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16.11.2018 12:31    |    Tobner    |    Kommentare (46)

Die Saison ist fast vorbei und ich hatte einen gigantischen Spaß in meinem Trabanten. Angefangen hat es mit der Fertigstellung und Zulassung. Zur Fertigstellung hatte ich nur noch die Stoßstangen verbaut, die Kupplung gewechselt (Motorausbau dauert 45 Min :D ), die Felgen pulverbeschichten lassen und neue Reifen aufgezogen.

 

 

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Dann ging der totale Irrsinn mit der Zulassung los. Ich hatte keine Papiere dazubekommen und auch keine eidesstattliche Versicherung über den Verlust der Papiere. Wie ist der Werdegang?

 

Man benötigt eine eidesstattliche Versicherung. Die hatte ich nicht und die Vorbesitzerin hat nicht dergleichen getan. Also redete ich mit einem Notar und der schrieb mir eine Versicherung, dass ICH die Papiere verloren hatte. Danach braucht das Fahrzeug eine Vollabnahme bei der Dekra. Also wurde das Auto vorgestellt. Der Prüfer verweigerte dann die Abnahme, ohne neue Papiere kann er die Vollabnahme nicht machen. Also Trabant wieder nach hause transportiert und wieder auf die Zulassungstelle gefahren. Man muss nicht dazusagen, dass es schon ziemlicher Aufwand war und das ganze hin und her sehr sehr viel Zeit gekostet hat.

Die Frau auf der Zulassungsstelle meinte dann, ohne Vollabnahme keine neuen Papiere. WAS DENN NUN???

 

Die Zulassungstante wollte die Telefonnummer vom Dekramann, die ich natürlich nicht hatte. Nachdem ich die Nummer nachgerreicht hatte, klärten die beiden Parteien das untereinander. Der Dekramann war im Unrecht und erledigte die Vollabnahme ohne Probleme.

 

Dann wieder zur Zulassungsstelle...3h gewartet... dann meinte die Dame, die eidesttsattliche Versicherung kann sie nicht akzeptieren, das hätte der Notar aber wissen müssen. Abgelehnt. Danke.

 

Dann wieder zum Notar: Der war maximal sauer, dass ich seine Rechnung nicht bezahlen wollten und jagte mich überaus böse und unprofessionell davon. Bezahlen musste ich nichts.

Und jetzt?

Ich rief die Vorbesitzerin an, sie meinte, sie kümmert sich darum. Es vergingen Tage und Wochen, ich rief immer wieder an. Es kam aber nichts...

 

Was ich noch dazusagen muss: Der Trabant musste am ersten Juniwochenende 250km fahren als eine Geburtstagsüberraschung, die groß geplant war. Es war Mitte Mai. Irgendwann machte ich Druck, die gute Frau möchte bitte langsam zusehen, mir geht die Zeit aus. Ausreden über ausreden. Mir wurde bewusst, wie schlimm es ist, keine eidesstattliche Versicherung zu besitzen. Da ist das Fahrzeug fertig, Abgenommen und nichts geht los...

 

Samstag musste das Auto die Tour fahren, Mittwoch derselben Woche rief die Vorbesitzerin an. Der Brief ist aufgetaucht. Dem Himmel sei Dank. Also fuhr ich nochmal die 400km und holte den Brief ab. Der Schein wurde damals beim Abmelden eingezogen und lag nicht bei. Egal. Am Donnerstag ging ich zur Zulassungstelle, letzte Chance vor der Tour. Die Zulassungsdame war neu im Amt.

 

"Wo ist der Schein?"

"Der wurde beim Abmelden eingezogen"

"Ohne Schein kann ich keine neuen Papiere ausstellen"

"Dort steht, dass er eingezogen wurde"

"Das wäre mir neu"

 

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Die gute Frau ging zur Kollegin, diese wieß sie zurecht, dass es tatsächlich so war. Die Frau musste wirklich alle Daten in den neuen Schein eingeben, was lange gedauert hat. Dann eierte der Drucker herum, dann war die EVB mit der alten Adresse ausgefüllt, was einen bitteren Anruf später geklärt war, dann wollten die Schilderdienste schließen, weil es schon 19 Uhr war, dann brach langsam Hektik aus...

 

"Kommen Sie bitte morgen wieder"

"NEIN!"

"Okay okay"

 

Egal, nach einer Stunde bangen und herumeiern hatte ich neue Papiere und die Schilder in der Hand. WIE GEIL! Nach dieser ganzen Katastrophe konnte ich es kaum glauben. Ich dachte das wird nie etwas...

Also heim, Kennzeichen dran, FAHREN! Ich hatte nur den Freitag um den Trabant ausgiebig zu testen. Er war über 10 Jahre nicht gefahren und keiner wusste, ob er sooo zuverlässig ist. Also Donnerstag Abend noch losgefahren.

 

 

..Das Fahren in einem Trabant ist mit nichts zu vergleichen. Schon das Geräusch der Türen beim schließen ist besonders. Dann diese Sitze, die ungequem aussehen, aber total bequem und langstreckentauglich sind. Dann das Purschaumlenkrad und die Richtung Fahrzeugmitte versetzten Pedale, sodass man leicht schräg sitzt. Super. Eigensinnig und total symphatisch.

Benzinhahn öffnen und das kleine Motörchen anschmeißen. 2Takt-gebrabbel und wohldufte blaue Wolken verbreiten noch bessere Laune. Der Radstand und superkurz, was das herumrangieren und das Kurvenfahren total eigen macht. Außerdem sitzt man genau zwischen beiden Achsen. Das Auto ist so leicht, dass auch ohne Lenkhilfe das "Scheibenwischen" geht. Die Bremse hat einen guten Druckpunkt, man muss aber wirklich stark treten, dass der Trabant verzögert. Mir gefällt mein Pappmann. Seine Eigenart macht ihn mir sympathisch.

 

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Der Motor ist mit seinen 26PS jetzt kein Leistungswunder, und die Beschleunigung hält sich in Grenzen, aber er geht besser als gedacht. Schließlich hat der kleine nur 700kg zu bewegen. Es reicht. In der Stadt und Überland reicht es vollkommen zum Mitschwimmen, nur auf der Autobahn machts nicht soo viel Spaß mit dem Trabbi. Aber auch das geht...

 

Wie dem auch sei, ich rollerte so durch die Gegend und freute mich wie ein kleines Kind. So muss es sein. Der Trabant ist total aufs Fahren reduziert. Keine Lenkhilfe, keine Bremshilfe, keine elektr. Fensterheber, kein Display, nichtmal einen Drehzahlmesser. Nur das, was man zum fahren braucht. Und mir gefällt es. Und bei 55tkm p.a. in meinem 2018er Firmenoctavia eine sehr willkommene Abwechslung. So völlig und schnickschnack...

 

....Die 250km am Wochenende fuhr der Trabant super. Danach haben wir mal eine kleine Reinigungs- und Konservierungsaktion gemacht, sodass ich jetzt mit ruhigem Gewissen fahren kann. In den kommenden Wochen bin ich dann im Alltag herumgefahren und bin mir der Alltags- und vorallem Stadttauglichkeit bewusst geworden. Parken geht überall und man kann den Trabant fast als Stadtflitzer bezeichnen. Im Juli stand dann die Fahrt zu Freunden an. 250km einfache Strecke. Ich hab mir anfangs sorgen gemacht, dass ich nicht hin- und herkomme, aber die 500km lief der Trabbi ohne Murren. Ich bin Autobahn gefahren, immer mit 85-90km/h, dass ich keine LKW ausbremse. Ging schon, nur die Hitze machte mir zu schaffen. Klima ist schon was tolles, wenn man eine hat :D

Auf der BAB gab es sogar einige Daumen und andere Grüße, es war schon ziemlich geil :D

 

 

..Nach der Tour plante ich schon die OMMMA , die "Ost-Mobil-Meeting-Magdeburg". Magdeburg sind wieder 250km einfach, diesmal sollte aber ein "Anhang" mit. Ich machte unseren "Qek Junior" klar, den mein Opa in den 80ern neu gekauft hat. Zugrohr der Auflaufbremse gängig gemacht, Elektrik kontrolliert und getüvt. Ich fuhr mit einer befreundeten Familie und da mein Pappmann Rollgurte hat, und der meines Kumpels nicht, nahm ich sein Kind im Kindersitz und seine Frau mit. Tja, da hatte der kleine schlimm zu schleppen... Der Wohnanhänger wiegt 360kg und ist somit (falls gebremst) für den Trabant freigegeben. Doch der große Luftwiderstand ist ein echtes Problem. Wir wollten mal schauen ob wir auf 70km/h Reisegeschwindigkeit kamen, um Autobahn fahren zu können, doch daraus wurde nichts. Und wir hatten GEGENWIND. Oh Gott waren wir langsam. Mein Trabbi schaffte auf der Gerade geradeso 60km/h, was die 250km zur Tortur machte. Doch gegen Abend kamen wir ohne Probleme in Magdeburg an und verbrachten ein affengeiles Wochenende dort. Also wer auf Ostmobile steht, kommt nicht an der OMMMA vorbei. Wirklich sehr empfehlenswert.

 

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Rückzu hatten wir dann Rückenwind und wir konnten auf der BAB fahren. Damit waren wir auch nur 3.5h unterwegs. Auch diese Tour lief der Kleine ohne Probleme, was mich etwas verwunderte, weil ich wirklich die komplette Zeit Vollgas fuhr. Seitdem fahre ich zum Spaß mal ne kleine Runde oder mache kleine Erledigungen mit der Pappe. So sind um die 3500km zusammengekommen und jeder davon hat Spaß gemacht ;)

 

..Irgendwann in diesem Jahr hatte ich noch eine Wahnsinnsgelegenheit auf ein Fotoshooting. Ich durfte den Trabant in einen Ferrari-Showroom (!!!) stellen und ein paar Fotos schießen. Dafür wurde sogar eines dieser edlen Fahrzeuge vor die Tür gestellt. Wie geil ist das denn bitte??? :D Dieser Tag war das Highlight in meiner Trabbisaison! Ich glaube, es wird wohl das erste und letzte mal gewesen sein, dass ein Trabant in einem Ferrari-Schowroom stande und ich bin der Person, die mir das ermöglicht hatte, unendlich Dankbar ;)

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16.11.2018 12:39    |    Goify

Geil. Ich hatte mir mal für zwei Stunden in Freital einen Trabant gemietet und bin dann durch meine alte Heimat gefahren. Ich fühlte mich so wie mein Vater damals, der so alt wie ich war und auch Trabant fuhr. Nur die Fluppe in der rechten Hand habe ich mir gespart. :D

Das Teil fährt total urig und gleichzeitig wie ein Gokart. Alles passiert unmittelbar und ich finde, er liegt wie ein Brett.


16.11.2018 13:54    |    MisterMabuse

Nichts für mich, aber tolle Arbeit. Respekt!


16.11.2018 14:53    |    PIPD black

Ich möchte keinen Trabbi mehr fahren. Mir hat die Führerscheinanfangszeit gereicht. Aber schön, wenn es dir Freude bereitet.


16.11.2018 15:03    |    ToledoDriver82

Was soll ich da schreiben...einfach klasse:)..und nach dem Mist mit der Zulassung wohl die beste Entschädigung für den ganzen Stress.


16.11.2018 15:16    |    PIPD black

Achja....solchen Blödsinn mit Überwachungsverein und Zulassungsstelle hatte ich auch mal.

War zur GTÜ am letzten Tag des Gültigkeitsmonats. Hatte dann am Auto Räder, die schon ewig vom TÜV abgenommen aber nicht eingetragen waren. Der emsige Ing. sah die Dinger, guckte in die Papiere und stellte fest. Da is nix drin. Stolz wedelte ich mich dem TÜV-Bericht. Grimmig schaute er mich durch seine kleine Nickelbrille an und sagte: da steht „umgehend zu berichtigen“...AUA. Somit verweigerte er mir die Plakette. Ist ja aber kein Problem, hol ich mir nächsten Tag nen Termin beim Amt und lass die Eintragung vornehmen. Der Dame dann alles auf den Tisch gepackt, meine Wünsche geäußert und sie legte auch los.....bis die Frage nach dem gültigen TÜV kam. „Hab ich nicht. Durchgefallen wegen fehlender Eintragung. Machen Sie bitte die Eintragung, dann bekomme ich HU.“ schon wieder AUA. „Also so geht das nicht. Ein neuer Fahrzeugscheinschein kann nur erstellt werden, wenn HU gültig ist.“ Also hab ich ihr jetzt gesagt, dass sich die Katze gerade in den Schwanz beißt. Ohne HU, kein Schein. Ohne Schein, keine HU. Sie verstand und sprach beim Amtsleiter vor. Und es tat sich etwas. Sie erfaßte einfach ein Datum, druckte den Schein und strich in diesem händisch wieder die Gültigkeit der HU. Mir war’s Wurscht. Bin dann zum Prüfer und hab meine Plakette geholt. Im Nachgang wäre es schlauer gewesen, nach Hause zu fahren, andere Räder draufzustecken und fertig. Hinterher und so.;)

 

Hättest du nach der Vollabnahme nicht auch ein Kurzzeitkennzeichen bekommen können?


16.11.2018 15:58    |    ToledoDriver82

Wenn ich es nicht besser wüsste,würde ich sagen er war in C bei der Zulassungsstelle:D


16.11.2018 16:31    |    Goify

Wobei HOT ja direkt neben C liegt.


16.11.2018 16:32    |    ToledoDriver82

Ja,dicht dran:D


17.11.2018 11:36    |    Racer_1995

Total HOT! ;)


17.11.2018 18:35    |    Tobner

Danke für die Blumen :)

 

Und nein, ich war in Glauchau auf der Zulassungsstelle. Furchtbar dort...


17.11.2018 18:37    |    ToledoDriver82

Ist mir schon klar :D ich war heut beim Kumpel in Limbach und hab ihm das erzählt,den überraschte das so gar nicht:rolleyes:


18.11.2018 10:52    |    HerrLehmann

... 30 years ago ist man so bis nach Ungarn gefahren...

Verrückte Welt. :-)


18.11.2018 11:35    |    PIPD black

Bei uns war es nur die CSSR mit Übernachtung in der Nähe von Pirna. 4 Leute im Trabbi auf nem Rastplatz.

Vaddern vorne quer über die Sitze, Muddern auf der Rückbank, Bruder im hinteren Fußraum und ich Steppke auf der Hutablage.....man mag es kaum glauben, aber es ging.

 

Dazu dann noch die Verwandschaft ebenfalls 4 Leute im Trabbi.

 

Mein anderer Onkel war mit seiner Familie und kleinem Motorboot auf normalen Anhänger (damals brauchte man keinen Bootstrailer für so eine Nussschale) schon vorgefahren. Der hatte dann im Anhänger das ganze Cämpinggerümpel noch dabei.


18.11.2018 13:55    |    Goify

Ich bin mit meinen Eltern damit an die Ostsee gefahren, also ein mal die DDR längs durch aus dem Erzgebirge hoch.

Ich konnte als 5-jähriger sogar in dem Teil während der Fahrt schlafen mit dem Ohr auf dem Radkasten. Das muss eigentlich höllenlaut gewesen sein. Vielleicht höre ich deshalb auf dem linken Ohr etwas schlechter als auf dem rechten. :D

Und bei Reisen in die Tschechei war ich das schlafende Kind, was dafür sorgt, dass die Grenzkontrolle schneller und nicht so gründlich erfolgt. Da war man ja doch recht fleißig mit dem Einkaufen und nicht Verzollen.


18.11.2018 14:13    |    PIPD black

Stimmt. Jetzt wo du das sagst, da war was. Kinder mußten beim Grenzübertritt immer schlafen.:D


19.11.2018 08:35    |    Tobner

Es ist schon cool, welche Erinnerungen immer mit dem Trabant aufkommen. Mir passiert das total oft, dass jemand sagt:

 

"so einen hatte ich auch, nur ohne Austellfenster und Rollegurte"

"ich würde schon gerne mal wieder Trabant fahren..."

"und?! schon die Unterbrecher nachstellt?"

"das war mein erstes Auto, darin hatte ich viel Spaß"

"in so einem bin ich eingepennt und mit ner 80er an den Baum geknallt. Verrückte Zeiten.."

"wir hatten ja nischt!"

 

Prinzipiell kommt der Trabbi überall gut an. Selbst bei den Frauen :D


19.11.2018 09:11    |    ToledoDriver82

Es fuhren ja auch einige ;) mit Opa den Trabant in die Garage gefahren, mit meinen Eltern und einem Trabant von Freunden kurz nach der Grenzöffnung in den Westen usw...da gibt es genug Erinnerungen. Und wer wirklich mal Bock hat,die Trabant Vermietung in Chemnitz hat einige im Verleih.


19.11.2018 09:13    |    Goify

Und Trabbi-Fahren fetzt wie Sau! :)


19.11.2018 09:17    |    Tobner

Ja das fetzt tatsache. Es sind auch schon einige Leute aus den alten Bundesländern gefahren, den hat es auch Spaß gemacht. Trabbi ist schon geil :D


19.11.2018 09:21    |    ToledoDriver82

...und verbindet ;)


19.11.2018 12:13    |    UHU1979

Das kann ich bestätigen: Sich mal einen Trabi ausleihen macht absolut Spaß und ist eine schöne Er"fahrung".


19.11.2018 13:35    |    PIPD black

Wie gesagt, ich mußte ihn lang genug fahren. Mal ne Runde ist sicher OK. Aber ihn fahren müssen, will ich nicht mehr. Schöne Erinnerungen sind aber ohne Zweifel da......und das nicht wenige.;)


19.11.2018 14:59    |    Goify

PIPD black, wieso musst du als Nordwest-Deutscher Trabant fahren? War nicht mal Geld für nen durchgerosteten Kadett da? :D


19.11.2018 19:46    |    PIPD black

Ich bin Nordost-Deutscher (mehr Nord als Ost;)), der im Jahre 1999 „übergesiedelt“ ist.;)

 

Und ein Kadett stand auf meiner Wunschliste fürs erste Auto. War ein weinroter Kadett Beauty mit 90 PS. Aber der war etwas knusprig und meine Eltern hatten etwas gegen die Motorleistung und Opel. So wurde es ein Golf II mit 70 PS. Und bis dahin durfte ich Trabbi fahren, wenn Muddern von der Arbeit kam.


20.11.2018 10:21    |    Tobner

Also jeden Tag möchte ich nicht fahren "müssen". Mein Arbeitskollege ist nach der Wende sogar deutschlandweit einsätze gefahren als Techniker. Firmenauto Trabant Kombi. Ich musste schon schmunzeln als er das erzählt hat.

 

"Da hatteste auf der Bahn grad nen Golf vernäht, ging die Kiste aus, weil wieder Haufen Dreck im Vergaser war!" :D


20.11.2018 10:29    |    Goify

Irgendwo gab es mal ne Reportage über eine Kommune oder städtisches Gartenbauamt in Sachsen, die noch immer einen Trabant Universal benutzen, war sogar einer mit Hycomat, also mit Kupplungsautomat für Einbeinige.


20.11.2018 12:25    |    PIPD black

Wegen Drecks im Vergaser bin ich/sind wir nur ein einziges mal liegengeblieben. Das war als wir unseren ersten "Westwagen" in die Heimat überführten bei Bad Homburg. Vaddern und ich im Ford Escort vorne wech und Muddern mit der Pappe hinten dran. Auf einmal war sie weg. Wir haben sie -nachdem wir sie gefunden haten- dann zum Rastplatz geschleppt und Vaddern hat das Ding auseinander gerissen und alles sauber gemacht. Für den Reisebus voll Rentner war das die Attraktion, dass der Alte dort bis zu den Ellenbogen eingeschmiert war. Viel schlimmer war nachher das Händewaschen auf dem Rastplatzklo, wo das Wasser immer nur 2 Sekunden nach dem Drücken läuft. Was hat der Alte da geflucht.:D

Aber der Trabbi schaffte dann ohne Murren seinen Weg nach Hause.:)

 

Was das Stinken und Qualmen des Trabbis angeht, vertrat mein Vater die Auffassung, dass das früher mit dem Ossisprit nicht so (schlimm) war. Das Bläuen kam angeblich erst mit dem Westsprit. Keine Ahnung, ob das so stimmt und was da ggfs. anders war.

 

Auf dem Weg da runter mußte der Sprit dann auch noch immer selbst gemischt werden, weil es an den Tanken nur selten Gemisch zu kaufen gab. Aber er lief damit ziemlich gut.....aber qualmte.:D


20.11.2018 12:53    |    Tobner

Das mit dem qualmen würde ich eher auf das Öl schieben. Heutzutage gibt es raucharmes, gutes teilsynthetisches Öl, da Qualmt nix mehr. Maximal beim Warmfahren oder wenn man nen Schluck zuviel Öl in den Tank gekippt hat. Billiges mineralöl dagegen kann sogar beim normalen Betrieb gut qualmen. Wenn man will, dass es qualmt, muss man heutzutage etwas mit altem Getriebeöl oder ähnlichem nachhelfen, aber das verbessert das Image des 2Takters nur bedingt.

 

Der Trabant hält schon gut durch. Wenn man immer etwas hinterher ist, nen Benzinfilter fährt und ggfs. Zündkerzen und Unterbrecher checkt, läuft der problemlos. Was halt nicht geht, ist 100.000km fahren ohne auch nur einmal irgendwas zu checken, wie es heutzutage ist...


20.11.2018 14:57    |    PIPD black

100.000 km hat bei mir kein Trabbi-Motor gehalten. In meiner kurzen Trabbi-Zeit, hab ich den Original-Motor geschrottet und den 1. Ersatzmotor auch. Mit dem 2. Ersatzmotor ging er dann auf den Schrott bzw. für ne gute Prämie zum Ford-Händler.

 

Aber früher standen bei den Autos auch immer alte Taschen oder Ranzen mit Werkzeug, Unterbrechern, Glühlampen, Zündspulen, -kerzen und -kabeln und einiges anderes mehr im Kofferraum. Nur was hilfts, wenn Junior keine Ahnung hat, dass der Verbrecher kaputtgegangen ist und deshalb die Karre nicht mehr läuft. Also abgeschleppt und Vaddern hat's in 3 Minuten gerichtet.:D


20.11.2018 15:02    |    Goify

So einen Lederschulranzen hatte mein Vater auch immer als Werkzeugkiste dabei. Liegen geblieben sind wir nie mit ihm, dafür war er zu gut gewartet, denn mein Vater konnte ihn immer bei der zweiten Schicht in die Maschinenhalle stellen und dort in Ruhe reparieren. Kollegen waren auch da, die mithalfen. Da kann man in einer Schicht Bereitschaft eine Menge schaffen. :D


20.11.2018 16:07    |    PIPD black

Als er den Trabbi noch fuhr oder nur meine Mutter war er auch immer in Schuß. Aber irgendwann wurde er ja zum Fahrenlernauto für die Brut degradiert und Vaddern war auf Montage. Da blieb die Wartung manchmal auf der Strecke, bis Muddern sich beschwerte, dass irgendwas nicht in Ordnung sei. Dann wurde das gerichtet. Aber unser 2. und letzte Trabbi lag meinem alten Herrn eh nicht so am Herzen. Er hat sich geärgert, dass Muddern den neuen unbedingt behalten wollte, weil man da ja so lange drauf gewartet hat. Der neue kostet 1988 13.000 Ostmark. Der alte (irgendwann Anfang der 80er restauriert) aus Ende 60er wurde für 10.000 Ostmark verkauft. Der neue wäre wohl für 18.000 Ostmark weggegangen. Aber hätte hätte Fahrradkette....


20.11.2018 16:38    |    Goify

Wir haben unseren Ende 89 unserem Ford-Händler in Zahlung gegeben. Ich glaube, viel mehr als 500 Mark haben wir nicht dafür bekommen. Und dann fuhren wir einen gletscherblauen Sierra.


20.11.2018 17:18    |    PIPD black

Es gab in den 90ern irgendwann zw. 97 und 99 auch eine Art Umweltprämie, wo man die Katlosen Autos von der Straße holte. Ford zahlte für den Trabbi bei Abnahme eines Fiestas 3.000 DM, wenn ich nicht irre.

 

 

Und MMM hatte mal das Prospekt eingestellt: https://www.motor-talk.de/.../image-i208330388.html


20.11.2018 17:42    |    Goify

"Bis zu 3.000 €". Das ist echtes Marketing.


20.11.2018 18:53    |    ToledoDriver82

Mein Vater hatte nie einen Trabant, meine Mutter nicht mal nen FS. Mein Vater fuhr bis 88 sein 311er Wartburg,den hatte er für 6000 Ostmark von seinem Lehrmeister abgekauft. Als er dann später im Hotel arbeitete,nutzte er öfters die Hauseigene Werke um arbeiten am Wartburg zu erledigen. Und doch,88 nervten ihn die ständigen Reparaturen doch etwas, mit Familie blieb wenig Zeit und Nerven. So brachte er ihn zum verschrotten...ich war echt traurig,ich liebte diesen Wagen. Dann folgte fast ein Jahr ohne Auto,war nicht weiter schlimm,meine Mutter konnte auf Arbeit laufen,mein Vater nahm das gute Rennrad,Geschäfte waren alle in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar und zur Not gab es da ja noch die große Familie. So ging es in den Sommerurlaub dann auch mit der Bahn,Gepäck wurde vor geschickt. Kurz vor der Wende kam dann mein Bruder zur Welt und so kaufte mein Vater ein Lada.


20.11.2018 20:18    |    PIPD black

Goify.....es waren DM. Harte DM. Keine Euros.;)

Und es gab nicht „bis zu“, sondern es gab die 3 Mille für die Pappe definitiv.....zumindest bei unserem fFh.;)


20.11.2018 20:44    |    Goify

In dem Prospekt von MMM stand nur "bis zu 3.000 DM".


Deine Antwort auf "Ein Sommer im Trabant"

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Tobner Tobner


Infos zur Person... hmmm mal sehen...

 

Ich bin BJ 92 und vom Beruf Medizintechniker. Damit verdiene ich das Geld, was ich gleich wieder in meinen Fuhrpark investiere :rolleyes:

Ich schraube an so ziemlichen Allem, was Räder oder Ketten hat, sich fortbewegt, oder einfach nur Lärm und Qualm fabriziert. Mein Motto ist dabei: Normal kann jeder.

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