Wed Oct 17 15:22:39 CEST 2018
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Tobner
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Letztens hatte ich Urlaub und alle anderen Arbeiten und Verpflichtungen soweit beendet, dass ich den BMW endlich richtig anfangen konnte. Ich wollte mit der Hinterachse anfangen, da ich das ganze Material schon liegen hatte. Ich hole etwas aus, da es schon schwer nachzuvollziehen ist, was ich da so gemacht habe.
Der E30 hat hinten original eine Trommelbremse. Klar, für knapp 100PS reicht die, aber mit fast 300PS wäre sie dezent überfordert. Also muss eine Scheibenbremse her. Das geht bei BMW nur mit anderen Achsschwingen. Also Trommelbremsachse komplett raus und Scheibenbremsachse komplett rein. Die Achse, die ich organisiert hatte, habe ich sandstrahlen und mit Industrielack lackieren lassen. Anschließend habe ich neue Tonnenlager in den Achskörper und neue Schwingenlager in die Achsschwingen eingepresst. Dann habe ich neue E30-Radlager eingepresst und darin dann die Radnaben vom Z4. Das passt alles plug&play.
Damit war die Achse einbaufertig. Der Plan war simple: Alte Achse raus, neue rein und fertig. Sollte nur einen Tag dauern. Es wurden dann 2 Wochen daraus, in denen in jeden Tag am Auto arbeitete. Warum? Seht selbst:
Erst die Achse raus, das ging recht easy. Nur die alten Tonnenlager waren in der Karosse festgekeimt und gingen nur mit roher Gewalt raus. Als die Achse draußen war, ging die Katastrophe los. Rost. Und hier und da etwas Rost. hinten war auch Rost. Und unten. Und am Tankrohr rostete es. Und Pfalzrost war auch zu sehen. Und Rostlöcher überall. Hatte ich schon vom Rost erzählt?!
Der E30 hat eine ziemlich alberne Tankentlüftungskonstruktion. Es gehen mehrere Leitungen vom Tank durch ein Rohr zum rechten Radkasten, dort durch den gesamten Radkasten, hinter dem Stoßdämpfer entlang zum Tankeinfüllstutzen. Darüber sitzt noch ein Ausgleichsbehälter für die Tankentlüfung.Der Halter vom Tankrohr war weg. Hinter dem Tankrohr war ein Handflächengroßes Loch im Radhaus. Darum kümmerte ich mich als erstes. Tankrohr und Ausgleichsbehälter raus, Leitungen und Tank raus und die Stellen geschweißt. Den Halter vom Tankrohr und den Halter vom Ausgleichsbehälter baute ich neu und schweißte ihn an.
Der Tank war innen fortgeschritten faulig. Ich überlegte, ob ich ihn vielleicht spühlen, reinigen, versiegeln, lackieren und wieder einbauen sollte?! Ich kaufte für 225Euro einen komplett neuen. Den Tank habe ich dann mit Brantho 3in1 Chassislack lackiert. Soll ja auch halten... Danach befreite ich den Unterboden vom Auto von allen Kabeln, Sprit- und Bremsleitungen. Die Müssen eh alle neu. Anschließend suchte und stocherte ich den Unterboden ab und legte alle rostigen Stellen frei. Vorallem die Pfalze und Sicken sahen schlimm aus. An der Federtelleraufnahme war auch ein Loch drin.
Ich möchte die arbeiten einmal machen, dafür richtig. Deshalb schliff ich die Roststellen blank, behandelte sie mit Kovermi-Rostumwandler, strich sie anschließend mit Brantho 3in1 und versiegelte sie anschließen mit hochwertigem Wachs vom Korrosionsschutzdepot. Das wird 100 Jahre halten!
Dann baute ich neue Benzinleitungen ein, baute und bog die Bremsleitung vom HBZ durchs ganze Auto nach hinten (aus KuNiFer) und baute anschließend den Tank wieder ein. Danach noch die ganze Tankrohr- Tankentlüftungsgeschichte wieder rein. Meine Halter passen super, hat mich auch einen ganzen Tag gekostet...
Als das alles wieder schick war und das Auto eh halbnackt auf der Bühne stand, kümmerte ich mich noch um die Hintere Kofferrraumecke/Heckblech um die Abschleppöse. Dazu habe ich die ganze Ecke herausgetrennt und neu gebaut.
Ich habe hier noch ein Zeitraffervideo am Start. Ich habe mit meiner Canon EOS alle 15 Sekunden ein Bild gemacht und anschließend zusammengeschnippelt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, wie ich finde. Und die Ecke am E30 sieht auch wieder sauber aus
Danach die neue Achse rein und voilà
danach passte ich stundenlang das Bremsankerblech an und baute folgende Bremskomponenten ein:
-Handbremse original vom E30 mit Scheibenbremse -Radnabe Z4 -Bremsscheibe vom E46 328i in 294mm Durchmesser -Bremssatteladapter von 300mm.de -Bremssättel und -halter vom 540i E34 -Bremsbeläge vom 540i E34 -Handbremsseile original
Die Bremssättel sind Originalteile aus 1988. Ich hab sie blank gemacht, neu lackiert, neue Manschetten (Kolben waren wie neu) und neue Führungsgummis verbaut. Dann passierte noch ein Malör: Ich habe eine Entlüfter abgerissen. Der Linksausdreher riss dann das im Loch verbliebene Gewindestück in 2 Hälften und ich konnte die oberen3-4mm herausdrehen. Das untere Stück mit dem Konus ging auch mit Linksausdreher nicht heraus, sodass ich als letzte Chance einen Torxbit hineingetrieben habe, den Sattel zum glühen gebracht und so das letzte Krümel herausgedreht habe. Glück gehabt...
So sieht das Ergebnis aus:
Am Ende habe ich das Differential vom E34 525tds eingebaut. Das passt mit passendem Deckel in den E30. Da es viele Umbauer gibt, aber die Deckel sehr selten sind, werden die sehr teuer gehandelt. So habe ich 150Euro nur für den Deckel gelohnt, was mir schon ein Dorn im Auge war...
Ich baute den Deckel an, es passte alles, aber plötzlich ließ sich das Differenzial nicht mehr drehen. Das Geberrad vom Geschwindigkeitssensor stieß am Deckel an. Wie das??? Ich googelte.
Es ist kein Deckel vom E30, sondern vom E36 323i compact. Super. Den gibt es bei BMW für 75€ NEU. Superdupermegaprima. Ich wurde abgezockt und mein Blut kochte. Zurückgeben geht nicht, der Deckel liegt schon ein halbes Jahr hier und ich kenne den Verkäufer nicht mehr. Was nun? Geberrad gekürzt. Jetzt dreht das Differenzial aber der Geschwindigkeitssensor stößt innen gegen die Welle... Jetzt muss ich einen anderen Sensor besorgen und hoffen, dass der Mist passt. Ansonst habe ich ein Problem.
Ansonsten konnte ich den E30 auf die neue Achse stellen. Mitsamt den X1-Stahlfelgen in 17" mit neuen 215/40R17 Reifen. Macht schon einen gewaltigen Eindruck.
Demnächst habe ich wieder urlaub, dann sollte es am E30 weitergehen. |
Sun Sep 23 16:35:51 CEST 2018
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Tobner
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Tja, in den letzten Monaten ist Zeit meine kostbarste Ressource, deshalb stehen Dinge wie Blogartikel im Hintergrund. Trotzdem will ich den Reisebericht zuende bringen...
Etappe 9: Ladogasee - St. Petersburg
Wir packten unsere 7 Sachen ein und starteten. Thomas hatte die Karte auf die Motorhaube des Suburban gelegt und rührte mit seinem Finger darauf herum: "Hier ist ein schöner Spot, direkt am Ladoga, dort grillen wir." - "Und hier ist ein alter Stadtteil, den müssen wir sehen." Seine Vorschläge und Pläne waren super, nur hatten wir leider die Zeit nicht und mussten aussortieren. Tagesziel 1 war das älteste Kloster am Ladoga. "Da gehts durch den Wald hin, kein Problem. Und wenn wir dort sind, können wir super grillen"
Thomas zeigte mitten in den Wald. "Wir könnten auch da so quer..." "NEIN" Wir drehten um, fuhren die furchtbare Schneiße durch den Wald zurück und bogen irgendwo in einer Waldsiedlung ab Richtung dem Kloster. Das Wetter war bombenhaft, die kleine Fischersiedlung am See lag verschlafen brach. Das Kloster haben die Russen kurzerhand weggerissen und waren dabei, ein neues ältestes Kloster zu errichten. Mit Blick auf die Uhr klemmten wir uns leider das Grillen und rollten weiter.
Plan war, auf der Ostseite nach Süden um den Ladoga zu fahren und dann westwärts nach St. Petersburg zu fahren.
Was ich noch anmerken muss, dass wir, außer Thomas, entsetzt waren, wie die Russen lebten. Am Vorabend war es so dunkel, dass wir es nicht direkt sahen, aber jetzt sahen wir das Elend der Landbevölkerung. Die Russische Landbevölkerung lebt in Bretterhaufen, sporadisch mal mit Fenster oder Tür. Kanalisation haben die Dörfer sehr selten. Wahnsinn. Wenn man soetwas sieht, muss man jede Minute froh sein, in Deutschland einen hohen Lebensstandart zu besitzen und es nicht als Selbstverständlichkeit hinnehmen...
Irgendwann nervte wieder der winzlige Tank des Subarus und wir mussten Sprit fassen. Wir hielten an einer "Tanke" und fragten uns, was zu Hölle DAS da war?!
Ich tankte 95Oktan bis der Tank voll war. Wir hatten aber noch einige Liter "frei", also stieg Franke mit dem Benzinschlauch aufs Dach und tankte die Kanister voll. Anschließend waren immernoch 200ml übrig. Es ging kein Tropfen mehr ins Auto, also steckten wir die Pistole wieder in den Feuerlöscher. Plötzlich brüllte die Frau durch den Lautsprecher wie verrückt. Thomas meinte, wir sollen die 200ml noch tanken. Ging nicht. Die Frau war außer sich. Thomas sagte ihr, die 200ml sind geschenkt, die soll es einfach dem nächsten Kunden schenken. Ich glaube, die Frau erlag einem Nervenzusammenbruch. Entrüstet meinte sie, sowas hat sie in 15Jahren noch nciht erlebt... Also dass einer 200ml Sprit verschenkt... Der Liter Sprit kostet übrigens um die 70-80Cent.
Das Kolonnenfahren war genauso schwierig bis fast unmöglich, weil sich andauernd fremde Autos zwischen und drängten und weiter überholten. Dazu MUSS man tatsächlich öfters auf den Dreckstreifen ausweichen, weil sonst der Russe in seinem Lade im Gegenverkehr am LKW zerschellen würde. Ich bin mir auch sicher, dass die Russen einen rammen würden. Ein Wahnsinn, mir war das alles VIEL zu stressig. Dann möchte man überholen, Team Sisu mit Thomas, der voll im Russenmodus war, zog einfach raus, wir hinterher. Die Straße ist kerzengerade (fast immer und überall) und die Gegenfahrbahn ist frei. Man zieht raus, plötzlich knallt einer ganz links, halb auf dem Dreckstreifen vorbei. Währenddessen zieht ganz gemächlich einer aus einer Nebenstraße auf die Gegenfahrbahn. Spaß. Und am Ende kommt noch ein russischer Redneck mit dem Niva aus dem Unterholz und gurgt einem noch in die Quere. Ich muss schon sagen, ich hatte echt Angst, auf Russlands Straßen einen schlimmen Unfall zu bauen. Thomas war da ganz ruhig. "Du darfst nicht in den Rückspiegel schauen, das macht hier niemand. Blinken und fahren, die anderen passen sich schon an..."
Um Himmels Willen. Das Himmelfahrtskomando dauerte an, bis wir Tanken mussten und als Snack einen "Schawerma" aßen. Was ein traumhaftes Gericht, es war der Himmel auf Erden. War ich evtl. im Straßenverkehr gestorben? Auch wenn der Schuppen echt gruselig aussah, das Essen war bombe. Man sah aber zum Glück die Küche nicht. Tja, Toiletten funktionierten auch nirgends, überall waren die Wasserrohre eingefroren...
Dennoch war er so begeistert von Besuchern, die einfach interessehalber angehalten waren, dass er uns eine Pivatführung durch sein Kloster anbot. Klar, los gehts. Ich kürze den fast zweistündigen Aufenthalt mal ab und sage: Es war wirklich interessant. Er zeigte uns ein Video mit der Geschichte, zeigte uns den Glockenturm und führte uns wie wild herum. Ein wirklich frommer und netter Mensch. Ein Kontrast zu den Menschen, die ich bisher in Russland getroffen hatte.
Wir rollten weiter, wir mussten noch nach St. Petersburg und halb durch die Stadt. Ich kürze auch hier ab. Chaos. kriegsähnliche Katastrophe im Straßenverkehr und wir mittendrin. Wir waren froh, dass der gigantische Suburban hinter uns fuhr. An den trauten sich die Russen nicht heran. Wir erfüllten die Tagesaufgabe: Das finden einer geheimen Bar. Dort war das "Hallo" mit den anderen Teilnehmern riesig, wir freuten uns, überlebt zu haben. Die anderen waren schon Stunden dort und hatten schon recht männlich einen sitzen. Mutig, in Russland herrscht 0.0 als Alkoholgrenze, ein Verstoß kostet fast 4 stellig (EURO!). Zudem bekommt man das Problem, dass das rechtmäßige Klären des Problems mehrere Wochen dauern kann, in denen auch noch das Visum abläuft. Oder man versucht die Polizei zu schmieren, was fast immer geht, aber halt nur fast. Das muss man echt nicht haben, also nur ne Cola trinken und weiterfahren. Thomas`alter Freund Alexej hatte uns ein 4 Sterne-Restaurant organisert, das auch noch bezahlbar war. Doch wir fanden es nicht. An der angegebenen Adresse war nur ein Wohnhaus, kein Hotel. Thomas verschwand und tauchte 3 Minuten später wieder auf. Wir müssen durch das Tor, das Hotel ist im Innenhof. Ja, genau. Im Innenhof. Ein 4-Sternehotel... Das Hotel war ein ausgebauter Kindergarten und der Eingang befande sich tatsählich im Innenhof. Nur das nach Verarsche aussehende Schild deutete auf das Hotel hin. Wir traten durch den schmuddeligen und heruntergerockten Hof durch die klemmende und kratzende Tür und standen tatsächlich auf feinem Teppichboden vor einer Rezeption. Dahinter eine junge Rezepionistin und buisness-Dresscode und mangelfreiem Englisch (eine Seltenheit in Russland). Sie führte uns die Treppe hinauf in ein Zimmer, was selbst nach deutschem Standart 4 Sterne entsprach. Ich hab leider keine Bilder gemacht, aber es fehlte an nichts. Neue Einrichtung, teure Möbel, Designfliesen im Bad, teure Dusche mit Regenfunktion, Fußdusche, LEDs, verschiedenen Brausen und Programmen und alles. Wahnsinn.
Auf dem Rückweg sagte Alexej, mit unserem Auto würde er sich nicht in den Straßenverkehr trauen. "Das ist ja nur ein Moped mit Blech rundrum." Danke. So denken halt die Russen. Wir gingen danach gleich ins Bett, ich war nach dem Tag im russischen Straßenverkehr fix und alle mit der Welt...
Tageskilometer: 476km
Ich hatte vergessen zu erwähnen, dass der Innenhof des Hotels winzlig war und wir mit den Autos schon schlimm puzzlen mussten, am Abend hatte sich ein Anwohner lautstark beschwert, ich hätte ihn eingeparkt. Er wäre ohne Probleme da herausgekommen, aber man kann auch erstmal eine Szene machen... Wir starteten in die Stadt, ab dem ersten Meter ging wieder das pure Chaos los. Ich kürze es ab: Die Stadt bietet wunderbare Ecken, wir hatten das besten Bombenwetter, was man sich vorstellen kann und wir hatten ein paar echt tolle Stunden in der Stadt. Gegen Mittag ließen wir Petersburg hinter uns und wollten nochmal zum Kriegsdenkmal "Krasnaja Gorka" an der Ostsee. Leider darf man als Tourist nicht bis dort hin fahren und sich das anschauen, wir wurden vorher aufgehalten... Also steuerten wir den Grenzübergang nach Narwa an. Außerhalb der Stadt wurde der Verkehr zum Glück etwas ruhiger, trotzdem stressen einen die ganzen waghalsigen Überholmanöver ungemein...
In der Stadt gingen dann tatsächlich auch Probleme mit dem Subaru los. Ein Geräusch bündelte meine Aufmerksamkeit, es war ein ganz leises kratzen vom Rad hinten rechts. Es war kaum hörbar, aber unsere geübten Ohren entging es nicht. Vllt Eis, was am Reifen kratzt?! Könnte sein. Wir fuhren erstmal weiter Richtung Grenze. An der Grenze standen wir gut 2.5h an, wir waren am frühen Nachmittag dort und waren gegen 16:30 endlich an der Reihe. Die Grenzerin war sichtlich am Ende, die ganzen Rallyetouristen haben sie den ganzen Tag unheimlich gestresst. Nach einer kurzen Fahrzeug- und Passkontrolle durften wir ausreisen und das Fahrzeug exportieren.
Egal, wir hatten es hinter uns und waren recht froh, wieder mit gesitteten Menschen den Straßenverkehr teilen zu dürfen. Etappenziel war ein Feriendorf kurz vor Tallin. Das war die zweite Rallyeparty, die der Veranstalter organisiert hat. Da wir schon ziemlich spät dran waren, und wir beim Einreisen in Estland auch noch einmal komplett kontrolliert wurden, fuhren wir ohne Umschweife direkt dort hin. Wir hatten uns auch noch verfahren und es gab ein paar kleine Dissonanzen in der Gruppe, wodurch es immer später wurde. Wir freuten uns auf das vom Veranstalter organisierte Abendessen und das gemütliche Beisammensitzen. Nach 2 kleinen Verfahrern hatten wir das Dorf gefunden. Es war wirklich mitten im Wald, wir sind 10 Minuten durchs Unterholz gekarrt, was aber kein Problem war. Nur das Geräusch aus dem Radkasten hinten rechts wurde allmählich lauter, es war schon fast besorgnisehregend.
Das Feriendorf war wie ein Indianerdorf gestaltet. Als Versammlungsort stande dort ein riesiges Tipi (sicher 15m im Durchmesser und wer weiß wie hoch), darin war mittig eine Feuerstelle, darum sitzplätze. Am Rand war eine Bar und eine kleine Bühne mit Livemusik. Es war eine atemberaubende Atmosphäre und unsere Laune stieg....bis es hieß, es gibt nichts zu Essen mehr. Wie bitte WAS?! Schock. Wie jetzt, nichts mehr??? WAS? Scheinbar ist etwas mit der Organisation schief gelaufen und es war nicht genügend Verpflegung da. Es hieß auch, die ersten Teams hätten ohne Rücksicht auf Verlust gefressen was das Zeug hielt... Was nun wirklich passiert ist, wussten wir nicht, doch wir waren doch ziemlich sauer. "Mir doch wurst, ich grill jetzt!!!" Ich fuhr den Subaru rückwärts direkt ans Festzelt, obwohl es verboten war, und heizte den Grill ein.
...nichts zu essen...auf einer Party...tzzz...nicht mit mir...mir doch egal ob das parken hier verboten ist...ich fahr da jetzt hin...
Tageskilometer: 410km
Etappe 11: Raudsilla - Siauliai
Wir hatten natürlich unsere Kaffeemaschine schon gefüttert und schnupperten Kaffeeduft, als die anderen fluchend auf warmes Wasser warteten. Mit dem Benzinkocher ging es dann aber innerhalb von 3 Minuten und die Stimmung stieg unaufhörlich mit der Aussicht auf KAFFEE. Auf den zerknitterten Gesichtern konnte man sogar sporadisch ein Lächeln erkennen Wieder trennten sich unsere Wege, Team Sisu wollte über Kaliningrad, Team Wildeast und wir wollten gern auf Russland verzichten. Nach einem Blick auf die Karten starteten wir in den Tag. Auf den ersten Metern hört man wieder das "krrt krrt krrt" aus dem Radkasten. Es wurde tatsächlich lauter und lauter. Es war langsam echt beunruhigend und wir rätselten beim Fahren lange Zeit über die mögliche Ursache...
Mittags rollten wir in einer kleinen Stadt nordlich von Riga ein. Wir hatten ein kleines Restaurant am Wasser gefunden, welches eine astreine Küche bot. Ich bin nicht so der Foodblogger oder Schickimicki-Essenfotografierer, aber diesmal musste ich ein Bild machen:
Danach fuhren wir weiter und hielten wir nochmal kurz an der Küste an. Der Walter gab uns den Tipp, wie es genau dazu kam, weiß ich nicht mehr. Doch dort machten wir folgende Schnappschüsse:
Abends quartierten wir uns in Litauen, in der Vorstadt von Siauliai ein. Abends wurde die Gangart wieder etwas zorniger, da es wieder recht spät wurde. Ein kleines Ereignis war noch das umfahren einer Autobahn, während dem wir auf der Karte auf eine gelbe (also schon etwas größere) Landstraße fuhren. Leider war das definitv einer der schlechtesten Straßen des gesamten Trips, ich habe nur ein kurzes Video dazu gemacht.
So ging es übrigens über 2h.
Das Geräusch aus dem Radkasten haben wir bei dem Geschepper und Gekrache natürlich nicht gehört, aber abends wussten wir, dass die Straße es noch viel schlimmer gemacht hat. Wir hätten ehrlich gesagt nach den ersten 10min auf der Straße gedacht, das hält der Subaru niemals aus. So eine schlimme Vergewaltigung des Autos habe ich auch noch nie mitgemacht. Ich hatte regelrecht Angst um die Technik und Angst, dann mitten in der Nacht in Litauen zu stranden mit kaputtem Auto. So unwahrscheinlich war es auch nicht, ein Audi A4 B5 zweier Rallyeteilnehmern ist auf so einer Strecke mehr oder minder gestorben (Querlenker kaputt gegangen) und eine andere Teams hatten defekte Reifen oder Radlagerschäden. Schlimm...
Tageskilometer: 630km
Etappe 12: Siauliai - Marienburg
Wir kramten also den hydraulischen Wagenheber vom Dach und setzten ihn hinten links an der Schwellerkante an. Franke pumpte und pumpte und der Subaru erhob sich. Kurz bevor das Rad hinten rechts den Bodenkontakt verlor, gab es einen Knack und der Subaru sackte 15cm ab. Nanu?! Die Schwellerkante war irgendwie komplett im Schweller verschwunden und selbst der Schweller knickte bis zum Einstieg ein... Kacke... Bei der anderen Seite passierte das Gleiche, also pumpten wir den Subaru am Differential hoch. Natürlich bei -15°C und Neuschnee. Als das Auto endlich oben war, untersuchten wir, ohne das Rad abzuschrauben, ob irgendetwas locker war oder ob einer der Spannstifte an der Trommelbremse fehlte. Es war aber alles fest und auch beide Stifte waren noch fest am Ankerblech. hm... Wir entschieden uns, weiter zu fahren und das Geräusch notgedrungen weiter zu beobachten. Da es am Vortag aber wirklich schon sehr laut war, wurde uns mulmig zumute. Nicht, dass wir den Trip nicht zuende fahren können?! So kurz vor dem Ziel? Das wäre wirklich extrem Ärgerlich. Wir fuhren los. Auf den ersten Metern war das Geräusch extrem. Nun fing es auch noch an bei jeder Umdrehung zu haken und zu stocken. Irgendetwas musste in der Bremse kaputt gegangen sein. Nach 2 Kilometern Gehuckel und teilweise blockiertem Hinterrad fuhren wir in eine Tankstelle. Natürlich schneite es wie verrückt und wir fragten, ob wir unter dem Dach der Tanke unser Auto reparieren durften. Der Tankstellenbetreiber verneinte und gab uns einen Platz auf dem Tankstellengelände vor, auf dem wir ungestört arbeiten konnten. Besser als nichts. Ich bekam schon magenkrämpfte, bei dem Gedanke, dass unsere Reise hier vorbei gewesen sein soll. Selbst wenn wir die Trommel abbekamen (was schon sehr unwahrscheinlich war), konnten wir ohne Ersatzteile das Auto auch nicht reparieren. Wir wollten drastisch werden:
"Wir bauen den ganzen Hafer aus der Trommel raus und fahren mit 3 Bremsen weiter..." "Die Idee ist gut, aber ohne Bremsbeläge geht der Radbremszylinder kaputt und die Bremsflüssigkeit läuft dort raus" ... ... ... "Wir knicken die Leitung am Radbremser soweit zusammen, dass dort keine Bremsbrühe mehr durchfließt" "Jo, so tun wir, los gehts"
Mario und Franzi bekamen große Augen. Zurecht, die Idee ist wirklich etwas krass. Aber besser als stranden. Und mit 3 Bremsen kommt man noch nach Hause. Wir wühlten wieder unser Werkzeug raus, was unter dem Bett in den Mulden der originalen Sitzbank lagerte. Ich bockte das Auto auf und Franke setzte den Knebel samt verlängerungsrohr an, um das Rad zu lösen. Er dreht ohne Kraft die Mutter.
"Guck mal, die Mutter ist lose"
Die zweite Mutter auch. Wie jetzt?! Letztendlich waren alle 5 Muttern lose. Und zwar nicht nur los, sondern 2-4 Umdrehungen runter. Warum uns das 2km vorher nicht aufgefallen ist, konnten wir uns nicht erklären. Wir hatten das Rad gedreht und dabei nichts gehört... Unserer Meinung nach hätte das schon der Grund für das Geräusch sein können. Da die Bremstrommel durch das Rad und die Radmuttern befestigt ist, kann sich durch das lösen der Muttern auch die Trommel bewegen. Und auf den Belägen verkanten. Was bei uns passiert sein muss. Wir zogen die Muttern wieder fest und kontrollierten die restlichen 3 Räder. Die anderen Räder waren bombenfest. Wie konnte das passieren? Ein Rad lose nach 7500km??? Egal.
Die Testfahrt zeigte sich mehr als befriedigend, das Geräusch und das blockieren der Bremse war weg. Gott sei Dank!
Wir starteten in den Tag. Wie schon beschrieben, waren die letzten Tage etwas emotionslos. Oder besser gesagt emotionsloser als die ersten 10 Tage. Wir fuhren zum "Hill of Crosses" und verbrachten eine bedächtige Stunde an diesem Ort. Danach ging es weiter. Wir hatten die letzten Tage schon gut durchgeplant, also hielten wir uns an den Plan. Im Nachhinein betrachtet nahmen wir uns dadurch wahrscheinlich noch etwas das Abenteuergefühl...
Das erklärte Ziel war Marienburg in Polen. Das Roadbook gab 2 Routenvorschläge: Einmal durch Kaliningrad, einmal außen rum. Hier muss noch gesagt werden, dass Kaliningrad zur russischen Förderation gehört und praktisch noch Russland ist. Bedeutet natürlich wieder Einreise- und Auseisestress, Sprachbarriere und Stress auf den Straßen. Durch unsere Dummheit, beim Russlandvisum nur einmalige Einreise beantragt zu haben, waren wir eh raus und hätten nicht über Kaliningrad fahren können, selbst, wenn wir es gewollt hätten. Wir fuhren außen rum, Team Sisu trennte sich erneut von uns fuhr über Kaliningrad.
Die Etappe war beinahe öde. Sie war so öde, dass ich kaum noch Erinnerungen daran habe und auch nicht ein Bild an dem Tag gemacht habe. In Marienburg hatte Mario ein super Hotel aufgetan. Es hatte 3 Sterne und kostete mit Frühstück um die 20 Euro pro Nacht. Die Bude war der nackte Oberwahnsinn. Alles neu, alles hochwertig und die Leute supernett. Durch Zufall war Walter vom Team Woldo auch in Marienburg und wir trafen und spontan im Hotelrestaurant zum Abendessen. Das war auch der letzte Abend im Ausland. Am nächsten Tag sollten wir über die deutsche Grenze rollen.
Tageskilometer: 675km
Etappe 14: Marienburg - Peenemünde
Wir eierten los und kamen gut voran. An dem Tag war der Höhepunkt das Mittagessen in einer Stadt, deren Namen ich vergessen habe. Das Restaurant war eine liebevoll ausgebaute Mühle, die wirklich auf den Punkt restauriert war. Im Eingangsbereich gab es einen großen Tonkrug mit selbst gemachtem Speckfett und frischem Brot, bei dem man sich selbst bedienen konnte. Schon allein das Speckfett war eine Offenbarung. Danach gab es Rote-Beete-Suppe und die besten Piroggen meines Lebens, die mit groben Speck garniert wurden. Wir überfraßen uns alle maßlos.
Danach fuhren wir schnurstracks Richtung Swinemünde auf Usedom. Dort warteten wir eine Stunde auf die Fähre, nachdem wir irgendwie total irritiert waren, dass wir mit einer Fähre fahren mussten. Außenrum ging nicht, Brücken gab es nicht. Mit dem Blick auf GoogleMaps wussten wir dann auch warum...
Danach waren wir wieder in Deutschland. DEUTSCHLAND. Wir waren wieder in der Heimat. Wahnsinn. Wie als wäre nichts gewesen. Es fiel wieder etwas Anspannung von uns. Wir hatten wieder gewohnten Boden unter den Rädern. Völlig überglücklich gingen wir an der peenermünder Promenade in eine Pizzaria essen und danach fuhren wir auf den Campingplatz, den wir klargemacht hatten. Die letzte Nacht wollten wir nochmal, im ursprünglich geplanten Sinne campen. Das taten wir auch. Das Wetter war mitTemperaturen um den Gefrierpunkt schon sehr mild und wir schliefen wie die Murmeltiere. Im wahrsten Sinne des Wortes: Ein Traum!
Tageskilometer: 500km
Nachdem wir über die Ziellinie rollten, beglückwünschten sich alle Teams und wir plauderten mit anderen Teams und Besuchern. Da wir über Mittag durchgefahren waren und wir bis zur Abendveranstaltung etwas Zeit hatten, schmissen wir den Grill ein letztes mal an. Für die Besucher ein echter Hingucker! Die Stunden vergingen leider wie im Flug, und so stande die Schlussveranstaltung im "Eier-Karl" an. Dazu muss ich leider sagen, dass die Bude mal viel viel viel zu klein für die ganzen Leute war, sodass es nicht nur ein Gedränge und Getrampel war, sondern dass einige Leute sogar draußen bleiben mussten. Zudem das schlechte Imbissessen für teures Geld und Unstimmigkeiten mit dem Veranstalter, der die Verpflegung auf seine Kosten versprach, aber das Versprechen nicht hielt. Franke bekommt in engen Räumen mit so vielen Leuten leichte Panik, weshalb er ins Auto ging und wartete. Verständlich, es war wirklich kaum auszuhalten in der Kneipe. Nach der Siegerehrung, bei der die Teams, die am meisten Punkte im Roadbook sammeln konnten, geehrt wurden, tranken wir noch ein Bier (oder zwei
Wir (oder eher ich, weil Franke leider nicht dabei sein konnte), bekam unheimlich viel Zuspruch und Komplimente. Wir waren "Sieger der Herzen", die verrückten Sachsen mit ihrem rollenden Seelenverkäufer, die es problemlos geschafft hatten und immer mit einer lustigen Annektode oder einem lockeren Spruch aufwarten konnten. Wir waren soetwas wie ein Running-Gag. Die Leute freuten sich, wenn sie während der Reise des bunten Trümmer sahen und wussten, dass wir IMMERNOCH fuhren. Und wir hatten es geschafft. Viele meinten, sie hätten bei der Startveranstaltung niemals gedacht, dass wir es mit dem Auto hätten schaffen können.
Beflügelt von den tollen Gesprächen und den netten Leuten, musste ich leider Abschied nehmen. Wir wollten noch nach Hause fahren, wir wollten nicht in HH übernachten. Das eigene Bett ist dennoch am schönsten und wir mussten beide am Montag wieder arbeiten, und es war Samstag Abend. Am Sonntag 500km heimfahren und dann "ankommen" wäre stressig gewesen. Der Abschied fiel mir wirklich schwer, schließlich wächst man mit den Leuten auf so einer Reise schnell zusammen. Wir fuhren los, tankten noch einmal voll und ließen HH hinter uns. Auf der BAB war es Nachts ruhig und so fuhren wir, total geflasht von den ganzen Emotionen und Eindrücken, einfach heim. Die letzte Etappe mit 500km verging wie im Flug und so kamen wir halb 2 in der Nacht zuhause an. Wir hatten die letzten 500km darüber nachgedacht, nach Hause zu kommen, sodass es wenig besonderes war, endlich zuhause angekommen zu sein. Ich ging ins Bett schlief fast bis Sonntag mittag.
Tageskilometer: 900km
Gesamt-km: ~9500km
Outro
Ich habe so meine Schwierigkeiten, diverse Sachverhalte besonders zu umschreiben oder in die Länge zu ziehen, was mir im Deutschunterricht öfters mal kopfzerbrechen bereitete. So weiß ich auch gerade nicht so recht, wie ich hier eine umfangreiche Zusammenfassung schreiben soll.
Es ist tatsächlich eine wahnsinnig tolle Reise gewesen. Ein Abenteuerurlaub, der in der heutigen Zeit voller All-Inclusive-Billigreisen in überfüllte Hotelanlagen seines Gleichen sucht. Ein Trip, der so viel Potential hat, das man es selbst in vielen Wochen und Monaten auf Achse nicht ausreizen kann. Es ist fast schon traurig, dass die Reise wirklich nur 2 Wochen andauerte und dass man in den 2 Wochen über 9000km gefahren ist. Man sieht soviele Dinge, dass man garnicht alles "behalten" kann. Man fährt so viele Kilometer, dass man fast schon hetzen muss.
Ich behalte die positiven Aspekte in Erinnerung. Die vielen Dinge, die ich gesehen haben, die vielen Leute, die ich kennengelernt habe. Die Vielen Bilder, die ich mir anschaue, wenn ich malwieder etwas Fernweh habe. Die 2 Wochen Ausnahmezustand, in denen ich wirklich nur an die Reise dachte und mit den tollen Dingen auf der Reise so beschäftigt gewesen bin, dass ich keine Minute an die Arbeit, den Stress oder den Alltagstrott zuhause dachte. Es war eine der schönsten Erfahrungen, die ich in meinem Leben bisher machen durfte. Dafür bin ich dankbar.
Ich werde öfters gefragt, was die Reise so gekostet hat. Kurz und knapp: Mit Startgebühr, Sprit, Fähren, Vorbereitung, Visa und Hotels waren es um die 3500€ zu zweit. Leider muss ich hier sagen, dass man von den 950€ Startgebühr nicht viel bekommt. Da wären Start- und Zielveranstaltung, die mehr oder weniger aus einer Alurampe und einem Banner, ein paar Zäunen und Durchsageanlage bestehen, die beiden Events mit Unterkunft (wobei Raudsilla zwar toll, aber zum nächtigen umbrauchbar war, zudem gab es kein Wasser und nichts mehr zu essen) und ein Paket mit den Aufklebern und 2 Pullovern. Ich hatte ehrlich gesagt mehr von dem Geld erwartet. Kein Support bei Pannen, kein Support bei Problemen in den einzelnen Ländern (einer wurde in Schweden sehr teuer geblitzt und hatte Probleme, andere in Russland), keine Visa oder sonst etwas. Die Teams mussten sich komplett selbst organisieren, orientieren und alles selbst zahlen. Ohne Whatsapp-Gruppe und GPS wären sicher einige Aktionen nicht so gut ausgegangen. Hier erinnere ich mich an einige Abtaucher in tiefe Schneewehen im Menschenleeren Schweden und die folgenden Hilferufe im Netz, Pannen oder auch unsere Hotelsuche in Schweden. Ich muss sagen, von der Arbeit des SAC war ich doch etwas enttäuscht. Ich möchte es kaum schreiben, aber ich persönlich habe das Gefühl, keine Reise sondern den Lebensunterhalt einer oder mehrerer Veranstalter zu zahlen. Vielleicht liege ich auch falsch...
Epilog
Laut Wikipedia ist ein Epilog ein Nachtrag zum Drama
Das Drama fing leider erst nach der Reise an. Auspacken, umräumen, waschen, alles wieder an die Leute verteilen, die mir diverse Dinge geliehen hatten, Arbeiten gehen... Doch was wird mit dem Subaru? Er hatte sein Geld verdient. Er hatte es schon vor unserer Reise redlich verdient, schließlich bin ich in 5 Jahren 45tkm gefahren, mit der Reise sogar 55tkm. Problematisch war aber der Zustand. Ehrlich gesagt war das Auto VOR der Reise schon ziemlich nieder, ich hatte mich ja auch 4 Jahre kaum um den Zustand gekümmert oder nur notdüftig repariert. Die einzig logische Konsequenz war klar: Das Auto ist tot. Wirklich tot. Endgültig. Nicht "tot, aber ich rette es und fahre es noch 5 Jahre", sondern "egal was ich tue, er wird keinen Meter mehr fahren-tot". Einige Leute wollten ihn kaufen und damit noch etwas herumfahren, schließlich hat er ja Zuverlässigkeit bewiesen. Aber das konnte ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren.
Ich habe also, nachdem wir das ganze Rallyezeug demontiert hatten, angefangen, die hintere Stoßstange abzubauen, weil ich ganz genau wusste, dass dort drunter eine Katastrophe lauerte. Die Ecke am Radlauf HL, die bei Subaru IMMER rostet, wurde vom Vorbesitzer schon "repariert" und zugeschmiert, JETZT wollte ich es wissen und popelte die Reparatur auseinander. Seht selbst.
Danach stocherte ich die Schweller ab, die waren ja hinten sowieso nicht mehr existent. Die waren ebenfalls total fratze. Dann baute ich Stoßstange runter und bestaunte die Ecken der Radhäuser links und rechts. Da war NICHTS MEHR. Krass. auf der Beifahrerseite war die komplette Ecke weg. WEG. Nicht mehr da. Alles klar...
Es gab nur noch Schrott. Vorher wollte ich aber den Motor messen, weil er ja mit voller Beladung keine 130 mehr lief. Den Fuffi investierte ich und wir maßen die Leistung. Der Motor drückte noch 89,6PS. Original hat er 90PS, also passte das ziemlich gut. Da blieb für die enorme Performance-Einbuße tatsächlich nur die Beladung und der Luftwiderstand durch den Dachkorb. Krass... Danach bauten wir den Motor aus, was entspannte 1,5h dauerte und ich verkaufte ihn. Der jetzige Besitzer schrieb mir noch eine Whatsapp, dass der Motor sehr gut läuft und er sehr glücklich mit dem Motor ist. Die komplette Innenaustattung und die originalen Scheinwerfer sind auch verkauft, sowie die Dachrehling und Innenverkleidungsteile. Der Rest war eh nicht mehr zu gebrauchen. Mit den Verkauf habe ich noch knapp 300Euro verdient. Ähnlich viel, wie ich mal vor 5 Jahren für das Auto bezahlt habe
Die Motorhaube hängt jetzt in unserer Schrauberhöhle, als stilles Denkmal an dieses unglaubliche Auto, mit der wir die Reise unseres Lebens machen durften.
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Wed May 02 19:35:52 CEST 2018
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Tobner
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Thu Feb 22 14:35:02 CET 2018
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Tobner
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In den letzten Tagen haben wir viel herumgedoktert am Wintersubaru. Leider hat der Zahn der Zeit recht ordentlich am Impreza genagt, sodass wir recht viel Zeit mit Instandsetzung verbringen mussten. Da der Motor so langsam war, haben wir letzendlich die Lambdasonde, Benzinpumpe/ -filter und den LMM getauscht, es brachte alles nichts. Kompression war ja schon gruselig, wir haben aber letzten Endes einfach aufgehört zu suchen. "Wird schon irgendwie werden"
Dann haben wir die Heizung aufs Dach gebaut. Abenteuerlich. Aber die "Sirokko 231" aus dem Barkas 1000 funktioniert prima! Die Heizung verbrennt Benzin und drückt die warme Luft durch einen Lüftungsschlauch in den Innenraum. Durch die getrennte Abgasfürhung bleiben die Abgase draußen. Um den Lüftungschlauch an den Innenraum ankoppeln zu können, haben wir die hintere Seitenscheibe herausgetrennt und dort ein Blech mit einer 90mm Muffe eingesetzt. Dort wird der Warmluftschlauch dann eingesetzt. Gesteuert wird es über Schalter, die sich jetzt anstelle des Angstgriffes über dem Bett befinden. Strom bekommt sie von einer autargen Aufbaubatterie aus einem Wohnmobil (95Ah, geladen tagsüber über Lichtmaschine). Die Heizung macht was sie soll, nach wenigen Minuten ist es drückend heiß im Auto. Sollte also bei -30°C auch vor dem Erfrieren schützen. "Wird schon irgendwie werden"
Anschließend bauten wir das Bett ins Auto. Der Impreza ist wirklich kein Raumwunder, ohne umgeklappte Vordersitze sind es nur 1.60m von Kofferraumverkleidung bis zu den Sitzlehnen. Da wir beide aber dezent länger sind, musste eine Lösung her. Wir entfernten die Rücksitzband, bauten ein langes Brett bis zur Vorderkante der Rücksitzbank und befestigten dort ein klappbares Brett. Also kann man Abends die Sitze vorschieben und umklappen und dann das Kopfteil des Bettes umklappen, schon hat man 1.90m Liegefläche. Gerade genug für uns "Wird schon irgendwie werden"
Danach wechselten wir noch den Auspuff (der Eigenbau war übertrieben zu laut, zum Glück gibts hier keine SOKO "Poser") und erneuerten die Bremsbeläge der HA. Zugegebenermaßen habe ich, seit ich das Auto besitze, nie in die hintere Bremse geschaut. Also dachte ich, es wäre keine schlechte Idee, wenigstens mal einen Blick hinein zu werfen. Es war ne gute Idee, von den Bremsbelägen links war wirklich nicht mehr viel übrig...
Danach pakten wir die Dachbox noch voll, es befinden sich jetzt folgende Teile darauf: -2 vollwertige Winterräder -2 20L Kanister Benzin -die Heizung (unter der Kiste) -Ersatzteilkiste mit sämtlichen Teilen (Anlasser, Lichtmaschine, Gebläsemotor, Wagenheber, Ersatzbirnen, Teile für die Heizung, Kleinkram)
Morgen Abend gehts dann los, etwas mulmig ist mir schon zumute. Haben wir alles? Hält das Auto? Kommen wir überhaupt an der Startveranstaltung in HH an?...
"Wird schon irgendwie werden" |
Thu Jan 25 10:50:53 CET 2018
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Tobner
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Sodele,
nachdem nun das "Kurzzeitprojekt" Trabant,welches schlimm ausuferte, erstmal soweit beendet ist, habe ich Zeit, mich um den BMW zu kümmern. Momentan suche ich noch Teile zusammen, aber die Sammelei neigt sich dem Ende. Es fehlen als große Posten nur noch die Nockenwellen, die ich gern umschleifen lassen möchte und ein Einmassenschwungrad. Original hat der M62 ein fast 18kg schweres Zweimassenschwungrad, welches den Motor träge erscheinen lässt. Die Firma CCC-Motorsport hat ein 7kg leichtes Einmassenschwungrad (EMS), welches ich nach der Rallye beschaffen werde.
Problematisch ist noch die Kupplung. Ich fahre ein 5 Gang Getriebe, welches nur am 3.5Liter V8 zum Einsatz kam. Den 4.4Liter gab es nur mit 6Gang oder Automatik. Ein 5Gang an einen 4.4Liter zu schrauben geht zwar, doch müsste man dann aufgrund der Getriebewelle die Kupplung vom 3.5Liter V8 fahren, welche aber öfters das Drehmoment nicht übertragen kann und abraucht. Die größere Kupplung vom 4.4 geht aufgrund der Getriebewellenverzahnung nicht (so richtig). Da gibt es aber Mittel und Wege, dieses Problem zu beheben.
Nachdem ich dann über Weihnachten das V8-Umbauset von 300mm.de bestellt hatte, konnte ich auch richtig loslegen. Das Paket umfasste folgende Teile:
- Motorhalter - Motor- und Getriebegummis - Spezialradnaben für die VA - Bremssatteladapter für die VA und die HA - Achstieferlegung - Bremsbetätigungstange (vom Bremspedal bis Hauptbremszylinder) - Haltebleche BKV zum Einschweißen - Kühlerabschlussblech für den E28 Kühler
Ich habe den alten Motor samt Getriebe ausgebaut, den Motorkabelbaum entfernt und ein Halteblech am linken Dom entfernt. Dort war original ein Behälter befestigt, der aber für den Bremskraftverstärker weichen muss. Das abgefahrene: BMW baute in den älteren 5er mit V8 Motor den Bremskraftverstärker hinter den Scheinwerfer auf der Fahrerseite, weil nirgendwo sonst Platz ist. Es wäre auch möglich, bspw. mit einem Waagebalken und ohne BKV zu fahren, aber das sehe ich sehr kritisch. Es nützt auch nichts, wenn die Kniescheibe rausspringt eh das Auto bremst.
Danach habe ich ein Lenkgetriebe vom 3er BMW (E36) eingebaut. Dieses ist bedeutend direkter, fährt sich besser und die Anschlüsse sind etwas versetzt, was dem Einbau des V8 zugute kommt. Der größte Vorteil ist, dass das Lenkgetriebe die Achstieferlegung kompensiert, da es am Anschluss von der Lenksäule etwas länger ist. Also kurz gesagt: Achse und somit Lenkgetriebe liegt 20mm tiefer, Anschluss zur Lenksäule ist 20mm länger - Lenksäule passt plug&play ans Getriebe.
Danach habe ich die Motorhalter vom Umbauset montiert, die Motorgummis auf die Vorderachse geschraubt und den Motor in den Motorraum gehangen. Das war notwendig um die Platzverhältnisse zu klären. Als der Motor drin war, habe ich mir die kritischen Stellen angesehen und für weniger problematisch befunden. Folgende Stellen sind eng:
- alle
Aber seht selbst:
Am engsten ist es an der Spritzwand, die Anschlüsse zum Wärmetauscher liegen fast an. Außerdem ist zwischen Lichtmaschine und Längsträger ungefähr 2cm luft und das Batterieblech muss etwas verkleinert werden. Batterie kommt sowieso in den Kofferraum.
Als der Motor saß, habe ich den BKV vom E34 540i eingepasst. Dazu muss man den originalen Halter kürzen, die beiden Haltebleche oben und unten einschweißen und festschrauben. Problematisch war, dass das obere Halteblech nicht vorgebogen war und ich erstmal ein wenig probieren musste. Auch hier sind die Platzverhältnisse kritisch, da der Hauptbremszylinder nach vorne aus dem BKV herausragt. Der HBZ ragt zwischen die beiden Scheinwerfer und hat nach vorne vllt noch einen cm Platz. Auch zum Motor hin ist da wenig Platz, aber es passt.
Danach habe ich den Motor wieder herausgehoben und die Bleche durchgeschweißt. Außerdem habe ich einen Satz 17Zoll Stahlfelgen vom BMW X1 geschossen, die dann auf das Auto kommen. Schick dabei ist, dass sie die riesen Bremse verstecken und das Sleeper-Image unterstreichen
Die Hinterachse und die Radlagergehäuse der HA sind beim Pulverbeschichten, danach kann ich die alte HA mit Trommelbremsen ausbauen und die überholte Scheibenbremshinterachse verbauen. Zum Einsatz kommen Radnaben vom Z4 (wegen LK 5x120), Bremsscheiben vom Z4, Bremssättel vom E34 540i samt Halter und Bremssatteladapter von 300mm.de.
Bis zur Rallye werde ich mich noch etwas um die Elektrik kümmern, die ist bei dem Projekt auch nicht ohne. Da ich beim Kauf des Motor einen riesen Fehler gemacht habe und die Komponenten der elektrische Wegfahrsperre nicht mitkaufte, komme ich etwas ins Schwimmen. Die EWS beinhaltet eine Ringantenne samt Schlüssel mit Transponder, Kabelbaum und das EWS-Steuergerät. Ohne ein Signal von der EWS gibt das Motorsteuergerät aber nichts frei. Man kann die EWS aber nicht ohne weiteres simulieren oder aus dem Motorsteuergerät auscodieren... Außerdem bekommt das Steuergerät das Geschwindigkeitssignal vom ABS-Block. Da mein BMW aber kein ABS hat (und ich es auch nicht nachrüste), muss ich an dieser Stelle auch zaubern. Aber ich denke, da finden sich auch Wege...
Es wird wohl erst nach der Rallye die nächsten Fortschritte geben, aber das Projekt rennt ja nicht weg |
Mon Jan 15 14:50:07 CET 2018
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Tobner
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Moin liebe Mtler,
nach langer Zeit des Schweigens muss ich meinen Blog malwieder etwas aktualisieren. Der Trabant steht fast fertig für die Vollabnahme, der E30 nimmt langsam Form an (Artikel folgt!) und der Wintersubaru fährt tapfer seinem Ende entgegen. Ende März läuft der Tüv aus und es ist absolut aussichtslos, noch einmal bei der HU vorzufahren. Aber es sollte nochmal einen kleinen "Schlussknall" mit dem Winterauto geben, schließlich begleitet mich das hässliche, tapfere Entlein nunmehr fast 5 Jahre.
Über Facebook kam ich letzten Sommer auf die Seite des SAC, ein Reiseveranstalter für Charity-Rallyes. Als ich auf der Seite unterwegs war, keimte da eine Idee im Hinterkopf:
Mit dem Subaru die Baltic-Sea-Circle-Rallye mitfahren. 7500km durch 10Länder. Und passend dieses Jahr: Premiere der ersten Winter-Edition dieser Rallye. Es passt alles. Supergeil! Im Winter ans Nordkapp, dann über Murmansk nach St. Petersburg und über Polen zurück nach Deutschland. Ich überedete meinen besten Kumpel und meldete uns an. Anfangs zweifelten wir noch etwas, schließlich ist es finanziell auch nicht ohne (Startgebühr fast viereckig, dazu noch Spenden sammeln,Verpflegung, Sprit, Visa,......) und auch so war anfangs etwas mulmige Grundstimmung. Aber was solls denn, wir sind jung und ungebunden. Wenn wir jetzt nicht fahren, dann nie.
Also fingen wir die Vorbereitungen an. Da wir hardcore im Auto nächtigen wollen, muss das Auto dazu passend etwas umgebaut werden...
Was wollen wir mitnehmen? Tja, so viel wie nötig, so wenig wie möglich. Aber ganz ohne Werkzeug und Ersatzteile gehts dann doch nicht. Ich habe 2 vollwertige Ersatzräder organisiert, dazu kleinen Spittel wie Anlasser, Lichtmaschine, Benzinpumpe, Riemen, Gebläsemotor, Birnen, Schellen, Kabel, Lüsterklemmen, Benzinkanister und Kleinkram wie Sicherungen. Dazu noch viele Klamotten, Verpflegung, Campingkocher und nen Kasten Bier (das wichtigste!).
Wo stopfen wir das alles hin? Der Tobner hat sich mal 2 Tage hingestellt und hat gebastelt. Eine Dachbox musste her. Problem: Der Subaru hatte keine Dachreling. Erst habe ich herumprobiert mit Dachschienen zum Klemmen. Da diese an die Fensterkante geklemmt werden und der Subaru aber so alberne Maße an den Scheiben hat, ging das nicht. Ich rüstete eine originale Dachrehling nach und organiserte mir dann 2 Grundträger. Danach habe ich Rundmaterial besorgt und beim Feierabendbier ein Korb gebaut. Leider hat das dann länger als geplant gedauert und ich hab fast ein ganzen Wochenende damit zugebracht
Wie schlafen? Zelt fällt aus wegen den Temperaturen. Hotel/Pension fällt wegen den Finanzen und dem Abenteuergefühl aus. Bleibt das Auto. Wir haben uns überlegt, das Rücksitzbank auszubauen und eine große Liegefläche einzurichten. Eng wirds trotzdem, der Impreza ist wirklich recht klein... Heizen wollen wir mit einer Benzinstandheizung eines Barkas B1000 mit 3500W Heizleistung, die auf den Dachkorb geschnallt wird. Diese läuft aber noch im Teststatus in der Halle, das Ding muss einfach 100% funktionieren. Zum heizen legen wir nur einen Luftschlauch ins Auto und gut. Vorteil der Heizung: DDR-Technik ist sehr robust und leicht zu reparieren. Außerdem braucht sie wenig Strom und hat getrennte Abgasführung, somit werden die Verbrennungsabgase nicht in den Innenraum geblasen. Wäre auch wünschenswert, wenn wir nach der ersten Nacht wieder aufwachen können
Was wird am Auto vorbereitet? Ich habe einen anderen Anlasser eingebaut, da der alte doch recht müde und kraftlos klang. Der jetzige klingt genau so desolat, wahrscheinlich klingen die alle so gruselig. Auch neue Masse- und Pluskabel haben nichts gebracht. Außerdem habe ich eine zweite Batterie für die Heizung eingebaut. Diese ist mit einem Trennrelais von der Starterbatterie getrennt und wird beim Fahren über die Lichtmaschine nachgeladen. Dann steigen wir von 10W40 auf 5W40 um und wechseln die Kühlflüssigkeit gegen welche, die bei -40°C nicht gefriert. Eine neue Benzinpumpe habe ich eingbaut, da die alte gestorben ist und ich zum ersten mal mit dem Auto stehen geblieben bin
Was noch? Kleines Gimmik
So viel ist nun nicht mehr zu erledigen. Die Heizung muss noch installiert werden und das Bett eingebaut werden, aber das sollte nun nicht mehr das große Problem sein. Sorgen macht mir der Motor, da er schonwieder das lahmen anfängt. Die Kompressionsmessung zeigte:
1. 10 Bar 2. 8 Bar 3. knapp 7 Bar 4. 8 Bar
Eine neue Lambdasonde veringerte das Ruckeln bei Teillast, aber dennoch schafft das Auto mit ach und krach 140km/h auf der Geraden. Irgendetwas stimmt nicht und ich weiß noch nicht so genau was. Fehlerspeicher ist leer, Benzinpumpe neu, DK-Poti ist rauschfrei, nur den LMM habe ich noch nicht geprüft...
Da es sich um eine Charity-Rallye handelt, wollen wir noch ein paar Spenden sammeln. Wenn ihr wollt, schaut mal auf unserer Spendenseite vorbei
Link: https://www.betterplace.org/.../30566-bscwinter2018-die-krachbummenten |
Tue Oct 17 12:17:14 CEST 2017
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Tobner
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Kommentare (32)
Moin MTler,
wie man aus dem Titel erahnen kann, habe ich mir, aus einer Kurzschlussreaktion heraus, einen Trabant gekauft. Wie kam es? Ein Kumpel besitzt einen 601 aus 1967. In einer ruhigen Minute schaute ich mir das Fahrzeug an, setzte mich hinein, spielte etwas herum .... und fand schließlich gefallen am Trabant. Dieses Auto ist so "anders", ich behaupte, so ein eigenwilliges und faszinierendes Auto gibt es nicht noch einmal.
Anfangen möchte ich mit einem Link zu einem kleinen Artikel aus der Auto Classic. Der Artikel ist gut geschrieben und gibt einen Einstieg in die besondere Technik des Trabbis.
http://autoclassic.de/kaufberatung/trabant-p-601-ein-guter-muss-her
Ich werde in diesem Bereich natürlich über meine Reparaturen/Instandsetzungsarbeiten schreiben, aber auch über die technischen Eigenheiten des Trabanten (bspw. quer eingebaute Blattfeder durch den Motorraum,...) berichten. Ich kann mir vorstellen, dass das für viele hier doch recht interessant ist.
Ich begab mich auf die Suche nach einem Trabanten. Ich dachte anfangs, ich habe die Chance einen gutes Exemplar für 300-400Euro bekommen. Warum auch teurer? Die Autos sind mit einfachster Technik ausgerüstet und wurden nach der Wiedervereinigung sogar verschenkt/entsorgt/im Baggersee versenkt/im Wald abgestellt/zerlegt und als Bewährung in die Fundamente geworfen... Die DDR-Fahrzeuge waren tatsächlich mal weniger Wert als ein wenig Bewährungsstahl... Ich habe schnell merken müssen, dass die Zeiten vorbei sind. Es gibt noch viele Trabis auf dem Markt, doch sind viele nur noch Objekte für eine Vollrestauration. Leider sind die wirklichen Schäden auf den ersten Blick unsichtbar da die nicht rostende Außenhaut vom Problem Nr. 1 ablenkt: Rost! Ich habe mir 5 Trabanten angeschaut, bei 3 Stück bin ich nach einer Minute aufgrund massivster Rostschäden wieder gegangen, einer war mir zu teuer (>2200€) und der letzte Trabant war ursprünglich nicht zu verkaufen, ich musste die gute Frau sehr gut bereden. Für knapp 1000€ habe ich das Auto gekauft (obwohl ich nicht so viel Geld ausgeben wollte.....)
Ein Trabant 601S, bj89. Nur ein Schweller verrostet, der Rest sehr passabel. Die Bremsen waren fest, das passiert bei Trommelbremsen doch recht schnell. Ansonsten ist er, für einen Trabant, gut ausgestattet und gut erhalten. 12V Bordelektrik, Elektronikzündung (keine Unterbrecherzündung mehr), Austellfenster, Anhängerkupplung. Der Plan war simpel. Fit machen, fahren, Spaß haben.
Tja, ging leider nicht auf
Bremsen
Nachdem der Trabant in der Garage stand, nahm ich die Räder ab und wollte die Bremstrommel abnehmen. Das ging nicht, die Trommeln waren festgerostet. Nach 30 min hlarter Arbeit mit dem Hammer war die erste Trommel ab. Die Bremsanlage war leider ein Fall für den Schrottcontainer. Die Beläge waren herunter und die Radbremszylinder fest. Für den Trabant gibt es alles neu zu kaufen, ich entschied mich aber für eine Regeneration der Originalteile, weil die Qualität der nachgefertigten Teile gern mal zu wünschen übrig lässt. Da ich sowieso einmal dabei war, habe ich gleich den Hauptbremszylinder mit eingeschickt. Bezahlt habe ich insgesamt 125Euro für 6 Radbremszylinder und den HBZ. Dazu kamen Bremsbeläge, die Bremsleitung zwischen den beiden Radbremsern vorne und Kleinkram. Nach dem Entlüften bremst der Trabant wieder wie eine Eins.
Rost Ein Trabant rostet, als gäbe es keinen Morgen mehr. Meiner wurde von der braunen Pest fast vollständig verschont. Dachte ich. Ich würde die Blecharbeiten gern mit einem Kumpel erledigen, der viel Erfahrung mit Karosseriearbeiten hat. Er schaute sich das an und meinte "Kein Problem, wenn erst einmal die hintere Seitenbeplankung ab ist". Mist. Genau das wollte ich vermeiden... Aber es geht nicht anders, die "Pappe" reicht etwas über den Schweller hinaus, dort schweißen geht nicht. Ich popelte die Seitenverkleidung ab. Diese war nur mit ein paar Schrauben an der Ober- und Unterkannte befestigt. Ansonsten sind die Teile geklebt. 3h habe ich damit zugebracht vorsichtig den Kleber zu lösen.
Jetzt sah man das Ausmaß des Rostes. Der Schweller ist fertig. Reparaturbleche Schweller kostet aber nur 15Euro, der Einstieg knapp 20€. Doch die hintere Ecke am Übergang Radlauf siehts schon sehr mitgenommen aus. Vorne im Radlauf tauchte ein Riss auf und der Einstieg ist soweit auch hin. Nachdem ich den Kotflügel vorne und die Seiterverkleidung hinten abgebaut hatte, fing ich an den Einstieg und Schweller heraus zu trennen und neue Bleche einzuschweißen. Das ist echt mal keine Arbeit für Anfänger, selbst ich als sattelfester Schrauber bin stellenweiße an die Grenzen gekommen. Aber es hilft alles nix, ich wollte ja auch fertig werden...
Die Bilder taugen leider echt nix, das Moto G5 macht einfach nur schlechte Bilder. Ich hoffe, ihr erkennt trotzdem was.
Es wurde dann mit Kovermi der übrige Rost behandelt und mit Brantho 3in1 lackiert. Die Schweller werden noch mit Hohlraumwachs geflutet und nach Anbau der Karosserieteile kann ich endlich (fast) zum Tüv.
Hier noch eine Kleine Auswahl an anderen Bildern des Trabants. Ich habe bspw. Stoßstangen der früheren Version gefunden. Diese werden aufbereitet, lackiert und angebaut. |
Mon Sep 18 10:56:21 CEST 2017
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Tobner
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Kommentare (4)
Tja, ich wollte mich öfters melden, aber in den letzten Monaten klemmt wirklich die Zeit...
Neben dem Umzug + Kleinarbeiten, haben wir in den letzten Monaten unsere Schrauberhalle komplettiert. Die Fundamente der Hebebühne wurden gegossen, es wurde Strom und Licht verlegt,Werkbänke und Regale gebaut und und und. Das sind Sachen, die dauern halt... Außerdem fraß der Trabant (Artikel folgt, ihr dürft gespannt sein) schonwieder mehr Zeit als ursprünglich gedacht.
Aaaaalso der letzte Stand war, dass der Audi zwar lief, aber nicht unbedingt fahrbar war. Der Grund war, dass das Auto beim ersten Starten noch nicht fertig zusammengebaut war und ich somit nicht fahren konnte. Wir konnten somit auch die Lastzustände nicht abstimmen. Noch im Mai stellte ich den Audi auf die Räder und wir feilten weiter am Mapping des Steuergerätes. Kleinheribert und ich hatten noch 2 weitere "Sitzungen", bei der er über Fernwartung mein Steuergerät vom heimischen Sofa aus einstellte. Leider ist das alles andere als optimal, weil man beim Eintellen mit dem Popometer den Motor "fühlen" muss. Schließlich geht es um kleine Details, wie leichtes Ruckeln beim Lastwechsel, verschlucken im Leerlauf und solche Dinge, die man anhand der Werte nicht 100% erkennen kann.
Schlechter Leerlauf
Ich hatte immer das Problem, dass er die Leerlaufdrehzahl nicht erreichte. Entweder drehte er höher oder ging strauchelnd aus. Manchmal ging es aber auch. Kleinheribert stellte einige Parameter, wie Zündzeitpunkt, Einspritzmenge, Anfangsdrehzahl der Schubabschaltung und Beschleunigungsanreicherung, Ansteuerung des Leerlaufreglers ein, aber der Motor dankte mit Willkür. Ich hatte mehrere kleine Patzer in meinem Umbau:
1. hatte sich die Achse im Gaspedal, welche dann das Potentiometer betätigte, gelöst und verdreht, wodurch die registrierte Gaspedalstellung von der Tatsächlichen abwich. Ich arretetierte die Achse und probierte weiter.
2. fehlte die Rückschlagdiode im Leerlaufregler. Der Leerlaufregler wird mit einem pulsweiten-modulierten Signal angesteuert (ähnlich wie die Einsrpitzventile). Diese PWM gesteuerten Aktoren brauchen eine Rückschlagdiode, da sich sonst "gegenläufige" Ströme durch Gegeninduktion bilden können - ähnlich wie bei Relais, bei denen auch Dioden verbaut werden müssen. Resultat war, dass das Steuergerät zwar richtig getaktet hat, der Leerlaufregler aber falsch reagierte. Ich baute eine Rückschlagdiode in den Stecker des LLRV ein und schon beruhigte sich der Motor spürbar und erreichte endlich Solldrehzahl.
3. Der Leerlaufregler ist zu träge für die alleinige Regelung der Leerlaufdrehzahl. Bei Audi heißt das Teil auch "Leerlaufstabilisierungsventil". Ich wusste das, doch dachte ich an dem Zeitpunkt den Gedanken nicht zu Ende. Das LLRV ist nicht schnell genug, um die Drehzahl nach dem Kuppeln "abzufangen". Er rauschte meist durch Drehzahl durch, dann hört man das LLRV aufschnappen, doch das war dann zu spät. Ich habe Ewigkeiten herumgedoktert, alle Tabellen und Werte angepasst, aber 100% lief es nicht... Ich aktivierte dann zusätzlich die Leerlaufregelung über den Zündzeitpunkt. Dabei regelt das Steuergerät automatisch den ZZP in angegebenen Grenzen. Der Motor reagiert sofort auf den ZZP und schon lief der Motor seidenweich im Leerlauf und geht beim Kuppeln nicht mehr aus.
4. zappelnde TPS-Werte. TPS = Gaspedalstellung. Der Wert zappelte bei ruhiger Gaspedalstellung wild umher. Resultat war, dass die Beschleunigungsanreicherung pausenlos aktiv war, weil das Steuergerät dachte, ich rammel am Gaspredal herum wie ein Wahnsinniger. Lange Rede, garkein Sinn: Ich lötete einen Kondensator zwischen Signalleitung TPS und Masse ein, womit ich das Signal beruhigen konnte. Danach stellte ich die Reaktionsgeschwindigkeit der Beschleunigungsanreicherung etwas nach und schon passte es.
Hitzeproblem
Tja, da hat mir der Kleinheribert ungewollt ein Bein gestellt bei der letzten Abstimmungsfahrt fiel das Handy aus, somit der Hotspot, somit das Internet auf dem Laptop und somit flog der Kleinheribert von meinem Rechner. Wir waren zu der Zeit noch am Suchen, warum der Motor im Leerlauf so bockt. Ab dort habe ich selber weitergemacht und bin mit einem Kumpel auf dem Beifahrersitz gefahren zum Abstimmen. Das eigentliche Problem war, dass der Kleinheribert ein paar Werte verändert hat, um zu sehen, wie der Motor reagiert. Und konnte sie nicht zurückgestellen. Ich habe dann im Anschluss eeewig gesucht, bis der Motor wieder halbwegs lief. Außerdem hat er bei hohen Temperaturen der Ansaugluft und Kühlmittel den Zündzeitpunkt zurück genommen, um den Motor thermisch etwas zu entlasten. Der Gedanke war gut, doch ging der ZZP im Leerlauf auf ca. 0-2° v.OT, und damit fing der Motor an heftig zu bocken. Unfahrbar. Ich musste die ZZP-Verstellung etwas entschärfen, damit ich weiterfahren konnte. Leider geht die Ansaugtemperatur im Stand auf über 80°C, dort fängt der Motor an zu kaspern. Das liegt daran, dass die Ansaugbrücke direkt über dem Krümmer liegt und durch die Stauhitze die Ansaugbrücke aufheitzt.
Ich habe mich also in die Halle gestellt und ein Edelstahlblech durecht geklempnert. Problematisch sind die Platzverhältnisse und die schwierige Form des Krümmers. Ich habe ein recht einfaches Blech gebaut und um die Achse der DK einen Kasten geschweißt. Sieht nicht sehr ansehnlich aus, funktioniert aber wie Sau.
Leider ist momentan die Kommunikation zum Steuergerät abgebrochen, ich kann momentan nicht mehr an der Map feilen. Ich weiß nicht, wo der Fehler liegt, ich hoffe, ich habe nichts kaputt gemacht. Das wäre maximal schlecht...
Prinzipiell habe ich dieses Jahr noch nicht sehr viel Spaß mit dem Auto gehabt, ich bin zwar bisher über 1500km gefahren, darunter an einem Wochenende 800km zu einem Treffen, aber so richtig machts doch keinen Spaß mit zerfleddertem Innenraum und nicht optimalem Mapping herum zu fahren. Ich hoffe, ich kann bekomme die Probleme in den nächsten 1-2 Wochen noch in den Griff und kann den Innenraum wieder zusammenbauen. Anschließend muss der ZZP mal abgeblitzt werden, damit ich auch mal am Zündkennfeld feilen kann. Momentan ist dieses sehr zahm, um klopfende Verbrennung zu vermeiden. Damit fehlt aber auch recht viel Leistung... Mal sehen, kommt Zeit, kommt Rat. Ich halte euch auf dem Laufenden
PS: Hättet ihr Interesse an einem Log vom Audi? Damit könntet ihr euch das Programm (Freeware) und das Setup, sowie das "Gezappel" der Werte während der Fahrt anschauen. Dazu müsste ich nur mal einen Hochladen. |
Thu Apr 20 18:23:25 CEST 2017
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Tobner
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Achse drin
Achse draußen











i
Tank ausbauen


























































Megamarkt "Lenta" mit 34 Kassen
Wodgaregal





























i







































































































Loch für die Antenne






























Fri Nov 16 12:31:10 CET 2018 |
Tobner
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Die Saison ist fast vorbei und ich hatte einen gigantischen Spaß in meinem Trabanten. Angefangen hat es mit der Fertigstellung und Zulassung. Zur Fertigstellung hatte ich nur noch die Stoßstangen verbaut, die Kupplung gewechselt (Motorausbau dauert 45 Min
), die Felgen pulverbeschichten lassen und neue Reifen aufgezogen.
Dann ging der totale Irrsinn mit der Zulassung los. Ich hatte keine Papiere dazubekommen und auch keine eidesstattliche Versicherung über den Verlust der Papiere. Wie ist der Werdegang?
Man benötigt eine eidesstattliche Versicherung. Die hatte ich nicht und die Vorbesitzerin hat nicht dergleichen getan. Also redete ich mit einem Notar und der schrieb mir eine Versicherung, dass ICH die Papiere verloren hatte. Danach braucht das Fahrzeug eine Vollabnahme bei der Dekra. Also wurde das Auto vorgestellt. Der Prüfer verweigerte dann die Abnahme, ohne neue Papiere kann er die Vollabnahme nicht machen. Also Trabant wieder nach hause transportiert und wieder auf die Zulassungstelle gefahren. Man muss nicht dazusagen, dass es schon ziemlicher Aufwand war und das ganze hin und her sehr sehr viel Zeit gekostet hat.
Die Frau auf der Zulassungsstelle meinte dann, ohne Vollabnahme keine neuen Papiere. WAS DENN NUN???
Die Zulassungstante wollte die Telefonnummer vom Dekramann, die ich natürlich nicht hatte. Nachdem ich die Nummer nachgerreicht hatte, klärten die beiden Parteien das untereinander. Der Dekramann war im Unrecht und erledigte die Vollabnahme ohne Probleme.
Dann wieder zur Zulassungsstelle...3h gewartet... dann meinte die Dame, die eidesttsattliche Versicherung kann sie nicht akzeptieren, das hätte der Notar aber wissen müssen. Abgelehnt. Danke.
Dann wieder zum Notar: Der war maximal sauer, dass ich seine Rechnung nicht bezahlen wollten und jagte mich überaus böse und unprofessionell davon. Bezahlen musste ich nichts.
Und jetzt?
Ich rief die Vorbesitzerin an, sie meinte, sie kümmert sich darum. Es vergingen Tage und Wochen, ich rief immer wieder an. Es kam aber nichts...
Was ich noch dazusagen muss: Der Trabant musste am ersten Juniwochenende 250km fahren als eine Geburtstagsüberraschung, die groß geplant war. Es war Mitte Mai. Irgendwann machte ich Druck, die gute Frau möchte bitte langsam zusehen, mir geht die Zeit aus. Ausreden über ausreden. Mir wurde bewusst, wie schlimm es ist, keine eidesstattliche Versicherung zu besitzen. Da ist das Fahrzeug fertig, Abgenommen und nichts geht los...
Samstag musste das Auto die Tour fahren, Mittwoch derselben Woche rief die Vorbesitzerin an. Der Brief ist aufgetaucht. Dem Himmel sei Dank. Also fuhr ich nochmal die 400km und holte den Brief ab. Der Schein wurde damals beim Abmelden eingezogen und lag nicht bei. Egal. Am Donnerstag ging ich zur Zulassungstelle, letzte Chance vor der Tour. Die Zulassungsdame war neu im Amt.
"Wo ist der Schein?"
"Der wurde beim Abmelden eingezogen"
"Ohne Schein kann ich keine neuen Papiere ausstellen"
"Dort steht, dass er eingezogen wurde"
"Das wäre mir neu"
...
Die gute Frau ging zur Kollegin, diese wieß sie zurecht, dass es tatsächlich so war. Die Frau musste wirklich alle Daten in den neuen Schein eingeben, was lange gedauert hat. Dann eierte der Drucker herum, dann war die EVB mit der alten Adresse ausgefüllt, was einen bitteren Anruf später geklärt war, dann wollten die Schilderdienste schließen, weil es schon 19 Uhr war, dann brach langsam Hektik aus...
"Kommen Sie bitte morgen wieder"
"NEIN!"
"Okay okay"
Egal, nach einer Stunde bangen und herumeiern hatte ich neue Papiere und die Schilder in der Hand. WIE GEIL! Nach dieser ganzen Katastrophe konnte ich es kaum glauben. Ich dachte das wird nie etwas...
Also heim, Kennzeichen dran, FAHREN! Ich hatte nur den Freitag um den Trabant ausgiebig zu testen. Er war über 10 Jahre nicht gefahren und keiner wusste, ob er sooo zuverlässig ist. Also Donnerstag Abend noch losgefahren.
Benzinhahn öffnen und das kleine Motörchen anschmeißen. 2Takt-gebrabbel und wohldufte blaue Wolken verbreiten noch bessere Laune. Der Radstand und superkurz, was das herumrangieren und das Kurvenfahren total eigen macht. Außerdem sitzt man genau zwischen beiden Achsen. Das Auto ist so leicht, dass auch ohne Lenkhilfe das "Scheibenwischen" geht. Die Bremse hat einen guten Druckpunkt, man muss aber wirklich stark treten, dass der Trabant verzögert. Mir gefällt mein Pappmann. Seine Eigenart macht ihn mir sympathisch.
Der Motor ist mit seinen 26PS jetzt kein Leistungswunder, und die Beschleunigung hält sich in Grenzen, aber er geht besser als gedacht. Schließlich hat der kleine nur 700kg zu bewegen. Es reicht. In der Stadt und Überland reicht es vollkommen zum Mitschwimmen, nur auf der Autobahn machts nicht soo viel Spaß mit dem Trabbi. Aber auch das geht...
Wie dem auch sei, ich rollerte so durch die Gegend und freute mich wie ein kleines Kind. So muss es sein. Der Trabant ist total aufs Fahren reduziert. Keine Lenkhilfe, keine Bremshilfe, keine elektr. Fensterheber, kein Display, nichtmal einen Drehzahlmesser. Nur das, was man zum fahren braucht. Und mir gefällt es. Und bei 55tkm p.a. in meinem 2018er Firmenoctavia eine sehr willkommene Abwechslung. So völlig und schnickschnack...
Auf der BAB gab es sogar einige Daumen und andere Grüße, es war schon ziemlich geil
Rückzu hatten wir dann Rückenwind und wir konnten auf der BAB fahren. Damit waren wir auch nur 3.5h unterwegs. Auch diese Tour lief der Kleine ohne Probleme, was mich etwas verwunderte, weil ich wirklich die komplette Zeit Vollgas fuhr. Seitdem fahre ich zum Spaß mal ne kleine Runde oder mache kleine Erledigungen mit der Pappe. So sind um die 3500km zusammengekommen und jeder davon hat Spaß gemacht