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SportsLounge Alles was mich an Autos interessiert.

19.01.2011 23:04    |    Rotherbach    |    Kommentare (1)    |   Stichworte: 955, Alfa Romeo, Mito

Der Alfa Romeo Mito wurde im Jahr 2008 als neues sportliches Einstiegsmodell der Marke Alfa Romeo eingeführt. Der Mito wird derzeit (Jan.2010) in Motorisierungen zwischen 77 und 170 PS angeboten. Der Name Mito ist eine Abkürzung für Milano und Torino – dem Hauptsitz von Alfa Romeo und dem Hauptsitz von Fiat, an dem der Mito auf Basis des Grande Punto produziert wird. Die sportlichste Variante des Mitos ist der Mito QV mit einem 1.4 Liter Turbomotor und 170 PS.

 

Das Design des Mito bedient sich in den wichtigsten Elementen der Front und des Hecks am Alfa Romeo 8C Competizione. Das schmale Scudetto des Mito findet sich in vergleichbarer Form auch am originalen Alfa 147. Die Seitenlinie wird von einer Sicke und einer massiven C-Säule dominiert – hinzu kommen die aktuell bei einigen Herstellern unvermeidbaren angedeuteten Kotflügel.

Im Innenraum dominieren optisch die Kunststoffe. Die Materialauswahl ist aber sehr wohl gelungen und die Verarbeitung gut. Die Instrumente sind klar gezeichnet, gut ablesbar und hübsch aufgemacht. Das Lenkrad des Mito liegt gut in der Hand, fühlt sich auch gut an. Aber nüchtern gesagt – das Lenkrad ist schmucklos. Ehrlich gesagt – Das Lenkrad ist trostlos. Die Lenkradbedienung, die eigentlich dazu dienen soll, dass man bei der Bedienung häufig verwendeter Fahrzeugfunktionen die Hände am Lenkrad lassen kann – scheitert daran, dass man zur Bedienung des jeweils innenliegenden Knopfes unnatürlich lange Daumen benötigt oder den Griff lockern muss. Wer zudem auf die Idee gekommen ist, die Klimakontrolleinheit quasi im Fußraum anzubringen, sollte mal gefragt werden – wo die Augen bei einem sportlichen Auto hingehören. Aber gut – Italienerinnen sollen ja hübsche Knie besitzen.

 

Der Mito QV wird von einem 1.4L Zylinder mit Turbomotor angetrieben – seine Besonderheit ist die Multiairtechnologie, die Einlassventile werden unabhängig von der Nockenwelle elektrohydraulisch angesteuert. Durch diese Technik können die Steuerzeiten und damit die Füllung und Charakteristik des Motors je nach Lastzustand beeinflusst werden. Beim Mito QV kann der Fahrer daher per Knopfdruck bestimmen, ob der Motor sparsam oder besonders sportlich laufen soll. Der Motorsound enttäuscht allerdings, zwar hat man dem Mito QV einen kecken Doppelauspuff spendiert – aber wegen Aufladung ist auch hier das Ergebnis eher schmeichelhaft. Der Motor wird mit einem 6-Gang Schaltgetriebe kombiniert. Der Schalthebel ist etwas dürr geraten und wirkt ein bisschen billig. Grundsätzlich hätte man dem Getriebe durchaus etwas mehr Aufmerksamkeit gönnen können. Der Schaltweg ist für einen Sportzwerg zu lang, die Gänge sind nicht so exakt zu treffen, wie man es sich wünschen würde.

 

Natürlich ist das Fahren bei einem solchen Auto das wichtigste. Eine Besonderheit ist wie schon erwähnt die Einflussnahme, per Knopfdruck. Das System heißt bei Alfa DNA (dynamic, normal, allweather) – es greift allerdings nur in das Motormanagement ein, sondern auch in Fahrwerk, ESP und Bremsensteuerung. Vorab sei gesagt – in den Einstellungen N und A ist der Mito zwar sehr sparsam – aber das der Wagen 170 PS haben soll ist in beiden Einstellungen nicht im Geringsten zu bemerken, eher fühlt sich der Motor an, als ob er so 100 PS hätte. Bleibt für den Sportfahrer also nur die Dynamic Stufe. Diese setzt das Motoransprechverhalten massiv hoch. Der Motor wird sehr feinfühlig und spricht sogar auf Pedalbewegungen an, die man meint gar nicht getätigt zu haben. Das hat allerdings den Nachteil, das ein ungeübter Fahrer den Motor schnell an der Grenze zum Abwürgen hat. Selbst geübte Fahrer müssen anfänglich mit recht hoher Motordrehzahl anfahren, das wirkt unnötig wild und etwas halbstark – ohne dabei aber wirklich Spaß zu machen, da es eher nervt, einen kräftigen Teil wird sicherlich die unpräzise meldende Kupplung liefern . Jetzt könnte man meinen, der Motor würde jetzt seine Muskeln spielen lassen. Ganz im Gegenteil, der Motor wirkt immer noch schwächer als er wirklich ist, das Paket wirkt unterm Strich unharmonisch.

 

Die Lenkung ist ok, aber nicht herausragend. Sie ist wie auch beim Spender Grande Punto um die Mittellage etwas unpräzise in der Rückmeldung. Ähnlich wie beim Grande Punto ist das ESP hervorragend abgestimmt. Es stört nicht und der Wunsch es auszuschalten kommt im normalen Verkehr, selbst bei sportlicher Fahrweise eigentlich nicht auf. Hierbei stören viel stärker die krasse Neigung zum untersteuern des Fahrwerks – man könnte meinen keinen 4-Zylinder im Bug zu haben, sondern einen V8. Ebenfalls ernüchternd ist die Performance der Bremse. Das Betätigungsgefühl ist zu weich, sich an den ABS Regelpunkt anzubremsen ist sehr schwer. Schlimmer fällt ins Gewicht, das die Alfabremse stark Fading anfällig ist, bereits nach drei mittelstarken Bremsungen lässt die Bremsperformance merklich nach.

 

Ich möchte jedoch besonders herausstellen, dass der Verbrauch des Mito überaus niedrig ist. Das Versprechen mit dem Multiairkonzept bis zu 25% Benzin sparen zu können, scheint nicht zu hoch gegriffen zu sein. Doch ob dies ein ausreichendes Argument ist mindestens 21000 Euro für einen Mito in die Hand zu nehmen sei dahingestellt. Wem es nicht auf das Topmodellprestige ankommt, ist vermutlich mit der mittleren 135 PS Motorisierung in Kombination mit dem Doppelkupplungsgetriebe besser bedient.


03.04.2013 21:45    |    Trackback

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