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l'amour d'automobile

Autophilie und ihre Folgen

17.11.2019 11:41    |    Elementr!x    |    Kommentare (78)    |   Stichworte: E-Klasse, Mercedes, W124

320er auf der Weide
320er auf der Weide

+++ kleines Update: das Fahrzeug ist nun im Netz und steht zum Verkauf, anbei der Link zu Mobile.de Mercedes 320TE +++

 

Verdammt - seit über 6 (in Worten SECHS) Jahren habe ich nichts mehr in diesem Blog geschrieben.

Wie so oft kam der Alltag und die Familie dazwischen, vielleicht auch meine Arbeit in der Automobilindustrie. Da ist man froh nach Feierabend nichts mehr mit Autos zu tun zu haben.

Aber gut, heute hatte ich endlich mal wieder Zeit etwas zu schreiben und es geht um kein geringeres Modell als den W124. Den letzten echten Mercedes, wo angeblich noch die Ingenieure das Sagen hatten und nicht die Controller.

Nun zu meiner W124 Geschichte. Mein nicht gerade kleiner Volvo S80, bot aufgrund seiner Bauform auf Dauer einfach zu wenig Platz, deswegen musste ein Kombi her.

Und wo bekommt man am meisten Platz? Natürlich bei Mercedes, also Stand die Wahl zwischen:

 

W124 der Klassische, der Schöne

W210 der Hässliche, der Rostige

W211 der Neue, irgendwie Langweilig

 

Folgende drei E Klassen standen zur Auswahl:

 

Ein S124 als 320er, das Top Modell unterhalb vom AMG mit immerhin 220PS und herrlichem Reihensechszylinder.

 

Ein S210 als E430 4Matic, V8 und Allrad was will man mehr! Noch ohne Rost.

 

Als letzter im Trio stand ein W211 zur Auswahl, als E500 auch als V8 aber ohne Allrad und ohne Rost.

 

Die Wahl fiel letztendlich auf den 124er, viele Bekannte und Freunde hatten mal einen.

Jeder hat mehr oder weniger davon geschwärmt. Da ich eh schon lange einen klassischen Mercedes in meiner Sammlung haben wollte, wurde es ein 124er. Neben Golf 1 Cabrio und Saab 900, würde sich der 124er bestimmt gut machen.

Es wurde ein W124 320TE aus dem Jahr 1993, ein Sportline. Das was Mercedes damals als sportlich Verstand, dazu beige Sitze in MB Karo. Eine Klimaanlage, Schiebedach, sogar elektrische Sitze mit Memory. Ein wirklich angenehm ausgestattetes Exemplar.

Also auf ins Schwabenland und den 124er aus seiner Heimat nach Hessen entführt, die Heimfahrt war dank undichtem Endtopf leider nicht besonders entspannt. Der alte Herr klang doch recht kernig und laut. Nach zwei Wochen in der Werkstatt meines Vertrauens durfte ich den Wagen in Empfang nehmen und es ging gleich auf eine 200km Tour quer durch Hessen.

 

Und hier nimmt das Unheil seinen Lauf, das Mercedes Gefühl wollte sich nicht einstellen.

Das Willkommen Zuhause Gefühl womit der 124er immer Beworben wurde, ich konnte es nicht nachvollziehen.

 

 

Nicht das mich die W124-Jünger hier nicht falsch verstehen, der 124er ist bestimmt kein schlechtes Auto. Der Wendekreis ist für so ein großes Auto echt fantastisch, die Lenkung fein und entspannt abgestimmt.

 

Aber trotzdem ich habe es nicht Gefühlt!

 

Der Motor hat genug Kraft ist aber einfach zu Laut für ein Fahrzeug der oberen Mittelklasse, der sportliche Klang passt einfach nicht zu so einem Fahrzeug. Die 4 Gang Automatik schaltet schön sanft, aber das Drehzahlniveau ist einfach zu hoch, das konnten andere Hersteller damals schon besser. Wers nicht glauben will, soll mal einen Saab 9000 aus der selben Zeit fahren. Auch das Fahrwerk ist nicht schlecht, aber es ist keine Sänfte. Klar ist der Sportline etwas tiefer, aber sportlich ist er dadurch nicht. Der 124er als Sportline steht zwischen den Stühlen, nicht wirklich komfortabel und nicht richtig sportlich. Auch die hochgelobten Sitze halten den Vergleich zum Saab nicht Stand, da liegen Welten dazwischen. Auch hier wieder, die Sitze sind nicht schlecht. Wer mal im W211 gesessen hat , besonders VORMOPF, wundert sich warum der alte 124er bessere Sitze hat, aber im Vergleich zum Saab fällt der 124er hier richtig ab.

Auch die Fahrgeräusche sind mir zu Laut, mein 9000 war selbst jenseits der 120 noch flüster leise.

Im 124er wirds ab 100 schon laut, da nervt einfach die hohe Drehzahl.

Noch schlimmer wird der Vergleich mit meinem Volvo S80 Executive, den der 124er eigentlich ablösen sollte.

 

Der Volvo ist ein Executive, somit hat er Seitenscheiben aus Verbundglas, hat etwas mehr Dämmung und hat extra dicke Fußmatten, dazu gesellen sich extra bequeme Ledersitze mit Softleder.

Hier steigt man ein und fühlt sich wirklich "Willkommen Zuhause". Selbst bei 180 säuselt der Wind nur leise um die A-Säule. Die Automatik sortiert die Gänge leider nicht so sanft wie im 124er, sorgt aber dank zwei extra Fahrstufen für ein deutlich enspannteres Drehzahlniveau.

 

Natürlich ist dieser Vergleich nicht ganz fair, schließlich liegen zwischen den beiden Fahrzeugen über 20 Jahre Entwicklung. Aber selbst der Vergleich mit dem Saab, fällt nicht besonders positiv für den 124er aus und der ist aus der selben Zeit.

 

Schade für mich, ich hatte mich so auf meinen ersten klassischen Mercedes gefreut. Vielleicht bereitetet, er ja in Zukunft jemand anders eine Freude. Vielleicht kann der 124er auch nichts dafür und meine Erwartungen waren einfach zu hoch.

 

Ich werde mich in der Zwischenzeit weiter umschauen, nach einem klassischem Mercedes, vielleicht verirrt sich ja ein W126 in meinen Fuhrpark.

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17.11.2019 15:37    |    Goify

Interessanter Artikel.

Falls du einen 126er suchst, schau dir vorher die Daten an, denn einige Modelle drehen dort auch abartig hoch und man hat bei Tempo 100 knapp 3.000 Umdrehungen anstehen (300 SE).

 

Würde ich mir einen klassischen Mercedes kaufen wollen, dann wohl am ehesten einen 190er mit mind. 118 PS. Nimmt man da 5 Gänge, geht es zwar ruckelig, dafür aber mit geringer Drehzahl dahin. Automatik ist zwar auch eine Option, jedoch dann besser einen Vormopf mit längerem Diff.


17.11.2019 18:14    |    DUDH

Für einen Saugbenziner sind 3.000 Umdrehungen nicht abartig hoch. Das ist kein direkteinspritzender Turbobenziner...


17.11.2019 18:30    |    AustriaMI

Ich glaube von den drei zur Wahl stehenden hätte ich mich für den S210 entschieden, allerdings nur, wenn der wirklich noch ohne Rost war


17.11.2019 18:37    |    Elementr!x

Falls du einen 126er suchst, schau dir vorher die Daten an, denn einige Modelle drehen dort auch abartig hoch und man hat bei Tempo 100 knapp 3.000 Umdrehungen anstehen (300 SE).

 

Danke für den Hinweis, wenn 126er dann kommt nur ein V8 in Frage.

 

 

Für einen Saugbenziner sind 3.000 Umdrehungen nicht abartig hoch. Das ist kein direkteinspritzender Turbobenziner...

 

ich empfand es als störend, in den Tests von damals hat sich niemand daran gestört. Dort gings nur immer um das Prestige der Sechs Zylinder, wohl auch ein Grund warum der Saab die Tests immer verloren hat

 

 

Ich glaube von den drei zur Wahl stehenden hätte ich mich für den S210 entschieden, allerdings nur, wenn der wirklich noch ohne Rost war

 

Ja war er, der Stand wirklich gut da. Mag nur beim 210er das T-Modell nicht. Das Heck ist Ihnen einfach nicht so sehr gelungen, aber technisch ist er deutlich spannender.


17.11.2019 18:40    |    ElHeineken

Denke auch man darf die 20 Jahren Forstschritt doch nicht unterschätzen. Da ist viel passiert und jede Menge Sachen erwartet man heute schon unterbewusst ist enttäuscht wenn man sie woanders nicht vorfindet.

 

1990 brachte Honda den NSX als Supersportwagen heraus. Sehr vieles wurde damals hoch gelobt (unter anderem das Fahrwerk, Leistungsentfaltung, Windgeräusche). Trotzdem hat er gegen einen aktuellen Civic Type R (+40 PS) beim Fahrwerk, bei den Bremsen und auch bei anderen Disziplinen keine Chance mehr. In diesem Fall sind es 30 Jahre Unterschied aber die Zeit bleibt halt nicht stehen.

 

Bei meiner Automatikversion war schon in den 90ern das Getriebe nicht gerade der Brüller und im Vergleich mit heute eher unterirdisch (Anzahl Gänge, Ruckeln, Drehzahlniveau, etc.). Da merkt man die 30 Jahre dann richtig stark.

 

Trotzdem war das damals ein bahnbrechendes Auto und die Automatik auf dem Stand der Technik.


17.11.2019 18:41    |    Vritten

Das Problem ist, dass du als Vergleich auch nicht unbedingt billige oder schlechte Fahrzeuge nimmst. Damals war der 124 im Vergleich gut, heute hält seine ehemalige Trumpfkarte "Komfort" leider nicht dem Vergleich stand.

 

Mein Vater meinte auch, dass sein W108 innen sehr leise sei, zumindest im Vergleich damals. Mein Volvo 850, der halb so alt ist wie der S, ist aber leider deutlich leiser und gefühlt näher an 2019 als an 1971. Da war ich auch dezent enttäuscht.

Ein Mercedes wird umso besser, je mehr Mercedesfan man ist.


17.11.2019 18:50    |    v8.lover

...die '91-'93 Chevrolet Caprice, Buick Roadmaster und Oldsmobile Custom Cruiser sind auch enorm große Kombis ;-)

 

Wobei ich bei Ganzjahresbetrieb zum Caprice raten würde, da der keine aufgesetzten Zierleisten o.ä. hat wo sich Salz und Dreck drunter festsetzen kann. Aber die BRAUCHEN dann unbedingt Hohlraum- und Unterbodenschutz!


Bilder

17.11.2019 19:37    |    the_WarLord

Der W124 ist halt ne overhypde Kiste. In Punkto Gammel steht er dem W210 in nichts nach, die Vergangenheit verklärt halt so einiges.

 

Der ist nicht mal besonders ansehlich, bin da jedoch auch nicht unbedingt von infiziert.

 

Aber, Vritten beschrieb das schon ganz gut: Ein Mercedes wird umso besser, je mehr Mercedesfan man ist. Lässt sich auch auf BMW, VW Audi und Co übertragen.


17.11.2019 20:56    |    Lumpi3000

Ein komisches Gefühl im Fahrwerk kann auch einfach daran liegen, dass man die Dämpfer und Federn und diverse Achsteile, Buchsen usw usw usw. einfach mal austauschen müsste, um das "originale" Feeling von "damals" wieder zu bekommen. Die Teile sind vielleicht nicht defekt aber eben schon etwas ausgelutscht ...


17.11.2019 22:07    |    Vritten

Dadurch wird die Übersetzung aber nicht länger, die Windgeräusche weniger oder Motorraumdämmung besser. :D

Ich fürchte, wenn man einmal so von dem Wunschbild in der eigenen Vorstellung enttäuscht wurde, nützt das auch nur bedingt.


17.11.2019 22:27    |    enrgy

vielleicht liegt die abneigung gegen den 124er auch einfach daran, daß der wagen für die falsche verwendung ausgesucht wurde. also als dailydriver, dazu noch im vergleich zu den anderen komfortkarossen, die im portfolio sind/waren.

 

die meisten, die den 124er hypen sind da auf der young/oldtimerwelle und schwelgen in erinnerungen. da sind dann abstrcihe im komfort gegenüber den modernen autos völlig uninteressant, ja vielleicht sogar erwünscht.

 

für den te wäre ein 211 oder 212 wohl die bessere variante gewesen.


18.11.2019 12:24    |    Lipton12

Ich bin jetzt nicht unbefangen.

Aber so schlecht ist der 124 lange nicht.

Der rost ist aufjedenfall ein Thema aber nicht so schlimm wie beim Nachfolger.

Die Sitze sind echt nicht die Stärke.

Das Fahrwerk empfinde ich als sehr gut wenn man schon mal investiert hat.

Im Endeffekt ist das alles sehr persönlich aber mit Verklärung hat das wenig zu tun.

Ich wollte auch mal wechseln aus dem Baujahr habe ich nichts gleichwertiges gefunden. (Kombi Diesel Euro 2 preiswerter unterhalt und komfortabel)


18.11.2019 13:56    |    BenutznameSchonVergeben

Wenn ich Platz bräuchte würd ich mit nen S-Max, Zafira oder Galaxy/Sharan/Alhambra kaufen. Oder halt gleich en Bus.


18.11.2019 14:30    |    pico24229

Der 124er ist halt ein extrem klassicher Mercedes und hat super viele Fans...

Das hohe Drehzalniveau finde ich auch als sehr störend. Aber der Motor klingt super :)


18.11.2019 15:41    |    Dynamix

Beim Fahrwerk würde ich wirklich mal den Zustand prüfen. Gerade bei so alten Autos prüfen die wenigsten ob Federn, Dämpfer und sämtliche Achsteile noch okay sind. Gerade das ganze Gummizeug ist nach spätestens 20 Jahren einfach platt. Man glaubt gar nicht was für ein Unterschied so eine Überholung machen kann. Kostet natürlich massig Geld das ungern jemand in die Hand nimmt.


18.11.2019 16:28    |    Goify

Für 1.500 € für Teile inkl. Bulleneier sollte das komplette Fahrwerk bis auf Lenkgetriebe wieder neu sein bei einem 124er T-Modell.

Und dann fährt der sich sehr wohl wieder oberklassig und erstaunlich modern.

 

Gegen Windgeräusche kann man nicht viel machen, gegen den lauten Motor hilft das Nachrüsten von Dämmung der Diesel. Je nach dem, was man gerade am Wagen macht, kann man sogar auch mal den Filz hinter dem Getriebe einbauen. Ich hatte bei meinem W202 die Motorhaubendämmung und den großen Unterfahrschutz samt Dämmung nachgerüstet, was schon was brachte. Und ein 320er mit 5-Gang-Automatik findet sich auch, denn der hat den 5. Gang hinten dran hängen, wobei es da gerne mal Elektronikprobleme gibt, sodass man doch nur 4 Gänge hat. Damit sollte er im 5. um die 2.500 Umdrehungen bei 100 haben.


18.11.2019 19:27    |    ALPINA B3 3.2

Meiner Meinung nach ist der 124er einer der coolsten Wagen schlechthin und dies sage ich als BMW Fan.

Hatte bis letztes Jahr einen in der Familie, seit 1990! Leider sind alle verstorben und ich habe kaum noch

Platz für meinen R129, welchen ich behalten habe neben meinen BMW's.

 

DAS Drehzahlniveau war für damalige Verhältnisse relativ hoch beim 4 Gänger stimmt, jedoch gingen so die für heutige Verhältnisse trägen Reihensechser für das Gewicht des Fahrzeuges erstaunlich gut, die 2V bis mitunter die seidigsten Maschinen, insbesondere der 2.6L, welcher ja in der Langversion verbaut wurde ein Gedicht.

Habe dies mit der kurzen Übersetzung, insbesondere von der 5-Gangautomatik (300SL 24V), mehr oder weniger bei meinen e36 übernommen, heisst abgeändert!

Der 5 Gang bietet dort mehr als genug Reserve und gehen selbst für heutige Verhältnisse recht gut!!

 

Mach es gut mein W124 ich werde dich immer vermissen, meine e36 (Alpina B3/325i Cabrio) konnte ich für dich einfach nicht aufopfern. Sorry.....


18.11.2019 21:18    |    Elementr!x


Ein komisches Gefühl im Fahrwerk kann auch einfach daran liegen, dass man die Dämpfer und Federn und diverse Achsteile, Buchsen usw usw usw. einfach mal austauschen müsste, um das "originale" Feeling von "damals" wieder zu bekommen. Die Teile sind vielleicht nicht defekt aber eben schon etwas ausgelutscht ...

 

Hab den Wagen komplett checken lassen inkl. Fahrwerksprüfstand. Ein paar Buchsen und ein Querlenker waren fällig. Der Rest wurde in den letzten 26 Jahren wohl mal durchgetauscht.

 

 

Dadurch wird die Übersetzung aber nicht länger, die Windgeräusche weniger oder Motorraumdämmung besser.

 

Genau da liegt das Problem, da war der Saab deutlich leiser!

 

 

vielleicht liegt die abneigung gegen den 124er auch einfach daran, daß der wagen für die falsche verwendung ausgesucht wurde. also als dailydriver, dazu noch im vergleich zu den anderen komfortkarossen, die im portfolio sind/waren.

 

so richtig als Daily war er nicht gedacht, gibt ja noch genug andere Autos im Fuhrpark. Aber ab und zu eine längere Strecke sollte ja eigentlich kein Problem sein mit einem Fahrzeug der gehobenen Mittelklasse.

Mit dem Saab bin ich fast ohne Pause nach Skandinavien gefahren und bin entspannt ausgestiegen

 

 

Die Sitze sind echt nicht die Stärke.

Das Fahrwerk empfinde ich als sehr gut wenn man schon mal investiert hat.

 

Die Sitze sind okay, aber nicht erwähnenswert. Deswegen verstehe ich nicht, wieso die von allen Freunden und Bekannten so gelobt wurden.

 

Wie oben schon geschrieben ist beim Fahrwerk alles ok!

Da ich auch wieder zu einem Kombi tendiere, werde ich mich mal bei Volvo umschauen.

Mit Diesel siehts da aber schlecht aus...


19.11.2019 05:38    |    Sprinter56

Ja, der 124er wird massiv überschätzt. Ich habe ihn als Cabrio mit dem kleinen 2Liter-Motor und Schaltgetriebe. Dass sich Mercedes eine solche Getriebeabstufung leistet, ist nur als lächerlich zu bezeichnen. Bergauf im 2. Gang bis an den Begrenzer drehen, und trotzdem landet man im 3. unterhalb des Drehmomentmaximums, so dass er wieder zusammen fällt. Rost, mangelnde Ersatzteilversorgung und zahlreiche Defekte (Zylinderkopfdichtung, Verdeckhydraulik-Zylinder, Klimakompressor usw. usw. können mich über die sprichwörtliche Mercedes-Qualität nur schmunzeln lassen. Qualität habe ich bei meinem Volvo 850 T-5R aus dem gleichen Baujahr, der fährt einfach klaglos und perfekt, mit wirklich guten Sitzen, effektiver Heizung und Klimatisierung und wirklich sportlichem Fahrwerk


19.11.2019 11:51    |    ALPINA B3 3.2

Ein 2L mit Schaltgetriebe als Cabrio ist ein no go, der ist auch überfordert.....

Selbst als 320er an der Grenze, was das Gewicht betrifft.

 

Dass die Sitze nicht so bequem sind, besser gesagt die Haltung im Sitz stimmt!

Qualität von unserem ehemaligen 1990er 260E mit Vollausstattung einmalig super.

All diese Jahre musste nur die Wapu und sehr wenig Teile ausgetauscht werden, war

halt auch ein 1 Hand Wagen.

Der W124 ist eins der robustesten Fahrzeuge auf dem Markt, da kann der R129 nur davon träumen.

Selbst die für heutige Verhältnisse top haltbaren e36 kommen da nicht ran. Aber das Fahrfeeling ist

da um Welten cooler mit den Six-Pack...



19.11.2019 12:04    |    Dynamix

Ist jetzt wirklich nicht die dankbarste Konfiguration für einen 124er. Wenn schon einen der späten 4-Ventil 4 Ender oder eher einen der 6-Zylinder. Denke für die frühen 2-Ventiler ist der 124er einfach zu schwer um ein wirklich souveränes Fahrgefühl aufkommen zu lassen.

 

Die Motoren sind ja schon beim leichteren 190er hart an der Grenze. Da würde ich wirklich nicht unter dem 122 PS 2 Liter kaufen. Etwas besser noch der 2-Ventil 2.3er. Alles andere darüber ist zwar schön aber schon länger nicht mehr bezahlbar.


19.11.2019 12:22    |    Primotenente

Du hast das falsche Fahrzeug gewählt. Was du kritisierst, wäre beim W210 und W211 besser.

Den W211 gibt es auch als Allrad.


19.11.2019 12:59    |    Goify

Dynamix, den 2-Liter-2-Ventiler gab es nicht im Cabrio und nur kurz im Coupé, als muss Sprinter56 einen 4-Ventiler in seinem Cabrio haben. Dort ist der Motor ziemlich falsch, selbst wenn man nur gemütlicher Gleiter ist. Der ist ja sogar langsamer als ein C180 Automatik. :D


19.11.2019 13:03    |    Dynamix

Ich denke der 150 PS Motor sollte es in dem Falle mindestens sein. Wusste aber auch nicht das es hier noch einen 136 PS 2 Liter mit 16 Ventilen gab. Aber dieses Überangebot an Motoren die im Laufe des Modellzyklus wechseln und dann auch wieder nur in Sonderspezialmodell XY erhältlich sind ist auch wieder typisch deutsch :)

 

Warum nicht wie bei anderen Herstellern? 1 Basismotor, ein starker Motor und dann halt noch irgendeine Sportversion mit überflüssig viel Leistung.


19.11.2019 13:12    |    Goify

Weil man mit jedem Motor, der mehr Leistung als die Basis hat, weitere 3.000 DM verlangen konnte. Der 200er und der 220er waren bis auf die Kurbelwelle fast baugleich, kosteten nur unterschiedlich viel. Da der kleinere nicht mal sparsamer war, hätte man sich den komplett schenken können, nur wurde er aufgrund des Preises gekauft. Kennt man ja auch vom W202 mit dem C180, der einfach nur wegen des Preises gekauft wurde.


19.11.2019 16:44    |    JürgenS60D5

Warum soll es bei VOLVO Kombies mit Dieseln schlecht aussehen? Oder redest Du von vor 2000?


19.11.2019 17:08    |    Goify

Sind die VW-Diesel in den Volvos so schlecht?


19.11.2019 17:51    |    SteinOnkel

@Elementr!x

 

"Wie oben schon geschrieben ist beim Fahrwerk alles ok!

 

Da ich auch wieder zu einem Kombi tendiere, werde ich mich mal bei Volvo umschauen.

 

Mit Diesel siehts da aber schlecht aus..."

 

Meine bessere Haelfte hat einen Hang zu Kombis. Sie hat u.a. einen Audi Allroad. Da ist viel dran und auch gerne mal was kaputt, aber ein komfortableres Auto bin ich bisher noch nicht gefahren. Das Luftfahrwerk ist aller erste Sahne. Ist ein Bisschen schwierig dicht zu bekommen (gut, ihrer hat 340t km auf der Uhr), aber die Teile sind nicht horrend teuer und relativ fix getauscht. Ich glaube an der Frontachse hat's 2 Stunden gedauert und so $120-$140 fuer beide Seiten gekostet.

 

Ist vielleicht eine Ueberlegung wert.


19.11.2019 19:38    |    Lipton12

Der Volvo hatte Anfang der 90er einen vw Motor aus dem lt Lieferwagen.

Die waren nicht wirklich haltbar.

Ziemlich ruppig nen Kollege hatte mal so einen der war jetzt nicht so begehrenswert


19.11.2019 20:51    |    moppedsammler

Ich hatte einen Volvo 760GLE Turbodiesel mit eben diesem LT-Motor.

Mit 350.000 km habe ich ihn verkauft.

 

Ein sehr wertiges Fahrzeug mit einem guten Motor, das ich gerne gefahren bin.


19.11.2019 23:51    |    gseum

... da sind wir jetzt aber im motorischen Steinzeitalter bei Volvo gelandet. Wenn wir ab Mitte der 90er schauen, sind das 5-Zylinder von Volvo selbst (bis auf den kurzzeitig eingesetzten Audi-140 PS TDI).

 

Aber wirklich gute Motoren sind die Benziner bei Volvo - da macht so ein V70 III mit T6 z.B. Sinn. Schluckt Sprit, ist aber ein Sahnemotor. Die D5 Diesel als 5-Ender sind haltbar und unkaputtbar, gelten mit 300.000 km als "eingefahren". Haben aber den "sonoren" 5-Zylindersound - ich fand das immer zu laut.


20.11.2019 06:42    |    Goify

Im ersten XC 90 lärmten diese schon arg.


20.11.2019 10:04    |    Snowbounting

Sind alles Langweiler mit Störungen im geradlinigem Denken. Man o Mann. Ihr habt Sorgen. Geht's noch?


20.11.2019 10:18    |    Snowbounting

Übrigens, - zwecks Vermeidung einer erneuten elektronischen Gehirninanspruchnahme sollte eine erneute Ruhephase weitaus länger sein. Echt!


20.11.2019 17:04    |    manfredkrugfan

Ich hatte 2x W124 Hauptsächlich weil ich damals 200 Km am Tag Berufspendler gewesen bin und die anspruchslose Technik mir garantierte dass wenig passiert und ich zu Unterhaltungskosten ankomme die human sind. Aber Fahrgefühl war irgendwie komisch, hölzern ich kanns nicht beschreiben. Eben ein Auto der frühen 80er Jahre. Ich hatte einmal E200, einmal E220 beide Bj. 95 der erste war Grün und der zweite war Blauschwarz jeweils Manuelles Getriebe. Vorher Omega B 2,0 Bj.94 immer in der Werkstatt, deswegen Umstieg auf Benz weil ich was zuverlässiges wollte. Fahrgefühl, Komfort und Bedienung fand ich subjectiv im Omega besser. War eben Moderner dieses Auto aber sehr unsolide hatte ich nur 9 Monate.

 

E200 flog mit 274000 Km raus und E220 mit 308000 Km habe beide vom Zweiten Besitzer gekauft mit Serviceheft und um die 150000 Km. Den 2. habe ich geholt weil der 1. einfach zuverlässig lief. Aber heute sind die W124 Modelle wohl Überholt und man sieht auch immer weniger. Ich habe mir einen C180 W202 Bj.96 von einem Opa aus 1.Hand mit 75000 Km geholt und als dieser 2016 Verunfallte, er war bisdahin auch sehr zuverlässig und der ROst war im Rahmen für W202 Rostproblem kaufte ich einen Citroen C5 Bj.2002. Arbeitsweg änderte sich auch.

 

Ich bin kein Classikerliebhaber oder Youngtimer Fan aber ich wundere mich wenn ich manchmal lese immer wieder wie dieses Auto obwohl seiner Macken immer wieder verklärt wird. Der W124 ist nicht Perfekt und der W123 den mein Opa fuhr war es bestimmt auch nicht und der 190E 1,8 den mein Opa danach fuhr war es auch nicht. Rost, Rost, Rost trotz guter Pflege.


21.11.2019 10:39    |    fenderhordes

Ich hatte 2 alte Mercedes, einen 190D Automatik von 1987 mit manuellem Schiebedach und sonst nix, bzw immerhin noch Radio (ohne Kassette) dafür ohne rechten Außenspiegel. War ein geniales Auto bis es mir im Jahr 2003 mit einem KM Stand von ca 70k KM von einem Passat Kombi TDI Fahrer geschrottet wurde, der über eine doppelt durchgezogene Linie fuhr. Das war "Majestätsbeleidigung" und hat etwa das gleiche Gefühl hinterlassen, wenn bei HdRinge ein edler Elf von einem garstigen Ork getötet wird. Verbrauch um die 7l, handlich jedoch gänzlich ohne Ambitionen was sportliches Fahren angeht, der Wagen bricht in schnell gefahrenen Kurven ohne Grenzbereich aus und ist besonders im Winter nicht angenehm zu bewegen.

 

Danach einen W124 200E von 1991 5 Gang Schalter, komplett ohne Ausstattung, bis auf elektrisches SD und den schwarz-blauen metallic Lack. Der Wagen rostete ohne Ende und ein Hobby Schrauber mit einer behelfs Werkstatt im Schrebergarten wurde ein guter Bekannter. Das Drehzahlniveau ist auch bei den 5 Gang Schaltern sehr hoch, so dass man gar nicht gerne schneller als 150 fuhr. Tankt man Super anstatt Normal Benzin, muss man die Motorhaube öffnen und einen Drehknopf von normal auf super stellen. Die Schaltung war sehr hakelig und der Hebel irgendwie weich und labberig, aber das gehört so. Der Wagen hatte allerdings einen phänomenalen Komfort, da er tiefer gelegt war und ein Sportfahwerk hatte. Natürlich war da nix mit Sport, aber der Wagen hat jedwede Unebenheit weggebügelt, fing maximal leicht zu schwingen an. Durch die stehts zu weichen Motorlager, schwingt der Motor bei jedem Schaltvorgang mit, der sog Bonanza Effekt. Die Stoffsitze fand ich Sofa bequem, natürlich komplett ohne Seitenführung. Wer SAAB Sitze schätzen gelernt hat, wird damit nicht glücklich. Mir waren die SAAB Sitze allerdings von jeher ein Graus, besonders in den späten Modellen zB SAAB 9-3, da man vor dem einsteigen schon Augenschmerzen bekam und beim hinsetzten dann Rückenschmerzen. GM hat es geschafft eine der innovativsten Marken mit dem besten Image komplett zu zerstören, wobei selbst der 9-3 im Innenraum noch einen Rest flair hatte.

 

Ja, warum fahren viele auf die alten Mercedes ab, weil es für uns in unserer Kindheit keine besseren Autos gab.

Mercedes war das Nonplusultra, auch vom Image. Wenn man in Opas Mercedes W123 mitfahren durfte, oder vom Vater eines Freundes in einem 500 SE nach Hause gefahren wurde, wünschte man sich immer dass die Fahrt noch länger dauern würde. Der seidige Fahrkomfort und das gediegene Ambiente beruhigte ungemein.

 

Es sind auch Kleinigkeiten, wie das für jeden W124 eigens angefertigte Holz, es wurde je nach Wahl der Extras ausgesägt, wenn man zb keine eFenster hatte, hatte man keine blinden Tasten, sondern da war dann das durchgehende Holzpaneel. Auch der Einarm Scheibenwischer war so ein Gimmick, dass die anderen Autos nicht hatten, funktionell und vom Design top. Natürlich träume ich nach wie vor von einem späten W124 Kombi, hier würde ich aber eher zum 220E greifen, den von Porsche gefertigten E500, oder seinen Bruder aus Sindelfingen den E420.


21.11.2019 13:13    |    manfredkrugfan

Zitat:

Die Schaltung war sehr hakelig und der Hebel irgendwie weich und labberig, aber das gehört so.

Genau das fand ich beim 124 unerträglich. 202 war besser. War ein schön eingerichtetes Auto bis auf das Schalten und auch die Bedienung war ohne Tadel aber das Schalten war blöde. Automatik wäre besser gewesen, hatten meine gebraucht gekauften aber nicht.

 

Zitat:

Der Wagen rostete ohne Ende und ein Hobby Schrauber mit einer behelfs Werkstatt im Schrebergarten wurde ein guter Bekannter.

Kenne ich auch aus der 124 Zeit. Er war zuverlässig und das war mein Kaufkriterium. Das waren die frühen 2000er Jahre, ich fuhr 124 von 2001 bis 2013 und zuerst war der 124 auch gut aber irgendwann hatte ich die Nase voll und nutzte 2013 die Gelegenheit zum Kauf eines 202 mit 75000 Km der aber 2016 Verunfallte. Den 202 und den 2. 124er (E220) habe ich bei diesem "Hobbyschrauber" gekauft der meine 124 Modelle wartete und reparierte. Ich hatte vor lauter Rost die Nase voll und der 202 war dann auch gut, die 124 Modelle waren beide schlimm und der E200 Grünmetallic rostete kurz nach dem Kauf im Januar 2001 schon leicht, Bj. 1995, beseitigte MB wegen Gebrauchtwagengarantie umsonst aber dann wurde es richtig lustig und zum TÜV Termin Ende 2006 war er so fertig dass man nicht mehr wusste wo man das Schweißgerät ansetzen sollte. Gut 274000 Km hatte er aber trotzdem. War ein E200 136 PS 5-Gg. Getriebe und Schiebedach.

 

Hätte ich den E220 Blauschwarzmetallic nicht bekommen den ich bis 2013 fuhr (308000 Km) wäre ich nicht bei MB geblieben aber andererseits, was hätte ich denn nehmen sollten als Hardcore Pendler 200 Km am Tag damals. Der Mercedes 210 gefällt mir bis heute nicht, BMW mag ich nicht und Audi ist halt VAG durchwachsene Qualität. Blieb eigentlich nur Benz und der Schrauber hatte eben einen bekommen. Opel Omega B hatte ich vorher, zusammen mit einem Fiat Croma mein schlechtestes Auto. Und Importmarken waren für mich seit Fiat kein Thema mehr bis ich 2016 auf Citroen C5 umstieg der mein bis jetzt bestes Auto ist vor meinem Passat 32-B Fließheck der Unkaputtbar war und Uni-Hellbeige.


22.11.2019 10:12    |    ALPINA B3 3.2

Es lebe der W124 und noch mehr mein B3, war gestern wieder mal unterwegs einfach ein Gedicht!


Bilder

22.11.2019 10:20    |    Goify

Und was hat der Thread mit dem E36 zu tun? Nur geringe Überschneidung der Bauzeit und andere Fahrzeugklasse. Der E34 war der direkte Konkurrent des 124ers und ist so gut wie ausgestorben. Vom 124er sieht man aber noch einige, was wohl offensichtlich an der besseren Langzeitqualität liegen muss. Gut gepflegt wurden im Schnitt sicherlich beide. Und Rost ist bei beiden DAS Thema, was das Leben verkürzt.


Deine Antwort auf "Majestätsbeleidigung oder warum ich meinen W124 nicht mag"