Beinahe Kollision
Hallo zusammen
Ich möchte euch gerne von meinem Vorfall gestern berichten und euch im Anschluss ein paar Fragen stellen:
Ich war gestern auf der Autobahn mit zügigen 160 km/h auf der Überholspur unterwegs (E46 nFL). Auf der linken Fahrspur war ein Kleinwagen, der deutlich langsamer fuhr, aber vor sich weit und breit kein Auto hatte. Als ich knapp hinter ihr war (es waren zwei junge Frauen im Auto) blinkte sie und zog sofort rüber; offensichtlich war ich im toten Winkel verschwunden. Da ich meine Augen auf die Ferne fokusiert hatte, hatte ich dies nicht bemerkt. Zum Glück machte mich meine Freundin darauf aufmerksam, sonst hätte ich das kleine Auto voll abgeschossen. Ich trat ruckartig auf die Bremse, aber nicht allzustark. Ich erschrak fürchterlich, denn das Pedal vibrierte sehr heftig. Ich lies das Pedal los, da ich Angst hatte, dass ich ins Schleudern geraten könnte. Es kam nicht zu einem Zusammenstoss, aber es war schon knapp und mein Herz schlug dementsprechend schnell. Die beiden Frauen aber scheinen es nicht bemerkt zu haben, dass wir haarscharf an einer Katastrophe vorbeigekommen sind.
Nun zu meinen Fragen:
Ich nehme an, dass das Vibrieren des Bremspedals vom ABS herkommt. Doch können die Räder bei 160 km/h bei einer mittelstarken Bremsung blockieren? Oder hängt das damit zusammen, dass durch meinen ruckartigen Bremsvorgang der Bremsassistent eine Vollbremsung durchführte, die Räder blockierten und daher das ABS Eingriff? Oder lag es daran, dass das ESP eingriff? Kommt man denn überhaupt ins Schleudern, wenn man geradeausfährt und eine Bremsung einleitet?
Vielen Dank für eure Anregungen!
20 Antworten
Nein man kommt nicht ins schleudern, genau dafür gibt es ja ABS, das stotterbremsen verhindert das Ausbrechen des Wagens und dein Wagen bleibt trotz einer Vollbremsung lenkbar.
Moin,
Du wirst sehr schnell von Gas auf Bremse gewechselt und der Bremse dabei einen kurzen, scharfen Impuls gegeben haben.
In diesem Fall denkt der Bremsassistent, Du hättest der Situation entsprechend zwar schnell, aber nicht entschlossen genug auf die Bremse getreten. Und dann tut er, was er tun soll: er assistiert Dir bei der Bremsung und legt noch ein paar Scheite nach 😉
Gruß,
Jan-Hendrik
Genau. 😁 Er verhindert, daß Leut nicht gleich herzhaft genug in die Bremse stehen.
Gewöhn Dich an den Gedanken, einfach auf der Bremse stehen zu bleiben. Der E46 wird mit dem Bremsassistenten unter voller Wirkung des ABS auf unebener Straße mit unterschiedlichem Belag auf jeder Spur und bei starker Querbeschleunigung in einer schnellen Kurve, also insgesamt sehr grenzwertige Bedingungen, nicht ausbrechen oder das Heck eindrehen, es sei denn, man verarscht die Elektronik damit, die Lenkung ins Kurveninnere zu drehen, während das ABS schon regelt. Nicht nur auf der Geraden dürfte der E46 zur Elite zählen, sowohl was die Bremsleistung angeht als auch die Spurtreue und Manövrierbarkeit.
Grüße,
Roman.
Naja das mit der Spurtreue überdenken wir jetzt aber noch mal. Oder ließt man hier nicht immer wieder vom Phänomen, das der E46 Spurrillen liebt, so wie meiner? 🙂
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Vielen Dank für die interessanten Hinweise!
Der Gedanke, dass der Bremsassistent ausgeholfen hat, tönt mir sehr plausibel. Ich war einfach erstaunt, dass die Räder selbst bei hohen Geschwindigkeiten blockieren können. Das pulsierende Bremspedal war mir im Schnee oder auf nasser Fahrbahn bekannt, nicht aber auf einer trockenen Autobahn. Somit darf ich in Zukunft einfach den Fehler nicht mehr machen und das Bremspedal loslassen.
Tach,
mal eine kleine Anmerkung dazu. Die Reifen blockieren bei einer ABS-Bremsung nicht. Sie neigen zwar zum blockieren, aber wirklich still stehen die Räder nicht - egal ob bei 50 oder 250!
Gruß Stefan
Zitat:
Original geschrieben von iron124
Somit darf ich in Zukunft einfach den Fehler nicht mehr machen und das Bremspedal loslassen.
Richtig!
Wenn bremsen, dann auch richtig.
Die Elektronik hält Deine Kontrolle über das Fahrzeug aufrecht und kann die Bremskraft erheblich besser regeln als Du.
Die E46 sind ja auch mit CBC, einer Bremsassistenzfunktion speziell für Kurven, ausgestattet.
So blöd das jetzt klingt: vertrau Deinem Fahrzeug 😉
Und mal ganz nebenbei: die Bremsen des E46 sind auf jeden Fall stark genug, um auch bei sehr hohen Geschwindigkeiten noch ein Blockieren der Räder hinzubekommen...das ist aber bei allen neueren Autos der Fall.
Gruß,
Jan-Hendrik
Zitat:
Original geschrieben von Mahoni
mal eine kleine Anmerkung dazu. Die Reifen blockieren bei einer ABS-Bremsung nicht. Sie neigen zwar zum blockieren, aber wirklich still stehen die Räder nicht - egal ob bei 50 oder 250!
Genau, da bin ich voll damit einverstanden. Ich hätte wohl besser schreiben müssen "dass die Räder zum Blockieren tendieren". Das effektive Blockieren wird ja durch das ABS verhindert. Aber wie bereits geschrieben wurde, scheinen die Bremsanlagen so stark zu sein, dass diese Tendenz auch bei hohen Geschwindigkeiten gegeben ist. Das war ich mir bis anhin nicht bewusst.
gönn dir mal ein Fahr sicherheits Training beim ADAC oder besser noch bei BMW.....
Da wird man Dir alles genau erklären und Du kannst es alles unter fachkundiger Anleitung ausprobiren!
glaub mir, es lohnt sich!!!!!!!!! Du wirst SDachen erleben von denen du dich heute nicht zu träumen traust!!!!!
( und vergiss nicht Deine Freundin mitzunehmen!)
Ja, du glaubst es kaum, aber ich gehe diesen Samstag ins erste Training und drei Wochen später in einen Fortgeschrittenenkurs. Das habe ich bereits vor ein paar Wochen gebucht, aber der Kurs kommt jetzt wirklich wie gelegen :-)
Nur wird man da kaum eine stärkere Bremsung bei 160 km/h machen.
Leider werde ich nicht mit meinem BMW fahren, denn alle Teilnehmer kriegen einen Toyota Corolla zur Verfügung gestellt. Hat eben auch den Vorteil, dass man das eigene Material schonen kann. Das ist keine Werbeaktion, sondern einfach im Angebot inbegriffen.
PS: Freundin macht den Kurs ebenfalls!
Das nenne ich Verantwortungsbewustsein!!!! ich finde diese Kurse sollten PFLICHT für JEDEN sein.
Wenn du das mit dem instruktor mal absprichst wird er Dir auch die Möglichkeit zur Vollbremsung bei 160, 180 oder was auch immer das Auto schaft geben... und wenn Du willst auch in der Kurve!
Frag einfach!
Zitat:
Original geschrieben von stero111
Das nenne ich Verantwortungsbewustsein!!!! ich finde diese Kurse sollten PFLICHT für JEDEN sein.
Wenn du das mit dem instruktor mal absprichst wird er Dir auch die Möglichkeit zur Vollbremsung bei 160, 180 oder was auch immer das Auto schaft geben... und wenn Du willst auch in der Kurve!
Frag einfach!
Na, für solche Geschwindigkeiten muss man aber erstmal den Platz haben 😉
Ich habe vor drei Jahren mal bei Audi ein Fahrsicherheitstraining in Ehra-Lessien (VW-Testgelände) mit einem gestellten A8 4.2 mitgemacht. Auf dem Gelände haben wir Bremsen und Ausweichen bis 120 trainiert.
Für 160 oder 180 km/h brauchst Du mit gängigen Autos wie erwähntem Corolla schon ein bisschen mehr Anlauf als mit so einem V8.
Wo soll denn so ein Fahrertraining stattfinden?
Gruß,
Jan-Hendrik
Wo??? ich hatte eins auf dem Fahrsicherheitszentrum am Nürburgring... die Bremsungen aus hohen Geschwindigkeiten auf der Grand Prix Strecke... ein weiteres Training hatte ich in Brands Hatch (UK).. da war auch genug platz
Hohe Geschwindigkeiten werden beim FST einfach durch eine Nasse Fahrbahn ersetzt. Da schmiert dir das Auto schon deutlich eher weg und es ist nicht so gefährlich, wie mit 180 Sachen da rumzumachen.
Und auch wenn du nur aus 50 km/h bremst: Du lernst beim FST richtiges Bremsen. Das können viele Leute nämlich nicht. Ist wichtig, sowas zu üben.