trostpflästerchen zu liefern...
@stefan payne
Zitat:
Fahren die überhaupt überwiegend mit (LKW) Diesel??
Klar fahren die amerikanischen LKW mit Diesel, leider sehr dreckigem (hoher Schwefelgehalt) -- die Grenze zwischen Diesel und nicht-Diesel faengt in den USA sagen wir mal bei mehr Gewicht an: in Europa faehrt schon kaum ein Lieferwagen oder Wohnmobil mehr mit dem teueren Benzin, in USA ist das anders; Wohnmobile mit 30 Litern Verbrauch auf 100km sind standardmaessig Benziner.
Warum?
dazu auch @ rotherbach
Zitat:
Und die Diesel aus Europa scheitern nicht grundsätzlich an den Abgasgesetzen, sondern sie scheitern an der schlechten Qualität des Diesels in den USA, der einen sehr hohen Schwefelgehalt hat.
Das ist leider nicht der einzige Grund und v.a. nicht der Hauptgrund. In den USA ist Diesel gesellschaftlich nicht akzeptiert, es gibt nicht nur ausschliesslich schlechten Diesel, sondern v.a. auch wenige Tankstellen, die ueberhaupt Diesel anbieten. In manchen Gegenden muss man zum Diesel Zapfen an den Truck Stop fahren. Wer schon mal versucht hat einen Jetta TDI mit einer riesigen LKW-Zapfpistole und astronomischen Durchflussmengen zu betanken, der wird es sich sehr ueberlegen, ein Dieselfahrzeug anzuschaffen.
So lange Benzin so billig ist, wird sich das in den USA sicher nicht aendern, ganz abgesehen von den Diesel-Dreck-Huerden. Ich bin haeufig in USA und kann ueber die Benzinpreisdiskussion nur gequaelt lachen, gerade heute ist der niedrigste Preis fuer eine Gallone wieder 1,78 dollar (ca. 1,50 Euro fuer ca. 4 Liter Benzin), der Durschschnittspreis in den USA bei 2,31 taler, also ueber den Daumen nicht mal 50 Eurocent fuer den Liter Sprit.
http://www.gaspricewatch.com/new/
Nachdem sich also der Diesel in den USA nicht in absehbarer Zeit durchsetzen wird, ist eine Technik, die zu weniger Benzin-Verbrauch fuehrt, sicher begruessenswert.
Gruss
M
Zitat:
Original geschrieben von Me@RX300
Elektronik ist nur dann ein Problem, wenn sie fehldimensioniert oder schlampig verarbeitet ist. Ansonsten arbeitet Elektronik (im Gegensatz zu mechanischen Komponenten) völlig verschleissfrei!
War da nicht mal was mit der so genannten "Alterung" von elektronischen Bauteilen? Die sind in ihrem Inneren doch auch chemisch bedingten Alterungsprozessen unterworfen. Außerdem haben wir es im Motorraum ja bekanntlich mit einer sehr aggressiven Umgebung zu tun (Hitze, Vibrationen). Elektronik ist ja nun mal in "mechanischer" Form materialisiert und damit diesen Einflüssen unterworfen.
Zitat:
Die einzige Komponente, die beim Hybrid-Antribe mit einer vorhersehbaren Alterung zu einem vorhersehbaren Wertverlust führen kann ist die Batterie. Alle anderen Komponenten sind in keiner Weise störanfälliger als vergleichbare Komponenten eines "nicht-Hybriden".
Na ja, da könnt ich mir z.B. vorstellen, dass auch der Inverter verschärft betroffen ist, weil er ständig hohe Ströme hin und her wandeln muss. Muss daher ja auch eigens gekühlt werden.
Nicht dass wir uns falsch verstehen: Meine bisherigen Prius-Erfahrungen auf >90.000 km zeigen noch nicht einmal ansatzweise irgendwelche Ausfallerscheinungen bei der Elektronik. Aber das muss ja nicht ewig so bleiben - langjährige Hybridgarantie hin und her ...
Zitat:
Original geschrieben von markusb42
@stefan payne
So lange Benzin so billig ist, wird sich das in den USA sicher nicht aendern, ganz abgesehen von den Diesel-Dreck-Huerden. Ich bin haeufig in USA und kann ueber die Benzinpreisdiskussion nur gequaelt lachen, gerade heute ist der niedrigste Preis fuer eine Gallone wieder 1,78 dollar (ca. 1,50 Euro fuer ca. 4 Liter Benzin), der Durschschnittspreis in den USA bei 2,31 taler, also ueber den Daumen nicht mal 50 Eurocent fuer den Liter Sprit.
M
Hallo,
im großen und ganzen stimme ich Dir komplett zu. Aber die Preise sind nicht ganz aktuell.
Ich bin ebenfalls des öfteren in den USA, der Preis liegt im Schnitt für 1 Gallone (übrigens 3,8 Liter) bei 2,79 - 2,99 Dollar.
Generell kann man leider nichts gegen die Verschwendung machen, denn die Leute haben kein Verständnis für "Umweltschutz". Habe dies schon mit versch. Geschäftspartnern angesprochen (Auto ist ja beliebtes Thema). Aber in der Menthalität der Amerikaner gibt es bezüglich sparsamerer Autos oder gar Umweltschutz keine Gedanken.
Es ist halt wie mit vielem bei den Leuten, es ist fast alles nur "Fassade" und oberflächlich.
Gruß
Kai
Moin,
*g* Ja ... das passt ... Ich würde mir in manchen Auto auch einen klassischen Overdrive wünschen, und wenn er wie bei einigen älteren Autos nur im 4. und 5. Gang aktivierbar ist. Das war simpel und hat extrem zuverlässig funktioniert. Und war auch bei Sportwagen ein probates Mittel, um sie langstreckentauglich zu machen.
Aber mit der ADAC Klientel *fg* Hast du vielleicht recht 😉
Zitat:
Original geschrieben von tomS
7 statt wie bisher 5 Gänge oder ein Zwischengetriebe als Overdrive würden die Sache erledigen. Ich habe schon öfters instinktiv versucht, vom 5. aus weiter hochzuschalten. 😉
Allerdings würde der ADAC wieder meckern, daß das Getriebe zu lang sei. Er verlangt, daß Autos im höchsten Gang jeden Berg hochkommen können. Warum, ist mir ein Rätsel.
Als wir zu Zeiten von Prinz, Ente, Käfer oder Kadett nur 30-50 PS zur Verfügung hatten, war zurückschalten auch kein Fremdwort, wurde sogar in Fahrschulen gelehrt.Brummifahrer oder unzählige Radler können das immer noch. Aber die typische ADAC Klientel wohl nicht mehr.
MfG
Thomas
@MeRX ... DAS IST NICHT MEINE EXPLIZITE MEINUNG ... sondern das ist die Sichtweise der potentiellen Gebrauchtwagenkäufer.
Es ist Fakt ... es gibt bei nahezu jedem Hersteller hier und da mit einzelnen Komponenten Software und Elektronikprobleme. Das macht sich bei allen Autos im Widerverkauf im Alter BEMERKBAR.
Ob sich diese VORURTEILE bestätigen, oder ob sie sich NICHT BESTÄTIGEN ... ist zuerst mal egal. Denn Alfas und Fiats ROSTEN HEUTE auch nicht mehr ... trotzdem haftet Ihnen auch noch 15 Jahre später der RUF AN besonders schnell Rost anzusetzen. Es ist unerheblich ob dem so ist (Sehr schön die Autoblöd Überschrift zum Dauertest des Punto II : Der erste der nicht mehr rostet...). Und ... solange du keine oder wenige Prius hast, die in diesem Alter sind ... kann man auch den Gegenbeweis einfach nicht antreten. Und du solltest eigentlich wissen, das Vorurteile, Befürchtungen und Ängste einen IMMENSEN EINFLUSS auf das Kaufverhalten von Menschen haben (vergl. BSE und die Einbrüche beim Verkauf von Rindfleisch, obwohl es zu dem Zeitpunkt keinen nachgewiesenen Fall in Deutschland gab). Und damit ist das für den Widerverkaufswert im Alter absolut nicht hirnrissig. Sondern ein Aspekt, den man berücksichtigen muss.
@Markus ... Das kommt sicherlich dazu. Ist aber eine Entwicklung der letzten ca. 15 Jahre. Vorher gab es durchaus einen "Dieselboom" in den USA, der dazu führte, das Mercedes z.B. die S-Klasse in den USA mit Diesel verkaufte, den es hier gar nicht gab. Heute ist für die USA ein großes Akzeptanzproblem ... das die dort angebotenen Diesel meist recht Schwach sind, im Vergleich zu den angebotenen Benzinern. Wir haben hier ja mehrere US-Bürger im Institut und diese sind überrascht, wenn sie unseren Institutswagen (BMW 530d) fahren und sagen auch, so einen Diesel würden sie sich auch Privat kaufen. Soweit Ich weiß, was bei VW bis vor kurzem nur ein 90 PS Diesel im Angebot. Damit ist man in den USA ja doch eher "untermotorisiert", was dort logischerweise auch zu Akzeptanzproblemen führt, das führt uns aber eher in eine philosophische Ecke ... und ist auch von Person zu Person unterschiedlich, ich persönlich mag ja auch keinen Diesel fahren, obwohl aus technischer Sicht wenig dagegen spricht. Aber das ist allerhöchstens ein Grund ... keine großen Anstrengungen zu unternehmen, um die Situation für Dieselfahrzeuge in den USA zu verbessern.
@hallole ... Ich glaube das ist nicht so ganz richtig. Es gibt sehr viele Amerikaner die sich auch um den Umweltschutz gedanken machen. Im Moment ist es nur so, das gerade die "oberste" Politik recht wenig davon hält. Und je nachdem in welchem Lager man sich so "rumtreibt" werden die Sachen schon anders gesehen. Ich denke nicht, das ALLE Amerikaner die Sache so unkritisch sehen, es gibt ja auch hier genug Menschen, denen Umweltschutz am allerwertesten Vorbeigeht.
MFG Kester
Zitat:
Original geschrieben von gs-hybridZitat:
Original geschrieben von Me@RX300
Elektronik ist nur dann ein Problem, wenn sie fehldimensioniert oder schlampig verarbeitet ist. Ansonsten arbeitet Elektronik (im Gegensatz zu mechanischen Komponenten) völlig verschleissfrei!
War da nicht mal was mit der so genannten "Alterung" von elektronischen Bauteilen? Die sind in ihrem Inneren doch auch chemisch bedingten Alterungsprozessen unterworfen.
Elekronische Bauelemente (z.B. Elkos oder Halbleiter) "altern" in den für ein Automobil relevanten Zeiträumen nur wenn Sie bei Temperaturen betrieben werden für welche sie nicht ausgelegt wurden!
Das trifft (indirekt) auch für die "hohen Ströme" zu. Nur wenn die verwendeten Bauelemente überlastet oder für die Belastung nicht ausreichend gekühlt werden erreichen sie Temperaturen, bei welchen eine nennenswerte Alterung nachweisbar wäre.
Alles klassische Fälle von fehldimensioniert!
@Rotherbach
Ist mir schon klar dass das nicht unbedingt Deine Meinung ist und dass es sich um ein Vorurteil handelt.
Aber allein die regelmäßige Wiederholung macht Dich zum "Mittäter" 😉 und lässt einem keine andere Wahl als genauso regelmäßig zu widersprechen!
Wenn man beobachtet wie hartnäckig auf "Elektronik-Problemen" herumgeritten wird und wie im Vergleich dazu die Verschleiss-Probleme von Turbo-Motoren regelrecht totgeschwiegen werden, dann hat das schon System.
Ich möchte fast wetten, dass in 7 Jahren keiner der aktuellen hochgezüchteten Turbodiesel einen höheren Wiederverkaufswert als ein Hybrider mit defekter Batterie hat, weil diese Motoren mit klappernden oder schlecht laufenden Turboladern, ausgeschlagenen Kurbelwellen- und Pleullagern, Kupplungs- und Getriebeproblemen ein wesentlich höherer Risikofaktor sind.
Mehr Leistung (und vor allem mehr Drehmoment) aus weniger Motor holen ist schon immer ein heikles Spiel mit dem Verschleiss gewesen.
Zitat:
Original geschrieben von Me@RX300
Elekronische Bauelemente (z.B. Elkos oder Halbleiter) "altern" in den für ein Automobil relevanten Zeiträumen nur wenn Sie bei Temperaturen betrieben werden für welche sie nicht ausgelegt wurden!Das trifft (indirekt) auch für die "hohen Ströme" zu. Nur wenn die verwendeten Bauelemente überlastet oder für die Belastung nicht ausreichend gekühlt werden erreichen sie Temperaturen, bei welchen eine nennenswerte Alterung nachweisbar wäre.
Alles klassische Fälle von fehldimensioniert!
Hmm, würd mich natürlich im eigenen Interesse freuen, wenn dem so wäre. Ein bisschen läuft meine Hybridgarantie ja noch ...
Weiß nur von einer 10 kW-Photovoltaik-Anlage vor Ort, dass dummerweise die dort im Innenbereich montierten DC/AC-Wandler schon des Häufigeren ihren Geist aufgegeben haben. Das gab mir für den Prius-Inverter zu denken, der sich ja in viel aggressiverer Arbeitsumgebung quälen muss ...
Zitat:
Ich möchte fast wetten, dass in 7 Jahren keiner der aktuellen hochgezüchteten Turbodiesel einen höheren Wiederverkaufswert als ein Hybrider mit defekter Batterie hat, weil diese Motoren mit klappernden oder schlecht laufenden Turboladern, ausgeschlagenen Kurbelwellen- und Pleullagern, Kupplungs- und Getriebeproblemen ein wesentlich höherer Risikofaktor sind.
Mehr Leistung (und vor allem mehr Drehmoment) aus weniger Motor holen ist schon immer ein heikles Spiel mit dem Verschleiss gewesen.
Das ist interessant, gibt es da irgendwelche verwertbaren Statistiken/Untersuchungen?
VW z.B. setzt ja jetzt beim Golf TSI verschärft auf Benzinmotoren mit sogar 2 Ladern, gekoppelt mit einem "kleinen" 1,4-Liter-Motor.
Moin,
MeRX ... das ist eine Frage dessen ... wieviel km diese Fahrzeuge gelaufen sind, wie Ihre Wartungssituation ist ... und logischerweise, wie gut der Hersteller die verbaute Technik beherscht.
Sicher gibt es da Probleme beim Wettrüsten, da wird Technik eingebaut ... wo man nicht absehen kann, wie sie sich verhält. Das ist jeweils Risiko des Herstellers.
Wenn man aber bedenkt, das der Turbolader im Grunde nur leidet, wenn er betrieben wird ... kann für ein hochgezüchtetes Elektronikgerät gerade stehen z.B. in der Sonne ... ein wesentlich größeres Problem darstellen.
Und wie du es so schön schilderst ... mit klapperndem Turbo etc.pp. Da verkaufst du auch aktuell kein 3 Jahre altes Auto mit 😉
MFG Kester