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SportsLounge Alles was mich an Autos interessiert.

21.09.2016 23:45    |    Rotherbach    |    Kommentare (3)    |   Stichworte: 156, 932, Alfa Romeo, GTA, Kaufberatung, Probleme, Schwächen, Schwachpunkte, Schwachstellen

Einleitung

 

Der Alfa Romeo 156 wurde im Jahr 1997 eingeführt und konnte ansatzlos mit seinem atemberaubenden Design überzeugen. Es gab den Alfa Romeo 156 als sportliche Limousine und ab 2000 auch als Sportwagon bezeichneten Kombi. Mit dem Facelift im Jahr 2003 wurde der Alfa 156 geglättet, womit die formell extrem gelungene Kombination von Klassik und Moderne merklich verloren geht. Vom Facelift ausgenommen waren die GTA Modelle, bei denen technische Hindernisse das Facelift unmöglich machten. Im Jahr 2004 wurden im Zuge des beginnenden Crossoverhypes eine „offroadisierte“ Variante des Alfa 156 Sportwagon unter den Bezeichnungen Sport-/Crosswagon Q4 und Q2 eingeführt. Diese war in Deutschland jedoch eher eine Randerscheinung.

 

Den Alfa Romeo 156 gibt es mit einer breiten Auswahl an Benzin- und Dieselmotoren von 105 bis 250 PS ab Werk. Zur Auswahl stehen bei den Benzinern Reihenvierzylinder und V6 Motoren. Alle Benziner wirken sehr drehfreudig und die 6 Zylinder Benziner sind sowohl optisch als auch akustisch ein Genuss. Bei den Dieselmotoren sind ausschließlich Common Rail Turbodiesel im Angebot, ausgeführt als Vier- oder Fünfzylinder. Gemeinsam mit Mercedes Benz ist Alfa Romeo damit der Pionier der Common Rail Technologie im PKW Bereich. Bei Wartungen und Reparaturen ist der Alfa 156 als überdurchschnittlich teuer einzustufen. Verschleppte oder ignorierte Wartungen resultieren üblicherweise in teuren Defekten.

 

Typischerweise sind 156er Alfas überdurchschnittlich gut ausgestattet, ordentlich verarbeitet und eher sportlich abgestimmt. Besonders die Ledersitze werden von vielen Fahrern gelobt. Einige Teile im Innenraum wirken vergleichsweise billig. Der Platz im Fond ist her klein. Das Kofferraumvolumen sowohl von Limousine als auch Kombi sind eher unterdurchschnittlich. Im Gegensatz zum Design profitiert die Verarbeitung vor allem des Innenraums von der Überarbeitung im Jahr 2003. Die Sicherheitsausstattung wurde von Alfa Romeo stets auf aktuellem Niveau gehalten.

 

Der Alfa 156 ist vermutlich ein guter Kandidat um zukünftig als Young- und Oldtimer wahrgenommen zu werden. Während 4-Zylinder und Diesel noch sehr günstig zu bekommen sind, kann man bei den V6 Modellen und speziell den GTA Modellen anziehende Preise beobachten.

 

Typische Schwachstellen des Alfa Romeo 156:

 

4 Zylinder Benziner:

  • Abreißende Pleuel zwischen 100.000 und 130.000 km. Besonders gefährdet erscheint der 2.0 TS mit 155 PS zu sein. Verkürzte Ölwechselintervalle und hochwertiges Motorenöl können den Schaden herauszögern, jedoch nicht verhindern. Motoren, die mehr als 130.000 km erreicht haben werden im Allgemeinen als nicht betroffen angesehen.
  • Das Wechselintervall der Zündkerzen ist zwar lang, es muss jedoch zwingend eingehalten werden, bei zu alten Zündkerzen kann es zu einem Ventildefekt kommen. Die benötigten Platinkerzen sind vergleichsweise teuer.
  • Defekte Phasensteller, die Motoren „dieseln“ beim Abtouren und im Leerlauf.
  • Defekte Luftmassenmesser
  • JTS Modelle erreichen häufig die Motorleistung nicht
  • Defekte Kaltstartanreicherung (orgeln beim Kaltstart notwendig)
  • Undichte Wasserkühler auf der Innenseite
  • Unterdurchschnittliches Zahnriemenwechselintervall von 60.000 km oder 4 Jahren, Wechsel vergleichsweise teuer.
  • defekte Zylinderkopfdichtungen v.A. bei 1.6L Motoren
  • gerissene Keilrippenriemen
  • defekte Anlasser

 

JTD Dieselmotoren:

  • Modelle mit grüner Plakette sind eher selten
  • Verrußte und hängende Abgasrückführungsventile - merklicher Leistungsverlust, schlechte Gasannahme, kann zu Ventilschäden führen
  • Ausfall Bremsservo
  • Multijet JTD: abbrechende Drallklappen können zu Turbo- oder Motorschaden führen, Defekte Ölpumpen, Defekte Lichtmaschinen, verschlissene Zweimassenschwungräder
  • 2.4L JTD: Beschädigungen der Ölwanne
  • Undichte Wasserkühler auf der Innenseite
  • gerissene Keilrippenriemen
  • defekte Anlasser

 

V6 Motoren:

  • Defekte Kaltstartanreicherung (orgeln beim Kaltstart)
  • 305 mm Bremsanlage ist für 3.2 GTA unterdimensioniert, verschleißt stark und neigt zu Fading. 330mm Bremsanlage ist zu bevorzugen, Umrüstung von 305mm auf 330mm ist möglich.
  • Undichte Wasserkühler auf der Innenseite
  • Zahnriemenwechsel vergleichsweise teuer
  • gerissene Keilrippenriemen
  • defekte Anlasser

 

Getriebe:

  • Selespeedgetriebe: defekte Aktuatoren und Relais, Ölverlust
  • Automatikgetriebe: elektronische Störungen, Ölverlust
  • Schaltgetriebe: Ölverlust, Synchronisation 2. Gang, Ausrücklager, Kupplungsverschleiß, Getriebewelleneingangslager, gefühllose Schaltung

 

Fahrwerk:

  • Fixierung der Aufhängung an der Hinterachse wurde bei Wartung versäumt, führt zu schlagenden Geräuschen
  • Ausgeschlagene Buchsen der Hinterachse
  • Ausgeschlagene Querlenker und Spurstangenköpfe Vorderachse
  • Verstellte Nachspur

 

Sicherheit:

  • Defekte ABS Sensoren
  • Versagendes Motorhaubenschloss durch mangelnde Fettung, kann bei Fahrt aufspringen
  • Ausgeschlagene Lenkgestänge
  • gestörte Motorsteuerung
  • Airbagfehler durch Stecker für Seitenairbags
  • festgehende Bremse Hinten

 

Komfort:

  • Defekte Klimaanlage durch Steinschläge
  • Wassereinbruch: Oberkante der Türen, Übergang hintere Tür zum Dach/Heck, Unterboden zum vorderen Fussraum
  • gestörte Wegfahrsperre

 

Korrosion:

Trotz des guten Korrosionsschutzes gibt es besonders exponierte Stellen, die zu prüfen sind

  • Ablauflöcher des Unterbodens zum Fussraum
  • Schwellerunterkanten (Kantenrost und Wagenheberaufnahmen)
  • Kanten zum Mittelträger durch gealterte und verhärtete Nahtabdichtung
  • Radläufe in der Regel durch Steinschlag

 

Bitte beachten: Gebrauchte Fahrzeuge hatten ein Leben vor dir. Daher können sie neben den typischen Mängeln auch ungewöhnliche Mängel, Macken und Fehler haben, die zu ermitteln unmöglich ist. Daher muss man jedes Auto individuell begutachten und darf sich nicht darauf verlassen, dass in einer Kaufberatung wirklich alle Fehler aufgeführt sind. Aus diesem Grund ist eine Kaufberatung ein Hilfsmittel und ersetzt im Zweifel keinen Fachmann und keine ausgiebige Begutachtung. Außerdem bemühe ich mich zwar ein möglichst vollständiges Bild zu geben, kann aber leider nicht gewährleisten, dass ich wirklich jeden Mangel recherchieren konnte.

 

Copyright: Rotherbach, 2016, Artikel darf bei Angabe der Quelle im Rahmen der Copyleft Regeln frei verwendet werden.

Überarbeitungen 2016, 2017

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21.09.2016 23:50    |    Rotherbach

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LG Kester


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28.12.2016 14:51    |    Rotherbach

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