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SportsLounge Alles was mich an Autos interessiert.

10.02.2011 23:08    |    Rotherbach    |    Kommentare (1)    |   Stichworte: 128, Fiat, X 1/9

Der Fiat X1/9 löste 1972 im Fiat Programm gleichzeitig den Fiat 850 Sportspider und das 850 Coupé ab. Der Fiat X1/9 hat ein festes, aber demontierbares Dach stellt also eine Zwischenform zwischen Cabrio und Coupé dar. Der Motor ist als Mittelmotor montiert, was 1972 in diesem Preisbereich eine Revolution darstellte. Der Wagen wurde von Bertone gestaltet und montiert. Aus einer Laune heraus behielt er als Namen seine Projektbezeichnung. Der X1/9 wurde mit einem 1.3L Motor mit 75 PS eingeführt und erhielt 1978 einen auf 86 PS erstarkten 1.5L Motor, gleichzeitig wurde ein umfangreiches Facelift durchgeführt. Der X1/9 war bis 1988 im Programm von Fiat, ab 1982 jedoch nicht mehr unter dem Markenzeichen von Fiat.

 

Der X1/9 ist ein Keil. Von vorne bis hinten. Eine gewisse Ähnlichkeit zum Lancia Stratos ist nicht zu übersehen, die B-Säule ist, auch mit Rücksicht auf die Crashsicherheit extrem massiv ausgefallen und weist einen sogenannten Hofmeisterknick auf. Mit Zierrat geht Bertone behutsam um, Chrom wird spärlich und sehr gezielt eingesetzt. Die Front wird von den Schlafaugen und dem großen durch schwarzen Kunststoff vergitterten Kühler dominiert. Standlicht und Blinker sind, ebenso wie die Stoßstangen der ersten Serie äußerst zierlich geraten. Luft und direkte Kühlung zieht der Motor über die schwarzen Kunststoffluftsammler direkt hinter den Türen. Von hinten kann man erkennen, das sich die gesamte Karosserie gefällig nach oben hin verjüngt

 

Im Innenraum ist der X1/9 für einen Mittelmotorsportler erstaunlich geräumig, auch größere Mitteleuropäer finden ausreichend Platz und stoßen sich nicht direkt am massiven Scheibenrahmen. Die Sitze sind bequem und langstreckentauglich. Durch ihre Zierlichkeit weisen sie allerdings etwas mangelnden Seitenhalt auf. Typisch für italienische Sportwagen ist die zu kurze Beinauflage. Der X1/9 ist für ein Auto seiner Zeit überraschend gut ausgestattet, ein Drehzahlmesser, Öldruckanzeige und weitere Zustandsuhren sind für 1972 eine gewagte Ansage. Lenkrad und Pedalerie sind einfach zu bedienen und liegen im richtigen Abstand, so dass auch die Herren der Schöpfung gut mit dem X1/9 umgehen können.

 

Der direkt hinter den Sitzen montierte 1.3L Vergasermotor ist ein OHC 4-Zylinder, wie er auch in anderen Fiats in ähnlicher Form verbaut wurde. Es handelt sich um ein sehr braves Aggregat das weder beim Start noch während des Betriebes durch kapriziöse Anlagen auffällt. Der Motor brabbelt friedlich im Leerlauf vor sich hin. Da der Motor sehr nahe an den Passagieren ist, ist er jedoch immer präsent. Der Motor ist drehfreudig macht aber bei ca. 5000 /min. zu und wird Leistungsunwillig. Das 4 Gang Getriebe lässt sich gut schalten, neigt aber im dritten und vierten Gang zu leichtem Hakeln. Es ist gut auf den Motor abgestimmt. In Verbindung mit der überraschend verwindungssteifen Karosserie eine gute Kombination, so überrascht es nicht, dass viele Fans den 1300er dem 5-Speed trotz der nominell niedrigeren Leistung deutlich vorziehen.

 

Das Fahrwerk des X1/9 ist gut abgestimmt. Es ist mit unabhängig aufgehängten Rädern aufwändig konstruiert und rundherum mit Bremsscheiben garniert. Bei normaler Fahrweise ist der X1/9 überwiegend gutmütig, bei hohen Kurvengeschwindigkeiten verlangt der X1/9 aber eine hohe Konzentration, da das Fahrverhalten unvermittelt von einer untersteuernden Tendenz zu starkem Übersteuern umschlagen kann. Die Lenkung ist direkt, präzise und meldet ordentlich zurück. Für heutige Verhältnisse ist die Leistung der Bremsanlage des X1/9 unterirdisch, für Ihre Zeit war sie überdurchschnittlich gut. Dennoch ist das Betätigungsgefühl leicht teigig und das Fading der Bremsanlage kann nur schwerlich unbemerkt bleiben.

 

Fiat X1/9 fahren macht richtig Spaß. Es ist ein irrsinniges Gefühl mit einem eigentlich unterlegenen Auto erheblich höhere Kurvengeschwindigkeiten zu erreichen als viele leistungsstärkere Fahrzeuge. Sehr wahrscheinlich liegt auch hieran der Reiz, den ein Fiat X1/9 auch heute noch verströmt.


03.04.2013 21:46    |    Trackback

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