Fragen an die Polizei
Hier im Forum sind ja auch Polizisten vertreten. Ich habe mir daher gedacht ein Threat zu machen, wo man die Polizei Sachen fragen kann.
Frage an die Herr Polizisten: Wärt ihr dabei? Müssen nicht immer Antworten mit entsprechenden Gesetzenartikel sein, sondern einfach mal ein Ansatz, an dem man anknüpfen kann.
Ich wäre aber froh, wenn nicht ständig dazwischen geschrieben wird, damits übersichtlich bleibt, schliesslich kann es uns allen mal behilflich sein.
Beste Antwort im Thema
Kann die Polizei eigentlich "Verbrechen gegen den guten Geschmack" ahnden? 😁
1598 Antworten
Zitat:
@Mr. Driveyanuts schrieb am 21. April 2015 um 13:28:37 Uhr:
...
Ich fühle mich durch die Hand an der Waffe bei Polizeikontrollen bedroht. Insbes. wenn diese Geste während der sachlichen Besprechung von Meinungsverschiedenheiten ohne Bedrohung der Beamten erfolgt.
Klartext: wenn sinnfrei Blitzabzocke betrieben wird, weise ich höflich darauf hin und erwarte dann, nicht bedroht zu werden.
...
OT: Sinnfrei hin oder her, du warst zu schnell und wurdest deswegen angehalten. 🙂
Ansonsten gebe ich dir hier durchaus Recht ... in gewissen Situationen mag es für einige VTs nicht nachvollziehbar sein, weshalb der Beamte die Hand an der Waffe hat.
Zitat:
@Bernd_Clio_III schrieb am 21. April 2015 um 13:39:40 Uhr:
Ansonsten gebe ich dir hier durchaus Recht ... in gewissen Situationen mag es für einige VTs nicht nachvollziehbar sein, weshalb der Beamte die Hand an der Waffe hat.
Ganz klar. Ich würde wohl nach dem ersten netten Plausch mal mit einem Grinsen im Gesicht sagen, dass sein Kollege die Hand ruhig von der Waffe nehmen kann, da ich weder Waffen im Auto habe, noch Gedenke irgend einen Unfug zu veranstalten. 🙂
Aber was die Fragestellung betrifft, war der Ort (direkt vor dem Pausenhof der Schule) und die Zeit (Pause) der Kontrolle wohl etwas ungeschickt gewählt.
Ich wurde im zarten Alter von 18 mal zu Fuß von Zivilbeamten gefilzt. Das ganze am Samstag Morgen mitten auf einem sehr belebten Marktplatz in unserer Kleinstadt. Volles Programm mit Taschen leeren, Abtasten, Schuhe ausziehen usw. Das Ganze direkt vor dem Schaufenster eines Reisebüros. Da Hätte ich mir auch etwas mehr Fingerspitzengefühl gewünscht. Denn das hat sich nicht so schön angefühlt, von allen Seiten angestarrt zu werden, auch wenn hier keine Waffe im Spiel war, kam ich mir vor wie ein Schwerverbrecher bei der Festnahme.
Zitat:
@cornerbackX24 schrieb am 20. April 2015 um 21:07:43 Uhr:
[...]
Lehrbuchmässig wird eine Kontrolle übrigens mit Hand an der geholsterten Waffe, Sicherung offen (aufmerksame Sicherungshaltung) oder auch mit gezogener Waffe, gehalten vorwärts abwärts vor dem Körper (entschlossene Sicherungshaltung) gelehrt, zweiteres habe ich persönlich noch nie angewandt. Wäre aber zulässig.
Aus-und Fortbildung ist eine Sache, wie man selber verfährt, muss jeder in der Praxis lageangepasst selbst entscheiden.
[...]
Interessant, ich wusste bislang nicht, dass auch eine gezogene Waffe zur Sicherungshaltung gehört und theoretisch auch bei einer "normalen" Verkehrskontrolle verwendet werden könnte.
Gut zu wissen, falls mir sowas mal passiert, dann weiß ich dass die Beamten mich in dem Falle nicht unbedingt als außerordentlich bedrohlich empfinden, sondern einfach was anderes zulässiges anwenden.
Das sichernde Beamten grundsätzlich die Hand an der Waffe haben empfinde ich normal und nicht bedrohlich. Wobei es hier auch auf den Tonfall ankommt.
Und ob in einer gegeben Situation das nun wirklich notwendig ist habe ich nicht zu bewerten.
Letztendlich schadet es keinem wenn die Waffe griffbereit ist, aber es könnte den Beamten schaden wenn sie diese mal nicht griffbereit haben wenn die Situation den Waffeneinsatz erfordern würde.
Ich kann aber auch verstehen wenn einige Menschen Waffen per se als bedrohlich empfinden, hierzulande hat man eben ein anderes Verhältnis zu Schusswaffen als in anderen Ländern. Und da kommt es meiner Meinung nach dann auch auf die ganz persönlichen Erfahrungen mit Waffen an. Jemand in dessen Familie seit je her gejagt wird hat eine andere Einstellung zu Schusswaffen als jemand der vielleicht mal mit einer überfallen wurde. Nur um mal Extreme zu nennen.
Ein sehr guter Freund von mir ist bei der Polizei, als er mich das erste mal angehalten hat ( allgemeine Verkehrskontrolle) habe ich mich verhalten wie es jeder gute Freund gemacht hätte:" Ja ja fühlst dich cool mit deiner scheiss uniform, so merkt man garnicht was für ein Lappen du bist..." Er hat direkt die Situation bei seinen Kollegen aufgeklärt und mich drauf hingewiesen dass es nicht dass schlauste ist, weil sein Kollege mich ja nicht kennt. Ok war Dumm habe ich nicht dran gedacht. Und nein ich fühle mich nicht dadurch bedroht, solange sie nicht auf mich zeigt.
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Zitat:
@Kevin_Nrw schrieb am 21. April 2015 um 16:04:28 Uhr:
Ein sehr guter Freund von mir ist bei der Polizei, als er mich das erste mal angehalten hat ( allgemeine Verkehrskontrolle) habe ich mich verhalten wie es jeder gute Freund gemacht hätte:" Ja ja fühlst dich cool mit deiner scheiss uniform, so merkt man garnicht was für ein Lappen du bist..." Er hat direkt die Situation bei seinen Kollegen aufgeklärt und mich drauf hingewiesen dass es nicht dass schlauste ist, weil sein Kollege mich ja nicht kennt. Ok war Dumm habe ich nicht dran gedacht. Und nein ich fühle mich nicht dadurch bedroht, solange sie nicht auf mich zeigt.
Du hast ja hinterher noch selbst gesagt "dumm, nicht dran gedacht ..." - aber jeder WIRKLICH gute Freund hätte den anderen gar nicht erst in eine solche Situation gebracht 😉
Ja, ich meine eben dieses gegenseitige aufziehen. Er hatte ja auch"angefangen". Wollte er doch tatsächlich meine Papiere sehen 🙂 nur weil es sein Job ist.
Nein ich sag ja es war sehr blöd von mir, ich hatte die Situation nicht bedacht.
Zitat:
@Kevin_Nrw schrieb am 21. April 2015 um 16:04:28 Uhr:
(...)" Ja ja fühlst dich cool mit deiner scheiss uniform, so merkt man garnicht was für ein Lappen du bist..." (...)
Irgendwie spreche ich mit meinen guten Freunden anders.
Generation "ey Alter", von RTL sozialisiert. Die kennen keinen anderen Umgang, für die ist sowas das normalste der Welt.
Es ist völlig normal und nachvollziehbar, dass Beamte zur Eigensicherung die Schusswaffe griffbereit haben. Sollen sie warten, bis der zu Kontrollierende aus dem Auto springt und brüllt " Ey Du Drecksack, ich mach Dich fertig und knall Dir die Rübe weg", dabei ein Magazin in die Kalaschnikow schiebt und sich das Rambo-Tuch um die hohle Birne wickelt? Ganz einfache Frage - wieviele Polizisten wurden während einer Kontrolle in den letzten 10 Jahren erschossen oder verletzt und wieviel Personen wurden von einem Polizisten unfallmäßig angeschossen? Ich persönlich kannte 2 Beamte - einer tot, einer schwerverletzt, die bei einer Geschwindigkeitsmessung von einem Geblitzten angeschossen wurden. Muss so um die Jahrtausendwende gewesen sein bei Bad Hersfeld.
Zitat:
@twindance schrieb am 21. April 2015 um 21:15:55 Uhr:
Es ist völlig normal und nachvollziehbar, dass Beamte zur Eigensicherung die Schusswaffe griffbereit haben.
Wenn man bei uns jede Woche in der Zeitung liest, was bei Polizeikontrollen hier (Grenzgebiet zu Frankreich) so abgeht, wie viele per Haftbefehl gesuchte bei "normalen" Kontrollen gefasst werden etc., kann ich das Bedürfnis zur Eigensicherung sehr gut nachvollziehen.
Wie gesagt: Vor 25 Jahren im Lande der Mafia wurde der (mich) kontrollierende Kollege nicht mit Produkten von Walther oder SIG-Sauer abgesichert, sondern mit Heckler & Koch...
Ich weiss nicht ob ich den Beitrag von Twindance nun unter Ironie einordnen soll aber ich persönlich fühle mich von JEDEM bedroht, der eine Schusswaffe feuerbereit, womöglich noch in meine Richtung, hält, bei einer simplen Routinekontrolle. Völlig unangebracht und in all den Kontrollen, in die ich bisher geriet, war das auch noch nie der Fall. Ich wohne allerdings auch recht ländlich, in BaWü, wo "die Welt noch einigermassen in Ordnung ist".
So oft kommt das wohl auch nicht vor dass Polizisten durch den Verzicht auf das Rumfuchteln mit der Waffe zu Schaden kommen aber man liest immer wieder von Fällen, in denen z.B. Familienangehörige die Polizei rufen weil ein Familienmitglied eine Psychische Krise hat, nichts grosses im Prinzip und die Polizei löst das Problem dann auf ihre Weise durch Erschiessen desjenigen, den sie eigentlich schützen sollte. Da fragt man sich schon ob man wirklich guten Gewissens auf so eine Polizei vertrauen kann. Ich vertraue jedenfalls niemandem der meint mich mit Schusswaffen bedrohen zu müssen um meinen Führerschein zu kontrollieren, wenn sowas wirklich nötig ist läuft gewaltig was schief in dem System.
Jeder normale Mensch weiß doch, dass die Eigensicherung hohe Priorität hat. Hier ist ebenfalls Grenzgebiet und da wird gelegentlich mal gefahndet - man bewegt sich einfach ruhig, hält die Hände sichtbar und benimmt sich wie ein zivilisierter Mensch - und die Jungs in Uniform können auch entspannt sein. Die wollen ihre Ruhe, ich will meine Ruhe und warum soll man sich dann gegenseitig Streß machen. In anderen Ländern wird da auch kein Geschiss gemacht - die Carabinieri oder Guardia civil stehen mit der MPi im Anschlag...
Aber der ach so mündige, selbst- und rechtsbewusste Bürger - jawoll, der zeigt den Bütteln mal so richtig, was die Gartenzwerg-Harke ist, jawoll ja- watt für arme Würstchen
Zitat:
@raupi9 schrieb am 21. April 2015 um 21:53:41 Uhr:
Ich weiss nicht ob ich den Beitrag von Twindance nun unter Ironie einordnen soll aber ich persönlich fühle mich von JEDEM bedroht, der eine Schusswaffe feuerbereit, womöglich noch in meine Richtung, hält, bei einer simplen Routinekontrolle. Völlig unangebracht und in all den Kontrollen, in die ich bisher geriet, war das auch noch nie der Fall. Ich wohne allerdings auch recht ländlich, in BaWü, wo "die Welt noch einigermassen in Ordnung ist".So oft kommt das wohl auch nicht vor dass Polizisten durch den Verzicht auf das Rumfuchteln mit der Waffe zu Schaden kommen aber man liest immer wieder von Fällen, in denen z.B. Familienangehörige die Polizei rufen weil ein Familienmitglied eine Psychische Krise hat, nichts grosses im Prinzip und die Polizei löst das Problem dann auf ihre Weise durch Erschiessen desjenigen, den sie eigentlich schützen sollte. Da fragt man sich schon ob man wirklich guten Gewissens auf so eine Polizei vertrauen kann. Ich vertraue jedenfalls niemandem der meint mich mit Schusswaffen bedrohen zu müssen um meinen Führerschein zu kontrollieren, wenn sowas wirklich nötig ist läuft gewaltig was schief in dem System.
Nein - keine Ironie - ganz ernst gemeint. Ich hatte regelmäßig sowohl mit Einsatzbeamten als auch mit den von Dir angesprochenen psychisch Kranken in real zu tun - nicht vom Hörensagen oder gefiltert durch die hochobjektiven Medien - und ich kann Dir versichern - einen psychisch Kranken in der akuten Psychose wirst Du nicht mit einem Mantra und einem Tässchen Erdbeer-Tee dazu bewegen, die Axt und das Messer von der Oma zu lassen und seinen Namen zu tanzen.
Ich habe sehr viel in meinem Leben gesehen - bei Kontrollen erschossene Polizisten, von Schizoiden hingemeuchelte Kinder und Ehefrauen- aber keinen Menschen, der von einem überforderten Beamten hingerichtet wurde. Auch aus der Presse ist mir lediglich damals der erschossene Tourist in Thüringen in Erinnerung, als ein Mörder und Geiselnehmer bundesweit gesucht wurde. Dieser Mensch sah dem Gesuchten wohl ähnlich, sollte festgenommen werden und widersetzte sich der Festnahme.
@raupi9
Jetzt mach aber aus einer Mücke keinen Elefanten. Der sichernde Beamte hat doch nur die Hand an der im Holster steckenden Waffe.
Wenn ich da damals an die Situation in Ungarn (vor der Öffnung) denke, da standen plötzlich 2 Soldaten mit der Kalaschnikow im Anschlag vor dem Auto und ein Dritter kam an den Wagen und fuchtelte wild mit den Händen und keiner konnte den Anderen Verstehen. Wer dabei die Nerven verliert hat verloren.
Zitat:
@raupi9 schrieb am 21. April 2015 um 21:53:41 Uhr:
So oft kommt das wohl auch nicht vor dass Polizisten durch den Verzicht auf das Rumfuchteln mit der Waffe zu Schaden kommen aber man liest immer wieder von Fällen, in denen z.B. Familienangehörige die Polizei rufen weil ein Familienmitglied eine Psychische Krise hat, nichts grosses im Prinzip und die Polizei löst das Problem dann auf ihre Weise durch Erschiessen desjenigen, den sie eigentlich schützen sollte. Da fragt man sich schon ob man wirklich guten Gewissens auf so eine Polizei vertrauen kann. Ich vertraue jedenfalls niemandem der meint mich mit Schusswaffen bedrohen zu müssen um meinen Führerschein zu kontrollieren, wenn sowas wirklich nötig ist läuft gewaltig was schief in dem System.
Ein Mal reicht auch. Und kein Polizist bedroht sein polizeiliches Gegenüber bei einer Kontrolle oder fuchtelt mit der Waffe herum, sondern hat lediglich die Hand dran, um sie im Notfall schneller griffbereit zu haben. Nur weil man Sachen übertrieben darstellt, werden sie nicht glaubhafter.
Und was du mit dieser psychischen Krise sagen bzw. darlegen willst, erschließt sich mir nicht. Hört sich so an, dass die Polizei psychisch Kranke einfach so erschießen würde, und das ist mit Verlaub gesagt Blödsinn. Von dieser Person muss zumindest eine konkrete Gefährdung ausgehen, dass es zu diesem Worst Case kommen kann. Und das ist weder der Regelfall, noch gewollt.