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SportsLounge Alles was mich an Autos interessiert.

04.12.2016 14:21    |    Rotherbach    |    Kommentare (1)    |   Stichworte: 16E, 19E, 1G1, 1G2, Golf, Golf 2, Golf II, Jetta, Jetta 2, Jetta II, Kaufberatung, Probleme, Schwächen, Schwachstellen, Volkswagen, VW

Einleitung

 

Der Golf II trat 1983 das Erbe des ersten Golfs und damit des Retters des VW Konzerns an. Im Gegensatz zum sehr kantigen Giugaroentwurf für den Golf I, folgte der Golf II zwar der gleichen Designidee, nutzte jedoch mehr Rundungen im Design. Den Golf II gab es als 3- und 5-Türer, die Limousine trug den Namen Jetta und wurde 1984 eingeführt. Der Golf II war in Europa eines der erfolgreichsten Modelle der 80er Jahre. Mit dem Golf Country nahm VW mit anderen Herstellern den Crossover vorweg. Ende 1987 erfolgte eine Modellpflege, 1992 endete die Produktion des Golf II.

 

Der Golf II wurde mit einer Vielzahl an Benzinmotoren und einige Dieselmotoren angeboten. Einige der Motoren konnten mit Automatikgetrieben kombiniert werden. Auch Allradantrieb wurde bei einigen Motoren angeboten. Die Benzinmotoren sind im üblichen Vernunftsmotoren mit ordentlicher Leistung, guter Effizienz und in der Regel langer Lebensdauer. Den Motoren ab 90 PS kann man sportliche Eigenschaften abgewinnen, da der Golf II vergleichsweise leicht ist. Die spät nachgeschobenen 16 Ventilmotoren sind drehfreudig und sportlich, kommen jedoch nicht an die 16 Ventilmotoren einiger anderer Hersteller heran. Ein ungewöhnliches Konzept verfolgte VW mit den aufgeladenen Motoren mit G-Lader Kompressoren. Die Dieselmotoren sind vergleichsweise leise und die Turbodieselmodelle sind vergleichsweise leistungsstark. Die meisten Benziner mit Werkskatalysatoren lassen sich bis auf die D3 Norm aufrüsten. Die Diesel bis auf Euro2, womit für die Diesel bestenfalls die rote Plakette verfügbar ist, allerdings können viele Golf II mittlerweile auch mit einem H-Kennzeichen zugelassen werden.

 

Der Golf ist für die 80er Jahre vergleichsweise geräumig gewesen und bietet auch ausreichend Kofferraum. Mittlerweile sind die Fahrzeuge jedoch beträchtlich gewachsen. Die Serienausstattung war bei Basismodellen eher schlecht, doch es gab viele Optionen. Das Verarbeitungsniveau des Golf II gilt, ebenso wie der Korrosionsschutz, als sehr gut. Das Fahrwerk ist sicher abgestimmt, bietet ausreichend Komfort und Agilität. Das Sicherheitsniveau ist nach heutigen Ansprüchen gering, einige Modelle sind jedoch mit ABS ausgestattet.

 

Das Angebot an Golf II ist nach wie vor sehr groß, allerdings ist der Bestand an guten Fahrzeugen mit 16V und G60 Modellen stark gesunken. Der Golf II beginnt grade seine Oldtimerkarriere so richtig, entsprechend beginnen die Preise für alle Fahrzeuge zu steigen, bei Fahrzeugen mit sehr gutem Zustand, 16V oder G60 Motoren sogar sehr stark. Verschleißteile sind in der Regel sehr günstig zu haben, spezielle Teile können allerdings empfindlich teuer werden, einige spezielle Teile sind auch schwer aufzutreiben.

 

Typische Schwachstellen des Volkswagen Golf II und Jetta (19E/1G1, 16E/1G2):

 

Benzinmotoren:

  • gerissene Zylinderköpfe (selten)
  • Kühlmittelverlust an gerissenen Ausgleichsbehältern
  • Kühlmittelverlust an Wasserpumpen
  • gealterte und verschlissene Vergaser u.A. Verhärtung vom Dichtungen und Membranen, verschlissene Düsen
  • verschlissene Pleuellager bei 1.1 und 1.3L Motoren ab 250.000 km
  • verschlissene Motorlager, schlagen beim Schalten
  • defekte Thermoschalter
  • verschlissene G-Lader, Wartung teuer
  • undichte Kraftstoffpumpen

 

Dieselmotoren:

  • gerissene Zylinderköpfe
  • verschlissen Dieseleinspritzpumpen
  • undichte Dieseleinspritzpumpen
  • verschlissene Motorlager, schlagen beim Schalten
  • defekte Thermoschalter
  • undichte Kraftstoffpumpen

 

Getriebe und Antrieb:

  • verschlissene Antriebswellen
  • verschlissene Schaltgestänge
  • Bei Synchroallradantrieb: Verschlissene Viscokupplungen, verschlissene Kardanwellen
  • aufwändige Kupplungsmontage, daher Kupplungszustand prüfen

 

Fahrwerk:

  • verschlissene Querlenkerbuchsen an Vorder- und Hinterachse
  • verschlissene Domlager
  • verschlissene Radlager

 

Sicherheit:

  • Bremsanlage der Basismodelle gilt als untermotorisiert
  • defekte Kabelbäume Heckklappe

 

Komfort:

  • undichte Türfolien, Wassereinbrüche
  • Wassereinbruch über Gebläsekanal vom Wasserkasten
  • Wassereinbruch in den Kofferraum über defekte Rückleuchtendichtungen
  • defekte Fensterhebermechanik

 

Karosserie & Korrosion:

Trotz des guten Korrosionsschutzes gibt es durch das Alter mittlerweile besonders exponierte Stellen, die zu prüfen sind:

  • Oberkanten vordere Kotflügel v.A. um die Antenne
  • unterer Windschutzscheibenrahmen
  • Falzen im Unterboden
  • um die Ablaufstopfen im Unterboden
  • Übergang Frontschürze zu Kotflügel
  • Längsträger unterhalb des Batteriekastens
  • Federbeindöme unter der Schutznaht
  • Querträger vorderes Fussraumende
  • Schweller um die Ablauflöcher
  • Längsträger unter den Sitzen
  • Hinterachsaufnahme unter den Lagerblöcken
  • Längsträger zum hinteren Radkasten
  • Radkasten bei Tankeinfüllstutzen
  • Endspitzen
  • Heckblech zum Längsträger
  • Scheibenrahmen unterhalb der Dichtungen
  • Aufnahme Querlenker/Achsen
  • Federteller

 

Bitte beachten: Gebrauchte Fahrzeuge hatten ein Leben vor dir. Daher können sie neben den typischen Mängeln auch ungewöhnliche Mängel, Macken und Fehler haben, die zu ermitteln unmöglich ist. Daher muss man jedes Auto individuell begutachten und darf sich nicht darauf verlassen, dass in einer Kaufberatung wirklich alle Fehler aufgeführt sind. Aus diesem Grund ist eine Kaufberatung ein Hilfsmittel und ersetzt im Zweifel keinen Fachmann und keine ausgiebige Begutachtung. Außerdem bemühe ich mich zwar ein möglichst vollständiges Bild zu geben, kann aber leider nicht gewährleisten, dass ich wirklich jeden Mangel recherchieren konnte.

 

Copyright: Rotherbach, 2016, Artikel darf bei Angabe der Quelle im Rahmen der Copyleft Regeln frei verwendet werden.

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04.12.2016 14:21    |    Rotherbach

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