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27.12.2019 12:18    |    der_Derk    |    Kommentare (42)    |   Stichworte: Renault, Twizy

Twizy 04
Twizy 04

Ein mehr oder weniger ereignisarmes Autojahr 2019 neigt sich dem Ende - abzüglich dieses Beitrages hat es nur für einen weiteren gereicht. Falls noch Leser übrig geblieben sind: Es gibt doch noch was Neues zum Jahresabschluss ;).

 

Wobei... "Neu"... Nunja. Vor mittlerweile sechs Jahren hatte ich das kurzzeitige Vergnügen, einen Twizy fahren zu dürfen. Seitdem schaue ich gelegentlich nach, wie teuer die Exemplare gebraucht so sind und wann sich das Ganze überhaupt lohnen könnte. Um ein wenig vorzugreifen: Letzteres dürfte annähernd nie passieren. Aber wir sind ja zum Spaß hier...

 

Nach einem Blick auf die Jahresfahrleistungen meines Motorrades zeigte sich recht schnell: Das lohnt eigentlich nicht mehr. Der Käuferandrang für eine fast 25 Jahre alte Suzuki war allerdings überraschend hoch, damit wurde ein Stellplatz wieder frei.

 

Wirklich günstig sind die Twizies immer noch nicht. Ich hatte mir eine Grenze von 4500 Euro gesetzt, und konnte sie mit diesem 2012er Exemplar (bei einer Laufleistung von 24000 km) einhalten. Die Suche geriet etwas länger als geplant, da in vielen Fällen der Erhaltungszustand doch zu Wünschen übrig ließ, und ich ursprünglich auch auf die Alufelgen und das Glasdach Wert gelegt hatte. Ersteres ist aber am Ende egal, und letzteres ist natürlich nicht wirklich Glas, sondern Kunststoff - und jedes angetroffene Exemplar war blind und verkratzt.

 

Nun hatte ich im alten Artikel ja geschrieben, dass man hier endlich mal ein Fahrzeug hat, an dem so gut wie nichts kaputt gehen kann - denn er hat im Grunde genommen nichts. Immerhin 'nen Airbag, aber so Kleinigkeiten wie ABS, ESP, ASR, Bremskraftverstärker, Heizung - nicht für Geld und gute Worte. Ein Jahr nach Marktstart war die Annahme vielleicht auch noch nicht so verkehrt, die letzten Jahre haben jedoch gezeigt: Auch bei diesem elektrischen Minimalismus gibt es immer noch diverse Teile mit Ausfallpotential, die der Gebrauchtkauf-Interessent auf dem Schirm haben sollte:

 

Die Bremsen

Haben eigentlich nicht viel zu tun, haben aber dennoch eine eher kurze Standzeit. Warum Renault nicht in's Teileregal gegriffen hat und beispielsweise die Garnitur eines Twingo verwendet hat, wird wohl ein Geheimnis bleiben. Die vier Scheiben des Twizy gibt es natürlich ausschließlich von Renault, nicht von Drittanbietern - und im Falle der Scheiben hinten bekommt man diese nur zusammen im Paket mit Radlager und Achsschenkel. Alleine der Teiletauschpreis für diese beiden Seiten kommt in vierstellige Regionen, damit schwappt dem arglos im Service-Bereich wartenden Kleinstwagen-Kunden zum ersten Mal der Kaffee über.

 

Das Ladegerät

Ludt ursprünglich mit 2,5 kW, wodurch aber im Sommer Endstufentransistoren und Kühlkörper getrennte Wege gehen konnten, was zum mehr als unfreiwilligen Stillstand führt. Es gibt eine zweite (Software-)Version des Ladegerätes, diese lädt nur noch mit 2 kW und bringt gleichzeitig ein Batteriemanagement mit, um auch den 12 V-Akku aus dem Fahrakku bei Bedarf laden zu können (der sonst meistens mit angeschlossenem Netzstecker ge- und zuweilen überladen wird). Es ist daher erstrebenswert, die zweite Version vorzufinden, denn auch dieser Teiletausch spielt sich natürlich wieder in vierstelligen Preisgefilden ab, und der Kaffeestand kommt dem Becherrand wiederum bedenklich nahe.

 

Die 12 V-Batterie

Ausnahmsweise mal nicht so teuer, aber dennoch gerne kaputt. Wie erwähnt soll es mit der zweiten Ladegeräte-Generation besser geworden sein. Wer sich jetzt fragt, wozu ein Elektroauto eine in Twizy-Kreisen gerne "Bleianker" genannte Starterbatterie braucht, die nichts startet: Weil die Bordelektrik auf 12 V läuft, der Fahrakku aber auf 58 V Nennspannung. Für 12 V bräuchte man einen relativ potenten DC/DC-Abwärtswandler, und der ist schlichtweg teurer als eine allseits bekannte, fertig entwickelte und zugelassene Ladeelektronik mit geringerer Leistung. Der 12 V-Akku puffert nur den Strombedarf der leider nicht-LED-Fahrzeugbeleuchtung.

 

Die Seitenscheiben

Über diese hatte ich mich im alten Artikel ebenfalls schon ausgelassen, und bin nach wie vor der Meinung: Überflüssig. Ganz besonders aus Sicht des Erhaltungszustands, denn die Scheiben verriegeln mittels Metall-Lasche hinter den vorderen Plexiglasscheiben (und zerkratzen diese zwangsläufig), am oberen Karosserierahmen mittels Magneten (und zerkratzen diesen zwangsläufig), sowie an der Tür in der gebräuchlichsten Version mittels Kederleiste (welche einfach in die Tür gespaxt ist, und die Leiste ist nicht rostfrei). Sollte man bei seiner Suche Wert auf ein Seitenscheiben-loses Exemplar legen, reduziert sich die Auswahl beträchtlich. Sollte man allerdings welche nachrüsten wollen, werden für eine sehr überschaubare Materialansammlung erstaunlich hohe Preise aufgerufen.

 

Die Reichweite

Ja, es sind nur je nach Streckenprofil und Schwere des rechten Fußes 50-80 km. Da ich für den täglichen Arbeitsweg in Summe nur 26 km benötige, sehe ich da keine Probleme auf mich zukommen. Es ist ja noch genügend motorisiertes Gerät für längere Strecken vorhanden...

 

Die Batteriemiete

Gibt es natürlich immer noch, und während es in den Anfängen mindestens 30 Euro pro Monat waren, geht es aktuell nicht mehr unter 50 Euro. Wer wirklich sparen will, nimmt lieber einen älteren Kleinwagen. Mittlerweile kann man die Batterie zwar kaufen - über einen extrem komplizierten Verhandlungsprozess zwischen Renault-Bank, einem willigen Händler und dem bedürftigen Kunden - was ich aber erstmal nicht vor habe. Bei einer 8 Jahre alten Batterie klingt die gemietete Variante irgendwie sicherer.

 

Der Ausblick

Ich habe den Twizy seit 'ner Woche und noch keine Ahnung, wie gut sich das Ganze im Alltag so machen wird. Zum Sparen taugt er nicht, höchstens wenn ich den X3 als Vergleich dagegen setze - aber auch dann müsste man erstmal den Anschaffungspreis wieder 'reinfahren, insofern - nö. Das muss man als Spaß und/oder Hobby verstehen.

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27.12.2019 13:10    |    Goify

Da du auch ein Ebike hast, halte ich dieses für die wesentlich sinnvollere Variante. Der Twizy kann nichts, was ein Fahrrad nicht auch könnte und zudem kostet ein Ebike mittlerer Qualität mittlerweile nur noch ca. 1.500 €. Das ist dann neu mit neuem Akku.


27.12.2019 13:43    |    Lumpi3000

Ich hab mir Anfang des Jahres auch überlegt obs vielleicht ein Twizy oder ein Pedelec wird. Der Twizy schien mir auf den ersten Blick genial für den angedachten Aktionsradius. Ein Platz zum laden wäre auch vorhanden.

 

Das Pedelec war mit 3000 Euro auch kein Schnapper, jedoch haben mich die Batteriemiete (oder Kaufkosten) und Haltungskosten des Twizy abgeschreckt.

Der ist nur dann günstig wenn man ihn sich als Erstwagen holt, oder einem eine Kosten / Nutzen Rechnung eh egal ist.

Das Pedelec muss zwar auch ab und zu in die Werke, aber die Kosten sind deutlich geringer.

 

Zudem kann ich das Pedelec (mehr oder weniger) diebstahlsicher im Keller unterbringen und auch mal auf der AHK mit in den Urlaub nehmen.

 

Den Twizy find ich vom Prinzip her aber auch weiterhin genial. Viel Spaß damit!


27.12.2019 14:10    |    Lewellyn

Ein Twizy ist jetzt primär kein Auto zum Geld sparen. Es ist eher der kleine Fahrspass im Alltag.

Ich passe als Sitzriese leider nicht wirklich rein.

Man kann ihn aber auch für Abenteuer nutzen.

 

https://edison.media/.../23105874.html


27.12.2019 20:40    |    DonoAlfonso

Hi, also ich würde lieber zum Microlino tendieren.

Der soll ja auch nicht viel mehr kosten. Also bedeutend moderner und viel mehr Vorzüge. Komplett geschlossen. Mit Kofferraum.

Und, vielleicht gibt es da keine Batteriemiete.

Ich hätte bestimmt keinen Alhambra gekauft, wenn der Händler gesagt hätte: Da ist jeden Monat Tankmiete fällig.

gruß Don


28.12.2019 11:24    |    der_Derk

Zitat:

Der Twizy kann nichts, was ein Fahrrad nicht auch könnte

Nunja - mein Fahrrad fährt nicht mit Gepäck oder zweiter Person halbwegs regensicher bis zu 80 km/h schnell. Dass ich persönlich auf manchen Twizy-Strecken ebenso gut das Fahrrad nehmen könnte - wird so sein. Bedeutet ja auch nicht, dass das Pedelec jetzt arbeitslos wird.

 

Zitat:

Ein Twizy ist jetzt primär kein Auto zum Geld sparen. Es ist eher der kleine Fahrspass im Alltag.

Das. :)

 

Zitat:

Den Twizy find ich vom Prinzip her aber auch weiterhin genial. Viel Spaß damit!

Danke!

 

Zitat:

Hi, also ich würde lieber zum Microlino tendieren. Der soll ja auch nicht viel mehr kosten.

:confused: ... Ein aktuell höchstens bestellbares, aber nicht lieferfähiges Fahrzeug zum nicht finalisierten, aber voraussichtlich mindestens dreifachen Preis des hier gezeigten Twizy sehe ich persönlich jetzt nicht als direkte Alternative ;).


28.12.2019 13:41    |    DonoAlfonso

Naja, wenn bei Dir der Microlino mit 12.600 € mindestens der 3 fache Preis ist, dann werde ich meinen Taschenrechner mal ganz schnell weg schmeißen.:D :D :D

gruß Don


28.12.2019 16:00    |    PIPD black

Dann schmeiß mal.

 

Zitat:

Wirklich günstig sind die Twizies immer noch nicht. Ich hatte mir eine Grenze von 4500 Euro gesetzt


28.12.2019 16:17    |    fuchs25

Da ist jetzt aber vieles grob angerissen, er lud damals mit 2,2KW, Dan sind die Lader teils ausgestiegen, was daran liegt das das Ladegerät nicht richtig belüftet wird (dieses ist komplett geschlossen und absolut wasserdicht)

Den 12Volt Akku haben mit Ausnahme des vektrix alle, das ist eine Sicherheitsfunktion, und natürlich auch billiger, Airbag und Warnblinker sollen ja auch bei getrennter Fahrbatterie funktionieren. Der DC-DC Wandler war schon immer im Lader, ven dem es mittlerweile mindestens 5 Generationen gibt, die zweite Generation ist die erste, nur mit gedrosselten Ladestrom. Die vermutlich dritte prüft gelegentlich den Zustand der 12Volt Batterie und lädt diese bei Bedarf aus dem Traktionsakku nach, beide Varianten laden diesen gerne auf 15Volt, was arg viel ist, Renault Wil für den "Bleianker" von 14Ah 170€ haben, die Alternative kostet 20 ~ 30€ und hat 15Ah. Die Achsschenkel gibt es gelegentlich bei eBay, und die Beläge zu gut 20 ~ 25€ von ABS (Renault 70€)

Der Twizy hat seine vor und Nachteile, macht aber unheimlich viel Spaß, ich empfehle die Anhänger Kupplung ??


28.12.2019 20:37    |    Marcd71

Moin, habe jetzt seit acht Wochen einen Twizy, Baujahr 2019. Wir, Eltern und fünfjähriges Kind haben den twizy nun als zweitwagen. Mein Arbeitsweg beträgt 26 km pro Strecke, hin und zurück schaffe ich gut bei Temperaturen um etwa fünf Grad in etwa 90 Minuten. An meiner Arbeit finde ich einen Parkplatz, was mir mit einem smart schon nicht mehr gelingen würde. Im Vergleich zu öffentlichen verkehrsmitteln spare ich 75 Minuten (Hamburg Stadtrand/Zentrum) pro Tag. Kindersitz passt rein, und alle kurzstrecken will mein Sohn nur noch im twizy fahren. Erstes Fazit (noch ist nichts kaputt!!): mit dem Rad wäre ich nicht so schnell und bei Regen nass, mit nem Motorrad würde ich meinen sohn nicht mitnehmen können und müsste mich - beim Arbeitsweg - an der Arbeit umziehen. Ein anderer zweitwagen hätte sich wg des Parkplatzproblems nicht angeboten. Der Preis ist allerdings hoch, Umweltprämie wäre schön gewesen.


29.12.2019 12:59    |    dodo32

Ich fand das Teil von Anfang irgendwie cool :cool::cool:


30.12.2019 17:24    |    Romiman

Zitat:

...26 km pro Strecke, hin und zurück... in ...90 Minuten...

Ist das dann die 45km/h-Variante?


30.12.2019 17:39    |    Goify

Über Land ist das dann schon nicht ganz ungefährlich mit "Tempo" 45. Und innerorts bringt man damit die anderen Verkehrsteilnehmer vollends auf die Palme. Daher schrieb ich ja, Pedelec, meinetwegen für 4.500 ein S-Pedelec. Das fährt auch 45, kann man aber leichter überholen.


30.12.2019 18:34    |    PIPD black

Wie jedes andere 45 km/h-Fahrzeug sind die 45 wohl nicht in Stein gemeißelt und die tatsächliche Geschwindigkeit wird bei knapp 50 vllt. auch leicht drüber liegen.

Innerorts ist man damit garantiert kein Hindernis, außer für die, die das so sehen wollen. Aber da stehe ich mit meinem Ränger dann auch im Weg. Schneller fahre ich dort nämlich auch nicht unbedingt.;)


31.12.2019 09:37    |    NSchuder

Ich fand das Teil von Anfang super cool und würde mir den Twizzy schon fast "nur zum Spaß" holen, wenn da nicht die hohe Batteriemiete wäre.


31.12.2019 16:47    |    Goify

Geht es nur mir so oder macht die Erscheinung des Twizy euch auch Angst? Er wirkt auf mich wie aus einer bedrohlichen Zukunft. War das Minority-Report, wo so kleine Wanzen alle abhören? Daran erinnert er mich.


31.12.2019 17:25    |    Lumpi3000

@Goify Die Pillen die der Doktor dir verschrieben hat waren für das ganze Jahr 2020 ... DAS kommt davon wenn man sie alle auf einmal nimmt :D :D :D :D :D


01.01.2020 12:01    |    Jungbiker

Mal rein theoretisch: sollte es irgendwann mal einen Ersatzakku eines anderen Herstellers zum Kauf geben, kann man dann den Mietvertrag mit Renault kündigen? Der Twizy gehört einem ja, nur eben der Akku nicht.


01.01.2020 13:18    |    audi5506

Beim Zoe ist es möglich aus der Ferne den Wagen, still zu legen. Zum Beispiel wenn die Batteriemiete nicht gezahlt wird. Wie ist es dann beim Twizzy, wenn ein Fremdakku drin ist? Die Abschaltung muss ja in der Fahrzeugsoftware drin sein, also nützt ein Fremdakku nicht, sie auszuschalten.


01.01.2020 14:33    |    AAM-Besitzer

Was wohl Greta zum "Drittwagentrend" sagt?! :D


01.01.2020 14:43    |    audi5506

ist ein elektroauto, das ist wohl noch akzeptabel.


01.01.2020 20:49    |    AAM-Besitzer

Achsoooo, das Gute allheilende Elektroauto... Akzeptabel auch wenn es als Drittauto eigentlich überflüssig ist?!

 

Na die Antwort freut die Greta bestimmt außerordentlich :D


01.01.2020 20:50    |    Lumpi3000

Also darf ich 10 Elektroautos haben und Greta motzt nicht? :D


02.01.2020 10:21    |    giantdidi

Allein zum Preis der Twizzy-Akku-Miete kann man ein richtig fettes Auto für die gleichen Monatskilometer betanken. Da sind die Kosten für den Strom noch gar nicht dabei.

 

Damit sich diese Elektro-Dinger wirklich lohnen, muss unsere geliebte Regierung Benzin und Diesel erst mal kräftig verteuern. Aber ich bin mir sicher: Wir schaffen das!


02.01.2020 10:24    |    AAM-Besitzer

...und vor allem die synthetischen Kraftstoffe nicht auf den Markt lassen, dann schaffen wir das schon...


02.01.2020 11:25    |    der_Derk

Zitat:

Mal rein theoretisch: sollte es irgendwann mal einen Ersatzakku eines anderen Herstellers zum Kauf geben, kann man dann den Mietvertrag mit Renault kündigen? Der Twizy gehört einem ja, nur eben der Akku nicht.

Die einzige Möglichkeit, die ich da aktuell sehe (Korrekturen werden dankend angenommen): Mittlerweile ist der Akku käuflich erwerbbar (bspw. an dieser Stelle länglich beschrieben), allerdings ist der Weg - wie auch eingangs genannt - gegebenenfalls lang und steinig. Danach gehört einem dann das gesamte Fahrzeug, und man kann auch Teil- oder Vollaustausch der Zellen vornehmen - im Rahmen dessen, was angeboten wird, und die Zulassungsfähigkeit des Fahrzeugs nicht einschränkt. Haben einige auch schon gemacht, es gibt daher auch einen sehr kleinen Gebrauchtmarkt von Twizies ohne Akkumiete.

 

Zitat:

Beim Zoe ist es möglich aus der Ferne den Wagen, still zu legen. Zum Beispiel wenn die Batteriemiete nicht gezahlt wird. Wie ist es dann beim Twizzy, wenn ein Fremdakku drin ist? Die Abschaltung muss ja in der Fahrzeugsoftware drin sein, also nützt ein Fremdakku nicht, sie auszuschalten.

Das betrifft den Twizy nicht. Der/Die Zoe hat die permanente Mobilfunkverbindung, damit Renault die Schnellladevorgänge gesondert abrechnen konnte (aktuell finde ich dafür aber keine Kosten, scheinbar wird das Abrechnungsmodell nicht mehr verwendet?) - und ja, darüber lässt sich prinzipiell auch die Batterienutzung aus der Ferne unterbinden. Der Twizy hat diese Mobilfunk-Anbindung aber schlichtweg nicht, und damit auch keine Fernüberwachungs- oder -abschaltmöglichkeit.


02.01.2020 11:56    |    giantdidi

Hat die 45 km/h Variante eigentlich überhaupt Vorteile bei den Kosten, im Vergleich zur ungedrosselten Version, oder ist das nur interessant für jugendliche Fahrer, die nur Mopedführerschein haben?


02.01.2020 12:40    |    der_Derk

Bei der 45 km/h-Version dürfte die Versicherung ebenso geringfügig wie annähernd irrelevant günstiger sein. Steuern fallen die ersten 10 Jahre auch für die 80 km/h-Version ohnehin keine an. Die Reichweite ist nominell etwas höher, da bei gleicher Batteriegröße der maximale Entladestrom zwangsläufig geringer ist.

 

Die 45 km/h-Version ist aber nur am Rande für den hiesigen Markt gedacht, und findet entsprechend selten statt. Das ist eher eine Anpassung an die französische Regelung, nach der man diese Fahrzeugklasse bereits ab 14 fahren darf - damit hat Renault im Heimatmarkt eine Alternative zu Aixam, Ligier und co.


02.01.2020 19:15    |    Marcd71

Hallo nochmal, ich hab die 80 km/h Variante und das als zweitwagen - vorher hatten wir nur ein Auto und ich bin rein öffentlich gefahren.

26 km und 45 Minuten ist von Tür zu Tür, inklusive Fußweg vom Parkplatz zur Arbeit. Die Strassen die ich fahre sind kurvenreich und auf 50 km/h beschränkt (und ich wohne und arbeite in Hamburg, da gibt's ausser mir auch noch andere Autos) bis auf die letzten 3 km, da fahr ich etwa 70 km/h geradeaus.

Die Kosten sind natürlich zu hoch. Aber Parkplatz finden, trocken zur Arbeit kommen, nicht mehr auf den Stundentakt der öffis angewiesen zu sein und deutlich schneller zu sein als die öffis - da hab ich keine andere Lösung gefunden. Ich wage es nicht nachzurechnen, aber vermutlich könnt ich auch n Taxi nehmen...


05.01.2020 00:27    |    fuchs25

Denn Akku kann man schon lange kaufen, ich weiß nicht ob direkt oder ob man es "beantragen" muss. Anfangs war das schwierig, da der Händler denn kaufen mußte und dann dem Kunden verkauft hat (Gewährleistung & Riesiko lagen also beim Händler) vor ein paar Monaten hat Renault aber via Rundschreiben den Händlern mitgeteilt das Renault das Risiko übernimmt.

 

Die Abschaltung gibt es nur bei der Zoe, wegen der online Verbindung, die für Navi & Co. Verwendet wurden, das könnte der Kunde aber abschalten. Es währe wenn das Laden verhindert worden. Es gab anfangs die Idee das Schnelladen zu berechnen (ich glaube das waren 2€ pro Vorgang) ist aber nie berechnet worden.

 

Es gibt einen alternativ Akku, mit mehr und der Doppelten Kapazität. Ich glaube seit 3 Monaten

 

https://zerotwiz.co.uk/


08.01.2020 11:56    |    Daemonarch

Puh, kostet auch mal eben 60% von nem neuen Twizy... Einer der Gründe, warum ich für mich ein Elektroauto jetzt und in naher Zukunft nicht auf dem Plan sehe...

 

Auf deutsch : Meine armut kotzt mich an.


08.01.2020 18:17    |    der_Derk

Zitat:

uh, kostet auch mal eben 60% von nem neuen Twizy...

... vorausgesetzt, jemand war überhaupt schon in der Lage, diese Investition zu tätigen. "Available soon", "Enquire now", "All products are in the final testing stages and will become avalible for pre order soon" motiviert mich jetzt nicht direkt, schlanke 4200 britische Pfund über den Tresen zu schieben. Wenn ich das richtig sehe, war die ursprüngliche Ankündigung, dass man ab Juli 2019 preordern konnte, und die Auslieferung vier Monate später sein sollte?

 

Ähnliches beim Microlino - nach Einigung mit Artega sind aus den 12600 Euro gerade 12850 Euro geworden, und der Produktions(!)start wurde für 2021 angekündigt. Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und vermute, dass dies weder die letzte Preisänderung, noch der endgültige Produktionstermin ist...


08.01.2020 21:43    |    fuchs25

Du musst aber bedenken daß der Twizy 80 ab 7000€ zu bekommen ist, der gemietete Akku aber ebenfalls 4000€ extra kostet, wenn man ihn kaufen will ;)


09.01.2020 22:41    |    gallus11

Hallöle, mein Nachbar hatte sich so einen "Twizy" mit ner riesigen Renault-mö.... vorn drauf,steht jetzt nach 4 Wochen Gebrauch zum Kauf.Leute die soetwas bewerben haben einen drunter aber mächtig.Das Gelächter über diese Gehhilfe für Stadtlöffel war jedenfalls bei uns im Ort unüberhörbar.Es gibt Sachen die die Welt nicht braucht,dieses Pseudoauto.

Das ist kein Zweitwagen das ist Grütze ,nicht nur meine Meinung,auch die vom Nochbesitzer ,der einfach keinen Käufer für dieses Etwas findet.


10.01.2020 12:03    |    herrhausk

@gallus11

 

"Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung - ich setze auf das Pferd."

 

nicht nur meine Meinung, auch die von Wilhelm II


10.01.2020 14:19    |    fuchs25

Ich habe meinen Twizy seit Ende 2013, ist ein Vorführer von 4.2012, hatte ich keinen Firmenwagen währe das mein einziges Fahrzeug.

Es reicht für fast alle Fahrten aus, laden ist heute deutlich einfacher als 2013, als die meisten Ladepunkte noch private Außensteckdosen waren.

Allerdings lade ich zu 99% zu Hause, als Mieter und Wohnend im 2,OG.

Teure Reparaturen hatte ich bis jetzt nicht. 1 Satz Sommerreifen und einen Satz Bremsbeläge. Bin bei 59.000KM.


13.01.2020 19:08    |    paelzerbu

Klar, der ist ja so klein, daß man ihn leicht zum Laden unter den Arm nehmen kann, und mit in´s 2.OG nimmt. *lach

Spaß beiseite, der Twizzy ist wohl nur in sehr wenigen Fällen sinnvoll, wie oben auch beschrieben.

Interessant wird das erst, wenn man inklusive der Akkumiete (die ich für eine gute Verschleißversicherung betrachte) finanziell günstiger kommt, als wenn man einen vergleichbaren Verbrenner nimmt.

Gut, es gibt keine vergleichbaren Verbrenner. Mir fällt da etwa ein Kabinenroller mit einem 1-Zylinder- Motor ein, der aber erst noch konzipiert und gebaut werden müsste.

Wie sieht es eigentlich mit den Crashvorschriften aus?

Die Ersatzteilpreise sind übrigens oft hoffend hoch, wie ich das vor Kurzem bei einem Tesla mitbekommen habe.


15.01.2020 19:25    |    Daemonarch

Mir würde der für meinen Arbeitsweg von 2x12km etwa 1-5x die Woche durchaus reichen...

 

Nur - für die mindestens 7.000 Euro plus Akkumiete kann ich meinen alten Benz so lange fahren, bis hier in Deutschland endlich ernüchterung über das Thema Akku-Elektromobilität eingekehrt ist.


16.01.2020 06:20    |    NSchuder

Aktuell werden Twizzys auch komplett mit Akku und fabrikneu angeboten. Preis: 12.490,-- Euro. Vermutlich geht davon dann noch die E-Prämie runter - sogar offiziell vom deutschen Händler. Wenn ich das richtig gelesen habe sogar mit 7 Jahre Garantie auf den Akku.

 

Das wäre eine Alternative zum Kauf eines etliche Jahre alten Twizzy und dem separaten Ankauf eines etliche Jahre alten Akkus ohne Garantie.


16.01.2020 08:16    |    der_Derk

Zitat:

Wie sieht es eigentlich mit den Crashvorschriften aus?

Sind als Leicht-KFZ nach L7e-Zulassung nicht definiert. Euro-NCAP hat Crashtests durchgeführt, nach denen der Twizy (Video) zumindest etwas besser abschneidet als ein Tazzari. Ist am Ende aber vermutlich egal, denn gegenüber einem normalen PKW geht das in der Größe halt nicht auf einem vergleichbar hohen Sicherheitsniveau.

 

Zitat:

Die Ersatzteilpreise sind übrigens oft hoffend hoch, wie ich das vor Kurzem bei einem Tesla mitbekommen habe.

Nun sind Tesla-Preise nicht direkt übertragbar, aber wie eingangs geschrieben, gibt es unvorteilhaft teure Ersatzteilpakete beim Twizy - allen voran die Bremsscheiben hinten. Die Befestigungsniete für die Fußmatte gibt es nach Aussage des örtlichen Renault-Händlers auch nur in Verbindung mit dem gesamten Fußmatten-Set. Eine solche Ersatzteilpolitik ist allerdings leider nicht Renault- oder Twizy-exklusiv.

 

Zitat:

Preis: 12.490,-- Euro. Vermutlich geht davon dann noch die E-Prämie runter - sogar offiziell vom deutschen Händler.

Für L7e-Fahrzeuge gibt es m.W. keine Förderung oder Prämie.


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