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07.12.2017 09:55    |    KaJu74    |    Kommentare (12)    |   Stichworte: Fastnet, Greencars, Günstiger, Hybrid & Elektro, Ladestation, ohne Vertrag, Preis, Tesla

Die Niederlande fördern im Gegensatz zu Deutschland kaum noch Plug-In-Hybride, sondern vor allem reine Elektroautos. Der Ladesäulen-Betreiber Fastned will nun von den Niederlanden nach Deutschland expandieren. Interessant ist dabei das flexible Preismodell.

 

Neben Norwegen gelten die Niederlande als weiteres Beispiel, wie sich Elektromobilität in Europa durchsetzen kann. Zwar gab es zuletzt einige Fehlanreize, etwa die staatliche Subventionierung ineffizienter Plug-In-Hybride - mittlerweile hat die Regierung das aber korrigiert. Reine E-Fahrzeuge steigen weiter in der Käufergunst, vor allem weil man mit ihnen als Dienstwagen erheblich Steuern sparen kann.

 

Mit seiner kleinen Fläche hat das Land natürlich bei der E-Mobilität einen Vorteil, weil ein flächendeckendes Ladenetz leichter zu installieren ist. Durch eine koordinierte Förderung - etwa der Installation von Ladesäulen entsprechend den Vorschlägen von E-Auto-Besitzern selbst - gelingt das zudem besser als in Deutschland, wo es eine Vielzahl unkoordiniert nebenher laufender Lade-Initiativen gibt. Der Ladesäulen-Betreiber Fastned will zumindest das Laden im öffentlichen Raum einfacher machen und im kommenden Jahr nach Deutschland expandieren. Bislang betreibt das Unternehmen 63 Stationen in den Niederlanden.

 

Neu ist dabei, dass man zum Aufladen seines Stromers keine Karte oder Verträge mit Energieversorgern braucht. Auch eine App sei nicht nötig, so das Unternehmen - der Ladevorgang beginne sofort nach dem Anstöpseln wie bei einer normalen Tankstelle. Fastned setzt ähnlich wie bei einem Handy-Vertrag auf verschiedene Abo-Modelle mit oder ohne Grundgebühr, bei denen dann der Strompreis variiert. Die Firma hofft, in Deutschland die gleiche Preisstruktur anzuwenden wie in den Niederlanden - noch ist das aber nicht fix.

 

"Wir wollen vor allem das Laden pro Kilowattstunde (kWh) berechnen und nicht pro Minute", heißt es von dem Unternehmen.

Bezahlt werde mit Kreditkarte oder EC-Karte, der eingekaufte Strom stamme zu 100 Prozent aus regenerativen Energien.

Geladen wird mit mit drei möglichen Steckerarten: CCS, CHAdeMO sowie Typ 2 (Wechselstrom mit maximal 43 kW).

 

Die Preisstruktur soll folgendermaßen aussehen:

  1. Laden ohne Grundgebühr: 59 Cent pro kWh
  2. Grundgebühr von 9,90 Euro pro Monat bei einem kWh-Preis von 35 Cent
  3. Grundgebühr von 29,99 Euro pro Monat bei einem kWh-Preis von 19 Cent

 

Bedeutet:

2. ist günstiger als 1. ab der 42.ten kWh.

3. ist günstiger als 1. ab der 75.ten kWh.

3. ist günstiger als 2. ab der 126.ten kWh.

 

Kosten für 100kWh bei den drei Systemen:

1. 59,00€

2. 44,90€

3. 48,80€

Aber was sind 100kWh? Das sind gerade man rund 500km.

 

Also 500kWh oder 2.500km:

1. 295,00€

2. 184,55€ (Ersparnis: 110,45€)

3. 124,99€ (Ersparnis: 182,01€)

 

Umgerechnet bedeutet das, dass ein Diesel folgendes verbrauchen darf, bei 1,17€/l Diesel:

1. 10,09l/100km

2. 6,31l/100km

3. 4,27l/100km

 

Umgerechnet bedeutet das, dass ein Benziner folgendes verbrauchen darf, bei 1,38€/l Benzin:

1. 8,55l/100km

2. 5,35l/100km

3. 3,62l/100km

 

Es bleibt jedem selbst überlassen, mit welchem Auto er es vergleichen möchte. Ist ja nur eine Anregung.

 

Der Haken am Fastned-Modell: "Leider ist die Berechnung pro kWh in Deutschland derzeit nicht möglich, weil es auf dem deutschen Markt (noch) keine Gleichstromzähler gibt, die den Anforderungen des deutschen Eichamts entsprechen", so die Niederländer. Man hoffe aber, dass das künftig möglich werde.

 

Exakt das gleiche Problem, mit der Abrechnung (nach kWh nicht möglich) hat auch Tesla.

In Deutschland muss auch bei Tesla nach Zeit abgerechnet werden.

 

PS: Sobald man bei Variante 2 oder 3 die Grundgebühr "reingefahren" hat, fährt man ja noch günstiger.

Bedeutet bei 20kWh/100km:

2. 7,00€/100km, das entspricht 5,98l Diesel/100km oder 5,07l Benzin/100km

3. 3,80€/100km, das entspricht 3,25l Diesel/100km oder 2,75l Benzin/100km :eek:

 

Und nur zur Erinnerung Variante 3 ist ab 127kWh die günstigste Variante.

Also 2 Tesla Ladungen.

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08.12.2017 15:14    |    Trackback

Kommentiert auf: Tesla:

 

Die Tesla Community Ecke

 

[...] eine bestimmte Messvorrichtung eingebaut werden?

Scheinbar muss jetzt eine geeichte DC Messstelle eingebaut werden.

Siehe auch hier:

https://www.motor-talk.de/.../...bietet-laden-ohne-karte-t6210977.html

Zitat:

Der Haken am Fastned-Modell: "Leider ist die Berechnung pro [...]

 

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09.12.2017 02:39    |    Provaider

Also ich fahr für unter 5€ auf 100km ohne Abo gebührt. Ich zahl genau das was ich fahre. Tanken geht auch schneller, mehr Tankstellen habe ich auch und der Listenpreis ist auch noch billiger als alle E Mobile am Markt. Noch dazu mit 7 Sitzen. Also so wirklich lohnen tut sich das aktuell noch nicht. Eher was für early Adopters.

Und ob man in D die Strompreise halten kann?

https://1-stromvergleich.com/strom-report/strompreise-europa/

Wir liegen 10 Cent höher als die NL im Schnitt pro kWh.

 

Schön wenn es mehr Ladepunkte gibt mit EC und KK Zahlung. Aber auch die gibt es bisher schon nur halt seltener. Geld stinkt nicht sollte man meinen, aber die wollen den leuten lieber noch ne Plastikkarte aufdrücken hat man das Gefühl.

 

12*29,99=359,88 € Grundgebühr

12000km*0,2kWh/km*0,19€/kWh = 456 € Stromkosten für 12tkm Jahresfahrleistung

Summe 815,88€ das sind 6,799€ pro 100km.

Ich darf dann aber nur dort laden und nicht wo anders wo es teuer ist.

Das lohnt sich nicht, noch nicht.

Und wenn ich ein Auto fahren was mehr verbraucht lohnt es sich noch weniger.


09.12.2017 02:57    |    KaJu74

Ich habe ja auch nicht geschrieben, dass jeder wechseln soll/muss.

 

Aber rund 4l Diesel pro 100km oder 3,5l Benzin pro 100km ist auch nicht der Alltag.

Meine Mutter fährt ihren A3 Benziner echt sparsam und kommt auf 6l/100km.

Und bei 12.000km rechnen sich die meisten Diesel doch nicht, oder?


09.12.2017 11:26    |    Provaider

Ich fahr ja auch keinen Trecker Motor ;)

Es gibt noch sowas wie Gas auf dem Markt. Da ist €/Heizwert ganz gut. 12tkm ist die Jahresfahrleistung einen Durchschnittsbürgers.


09.12.2017 13:01    |    KaJu74

Ach so. LPG oder CNG. Alles klar.

Hatte ich vor dem Elektroauto auch.

Aber dann kennst du das Suchen einer Tankstelle oder das Planen einer längeren Fahrt auch schon.


09.12.2017 13:20    |    Provaider

Also in D ist es mit LPG ja recht entspannt, auf der BAB gibt es ausreichend Tankstellen. Das dort die Preise höher sind als den Autohöfen kennt man ja vom Benzin/Diesel. Auch so habe ich hier im Kaff ne LPG Tanke, das Kaff weiter auch eine, in der Stadt mehre. Also kein großer Aufwand. Mit CNG schon schlimmer, da bin ich auch schon paar mal mitgefahren oder selber gefahren. Da ist etwas mehr Planung nötig.

Der DVFG hat gute POIs für Navi im Auto dazu 50l Benzin als Reserve machen das ganze auch entspannt. Damit kann man auch Länder mit schlechter Versorgung durchfahren.

 

Ein E-Mobil für Kurzstrecken wäre toll, aber nicht sinnvoll. Ich kann ja immer nur ein Auto fahren hätte aber beide Grundkosten. Dazu sind die noch zu teuer. Aber in Zukunft werden auch die billiger werden und als Gebrauchtwagen auch mal Stückzahlen erreichen. Und wenn man zuweit oder mehr im Haushalt ist lohnt sich das dann vllt wenn die Fahrprofile passen. Und die Infrastruktur.


09.12.2017 18:52    |    KaJu74

So schön auch ich LPG/CNG finde, lass uns hier bitte zum Thema zurück kommen.

 

Ich habe auch nur ein Auto und deshalb ein Elektroauto.


09.12.2017 22:45    |    Goify

Ich halte dsa für recht teuer, wenn man einen Tesla mit Supercharger-Option hat. Bei anderen E-Autos sieht das wieder anders aus und noch ganz anders, wenn man eine eigene PV-Anlage auf dem Dach hat. Da muss man schon genau rechnen, welches Modell sich lohnt.

Für mich kommt garnichts davon in Frage, weil ich mir kein E-Auto leisten will, aber das ist ja nicht das Thema.


10.12.2017 17:44    |    Provaider

Die neuen Tesla Käufer zahlen für die SC Nutzung wenn ihre 400kWh Freimenge weg sind. Nur bestandkunden haben die Ladeflat.

kompliziert wird es wenn man mehre Abo und Abrechnungsmodelle hat. Ich hoffe die EU schreibt per Norm ein Abrechnungsmodell vor was alle Ladesäulen erfüllen müssen. Damit man auch garantier Europweit laden kann ohne Kunde bei Y zu sein. Das wird bestimmt nicht die billigste Option sein, aber besser als irgendwo stehen und sich ärgern wie man die Säule freischaltet.

Der nächste Schritt wäre ein abrechnungssystem einzuführen wo die anbietere ihren Strommengen untereinander austauschen und in Rechnung stellen. Damit ein Kunde auch bei fremde Ladesäule zu seinem bekannten Tarif laden kann. Dazu kommt dann wohl eine Bearbeitungsgebühr.

Ähnlich Roaming bei Handygebühren.


10.12.2017 18:21    |    KaJu74

In den Niederlande funktioniert das ja bereits.

Dort sitzt eine "Firma/Stelle" über allem und verteilt das Geld dann an die einzelnen Betreiber.

Bin nur nicht sicher, ob das NewMotion oder sogar Fastnet ist.


10.12.2017 18:46    |    Provaider

Leider hat die EU ein paar mehr Mitgleider als nur die NL ;) Ich glaube auch nicht das die sich freiwillig einig werden.

Da muss schon Druck her damit alle an einem Strang ziehen. Keiner will Macht oder Kompetenzen abgeben, keiner will seinen Gewinn schmälern. Solange es ne Kleinstaaterei bleibt wird es nicht mit Erfolg im großen.

Der Europa Gedanke muss halt auch da gelebt werden.


11.12.2017 13:56    |    chrisschorsch

Also mit der NewMotion Karte konnte ich bis jetzt noch an jeder Ladesäule in der EU Strom tanken. Sei es hier in Lux, in D. in Frankreich oder NL. Das einzige Problem: Die meisten diese Ladesäulen waren kostenlos, d.h. anmelden mit der Karte und dann 0€ auf der Abrechnung...


Deine Antwort auf "Ab 19 Cent pro Kilowattstunde: Fastned bietet Laden ohne Karte"

Über mich

Ich bin, wie mein Username verrät Baujahr 74.

Ich habe Kfz-Mechaniker bei VW/Audi gelernt und war damals Jahrgangs bester.

Beim Landeswettbewerb wurde ich dann 5.ter.

Nach meinem Umzug ins Emsland habe ich dann in einer Papierfabrik angefangen.

Vom ungelernten Arbeiter habe ich mich bis zum geprüften Industriemeister Fachrichtung Papiererzeugung hochgearbeitet.

 

Ich bin Auto und Technik verrückt.

Ich hatte bereits 13 Autos und das in 26 Jahren.

 

Nach einem Problem mit Audi habe ich mich anderweitig umgesehen und bin durch einen Fernsehbericht bei Tesla gelandet.

 

Seit dem schwärme ich für E-Mobilität und erneuerbare Energie.

 

Ich werde NIE wieder einen Verbrenner kaufen.

Hybrid schon gar nicht.

 

Ich wünsche der deutschen Autoindustrie nicht den Untergang, sie sollen bloß endlich brauchbare Elektroautos bauen und nicht diese CO2-Flottenverbrauchs-Alibi-Autos.

 

Ich bete auch nicht Elon Musk an, sehe ihn aktuell (Oktober 2018) eher als Gefahr, als als Lösung für Tesla.

 

Ohne ihn hätte es Tesla in der Form aber nie gegeben und deshalb werde ich ihm immer Dankbar sein.

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