Ventilspieleinstellung und Temperatur
Das Ventilspiel muss man bei kaltem Motor machen. So weit ist mir das schon bekannt. Die Frage ist - was bedeutet kalt? Mit anderen Worten: wie lange muss er stehen, damit er als kalt gilt?
Zum Hintergrund der Frage. Mein Orangener, bei dem ich das machen möchte, steht auf dem Stellplatz am Haus. Ich habe also zur Auswahl: entweder dort machen und alle Aufmerksamkeit der Nachbarschaft auf sich ziehen, oder mit dem Käfer vor die Garage fahren wo der Weiße steht und dort machen. In diesem Fall müsste ich aber warten, bis der Motor kalt genug ist. So heiß wird er aber nicht sein, denn die Strecke ist sehr kurz, noch nicht mal 1 km.
Was würdet Ihr machen oder mir empfehlen? Und eine Sache ganz klar vorweg - den Weißen aus der Garage raus und über Nacht woanders stellen, kommt ganz definitiv nicht in Frage. Also bitte nicht auf diese Idee kommen.
155 Antworten
.. du meinst PH (phillips) und PZ (pozitriv)?
Das sollte man nach deinem eben geschriebenen Text aber meinen, dass dir diese Unterschiede geläufig wären 😁
Ja im Ernst. Die wenigsten wissen das oder kennen den Unterschied nicht. Und dann wird sich gewundert, warum die bits oder schraubenköpfe immer kaputt gehen. PH und PZ ist genau so wichtig zu unterscheiden wie deren passende Größe.
Zitat:
@Beetle1960 schrieb am 26. Juni 2021 um 14:33:47 Uhr:
.. du meinst PH (phillips) und PZ (pozitriv)?
Das sollte man nach deinem eben geschriebenen Text aber meinen, dass dir diese Unterschiede geläufig wären 😁
Ja im Ernst. Die wenigsten wissen das oder kennen den Unterschied nicht. Und dann wird sich gewundert, warum die bits oder schraubenköpfe immer kaputt gehen. PH und PZ ist genau so wichtig zu unterscheiden wie deren passende Größe.
Genau das meine ich - seit vielen Jahren sind sie mir ja auch geläufig, aber noch viel mehr Jahre zuvor (keine Ahnung, seit wann es den Unterschied gibt...) waren sie es nicht und mich traf genau die von Dir zitierte Verwunderung... 😁
Du nimmst ja auch keinen torx bit für einen innensechskantkopf.
Naja, manche tun das. Aber wenigstens ist dann klar warum eins von beiden rund dreht.
Zitat:
@Beetle1960 schrieb am 26. Juni 2021 um 21:58:49 Uhr:
Du nimmst ja auch keinen torx bit für einen innensechskantkopf.
Naja, manche tun das. Aber wenigstens ist dann klar warum eins von beiden rund dreht.
😁 Der Vergleich hinkt scho a bissl - die sehen ja schon auf den ersten Blick unterschiedlich aus, was bei den beiden verscheidenen Kreuzschlitzen ja nicht unbedingt der Fall ist.
Allerdings gibt es nichts, was es nicht gibt, wie ich unlängst feststellen konnte:
Eine Bekannte von mir (man muß dazu sagen: dumm, wie Brot - sorry, aber es stimmt nun einmal...) versuchte unlängst, ihren Heizkörper zu entlüften. Wie die meisten (alle?) von Euch wohl wissen werden, braucht's dazu einen kleinen Vierkantschlüssel - vermutlich sogar Norm, da ich 's noch nirgendwo in anderer Form gesehen habe. Hab sogar einen am Schlüsselbund. 😁
Sie verusuchte es mit einem Sechskant.
Und hat tatsächlich nicht begriffen warum das nicht geht.
Sie erkannte nicht einmal den Unterschied der Form a) am Heizkörper und b) am Werkzeug.
Was will man(n) da noch sagen... 🙁
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Zitat:
@Naxel63 schrieb am 27. Juni 2021 um 19:52:51 Uhr:
Sie erkannte nicht einmal den Unterschied der Form a) am Heizkörper und b) am Werkzeug.
Eigentlich hat man doch als Kleinkind schon so Spielzeuge, wo man das jeweils passend geformte Teil ins richtige Loch stecken muss...
Vielleicht ist da in ihrer Kindheit was schiefgelaufen. Oder: Brille? Fielmann!
Zitat:
@GLI schrieb am 27. Juni 2021 um 21:11:29 Uhr:
Zitat:
@Naxel63 schrieb am 27. Juni 2021 um 19:52:51 Uhr:
Sie erkannte nicht einmal den Unterschied der Form a) am Heizkörper und b) am Werkzeug.Eigentlich hat man doch als Kleinkind schon so Spielzeuge, wo man das jeweils passend geformte Teil ins richtige Loch stecken muss...
Vielleicht ist da in ihrer Kindheit was schiefgelaufen. Oder: Brille? Fielmann!
Wie wahr, wie wahr...
Ich denke, da ist vieles schief gelaufen, bei der guten Dame...
Sehen tut sie jedenfalls ganz gut.
Zitat:
@jof schrieb am 26. Juni 2021 um 12:21:43 Uhr:
Hazet 2568. Habe ich vor 30 Jahren Mal gekauft, nutze ich aber eher selten.Aber mal im Ernst, man fährt zum Fachhandel und besorgt sich den passenden "dicken" (und am besten kurzen) Schraubenzieher.
Genau so; der Schmerz über die gleich mehrere Euros teure Investition ist schnell vergessen, wohingegen die Freude an Funktion und Möglichkeiten des Werkzeuges lange erhalten bleibt.
Gibt es gute Beratung zusätzlich, so ist man auch gegen Fehlkäufe einigermaßen geschützt und die kommen immer am allerteuersten.
Liebe Grüße aus dem fernen Wien
Inschinehr
Aus dem Maschinenbuch, wie ich für alle meine Fahrzeuge Eines führe, eine meiner berüchtigten Pfadfindermethoden, diesmal zum Einstellen der Ventile auf Grasland:
Hilfreich zu wissen;
abgefasst ist es in deutscher Sprache und Lateinschrift.
Außerdem verbitte ich mir alle Kommentare über krakelige Schrift etc. - auch Begriffe wie Seismogramm sollen in einer allfälligen Kritik nicht vorkommen...
Der Wagen wird mit einem massiven Holzklotz, etwa in Gestalt eines Gleichseitigen Zylinders mit 35 cm Durchmesser aufgebockt, denn käufliche Unterstellböcke können leicht in weichen Boden einsinken und kippen. Der Holzklotz hingegen bleibt immer gleich hoch, selbst wenn er kippen sollte.
Ein zusätzlich in Längsrichtung aufgebrachtes kleines Holzstück determiniert den Auflagerpunkt (zB. die Wagenheberaufnahme).
Das am Boden stehende Rad wird gegen wegrollen gesichert, die Handbremse bleibt geöffnet, und der vierte Gang wird eingelegt.
Durch drehen am Hinterrad werden die Zylinder, im Bild der Dritte und Vierte auf OT gestellt, was im Liegen gut geht; ein Aufstehen, während man auf einer Seite einstellt, entfällt.
Einer ganzen Umdrehung am Hinterrad entspricht ein ganzes Motorspiel, also zwei Kurbelumdrehungen, sodass bei jeder Vierteldrehung des Rades ein Arbeitstakt ansteht. Das wiederum, lässt sich gut am Reifenventil ablesen, das hier als tastbarer Rotationsindikator dient (hoffe auf großzügigige Nachsicht wegen des Fehlers von 3%).
Ist man sich wegen des Verdichtungstakts unsicher, so kann dieser auch initial mit Blick auf den Verteiler aufgesucht werden, bevor man unters Auto kriecht.
Den vierten Zylinder fertig eingestellt, dreht man für den Dritten eine viertel Umdrehung am Reifen weiter.
Wie Superbernie schon vorweggenommen hat, kann man die Kenntnis der Steigung
(Feingewinde M8 x 1) sehr vorteilhaft für erste Ansätze nutzen. Ein Traditionalist, stelle ich aber nie ohne Fühlerlehre ein.
Das Einstellen der rechten Zylinder, 1 und 2, verbleibt nun als Heimhörerfrage...
Viel Erfolg und nicht vom eigenen Auto unterdrücken lassen
Liebe Grüße aus dem fernen Wien
Inschinehr
Update
Ich habe heute bei dem Orangenen Ventilspiel überprüft und an vier Ventilen eingestellt. Der Ist-Zustand war:
Zylinder 1: Einlass 0.20, Auslass: 0.15
Zylinder 2: Einlass 0.15, Auslass: 0.20
Zylinder 3: Einlass 0.20 sehr schwer, Auslass: 0.10 sehr leicht
Zylinder 4: Einlass 0.15, Auslass: 0.15 schwer
Alles was nicht 0.15 war, habe ich so eingestellt, dass 0.15 durchgeht, 0.20 nicht.
Das 0.10 am Auslass vom 3. fand ich seltsam. 0.10 ging richtig leicht, 0.15 gar nicht. Dann habe ich 0.10 und 0.02 zusammen versucht - geht gar nicht.
Der Tatort war doch mein Stellplatz. Habe den Käfer rückwärts gestellt (natürlich schon Tag vorher). So konnte mir keine über Beine fahren und es war auch nicht so exponiert, sprich: keine Erregung der öffentlichen Aufmerksamkeit. Ich habe damit gerechnet, dass ich das Ventilspiel nur überprüfe und nichts einstelle, weil der Vorbesitzer es vor einem Jahr gemacht hat. Daher habe ich ihn hinten nicht aufgebockt. Er stand normal auf den Rädern und ich lag auf einer Umzugsdecke. War scheiße, aber machbar. Mein Rangierwagenheber wiegt ca. 50 kg und ich hatte keine Lust, ihn hin und her zu kutschieren.
Ich denke, so krass schlimm war das Ventilspiel nicht, manch einer fährt mit schlimmeren Werten jahrelang. Aber es wäre blöd dran zu sein und nichts gemacht zu haben.
In dem rechten Ventildeckel und dem Kipphebelbrimborium war kaum Öl, in dem linken ganze Menge. Als ich den Deckel abgenommen, floß das Öl richtig runter auf die Heizbirne (oder besser auf einen Lappen drauf, habe es vorsorglich drauf gelegt). Große Menge Öl habe ich noch mit dem Deckel genommen. Warum war das so ungleich? Warum links so viel und rechts so wenig?
Ich habe die alten Dichtungen wieder verwendet. Sie waren noch OK. Die Deckel und Dichtungen vom Öl gewischt. Nach der Arbeit eine kurze Probefahrt gemacht. Bis jetzt kein Öl drunter.
Zum Thema passender Schraubendreher. Ich wusste, dass ich damit auf den Deckel kriege („Wo ist das Problem? Geht zum Baummarkt!“). Wohlwissend, dass es nichts bringt, bin ich zu einem anderem als früher großen Baumarkt hingefahren. Das Ergebnis: nichts passendes da. Der einzige mit einem dicken Ende war so lang, dass das Rad im Weg wäre. Außerdem habe ich schon so einen, aber ihn aus dem genannten Grund nicht benutzen kann. Meine Lösung war, so ein T-Griff mit einem Bit. Beides aus einem uralten, Billigstwerkzeugkoffer für 20 DM oder so. Natürlich hat das Bit da drin gewackelt, aber ein bisschen Toilettenpapier hat das Ding ausreichend fixiert. 🙂
Übrigens es war der gleichen Koffer aus dem die richtig genaue Fühlerblattlehre stammt. Dort gibt es auch die kürzesten Nüsse, dich ich habe. Dieser Werkzeugkoffer überrascht mich immer wieder mal aus Neue.
Unten traditionell ein paar Fotos von der ganzen Aktion.
EDIT: Während der ganzen Arbeit lagen unter dem Auto natürlich ausreichend Kartons.
Die Werte sehen gut aus. Hätte es genau so gemacht wie du. Auslass am Z3 lieber 0,2 als 0,1.
Nur ich hätte neue korkdichtungen verwendet, wenn du die Deckel eh schon herunter hast. Wenn du sie genau anschaust, sind die immer etwas platt gedrückt. Ich meine sogar, dass es Vorgabe ist, jedes Mal neue Dichtungen zu verwenden.
Warum auf der einen Seite so viel Öl drin war, kann ich auch nicht sagen. Eventuell war dort die dichtung etwas höher gestanden, was dann das Öl zurückgehalten hat. Bei mir war da noch nie so viel drin.
Ich denke, die Vorgabe war eher für die Werkstatt gedacht.
Wahrscheinlich ist es dicht.
Wenn der Kunde nochmal kommt, weil es runterrinnt, ist das Zeitverschwendung.
Unsereins freut sich doch fast 😁
Ich benutzte sicher schon 10 Jahre dieselben Ventildeckeldichtungen, trotz fast jährlicher Kontrolle/Einstellung... Wenn es mit den alten dicht wird, warum nicht?
Ich hab allerdings damals Anfang der 2000er neue Bügel und Deckel von VW verbaut, als diese noch erhältlich und bezahlbar waren (irgendwann waren sie ja nur noch ersteres).
Zitat:
@Beetle1960 schrieb am 8. Juli 2021 um 08:42:17 Uhr:
Die Werte sehen gut aus.
Ich nehme an, diese Aussage bezieht sich auf den angetroffenen Ist-Zustand. Findest Du es trotz 0.20 oder 0.10 auch noch gut?
Zitat:
Nur ich hätte neue korkdichtungen verwendet, wenn du die Deckel eh schon herunter hast. Wenn du sie genau anschaust, sind die immer etwas platt gedrückt. Ich meine sogar, dass es Vorgabe ist, jedes Mal neue Dichtungen zu verwenden.
Warum ich die alten genommen habe? Gute Frage. Bestimmt nicht an Mangel an Dichtungen - habe hier mehrere Sätze parat. Bei dem Preis kann auch nicht der Geiz gewesen sein. Ich denke tatsächlich deshalb, weil ich sie optisch noch für gut befunden habe und gelesen habe, dass man sie wiederverwenden darf, wenn sie OK sind. Es war nicht so wie letztes Jahr bei dem Sommerkäfer, dass sie mir beim Rausnehmen in mehrere Stücke zerbröselt sind und sie zusammen flicken wollte. Ich habe heute morgen noch vor der Arbeit mir den Boden unter dem Käfer und die Heizbirnen angeschaut - trocken.