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SportsLounge Alles was mich an Autos interessiert.

13.01.2011 21:42    |    Rotherbach    |    Kommentare (2)    |   Stichworte: Alfa Romeo, Giulia, GT

Der Alfa GTV 2000 ist das Coupe der Giulia Baureihe, üblicherweise bezeichnen die Fans die Baureihe als „Bertone“. Der Bertone wurde 1963 präsentiert und von Alfa bis 1976 produziert. Die Topversion mit dem 2000er Doppelnocker – von Fans üblicherweise als Bialbero bezeichnet – ergänzte die Basismodelle ab 1971. Betrachtet man die Baujahre für sich, ist es überraschend, dass alle GTVs mit einem 5 Gang Getriebe ausgerüstet waren und die 2000er sogar rundherum mit Scheibenbremsen bestückt waren.

 

Als Designer zeichnete der berühmte Giogetto Giugaro den GTV. Giugaros Intermezzo bei Bertone war zwar nur kurz, doch gehen einige der bekanntesten Entwürfe auf Ihn zurück. Der GTV ist klassisch gezeichnet, ausgewogen proportioniert und trotz seines Entstehens in der „Chromära“ wurde mit dem Chromzierrat nicht übertrieben. Die Seitenlinie ist leicht geschwungen, die Seitenform ist leicht bauchig ausgeführt, so ergibt sich eine weitere auffällige Lichtlinie, die der eher zierlichen Grundform angedeutete Muskeln spendiert.

 

Im Innenraum wird der Fahrer mit einer stilistisch und geschmacklich perfekt aufeinander abgestimmten Komposition von Leder, Chrom, poliertem Metall und Holz empfangen. Die Optik ist magnifico wie es vermutlich nur italienischen Meistern gelingt. Aus diesem Umstand ergibt sich jedoch auch direkt der entscheidende Nachteil des GTV. Man muss einfach wissen welche Funktion ein Schalter hat, denn die Schalter und Knöpfe sind sich zum Verwechseln ähnlich und die, meist italienische Beschriftung, ist viel zu klein geraten um sie überhaupt lesen zu können. Das sehr hübsche Lenkrad ist rutschig, die Sitze grandios aber ebenso rutschig und arm an Seitenhalt. Der Schaltknauf ist zierlich, mit einem schönen eingelassenen Alfawappen ausgestattet, kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es beim Schalten kratzt und der dritte Gang etwas schwer zu treffen ist.

 

Doch verlassen wir dieses Feld der rüden deutschen Kritik an einem Kunstwerk. Kupplung, zweimal pumpen, Zündung, Anlasser – mit einem dumpfen leicht bösen Grollen erwacht der Motor im Bug. Er schüttelt sich kurz, gurgelt durch den Vergaser und schlürft das teure Nass. Doch man ist diesem technischen Meisterwerk überhaupt nicht böse und lauscht verzückt diesem phänomenalen Sound! Sobald man diese Musik gehört hat, versteht man warum Alfa Fahrer selbst im tiefsten Winter mit irrem Blick und offenem Fenster durch die Gegend fahren und es lieben für einen kurzen Zwischensprint ein oder zwei Gänge zurückzuschalten. Dazu dreht der Motor leicht und temperamentvoll ohne angestrengt zu wirken Richtung 6000 /min. Wer schnell fahren kann, muss auch ordentlich im Zaum gehalten werden können. Die Bremse des Alfa funktioniert gut, sie liefert eine solide Leistung ab und wird im Jahr 1973 sicherlich herausragend gewesen sein. Abgesehen vom gar überirdischen Sound könnte man also meinen in einem modernen Auto zu sitzen.

 

Beim Fahrwerk merkt man dem Alfa dann aber doch sein Alter an. Zwar ist speziell seine Hinterachse sehr gut geführt und das Fahrverhalten ist weitgehend unproblematisch. Doch Feuchtigkeit führt ungewöhnlich früh zu einer Übersteuertendenz, wie man Sie von modernen Autos in dieser Form nicht mehr kennt. Auf schlechteren, heute leider immer häufiger vorkommenden, Straßenverhältnissen kommt ein merkliches und nervendes, wenn auch unproblematisches, Trampeln hinzu. Doch in Anbetracht seines Alters mag man dem Alfa dies gerne verzeihen.

 

Als Fazit kann man nur sagen – ein sehr großer und weiter Wurf dieser GTV! Ein gut gepflegter und gewarteter Alfa GTV fährt auch heute noch ganz vorne mit, natürlich vor allem in die Herzen der Mitmenschen. Und unter uns gesagt, wenn im Brief nicht 1973 gestanden hätte, man würde dem GTV auch 1990 glauben.


12.02.2011 15:05    |    andyrx

würde ich mir auch heute noch gerne in die Garage stellen.....aber man kann sich leider nicht alles hinstellen;)

 

mfg Andy


03.04.2013 21:46    |    Trackback

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