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rotherbach

SportsLounge Alles was mich an Autos interessiert.

19.01.2011 23:13    |    Rotherbach    |    Kommentare (8)    |   Stichworte: 124, Fiat, Historische Fahrzeuge

Der Fiat 124 ist auch heute noch ein überaus bekanntes Auto. Nicht zuletzt, weil er nach seiner Zeit als Fiat auch als Lada noch seine Fans überzeugen konnte. Neben den reinen Praktikern ist den meisten auch der große Pininfarinawurf, der 124er Spider im Gedächtnis geblieben. Doch war das schon alles? Gehörte bei Fiat nicht Jahrzehntelang auch ein Coupe zum guten Ton einer Baureihe? Genau – das Fiat 124 Sportcoupe gehört auch dazu. Kramen wir mal in unserer Erinnerung, haben wir das Auto in der letzten Zeit irgendwo gesehen? Gibt es noch welche? Ja – hier der Bericht von einer kurzen Berührung.

 

Doppelscheinwerfer, Fastback, lange Front, tief gezogene Front, keck aufgestellte Windschutzscheibe und ein heller Innenraum charaktersieren neben einem Hüftschwung das klare, sachliche und sportliche Design des Fiat 124 Coupes. Gewürzt mit verchromten Stossstangen und einem verchromten Endrohr und in Blech gepressten Kotflügelverbreiterungen. Die polierten Stahlsportfelgen passen überaus gut dazu. Ein überaus gefälliges Auto das 124er Coupe der zweiten Serie. Im Innenraum kämpfen sechs Rundinstrumente in schwarz mattiertem Armaturenträger mit einem klassischen Zweispeichen Holzlenkrad um Aufmerksamkeit. Der schwarze Bakelit Schalthebel in Kunstleder wirkt da etwas deplaziert. Die Sitze mit schwarzem Kunstleder sind glatt und haben nur wenig Seitenhalt, die Sitzfläche ist typisch italienisch zu kurz geraten.

 

Der 1.6L DOHC Motor mit Doppelvergaser wurde von Aurelio Lampredi konstruiert. Er ist kurzhubig ausgelegt und sehr drehfreudig. Er reagiert spontan auf Gaspedalbefehle und dreht fröhlich mit zornigem Unterton bis über 6000 Umdrehungen hoch. Er leistet 110 PS und liefert die Leistung über eine 5 Gang Box an die Hinterräder. Die hintere Achse ist zwar eine Starrachse, aber aufwendig geführt und konstruiert. Sie zeigt so gute Manieren und eine so überzeugende Vorstellung, dass man nie auf die Idee käme mit einer Starrachse unterwegs zu sein. Es ist zwar etwas ungewöhnlich, aber trotz für heutige Zeiten recht schmaler Spur und Reifen – besitzt das 124er Coupe eine bemerkenswerte Tendenz Spurrillen hinterher zu laufen. Angenehm ist die gute Lenkung, die allerdings nahe der Ruheposition besser zurückmelden könnte. Lenkung und Fahrwerk lassen hier ein kleines Kurvenwunder entstehen. So bleibt das 124er Coupe lange Neutral und besitzt nur eine schwache Untersteuerneigung, um das Fahrwerk aus der Ruhe und zum Auskeilen zu bewegen muss man schon sehr unvorsichtig oder fahrlässig unterwegs sein. Die Bremse kann ihre Nähe zur biederen 124er Limousine nicht ganz verheimlichen, zwar ist der 124 Sport rundherum mit Scheiben ausgestattet aber die Bremskraftunterstützung fällt synthetisch aus und das Ansprechverhalten gewöhnungsbedürftig.

 

Der 124 Sport ist schönes, technisch ansprechendes und gut zu fahrendes Auto. Seine kleinen Schwächen verzeiht man ihm heute gerne. Bedauerlich ist, das man im heutzutage im Großen und Ganzen kaum mehr in den Genuss kommen wird, ein 124 Sport sein Eigen nennen zu können.


12.02.2011 15:04    |    andyrx

hatte den 124 als Spider mit dem 2 Liter Motor aus dem Argenta und 122PS....war ein toller Wagen;)

 

bin dann aber auf RX-7 und die Wankelmotoren umgestiegen....hab den 124er Spider aber nie vergessen;)

 

mfg Andy


17.02.2011 19:43    |    MV12

Wo hast denn das 124 Coupe her?

 

Ich hab praktisch noch nie einen gesehen, anders beim Spider:cool:


Bild

18.05.2011 21:48    |    Rotherbach

Moin,

 

Ja - äußerst selten, heutzutage. Aber ab und zu taucht mal eines auf. Ein Bekannter - den ich vom X1/9 von "damals" noch kenne, hat so eines gehabt. Ausnahmsweise durfte ich damit mal fahren.


25.09.2011 11:03    |    pinkopalino

Hallo,

Beim Lesen Deines Bogs hab ich immer mal auf Mobile und Autoscout geschaut...

 

Ich fahre im Alltag einen Audi S5 Cabrio, aber mich hat immer gereizt einen Oldtimer zu haben, sowohl für Fahrspaß der nicht elektronisch meinen Möglichkeiten angepasst wird als auch, weil ich mich immer schon fürs Basteln und Tüfteln sowie für schicke Autos begeistert hab. Auch brauch ich ein Hobby, weil mich sonst die Arbeit garnicht mehr loszulassen droht. Trotzdem soll es mit Familie einigermaßen kompatibel sein ;)

 

Ich hab schon lange immer mal neidisch bis wehmütig dem einen oder anderen TR4, alten Lancia oder auch Porsche hinterhergesehen und träume ohne fachlichen Anspruch aber auch von exotischeren, potenteren oder "größeren" Oldies wie Mercedes 280 oder Pagode, nem alten Aston, Ferrari, Porsche oder irgendwas was mir gerade irgendwo auffällt, aber eigentlich hab ich immer die Sorge oder besser Einsicht gehabt, dass ich damit zwar ästhetisch sicher gut versorgt bin, dabei aber, von der Materie bisher ungeküsst, eher mit den Wölfen heule, als dass ich ein eigenes stilistisches Empfinden und Erfahrung hinsichtlich Oldies damit umsetzte.

 

Ich hab einfach die Augen offen gehalten und fand auch schonmal Gefallen an einem Alfa Giulia, die als Einstieg sicher nicht schlecht schien, aber Klick gemacht hat es eigentlich nicht.

 

Es soll aber schon ein altes und kein Modell sein, dass ichnnochnaktiv erlebt hab. Und beim Fiat 124 den Du hier beschreibst, hat es mich tatsächlich angefixt. Auch, weil ich gern etwas abseits des Mainstream unterwegs wäre.

 

Ich habe, wie eingangs geschrieben, immer mal Quergeschaut, wie die Autos aussehen und was es am Markt so gibt und dabeinbin ich auf dieses Fahrzeug hier gestoßen. Und er gefiel auf Anhieb auch meiner Frau! Was mich bestärkt und vor allem auf weniger "Gegenwind" später hoffen lässt.

 

Mangels Erfahrung auf dem Gebiet kann ich weder Preis, Zustand etc. einschätzen, eine kurze Suche setztnden Wagen aber in ein preisliches Mittelfeld, wie mir scheint.

Besonders die Werkstatthistorie, die sauber zu seinscheint, fand ich wichtig, um nicht ein Bastelprojekt für teuer Geld ins Haus zu holen.

 

Für etwas Hilfe beim Einstieg in das Thema und den ein oder anderen Fingerzeig wäre ich sehr dankbar.

Denn sicher lassen mich auch meine anderen Oldieträume so bald nicht los, aber ich muss langsam mal den Anfang schaffen.

 

Lieben Gruß,

Chris


28.09.2011 20:56    |    Rotherbach

Hi,

 

Du - große Erfahrungen mit dem Auto habe ich, wie angedeutet auch nicht. Dafür sind diese Modelle einfach mittlerweile zu selten.

 

Allgemein gesagt - Fiat Technik ist bis auf wenige Ausnahmen - recht langlebig und von einer engagierten Werkstatt gut zu erhalten. Das Problem ist - dass es teilweise schwer ist die Ersatzteile zu bekommen - da bieten sich dann Modelle an, deren Technik in Schwestermodellen oder paralellen Baureihen länger gebaut wurden. Die sogenannten Gleichteilelisten werden da sehr wichtig - zu wissen das z.B. der Ölfilter beim seltenen Auto baugleich z.B. zum Fiat Uno Turbo ist hilft einem dann enorm weiter. Denn Fiat scheint hier fatalerweise wenig Interesse an der Kulturpflege zu haben. Hier helfen Clubs und IGs weiter. Die kennen auch typische technische Macken der Baureihen.

 

Grundsätzlich ist bei einem Fiat aus dieser Zeit die Karosserie und ihr v.a. versteckter innerer Zustand das zentrale Thema. Der Gammel und die daraus resultierenden Folgen können mächtig ins Geld gehen - oder der Aufwand ist entsprechend hoch. Dessen sollte man sich einfach bewußt sein.

 

Sorry - das ich dir nicht viel spezielles sagen kann.

 

MFG Kester


29.09.2011 23:05    |    pinkopalino

Na aber das ist doch schonmal einiges. Ich danke Dir!

 

Die Sache mit den Spezis muss ich sowieso angehen und für das Fahrzeug dass ich im Auge habe suche ich gerade jemanden, der mit mir zusammen besichtigen gehen könnte.

 

Wichtig wäre mir auch zu wissen, wie die Usancen beim Oldtimer Kauf/Verkauf sind. Wie normal ist es die Wagen vom Profi in der Werkstatt durchchecken zu lassen? Oder muss der mit zum Halter kommen? Ich möchte garnicht so tun als ob ich das schon lange mache... Wie auch? Den Verkäufer ggf. unnötig nerven will ich natürlich auch nicht.

 

Gruß, Chris


04.10.2011 22:50    |    Rotherbach

Hallo Chris,

 

Grundsätzlich muss der Besitzer (sprich Verkäufer) jeglicher Art von Begutachtung, die über eine normale Besichtigung hinausgeht erlauben. d.h. Du müßtest vom Verkäufer die Erlaubnis bekommen um das Auto z.B. beim TÜV vorzuführen, es auf eine Bühne zu heben usw.

 

Ein seriöser Verkäufer sollte damit allerdings weniger Probleme haben.

 

MFG Kester


03.04.2013 21:46    |    Trackback

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