Auf Bergauf-Bergab-Strecken nicht unbedingt höherer Verbrauch als in der Ebene

VW Golf 7 (AU/5G)

Mit einem Golf 7 TSI 1,5 130 PS auf der Brennerautobahn 86 km mit konstant 120 km/h von Brixen über den Brenner nach Innsbruck: 5,34 l/100 km.

Mit dem gleichen Fahrzeug auf ebener Strecke Strecke mit konstant 120 km/h: 5,33 l/100 km.

Jeweils ohne nennenswerten Wind und ohne AC.

23 Antworten

Zitat:

@MichaelN schrieb am 2. August 2023 um 21:48:33 Uhr:


Und mit Anhänger schaltet das DSG auf einmal richtig? Völlig unglaubwürdig.

Tatsächlich schaltet das Getriebe im Anhängerbetrieb früher runter, was mir hier ja schon von einigen bestätigt wurde. Ohne Anhänger ist er auf meinem Arbeitsweg z.B. den Berg hoch im Nachbarort bei 50km/h im 6. Gang. Man sieht, wenn ich leicht da hoch beschleunigen will, geht der Momentverbrauch auf ü30L, Beschleunigung gleich null, weil er viel zu untertourig fährt... irgendwas unter 1.500 U/min. Selbst mit Kickdowwn schaltet er nur kurz runter und nach 100m wieder hoch. Ganz oben am Berg, wo es nicht mehr gebraucht wird und nach ca. 1Km bequemt er sich in den 5. Gang.
Mit Anhänger merkt er unten schon, er muss den 4. Gang nehmen. Dadurch hat er mehr Drehzahl und die Kraft verpufft nicht nur in der Kupplung. Momentverbrauch bei 15L...
Auf der anderen Seite dreht er aber auch manchmal bis 5k U/min und vergisst einfach zu schalten. Vollkommen random und genau deswegen war das Auto ja schon bei VW (nicht beim Händler), die wahrscheinlich nur die Mechatronik getauscht haben, Dokumentation lässt auf sich warten.

Dass der Motor was hat, glaube ich nicht. Er trinkt ja normal, wenn ich manuell schalte.
Ich habe ihn gestern neu vollgetankt, denn meine Vermutung ist, bei VW hat man einfach E10 rein gekippt, das mochte er noch nie.

Dann stimmt wirklich was nicht, wenn er nichtmal E10 mag, obwohl auf E10 abgestimmt und besser ist.
Wobei das ein Trugschluss ist, dann er zu untertourig läuft.

Um nochmal zum Ausgangsthema zurückzukommen:
In der Spritsparer-Szene ist seit langem bekannt, dass ein ständiger Wechsel zwischen Gasgeben und Rollenlassen sparsamer ist als konstantes Tempo. Die Fahrt über den Berg ist letztlich nichts anderes: Gas bergauf, Rollenlassen bergab.
Diese Fahrtechnik nennt sich "pulse and glide".
Die LKW-Hersteller nutzen das tatsächlich, es gibt in machen Fahrzeugen "Tempomaten", die auf diese Weise ständig Gas geben und wieder rollen lassen, auf der Autobahn z.B. immer im Wechsel 82-88 km/h.
Zwei Artikel zum Thema mit sehr guter Erklärung der Theorie dahinter:
https://insight-trucks.com/pulse-and-glide/
https://transport-online.de/.../...noch-alle-latten-am-zaun-65782.html

Patrick

Zitat:

@patba schrieb am 4. August 2023 um 19:35:37 Uhr:


In der Spritsparer-Szene ist seit langem bekannt, dass ein ständiger Wechsel zwischen Gasgeben und Rollenlassen sparsamer ist als konstantes Tempo. Die Fahrt über den Berg ist letztlich nichts anderes: Gas bergauf, Rollenlassen bergab.

Dann müsste man aber, um den identischen Verbrauch hin zu bekommen, gleichen Anteil an bergauf/ bergab haben. Zudem muss die Strecke in meinen Augen sehr lang sein. Damals mit dem GTI zum einkaufen fahren hatte ich nach 7Km 5-6L auf dem Display stehen. Zu Hause waren es dann irgendwo um die 8L. Geht halt zur Stadt nur bergab und gerade, zurück nur bergauf und gerade.

Gestern wieder nach Italien, unten Schnitt von 6,4L, heute hier zu Hause Schnitt von 8,1L. War aber nicht mein SV...

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Zitat:

gleichen Anteil an bergauf/ bergab haben.

Hat man im Allgemeinen, oder fährst Du mehr bergauf als bergab?

Aber Vorsicht, irgendwann befindest Du Dich auf dem Mount Everest.

Meine (langjährige) Erfahrung sagt mir, dass ich immer wieder an den Punkt zurückkomme, von dem ich losgefahren bin.

Pulse & Glide beruht auf der korrekten Annahme, dass man den Wirkungsgrad des Motors bei höherer Last verbessert.
Die unterschiedlichen Wirkungsgrade kann man einem Muscheldiagramm des Motors entnehmen.

Pulse and Glide funktioniert daher, im erweiterten Sinn, eventuell bei einer Bergauf- mit anschließender Bergabfahrt, sofern dies mit konstanter Geschwindigkeit bei der Bergauffahrt erfolgen würde und die Steigung möglichst konstant wäre.
Die Angaben des Muscheldiagramms gelten nämlich nur bei konstanter Last und konstanter Drehzahl.
Wie sich der Wirkungsgrad in Beschleunigungsphasen oder bei Laständerung verhält, wo z.b. die Trägheit des Turboladers eine Rolle spielt, sagt so ein Diagramm nicht aus.

Wenn sich einer oder beide Parameter relativ schnell ändern, was in der Realität immer der Fall sein wird, wird der Motorwirkungsgrad in diesen Phasen schlechter.

Pulse & Glide besteht sogar aus ständigem Beschleunigen und Rollen lassen.
Die Motorlast ist beim Beschleunigen zwar groß, aber die Drehzahl ändert sich dabei und es gibt nach der Rollphase im Leerlauf immer eine erhebliche Laständerung vor der neuen Beschleunigungsphase.

Zudem fährt man immer eine zeitlang schneller, als die Durchschnittsgeschwindigkeit und eine zeitlang langsamer als die Durchschnittsgeschwindigkeit, wodurch sich in Summe, da sich der Luftwiderstand bei höherer Geschwindigkeit überproportional erhöht, ein etwas größer Fahrwiderstandsanteil durch die Luft, ergibt, als wenn man die Durchschnittsgeschwindigkeit konstant fährt.

Es gibt also durchaus Argumente, die den grundsätzlichen Wirkungsgradvorteil bei dieser Methode abschwächen.
Testen kann man das daher nur, bei völlig identischen Grundbedingungen, u.a. muss die Durchschnittsgeschwindigkeit absolut identisch sein.

Bei Lkw wird das in der Praxis m.E. schwierig. Die fahren ja i.d.R. mit dem Geschwindigkeitsmaximum (Begrenzer).
Von daher wird es schwierig mit einem Vergleich, denn sobald man mit einem Begrenzer "Zick-Zack" fährt, also Rollphasen einbaut, wird die Durchschnittsgeschwindigkeit sinken und damit sinkt der Spritverbrauch automatisch. Ein Vergleich beider Methoden bezüglich der Effizienz wird somit nicht möglich.

Ergänzend zu den Anmerkungen von navec noch ein paar Gedanken:

Zitat:

@navec schrieb am 5. August 2023 um 21:17:21 Uhr:


Pulse and Glide funktioniert daher, im erweiterten Sinn, eventuell bei einer Bergauf- mit anschließender Bergabfahrt, sofern dies mit konstanter Geschwindigkeit bei der Bergauffahrt erfolgen würde und die Steigung möglichst konstant wäre.

Sicher. Pulse & Glide am Berg funktioniert insbes. dann ideal, wenn die Steilheit der Bergab-Stecke gerade ein Rollen mit Soll-Geschwindigkeit erlaubt.
Bei der im Ausgangsthread genannten Strecke Brixen-Innsbruck funktioniert das zumindest in den steileren Bereichen (nahezu der ganze Bereich Brenner - Innsbruck und andersrum Brenner -> Sterzing) mit den Golf-Benzinern recht gut, so meine Erfahrung.
Bergauf wird die Last dort (ohne Stau) auch sehr konstant sein.
Zudem:
Verschiedene Quellen schreiben, dass "echtes" Pulse & Glide in leichten bergab-Passagen am effektivsten ist (Wenn das Gefälle aber noch nicht zum Halten der Soll-Geschwindigkeit reicht).

Andererseits: Bei den modernen Benzinern mit Zylinderabschaltung ist der Effekt geringer, da hier schon auf diese Weise eine Lastpunktanhebung erfolgt.

Zitat:

Bei Lkw wird das in der Praxis m.E. schwierig. Die fahren ja i.d.R. mit dem Geschwindigkeitsmaximum (Begrenzer).
Von daher wird es schwierig mit einem Vergleich, denn sobald man mit einem Begrenzer "Zick-Zack" fährt, also Rollphasen einbaut, wird die Durchschnittsgeschwindigkeit sinken und damit sinkt der Spritverbrauch automatisch. Ein Vergleich beider Methoden bezüglich der Effizienz wird somit nicht möglich.

Der Vergleich muss natürlich bei gleicher Durchschnittsgeschwindigkeit erfolgen. Ich habe übers Wochenende etwas dazu recherchert, scheint ein komplexes Thema zu sein. Was ich gelernt, habe, ist, dass GPS-unterstützte Tempomaten im LKW-Bereich mehr und mehr Standard werden. Die geben z.B. schon vor einer Steigung Gas und nehmen schon vor dem Gefälle Geschwindigkeit zurück, um das Bergab-Rollen besser nutzen zu können. Pulse & Glide ist da nur eine weitere Funktion.
Ich habe versucht, rauszufinden, wie die Bussgeld-Situation ist. Auch da blieb das Ergebnis uneindeutig. Anscheinend ist es aber so, dass LKW i.d.R. auf "freier Strecke" (also > 80 km/h für PKW) normalerweise nur über den Fahrtenschreiber kontrolliert werden. Ein Geschwindigkeitsverstoß ist im Fahrtenschreiber erst festgehalten, wenn er eine gewisse Zeit dauert (teils war von 30s die Rede, teils von 60s). Diese Grenzen werden wohl vom GPS-Tempomaten und auch von Pulse&Glide ausgereizt, so dass diese LKW tatsächlich kurzfristig etwas schneller fahren können als das erlaubte Maximum. Unter dem Strich soll es durch die Nutzung der Technik zu keinem nennenswerten Verlust an Durchschnittsgeschwindigkeit ggü. herkömmlicher Fahrweise kommen, der Verbrauch soll aber deutlich sinken (da war teils von 1-2% die Rede, in anderen Artikeln 4-5%, wieder wo anders fast 9%)

Patrick

Zitat:

Diese Grenzen werden wohl vom GPS-Tempomaten und auch von Pulse&Glide ausgereizt, so dass diese LKW tatsächlich kurzfristig etwas schneller fahren können als das erlaubte Maximum. Unter dem Strich soll es durch die Nutzung der Technik zu keinem nennenswerten Verlust an Durchschnittsgeschwindigkeit ggü. herkömmlicher Fahrweise kommen

Wenn GPS-Tempomaten zum Einsatz kommen, müsste allein dadurch die Durchschnittsgeschwindigkeit schon sinken, denn mit deren Hilfe, sofern die auch entsprechend ihrer techn. Möglichkeiten eingesetzt werden...., sollte es durchaus übliche Durchschnitte, wie ich sie mit GPS mit ca 87km/h hinter Lkws in der Ebene messe, gar nicht mehr vorkommen können.
So schlecht funktioniert GPS nun auch nicht, dass eine derart große Durchschnittsabweichung vorkommen muss.
Mit GPS müsste daher der Durchschnitt auch dann sinken, wenn mit Zick-Zack-Muster gefahren wird.

Der exakt gleiche Durchschnitt ist aber nun mal die entscheidende Grundlage, wenn man Verbrauchsunterschiede durch Technik feststellen will.

Ich gehe mal eher davon aus, dass die Fahrer (evtl. auf Druck ihrer Arbeitgeber) bestimmte Bußgelder in Kauf nehmen, und deshalb den Tempomaten höher setzen. Bei einem GPS-Tempomaten ist das ja nicht anders, auch da kann man ja eine höhere Geschwindigkeit als erlaubt einstellen.
Bin gespannt, ob die bald kommende Pflicht für ISA (https://de.wikipedia.org/wiki/Intelligent_Speed_Adaption) daran im LKW-Bereich was ändern kann.

Patrick

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