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SportsLounge Alles was mich an Autos interessiert.

19.01.2011 23:19    |    Rotherbach    |    Kommentare (1)    |   Stichworte: 156, 932, Alfa Romeo

Mit dem Alfa 156 SW setzte Alfa erstmals auch in der Mittelklasse auf einen Kombi. Dieser musste vor allem den Designanspruch der Fangemeinde erfüllen und zudem auch bei Nichtautofans sofort ein sinnliches Erlebnis darstellen und klar machen „Ich bin ein Alfa Romeo!“. Ab 2000 bereicherte der SW in verschiedenen Motorisierungen von 105 bis zuletzt 250 PS. Insgesamt war der 156 für Alfa Romeo ein voller Erfolg.

 

Die Front des Alfas wird vom Scudetto in klassischer Ausführung dominiert. Die Scheinwerfer sind angepfeilt und das Kennzeichen – ebenfalls ganz klassisch – auf der Fahrerseite und nicht in der Mitte montiert. Die Seitenlinie des SW wirkt nicht plump, die Dachlinie fällt ähnlich bei einem Coupe ab. Der Designtrick, den hinteren Türöffner im Fenster zu verstecken verstärkt diesen Eindruck erheblich. Das hat natürlich die Folge, dass die Fensterflächen klein geraten und ein wenig der Eindruck der Bedrängung entsteht. Proportionierung und Details zeugen davon, dass der Alfaeffekt beim 156er sehr gut umgesetzt wurde. Zwar handelt es sich gerüchteweise um einen Kombi – doch weder Breite noch Stauraum kann man wirklich als klassenüblich bezeichnen. Die Designorgie geht unter der Motorhaube weiter, ein Motor der sich noch zeigen darf, ist schon vor 10 Jahren die Ausnahme. Man kann beide Zylinderköpfe sehen – die appetitlich mit Namen und Identität in Rosso Corse gekennzeichnet wurden. Doch ein Gedicht, das sind die polierten Ansaugrohre, welches Auto, mit Ausnahme eines Alfas bietet so etwas heute noch?

 

Der Innenraum ist erheblich nüchterner, es ist viel Kunststoff verbaut, der leider etwas billig wirkt. Fügenähte sind zum Teil stark zu sehen, einzelne Bauteile könnten besser entgratet sein. Bei den Instrumenten geht Alfa in der Historie allerdings zurück und garniert uns hübsche Rundinstrumente in Joghurtbechern, diese sind gut ablesbar und, bei Alfa nicht immer selbstverständlich, leicht verständlich. Die Sitze sind sportlich und dennoch bequem, allerdings gilt auch beim Alfa 156 leider, die Sitzfläche könnte etwas länger sein. Aber gut, der Seitenhalt ist gut und auch Langstreckenkomfort vorhanden. Wichtig in einem Auto, das nicht nur den Anspruch besitzt mal eben zu einer Spaßrunde herausgeholt zu werden, sondern mit dem man auch mal nach Mailand oder Turin fahren möchte.

 

Doch das Herz eines Alfas ist der Motor. Der V6 Motor, ein Kind der 70er Jahre, ist kultiviert, er rasselt, er arbeitet und er produziert Sound! Richtig Sound! Satt und genial – Tunneldurchfahrten werden zu reinem Genuss. Gasannahme und Drehfreude sind gut, allerdings geht das hoch anliegende Leistungs- und Drehmomentspektrum natürlich auf Kosten des Verbrauchs – der ist bei Leistungsabruf und Spaß sehr ungezügelt. Der Motor ist mit einem sechs Ganggetriebe kombiniert, das ist zwar kurz übersetzt, aber speziell im ersten und zweiten Gang nicht ideal auf den Motor abgestimmt, zudem ist die Lage des Schalthebels ungünstig und die Schaltwege sind etwas lang.

 

Das Werksfahrwerk ist überraschend weich und komfortabel abgestimmt, die Lenkung stimmt in dieses Konzert ein. Beides entkoppelt den Fahrer stark von der Strasse. Kombiniert mit der merklichen Untersteuerneigung und dem öfters bemerkbaren Rupfen des Antriebs in der Lenkung hinter lässt ebenso wie die Fading anfällige Bremse stark gemischte Gefühle. Der Alfa fährt sicher, er fährt dahin wo er hinfahren soll – aber Präzision und Sportlichkeit sind dennoch etwas anderes.

 

Fazit: Ein sehr schönes Alltagsauto mit einer Note Sportlichkeit und einem unverwechselbaren und klassischem Design und Motorsound. Allerdings nicht geeignet für denjenigen, der auch mal kompromisslos sportlich fahren möchte.


03.04.2013 21:46    |    Trackback

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