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SportsLounge Alles was mich an Autos interessiert.

12.01.2011 23:08    |    Rotherbach    |    Kommentare (1)    |   Stichworte: 199, Fiat, Punto

Der Name Abarth hat in Italien in etwa den Ruf, den Porsche in Deutschland genießt. Einen tadellosen und hervorragenden Ruf für leistungsstarke und sportliche Autos. Der Unterschied zu Porsche? Abarth ist engeren Sinne ein Tuner. Gegründet vom österreicher Carlo Abarth, bekannt geworden mit Sportauspuffanlagen, Tuningsätzen und Leistungsmotoren vor allem (aber nicht ausschließlich) für verschiedene Fiatmodelle. Am bekanntesten dürften die getunten klassichen 500er und 600er sein. 1971 schluckte Fiat Abarth. Anfangs gab es noch Modelle, die dem Anspruch des Namens Abarth genügten, wie z.B. den Autobianchi A112 Abarth oder den Fiat 128 Abarth. Doch bald schon diente der Name zur Vermarktung der Fiat Rallyhomologationsmodelle. Ende der 80er Jahre verschwand der Name komplett, um in den 90er Jahren und den 2000ern gelegentlich mal als Ausstattungsvariante oder Name verschiedener (Sonder-)Modelle aufzutauschen. Im Jahr 2007 entschied sich Fiat jedoch - das Konzept von Abarth als Scheinmarke neu aufzulegen. Als erstes Modell nahm man sich den erfolgreichen Grande Punto zur Brust. Später folgte der nicht weniger erfolgreiche Fiat 500.

 

Vorweg - mein persönlicher Favorit für das neue Auto war der Grande Punto Abarth EsseSse mit 180 PS - deshalb war der GP auch das erste Auto, das ich mir angesehen und das ich gefahren habe. Zwar war mir bekannt und klar - das dieses Modell kurz vor der Ablösung stand und stellenweise sehr konservativ konstruiert ist - doch dafür halte ich den Grande Punto (nicht den Evo!) für den optisch gelungensten Vertreter seiner Fahrzeugklasse. Doch liebe Leute bei Fiat - euer finanzielles Angebot war nicht mehr und nicht weniger als ein schlechter Scherz bei dem einem das lachen im Halse stecken bleibt ... Ich hätte gerne so round about 25000 Euro bei euch platziert ...

 

Der Grande Punto ist ein Auto mit einer hervorragenden Proportionierung, seine Front orientiert sich an verschiedenen Sportlern z.B. von Maserati. Die Dachlinie zieht sich leicht coupehaft über das Fahrzeug. Ein typisches Puntomerkmal sind die stehenden Rückleuchteneinheiten. Als Abarth stehen dem Auto spezielle Lackierungen und Gadgets wie Schriftzüge und Decals zu Verfügung, eine geänderte Front inkl. Abarthmarkenemblem und sportlich abgesetzte Details machen auf dezente Art und Weise deutlich, ich habe es faustdick hinter den Ohren. Dieses Konzept wird im Innenraum des GP fortgesetzt. Optisch geänderte Sitze, in Wagenfarbe garnierte Armaturenträger und ein sportliches, aber funktionales Cockpit lassen einen bereits beim ersten reinsetzen heimisch werden. Gerne verzeiht man dem Punto dann kleinere unzulänglichkeiten wie beinahe unerreichbare Schalter oder ein sprachgesteuertes Bluetoothsystem - das vielleicht vor Jahren mal Maßstäbe gesetzt hat - aber heute doch die ein oder andere Überarbeitung benötigt.

 

Überraschend für einen Italiener ist die überaus gute Sitzposition und die sehr gute Sitzqualität. Die Sitze im Abarthpunto sind meiner Meinung nach aktuell die besten dieser Klasse - getoppt werden Sie nur durch die optionalen und phänomenalen Sabbelt Sitze. Allerdings sind diese auch sündhaft teuer.

 

Reden wir endlich vom Fahren! Im GP Abarth schlägt in der EsseSse Variante ein 1.4L Turbomotor eher klassischer Ausprägung - er hat ein Turboloch, sicherlich nicht so ausgeprägt wie alte Turbomotoren, aber eine Anfahrschwäche ist spürbar. Akustisch ist der Abarth zwar kein Wunder - aber er klingt gut. Der Punto wird mit einem klassischen Schaltgetriebe geliefert - das klingt wie Steinzeit, aber das Getriebe ist gut schaltbar und gut auf den Motor abgestimmt. Die Schaltwege könnten für sehr sportliche Fahrer sicherlich nochmal nen Tacken kürzer ausfallen, aber dennoch verdient sich Fiat hier ein Lob. Der Motor im Abarth legt nach dem überwinden der Anfahrschwäche temperamentvoll los und durcheilt das gesamte Drehzahlband geschmeidig und kraftvoll. Ab 4500 /min. beginnt der Motor mit leichtem Dröhnen, ab 5000 /min. wird die Leistungsabgabe leicht unwillig, ehe der Motor ab etwa 5500/min. beginnt "zuzumachen" ... Dafür kommt der Motor aber mit 1.4L Hubraum, einem Lader, wenig Fierlefanz und Superbenzin aus. Überraschenderweise ist der Motor trotz seiner "geringeren" Komplexität dazu noch sparsam.

 

Als EsseSse ist der Punto grundsätzlich mit der nochmals sportlicheren Abstimmung Assetto Corse ausgestattet. Das Fahrwerk ist sportlich, es besitzt aber noch ausreichend Restkomfort, ESP und Fahrwerksabstimmung erlauben ein gewisses Mitlenken der Hinterachse. Dies bemerkt man sehr positiv - ganz allgemein gesagt, die Abstimmung des ESP im Grande Punto ist dermaßen gut, dass ich nicht einmal auf die Idee gekommen bin, nach einem "ESP aus" Schalter zu suchen, den ich in anderen Autos durchaus vermisst habe. Ich würde mich soweit aus dem Fenster lehnen und behaupten im Sommer 2010 gab es bei den Sportzwergen kein besseres ESP. Belastet man den Punto jedoch v.a. auf der Hinterachse, kommt diese schonmal ins Trampeln ohne Allerdings auszukeilen. Der Punto ist auch für nicht so erfahrene Fahrer durchaus sportlich und sicher zu bewegen. Die Lenkung ist zwar gut - aber um die Mittellage etwas rückmeldungsarm. Das legt sich zwar bei steigendem Tempo - aber zu 100% überzeugen kann sie nicht.

 

Wer Kurven durcheilen will - der braucht auch Bremsen. Die Bremsleistung des Puntos ist fraglos ordentlich - aber doch eine Ecke weg von der Referenz (Clio RS, Mini Cooper S, Corsa OPC). Speziell bei schnell aufeinanderfolgendem Leistungsabruf merkt man der Bremse an, dass Sie nicht mehr die "neueste" auf dem Markt ist. Dennoch ist ihre Performance gut einschätzbar, sie bricht nicht ein, so dass man böse überrascht wird. Für eine vordere Platzierung hätte es aber ohne Sympathiebonus nicht gereicht.


03.04.2013 21:45    |    Trackback

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