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l'amour d'automobile

Autophilie und ihre Folgen

17.09.2013 21:38    |    Elementr!x    |    Kommentare (2)    |   Stichworte: 2013, 918, bmw, elektroauto, Frankfurt, i3, IAA, messe, porsche

Prozen ist immernoch im Trend
Prozen ist immernoch im Trend

Verbrennungsmotoren sind tot - es lebe der Elektromotor

 

So oder so ähnlich könnte man die IAA 2013 zusammenfassen, eigentlich.

Denn wirklich viel neues gab es nicht zu sehen, denn schon die IAA 2011 Stand unter dem Motto der E-Mobilität. Auch damals gab es einige wenige E-Modelle und daneben standen etwas schüchtern die konventionellen Fahrzeuge. Das lag unter anderem daran, dass es der Branche 2011 nicht so gut ging und jeder Hersteller der grünste sein wollte. 2013 hat sich das geändert, heute ist jeder Mercedes blau und effizient, jeder BMW dynamisch und  effizient.

Jeder Hersteller hat sein eigenes Öko-Label, aber im großen und ganzen ist die Branche stehen geblieben. Während die Mobilfunk und Fahrradbranche immer bessere und größere Akkus verbaut, tut sich im KFZ Sektor nichts. 

 

Bei Opel steht nach wie vor nur der Ampera, als einzige Alternative zu konventionellen Fahrzeugen, der ein Konzept für den Übergang darstellt, aber immer noch Benzin verbraucht wenn die Akkus leer sind.

 

Beim größten deutschen Automobilhersteller tut sich erschreckend wenig.

Kurz nach der IAA 2011 wurde ein E-Golf angekündigt, dieser stand nun nach 2 Jahren endlich auf der IAA. Mit rund 35.000€ wird dieser aber dem Elektroauto nicht zum Massenprodukt verhelfen, wenig besser macht es der e-Up!. Dieser kostet fast 20.000€ mehr als ein vergleichbarer Up! mit konventionellem Antrieb. So wird das nichts mit dem Elektroauto für Jedermann.

 

Auf dem Stand von Mercedes gibt es noch weniger zu Entdecken in Sachen Auto 2.0.

Der Elektro Smart gehört schon fast zu den Pionieren des Sektors, und eine B Klasse mit E-Antrieb ist nun auch nicht grade der Lichtblick. Insbesondere wenn man bedenkt, dass es den Wagen erst ab Herbst 2014 zu kaufen gibt und Preislich wird er wohl für die wenigsten Kunden attraktiv werden.

 

Ein wenig besser macht es da schon BMW mit i3 und i8.

Beide wurden als reine Elektroautos entwickelt und basieren nicht auf einem herkömmlichen PKW. Das schafft vertrauen, man hat das Gefühl BMW glaubt an die E-Autos. Ähnlich wie auch Toyota mit dem Prius geht BMW den Weg, die Stromer nicht zu verstecken sondern man soll erkennen: Ich bin anders und das ist auch gut so.

Der i3 polarisiert schon mit seinem Design wie kaum eine andere Messeneuheit.

Die Kommentare reichen von AOK-Shopper bis chicer BMW Sportsvan.

Auch der Vergleich mit dem A2 hörte man oft und hier kommt man der Sache doch schon sehr nahe.

Die praktischen Details eines typischen Zweitwagens (hochsitzen, viel Platz) werden kombiniert mit der Fahrdynamik eines BMW. Auch das Innenraumkonzept überzeugt mit spannendem und frischem Design. 

Ganz klar den i3 mag man oder hasst Ihn! 

Der i8 dagegen ist ein Hybrid Sportler der nicht nur mit seinem Design überzeugt sondern auch mit den inneren Werten. Hier macht BMW klar das Ressourcen schonen sexy sein kann.

Dank 3 Zylinder mit zwei Elektromotoren entwickelt der Wagen über 360PS, genug um auch auf der Nordschleife Spaß zu haben. Beginnt man seine Runde auf dem Ring mit vollem Akku sollte man für 5 Runden grade mal 2,5 Liter brauchen, zumindest nach NEFZ.

 Natürlich lässt sich BMW soviel moderne Technik fürstlich bezahlen. Für den i3 muss man knapp 40.000€ bezahlen, dafür bekommt man schon einen 3er mit über 200PS.

Noch tiefer in die Tasche greifen muss man für den i8, ab rund 120.000€ geht hier die Reise los, ein M6 mit 560PS kostet auch kaum mehr. 

 

Man merkt also bei allen Marken, hier muss noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden.

Besonders an der Reichweite müssen die Hersteller noch arbeiten, denn niemand möchte wenn er von Hamburg nach München fährt dreimal übernachten um den Akku zu laden.

So schnell wird es also nichts mit der avisierten Million Elektroautos 2020, die Merkel bei Ihrem IAA Besuch nochmals bekräftigt hat. Solange der Markt jedoch keine klaren Signale sendet werden sich auch die Hersteller kaum mehr Geld investieren. Außer BMW verzichten die Hersteller auf Experimente und optimieren Altbekanntes. Dazu ein paar Elektroversionen der Volumenmodelle, mehr wird es vorerst nicht geben. 

 

Viele Experten sind sich einig, die Elektroautos können sich nur über den Kostenfaktor Ihren Weg in den Alltag bahnen. Der normale Kunde schaut zuerst in seinen Geldbeutel und dann achtet er auf die Umwelt. Bei den derzeiten Kaufpreisen wird es also noch Jahre dauern bis die E-Mobile in der Mitte des Marktes angekommen sind. Die einzige realistische Chance sehen Experten im Anstieg der Kraftstoffkosten, erst dann lohnt es sich besonders für Pendler umzusteigen.

Aber bis dahin ist es wohl noch ein langer Weg.

 


17.09.2013 22:39    |    nochn_alter_Sack

Bei der Elektromobilität in der jetzigen Form braucht niemand Überzeugungsarbeit leisten, weil die völlig unnötig wäre. Den momentanen technischen Stand aller Hersteller wird sich niemand antun und es wird sich auch niemals durchsetzen. Dafür müssen erst mal die Preise drastisch fallen, die Reichweiten extremst verlängern und die Ladezeiten auf 5-10 Min. verkürzen. Sonst wird das NIX.


18.09.2013 07:39    |    Dexter989

Es mögen zwar im Mobilfunk auch immer bessere Akku´s verbaut werden, aber wo stehen wir da momentan? Kaum ein aktuelles Smartphone hält bei artgerechter Benutzung einen gesamten Tag durch - wenn das also die Zukunft sein soll?:D

 

E-Mobilität schön und gut, aber derzeit ist das nicht marktreif. Und nicht nur weil es irgendeine Industrie nicht haben will, sondern schlicht und einfach weil es der Markt auch nicht nachfragt. Das Auto verkörpert in vielen Köpfen einfach noch Freiheit - die habe ich garantiert nicht wenn ich bei jeder Fahrt zittern muss ob der Akku noch hält oder ob ich bei Minusgraden die Heizung lieber auslasse bevor mir die Kiste im Nirvana stehen bleibt :D


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