Wasserpumpe noch rechtzeitig kaputt gegangen

Mercedes C-Klasse W204

Sorry, dass der Text etwas umfangreich wurde - ist halt viel passiert.
Mein OM651 benötigte im letzten Jahr 5- bis 6-mal ein Auffüllen des Kühlmittels, weil die Wasserpumpe nicht mehr ganz dicht war. Das war mir bekannt. Ich dachte ich könne damit noch mehrere Jahre fahren.
Es kam anders. Als ich heute einen Blick auf den Kühlwasserstand warf, stellte ich fest, dass der Kühlmittelverlust offensichtlich jetzt exponentiell zugenommen hat, d. h. dass innerhalb einer Woche, bzw. ca. 500 km Fahrstrecke, bereits ein erneutes Nachfüllen erforderlich war. Natürlich geht so eine Pumpe immer im richtigen Zeitpunkt kaputt, 2 Tage vor Abfahrt in den Italienurlaub. Gut getimed.
Um 11.00 Uhr heute Morgen kam ich dann auf die glorreiche Idee, heute Nachmittag die Wasserpumpe wechseln zu lassen. Also drei Mercedes-Werkstätten im Umkreis telefonisch abgeklappert. Eine Werkstatt hatte tatsächlich die Wasserpumpe auf Lager. Für 13.00 Uhr bekam ich auch einen Sondertermin, obwohl ich noch nie in dieser Werkstatt war.
Es wurde die Wasserpumpe und auf meinen Wunsch auch der Keilrippenriemen getauscht und dann mit neuer Kühlflüssigkeit aufgefüllt. Der Gesamtpreis lag bei schon leicht schmerzhaften 558 Euro.

Aber jetzt kommt’s: Während der Monteur am Arbeiten war, kam der Meister dazu und fragte mich (ich stehe immer am Fahrzeug), wo ich denn Inspektion machen lasse. Ich sagte, dass ich keine Inspektionen machen lasse, sondern dass ich vieles selber mache, aber auch gelegentlich andere Werkstätten aufsuche, wenn es sich nicht vermeiden lasse.
Der Wagen wurde dann komplett angehoben und der Meister begann, mit einem Schraubendreher und einem Brecheisen an der Hinterachse herumzuwerkeln. Er fand dann auch einen kleinen braunen Fleck mit ca. 5 mm Durchmesser und meinte, das sei das Problem. Der ist weich! Ich verstand nicht. Er sagte, wenn hier bereits Flecken zu sehen sind, dann sei die Hinterachse an dieser Stelle von innen nach außen durchgerostet. Er steckte dann noch den Schraubendreher in diesen braunen Fleck, um den Sachverhalt zu veranschaulichen und machte dann noch ein paar Bilder. Instinktiv stellte ich die entscheidende Schlüsselfrage: Was kostet das? Ca. 2500 Euro. Ich musste anmerken, dass das aber ziemlich viel sei. Für diese Summe, 5000 DM, hätte ich damals mein erstes Auto, einen VW Käfer gekauft. Der Meister bemerkte wohl meine Blässe und sagte: Das zahlt Mercedes. Mich würde das nichts kosten. Meine Stimmungslage wurde wieder besser. Er versprach, er werde sich drum kümmern und mir Bescheid geben.
Ich sagte dann, dass ich vor ca. einem Jahr beim TÜV war und dass der TÜV die Hinterachse nicht beanstandet hatte, wohl aber die Bremsleitungen. Wagen nochmal ganz hoch. Der Meister wirft jetzt einen Blick auf die Bremsleitungen und meinte, die seien auch fertig. Ich fragte sofort, was das kosten würde. Ca. 1200 Euro schlimmstenfalls. Das wäre auch für MB-Verhältnisse relativ hoch. Meine Stimmung wurde wieder schlechter. Das läge daran, dass meistens die kompletten Bremsleitungen getauscht werden müssen. Er machte dann auch noch ein paar Bilder von der hinteren Bremsleitung.
Dann fragte er mich, was das für ein Baujahr sei. Ich sagte 9/2012, soweit ich weiß. Er meinte, dann sei heute mein Glückstag. Denn bis genau 8 Jahre werden schadhafte Bremsleitungen von MB kostenlos getauscht (unabhängig davon, ob am Fahrzeug Inspektionen gemacht wurden; für durchgerostete Hinterachsen gilt in etwa das Gleiche, es gibt aber nicht die starre 8-Jahre-Regel).
Er sagte, er werde sich auch um die Bremsleitungen kümmern.
Während der Monteur dann wieder an der Wasserpumpe schraubte, kam irgendwann wieder der Meister - ich mag diesen Meister - und meinte, die Bremsleitungen seien durch, das hätte MB bereits genehmigt.
Als ich mich dann wieder dem Monteur zuwandte, meinte der noch abschließend, da hätte ich wohl richtig Glück gehabt, dass meine Wasserpumpe noch rechtzeitig kaputt gegangen sei.
Sehe ich auch so.

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Sorry, dass der Text etwas umfangreich wurde - ist halt viel passiert.
Mein OM651 benötigte im letzten Jahr 5- bis 6-mal ein Auffüllen des Kühlmittels, weil die Wasserpumpe nicht mehr ganz dicht war. Das war mir bekannt. Ich dachte ich könne damit noch mehrere Jahre fahren.
Es kam anders. Als ich heute einen Blick auf den Kühlwasserstand warf, stellte ich fest, dass der Kühlmittelverlust offensichtlich jetzt exponentiell zugenommen hat, d. h. dass innerhalb einer Woche, bzw. ca. 500 km Fahrstrecke, bereits ein erneutes Nachfüllen erforderlich war. Natürlich geht so eine Pumpe immer im richtigen Zeitpunkt kaputt, 2 Tage vor Abfahrt in den Italienurlaub. Gut getimed.
Um 11.00 Uhr heute Morgen kam ich dann auf die glorreiche Idee, heute Nachmittag die Wasserpumpe wechseln zu lassen. Also drei Mercedes-Werkstätten im Umkreis telefonisch abgeklappert. Eine Werkstatt hatte tatsächlich die Wasserpumpe auf Lager. Für 13.00 Uhr bekam ich auch einen Sondertermin, obwohl ich noch nie in dieser Werkstatt war.
Es wurde die Wasserpumpe und auf meinen Wunsch auch der Keilrippenriemen getauscht und dann mit neuer Kühlflüssigkeit aufgefüllt. Der Gesamtpreis lag bei schon leicht schmerzhaften 558 Euro.

Aber jetzt kommt’s: Während der Monteur am Arbeiten war, kam der Meister dazu und fragte mich (ich stehe immer am Fahrzeug), wo ich denn Inspektion machen lasse. Ich sagte, dass ich keine Inspektionen machen lasse, sondern dass ich vieles selber mache, aber auch gelegentlich andere Werkstätten aufsuche, wenn es sich nicht vermeiden lasse.
Der Wagen wurde dann komplett angehoben und der Meister begann, mit einem Schraubendreher und einem Brecheisen an der Hinterachse herumzuwerkeln. Er fand dann auch einen kleinen braunen Fleck mit ca. 5 mm Durchmesser und meinte, das sei das Problem. Der ist weich! Ich verstand nicht. Er sagte, wenn hier bereits Flecken zu sehen sind, dann sei die Hinterachse an dieser Stelle von innen nach außen durchgerostet. Er steckte dann noch den Schraubendreher in diesen braunen Fleck, um den Sachverhalt zu veranschaulichen und machte dann noch ein paar Bilder. Instinktiv stellte ich die entscheidende Schlüsselfrage: Was kostet das? Ca. 2500 Euro. Ich musste anmerken, dass das aber ziemlich viel sei. Für diese Summe, 5000 DM, hätte ich damals mein erstes Auto, einen VW Käfer gekauft. Der Meister bemerkte wohl meine Blässe und sagte: Das zahlt Mercedes. Mich würde das nichts kosten. Meine Stimmungslage wurde wieder besser. Er versprach, er werde sich drum kümmern und mir Bescheid geben.
Ich sagte dann, dass ich vor ca. einem Jahr beim TÜV war und dass der TÜV die Hinterachse nicht beanstandet hatte, wohl aber die Bremsleitungen. Wagen nochmal ganz hoch. Der Meister wirft jetzt einen Blick auf die Bremsleitungen und meinte, die seien auch fertig. Ich fragte sofort, was das kosten würde. Ca. 1200 Euro schlimmstenfalls. Das wäre auch für MB-Verhältnisse relativ hoch. Meine Stimmung wurde wieder schlechter. Das läge daran, dass meistens die kompletten Bremsleitungen getauscht werden müssen. Er machte dann auch noch ein paar Bilder von der hinteren Bremsleitung.
Dann fragte er mich, was das für ein Baujahr sei. Ich sagte 9/2012, soweit ich weiß. Er meinte, dann sei heute mein Glückstag. Denn bis genau 8 Jahre werden schadhafte Bremsleitungen von MB kostenlos getauscht (unabhängig davon, ob am Fahrzeug Inspektionen gemacht wurden; für durchgerostete Hinterachsen gilt in etwa das Gleiche, es gibt aber nicht die starre 8-Jahre-Regel).
Er sagte, er werde sich auch um die Bremsleitungen kümmern.
Während der Monteur dann wieder an der Wasserpumpe schraubte, kam irgendwann wieder der Meister - ich mag diesen Meister - und meinte, die Bremsleitungen seien durch, das hätte MB bereits genehmigt.
Als ich mich dann wieder dem Monteur zuwandte, meinte der noch abschließend, da hätte ich wohl richtig Glück gehabt, dass meine Wasserpumpe noch rechtzeitig kaputt gegangen sei.
Sehe ich auch so.

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Moin!

Zitat:

@chip75 schrieb am 10. Juli 2020 um 19:09:02 Uhr:


Das Thema Achse ist ja ein bekanntes Problem dass hier dauerhaft diskutiert wird. Das dürfte dir eigentlich nicht neu sein. BJ 2012 ist aber bisher der erste Mopf von dem ich hier gelesen habe, der eine durchgerostete Achse hat. Das gibt mir für meinen 04/2011 leider nicht viel Hoffnung. Die Achse wird laut Mercedes bis zu 15 Jahre nach EZ noch ausgetauscht. Auch die Bremsleitung sind bekannt. Kulanz ist da wohl aber immer so ein Glücksspiel.

Wie machst du das aber mit der Reparatur der Achse. Stehst du dann die gesamte Zeit in der Werkstatt neben den Mechanikern?

Keine Angst, der Achsträger meines 2008er Modells ist wie neu.
Das Problem kann, muss aber nicht auftauchen.

Dasselbe gilt für die Bremsleitungen.
In der freien Werkstatt kostet der Tausch 400 Eur (ein Nachbar hat das bei seinem 204 gerade machen lassen). Nach 15 Jahren macht einen das dann auch nicht arm.

Es ist auch nicht nötig, den ganzen Tag neben den Mechanikern herumzustehen.
Es geht hier um ein Auto, nicht um eine Krebs-OP bei der Ehefrau.

ZK

Zitat:

@ZiKla schrieb am 19. Juli 2020 um 07:29:06 Uhr:


Keine Angst, der Achsträger meines 2008er Modells ist wie neu.
Das Problem kann, muss aber nicht auftauchen.

Deswegen war meine erste Handlung, nachdem ich meinen gekauft hatte, auf ne Hebebühne, alle Verkleidungen runter und dann die ganze Karre von unten sowie alle Hohlräume mit ordentlich Seilfett geflutet, damit das garnicht erst passieren kann. Und ich kann das jedem nur empfehlen. Ist zwar ne riesen Schweinerei und man muss das halbe Auto abkleben (das Zeug sollte nicht auf die Scheiben kommen, da es sonst Schlieren bildet und nur schwer weg geht) aber es lohnt sich auf jeden Fall, wenn man das Auto lange Zeit fahren will.

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