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SportsLounge Alles was mich an Autos interessiert.

12.02.2011 00:06    |    Rotherbach    |    Kommentare (3)    |   Stichworte: 1 (831), Delta, Lancia

Die Einleitung fällt mir diesmal echt sehr schwer. Wie soll oder besser wie kann man eine Legende sinnvoll vorstellen? Der Lancia Delta Integrale ist eine der Rally Legenden überhaupt, wenn nicht sogar die Ikone schlechthin. Immerhin stehen sechs Weltmeistertitel in Folge zu Buche eine bis heute unerreichte Marke für ein Auto. Der Delta wurde ursprunglich als braves Familienauto eingeführt. Doch Reglementänderungen der Rally Weltmeisterschaft machten spontan ein neues Auto notwendig. So kam 1986 zuerst der Delta 4WD auf den Markt. Über mehrere Evolutionsstufen und Umbenennung in Integrale reichte schlussendlich die Leistungspalette schließlich von 165 bis 220 PS. Der Integrale wurde offiziell bis 1994 angeboten und überlebte seine zivilen Brüder um ein Jahr.

 

Für das äußere des Integrale sorgte Giugaro. Der Delta ist sehr sachlich gezeichnet und sehr um Raumökonomie bedacht. Auf der Grundidee die zum Delta führte beruhen auch der Golf I und das Polo 86C Coupe, alle drei teilen sich wesentliche Proportionen und Stylingelemente. Als Integrale sind Kotflügelverbreiterungen und Doppelrundscheinwerfer obligatorisch. Unüblich für die späten 80er und frühen 90er sind die in Wagenfarbe lackierten Stoßfänger, typisch für den Integrale ist wiederum die doppelflutige Abgasanlage.

Im Innenraum begrüßen einen in der Regel Recarosportsitze, die mit modischen 80er Jahre Stoffen bezogen sind, die teilweise aus erlesendsten Designer und Haute Couture Hand stammen. Die Sitze sind bequem, nicht zu hart und zumindest die Recarositze passen auch großgewachsenen Fahrern. Allgemein ist der Innenraum sonst typisch 80er Jahre und wird von schwarzem Kunststoff dominiert. Das sehr zierliche drei Speichen Lenkrad steht etwas schüchtern viel zu stark geneigt im Raum und wird vom Instrumententräger erdrückt. Dieser ist komplett bestückt mit allem, was das Sportfahrerherz hochschlagen lässt, selbst eine Öltemperaturanzeige findet man.

 

Der Motor des Integrale stammte ursprünglich aus dem paralell gebauten Thema und geht zurück auf den Lampredimotor der 70er Jahre. Es ist ein klassischer DOHC Motor. Die Leistungsdaten in der Integraleversion klingen vielversprechend: 181 PS und 304 Nm die beinahe über das gesamte Drehzahlband zur Verfügung stehen. Ein Blick in den Motorraum hingegen lässt einen schaudern und gleichzeitig an der Vernunft der italienischen Ingenieure zweifeln. Wie kommt der Motor ins Auto? Mit dem Schuhanzieher oder wird gar das Auto um den Motor gebaut? Der Motor gibt seine Leistung über ein 5-Gang Getriebe an einen äußert traktionsreichen Allradantrieb ab. Spätere Versionen leiten mehr Kraft auf die Hinterachse, was die Agilität des Integrales noch steigern sollte.

Der Integrale ist wie eine Mischung aus Kaltblüter und heißblütigem Rennpferd. Der Integrale benötigt eine kurze Gedenksekunde, dann entwickelt er schon aus dem Drehzahlkeller unglaubliche Kraft, doch statt nach kurzer Zeit merklich nachzulassen zieht der Motor gleichbleibend bis 5000/min. durch. Spätere 16V Modelle haben jedoch eine merklich andere Charakteristik. Getriebe und Allradantrieb sorgen permanent dafür das der Integrale einen Vortrieb wie ein Rennpferd entwickelt. Der Integrale ist auch bei hohen Kurvengeschwindigkeiten lange neutral und liegt sehr gut. Sollte man es dennoch mal übertreiben, bauen frühe Integrales das überschäumende Gemüt des Fahrers gut kontrollierbar über die Vorderräder ab. Störend kann man die Bremse empfinden, bei frühen Integrales passt der Bremseindruck nicht zur Charakteristik des Motors und ich empfinde es sehr störend, dass die ABS lose Bremsanlage auch zum Bocken neigt. So wird ein eigentlich extrem positiver Eindruck unnötigerweise getrübt.

 

Alles in allem sollte man zuschlagen, wenn man einen guten Integrale zu einem fairen Preis erhält. Das der Delta bei seiner Präsentation ein unglaublich modernes und innovatives Auto war, merkt man dem Delta und auch dem Integrale noch heute an. Abgesehen von der Optik meint man nicht in einem 20 Jahre alten Auto zu sitzen. Dazu kommen auch heute noch überragende Fahrleistungen und das gute Gefühl in einer Legende zu sitzen. Auf der Contraseite stehen allerdings auch horrende Unterhaltskosten, die diese Ikone erzeugt.


12.02.2011 15:02    |    andyrx

tolles Auto und heute schon ein Klassiker....hätte ich damals nie verkaufen dürfen;)

 

mfg Andy


14.02.2011 22:41    |    Rotherbach

Naja - ich hätte damals 1998 ungefähr muss es gewesen sein ... Ja sagen sollen. Da hätte ich beim Fiat/Lancia Autohaus zwei haben können. Der eine hatte nen Motorschaden und der andere nen Heckschaden. Sollten zusammen 5000 DM kosten. Damals fand ich den aber noch "nur" hässlich.

 

War aber schön mal wieder einen gut dastehenden gefahren zu haben. Vielleicht demnächst nochmal :)


03.04.2013 21:46    |    Trackback

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