"Verhandlungsgeschick" Autokauf

Mercedes C-Klasse W203

Hi Leute,

also ich kaufe nicht jeden Tag ein neues Auto (eigentlich erst das 2.) und habe dementsprechend wenig Erfahrung. In den Threads hier gibt es ja gute Tips, aber da wo es interessant wird steht dann immer:" der Rest ist Verhandlungsgeschick". Hmmh.... das hilft nicht wirklich. Vielleicht mag mal jemand ein bißchen aus dem Nähkästchen plaudern und hier ein bissel konkreter werden??!
Bitteeee.

Ich möchte einen C220T CDI für ca. 45000 Euronen erwerben. Ein Haufen Geld, leider finde ich keinen vergleichbaren Gebrauchten.
Beim Händler vor Ort bekomme ich läppische 4,7%, allerdings inkl. Zulassung und Fußmatten.

Ein weiteres Angebot für immerhin 6% inkl. Fußm u. Zulassung. Bei meiner Nachfrage nach Winterreifen würden Sie mir entgegekommen. Zusätzlich bekomme ich aber hier noch 1500€ extra zu meinem Alten dazu.

Ist ja schon ganz gut, aber so ganz zufrieden bin ich nicht.

Wie kann ich weiter vorgehen?

Habt ihr Tipps??

Danke

Gruß Tom

45 Antworten

@kwan
mit gefährlich meinte ich, dass es auch nach hinten losgehen kann.
d.h. wenn sie es merken das du sie gegeneinander ausspielst, dann werden sie es natürlich umgekehrt auch stärker machen.

du musst auch nicht betteln ein auto kaufen zu dürfen, aber ich habe auch schon bemerkt, wenn man zu arrogant auftritt und es "raushängen" lässt, dass man ja der kunde ist und sie ja "nur" der verkäufer, dann verzichten sie auch mal lieber auf ein geschäft. so nötig haben sie es ja dann auch noch nicht. der nächste "dumme" kommt schon vorbei und kauft. besonders wenn man bedenkt, das autohäuser mehr mit der werkstatt als mit dem verkauf verdienen....

gruss, tom

Zitat:

Original geschrieben von tom56


...
oftmals herrschen absprachen der händler einer region über den tiefstpreis!
...

Völlig korrekt, Tom! Die kennen sich schließlich alle und da ist natürlich Vorsicht geboten.

Hab's aber auch schon erlebt, dass sich zwei Autohäuser, die zur selben (!) Unternehmenskette gehörten, gegenseitig unterboten haben, um den Deal mit mir zu machen. Da war sich jeder selbst der Nächste.

Gruß

Kai

Wenn jemand unter Verkaufsdruck steht, sind denen irgendwelche Absprachen ziemlich schnell egal und die Meisten stehen heute unter Verkaufsdruck. Gerade die Niederlassungen machen teilw. die kapputesten Preise... Und wenn mündlich ein Preis vereinbart worden ist, kann ich ja noch so oft sagen, X gibt mir aber den Preis, aber beweisen kann ich es ja nicht.... . Selbst der liebe Hr. Zetsche hat sich zum Amtsantritt dazu geäußert, daß er dagegen (zumindest bei den eigenen Niederlassungen) vorgehen wird.

Und wenn man schon mit Hemmungen in ein Verkaufsgespräch geht, wird man nie das erreichen, als würde man von vornerein mit der Einstellung "ich werde das erreichen, was ich mir vornehme" ins Gespräch gehen.

Zitat:

"ich werde das erreichen, was ich mir vornehme"

...oder wie ich meinen Leuten immer sage "Ein "Nein" habt Ihr schon, Ihr könnt nur noch ein "Ja" bekommen..." ;😉

HAND,
Rolf

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Und um mal was positives zu sagen:
Es gibt durchaus ne Menge fairer Verkäufer, aber gerade bei MB hängt manchen die Arroganz vergangener Tage nach und wer mich so behandelt, naja, man kann es auch umkehren... ;-) Und selbst der, bei dem ich es total übertrieben habe, hätte mir dann zu vernünftigen Konditionen noch einen PKW verkauft, aber da wars dann zu spät für ihn... grins

Noch ein Punkt zum Thema Jahreswagen: Ich hätte damals einen haben können.

Früher lieferbar, mit minus 15 % statt der minus 8 %, die ich schon für einen Neuwagen vereinbart hatte. Er hatte alles, was ich wollte, außer Sitz-Memory (wir fahren das Auto zu zweit). Und er war schwarz.

Ich hab ihn nicht genommen, sondern stattdessen einen "maßgeschneiderten" neuen in Silber bestellt. Der Scherz hat uns immerhin rund € 4.000 gekostet (als Firmenwagen - die Finanz hat daher mitgezahlt), und ich bereue das keinen Tag lang: Ich will weder jedesmal minutenlang herumfummeln, um dann eine doch nicht befriedigende Sitzposition zu finden, noch will ich ein Auto, das ständig schmutzig aussieht (eine ganz persönliche Präferenz - für viele hier ist Schwarz ja die Wunschfarbe).

Das klingt jetzt vielleicht überheblich, aber bei einer solchen Investition verderbe ich mir die Freude (und den subjektiven Nutzwert) nicht wegen 7 % Ersparnis, auch wenn das in absoluten Zahlen ordentlich Geld ist.

Und, offen gesagt: Ich würde auch nie ein Auto kaufen, bei dem ich schon am Limit meiner Möglichkeiten kratze (das war auch nicht anders, als die Möglichkeiten noch viel geringer waren - da war auch das Auto entsprechend bescheidener). Ich fahre aber auch recht wenig und könnte sogar ohne Auto existieren.

Bei Vielfahrern ist das natürlich anders: Für sie ist das Auto ständiger Begleiter, und meist können sie sich ohnehin nicht alle Wünsche erfüllen bzw. nicht alles mitordern, was für sie durchaus sinnvoll wäre, aber eben zu teuer ist. Da verstehe ich schon, wenn man sein persönliches Limit ausreizt und versucht, möglichst viel dafür zu kriegen.

Noch ein kleiner Punkt: Bei einem Verkäufer, zu dem ich kein Vertrauen habe, würde ich ein so teures Produkt wie ein Auto niemals kaufen. Da kann er mir noch so ein gutes Angebot machen. Seine Umgangsformen sind mir da weniger wichtig, und auch 1 % mehr oder weniger macht's nicht aus - entscheidend ist, dass ich nicht das Gefühl habe, im Schützengraben zu liegen und ständig darauf achten zu müssen, den Kopf nicht herauszustrecken.

Aber das liegt wohl auch daran, dass ich selbst kein Verkäufer bin und diesbezüglich keinen "kill or be killed"-Instinkt habe.

Die Taktik, ständig in Bewegung zu bleiben und auf Angebote nicht zu reagieren, habe ich übrigens offenbar ganz instinktiv in Asien gelernt (ohne dass es mir bisher bewusst war - danke, Tom). Das finde ich manchmal auch ganz lustig, um ein Leinenhemd für 10 Dollar oder eine kleine Buddha-Statue zu erwerben - Dinge, die man meist gar nicht wirklich haben will, die aber zum Urlaubserlebnis dazu gehören, ebenso wie das Feilschen um eigentlich lächerliche Beträge.

Bei wichtigen Anschaffungen verzichte ich aber bewusst auf jede Taktik und gehe ganz offen mit meinen Vorstellungen ins Gespräch - und nur wenn der Partner ebenso agiert, lasse ich mich überhaupt auf ernsthafte Verhandlungen ein.

So, und jetzt genug der Selbstdarstellung - ich fürchte, ich werde nun doch was arbeiten müssen - ganz von nichts kommt ja nichts. 😁

Wie gut, dass ich schon früh los war und mit jetzt frei gemacht habe 🙂 .

Mir würde es bei so einem teuren Auto auch missfallen, wenn jemand den Wagen einige Monate gefahren hat und ich nicht wüsste, wie er das gemacht hat. Das ist zumindest dann ungünstig, wenn man selbst das Auto lange behalten möchte.

So da bin ich wieder...

vielen lieben Dank für die große Resonanz. Ich sehe ich muss noch viiieel lernen. Ein bissel hab ich schon gelernt (komme gerade vom Autokauf *ggg*) - vor allem meine Emotionen im Griff zu behalten.

@tom56
Suuuper. Danke. Das hilft sicher nicht nur mir weiter. Vielen DAnk. Übrigens ich besitze nur 2 Anzüge ;-) Jedenfalls sehr spaßig geschreiben.

So nun zur Story:
Ich war heute in Bielefeld, nachdem ich in meinem Heimatort mit dem Verkäufer nicht recht warm geworden bin. In Bielefeld war ich schon vor drei Wochen zufällig einmal, die Verkäuferin sehr nett. Hatte Sie gestern angerufen und ich das aktuelle Angebot genannt (mit noch einem kleinen Abzug meinerseits). Konnte Sie noch drunter - allerdings nur 700€. Dafür hat sie freiwillig von einem Gebrauchtwagenzuschuss von 1500€ gesprochen, wovon mir hier niemand was gesagt hatte. Bei den Winterreifen hat Sie sich allerdings verweigert. Hier haben Sie mir dann nachmittags 5000€ für meinen Alten geboten. Das im Hinterkopf, habe ich mir dann einen Termin in Bielefeld geben lassen. Als ich dann da war haben wir noch kurz über Jahreswagen gesprochen und siehe da lockt sie doch ein Auto raus, das jenseits meiner besten Vorstellungen lag. Naja und da ich wusste, dass sie bei Gebrauchten plus Inzahlungnahme nicht mehr so viel mit sich reden lassen (und weil ich echt scharf auf den Wagen war) habe ich dann nicht mehr großartig gequängelt. Leider hat der Wagen Mängel (Beulen, Steinschlag im Lack und Windschutzscheibe) im Wert von 1600€.

Nun zum Auto:

EZ 05/05, 16000km, Command, Automatik, Standheizung, Schiebedach, Xenon, Parktronic, Komfort-Klima, CD-Wechsler, Komfort-Paket, Parameter, Spiegel aut. abblendbar, für 34900.
Abzug für meinen Alten 4900€ und die Schäden werden behoben. Winterreifen bekomme ich güntsig (gebraucht) und der Tank ist voll.

Gut vielleicht war da noch mehr drin, ich bin aber mit dem Auto (ich weiß, ich weiß viel Schnickschnack zum kaputtgehen) und mit meinen Verhandlungen fürs erste Mal ganz zufrieden.

Nochmal Danke für Eure Hilfe.

Gruß Tom

Na siehst Du es kommt doch alles zum Guten. Glückwunsch.

Verkäuferinnen meide ich wie der teufel das Weihwasser. :-)
Ich denke wenn man sich "normal" verhält, freundlich aber bestimmt ist, kommt man gut zum Ziel. Für alle Maschen gibts eine Gegenmasche. Das hebt sich dann auf.

Hätte neu als Eu-Fahrzeug wohl rund 39.000 Euro gekostet. Insofern hast du jetzt vielleicht nicht sehr viel gespart, aber immerhin etwas.

Hi judyclt,
dafür wäre dann aber auch die Navigation während der Fahrt nicht zu bedienen (NL Auführung) und noch was war da, habe ich aber vergessen. Ich kann mich nicht erinnern, dass jemand hier geschrieben hat, dass es da eine Lösung gibt.

Probeläufe

Interessanter Thread. Wirklich gute Tipps dabei, die man für sich erst verinnerlichen muss, damit sie nach aussen wirklich authentisch scheinen.
Ich habe nach Umzügen immer einiges auf Flohmärkten verkauft. Das war mit das Beste an Verkaufsseminaren, was ich je hatte. Die erwartete Kohle war "ausserordentlicher Ertrag", kein Druck - im Gegenteil - am Ende hat's sogar Spass gemacht.
Kleine Tricks, wie die Leute beim letzten Angebot charmant aber nicht aggressiv mit dem eigene Blick zu fixieren und dabei vielleicht noch ganz unauffällig kurz am Unterarm zu berühren, kann man gut trainieren.

Später, z.B. beim Autokauf, wird dadurch Vieles leichter.

Flohmärkte sind die günstigsten Seminare ;-)
Gruß
Heringsstipp

Prima,

aber wie bekommst Du danach die Flöhe weg?? 😁

Zitat:

Original geschrieben von Thommy78_1


… aber mit dem Auto … und mit meinen Verhandlungen fürs erste Mal ganz zufrieden.

Und damit hast du das Allerwichtigste schon mal geschafft.

Zur Freude am Auto gehört auch ein freudvoller Kauf. Umsomehr bei einem Auto, das ohnehin viel mehr kostet als das "notwendige Minimum".

Ich wünsche dir (weiterhin) viel Spaß mit deinem Neuen! 🙂

Zitat:

dafür wäre dann aber auch die Navigation während der Fahrt nicht zu bedienen (NL Auführung)

Das wusste ich gar nicht. Dann hätte ich den Hinweis eines NL-Imports bestimmt nicht gegeben, da dass meiner Meinung nach ein großer Nachteil ist. Gerade bei MB ist doch die Bedienlogik so gut, dass man durchaus während der Fahrt an Ampeln oder auf leerer Autobahn bei gemäßigtem Tempo Navigationseingaben tätigen kann. Davon abgesehen kann das ja auch immer der Beifahrer übernehmen, wenn es denn einen gibt.

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