Fragen an die Polizei

Hier im Forum sind ja auch Polizisten vertreten. Ich habe mir daher gedacht ein Threat zu machen, wo man die Polizei Sachen fragen kann.

Frage an die Herr Polizisten: Wärt ihr dabei? Müssen nicht immer Antworten mit entsprechenden Gesetzenartikel sein, sondern einfach mal ein Ansatz, an dem man anknüpfen kann.

Ich wäre aber froh, wenn nicht ständig dazwischen geschrieben wird, damits übersichtlich bleibt, schliesslich kann es uns allen mal behilflich sein.

Beste Antwort im Thema

Kann die Polizei eigentlich "Verbrechen gegen den guten Geschmack" ahnden? 😁

1598 weitere Antworten
1598 Antworten

Zitat:

@Mr. Moe schrieb am 20. April 2015 um 23:37:16 Uhr:


Fragen an die Polizei:

1. Werden auf Dienstfahrten eigentlich spontane Verkehrskontrollen durchgeführt, wenn Verkehrsteilnehmer sehr langsam (z. B. ca. 30 km/h unter erlaubter Geschwindigkeit bei guttem Wetter) fahren oder Kurven schneiden? Gerade letztes erlebe ich täglich und das ist einfach nur kreuzgefährlich. Ich kann mich an keine Situation erinnern, bei der ich durch überhöhte Geschwindigkeit gefährdet wurde, aber viele Beinaheunfälle, weil mir jemand auf meiner Spur entgegenkam oder auf zweispurigen Straßen einen Schlenker auf die Nachbarspur macht.

Nach meinem Empfinden wird der Fokus der Kontrolle der Einfachheit halber zu 90 % auf die Überwachung der Geschwindigkeit gelegt, aber meine Empfindung kann mich natürlich täuschen.

Ja, auch. Während der Streifenfahrten bist du frei, Anhaltekontrollen durchzuführen, auch ohne konkreten Anlass. In der Praxis wird man (oder ich mache das so) erst anhalten, wenn irgendwas vorgefallen ist, meist eine geringwertige OWI (die mündlich verwarnt wird) und daran eine allgemeine Verkehrsvontrolle anschliessen.
Anhalten aus dem fliessenden Verkehr wegen überhöhter Geschwindigkeit wäre zwar unter Umständen auch zulässig, aber ich sehe da Probleme mit der Beweisführung, weswegen ich das nicht mache.

Schlenker/Langsamfahren/Kurven schneiden o.ä. könnten Indizien für eine Drogen-/Alkoholfahrt sein
oder auch auf Handynutzung hindeuten - sowas wird sich in der Regel auch mal genauer angeschaut.

Der springende Punkt ist allerdings: würde ich auf einer beliebigen Streifenfahrt jeden anhalten und verwarnen wollen, der einen Verstoss begeht, käme ich streckenmässig nicht besonders weit. Deswegen beschränken sich Anhaltekontrollen meist auf höherwertige Verstösse (Mobiltelefon, Gurt, Ladungssicherung, Rotlichtverstösse o.ä.).
Grade bei der Nutzung von Mobiltelefonen habe ich den Eindruck, das die Sanktionierung noch bei weitem nicht schmerzhaft genug ist. Da wird es wohl mittelfristig eine Korrektur entweder des Geldbetrages oder der Punkte mit evtl. Fahrverbot nach oben ergeben müssen.

2. Schreibt ihr hin und wieder einfach als Unfallursache "Überhöhte Geschwindigkeit" in einen Unfallbericht, weil es eine bequeme Erklärung ist? Aus eigenen Erfahrung von Beinaheunfällen und dem Studium von vielen Stunden youtube Materials 😉 würde ich sagen 40 % der Unfälle entstehen durch Fehler beim Abbiegen, Einfahren, Wenden, weitere 30 % durch Unaufmerksamkeit und 20 % durch unangepasste (aber erlaubte) Geschwindigkeit bei schlechter Sicht, glatter Straße ect. Dennoch wird an Unfallschwerpunkten refexartig durch die Lokalpolitik eine Geschwindigkeitsbeschränkung eingeführt oder Blitzer aufgestellt. Also entweder sind die Lakalpolitiker unwahrscheinlich dämlich, oder sie kriegen evtl aus Polizeiberichten falsche Daten als Entscheidungsgrundlage geliefert.

Definitiv nicht, aber das Thema ist zu komplex um es jetzt mal eben so im Vorbeigehen abzuhandeln 🙂 Wenn es dich interessiert, google mal nach "Unfallaufnahmerichtlinen Hessen", das müsste frei im Internet zu finden sein. Dort ist es eigentlich ganz gut erklärt.
Auch diese Website eines Kollegen aus Niedersachsen befasst sich mit dem Thema Unfallaufnahme. Da kann man ganz gut sehen, was für ein komplexes Thema das mittlerweile geworden ist.

Zu dem Thema Politik und Geschwindigkeitsbegrenzungen: in Hessen gibt es die sogenannte Unfallkommission bestehend aus Polizei, Strassenbaubehörde und Strassenverkehrsbehörde. Die tritt zusammen, wenn innerhalb eines Jahres an der gleichen Stelle (bzw in einer definierten Strecke) fünf Unfälle gleichen Types passieren und beraten Ursachen und Massnahmen. Die Erforschung ist ziemlich kompliziert und zeitaufwändig.
Aber wie du schon erkannt hast, wird sich oft erstmal auf das einfachste (also kostengünstigste) Mittel beschränkt: Schild aufstellen. Das man damit nicht jedem gerecht wird, ist klar.

3. Gibts wirklich feste Vorgaben an Beamte zur Erzielung von Bußgeldern, wie es eine Reportage in den öffentlich rechtlichen beschreibt? Werden durch diese Vorgaben die Kontrollstellen gezielt auf "lukrative", aber im Grunde sichere Stellen verlagert?

Ich kann es nur für "mein" Revier sagen: bei uns gibt es sowas nicht. Ich habe auch im Kollegenkreis noch nie persönlich davon gehört.
Da aber mittlerweile die Geschwindigkeitsüberwachung (bei uns macht es weitgehendst das Ordnungsamt bzw die Mitarbeiter) zu einem sehr grossen Teil an Privatfirmen vergeben wird (bei uns ist es zum Glück noch nicht so weit), ist auch klar, das die dort messen, wo was zu holen ist. Denn soweit ich weiss, werden denen zwar ein bestimmter Teil der Messstellen vorgegeben, aber nicht alle.

Zielfführend ist das nicht, wobei aber eins klar ist: über die Sinnhaftigkeit eines Geschwindigkeitslimits entscheidet nicht der einzelne Verkehrsteilnehmer und Nichteinhalten eines solchen ist eben ein Verstoss 😉 Aber ich weiss schon, was du sagen möchtest. Stört mich ja mitunter privat auch.

Seht es mir nach, dass ich grade nicht die Zeit habe, auf jeden Beitrag einzugehen. Da kommt später noch was nach 😉

Danke für die ausführliche Antwort.

Moin!

Zitat:

@twindance schrieb am 21. April 2015 um 21:59:00 Uhr:


Jeder normale Mensch weiß doch, dass die Eigensicherung hohe Priorität hat. Hier ist ebenfalls Grenzgebiet und da wird gelegentlich mal gefahndet - man bewegt sich einfach ruhig, hält die Hände sichtbar und benimmt sich wie ein zivilisierter Mensch - und die Jungs in Uniform können auch entspannt sein. Die wollen ihre Ruhe, ich will meine Ruhe und warum soll man sich dann gegenseitig Streß machen. In anderen Ländern wird da auch kein Geschiss gemacht - die Carabinieri oder Guardia civil stehen mit der MPi im Anschlag...

Aber der ach so mündige, selbst- und rechtsbewusste Bürger - jawoll, der zeigt den Bütteln mal so richtig, was die Gartenzwerg-Harke ist, jawoll ja- watt für arme Würstchen

Nur gut, dass Du selbst der Moderator bist, gell...?

M. D.

Tach!

INteressant, danke Dir.

Zitat:

@cornerbackX24 schrieb am 22. April 2015 um 07:09:56 Uhr:



Zitat:

@Mr. Moe schrieb am 20. April 2015 um 23:37:16 Uhr:


Fragen an die Polizei:

1. Werden auf Dienstfahrten eigentlich spontane Verkehrskontrollen durchgeführt, wenn Verkehrsteilnehmer sehr langsam (z. B. ca. 30 km/h unter erlaubter Geschwindigkeit bei guttem Wetter) fahren oder Kurven schneiden? Gerade letztes erlebe ich täglich und das ist einfach nur kreuzgefährlich. Ich kann mich an keine Situation erinnern, bei der ich durch überhöhte Geschwindigkeit gefährdet wurde, aber viele Beinaheunfälle, weil mir jemand auf meiner Spur entgegenkam oder auf zweispurigen Straßen einen Schlenker auf die Nachbarspur macht.

Nach meinem Empfinden wird der Fokus der Kontrolle der Einfachheit halber zu 90 % auf die Überwachung der Geschwindigkeit gelegt, aber meine Empfindung kann mich natürlich täuschen.

Ja, auch. Während der Streifenfahrten bist du frei, Anhaltekontrollen durchzuführen, auch ohne konkreten Anlass. In der Praxis wird man (oder ich mache das so) erst anhalten, wenn irgendwas vorgefallen ist, meist eine geringwertige OWI (die mündlich verwarnt wird) und daran eine allgemeine Verkehrsvontrolle anschliessen.
Anhalten aus dem fliessenden Verkehr wegen überhöhter Geschwindigkeit wäre zwar unter Umständen auch zulässig, aber ich sehe da Probleme mit der Beweisführung, weswegen ich das nicht mache.

Verknackt wird man dabei üblicherweise auch nicht, aber eben zeitraubend kontrolliert.

Übrigens passierte mir das das letzte Mal vor einigen Jahren. Damals war ich zwar nicht zu schnell, habe aber die Nachfolgenden durch WInkbewegungen aus dem Fenster vor einem Blitzer gewarnt. Dass dieser an einer lukrativen, aber völlig ungefährlichen Stelle mit einem um 40 Km/h zu niedrigen Limit stand, erwähne ich der Vollständigkeit halber.

Die Kontrolle war sehr unangenehm. Ich blieb höflich. Einleitend sagte ich lediglich etwas wie "...da haben Sie sich ja einen echten Unfallschwerpunkt herausgesucht...".
Eine robuste Polizisten bei mir am Fenster, zwei junge Rambos mit der Hand an der Waffe vor und neben dem Wagen. Ich wurde gewaltig angeschnauzt und dann 10 Minuten(!) aufgehalten, bis die Dame die Papiere kontrolliert hatten. Ihre beiden Kollegen feixten sich eins mit der Hand an der Waffe.
Da haben sie es dem blöden SUV-Kutscher mal so richtig gezeigt.

Wohlgemerkt hatte ich absolut nichts verbrochen. Ich war nicht zu schnell. Winken darf ich wohl, so viel ich möchte.
Ich wurde dann noch belehrt, dass ich die Verkehrssicherheit gefährden würde.
Wohl kaum, denn es fuhren hinter mir alle korrekt. Ich gefährdete nur das möglicherweise verhängte Umsatzziel.

Natürlich können die Polizisten vor Ort nichts dafür, sie suchen sich die Blitzorte ja nicht selbst aus.
Dennoch war diese Kontrolle per se schon unangemessen und dann in ihrer Durchführung auch noch höchst fragwürdig.

Gefunden haben sie natürlich nichts. Auto und Papiere i.O., Fahrer nüchtern.

Zitat:

Schlenker/Langsamfahren/Kurven schneiden o.ä. könnten Indizien für eine Drogen-/Alkoholfahrt sein
oder auch auf Handynutzung hindeuten - sowas wird sich in der Regel auch mal genauer angeschaut.

Der springende Punkt ist allerdings: würde ich auf einer beliebigen Streifenfahrt jeden anhalten und verwarnen wollen, der einen Verstoss begeht, käme ich streckenmässig nicht besonders weit. Deswegen beschränken sich Anhaltekontrollen meist auf höherwertige Verstösse (Mobiltelefon, Gurt, Ladungssicherung, Rotlichtverstösse o.ä.).
Grade bei der Nutzung von Mobiltelefonen habe ich den Eindruck, das die Sanktionierung noch bei weitem nicht schmerzhaft genug ist. Da wird es wohl mittelfristig eine Korrektur entweder des Geldbetrages oder der Punkte mit evtl. Fahrverbot nach oben ergeben müssen.

Die Sanktionierung bei Mobiltelefonen ist einfach Schwachsinn.
Deshalb wird diese Regel nicht eingehalten.

Zitat:

2. Schreibt ihr hin und wieder einfach als Unfallursache "Überhöhte Geschwindigkeit" in einen Unfallbericht, weil es eine bequeme Erklärung ist? Aus eigenen Erfahrung von Beinaheunfällen und dem Studium von vielen Stunden youtube Materials 😉 würde ich sagen 40 % der Unfälle entstehen durch Fehler beim Abbiegen, Einfahren, Wenden, weitere 30 % durch Unaufmerksamkeit und 20 % durch unangepasste (aber erlaubte) Geschwindigkeit bei schlechter Sicht, glatter Straße ect. Dennoch wird an Unfallschwerpunkten refexartig durch die Lokalpolitik eine Geschwindigkeitsbeschränkung eingeführt oder Blitzer aufgestellt. Also entweder sind die Lakalpolitiker unwahrscheinlich dämlich, oder sie kriegen evtl aus Polizeiberichten falsche Daten als Entscheidungsgrundlage geliefert.

Definitiv nicht, aber das Thema ist zu komplex um es jetzt mal eben so im Vorbeigehen abzuhandeln 🙂 Wenn es dich interessiert, google mal nach "Unfallaufnahmerichtlinen Hessen", das müsste frei im Internet zu finden sein. Dort ist es eigentlich ganz gut erklärt.
Auch diese Website eines Kollegen aus Niedersachsen befasst sich mit dem Thema Unfallaufnahme. Da kann man ganz gut sehen, was für ein komplexes Thema das mittlerweile geworden ist.

Zu dem Thema Politik und Geschwindigkeitsbegrenzungen: in Hessen gibt es die sogenannte Unfallkommission bestehend aus Polizei, Strassenbaubehörde und Strassenverkehrsbehörde. Die tritt zusammen, wenn innerhalb eines Jahres an der gleichen Stelle (bzw in einer definierten Strecke) fünf Unfälle gleichen Types passieren und beraten Ursachen und Massnahmen. Die Erforschung ist ziemlich kompliziert und zeitaufwändig.
Aber wie du schon erkannt hast, wird sich oft erstmal auf das einfachste (also kostengünstigste) Mittel beschränkt: Schild aufstellen. Das man damit nicht jedem gerecht wird, ist klar.

3. Gibts wirklich feste Vorgaben an Beamte zur Erzielung von Bußgeldern, wie es eine Reportage in den öffentlich rechtlichen beschreibt? Werden durch diese Vorgaben die Kontrollstellen gezielt auf "lukrative", aber im Grunde sichere Stellen verlagert?

Ich kann es nur für "mein" Revier sagen: bei uns gibt es sowas nicht. Ich habe auch im Kollegenkreis noch nie persönlich davon gehört.
Da aber mittlerweile die Geschwindigkeitsüberwachung (bei uns macht es weitgehendst das Ordnungsamt bzw die Mitarbeiter) zu einem sehr grossen Teil an Privatfirmen vergeben wird (bei uns ist es zum Glück noch nicht so weit), ist auch klar, das die dort messen, wo was zu holen ist. Denn soweit ich weiss, werden denen zwar ein bestimmter Teil der Messstellen vorgegeben, aber nicht alle.

Danke für diese ehrliche Aussage.

Zitat:

Zielfführend ist das nicht, wobei aber eins klar ist: über die Sinnhaftigkeit eines Geschwindigkeitslimits entscheidet nicht der einzelne Verkehrsteilnehmer und Nichteinhalten eines solchen ist eben ein Verstoss 😉 Aber ich weiss schon, was du sagen möchtest. Stört mich ja mitunter privat auch.

Seht es mir nach, dass ich grade nicht die Zeit habe, auf jeden Beitrag einzugehen. Da kommt später noch was nach 😉

Bin gespannt.

Gruß,
M. D.

Ähnliche Themen

Zitat:

@Dramaking schrieb am 21. April 2015 um 10:00:00 Uhr:


Wie wäre es denn mal mit einer Reflektion des eigenen Verhaltens:

Mache ich doch, habe ich übrigens im Studium mal als Teil professionellen Handelns gelernt. Gelebte Fehlerkultur gehört auch dazu.
Manchmal hilft es dabei, wenn man sich über bestimmte Situationen mit Leuten unterhält, die einen anderen Blick auf die Dinge haben.

Wie würdest Du dich fühlen, wenn Du (zivil, mit Frauchen aus dem Restaurant gekommen) von mir freundlich angesprochen wirst, ob Du mir die Uhrzeit sagen könntest - und ich bzw. mein Kumpel neben mir nehmen dabei die Faust in Vorhalte?

Und dann die selbe Sache nicht mit einer Faust, sondern mit einer Schusswaffe, weil mein Kumpel ein Schusswaffenträger ist?

Nicht vergleichbare Situation.

Natürlich ist das ein Gefühl der Bedrohung und Einschüchterung, was doch auch ganz offen von der Polizei in einer Kontrollsituation gewollt ist - neben dem Interesse zum Eigenschutz.

Das ist falsch. Grade Angst und Einschüchterung möchte man eben nicht hervorrufen.
Um es mal platt zu sagen: jemand der Angst hat, handelt möglicherweise irrational. Irrationales Handeln stellt durch seine Unberechenbarkeit unter Umständen eine Gefahr für alle Beteiligten dar, also versucht man, das zu vermeiden. Man möchte Personen, die rational handeln, deren Verhalten ich in gewissen Grenzen vorhersehen und vor allem Einfluss nehmen kann.

Es ist mir durchaus bewusst, das es ein Spannungsfeld zwischen dem Eigensicherungsinteresse einerseits und dem Empfinden oder Einschränkungen des Gegenübers gibt.
Dem wird in Aus-und Fortbildung Rechnung getragen, trotzdem schadet m. E. ein unverstellter Blick aus einer anderen Seite nicht.

Aber abgesehen davon ist Dein genanntes Beispiel doch noch erheblich vielsagender:

Was hat denn der kontrollierte Fahrer für einen Anlass gegeben, dass man sich vor diesem Publikum unbedingt so verhalten musste und nicht situativ, publikumsbedingt das Ganze auch diskreter ausführen konnte, ohne den Eigenschutz dabei reduzieren zu müssen?

Erstens mal ziehen polizeiliche Massnahmen in der Öffentlichkeit so gut wie immer AUfmerksamkeit auf sich und zweitens war das keine feste Kontrollstelle, sondern ein Anhalten aus dem fliessenden Verkehr. Da bin ich immer auch ein Stück weit darauf angewiesen, wie der Fahrzeugführer reagiert und wo er sich entscheidet, anzuhalten, da ich mich im Funkwagen dahinter befinde. Wo er anhält, wird die Kontrolle in der Regel auch durchgeführt (Ausnahmen gibts davon natürlich aus bestimmten Gründen auch, denke das ist klar).

Der Verlauf der Kontrolle selber ist durch einsatztaktische Massnahmen vorgegeben und die diskutiere ich hier nicht, das ist aus guten Gründen Verschlussache und auch nicht Bestandteil meiner Frage, auch wenn ich weiss, dass es grade das ist, was bestimmte Personen interessiert.

Ach deshalb, weil Kinder und Jugendliche um einen herum stehen und filmen, muss man sich in Ego-Shooter Manier mit der Hand an der Waffe für das optimale Schussfeld permanent taktisch neu ausrichten.

Nein, sicher nicht. Wie schon gesagt, das ist Einsatztaktik und meinem Eigensicherungsinteresse geschuldet. Gibt Kollegen, die das anders machen - was deren Entscheidung ist. Solange ich nicht weiss, wen ich vor mir habe und wie der so drauf ist, habe ich die Hand an der Waffe.

Zitat:

@Dramaking schrieb am 21. April 2015 um 12:45:04 Uhr:



Zitat:

@Dieter47 schrieb am 21. April 2015 um 10:46:37 Uhr:


Gewollte Bedrohung und Einschüchterung bei einer Verkehrskontrolle?
Die Einschüchterung ist gewollt, sonst würde es nicht so erkennbar im Hintergrund oder ganz offen gemacht werden, wie es sehr häufig gemacht wird.

Falsch, s.o.

Stell Dir doch einfach mal die beschriebene Situation vor, da stehen Kinder rundum und dann springt da ein Polizist mit der Hand an der Waffe umher, um optimales Sicht- und Schussfeld zu haben.

Man will und muss vorbereitet sein, um ... - lachhaft. In derartigen Situationen ist eine massive Drohkulisse die einzige Möglichkeit, um etwas im Ansatz zu verhindern. Zieht der Autofahrer eine Waffe und die Ballerei geht los, kann man hinterher die Kinder aufsammeln, die von Polizeikugeln getroffen wurden.

Was hier beschrieben wurde, ist in der Situation der größte Unsinn, der überhaupt machbar im Sinne von Schutz ist. Cool vor den Kiddys die Hand an der Schusswaffe aber unsichtbar für den Autofahrer, damit nicht mal eine psychologische Sperre in Form einer offenen "Klarstellung" existiert, die ein Ausflippen verhindern könnte, wenn das tatsächlich ein ganz böser Bube ist.

Falsch.

Zitat:

@Dramaking schrieb am 21. April 2015 um 12:45:04 Uhr:


Dass hier ein heftiges persönliches Problem vorliegen muss, sehe ich identisch.

Ich kann es nicht mit dem Argument der "Eigensicherung" gegenüber einem Fahrer nachvollziehen, wenn der Fahrer nicht von einem bösartigen Handlungsbeginn abgehalten wird, man mit der Hand an Waffe taktisch hin her läuft, weil eine größere Menge Schüler direkt drum herum steht.

Auch falsch. Die Bewegungen des Sichernden erfolgen als Reaktion auf - unter anderem - die Bewegungen des Kontrollierten.

Ich kann es nicht mit dem Argument der "Eigensicherung" gegenüber einer jungen Fahrerin mit Kleinstkind auf der Rückbank nachvollziehen, wenn man als Zivilstreife erst dem Wagen folgt und dann nach dem Einparken vor ihrer Haustür, eine allgemeine Fahrzeugkontrolle ausführt, bei der der sichernde Kollege mit gezogener! Waffe in Vorhalte etwa zwei Meter vor dem Fahrzeug auf der Beifahrerseite steht.

Nachts im Wald und vergleichbare Kontrollsituationen einwandfrei nachvollziehbar. Nachmittags gegen 15 Uhr, bei einem gewöhnlichen Honda Jazz in einem Wohngebiet, dass weitab jeglichem sozialem Brennpunkt ist und ohne jeden tieferen Hintergrund (Fahndung, Einbruch, Raub, ...) tatsächlich nur mit Fahrzeugpapiere und Führerschein allgemeiner als allgemein war - da sehe ich massive persönliche Probleme auf einer Seite.

Du sprichst es ja selber an - du weisst es nicht. Ich gehe mal davon aus, das dieser Fall real ist und keiner, der deiner Phantasie entspringt.
Für das Verhalten der Kollegen gab es mit Sicherheit gute Gründe; z.B. das Fzg/Kennzeichen könnte zur Fahndung ausgeschrieben gewesen/als gestohlen gemeldet sein, die Frau könnte gesucht/Straftäterin gewesen sein (die haben auch Kinder) usw.

Es kommt nicht so sehr auf die Gegend an, Straftaten und Straftäter gibt es in allen sozialen Schichten und Umgebungen. Nur die Deliktsfelder sind unterschiedlicher verteilt.
Und der Rückschluss, dass sie harmlos sei, weil sie weiblich ist, geht auch fehl. Mache ich dir nicht zum Vorwurf, dir fehlen wahrscheinlich einfach die Erfahrungen dahingehend.

Was muss jemand für einen Stresspegel haben, wenn der in derartiger Situation eine Gefährdungslage sieht und die Waffe ziehen muss, auch wenn vorerst nur auf das Vorderrad gezielt wird.

Lage- und erfahrungsangepasst keinen besonders hohen - sonst könnte man diesen Beruf nicht oder nur unter erheblichen Problemen ausführen.

Sag das den Leuten, die in Berlin am Alexanderplatz mit Messern angegriffen und auch abgestochen wurden, das sind zahlenmäßig mehr, als dort Polizisten versehentlich angerempelt werden.

Ich persönlich sehe ein derartiges Verhalten gegenüber Autofahrer mit dem Argument des Eigenschutz auch als Berliner. Einer Stadt, in der es Bereiche gibt (Görlitzer Park, U-Bahnhof Kottbusser Tor, ...), in die trauen sich Polizisten nur zu sechst rein, wenn dies ausreichend frühzeitig in der Tageszeitung angekündigt wurde.

Schöneberger Ufer, wo an den Kreuzungen die Scheibenwisch-Kolonnen rumlaufen und Streifenwagenbesatzungen den Euro immer griffbereit haben und krampfhaft nach oben schauen, ob da nicht eine Taube unzulässiger Weise auf dem Rücken fliegen. Aber dann hinter der Kreuzung sich den Autofahrer vorknöpfen, der mit durchdrehenden Rädern losgefahren ist (war ich nicht).

Alles der selbe Eigenschutz, mit dem man sich vor einer Autofahrerin mit Kleinkind im Auto, gerade in eine Parklücke rückwärts reingefahren, mit gezogener Waffe sichtbar aufbaut - vollständig im Einklang mit dem Lehrbuch.

Erklärt natürlich einiges. In Berlin "erntet" man zur Zeit die Früchte der letzten Jahrzehnte. Die Kollegen haben keine Rückendeckung von der Führung und Politik und werden zum Teil vorgeführt, das ist nicht mehr schön. Ich sage nur Gerhart - Hauptmann - Schule...
Was in Berlin an politischen Fehlentscheidungen abgelaufen ist und noch immer abläuft, ist atemberaubend. Aber die Berliner wollen es ja anscheinend so, denn die entsprechenden Parteien werden immer wieder gewählt...

Das ist sicherlich häufig ein Scheiß-Job, den die da machen, nur sollte man zumindest eine grobe Verhältnismäßigkeit wahren, wie es von jedem, ganz speziell dem Autofahrer verlangt wird. Damit aus einem Verständnis nicht Unverständnis wird.

Ganz im Gegenteil. Es ist der geilste Job der Welt 😁

Zitat:

@raupi9 schrieb am 21. April 2015 um 21:53:41 Uhr:



So oft kommt das wohl auch nicht vor dass Polizisten durch den Verzicht auf das Rumfuchteln mit der Waffe zu Schaden kommen aber man liest immer wieder von Fällen, in denen z.B. Familienangehörige die Polizei rufen weil ein Familienmitglied eine Psychische Krise hat, nichts grosses im Prinzip und die Polizei löst das Problem dann auf ihre Weise durch Erschiessen desjenigen, den sie eigentlich schützen sollte. Da fragt man sich schon ob man wirklich guten Gewissens auf so eine Polizei vertrauen kann. Ich vertraue jedenfalls niemandem der meint mich mit Schusswaffen bedrohen zu müssen um meinen Führerschein zu kontrollieren, wenn sowas wirklich nötig ist läuft gewaltig was schief in dem System.

Jeder Fall ist da m. E. einer zuviel, vor allem, wenn er durch einfache Massnahmen zu verhindern gewesen wäre. Wir sind nämlich auch Menschen und wollen nach Dienstschluss nach Hause zu unseren Familien.

Nochmal: wir können dem Gegenüber nicht in den Kopf schauen.

Zu den psychischen Erkrankungen: das ist in der Tat ein Problem. Wir werden zwar dahingehend geschult, aber sind eben keine Psychiater. Was bei einem Borderliner funktioniert, kann bei einem mit Wahnvorstellungen das Gegenteil bewirken, zudem musst du vor Ort auch erst mal ad hoc feststellen können, was für ein Krankheitsbild das ist.
Und wenn derjenige dann mit Messer in der Hand auf dich zu kommt während er auf Ansprachen nicht reagiert, wird es eben sehr gefährlich.

Zitat:

@martinb71 schrieb am 20. April 2015 um 21:20:52 Uhr:



Die Frage, die ich mir dabei stelle: Meinst du mit der Hand an der Waffe im Holster im Ernstfall schnell genug reagieren zu können?

Ja, es macht zeitlich kaum einen Unterschied, ob du bereits gezogen hast oder bereit bist, zu ziehen. Der Vorteil beim reinen "Hand an der Waffe" ist, dass ich schnell reagieren kann, wenn ich die Waffe doch nicht brauche und nicht erst wieder holstern muss.

Mein Sohn (18, Fahranfänger) erzählte mir heute, daß einer seiner Freunde (auch 18, Fahranfänger) als sie in dieser Woche gegen Mitternacht in München nach einem Konzert zurückfahren wollten, von der Polizei kontrolliert wurden.

Sein Freund ist nicht unbedingt als "geschickt" zu bezeichnen, er fährt noch immer mit viel zu viel Gas und zu weit gedrücktem Kupplungspedal an usw.

Die Polizei kontrollierte gerade ein anderes Fahrzeug und der Freund meines Sohnes war gerade dabei, sein direkt neben der Polizeikontrolle geparktes Auto auszuparken. Er hatte - geschickt wie er ist - dabei vergessen, sein Licht einzuschalten.

Er war noch nicht aus der Parklücke gekommen, als einer der Polizisten mit der Hand auf die Motorhaube klatschte, um ihn anzuhalten.

"Führerschein, Fahrzeugschein, haben Sie etwas getrunken?" Er war absolut nüchtern, keine Drogen, aber fand in der Aufregung nicht gleich den Fahrzeugschein (es war das Auto seiner Eltern).

"Steigen Sie mal bitte aus!" Der Tonfall war keineswegs sachlich, sondern von Anfang an aggressiv.

Der umgehend durchgeführte Alko-Test war negativ.

Dummerweise lagen auf dem Armaturenbrett zwei Zweige irgendeiner gewöhnlichen Pflanze, die seine etwas "Öko-angehauchte" Mutter dort zur Verzierung hinterlassen hat.

Dann mußte er nach Angaben meines Sohnes so wie in einem der Youtube-Videos unzählige "Übungen" machen wie auf einer Linie gehen, auf einem Bein balancieren, mit verschieden Fingern zur Nase usw.

Die "Übungen" nahmen dann doch irgendwann ein Ende, dann fragte der Beamte doch tatsächlich seine Kollegen: "Fällt Euch noch was ein?" (Damit meinte er weitere "Übungen"/Schikanen).

Nachdem die auch keine Idee mehr hatten, ging der Beamte den Freund meines Sohnes lautstark und aggressiv an, er solle doch zugeben, daß er Drogen genommen hat. Die Urinprobe, die ihn entlastet hätte, hat er ihm nur angedroht.

Schließlich ließ er ihn dann doch noch gnädigerweise abfahren.

Jetzt meine Frage an die hier engagierten Beamten:

Wie weit muß man solchen offensichtlich schikanösen Anordnungen Folge leisten?

Wie kann man in einer solch hitzigen Situation den Beamten auf den Boden zurückholen ohne daß der noch aggressiver wird? Wende ich mich dann direkt an die anderen anwesenden Beamten oder hätte mein Sohn als Beifahrer telefonisch eine andere Funkstreife anfordern können/sollen?
Hätte er mit dem Handy den Vorgang aufzeichnen dürfen?

1. Du warst nicht dabei und kennst den genauen Hergang nicht. Und alles glauben würde ich meinen Kindern auch nicht. Das Verhalten des Beamten wird natürlich von den Betroffenen subjektiv dargestellt und auch empfunden, soll heißen, dass ich hier keinem unterstellen will, absichtlich die Unwahrheit zu sagen.
2. Als Schikane sehe ich eventuell ich den letzten Satz: "Fällt dir noch was ein. ", wenn er dann so gemeint war. wie ihr das denkt, ( woher will man das wissen ) und überhaupt so gefallen ist.
Der Rest ist die normale Kontrolle. Die ganzen Übungen hätte der Junge übrigens ablehnen können.
3. Was natürlich gar nicht geht, ist auf die Motorhaube zu schlagen, wenn es dann so war.

Wenn der Beamte sich wirklich wie eine offene Hose benommen hat, hat man natürlich die Möglichkeit, sich schriftlich zu beschweren. Sollte dann aber von dem Jungen gemacht werden. Ist ja schließlich erwachsen. Du warst wie gesagt nicht dabei.
Vor Ort einen anderen Beamten anzusprechen: Könnte man eventuell machen.
Eine zweite Streife anzufordern dürfte schwierig werden. Wird mit Sicherheit nicht kommen. Warum auch?

Also ganz ruhig durch die Hose atmen und den Jungen dran erinnern, das nächste mal mit Licht zu fahren und die Zweige wegzuschmeißen.🙂
Kontrollen müssen sein und manchmal erwischt es dann die oder den falschen. Die Kontrollen sollten natürlich nicht auf aggressive Art und Weise abgehalten werden. Jemanden mal ein bisschen ernster nach Drogen zu fragen, wenn man dafür einen Grund sieht, ist ganz normales Verhalten.

Als ich noch in meinen Fahranfaengerschuhen steckte, war die Polizei fuer mich auch der boese Feind. Jede Kontrolle war nervig und man wollte den Kumpels noch zeigen wie cool man ist. 😉
Im Freundeskreis beim plausch wurde natuerlich noch kraeftig auf die Kacke gehauen. Schliesslich musste ja aus der Kontrolle fast eine Verhaftung eines Schwerverbrechers werden gegen den die Polizei keine Chance hatte. 😁 Deswegen glaub ich da mal nicht alles was so die Jungen Rebellen erzaehlen.

Aus der Sicht eines Polizisten der schon paar Jahre Dienst auf dem Buckel hat muss es auch nervig sein wenn so ein Gruenspan kommt und Klug umher scheisst. Stellt euch vor heut morgen kommt der Lehrling zu euch und erklaert euch erstmal was ihr heut zu machen habt und das ihr ohne ihn sowieso nichts richtig koennt 😉

Danke für Eure Antworten!

Zitat:

@AS60 schrieb am 27. April 2015 um 01:44:07 Uhr:



1. Du warst nicht dabei und kennst den genauen Hergang nicht. Und alles glauben würde ich meinen Kindern auch nicht. Das Verhalten des Beamten wird natürlich von den Betroffenen subjektiv dargestellt und auch empfunden, soll heißen, dass ich hier keinem unterstellen will, absichtlich die Unwahrheit zu sagen.

Daher fragte ich auch, ob mein Sohn als Unbeteiligter das Geschehen mit dem Handy hätte aufzeichnen dürfen.

Darf er das?

Abgesehen davon vertraue ich meinem Sohn zu 100%.

Zitat:

@AS60 schrieb am 27. April 2015 um 01:44:07 Uhr:



2. Als Schikane sehe ich eventuell ich den letzten Satz: "Fällt dir noch was ein. ", wenn er dann so gemeint war. wie ihr das denkt, ( woher will man das wissen ) und überhaupt so gefallen ist.

Das ist garantiert so gefallen.

Ob es so gemeint war, weiß ich nicht, aber was hätte die Frage denn sonst bedeuten sollen?

Zitat:

@mattalf schrieb am 27. April 2015 um 06:26:41 Uhr:


Als ich noch in meinen Fahranfaengerschuhen steckte, war die Polizei fuer mich auch der boese Feind. Jede Kontrolle war nervig und man wollte den Kumpels noch zeigen wie cool man ist. 😉
Im Freundeskreis beim plausch wurde natuerlich noch kraeftig auf die Kacke gehauen. Schliesslich musste ja aus der Kontrolle fast eine Verhaftung eines Schwerverbrechers werden gegen den die Polizei keine Chance hatte. 😁 Deswegen glaub ich da mal nicht alles was so die Jungen Rebellen erzaehlen.

Mein Sohn ist alles andere als ein Aufschneider oder Angeber. Wenn er das so erzählt, dann war das auch sicher so.

Zitat:

@mattalf schrieb am 27. April 2015 um 06:26:41 Uhr:



Aus der Sicht eines Polizisten der schon paar Jahre Dienst auf dem Buckel hat muss es auch nervig sein wenn so ein Gruenspan kommt und Klug umher scheisst. Stellt euch vor heut morgen kommt der Lehrling zu euch und erklaert euch erstmal was ihr heut zu machen habt und das ihr ohne ihn sowieso nichts richtig koennt 😉

Der Freund meines Sohnes ist kein Klugscheisser. Er hat außer den geforderten Antworten nichts gesagt und war absolut eingeschüchtert, nicht aufmüpfig.

Er ist - wie geschrieben - nicht unbedingt geschickt und eher ein graues Mäuschen.

Moin!

Ich lese "München" und wundere mich nicht mehr über die Schilderungen.

Als wir noch "Jungspunde" in München waren, wurden wir auch ständig gefilzt. Meist lief das einigermassen vernünftig ab. Ab und an aber auch ähnlich wie oben beschrieben.
Weder damals noch heute traute ich mir zu, die Polizei hinsichtlich der korrekten Durchführung einer Kontrolle zu belehren. Schließlich haben wir ja auch oben bei cornerback gelernt, dass dies ohnehin "Verschlußsache" ist.
Was gehen auch den Bürger Beschreibungen der Maßnahmen an, die gegen ihn eingeleitet werden können...?
Man macht halt mit und sagt nur das Allernötigste. Natürlich fährt man auch nicht betrunken oder unter Drogeneinfluss. Wer dies tut, sollte in der Tat aus dem Verkehr gezogen werden. Deppen gibt es schon genug auf den Straßen. Da brauchen wir nciht noch besoffene Deppen on top.

Als ich dann in recht jungen Jahren bereits große Autos fuhr, gab es 2-3 Jahre, die auf "keine Kuhhaut" gingen. Irgendwann reichte es mir und ich wurde bei einer dieser arrogant und aggressiv durchgeführten Kontrollen mal deutlich. Natürlich stets mit der gebotenen Höflichkeit. Brachte aber ehrlich gesagt auch nichts. Ich musste da eben durch oder liess gleich meine Freundin fahren. Eine 20-Jährige im Mercedes S fanden sie dann offenbar normal und ich konnte schon auf der nächtlichen Heimfahrt beginnen, meinen Rausch auszuschlafen...

Heute lassen sie mich in Ruhe. Ab 35 Jahren scheint man aus dem Raster zu fallen. Ich könnte 3x die Woche völlig betrunken fahren und niemanden würde das groß jucken. Ebenso wie die Leute ab 70 machen können, was sie wollen.
Hauptsache man schikaniert die jungen Leute, die natürlich alle nichts anderes im Kopf haben, als Drogen zu nehmen und Komasaufen zu veranstalten. Die jungen Leute in meinem Umfeld trinken auch gerne mal einen, fahren aber (angeblich) nicht betrunken.

Mir ist klar, dass der Job als Verkehrspolizist insbes. nachts oft unangenehm und auch gefährlich ist. Trotzdem schaffen es ja genügend Polizisten, ihre natürlich generell notwendigen Kontrollen höflich durchzuführen.

Es menschelt halt überall. Man muss als Kontrollierter nicht zu empfindlich sein, sollte sich aber auch nicht alles bieten lassen. Man kann zumindest das Kennzeichen des Streifenwagens notieren und eine höfliche E-Mail an den "Öffentlichkeitsarbeiter" der Polizei in der jeweiligen Stadt schreiben, wenn eine Kontrolle aus dem Ruder laufen sollte.
Meiner Erfahrung nach kann man aber durch konsequente Höflichkeit und die (allernotwendigste) Kooperation dazu beitragen, dass die Kontrolle schnell beendet wird.

Direkt während der Kontrolle hat man bei Problemen wohl schlechte Karten. Lieber höflich bleiben, bevor man noch als unkooperativ bewertet wird und erst mal 3 Monate um die Rückgabe des Führerscheins kämpfen darf. Das ist es alles nicht wert. Wichtig ist, dass man auf keinen Fall irgendetwas "zugibt". Den Kofferraum hingegen kann man m.E. ruhig öffnen, um Verbandskasten und Warndreieck vorzuzeigen.

Bleibt entspannt und denkt immer daran, dass derselbe Polizist einen vielleicht einmal aus einem Überfall retten könnte. Gegenüber der wachsenden Zahl Krimineller halten die Polizisten nämlich für uns den Hintern hin. Und dafür hat selbst der arroganteste, frustrierteste, unfreundlichste Beamte meinen größten Respekt.

M. D.

Bin noch nie von einem Polizisten schikaniert worden. Als 15jähriger Mofafahrer nicht, als 16jähriger 80er-Fahrer nicht, als 18jähriger Motorradfahrer nicht und als 18-47jähriger Autofahrer nicht. Im Gegenteil.

Der Bruder eines guten Bekannten wurde seinerzeit auch angeblich von der Polizei schikaniert. Weil er so ein schickes, quietschgelbes Cabrio fuhr.
Tatsächlich lag es daran, dass er sehr aggressiv fuhr und eine unheimlich grosse Fresse hatte. So was mag keiner.

Zitat:

@Mr. Driveyanuts schrieb am 27. April 2015 um 09:36:10 Uhr:


… Ich lese "München" und wundere mich nicht mehr über die Schilderungen. …

Komisch, ich bin ebenfalls in München aufgewachsen und hab jahrelang "kontrollwürdige" Autos bewegt, bin aber weder schikaniert noch allzuoft kontrolliert worden.

Kleiner Schwank von vor 20 Jahren: Ich bin nachts um 3.30 mit einem importierten Ami unterwegs (Chevy S10 Pickup). Was ich nicht wusste: Keines der Rück- oder Bremslichter geht. Hinter mir die Polizei, hält mich natürlich an. Alkoholkontrolle (man roch es wohl), da das Röhrchen sich verfärbte, wurden die Kollegen mit dem Bulli und dem ordentlichen Messgerät beordert. Bin also eine halbe Stunde auf glühenden Kohlen gesessen, bis die da waren. Ergebnis war 0,78 (damals waren die 0,8 noch gültig), somit konnten sie mir nichts, weil ich nicht durch unsichere Fahrweise etc. aufgefallen bin. Ich wollte dann das Auto stehen lassen und zu Fuß weiter. Die Polizisten haben mich dann darüber aufgeklärt, dass von dem Auto am nächsten Morgen nicht mehr viel auffindbar wäre, wenn ich es dort parke. Ich soll doch auf dem Mittleren Ring bis zur nächsten Tanke fahren und die Kiste dort abstellen, das wär sicherer. Sie fahren auch hinter mir her und sichern mich ab, weil ja kein Rücklicht ging. An der Tanke angekommen haben wir uns freundlich verabschiedet und ich bin erst mal eine Stunde nach Hause gelaufen, um die vielen Liter Adrenalin abzubauen.

Solche Erlebnisse (nicht nur von mir persönlich) kenne ich von damals einige.

Da die Diskussion jetzt in eine Richtung geht, die ich nicht beabsichtigt habe, kommt eine Klarstellung von mir.
Ich will nicht pauschalisieren, daß irgendwo "die Polizei" schikanieren würde, sondern wollte nur wissen, ob und falls ja wie man eine solche Situation entschärfen kann.
Und es geht nicht darum, daß jemand alkoholisiert oder unter Drogeneinfluß gefahren wäre.

Ähnliche Themen